Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 10 (6.2.1920)
- Date
- 1920-02-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 64 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 10 Italienischer Brief Van unserem römischen Korrespondenten M. a Rom,den 22. Januar 1920. Die Gcmclndcwalilcn in Rom und Florenz. Ende Dezember haben in den zwei größten italienische« ricmcindcn die Gcnicindcratswahlcn stattgefunden, am 21. Dezember diejenigen von Rom, am 28. De* zember diejenigen von Florenz, im Rom mußte der ganze Rat ncugcwählt werden — ein Ereignis, das in Italien gar nicht so oft vorkommt, da nach dem italicni* sehen Gesetz nach einer gewissen Frist nur partielle Ersatzwahlen stattfinden und nur eine massenhafte Demission oder eine Reihe von Todesfällen von Ratsmit• glieder zu allgemeinen Wahlen führen können. So haben solche Wahlen in Rom vor 33 Jahren stattgefunden und waren auch jetzt nur deshalb möglich, daß ein Teil der Cicnicindcratsmilgliedcr demissioniert hat in der Absicht, eine vollständige Erneuerung herbei zu führen. Deshalb eine große Erwartung in jüdischer Welt, die aber von Keinem großen Resultat gekrönt wurde: die allgemeinen Waiden haben keine grundsätzliche innerliche Erneuerung zur Folge gchaft. Zwei Parteien standen einander gegenüber: eine ״konservative“, was nur heißen will, daß sie die Führung in altem Rate hatte, und die andere ״demokratische oder völkische“ genannt, die wohl gewisse Ansprüche auf Erneuerung hatte, aber von welcher man .nicht verstehen könnte, in was sie sich von der ersten unterscheidet. Die Zionisten haben Kefne eigene Liste aufgestellt, da in römischjüdischen Kreisen noch immer die Ueberzeugung herrscht, daß das Wort ״Zionismus“ genügt, uin Leute abzu* schrecken. Einige Zionisten wurden wohl von der demo• Kratischen Gruppe als Kandidaten vorgeschlagen, haben es aber nicht verstanden, den nationalen Stempel dem Wahlprogrnmm aufzudrücken, so daß ihr ursprünglicher —- auch sehr bescheidener — Vorschlag im Wahlmani• fest ״ein tätigeres Interesse an der palästinensischen Frage" zu versprechen, zurückgezogen werden mußte. Ihr Programm beschränkt sich teilweise auf Fragen rein lokaler Natur (und geht über allgemeine nichtssagende Ausdrücke wie ״eine größere Entwicklung von jüdischer Sprache, Tradition“ oder ״Hilfe für ärmere Schichten“ und ״aktives Interesse an den Fragen der unterdrückten Juden“ nicht hinaus. Mehr von nationalem Geiste durchdrungen könnte man schon ״Konservativen“ Gruppe nennen, ״Einheit des jüdischen Volkes“ Wendigkeit engerer Beziehungen Weltorganisationen“ die Rede ist. mich keiner der Partei einen indem die demokratische Gruppe von das Wahlmanifest der wo wenigstens von und von der ״Notmit allen jüdischen Das Wahlresultat gab entscheidenden Sieg, nunmehr 21 Ratsmitglieder hat, die konservative 24 ihrer Kandidaten durchgebracht hat. Besonders bezeichnend für den Wahlkampf ist die Tatsache, daß keine von den Gruppen über Demokratisierung der Gemeinde gesprochen hat; die Frage wurde gar nicht aufgestellt, so wenig ist cs ins Bewußtsein der römischen Juden cingcdrungen, daß das eigentlich der einzige Weg zu einer wirklichen Erneuerang wäre; und das um so mehr, als Rom eine von den wenigen, wenn nicht die einzige italienische Stadt ist, die eine bedeutendere Masse der jüdischen — und •zum