Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 9 (3.2.1920)
- Date
- 1920-02-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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•oliuipc {nun«־ mir einzelne Juden reden und nieW das ״״*ankerte selbstbewußte und verantwortliche Judenhandelnd auflritt, muß solche Apologetik wirkungslos tinj ein Ocjjcnstand tlts Spottes hlciiKO. l)ac j*roßc norahsdtc 1U1J gleichzeitig hoch]X>litisehc Bedeutung des jiKÜsdien Nationalismus ist die, daß er in aller Oeffentimi&eH die so gern verkannten und verleumdeten politüaJien Ziele der Juden in iluvm wahren Wesen auf/eigt. I־*« katastrophale Rückständigkeit der Assimilantcu liegt 4s1*1, daß sie. diese Bedeutung verantwortlichen politischen Handelns nicht verstehet! und lieber wmer sinnlosen Versteck- und Abwehrtaktik vertrauen. Nirgends haben die vitale« lute resset 1 der Juden eure sclbstüudige Politik so gebieterisch gefordert wie im heutigen Ungarn. Und nirgends hat das Judentum *o kläglich versagt. Um das zu verstehen, muß inan weh die Fntwicklmig und Ixzichnug des inigarisclien JiKluntums während der letzten 70 Jahre vor Augen halten. I>ie iiiigariselicn Juden waren, als sie aus dein (Hicthi gelassen winden, genau so gehlendet von der «euen t reihert und genau so bereit, aus lauter Dankb.wkeit alles Eigene zu opfern uml dem herrschcndeu WB, zu dienen, wie die Juden anderer Länder. Aber «e haben diese Kurzsichtigkeit nicht verloren, auch dann nicht, als die Juden anderer Länder sich tätigst an «len blendenden Lichlglaiiz der Emanzipation gewohnt und wieder auf größere Zusammenhänge •ich zu besinnen und klarer zu scheu gelernt hatten. Ikas ungarische Judentum Itat die widerliche Assimilation bis nun extreme.! Ghauvitrismus mit Begeisterung volla-sge.11. Ls hat jeden Zusammenhang mit dem Judentum der Welt «!»gebrochen 11ml sich /ranz mul gar der überschwenglichen Refhorik des ungarischen Hurrali- *ttkiiialisiiius ergehen. Niemals auf das Wesen der l>inge, auf die realen Verhältnisse und auf ihre tuorali- *die Verpflichtung achtend, ließen sich die ungarischen Juden arm so 11 dem momentanen Interesse des Tages käc-n. Sie bähen willig die Geschäfte der herrschenden Kta-se Ungarns besorgt. Sie waren die treueste Stütze der Gewaltherrschaft der iriigarisrlien Grafen bei der Unterdrückung der amlerii ״Nationalitäten*'. Als Gegenlerstung tauschten sie jenen Zustand ein, der in der ganzen Welt als ״jüdisches Eldorado*' verschrien wurde: fat Ungarn, so hieß es, gärt es keinen Antisemitismus. I>k- Juden wurden zu den höchsten Aemtem zugelassen, waren wiederholt Minister, und schätzen sich glücklich, wenn sic »11 den Klubs und Salons der ungarischen Leu- «1:1 liäit geduldet wurden. Wenn die ungarischen Natio- Malerten für die '1 'uaWilingigkeit, d, U. die I.nslösung von Oester! euch agitierten, so schrien die Juden tnüg• tx'rst kurt mit, damit man. an ihrem waschechten Ma• gyarcirtum niciii zweifeln köiuie. ln der slowakischen, kroatischen, nmiaiiischeii Provinz *waren sie die ungari- *11 ich Kuitm träger, die .auf die Laiuliicvölkei'ung, - die ״Nationaljtiiteii״ wie man in Urigant sagte -- gering- *dbätzig horal>saUcn. Um 'das Verbrecherische dieser Haltung zu verstehen, tmili man wissen, daß der uuga- י lache Staat mehr bis andere Staaten auf Unrecht und Gewalt gegründet war. Das zaristische Rußland war wen Ostens offene Reaktion ua.l wollte der Welt nichts womiachon. Ungarn aber gab sich als freiheitlich, Mbenal, dcniokiatisch, die Magnaten