Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 9 (3.2.1920)
- Date
- 1920-02-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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J ü EDI SCH E RUNDSCHAU Seite 5Q Nr- 0 Zionistische Bewegung Die Bcrtcuttifij? der Mission Herbert Samuels ״p,11 t* יי t i n e“ bringt am 17. Januar einen inivr- (־,eiiii.•;) Am-sU uber <111* nc.te-nlui!״ dcr Mission ן!cr. jvf 1 i Spunds. Nachdem die Zeitung seine bis- Jicj'Ucn I ci>tnt1!;011 in ucr ct1;’liscI1011 I\>litik bc^oiidcrs .׳cwiinli;1 i'iid tlaianf hmgcwieseu daß cr in finrm- ’•\'!!r1t Ä1־.:ek';’11:־l11'ilc11 als eine erste Autorität äuge- ' daß et dttreh seine Tiiti :keit in BeDk״ eut Wiederaufbau Palästinas prüdest!- se,, fahrt ״Palcsiine“ folgendermaßen fori: ״Lord Alle ab vs Wahl ist mich von einem anderen eine sehr gute, nämlich, weil Samuel rosen ui 1(1 und rov Mit'.'.ukinig r.iel't se'1. den n/ii'11’11. er imch Zeit, le!/t<'1׳ Vertrauens der Zionistischen ür- S.umirl hat keine Gelegenheit Vor- ,,!!ne sich aus ganzem Herzen mit ■in Palästina 7.11 idculi- Sundpni’.kt au sielt des v.ilKloi;;aitisatnn! erfreut, ubrrgt’lien I.lsscii, zionistischen ,Aspirationen Er n1;.־■ r1״ warmer Förderer der Sache -,1־ »lern hnc־;;sk,!bi,teU aiigehft, te ״lld seit' . wtd es H eu olfeues Geheimnis, dal) er ii! den /tvulr _ Atoii.-itcii besondere Aufmerksamkeit ׳!׳k• Phr.sen der ״nnistijcheii Arbeit gewidmet hat. & Int als beiatoi(,er badiverstandiger ״n zionistischen 71•״ 1r.ijj>״rea:1 au dr.1 vorbereitenden Arbeiten für Kolo,' - ״ זיי״ח,‘'־‘»'••":■"-! •"’■"ץml M״scliaf(lid11״ Aufbau des J-.kkU's tei! :u.l)11t1m11׳. Die r.'itsacbe, j-,li ein Jede rur die vorbereitenden Arbeiten gewählt wurde, ist der rrasusie Ik'V.'eb findie Absicht der englischen Rei bruu״, i'.׳r den Zionisten gegebenes Versprechen in (ii!-' \VirklicM-cit inii/usetzci!. -So kann Samuels Alissiuu als via b e י o 11 d e r s wichtiger Schritt f ü r d i e II e!:1' u n d » n g e i n e s j ii d i s e h e 11 P a 1 ii s t i 11 a iiineselicu vrrtdi.11 ׳ ״Die i!r>p1vclnm>';en Samuels mit dem Emir Faisnl in ioitdoii, d.c in dem jüngst veröffentlichten Brief des [■mir r.iisid ihr Ergebnis hatten, welcher das gegen- *׳mee Vertrauen /wischen dem Emir und den zionistiich,,11 I'iilnvrn feststellte, gewinnen mmniehr erhöhte b-nkumm.:׳. Samuels erfolgreiche Bemühungen' für die i!1׳sviti;m:!r der Mißverständnisse zwischen der Ziouiitiscltea Oiganisation •und dem Emir Faisul werden di׳., c.ai!(olle Wirkung haben, ihn instand zu set/cn, weiter an der Annäherung zwischen Juden und Arabern n! arbiitcn, die wir in diesen Blättern immer, wieder gcfor.l'it ltnbeti. Wir sind überzeugt, dal! die zahlivirihii Sistriguen und irrigen Auffassungen, die Jetzt 11,!dt in den Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Palästina existieren, verschwinden werden, wenn der fhma'ie durchdringende und hervorragend gerechte Geist eine• britischen!Staatsmannes wie Samuel in engem Karnakl mit den wirklichen i>ingen trifft.‘‘ Die Misracbi-Tagung jn Amsterdam Atu zweiten Tage der Beratungen wurden zu-iächst die Referate über die Lage des Misraehi f ji den einzelnen 1. ii n d c r n fortgesetzt. E a r b s t e i 11 berichtet über Polen, wo bis 101S nur drei Rabbiner üfin Alisraclii angeltöilcu, während es heute schon über iu.'