Teil ärmeren — Bevölkerung beherbergt. Trotzdem sdiien cs beiden Gruppen ganz natürlich, daß von etwa 10000 Juden Roms nur 670 das Wahlrecht haben (von denen 387 an der Wahl teilgenommen liabcn). Ebenso scheint keiner von den Gruppen die zweite brennende Frage — die Schulfrage — besonders am Herzen zu liegen, ln Wirklichkeit sieht es in Rom mit jüdischen Schulen gar schlecht aus; wie gesagt, gerade in der Hauptstadt Italiens gibt cs eine jüdische Masse, gibt es mehrere Hunderte von armen jüdischen Kindern, die aber — in jüdischem Sinne — vollständig unversorgt sind, denn es gibt in Rom gar keine Talmud-Thora, gar keine Jüdische Schule. Wohl hat man letzthin eine ״Do poscuola“, d. eine ״Nnchschuk“ aufgemacht, wohin die jüdischen Kinder, nachdem sie tagsüber in den allgemeinen Gemcindcschulcn waren, für einige Stunden kommen können. Diese ״Doposcuola“, die nur als Erholung gedacht ist, befriedigt aber keinesfalls das Bedürfnis der jüdischen Bevölkerung nach jüdischer Erziehung und jüdischer Bildung, und man hatte gerade dieser Tage, bei einem Kinderfeste, Gelegenheit gehabt, uni festzustellen, wie verwahrlost die ärmeren jüdischen Kinder Roms sind. Ganz anders sind die Wahlen in Florenz abgc- Laufen. Dort sollten nur Tcilwahlen stattfinden — cs mußten 11 Ratsmitglicdcr von 16 ncugcwählt werden. Der alte Rat war vielleicht der beschränkteste und boniierteste in ganz Italien, und als vor etwa einem Jahre in Rom und Florenz zionistische Volksversammlungen stattgefunden haben, fühlte sich der Gemeinderat von Florenz verpflichtet, öffentlich dagegen Stellung zu nehmen. Die Zionisten von Florenz haben indessen beschlossen, ganz offen unter der nationalen Fahne den Wahlkämpf zu führen. Und da hat cs sich hcrausgestell, daß der Zionismus eine starke Stellung in Florenz hat: die ganze zionistische Liste wurde gewählt, was zur Folge hatte, daß auch die vom alten Rat übriggeblicbenen fünf Mitglieder *ihre Demission cingcreicht haben; somit ist der Gemeinderat von Florenz vollstao dig in zionistischen Händen. Jetzt wird sidt zeigen, ob es der zionistischen Gemeindeverwaltung möglich sein wird, wertvolle Arbeit zu leisten. Es Ist schwer zu saga\ wie da« Resultat Ausfallen wir»V zumal dar neu• Rat Icefe* Wehl• Ert>־ sdiaft, auch in finanzieller Hinsicht, bekommen hat; sicher ist cs aber, daß der gute Wille und das nationale Bewußtsein bei den neuen Ratsmitgliedem — die keine Neulinge im jüdischen Leben sind — iti reichem Maße vorhanden sind. Ein gewisses Bedenken könnte nur der Umstand hervormfen, daß auch in Florenz die Gemeinde ziemlich abgeschniUen von dem florentinisehen Juden*- turne ist, da auch hier nur ein kleiner Bruchteil der jüdischen Bevölkerung an den Wahlen teügenommen hat (111 von etwa 2300). Es scheint, daß der neue Rat die Äbsicht liegt, das Wahlrecht zu erweitern. Mehr vielleicht als die plutokratisehen Grundlagen ist cs aber die Gleichgültigkeit, die die Juden fern von der Gemeinde hält. Diese Gleichgültigkeit zu bekämpfen wird eine der Hauptaufgaben des neuen Rates sein. Es weht jedenfalls von nun ab im Gemeindegebäude von Florenz bei jeder Sitzung des Gemeinderates wie auch bei jeder jüdischer und italienischer Feierlichkeit neben der dreifarbigen italienischen auch unsere blauweiße Fahne. Die Protestbewegung gegen die Pogrome. Die italienische öffentliche