liebäugelten mit <h*1 Kultur idealen der westlichen Demokratie und «wlilk*rtcn stillschweigend die krasseste Autokratie. Auch der ungarische Bolschewismus *war nidvt etwa dem Wllen •zu eriKter Umformung -der Gesellschaft im Sinne «kr «oz'tahsüschen Idee entsprungen, er war die Frucht rws Manövers des Grafen Karoly, welcher als Rache ISr die Entreißung -Preßhurgs und Temcsvars dem Prole- Die Berliner Aufbauwoche Von den Veranstaltungen der letzten Berliner Palas'ina-AuflxauwvKfie verdient als künstlerisches Ereignis *» e-stcr Stelle 1Kt jüdische Autorenabend genannt zu werden. Arnold Zweig las' den ersten Akt und erstes /,wische.!spiel aus einem für Dilettanten geschriebenen Purimstikk; der Akt selbst m edlen, getragenen Versen eigentlich imr Hintergrund für das heitere durch Imjiiovisationen zu crgänzeiule Zwischenspiel, das den Stil des jüdischen Fastnachtsspiels modern zu er- «״nein strebt, jedoch wie mir scheint - den lustigen Tun nicht recht glücklich trifft und oft hart an die Grenzen des guten Geschmackes stößt, Das Stück voll allerdings nicht als Kunstwerk־, sondern als h.armlosea Oetegcniieitsspicl gewertet sein. Die eigentliche Weberr.isdiuaig des Abends war Erau Hedwig Gas pari, Udicrraselnmg auch für den, der bereits durch die kürz- Hel! im Welt-Verlag unter dem Titel ״Efohim“ erschic- 1HM*en hymnischen Gesänge auf dieses starke Talent aufmerksam geworden ist. Frau Ga spart las mit sympnt.h-se.lv dtnikelgefär-bter, leider etwas sdrwachcr und v.-euig IdangrcicHcr Stimme aus einem unveröffentlichten Drama ״Salomos Abfall“ den vierten 1uid achten ״Vor- :׳;*Hg". Gespräche zwischen König Salomo und dem. Baumeister Jliram; Salomo wird zur Schöpfung, zum Bau des unermeßlichen Heiligtums nicht durch Gottes Ruf, sondern durch die ״Stimmen der Stoffe“ entflammt. Nicht die -Einheit, sondern die Vielfältigkeit der Welt *rregt ihn, braust chaotisch in seiner Seele, verlangt »ach Gestaltung. Nicht um Gottes Willen!null er HerriieUkeit schaffen, sondern irm seiner .-en*-t willen, um des HehüpierUchen Triebes wllen, de-wn Wollust ihn über- "Zältigt, aus Uebcrfiille, die nicht zu ertragen ist, die alle Fesseln sprengt, Siöchste Steigerung des Lebens. Häam, der Priester, jedoch mahnt den Tollkühne« an «leine meiischlichc linzuinnglidikcit, er ringt mit ihn, 11m Gottes, des Bild losen, Namen nicht lästern zu lassen, Diesen Kampf der bcklen um <lottcs wahres Wesen cuthaltav die beiden Sämicii, deren wuchtige, gedanklich -erfüllte und dabei in bildlnftcrn Ausdruck lebenden mv»säciui*ä1cn Verse «las Verfangen nach Kenntnis des Werkes als idrivaiten Wunsch hi den Hörem ztfrilcklicilcn. Der dritte Autor dos Abends war Lud j U EDI SC H E RUNDSCHAU tariat den Diktaturstab ü!vergab. Sowie alles in Ungarn, war auch der Bolschewismus Sdiwmiel. Wenn mau diese Entwicklung bedenkt, so begreift man erst die Absurdität, die darin Hegt, wenn die Juden für den Bolschcwismus verantwortlich geinaeht werden. Wenn vor dem Krieg von zionistischer Seite die Gleichheit des jüdischen Schicksals in allen Landern durch die Tatsache des überail herrschenden Antisemitismus belegt wurde, dann wurde immer das Gegenbeispiel Ungarns triumphierend von den Assimüautcn geltend gemacht. Wer tiefer sieht, mußte allerdings wissen, daß der Antisemitismus in Ungarn keineswegs nicht existent, sondern nur latent war, und aus anderweitigen politischen Rücksichten für den Augenblick zurüekgestellt wurde. Schon vor dem Krieg zeigten sich jedoch itishcsoudcrc im sikzialen Leben Symptome