.ufctt sind. Im ganzen hat der polnische Misraehi linde 'JOO Ortsgruppen, von denen 200 gut arbeiten. Wenn mau die ostgnli/ischen Misraehisteu heriieksichgibt es 21000 20000׳ organisierte Misraehisteu 1:t Polen. Auch aus Litauen sei ein starkes Anwachsen der Bewegung gemeldet worden. Das Schulwerk des .M;>rachi umfaßt etwa 100 Cliedarim, die aber unter (icm Mange! an Lehrkräften leiden. In der Nachmittagssitzuiig rnierieric Professor Pickl!cr!ü\ für die Kulturkommission, Er teilte mit, daß ftaiim Rothscliild dem Misraehi die Unterstellung der ICA-Schuleu angcbotcn habe. Verhandlungen darüber nütüten begonnen werden. Zur Beseitigung des Lehrermangels hat nun in Amerika begonnen, die 'Gründung rmes pakistincnsischcn Lehrerseminars vorzuhcreilen. ״lier politischen Tätigkeit der zionistischen Be- «f;:t1ag schließen wir uns vollkommen an, nicht aber der Kt'ltiirarheit. Darum müssen wir, was letztere anbelangt, m l’akis!:!!:( selbst organisierend tätig sein. Wir Vollen die Autonomie ries religiösen Schulwesens. Wir l»c- ‘1-'inetn, da II dieser eine Spaltung in sich schließt, aber e* ist nicht anders möglich.“ Dr. pick beantragte daun namens der Kulturkotmnission die Feststellung, daß die gegenwärtigen /!:stände im Unterrichtswesen in Palästina für das gc- »rt/esfreue Judentum als ungenügend betrachtet würden. Bie Leitung der zionistischen Bewegung w׳ i e ct ersucht, innerhalb zweier Monate 15 i W a a d c 11 a c h i n u c h übereinstimmend 111 it dem Londoner Beschluß ins Leben zu 1׳ufen. Sollte die zionistische Bewegung 11 •ein dazu übergehen, so wird der Mis- ׳achi Rieh genötigt scheu, die Führung '•es religiösen Unterrichts in Palästina 11 nab hängig von der zionistischen Bef f; u n g a u f z u n cli in c n. Ür. Ra bin-Frankfurt a. M. warnt vor Spal- 11tilgen. Alle Richtungen im jüdischen Volk müssen respektiert werden und die Möglichkeit haben, sieh zum Ausdruck bringen zu können. ״Die Verantwortung, falls d:e zionistische Bewegung sich weigern würde, auf unsere Pordenmgeit cinzügchcn, könnte zu schwer auf ״«s lasten.“ Er verlangte deshalb, daß, wenn innerhalb Avei Monaten das Problem nicht gelöst sei, der Misuichi sich selbständig mit den religiösen Fächern befasse und die allgemeinen dem bestehenden Waad Hachinuch unter- »teile. In der weiteren Diskussion gibt Rabbiner Dr, 1 Schön f old •London Auskunft über Ussischkiris Vorschläge. Auf der Londoner Konferenz sei, wie protokollarisch feststehe, die Einsetzung zweier Unterriehlskoiuinissioiien beschlossen wurden. Was nicht proiokoll,׳!risch fcslstehe, aber nach Ansicht des Ucdutta ebenfalls beschlossen wurde, war die Errichtung eines Waad hncljon, der als oberste Instanz die Budgets beider Uivtenichtskoinniissioiicn fcststcllen und in dem beide Parteien gleichmäßig vertreten sein sollen. Die Existenz dieses Beschlusses werde aber bestritten. In einer Unterredung des Redners mit So ko low, bei der auch Frühstem zugegen war, wurde die direkte Unterstellung der inisrachistischen Untenichlskommission unter das Londoner Educntion Department beschlossen, von dem sie ihr Budget erhalten solle. Bedingungen dafiif waren: Unterricht in der hebräischen Sprache, ein