Meinung ist von neuem wegen der Pogrome in Rußland während der Denikinsclicn Okkupation und in Ungarn alarmiert. Die jüdischen Organisationen haben erst vor kurzem angefangen, die Zeitungen über die neuen Greucltaten zu informieren, da sie mit Sammlung־ und Kontrollicrung des Materials beschäftigt wa^en. Nunmehr, nachdem diese Arbeit vollendet ist, haben sie eine Broschüre und einen ״Aufruf an das italienische Volk" herausgegeben. In diesem letzterem heißt cs, nachdem die Lage in Osteuropa skizziert wurde, am Schlüsse: ״Wir, denen nichts anderes bleibt als Protest mul Hilfsruf, verlangen von der italienischen öffentlichen Meinung, von den Volksvertretern, der Presse, der Regierung, daß der Untergang des ganzen Volkes verhindert weide. Wir liabcn keine andere Zuflucht als die Solidarität der freien Völker. Möge dieser letzte Hilfeschrei nicht unerhört bleiben! Möge cs versucht werden, mit allen Mitteln ein Volk zu retten, das ohne Sinn und ohne Zweck im finsteren Rußland barbarisch untergeht!" Der Aufruf ist von Felicc Ravenna für die zionistische Organisation, von-Angelo Seren i' für das Komitee der jüdischen Gemeinden Italiens, und von Francesco Arcä für den ״nichtjüdischen Verein für die Verteidigung’ der Rechte des jüdischen Volkes, Pro I s rae lc", unterzeichnet. Obwohl Italien jetzt viel mit ,seinen eigenen inneren und äußeren Angelegenheiten zu tun hat, hat der Aufruf seine Wirkung nicht verfehlt. Das Organ der extremen Sozialisten ״Avanti“ hat schon vor langer Zeit und öfters von Judenmetzeleien geschrieben; jetzt haben sieh ihm auch ״Az io ne Socialista“ und ״Giornale del Popolo“ — Zeitungen der gemäßigten Sozialisten — angeschlossen, indem sic ausführliclu• Artikel über die Pogrome unter Denikin veröffentlichen; auch die bürgerliche Presse 115t den Aufruf nachgedruckt und schließt sich der Protestbewegung an. Unione Socialista Italiana“, gemäßigte sozialisfische Partei, die schon auf ihrem letzten Parteitage im September 1919 eine Resolution zugunsten des Zionisinus angenommen hat, hat jetzt folgende Resolution veröffentlicht: ״Angesichts der furchtbaren Metzeleien, In welchen Tausende von Juden umgekommen sind und Hunderte von Frauen vergewaltigt wurden; angesichts der Plünderungen und der Zerstörungen, welche \v׳äh rend mehr als einem Jahre die Pogrome in der Ukraine, in Ungarn, in Rußland begleiten, erhebt ״Unione Socialista Italiana“ ihren lebliaflestcn Protest gegen diese Grausamkeiten; sie fordert vom italienischen Volke die Verteidigung des jüdischen Volkes; sie verlangt von der Regierung, daß mit aller Energie durch die diplomatischen Missionen den Regierungen und Vertretuiigcn der Ukraine, Ungarns und Rußlands cingcschärft wird, daß die Menschheit nichts mehr von unschuldigem Blute wissen ־will und daß jede Gewaltsamkeit den unbewaffneten jüdischen Minderheiten gegenüber die Regierungen, welche diese vollziehen, entehrt und sic aus der zivilisierten Mensch• heit ausschließt.“ Die italienische republikanische Partei (Partito Rcpublicano Italiano) hat folgende Resolution angenommen: ״Der Vorstand der republikanischen Partei stellt fest, daß unbeachtet den Versprechen der Regierungen in gewissen Teilen .von Rußland und in dem reaktionären Ungarn die furchtbarsten Metzeleien der Juden fortdauern; sie erhebt dagegen lebhaftesten Protest und lenkt die Aufmerksamkeit aller zivilisierter Regierungen der Welt auf die Notwendigkeit, das Fortdauern dieses unerhörten Martyriums, das von neuem dem unglücklichsten aller Völker auferlcgt wurde, zu verhindern.