antisemitischer Gesinnung. IX11׳ Magnaten wurde mit der Zeit die zudringliche Freundschaft der Juden unbequem. Im Kriege begann dann eine Christ-!ich-so/ialc Propaganda, die besonders von dem Erzbisehol Prochaska von Stnhl-Weißcnburg geleitet wurde und immer mehr Anliänger fand. Selbstverständlich wurde damals mit Schlngworten gegen die Juden gekämpft, die auch anderwärts im Schwünge waren, man zielt die Juden des Defaitismus und des Kriegsgewinnerturus, man legte dem gesamten Volke das Unrechte Verhalten einzelner Juden 'zur Last, uad alle nationalistischen Uebcrtreibimgou der Juden konnten diese Stimmung nicht ]Kiraliysieren. Die demokratische Welle, die mit dem Tiszaschen Wahlreformscbwindel einsetzte, trug die Juden nochmals hoch. Dann kam der Zusammenbruch, der Bolschewismus, und jetzt die grauenhafte Reaktion. Die Juden wurden grausam aus ihrem Traum geweckt. Sie sahen plötzlich vor sich das ungarische Antlitz in seinem wahren Ausdruck; sie sahen dieselben Menschen, ityj denen sie jahrelang in intimster Freundschaft gelebt hatten, plötzlich von bestialischen! Haß erfüllt. Sie erlebten plötzlich die Judenfeage, von deren Existenz sie bisher nichts Wissen wollten, in ihrer ganzen Schärfe. Die Juden waren Völlig preisgegebe-i; auch die ahen liberalen Führer der trüberen Zeit rückten von ihnen ab und fügten sieh unschwer der antisemitischen Konjunktur, um ihre politische Stellung zu behaupten. Die uniformierten Räuberbanden des Herrn Horthy eröffliefen zunächst im westungarischco Transdanubien eine organisierte Jagd auf die Juden, der weiße Terror und Pogrom griff immer Weiter um sieh und plötzlich war die wütendste Pogromhetze Hütten in der ungarischen;itijvtstadt. Die Budapest« Juden haben Tage erlebt, au deren Möglichkeit sie niemals geglaubt hätten. Aber nur ein kleiner Teil weiß aus dieser Erkenntnis die Konsequenzen zu ziehen. Die jüdisch-nationale Bcwegung ist erst in den ersten Anfängen. Wenn man die Acufterungcn des ungarischen offiziellen Judentums hört, so bekommt man den Eindruck, daß die Herren noch immer zurr die einzige Sorge haben, man möge an ihrem Patriotismus nicht zweifeln, und da der ungarische Patriotismus gegenwärtig ein ״christlichnationafcs“ Mäntelchen um hat, so tun auch die Juden mit, so unglaublich es klingt. Für die Entartung und die Ghctt*)Psychologie dieser jüdischen Gruppe ist nichts so charakteristisch wie die Nachricht, die jüngst durch die jüdischen Blätter ging, daß die Biul.ipester Israeiifische Religionsgeinciiide auf den Namen des Mcosclicuschlächters und Pogro1nhä11|>tlings Horthy eine riircu- Stillung errichtet hat. Die Mehrheit der ungarischen Juden begreift noch immer wicht, daß sie einzig uml allein im jüdischen Volk eine politische Stütze finden könne. Sie meinen noch immer, durch würdelose liebewig Strauß. Fr las eine lyrische Novelle ״Die täte Moschee“ und mehrere zarte, innige Gedichte von großer sprachlicher Schönheit und edier Tiefe des Gefühls. Linen Separaterfolg errang er 711׳m' Schluß mit der Wiederg.dxeiniger gelungener Ueberiragungcn entzückender jüdischer Volkslieder, die demnächst im ״Welt-Verlag■" erscheinen werden. Das Publikum ließ sich initreißen und verlangte inuuer neue Zug.alien. Der nächste Abend watr-le durch eine Ansprache Arnold Zweigs eiagclcitet. ״Uebcr den Wiederaufbau Palästinas sprechen, heißt heute, filx’r eine moralische Angelegenheit sprechen..." so leitete Zweig seine Ausführiiagcu ein. Er zeigte die sittliche, politische, soziaie Not dieser Zeit des