Minimum an profanem Unterricht und gewisse sanitäre Voraussetzungen!. Ussischkin wurde ersucht, die Umgestaltung des Unterrichts in diesem Sinne vorzunchmca. Die vorliegenden Vorschläge Ussischkins lassen aber den Beschluß über die beiden Dnterrichtskommissioucn völlig beiseite. Er schlägt nur ein e Un t e r ri eIit sko m in i ssi 0 n vor. Diese soll ans Lehrern, Eltern und Vertretern der zioni- Siischfit Org:!nisr,tio!1 bestellen, ln allen drei Gruppen soll die 01111 ׳ o <1 o x i e ein Drittel d e r S t i in m e 11 haben. Der Misraehi solle zu diesem Zweck eine Kandidatenüste ruifsicllctt, aus der die zionistische Organ!- satinn die Auswahl treffe. Außerdem wolle Ussischkin eine höchste ln stanz aus drei Mitglied dem, wovon eins orthodox. 111 der «eiteren Debatte sprechen besonders Profcssor Pick, Rabbiner Schön f cid und .Meyer- Berlin für den Antrag Pick auf Trennung der Unterrichtskommission, während andere Redner, so Rabbiner Trunk, Kulan, sich dagegen wenden, da Trennung im Unterricht, Trennung in der Bewegung bedeute. Bei der Abstimmung wurde der Antrag Pick einstimmig angenommen, seine endgültige Redigieruug soll noch erfolgen. Uebcr den weiteren Verlauf der Tagung liegt noch kein Bericht vor. Die Staatsangehörigkeitsfragen im polnischen Landtag Die Polen setzen sich systematisch über die Minderheiisklausel des Friedensvertrages hinweg. Nach der rücksichtslosen Durchführung der Zwangssonulagsrulie wurde jetzt im Landtag auch noch das Staat sauge- 11 ö 1־ i g k e i t s g e s et z. zuungunsten der Juden abgefaßt und angenommen. Dali in diesem■ Gesetz, wie übrigens auch im Somitagsruhegcsetz, die Juden nicht direkt crwäll nt sind, ändert n:״chls au der Tatsache, daß den Juden :hintereinander Schläge versetzt werden, die sie schwer treffen. Beim Staatsangchörigkcitsgcsctz, das am 20. Januar im Warschauer Landtag 'durchberaten wurde, handelt es sich für die Juden tun den § 2, der unter anders« folgendes bestimmt: ״Mit der Veröffentlichung dieses Gesetzes genießt das Recht polnischer Staatsbiirgcrschaft jede Person ohne Unterschied von Gcschlecht, Alter, Glauben und Nationalität, die auf dein Gebiete des polnischen Staates wohnt, falls sic nicht eine andere Staatsangehörigkeit besitzt. Als wohn- 11a ft im Sänne dieses Gesetzes wird derjenige bctrachtet, der in den Registern der ständigen Bevölkerung Polens registriert ist oder das!{echt hat, registriert zu sei!!,“ Mit anderen Worten: wer im Laude seit Jahrzehnten dauernd wohnt, in den Registern aber nicht aufgenommen ist (und die Register stammen aus der russischen Zeit, und die meisten Nielitrcgistrierten sind Juden!), der bleibt rechtlos. Im Friedensvcrlragc steht ausdrücklich, alle in Polen am Tage des Inkrafttretens des Piicdcnsvertragcs wohnenden Personen werden olute weiteres als polnische Bürger angesehen. Die jüdischen Landtagsabgeordneien schlugen sogar einen Kompromiß vor, dahingehend, daß mir, wer bis /um Ausbruch des Krieges in Polen wohnte, das Staatsbürgcrrccht genießt, sic verlangten aber kategorisch, die Formalität der Registratur fallen zu lassen. Der zionisiische Abgeordnete Grün bäum eriiuiertc in seiner Rede daran, daß die russische Behörde seinerzeit nur diejenigen registrierte, die von ihren