“ Die Protestbewegung ist nur in ihrem 'Anfänge, und man muß auch erwarten, daß die Frage im Parlament aufgcrollt wird. m Das Judentum hat in diesen Tagen einen seiner besten Freunde in Italien verloren. Mit dem frühzeitigen Ableben des Abgeordneten Rechtsanwalt Francesco Areä verschwindet ein unermüdlicher Verteidiger und Verfechter unserer Sache. Als am Z Dezember 1918 in Rom eine zionistische Volksversammlung abgehalten wurde, war er einer von den vier Rednern, der mit seinem Vortrag: ״Palästina und jüdisches Proletariat“ eine sozialistische Auslegung der zionistischen Idee gab. Ein tätiges Mitglied des Vereins ״Pro-Israclc" wurde er letzthin zum Präsidenten gewählt und war immer zu jeder Hilfe und jedem Rat bereit. Seiner Partei- Stellung nach gehörte er den gemäßigten Sozialisten ״Unione Socialista Italiana" a!\ in deren Vorstand er seit der Gründung der Partei saß. Sein letzter politischer Akt war di• Unterschrift antcr den ״Aitfnif •n da• italienische Volk“ wegen der Pogrome. Wie der Sekretär der ״Unione Socialista Italiana“, Vcrcclloni, hi seiner Trauerrede hervorliob, hat er noch vom Sterbe- Lager seine Parteigenossen auf ge fordert, energische Schritte gegen die!‘ogrome zu unternehmen und die oben aufgeführte Resolution gehört seiner Feder int Die Vertreter der zionistischen Organisation und des Komitees der jüdischen Gemeinden liabcn seiner Bahn* das letzte Geleit gegeben. Ihm, der des jüdischen Volke« noej^ sterbend gedachte, wird auch das jüdische Volk rin warmes uid dankbares Andenken bewahren. Vom litauischen Gemeindekongreß Das Mitglied des Aotions-Comites, Rechtsanwalt Rosenbaum berichtet folgendes über den Kongreß der jüdischen Gemeinden Litauens, an dem er teil!:«• nammen hat: Das kleine Litauen ist tatsächlich einer der ganz wenigen Staaten, in denen die jüdische Bevölkerung wen:״ zu klagen hat Die Verhältnisse im Staate haben siel! konsolidiert, cs herrscht Ordnung im Lande, die Regierung genießt ziemliche Autorität. Von inneren Kämpfen, Wie sie sich in den benachbarten Randstanten abspiclen, ist das Land verschont geblieben. Die Sclnvierigkeiten des ersten Stadiums sind überwunden. Naturlieh kämmt es vor, daß untere Verwaltungsbehörde« der neuen Aufgabe noch nicht gewachsen sind, aber auch dies wird sich belieben lassen. Was die Stellung der Juden betrifft, so kann gesagt ■werden, daß die Bevölkerung, insbesondere die Bauern, jnit den Juden in gutem Einvernehmen leben. Naturlieh beißt das nicht, daß cs keinen Antisemitismus i« Lande gibt. Var allem muß man bedenken, daß die Bevölkerung keineswegs homogen ist, cs gibt viele PoK*• und alte russische Beamte, insbesondere auch Offiziere und Soldaten, und unter diesen Elementen gibt es «tidi starken Antisemitismus. Das Verhältnis zur Regierung ist aber ausgezeichnet. Die Juden bekleiden hohe Stelh*rgen hi der Verwaltung, der Kongreß der jüdischen Oemcinden wurde vom Ministerpräsidenten und de« Minister des Aeußeren offiziell begrüßt und der Präsident der Republik hat mit lebhafter Genugtuung von der Wahl des jüdischen Nationalrates Kenntnis genommen und eien Wunsch geäußert, das Präsidium