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Jüdische Rundschau · 1920-01-30 · Heft 8 (30.1.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 8 (30.1.1920)
Date
1920-01-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 50 JULDISCHE RUNDSCHAU Nr. 8 rechtlich handlungsfähiger Staat zu erstreben; auch halbsouveräne Staaten und solche, die im Protektoratsverhält־ nisso stehen, gelten als Subjekte des Völkerrechts. Was wir aber verlangen müssen, ist, daß! die Grenze nach unten hin, die Abgrenzung gegenüber dem Begriff der Kolonie ,unterer Staaten, scharf gezogen Wird, und Wenn die Kritik von Gouen darauf ,liin/ielt, so können wir Wir dankbar sein. Aus demselben Grunde aber ergibt sieh eine andere wichtige Forderung für die jüdische Innen• Politik, die von der zionistischen Leitung in Deutschland mit Recht seit einiger Zeit aitfgestcllt werden ist: die palästino-zeutrisehc Umstellung der Jugend. Wenn Zioi.ismus heute nach seiner allgemeinen theoretischen Aneikcnming (sogar bei den Juden findet er schon solche!) noch einen Sinn hat, so kann es nur der des positiven Aufbaues sein; für diesen aber wird die Jugend ge• braucht, und deshalb mul) sie daraufhin erzogen werden, Dies ist eine unmittelbare Konsequenz des politischen Zionismus in •der heutigen Zeit, in der unsere Phraseologie bis zum Begriff des Staiiunesbewußtseins nun beinahe Gemeingut aller Juden geworden ist. Es ist heute in der zionistischen Jugend bereits das Bewußtsein vorham!cn, daß mit dem Bekenntnis zum Zionismus nichts getan ist, daß der Trennungsstrich /.wischen Zionisten und Nicht/ionisten innerhalb der zionistischen ürgani• sutkm gezogen werden muß. So kann zunächst zio- »ästisehe Politik in Zukunft nur ein wesentliches Ziel haben: Palästina. Wie aber verhält sicli hierzu die insbesondere von Zollschaii in letzter Zeit aufgegriffene Autonomie-Frage? Man muß sich hierbei über eins klar sein, was immer wieder betont weiden sollte: durch die Aufnahme in den Völkerbund an sich wird das jüdische Volk nicht ׳um Völkerrechtssubjekt aus den oben angeführten Gründen, dagegen wird es dazu, wenn Palästina als jüdisches f and neben die anderen tritt, und sei cs auch nur in» Verhältnis eines Unterstaates zu einem Oberstaat. Das Ziel des Zionismus aber ist eine einheitliche Lösung 11er Judciifrngc; d. 11. der Zionist muß, gerade wenn er, wie Zollsclum, mit dein Untergang der Diasporajudciiheit rechnet, die Lösung einheitlich erstreben; cs ist {dlaber schon rein theoretisch unmöglich, aus formellen oder angeblich materiellen Gründen eine denn Geiste nach für Palästina lind das Gahith verschiedene Lösung zu erstreben und aus diesem Gedankengang heraus für die Dinsjxua die nationale Autonomie ab- /ulchncn. Wie liegt aber nun die völkerrechtliche Seite der Frage? Es ist schwer, hierüber schon heute etwas zu sagen, weil bisher mir Begriffe aufgestellt sind und es gerade im Wesen des Völkerrechts liegt, daß es sich nicht nach Begriffen richtet, sondern einzig und allein die Regelung bestehender ,Verhältnisse umfaßt; man kann eben beute nicht wie Zollschan sagen: nationale Autonomie ist «.lies und .das, und deshalb ist sie zu verwerfen oder zu akzeptieren. •«Mur eins muß hier wieder betont werden: der nationale Minoritäteiischiitz ist dann keine Phrase, wenn, wie es beute den Anschein lut, er den Mächten die Gewälir für die Aufrechferhaltung des status quo bietet, und er wird auch bei Bestehen eines Völkerbundes mir in diesem Falle den Mächten Anlaß zur Intervention bei andern; Staaten geben. Inwieweit das jüdische Volk hierbei eine Rolle spielen kann, erscheint tatsächlich fraglich, solange cs nod* nicht Völkerreohtssubjekt geworden ist. Hierin liegt ein berechtigter Angriffspunkt für die Zoilschnnsche Kritik. Unbegründet aber — zum mindesten aus Mangel an materieller Erfahrung — sind die Gründe, die gegen die Möglichkeit oder Nützlichkeit der Autonomie -angcführt werden: es ist nicht einmal geklärt, ob dieselbe eine territoriale Sonderberechtigung zeitigen soll (wie Zollschan annimmt) oder nicht vielmehr den Schutz der ein¬ Die Sendung Semaels von Arnold Zweig Erstaufführung im Deutschen Theater am 25. Januar 1920 Dieses Drama wirkt beim Lesen mehr als beim Sehen. Das macht: cs ist überdeutlich, sozusagen!undgreiflich. Kein Begriff, der nicht in ihm materialisiert würde, kein Symbol, ja kein Gedanke,.der nicht Fleisch und Blut erhielte. Am Ende der Aufführung hat man alles mit eigenen Augen gesehen, es bleibt nichts zun! Nachdenken. Der ganze JJubcr marschiert auf, wird aufs Genaueste (und nicht ganz richtig) erläutert: Auch der Goj begreift, danach, was die Verbannung der Schechinali ist. Wir •sehen und hören alles: Die Stimme Elohims, den Engel des Antriebs (das ist Sernacl), die Dummheit, die Verführung in zweierlei fciestnlt, die beiden moralisclien Extreme des Judentums (vcrgl. Bubcrs drei Reden), die in den Figuren des Elijahu lianabi und Pfefferkorns handelnd auftreten, Jizchak abinu und dann rwlbstverständlkh auch den Baal Schein. In der Aufführimg waren zwei •weitere Begriffe, sozusagen die Gerechtigkeit und die •Huinamtas, mämlidt Habel und Noah gestrichen. Wie gesagt, cs bleibt nichts auszudeuten, alles wird sinnfällig vorgeführt. Die gleiche handgreifliche Methode wie in den oberen Regionen (das Stück spielt nämlich in dieser und in jener Welt) herrscht in den unteren. Da gibt es keine Uebcrgängc, alles ist klar und eindeutig, und kein Zweifel ist erlaubt. Die Juden sind unwahrscheinlich gut, auch in ihrer Sundhaftigkeit schneeweiß. Ihre christlichen Freunde sind wahre Engel von Biederkeit,!Prachtexemplare von Menschen. Und die Antisemiten sind!derartige. Resdioim, £0 ausgefeimte Hnlhuikcn, cs wäre wahrhaftig der Bankrott Elohims, wenn die Kerle auch noch Recht behalten sollten. Der Graf und Mädchenmörder — ein brutaler Wüstling, der Untensucbungsriditcr von auch zellten Volksgenossen im Auge hat und hierin würde sich ein Einfluß der allgemeinen völkerrechtlichen Ent- Wicklung, wie sie schon vor dem׳ Kriege cinsct/.ie, zeigen, die sogar schon zur Aufstellung einer Theorie führte, die den einzelnen Menschen als. Völkerrechtssubjekt ansieht (Wilhelm Kaufmann). Aber auch die formellen Schwierigkeiten bestehen nicht in dem befürchteten Maße: ganz abgesehen davon, daß eine zionistische IKilitik nicht abhängig sein kann von dein Bestreben derer, die ihr widerstreben, ist es auch durchaus unrichtig, daß die formell-nationale Grundlage’ nicht gegclien sei. Man kann, wie Zollschau, ■wohl viele Gründe gegen die Existenz der jüdischen Nation anführen — das alles ist vollkommen gleichgültig gegenüber dem Beschluß des Berner Internationalen Völkerbundskongrcsses vom 13. März KJld, der sich gerade aus allen diesen Be- «lenkנוס ergab und nach denn von einer juristischen Definition des Begriffes Nation ab/usehen ist. Maßgebend in dieser Hinsicht iaf der Wille des Volkes — und der ist beim jüdischen Volke nicht mehr zweifelhaft. Es gibt im politischen Leben gerade in aussichts־׳ reichen Zeiten Momente der Stagnation, in denen der Einzelne zweifelt und die Kritik in beängstigender Weise auftaudit. Unsere Aufgabe muß es gerade dann sein, klar zu erkennen, Um die richtige Politik zu wählen. Zollschaiis Kritik und sein ״Caveaut consulcs“ abci) erscheint gerade infolge der zweifelhaften Weltlage als unfruchtbar imd deshalb als wenig .