Zusammenbruches auf, in der nur ganz wenige Anfänge einer glücklicheren Fntwickhr.ag sichtbar sind. Eine solche gute Sache, die heute aus dem Chaos geboren wird, ist die Wiedergeburt lies jüdischen Volkes; wir ,nehmen daher die Chance, die die Zeit uns gibt, aber wir sind dessen eingedenk, daß daraus erst die großen Verpflichtungen für uns erwachsen. Arnold Zweig bat den zionistischen Gnuidgedankeu in seiner wahren nationalen, dis heißt in seiner mcnsch׳ liehen Bedeutung, lebendig zu machen verstanden. Seine gedankenreiche -Rode machte tiefen Eindruck. Die darauffolgende Bibelvorlesuug von Ernst Deutsch hat dann die elementare .Wucht lies unvergänglichen jiklischeu Geistes und der unverbrüchlichen Zukunftslvoffmmg und ErlösungsgewilSlieit auf die Zuhörer ausgeschüttet. Deutsch las aus den großen Propheten; besonders gut gelang ihm die Aiifcrsteliimgsvishui Ezeetiiels. Die zweite Abteilung fiihrte dann uinnittcfhar in die Wirklichkeit, l)r. Elias Auerbach zeigte Lichtbilder aus Palästina und gab dazu belehrende und unterhaltende Erlliitterungen. Eröffnet wurde die Woclte durch eine große Ver׳ Sammlung im Stadthaus, die sehr stark bcsudit war. f)r. Klee hielt die Eröffnungsrede, dann führte Prof' Heinrich 1.0 e w c Lichtbilder aus Palästina vor Oe■ selilosscn wurde die Woche mit dem Zionistenhäll Immer und überall wurde gesammelt. Wir Wiinseltcn daß das materielie F.rgehnis der Größe der Sache an* gemessen ist, um die es hier geht. Die Zionisten, werden aber weife!'י-ו auch tdwr die Woche hinaus weitcrsammela ntüsseu. __n. Nt. 9 dienerci die Sympathien der Antisemiten erschleiche*» »u können. Wörden die jüdische« Gruppen der t'inzdnen Länder endlich erkennen, Uail nur in ihrem Zusammen- Schluß die Gewähr für den Fortbestand jeder ctnzeiicu Gruppe liegt, so könnte des jüdische Volk ein Marinfaktor sein, dessen Stimme nicht überhört werden kann ad der auch alle Teile des Volkes schützen k&xu■ Die unter zionistischer Führung von allen einsichtig״!’ Elouentcn im Judentum durch das Komitee der jü.ksehen Delegationen bei der Friedenskonferenz geffduic Galuthpoliiik hat den Grundsatz. aufgtMcllt, ga/; (l,c JtiJcnfrage ein internatkKiales Problem Ht uml c^f, lK,r durch internationale Garantie der Schm, (!1 Juden als Minderheit verbürgt werden kan«, , Ikilitik wird •noch heute von den Asdinilanu-.t ״ t Länder, wie z. B. auch Deutschlands, die niihts gekriu und nichts vergesset! Iiabeu, unter hämischen und kau׳, sehen Cilossen abgeichnt, mit dem Hinweis, daß msr ik*״• Verbriefuug der Gleichberechtigung ilnrdi die Verfassw.j: d1־s betreffenden Staates die Judenfrage der tr./ei ׳ t! Länder lösen kann. Wie hinfällig dieses Argument io. beweist am dcu'lkhstcn das ungarische Beispiel IG• giemngen und Staatssysteme Wechseln, aber die Jud - - frage bleibt bestehen. Ungarn hat während kur« r Zeit jetzt schon die dritte Staatsform und ebenso best* ht in arideren Staaten die Möglichkeit, daß täglich t 1 wälzungen vor sich gehen; die Verfassung kann ׳,ln m leicht mitsamt der Gleichberechtigung ein Fetzen Pw» werden. Nur der Schutz des Völkerbundes kann tS * verhüten. Nur eine jüdische Volkspolitik, welche -..t; auf die Volksgesamtheit stützt, kann nach außen tni nach innen jene Garantien schaffen, die für die f:\-sa ■:1 des Judentums unentbehrlich sind. Da,s u.1־.:arK Judentum, das bis jetzt von der jüdischen Gemeinhin״- schaff nichts wissen wollte, hat ein Verbrechen 1-« sich selbst begangen. Nur eine energische Abkefu von diesem Weg kann ihm noch in letzter