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Jüdische Rundschau · 1920-02-13 · Heft 12 (13.2.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 12 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 80 Nr. 12 JUEOISCHE RUNDSCHAU er kommt bei einer tuhoivn Betrachtung der zukünfti-. gen, palästinensischen Wiiklichkcit dazu, die eiiropiisdic I h1alit.it -- lric Geist, hie Wirklichkeit! — rasch in Palästina niminchmcn, und er hat insofern recht, als bei einer Kapitulation vor dein Prinzip der Dualität in der (iahfth auch in Palästina vor diesem Prinzip kapituliert werden mutt. Sowie die Jugend vor den Erwachsenen kapitulieren muH, solange unter diesen «licht auch die fenden/. zum wahren Leben iu die Erscheinung tritt, so wiid auch Palästina vor der Galulh kapitulieren müssen, solange nicht mich in dieser die Tendenz zu einem wahrhaften Lehen in die Erscheinung treten wird. Statt aller bisherigen Resignationen müssen wir uns eine einzige, und zwar chic entgegengesetzte zu eigen machen. Wir müssen auf die Resignation resignieren. D. h. wir müssen wissen, daß man sich nicht dauernd der euixijiäischen Dualität entziehen kann, wenn man das Alltagsleben nur irgendwie abtut, um dem Geist seinen unendlichen, unbegrenzten und unbedingten Charakter zu lassen (gegen die Resignation des alten, ty* pisclven Galuthjudentums); daß man die Jugend nicht der /.wcckbcsessenlicit entreißen kanq, ohne bei dieser rendenz das ganze Volk ins Auge zu fassen (fregen die bisherige Jugendbewegung); daß man nicht ein wahrhaft jüdisches Palästina aulbauen kann, ohne der jüdischen Verwirklichungstendenz auch in der Gallith den Weg zu bahnen (gegen dm Hechaluz als die jüdische Wiedergeburt). Das Bewußtsein der jüdischen Einzigartigkeit, die Jugendbewegung, der ״Hechaluz“, werden einen ganz anderen Charakter gewinnen und werden gute Freunde werden können, wenn sic wissen, daß sie Teile einer großen, jüdischen Bewegung sind, welche die uns entsprechende Auffassung vom Leben in Wirklichkeit umsetzeu wollen. Dann wird das Judentum die europäische Anschauung nrdit mehr bekritteln und doch von ihr gefangen werdeti, sondern es wird dieser europäischen Anschauung die jüdische Wirklichkeit gegcnüherstellcn. Die jüdische Jngemlix.־we,!>1»1'g hat also die unausweichliche Aufgabe, ß.u in \o׳an/11;(׳lu:u, daß alle MitgHeiler des Volkes de Möglichkeit haben, ein zweckentrücktes, dem Geiste dienendes Leisen zu führen. Und die Tat, die damit gefordert wird, ist nicht eine Tat der Einsamkeit, sondern eine Tat in und an der Gemeinschaff. Aus losgelösten, vereinzelten Menschen gilt es Glieder einer wahren Gemeinschaft zu bilden. Das wird erst der cntschekleudc Stoß gegen die Assimilation sein. Wer ״das Unzugängliche“ weit von sich wegslöfit, Rann kerne wahre Gemeinschaft stiften. So kennt Europa nicht die Lebensgemeinschaft, sondern nur ihr furchtbares Zerrbild, die Kampfgemeinschaft. Vom Kampf abgesehen, ist jeder Mensch auf sich gestellt, seine Beziehungen zu den anderen Menschen, auch zu denen desselben Volkes, sind bloß durch das ״Zugängliche“, aiso mechanisch und starr geregelt. Diese Anschauung, die uns so in Fleisch und Blut übergegangeu ist, daß wir sie nicht mehr merken und infolgedessen nicht mehr wissen, was uns den Augenblick verdeckt, müsse« wir überwinden. Aus einer freudigen Bejahung unseres eigenartigen Wesens heraus, aus