des Natioofdrates möge sich »lim nach seiner Genesung — momentan ist er krank — vorstcllen. Der Kongreß der jüdischen Gemeinden war ein außenordentlich bedeutungsvolles Ereignis. Wenn auch die Verhandlungen zuweilen recht stürmisch verliefen, 90 hat doch der Kongreß einen imposanten und würdigen Ei»- druck’ gemacht. Die Delegierten w־arcn durch Wnfal sertens der Gerne in de Vorstände entsendet worden, dudi konnten nicht nur Mitglieder der Vorstände, sondern a'k Gcmcindcmitglicdcr gewählt werden. Auf dem K««•- greß Waren drei Parteien vertreten: die stärkste Griryipc waren die Orthodoxen (Achduth) einschließlich der Zeire-Israel, diese Gruppe war um ein Mandat stärker als die Zionisten (65 gegen 61). Zur /k> nistischen Gruppe gehörten auch die Zeire-Zion und vier Misrachisten. Die dritte Partei bildeten <£e demokratischen Intellektuellen und Handwerker. FHe sozialistischen Parteien, Buwd und Poalc-Zion, waren nicht vertreten. Den Vorst kr führte der Minister für jüdische Angelegenheiten Soloweitschik, nachdem ein Antrag der Achduth, drsi gleichberechtigte Präsidenten zu wählen, mit 75 gegen 9? Stimmen abgclehnt worden war. Der wichtigste Streitpunkt war die Forderung der Orthodoxen, die Gemeinde solle nicht ״national“, 80«- dem ״national-religiös“ heißen. Dieser Antrag ward• nach stürmischen Debatten, die mehrmals den Kongr«! zu sprengen drohten, abgclehnt. Die Orthodoxen liabcn ilirem Unmut dadurch Luft gemacht, daß sic die gan*e Zeit unsinnige Vorschläge erbrachten und dadurch die Verhandlungen sabotieren wollten. Ein groß angelegte« Referat hielt Minister Soloweitschik über die politische Arbeit. Ueber die Organisation der Gemeina«• sprach zunächst der Orthodoxe K a h n c m a n n , der aber in Wirklichkeit fast ausschließlich die religiösen Fofdenimgen der Orthodoxen vorbrachte. Das Korreferat erstattete sodann Reohtsanwalt Rosenbaum, dcssc* Vorschläge über den politischen und organisatorische* Ausbau der Gemeinden der Beschlußfassung zugrunde gelegt wurde. Es wurde ein Nationalrat gewählt, dessen Exekutivkomitee aus zehn Personen bestellt, die zum größten Teil ihren Wohnsitz in Kowno haben. Das Präsidium besteht aus Rechtsanwalt Rose■־ bäum (Präsident) und den;Herren Raohmiclicivicz (orthodox) und Rechtsanwalt Finkelstcin (Demokrat). Im Nationalrat sind alle Parteien vertreten, und zwar die Orthodoxen und die Zionisten mit gleiche*■ Mandatszahl und die Demokraten mit der Hälfte dieser Zalil. Die Exekutive hat bereits eine Sitzung abgehaUc», in welcher Organisations- und Wiederaufbaufragen Irehandelt wurden. Die Exekutive teilt sich in zwei Sektionen, eine ökonomische und eine Sch ul Sektion. Die ökonomische Sektion veranstaltet jetzt eine Enquete über wirtschaftliche Fragen und befaßt sich eingehend mit dem Problem des Wiederaufbaues. Die Schulsektion betrachtet als ihre erste Aufgabe die Beschaffung von Lehrbüchern; demnächst soll auch ein Lehrerseminar gegründet werden. Es gibt in Litauen gegenwärtig drei Type* von jüdischen Schulen: 1. hebräische Schul«* mit ausschließlich hebräischer Unterrichtssprache oder doch änit-starker Präponderanz des Hebräischen, 2. jidischc Schulen, in denen dem Hebräischen ein v«־ schied euer Grad von Raum ün Lehrplan zuge messe» kl 3. orthodoxe Schulen, die zum Teil hebräische, au» T«i jüdische Unterrichtssprache haben.