Sfutiik Rettung bringen. Vielleicht wird der Ausgang tk- Waiden dazu beitragen, die ungarischen Juden zum N.wi - denken anzuregen.! «d! Die Wahlen in Ungarn Interessant sind die Einzelheiten, die über die u!,rarischen Wahlen bekannt werde«. I>cr Sieg der Chrotl.'iinationalen ist entsclüeden und damit auch das Schicksal der Stantsfoim, über die in der ersten Sitzung rkr NatkmalvciSammlung beschlossen werden soll. Ui^oni wird Monarchie wcnlcn, -wobei es niclit fcststelit, •< die Habsburger (etwa Erzlier/Og Josef) zurüekkrlue.i wrdcu o.ier eia Wahlkonigtiim errichtet wird. Diese Tatsache wird für die Nachbarstaaten von sd!u<!- wiegendster Bedeutungsein. T)ie Reaktion wird »!!! Gewaltrcgrucnt zweifellos vor allem gegen die Jude 1: kehren, die die einzige erhebliche Minorität sind, 1S<• in dem zugcschnittenen Reich znrückWeibt. Ungarn hafte vor seiner Aufteilung etwa eine Million Juden, jet« dürften noch etwa 40(1000 bis 50(1000 geblkhcn «״-״.! «folge der Pogrsmie, denen zahlreiche Juden /tun Opfer fielen, ist eine starke Tendenz zur Auswanderung *u bemerken. Die Wahlen gingen tuiler ungeheurem Terror v. r sich. Die Sozialdemokraten enthielten sich aus Protest der Stimmabgabe. Die Wähler wurden fönnüch »?!- gcwaltigt toid in Massen verhaftet. Der gewesene AHnistcipräsident Wekerle ist gegen den Führer der Gliristliehnatkmalen, Kriegsininister Friedrich, unterlege-;, weil ihn die Gegenpartei als ״Kandidaten der J:Uer.״ bezeiclinete. Im' Binf.qw stci■ Jiulenhe/irk, der Loigx ktstadt, * unter lag der Assiniilantcnfuhrer Paul Sanelor. der als ״Demokrat“ kandidierte, dem Antisemiten. (Nach einer anderen Meldung soll Sandor gewählt sein.) Der ehemalige Handelsminister S/tvrenyi (Stern) kommt *ו die־ Stichwahl. Ein anderer jüdischer Exministcr, \V-'- liclm Vaszouy i« ist gewählt worden. Ob die Enteuu, eieren Ericdcnsbedingimgcn der •Nationalvcr&amanhiug fvwgefegt wereten s-illen, mit diesem auf sonderbare tssfhasiatische Art ״gewählten*׳ Parlament verhandeln wsrö. bleibt abzuw-arten. Palästina Die Ucberfälle in Galiläa. Wie ״Haol.uu“ mitteili, exhielt das Londoner - iristische Zcntr.ilbür״ von Ussischkin folgende» Te\- gramm: ״In ObergaliLia süid Feindseligkeiten /wischet» o.n Franzosen und den Bcdutovn nusgebrochen. Obwoti! d»r Beduinen va-sscherlcn, daß sie keine feindselige Ab•*Kt gegen die Juden Mctullnhs halicn, hat doch die Kok-׳•, unter den Verhältnissen gelitten und zwei MensdH•• würden getötet. Die Mehrzalri der Bewohner von Mrtadlah Jrabcn die Kolonie verlassen und sind gcrantisant mit den I ranzosei! nadi Norda» gezogen, au.le'- gingen ,nach Haifa und einige von ilmen sind vcrschtvie!• den und bis zum heutigen Tage wurde keine Spur vxm ihna! gefunden. Fs besteht die Absicht, die F!1k wv ti.igc in Untergnkläa untcem!>riugen.״ Tiwei Tage nach d-.esem Telegramm■ kam die Net!’*- rieht, daß die Verhältnisse in Olvergaliläa sid» gebe*זיr; halren und!laß die Flüchtlinge nach Mehrliah zurüthzukehren beginnen. (Metuliah ist eine Kolonie «n Norden Gaiiläas. N» wiuxle im Jahre ISS6 von iiaron Rothsdiild gegxüode־ und ging 18W *! den Besitz, der ICA über, Sk* zoidr - sich durch ihre Sehönlieit und das gesunde Klima mr-, Iltr Flächenmaß beträgt 16 907 Dunani.) Die Wahlen der Delegierten zur PatiUtinakomraission. Der Tcnnin der Wahlen der drei Dckgkrtea cv* pala-stiacnsischsen Judentums für die zionistische l.-V.iuakcsiunassion (siehe den Bcriclit in der vorigen bnamner der ״Jüdischen -Rimdsclüiu“) wurden fue Dienstag, den 28. Schewat, augesetzt.