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Jüdische Rundschau · 1920-02-13 · Heft 12 (13.2.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 12 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 78 JUEDI3CHE RUNDSCHAU Nr. 12 Die zionistische Kt! Qs W Bericht des Departements für Erziehung und Kultur beim Zionistischen Zentral!)uro in London Entsprechend den Beschlüssen der Londoner Kon* fcrciu wurde im Mai 1010 das Department für Erziehung und Kultur geschaffen. Die Einrich* 11mg dieses liesomlcreii Departments war einerseits Folge der Tatsache, daß die Zionistische Organisation während des Krieges fast das ganze palästinensische Schulwesen übernommen hat in ul so der einflußreichste Faktor, iin Schulwesen Palästinas geworden ist. Andererseits war die Schaffung dieses Departments eine Konsequenz der Erkenntnis, dal! die jüdische Kulturarbeit in ihrem ganzen Umfang, insbesondere aber die Arbeit für die wiederbelebuug der hebräischen Sprache in Palästina und im Oaluth eine wesentliche Vorbedingung der Voruirkliehung unseres Programms darstellt. Palästina. Die Entwicklung unseres Schulsystems in Palästina ist ein Werk, auf das die zionistische Bewegung mit Recht stolz sein kann. Unsero palästinensischen Schulen sind die sicherste Garantie für die Zukunft der hebriii* sehen Kultur in Palästina. Kein Wort braucht daher darüber gesagt zu werden, welche Bedeutung cs hat, daß die zionistische Organisation während des Krieges den größten Teil der hebräischen Schulen in die Hand genommen hat. Wir haben gegenwärtig in Palästina: 'i;> Kindergärten mit 2819 Schülern und 10S Lehrern, 48 Volksschulen mit 6811 Schülern mul 27t Lehrern, 12 Mittelschulen mit 1157 Schülern und 07 Lehrern, 4 Ar* heitssdiulen mit 303 Schülern und •I Lehrern, 10 Abendkurse mit 572 Schülern und 4 Lehrern; im ganzen 110 Schufen mit 11 792 Schülern und 481 Lehrern. 1111 Laufe des letzten Jahres wurden unter anderem neu errichtet die Oherklassen eines Mädchengymnnsiums in Jerusalem, ein Montcssorikiiulergnrtcn und eine Vorbcreüungsklasse beim Lelirerimiensemiiiar in Jaffa, ein zweiter Kindergarten in Haifa, eine Schule in Akko, eine Handelsschule in Jaffa, die, wenn auch von privater Seite unterhalten, sich freiwillig unserem Erzieliungsausschul! untergeordnet hat, eine zweite Musikschule (in Haifa), ferner Abendkurse in Hebräisch, Psychologie und Pädagogik für die Melamdim der Jerusalemer Jeshivotb, Abendkurse (Handelskurse)) in Jerusalem, weitere Abendschulen in Jaffa, Tiberias, Safcd, Haifa und in vielen Kolonien, ln nächster Zeit wird die [andwirtschaftliche Schule in Pethacli-Tikwah, zu deren Erlialtung die Kolonie 40 0,״ beiträgt, wieder eröffnet, fn Syrien unterhalten wir in Damaskus und Siüon Schulen. Wir lialien für die Erhaltung des Sclnthvcrkes im laufenden Jahr ein Budget von 85000 £ übernommen. Es wurden alle Anstrengungen gemacht, um Palästina selbst zur Erhaltung der Schulen heranzu/.iehen. Allein in den Kolonien konnten auf diese Weise — inklusive der Unter- Stützung der lea — nur 30 °/0 der Ausgaben beigesteuert werden. In Jerusalem konnte nur ein kleines Schulgeld hereingcbrachi werden, in Tibcrias und Safed überhaupt keines. Ein Druck in dieser Richtung hätte nur das Al>- strömen der Kinder in die Schulen der Mission zur Folge gehabt. Die Organisation muß daher diese 6ch\vcre finanzielle Last tragen. Hebräisch als Unterrichtssprache. Auch die Schulen der lea haben das Programm unscrer Erziehung anerkannt und sind als hebräische Schulen in vollem Sinne zu betrachten. Die lea besitzt in Pcthncli- Tikwah, Sichren Jaakob