Heimatsorten Abgangszeuguisse mitbraditcn, was doch aus dem Innern Rußlands ausgewiesene Juden nicht gut tun konnten. Auf die Behauptungen des Berichterstatters des Aus- Schusses, Abg, Glo ui b in sk i, die Staatsbürgerschaft könne nicht durch das bloße Wohnen erworben werden, weil sie einen engen moralischen Verband des Eüizelnea mit dem Staate vorausseizt, erwidert Abg. Griinbauui mit einer Frage, warum die polnische Regierung nicht denselben engen Verband dort voraussetzt, wo sie, 'w ie in Bialystok beispielsweise, Leute ins Militär zwangsweise einveiht, ohne sich um die Staatsbürgerschaft zu ki'unmern. Abg. Grüitbauni stellte ferner fest, das Unterseite;- den zwischen ״Einwohnern“ und ״Bürgern“ dort, wo cs sich um Zehntausende von Leuten handelt, die mit dem Lande seit Jahren tatsächlich verbunden sind, der berühmten rumänischen Methode gleicltkotmne.!Möge die Regierung offen sagen, sie will die sogenannten ״Litwakes“, die aus Rußland im Laufe von 'Jahren zugewanderten Juden, loswerden, statt daß sic sich 7,um Versailler Vertrag älmlidie Deuteleien und Kniffe leistet, wie die rumänische Regierung zum Berliner Vertrag. Wie immer, ging׳ es auch diesmal im Landtage nicht «hm׳ Skandale ab. Besonders wütete« die Polen wegen des Erw.'ilmens des Versailler Vertrages. ״Kein Bürger des polnischen Staates darf ans Ausland appelliere:!,“ riet Glomb'msk» unter dem Beifall des Saales. Die Reden der jüdischen Abgeordneten wurden vielfach gestört, wie üblich. Bei der Abstimmung wurde das Gesetz mit allen Summen gegen d'.p jüdischen, bei Stint ment- Haltung der polnischen Sozialisten,!11 der Fassung des Ausschusses angenommen. Das neue Gesetz, bedeutet prakti-ch die Außergesctzerklärruig von zahlreichen Familien. Denn bei schutzlosen Ausländern in Polen werdon jetzt die Wohnungen requiriert, d;c Lebensmittelkarte(! werden ihnen entzogen und oft werden sic aus dem Laude gewiesen. Man sicht, es geht auch ohne Pogrome, sogar ohne direkte ־Judenverfolgungen, und der Zweck wird doch erreicht. Tschechoslowakei Vom jüdischen Nationalrat Vor den Wahlen zur Nationalversammlung. — Austritt der ״Poale-Zion“ aus dem N.-R. - Die Kriegsgefangenen in Sibirien. Einem Bericht des Prager jüdischen Pressebüros entnehmen wir nachstehende interes.cintc Mitteilungen•. In der am 20. Januar stattgefuiulcnen Sitzung des Jüdischen Nationalrates, welcher auch der Präsident des Volksvcibandes der Juden für die SIowakei Herr Theodor Wistcr beiwohnte, werden zunächst W a h I a ״ ״ e i e g e n h c i t e n behandelt. Herr Präsident Wistcr gibt einen ausführlichen Bericht über den Stand der Wahlvorbereitungen in der Slowakei und die dortigen politischen Verhältnisse überhaupt. Er teilt mit, daß am 1. und '2. Februar in Piestany eine allgemeine Tagung der slowakischen Juden statt findet, die vom provisorischen jüdischen Zentralwahlkomitec cinberufeu wird, ,und zu der alle Kultusgemeinden, die Ortsgruppen des Vo!ksvcrb:1u<lcs, die Lokalwahlkomitees mul alle jüdischen T>rga״isationcn, die :111 den Wahlen in der Slowakei interessiert sind, ciiigcladen werden. Auf dieser Tagung wird die Konstituicning der Partei und des Zeutralwahtkomitecs erfolgen. Bis Mitte Januar wurden ungefähr 25 j i! d i s c h c W a h 1 ko nt i t