־pigebracht. Presse-Rundschau Brandeis Die deutschen Zeitungen haben niitgeteilt, daß das amerikanische Repräsentantenhaus dem in Milwaukee gewählten Delegierten Victor L. Berger als Mitglied der sozialistischen Partei verfassungswidriger Weise das Mandat aberkannt hat. ״Daily Hera Id", das 90/ialistisch-englische Organ, teilt in einem Artikel hierüber am ö. Januar die interessante Tatsache mit, daß im obersten (ieciehtsliof, der diesen Spruch des Rcpriiseiitantcnliaus billigte, nur zwei Mitglieder den Mut hattei», sich der allgemeinen Stimmung mit Energie zu wi1l«Tsetze.11. Der eine dieser beiden Männer war der Führer des amerikanischen Zionismus, der Oberrichier Loiiis D. Brand ei 9. Der Judenpunkt. Auf den von uns erwähnten Aufsatz des ״Prager!Tagblatts“ hat die ״Selbstwehr“ eine Erwiderung gebracht, die das ״Prager Tagblatt“ als ״in Form und Inhalt jedenfalls beachtenswert“ zmt1| Abdruck gebracht hat. Fine kurze Erwiderung bringt nichts wesentlich Neues, sie versucht das nationale Judentum• als bloße Reaktion auf den Antisemitismus abzututi. Aus den! schönen Aufsatz der ״Selbstwehr“ zitieren wir den ersten Absatz: ״Uns ist die Judenfrage kein bloßer ״Judenpunkt“. Wir fühlen mit überwältigender Macht, daß wir eine Welle dieses großen geschichtlichen Stromes sind, der sich — als jüdisches Volk — durch die Jahrtausende zieht; wir wissen, daß wir durch historisches Schicksal allzusehr an die Peripherie geraten sind und daß wir trachten müssen, wieder etwas mehr in die Mitte' des Stromes zu gelangen, damit er uns nicht ganz aufs hockenc Land schleudert; und wir halten diese Abstammung und alles das, was sie uns gebracht hat, an Schicksal, Leid und Glück, an Beweglichkeit und Straffheit des Geistes, mit allen ihren quälenden Fehlern und beseligenden Vorzügen für gar nichts so Sekundäres, sondern für eine sittliche Aufgabe, die uns dermal!cn erfüllt, daß wir ihr treu bleiben müssen — in Ungarn polizeiwidriger Borniertheit, der Abgeordnete: ein infernalischer Hetzer und in seiner Parteibesessenheit nkurat so, wie das gegnerische Wahlflugblatt ihn schildert, der juden freundliche Wachtmeister wiederum — «ler Typus des treudeutschen Soldaten vor dem Weltkrieg, kurzum, die Musterkarte ist reich assortiert, aber wenig nuanciert. Nichts bleibt im Dunkel: der unglückliche Texlessturz des angeblichen Judenopfers zur Vermeidung jeder Spannung gleich in der zweiten Szene des ersten Aktes, das Entstehen des Gerüchtes vom Ritualmord, die Folterung des jungen Scharf, (man hört ihn schreien), selbstverständlich die Gerichtsverhandlung, der erzwungene Selbstmord des Untersuchungsrichters mitsamt obligatem Knall uiud Todesbefund, und am Ende natürlich noch der Freispruch des inzwischen in unserer Gegenwart durch Selbstmord geendet habenden uuglückliclieu Opfers des Untersuchungsrichters im: auf der Bühne tagenden himmlischen Gericht — keine Karte bleibt •unausgespielt, und so ge Iw ף wir ,nach Hause, haben •alles gesehen und nichts empfunden. Es bleibt die Frage, wieso gerade ein Dichter wie Arnold Zweig, dieser .Meister der verschwiegenen!Heimlichkeiten, der feinsten Scclenscliwingungen sich im:!Drama so grobschliichtig gebärdet. Es gibt einige Stellen in» Drama, die uns den Künstler Arnold Zweig verraten: Das Schwanken zwischen Wahrheit und Lüge in» Bewußtsein des Knaben, die Sedcrnacht in» Gefängnis. Aber sie reichen nicht,!um׳ uns aus dieser Handgreifiidikeit ein künstlerisches Erlebnis zu 'machen. Es ist klar, die Tendenz ist mit dem Dichter durchgegangen. Und da wäre ein Wort zu sagen. Es bleibe dahingestellt, ob überhaupt die •Ritualmorde oder ihre Bekämpfung Gegenstand der künstlerischen Gestaltung werden kann, Man könnte sich verstellen, daß das ungeheure Leid, das die fluchbeladene Ritual mordhetze über einzelne Juden ioder daa ganze Volk gebracht hat; künstlerisch verwertet wird die tragischen Vorgänge trotz »aisercr Lielx• zur deutschen Sprache und Kultur, die »,ns wahrhaftig mehr gegeben, als je ein Gastgeber seinem GasifrcumJ zu geben vermöchte. Und darum können wir »ms auch in den deutschen Juden, der um die richtige Entscheidung zwischen Judentum und Deutschtum ehrlich gerungen und sich für da» Deutschtum entschieden hat, einfuhlen; wir verstellen ׳ ihn, wenn uns auch unser geschichtliches Bewußtsein sagt, daß er in diesem Kampfe unterlegen sei; wir verstehen ihn, weil wir denselben Kampf gekämpft haben.