und in den Kolonien Galiläas 9 Kindergärten und 13 Volksschulen mit 1133 Kindern und 58 Lehrern. Hebräisch ist ferner der Unterricht in Mikvch-Isracl (Schule der Alliance) und in drei Talmud- Thoras in Jerusalem (Dorsche-Zion und Talmud-Thora der Grusen und Budaren), die von Amsterdam unterhallen werden. Einige jüdische Schulen, und zwar die Schule von Evcliua Rothschild, Schulen der Alliance, ferner Talmud- Thoras in Jerusalem und Tiberias haben das Hebräische noch nicht als Unterrichtssprache angenommen. Diese Schulen werden von zirka 2500 Kindern besucht. Die Allianceschule in Jaffa wurde aus Mangel an Schülern geschlossen. Eine der größten Schwierigkeiten, die sich unserem Schulwesen in Palästina entgegenstellt, ist die Woltnun gsf rage. Viele unserer Schulen sind in Häusern untergebracht, die nicht für Unterriclitszwccke gebaut sind und weder hygienischen noch pädagogischen Forderungen entsprechen. Wir haben Gutachten und Ratschlage kompetenter Männer für die Verbesserung dieses Uebclstaiidcs, aber die notwendigen Kapitalien konnten bisher nicht aufgebracht werden. Die Miete für die Schulgebäude verschlingt einen großen Teil unseres Budiprts. Es waren zirka 100 000 £ zum Aufbau von 40 Schulhäuscrn in nächster Zeit nötig. Die großen Leistungen, welche die Schöpfer unseres Schulwesens in Palästina vollbracht haben, schließen natürlich nicht aus, daß Programm und Ausbau der Schulen noch vieler Verbesserungen fähig sind. Die Schule ist noch nicht ganz dem Kolonisationswerk angepaßt und noch zu sehr beherrscht vom Typus der Stadtschule. Durch die Knappheit des Budgets ist ein Mangel au Lehrmitteln eingetreten, der die Arbeit des Lehrers ungemein erschwert. In dieser Hinsicht wird der hoffentlieh bald zu erwartende allgemeine Aufschwung unseres Palästinawerkes auch auf unser Schulwesen einen günsügen Einfluß haben. Die Rückkehr einiger der besten Lehrer aus der Verbannung hat schon im letzten Jahre wesentlich zur Konsolidierung des Schulwesens beigetragen. Die Eröffnung der landwirtschaftlichen Sdiule in Pethach-Thikwah ist Zeichen einer unserem Palästinawcrk organisch angepaßten Entwicklung des Schulwesens. Die religiöse Frage. Wir möchten in diesem Zusammenhang auf die Vorwürfe zurückkommen welche von einem Teil der Presse gegen das Schulwesen in Palästina erhoben worden sind, und unseren Gegnern eine willkommene Handhabe im Kampfe gegen den Zionismus gaben: diese Vorwurfe betreffen die angeblich religionsfeindliche Haltung der Schulverwaltung In Palästina. Die Vorwürfe sind nicht berechtigt. Die Subvention der orthodoxen Schule» entspricht der Scliülcrzalil derselben. Unser Budget unterhält an Orthodoxen Schule2 ״ Mittelschulen (eine Jcshiball und einem Lelirorkursus), 15 Volksschulen. 7 Kindergärten, einen Abendkursus mit zusammen 2417 Schülern und 115 Lehrern. Es wurden auf unserem B11«h:cl samtliehe Schulen übernommen, welche darum ansuchtett und sich verpflichteten, die hebräische Unterrichtssprache rauf ein Minimum an allgemeiner Bildung ins Programm aufzimetiiuen, die notwendigsten hygienischen Maßnahmen durchztiführcn und alle ihre Einnahmen auf dem Wege über die Zionist Commission zu erhallen. Im inneren Betrieb blieben die Schulen vollständig autonom. Wenn sicli das orthodoxe Schulwesen in Palästina noch nicht so entwickelt hat, .wie wir selbst es wünschen würden, so ist dies auf den Mangel an guten orthodoxen Lehrern zurückzufülircn. Die Errichtung eines orthodoxen Lehrerseminars ist seitens der palästinensischen Misrachifraktion beschlossen worden und wird hoffentlich diesem Ucbelstandc