e e s gegründet. In der anschließenden Debatte sprechen die Herren Prof. Dr. Engel, Dr. Singer Dr. Katznclson und Dr. Goldstein. Es gelangt dann ein Schreiben des Pnrtcivorstaudcs der jüdisch sozialdemokratischen Arbeiterpartei ״Ponte- Zion“ zur Verlesung, ij! welchen! mitgeteilt \viul, daß diese ihre Vc r t rc t c r i in J. N. R. a bb e r u f t. An die Verlesung dieses ,Briefes schließt sieh eine kurze Debatte, als deren Ergebnis die Ansrhatiiuvr zutage tritt, daß diese Abbciufung aus den Schwierigkeiten zu crklären isf, die siel!" einer offiziellen Stellungnahme dieser Organisation zu den Wahlen cnt,;ege11sle!le11. Das Schreiben wird hierauf zur Kenntnis genommen. Ein Mitglied des Nationalrats wird ferner beauftragt, dem ehemaligen Vizepräsidenten des J.N. E., Herrn Rudolf Kohu für seine tatkräftige Mitarbeit den Dank auszusprcchcn. Hierauf erstattet Dr. Kaznclson einen ausführliehen Bericht über die Krieg sgefa n g c 11 e 11 a k t i o n des J. N. R. Er bringt zunächst ein persönliches Schreiben von O b e r r i e 111 c r Louis 1). Brandeis aus Washington in dieser Angelegenheit au ihn zur Verlesung, ferner einen thief unseres nach Amerika entsandten IX'legiertcn, welcher in derselben Angelegenheit bereits mit verschiedenen Organisationen und Persönlichkeiten konferiert hat. Sodann gibt Dr. Kaznclson die soeben aus Ncw-York über London eingetroffene Meldung bekannt, daß das amerikanische Joint Distiibiition Committee über Appell von Mr. Jacob H. Schiff den •Betrag von 100(HK) Dollar zum Zwecke der Repatriierung der j ii dis c 11 e n Gefangenen in Sibirien gewidmet habe. Ucber die Lage der jüdischen Gefangenen in Sibirien werden die folgenden Mitteilungen seitens der amerikanischen• zionistischen Organisation zur Kenntnis gebracht. Nach Berkhten. welche die amerikanische zionistische Orgamsation aus Krasnojarsk und voti Kapitän David J. Sandelson, britischem Stabsoffizier bei der sibirischen Expedition erhalten hat, befinden sich 5000 bis 101)00 jüdische Kriegsgefangene, hieivon über 1700 Offiziere, in Sibirien, die in über 15 Lagern von Omsk bis nach Wladiwostok verstreut sind. Die Gef angenen jüdischer Nationalität befinden sich zusammen mit den deutschen, ungarischen 11. a. Getan• genen in denselben Lägern und vmter denselben immenschlich strengen Diszipünarbehamliung, die überall in den sibirischen Gefangenenlagern trotz des Waffen- Stillstandes herrscht. Die jüdischen Gefangenen versuchen sich am Leben zu erhalten, indem sie besonders in Hausindustrien, wie bei der Herstellung von Zigarren und Zigaretten, Arbeit verrichten. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten des äußeren Lebens haben sieh ungefähr 60 aller jüdischen Gefangenen in z i o n i s t i s c h e ni Gruppen organisiert. Dr. Kaznclson berichtet sodann über mehrfache Verhandlungen des J. N. R., die den Abtransport der Gefangenen betreffen. Mitte Februar wird ein zweiter Lklegierter des J.N. R. nach Amerika abreisen, der gemeinsam mit den für diese Angelegenheit in Amerika bereits gewonnenen Personliclikeitcn verschiedene Schritte unternehmen wird. Der Bericht der Einauzkommission über die Sicher- Stellung des Budgets für das laufende Jahr wird mit Dank zur Kenntnis genommen. Die Eingänge für