den Bedürfnissen der Volksgemeinschaft heraus, die wir neu bauen, aus den unzählbaren Aeußeruiigen unserer Vergangenheit heraus, muß unser Leben zu sagen beginnen; ״Alle Juden sind Bürgen füreinander“. Was der ein/elstehendc .,Idealist“ nicht erreichen kann, was die Jugendbewegung für die Jugend nicht errcielven kann, das wird das wenigstens andcutcmlcn Darstellung teilhaftig werden. Diese Aufgabe harrt noch ihrer Lösung, und sic wird wohl erst von einem durch die nationale Schule gegaugcncn jungen Historiker gelöst werde« können. Robert W c 11 s c h. Unser Weg 1920. Geheftet 3 M., gebunden 5,50 M, Verlegt bei Paul Cassirer, Berlin W. 10, — ״Unser Weg 1020“ ist der Titel des Jahrbuches, das der Verlag Paul Cassirer zum zweiten Male erscheinen Hißt. Fast alle Autoren des Verlages sind liier zum Teil auch mit wertvollen Original-Beiträgen vertreten und gehen 80 ein Bild von der Richtung des Weges, den der Verlag beschritten hat. Das Buch wird durch einen anschaulichen Essay von Oskar Kokoschka cingclcitct und enthält 11. a. Beiträge von Else Lasker-Schüler, Rene Schickcle, Kasimir Edschmkl, Walter Hascndcvcr, Kurt Eisner, Karl Knutsky, und Bruno Schönlank. Sehr reich sind die Bildbeigaben, die in schön gelungenen Nachdrucken u. a. Werke von Munch, Kokoschka, Lehmbruck, ' SIcvogf, Licberuiann und Gaul wiedergelicn. Ferner ist ein noch nicht veröffentlichter Originaibolzschnitt von Ernst Harlach beigefiigt. Ein vollständiges Verzeichnis der Bücher und ein Graphikkatalog sind dem Ruche an/'cfügt, — Interessant ist cs, den Anteil der Juden an der Produktbn dieser Gruppe zu verfolgen, deren Gemeinsames in dem Willen zur Lebenscntfaltung von innen heraus, künstlerisch als Expressionismus, id«o logisch als sozialistisches Wollen, besteht In dieser Hinsicht ist an erster Stelle die Dichterin Else Las leer- Schüler zu nennen, deren Gesamtwerk kn Verlag jetzt erscheint. Das Berliner zionistische Pubiiaim hatte in der Palästinawoche Geicgcnlicit, die hinreißende Leiden- «:haft dieser unvcrglcicHIichcn, bewußt in jüdischem Geist schaffenden Frau als Interpretin ihrer oft ekstatischen, oft blumenhaft innigen Lyrik zu hören. (Uebcr die Laskcr-Schülcr als Trägerin asiatischen Geistes schreibt Eugen Hoc fl ich in» letzten Heft der Wiener Zeit- «chrift ״Esra“). Außer ihr verdient unser besonderes Interesse Ludwig Mcidncrs ״Rede (im Zwielicht) «n den Tod“, ein Essay über Liebermamis Veihä.'t- ,«w zu Menschen von Julius Elias, Ernst Toller» won schmerzhafter Menschenliebe erfüllte Gedichte u. a. Musarion-AI man ach 1920. München, Musarfon-Verlag. 2 M. —- Ein schön ausgestatteter Band, dessen Interessanter Inhalt ein Bild der Tätigkeit des rührigen Verlages gibt. Verlagskatalog ist angcschlossen. Leben gewordene jüdische Volkstum aus den Tiefen j seiner Seele her,tusschaffeil: Den jüdischen Menschen, der,! nicht mehr den Zwecken zum Opfer fällt, weil er j «furch die Hilfe der wahren Gemeinschaft, in der er stellt, imstande ist, in allem ״Zugänglichen“, in den Zwecken, seine Seele dem ״Unzugänglichen“, d. h. dem Ucberpersönlidicn zuzuwenden. Der Ort, an dem diese echte, jüdische'Volksgemeinschaft zu verwirkliche« ist, sind die jüdischen Volksgeincindcn. Bei ihrem Aufbau im eben erwähnten Sinne wird die Jugend ihrer Sonderart entsprechend, voranzugehen haben. Nur so wird sie ihre Aufgabe lösen. Zur Lage in Syrien Die ״Neue Züricher Zeitung“ meldet aus Jaffa: Die militärische Lage ist immer «och ungemütlich. 