abhclfcn. Auch von den nicht orthodoxen Schulen kann absolut nicht gesagt werden, daß sie in irgendwelchem Sinne rcligionsfcindlich sind. In allen Schulen werden die Gebete unterrichtet und die heilige Schrift gelehrt. Lehrbücher. Ein schweres Hindernis für die Entwicklung unseres Schulwesens sowohl in Palästina wie im Oaluth ist «!er M a n g e lau Lehrbücher n. I >ic Lei tun;: konnte infolge der finanziellen Verhältnisse zur Behebung dieses Mangels nur einen sehr kleinen Betrag bewilligen. Wir haben uns zunächst bestrebt, das Material über die in den einzelnen Ländern bereits existierenden Lehrbücher zu sammeln. Leider konnten wir mit Rußland, wo gerade auf diesem Gebiete viel geschaffen wurde, nicht in Vcrbiruumg treten. Infolge der Valutaverhältnisse ist eine Verwendung der in Palästina gedruckten Lehrbücher im europäischen Osten derzeit sehr erschwert. Wir haben daher in einzelnen Fällen den Neudruck dieser Bücher für die Länder mit niedriger Valuta vermittelt. In unserem Auftrag wird von einem ausgezeichneten, durch Prof. Einstein empfohlenen Fachmann, Dr. Gronier derzeit ein ausführliches hebräisches Lehrbuch der höheren Mathematik geschrieben. Wir haben ferner in Palästina die Herausgabe eines hebräischeu Gesprächsbuch cs für Einwanderer angeregt, «las ihnen ermöglichen soll, die Objekte der neuen Umgebung sofort in die hebräische Soracne zu benennen. Die Herausgabe dieses Gcspräclisbuches, das von Herrn S 11m an verfaßt wird und 4—5 Bogen umfassen soll hat der Verein Sfatenu“ übernommen. Daneben ist ein praktisches Handbuch in Vorbereitung das den ,Immigranten die Elemente der Landeskunde (Geographie, »peschiclitc, Verwaltung, Arbeitsbedingungen usw.) vermittein soll. Ein Lehrbuch der Poetik und Stil lehre von Ba rasch iin Umfang von 10 Druckbogen wird in Palästina vom Waad Hachinuch heran»- gegeben. Aharont arbeitet au der Fortsetzung seiner Zoologie. Auf eigene Rechnung hat in Palästina Herr R o s e 11 s t c i n einen niedern Kurs der Geometrie und eine Algebra drucken lassen, ebenso Herr Lad izinski eine Geometrie für Mittelschulen. Weiter sind in Vorbereitung ein 1. c h rbuc U d cr Ph ystk für Mittelschulen von Czernawsky (dürfte bis zum Beginn des neuen Schuljahrs druckfertig sein), eine Chemie von Winik, eine Geschichte der hebräischen Literatur von F ich mann und Z i f r 0 n i, eine Botanik für Volksschulen von Reubeni. Auch im Galuth werden hebräische Lehrbiieher vorbereitet. Die polnischen Zionisten haben eine größere Zahl von hebräischen Lesebüchern lind Chrestomathien herausgegeben, ferner hebräische Lehrbüchcr der jüdischen Geschichte, Der erste Teil einer illustrierten hebräischen Arithmetik für Volksschulen von R. Guttniann erschien iin Verlage ״Mcrkas“ in Warschau, der in nächster Zeit auch ein bereits im Druck befindliches Lehrbuch der Geographie herausgeben wird. Auch das Wiener Päda* gogium bereitet die Herausgabe von Lehrbüchern vor. Unser Bestreben wird es sein, sobald cs unsere Mittel erlauben, die besten Lehrbücher aus andern Sprachen systematisch ins Hebräische zu übersetzen. Unter den jüdischen Arbeitern in Palästina wurde durch deren eigene Initiative eine sehr schöne kulturellc Arbeit geleistet. Neben den Schulen sind vor allem die Arbeitersiedlungen Mittelpunkte der hebräischeu Sprache. Wir erwähnen insbesondere, daß auf Initiative der Achdut Haavodah einzelne Kwuzollr in ihrer Mitte Studenten aufgenommen haben, welche als Lehrer und Kulturträger innerhalb der Gruppen fun•* gierten. Wir haben dieses Kulturwcrk unserer Arbeiter mit einem Betrag von 121 £ monatlich zu unterstützen