111 einzelnen Dörfern an der Grenze zwischen dem westliehen (Küsten-) Gebiet und dein arabischen Osten sind kleine Scharmützel und Ucbcrfällo auf Franzosen an der Tagesordnung. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Schießereien nüt blutigem Ausgang Vorkommen. Im Dorfe Harrain überfielen neulich die arabischen Freisehärler ein Automobil mit acht französischen Soldaten und Offizieren und töteten alle auf itcr Stelle. Auch in anderen Dörfern sind ähnliche Fälle vorgekommen, die beweisen, daß trotz, der formell als abgeschlossen geltenden Verständigung zwischen der französischen Regierung und den Arabern den Kampf in Syrien noch nicht aufhören zu wollen sdicint. Die Araber rüsten sich überall lind die Damaszener provisorische Regierung ergreift förmliche Kriegsmaßnalnnen. So wurde jetzt die Ausreise aus dem Gebiete des arabischen Syriens von einer speziellen Erlaubnis abhängig gemacht. Männern im Militäralter ist das Verlassen des Landes verboten. Am 1t. Januar, morgens 10 Uhr, langte der Emir Faisul an Bord des französischen Kreuzers ״Waldeck• Rousseau“, von Frankreich kommend, in Beirut au. Der Empfang war ein her/lieher, und es beteiligten sich daran I nm/oso» und Araber in gleichem Malle. Aus Damaskus kamen die S:adtnotnbi|i;üicn mit Emir Said an der Spitze dem Herrscher Syriens entgegen. Faisul bleibt nur fünfzehn Tage in Syrien, um, gemäß seinem Clcmenccau gemachten Versprechen, das arabische Volk auf die endgültige Verständigung mit Frankreich vorzubereiten und seine , Zustimmung zu den bisherigen Abmachungcn zu erlangen. Dann kehrt er wieder nach Paris zurück, um beim Abschluß des Friedens mit der Türkei gegenwärtig zu sein. Einen eigentümlichen Eindruck rief die neueste Proklamation des Generals Gouraud in Beirut hervor, in welcher er «nitteilt, daß offizieller Ruhetag für Regieningsbeamtc von nun an nur der Sonntag sei. Da in Beirut auch Mohammedaner und Juden in stattlicher Zahl wohnen, hat diese Kundmachung weite Kreise der Bevölkerung unangenehm berührt, zumal in Palästina und anderen Teilen Syriens die religiösen Festlichkeiten aller Gemeinden streng respektiert «׳erden. Vom Jüdischen Arbeitsamt Diejenigen Mädchen, die die Absicht haben, im nächsten Sommer gärtnerisch oder fand Wirt- Schaft lieh zu arbeiten, werden gebeten, sich sofort beim Jüdischen Arbeitsamt, Berlin, Monbijouplatz I, zu melden. Almanach auf das Jahr 1920. Herausgegeben vom Verlag Fritz. Gurlitt,!Berlin W, 35. Preis 1,50 M. Wir haben unlängst schon aiigekündigt, daß der Verlag Fritz Gurlitt eine Abteilung für jüdische Kunst uiul Kultur eröffnet. Der vorliegende, reichhaltige, schön ausgcstattctc Almanach enthält bereits einige Proben aus Werken, die bakt erscheinen sollen, darunter Gedichte von Arno Nadel, einen Essay Alexander Eliasbergs über ״Zccnoh u’ reenoli“ Reproduktionen von Werken l.csser Urys, Josef Budkas usw. Man darf mit Spannung die läiblikationen erwarten; zu den Worten des Piospektes möchte 1 wir uns al cr die Bemerkung erlauben, dnfi es ein Irrtum Ist, wenn gesagt wiid: daß die jüdischen Volksbücher ״.