beschlossen. Ein anderes wichtiges Kulturwcrk hat in den letzten Wochen zu existieren begonnen: die Zionist Commission hat cs Herr» Aharoni möglich gemacht, ein zoologische■ Museum Li» Jerusalem zu eröffnen. Die Nationalbibliothek. Wir haben hier ferner über den Stand der National-Bibliothck in Jerusalem zu berichten. Wir haben darauf gedrängt, daß zunächst der jurislisehe Besitztitel dieser Bibliothek festgcstellt wird, da sich die Bibliothek faktisch im Besitze der Jerusalemer Loge Bne Brith befand. Es ist nunmehr diese Frage soweit geklärt worden, daß die Bücher in dem Besitz der Zionistischen Organisation übergeben wurden, während das Gebäude Besitz der Bne Brith bleibt. Unsere nächste Sorge ist daher die Beistellung eines passenden Gebäudes für die Bibliothek. Wir werden mit tunlichster Beschleunigung an diese Arbeit herantreten müssen, damit wir iji die Lage versetzt werden, die an verschiedenen Stellen Europas (in London, Brüssel, Berlin, in Holland, Italien, Rußland) und Amerikas von unseren Freunden gesammelten Bücherbestände nach Palästina überführen zu können und sodann Sammlangen und Käufe in großem Maßstabe zu beginnen. Wir haben vorläufig einen Betrag von 500 £ zum Einkauf wichtigster Nachschlagewerke bewilligt. Eia geschult« Bibliothekar wirr«Pc zur Einrichtung der Jerusalemer Bibliothek berufen. Das Gebäude des Technikums in Haifa war Ws vor ganz kurzer Zeit im Benutz der englischen Militärbehörden. Nunmehr ist ein Teil des Gebäudes für Lebrzwecke frei geworden und wir werden in nicht allzu ferner Zeit daran gehen in Zusammenarbeit mit den Faktoren, welche vor dem Kriege ain Technikum interessiert waren, das Technikum zu eröffnen. Leide!• sind sämtliche Werkzeuge und Maschinen dem Kriege zum Opfer gefallen und müssen vorerst neu an.,c. schafft werde». Die Universität. Zionist Bulletin mid llaolam haben über die :•(. plante Universitätskonferenz und die zustimmendeu Auf. Worten der ciiigeladencii Persönlichkeiten berichtet. |)i־ Vci Schiebung der Konferenz bedeutet keine Vcrschi*. birng in der Arbeit für die Universität. Dr. Wcizniann hat über den besten Weg berichtet wie man in diesem Augenblick in Palästina für (j£ Universität arbeiten kann. Auf Grundlage dieses Berichts wurde folgender Platt für die weitere Arbeit auf. gestellt, der dem Großen A. C. vorgclegt werden <*>ןן Dem Haus auf dem Skopusbergc soll angegliedert werden: ein physikalisches Institut, cm chemisch es Institut, ein mikrobiologisches jn. stitut, zwei Räume für Vorlesungen, eine Anzahl kleinerer Zimmer für Vcrwaltungszwccke, nv« Lcscräumc. Eine Hausskizze, die die beabsichtHe Verteilung der Räume zeigt, liegt vor. h Galuth. Von Anbeginn hat das Erziehungs-Departement die Organisierung der hebräischen Kuliurarbcit iin Galmh mit in den Bereich seiner Tätigkeit aiifgenommen. Es war das Ziel der Zentrale in diesem Bereiche das Bewußtsein davon zu erwecken und zu stärken, das d;c Einheit des jüdischen Volkes in der ganzen Welt ihren Ausdruck finden muß, in einem einheitlichen Erziehung*• System. Unbeschadet der besonderen Erfordernisse der einzelnen Länder muß die Einheitlichkeit der jüdischen Erziehung der gesamten jüdischen Jugend unser Ziel bleiben. Wie bei anderen territorialgecinten Völkern sich eine Einheit ihres Erziehungswcsens sclbstverständlieh aus der Einheit des Lebens ergibt, so muH sie bei uns Resultat eines festen Willens sein. Die Zioni- Mische Bewegung muß sich mit dem Bewußtsein erfüllen, daß wir in der ganzen Wcft eine einheit liehe Er zi eh u n g s *Po I i t i k brauchen. Gegenüber der ungeheure״ Aufgabe, eine