״folge der nur Wenigen gcläufigen hebräischen und jidischen Sprache der Vcr- ״essenhdt auheim/.ufalicn drohen“. So dankenswert die llcbi'rfraguitg solcher Bücher in die deutsche Sprache all Bereicherung der deutschen Ucbersetzuogs-Litcratur ist, so muß jnaii sich doch darüber klar sein, daß die deutsche Ausgabe die Bücher nicht vor dem Vcrgessenwerden schützen wird; sollen sic lebendig bleiben, so können sie dies nur als Kulturbcsitz des jüdischen Volkes, d. h. in hebräischer und — solange die Massen jidisch sprechen — in jidischer Sprache, die der überwaltigeiiden Mehrheit des Volkes, keineswegs nur Wenigen geläufig sind. W. In Cincinnati erschien unter der Redaktion Prof. David Keumarks, der erste Band einer englischen Vieiteljahrsschrift für jüdisches Wissen: ״Journal of Jewish höre and Philosopäiy“. ♦ In New York erschien das erste Heft einer hebriiisehen Monatsschrift ״Tarbut“ die der hebräischen Bewegung in Amerika gewidmet ist Die Zeitschrift wird von Z. Schärfstem redigiert. * Die jüdische Volkssparkasse In Jaffa (Kupat-Ani) hat vor kurzem einen Jahresbericht herausgegeben, dem eine ,Reihe Aufsät/.c über das Volksbankwcsen beigegeben sind, sowohl theoretischer als praktischer Art. Die jidischc Tageszeitung der Poalc-Zlon ״Die Zeit“, die demnächst in New York zu erscheinen bcginnt, wiiU'Jcn Dichter David Pinski zum Chefredakteur und die Schriftsteller Shitlowski und Zuckermann zu Hauptmitarbeitern haben. Palästina Die Unruhen in Metuliah Flüchtlingsbcrichtc. Das Londoner Ziouisüsrhe Büro veröffentlicht fol gende Einzelheiten aus Flüchtiingsbricfen über die obergaliläischcn Unruhen: Am Mittwoch, den 31. iXzembci, griffen die Beduinen H a in a r a 11 an; die dort arbeiten«!« Genossenschaft verließ den Ort und kam nach M< tullali. Am Donnerstag waren die Bewohner von Metuliah ebenfalls bereit, den Ort zu verlassen, aber da am Sonnabend ein starkes französisches Detachement atikam, faßten sie wieder Mut. Am nächsten Tag kam cs zu einem Gefecht im Südwesten von Tel Hai zwischen Franzosen und Beduinen. Die französische Munition war aber bald erschöpft, tmd a]s die ersten französischen Flüchtlinge nach Metuliah kamen, brach dort eine Panik aus und alles versuchte, in das benachbarte G e d a d a h zu fliehen. Sic fanden aber den Weg durch Druse« Nsetzt. Daraufhin kehrten einzelne, da das Feuer nach gelassen hatte, naah Metuliah zurück, wo sie bleiben mußten, da der Ort von Beduinen und Drusen cingtschtossen wunlc. Die andern Flüchtlinge begaben sich nach Nabatea, wo sie notdürftig untergebracht wtuden. Von dort aus fuhren sie großenteils nach Sidon und Akko, wo sic einer strengen Prüfung in der arab! sehen Spractic unterzogen wurden, um fcstzustcllen, ob sie neue Einwanderer seien. Ein Teil von ihnen sollt«• zurückgcschickt werden, es kam aber ein Befehl au* Haifa, sie dort zu belassen. Wie die neuesten Telegramme melden, ist die Ord nung im Distrikt wiederhergcslcllt iiptl die Flüchtling!־ sind nach Metuliah zurückgekehrt. Neue Verkehrsmittel. Zwischen Jerusalem, Jaffa, Sichern, Hebron imd Jericlro verkehrt von jetzt an zweimal täglich cm Moto roui 11 i bu s. Seit dem f>. September verkehr: auch cinm-il täglich ein Moioromnihus zwischen Jaffa und Beirut 11. Er legt «licsc Strecke in 8 Stunden zurück; früher bravditc mail auf item Seeweg 15, au! dem Landweg •18 Stunden für diese Strecke. Auch «Le Eisenbahnverbindungen sind besser gewouten. Täglich verkehrt ein Expreßzug zwischen Kairo, Alexandrieit, Jerusalem, Jaffa und Haifa. Diese Wagen führen Schlaf- und Speisewagen. Die Preise sind sowohl für Personen wie für Güter crhehüch zuriiekgegangen, 1X1׳ Küstenverkehr vermitteln vier europäische Linien. Fortschritte des Eisenbahnbaus in Palästina. Wie die ״Neue Züricher Zeitung“ meldet, ist die Bahnlinie Afule—Djjinin (Teil der Strecke Afule—Nablus) den Verkehr geöffnet worden. Ein palästinensischer Brief Der Verein ehemaliger Ahteme! veröffentlicht «len Brief eines früheren Ahlemcr Schülers aus Palästina, dem «vir folgendes יחסnehmen: ״Mehr denn als fünf Jahre, daß ich mich «11 Palästina befinde. In leidenschaftlicher Liehe zog ich nach Erez-Israel, um mich dem Lande mit aller meiner Begeisterung und Jugendkraft zu weihen Meine Liebe für Palästina ist in den mehr als fünf Jahren schwerster und anstrengendster Arbeit und Leiden nicht erkaltet. Auch bin ich nicht enttäuscht, wk viele meines Alters. Noch in Deutschland beschloß ich dem Lande als einfacher Bodenarbeiter zu diene«, ur.d vier Jahre Jang tat ich es. Meine uachlassendcn Kräfte, dm ich bei meinem heißen Temperament he! der Arbeit gelassen und mein vom Fieber zerrütteter Körper erlaubten mir nicht, als Arbeiter weiter/ulcbcn Ein trauriger Zufall rief mich nach Jerusalem. Von da an kehrte ich nicht mehr in die Kolonien zurück, sondern ich fand als Oartenbauichrcr an «len hebräischen Volksschulen in Jerusalem eine Anstellung. Ein Jahr, daß ich nun schon 'als Gartenbaulchrer wirke und bin schon fürs zweite Jahr auch engagiert. Obwohl mir manche Eigenschaften eines guten Lehrers zugesprochen werden, befriedigt mich doch meine jetzige Anstellung nicht. Immerhin kehrt m«rin Gesundheitszustand zurück und das Fieber, dank der normalen Lebensweise, nimmt ab Jedenfalls zum Arbeiter zurückzukelnen, «lenke ich nicht mehr. Lehrer bleibe ich auch nicht. 111 Deutschland war ich Baumschüler. Hier denke ich jetzt mich «Jrr Landschaftsgärtncrci zu widmen. Wohl sind mein« Kenntnisse in diesem Zweig der Gärtne-ei sehr schwach. Aber mit einiger Energie und Fleiß «lenke ich cs zu bewältigen. Vwschiedenc Schritte in dieser Hinsicht habe ich schon unternommen. Ls wurden mir vom jüdischen Stadtteil in Jaffa (Tcl-Awiw) zwei Gartenanlagcn übertragon, wozu ich Pläne entwarf, die zur Zufriedenheit ausfiekn. Darauf wandte ich micti an Agronom Octtinger, der hier so was wie Landwirtschaftsminister ist, mich nach Deutschland zu schicken, um mich in meinem Fache zu vervollständigen, das heißt, mich Gartentochniker oder Gartcningcnieur werde« zu lassen, ich habe zwar keine abschlägige Antwort eiluilten, aber auch keine bestimmte Zusage. Immerhin, sollte ich nach Deutschland geschickt werden, ist ■es gut, wenn nicht, dann gelange ich eben alleine nach Deutschland und erreiche mein Ziel. Ich erinnere mich, daß ein Landsmann von mir, Weinberg, eine ähnliche Schule in Dresden besucht hat. Sie würden mich daher zu großem Danke vcrpflichten, wenn Sie mir die Prospekte und RcJhigungcn dieser oder ähnlicher Schulen schicken könnten. E!« ist vielleicht gewisse Vorbildung nötig oder Prüfungen usw. Da ich mich von der einfachen Arbeit nun einmal losgesagt habe und dabei die palästinensischen Verhältnisse »ehr gut kenne, so denke ich cs in der Landschaft»־ gärtnerei zu etwas zu bringen. Im allgemeinen ist die Gärtnerei in Palästina schwach entwickelt und für unserelncn ist cs schwer, vorwärtszu kommen. Von Blumen-, Baumschul- und Landschaft»•

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