jüdische Er- Ziehung in der ganzen Welt gegen so vielfache Widerstände der Umgebung und des täglichen Lehens durchzusetzen, muß dic9c einheitliche Erziehungspolilik dazu führen, Kräfte zu sparen und die Wirkung angewendeter Kräfte zu erhöhen, zu verhindern, daß dieselbe Arbeit an mehreren Steifen getan wird, und dafür zu sorgen, daß Erfahrungen eines Landes allen Ländern nutzbar gemacht werden. Die Tätigkeit der Landesverbände. Deswegen hat das Erzicluingsdcpartcmcnt für seine Pflicht angesehen, Nachrichten über die jüdische Kultur im allgemeinen und die Arbeit unserer Landcsmannschatten im besonderen, durch Vermittlung unserer Presse, die weiteste Verbreitung zu geben. Lieber die Kulturarbeit europäischer Landesmannschaflcn, die bo sondere Erfolge anfzuwciscn haben und über deren Arbeit wir ausführlich unterrichtet worden sind, Südruüland, Polen, Litauen, Westrußlamf. Deiüsdilaml, Itnlien, Oesterreich, Holland, Belgien. Rumänien, England werden zusammenfassende Darstellungen in ״Haolatii“ und ״Zionist Bulletin“ veröffentlicht. Die amerikanische Organisation hat bekanntlich schon seit Jahren «lie Kulturarbeit zu einem integralen Teile ihrer Tätigkeit gemacht und ein großes Departement hierfür emgerichtet Dasjenige Feld, auf das sich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der einzelnen Länder am deutlicbsicn offenbart, ist das hebräische Sehulwesen. Es ist eine Tatsache, deren Bedeutsamkeit der jüdischen Welt noch nicht genügend zum Bewußtsein gekommen ist, daß in den letzten Jahren ohne jene Agitation von außen, nur unter dem Zwange der Verhältnisse selbst, sich allenthalben im jüdischen Osten, hebräische Schulen entwickelt haben. Ueberail dort wo junge kulturelle unter uns sichende Völker zur Herrschaft gekommen sind, und ihr nationales Schulwesen eingerichtet haben, war cs die natürliche Konsequenz, daß die Juden sich ob ihrer eigenen hochwertigen Kultur besannen, und sie zur Grundlage ihres Schulwesens machten. Aber auch darüber hinaus zieht die hebräische Schulbcwegung immer weitere Kreise. Durch die glänzende Arbeit der ״Tarbut“ in Rußland.ist cm großes Netz von Schulen geschaffen worden; Litauen sind sehr gute Anfänge eines hebräischen Volks- und Mittclschulwcsons £cm;1cht. An־־ fange eines hebräischen Schulwesens bestehen in Deutschland, Oesterreich und Rumänien. In allen Ländern sind mit gesundem Instinkt die Zionisten Führer der hebräisehen Schulbcwegung geworden. Die Leitung steht auf dem Standpunkte, daß die Wiederbelebung der hebräisehen Sprache im Munde des Volkes nicht au de» Grenze» Palästinas Halt machen kann und darf. Lehrerseminare. Ausbau des hebräischen Schulwesens hat bis noc‘> nicht die Dimensionen angenommen, welche möglich waren. Die Resultate stehen noch weit hinter den Wünschen des Volkes zurück. Das ist die Folge des bedauerlichen Mangels an hebräischen Lehrern. Leider war die hebräische Bewegung in diesem!,unkte nicht voraussehend und kühn genug. Wir haben es verabsäumt durch rechtzeitige Errichtung von Lehrersenunaren die Bedingungen für das hebräische Schulwesen zu schaffen, und sind nunmehr von den *Tatwehen überrascht worden. Die Leitung hat ihre ganze Aufmerksamkeit darauf getenkt. diesem Uebel abzuhelfen, und vor allem durch Pflege und Erweiterung der Lehrerseminare die Möglichkeit tür die Hcbraisiening des Volkes zu schaffen. Das bestehende Lehrerseminar i? Jcrusalemdeckt zur Not die heutigen Bedürfnisse Palästinas. Für die bei Einsetzern einer entsprechenden Einwanderung notwendigen neuen Schulen werden wir \

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