“ Gegen die Ausweisungen aus Deutschöstcrreich. Die Liguc Francaise des Droits de l'homine « t|u citoyen erhielt von Herrn Braunstein ein Memoramiuin über die Lage der gali/ischcit Juden in IMi.vh- Österreich. Sie veröffentlicht darauf folgendes Comnmnique in den französischen Zeitungen: ״Die französische Meinung ist in diesen Tage•״ in •Bewegung wegen der Demarche des österreichischen Kanzlers zugunsten der Wiener Bevölkerung. Die■ ״Ligue des Droits de I'hommc“ macht uns jetzt darauf aufmerksam, daß die österreichische Regierung unter dein Zwang der Not •10000 ausländische, großenteils galizischc Juden ausweisen will, die sich vor de» beiden russischen Invasionen nach Wien geflüchtet hatten. Die Liguc fordert die französische Regienmg auf, diesen Beschluß nicht zur Ausführung kommen zu lassen, der, mitten im Winter, in einem von Hunger>not schwer betroffenen Lande, ein Massaker bedeuten würde. Wir senden Brot nach Wien; es soll allen zürguie kommen! Das ist Gerechtigkeit.“ Verfolgung von Juden in Ostgalizien. Das ״J6disehc Volk“, Warschau, meldet: Die verzweifelte St i in in ung, die unter den Juden Ostgaliziens herrscht, schildert der folgende Brief aus Pvrdha ice: ״Man kann liier keine öffentliche Aktion unternehmen, denn wir werden furchtbar unterdrückt. Gewisse Geschehnisse müssen wir noch geheimlialtcn, damit sich unsere Lage nicht noch mehr verschlimmert. Vor <kv» Wochen, am 20. November, hat man zwei jüdischen Haiisbesitzcni gedroht, sie und noch viele andere zu internieren, falls die Juden versuchen sollten, den Jahrestag der Lentbcrger Ereignisse zu begehen. Uns »st es aber gar nicht eingefallen, eine solche Trauerfeier zu veranstalten. Am 23. November sind in der Stadt Militärpatrouillen hcrumgegangen, um zu kontrollieren, ob die Juden nicht ״manifestieren“. Vor zwei Wochen hat man angeblich bemerkt, daß die Juden sich über den Pariser Beschluß wegen Ostgal»- ziens freuen und daher hat man die Podhaicer Juden mit eine־,• Kontribution von 200000 Krone» belegt. Vier jüdische Hausbesitzer sind .־U s Geisel» verhaftet worden. Man hat sic aber bald befreit vmd nur vier Rabbiner Liebcnfeld ist 24 Stunden fest gehalten worden. Drei Tage hernach hat man die Juden zur Verrichtung von Zwangsarbeiten, wie zum Beispiel Gassen- und KloseUreinigting, aufgegriffen. Wir müssen aber leider schweigen, weil es von Tag zu Tag schlimmer wird.“ Eine bedeutsame Rede Strickers. Bei der Be-, sprechurig der Wehrvorlage im österreichische:! Pariament hielt der jüdisch-nationale Abgeordnete S t r i c k e r als Generalredner eine außerordentlich wirkungsvolle Rede, in der er sich gegen die Einrichtung einer Wehrmacht aussnrach. Nach ihm sprach der Tiroler Sozialdemokrat Abrain, der seine mangelnden Argumente durch antisemitische Mätzchen zu bemänteln such!•־. Strickers Rede hat auf die Presse einen großen Eindruck gemacht, sie hat vielfach unter seiner Einwirkung eine Schwenkung gemacht, so der ״Neue Tag“. die die Beschuldigung ausiöst, die Wandhuig, die sic mit den Betroffenen vernimmt. Oder aber der Judenhaß wird selbst zum Gegenständ der Darstellung, wie er Herzen und Köpfe ergreift, Sinne verwirrt, aus Lüge ' Wahrheit macht. Davon ist in diesem Stück nicht viel zu merken. Hier wird die unerhörte Lüge gegen die reine ׳Wahrheit gestellt. Der dumme, niedrige, gemeinst«! Motiven entspringende!Haß gegenüber dir unbescholtenen Redlichkeit. Die Handgreiflichkeit der Gestaltung macht auch die etwa beabsichtigte Tendeiu- Wirkung zunichte. So einfach ist der Judenhaß nicht zu begreifen, und mit dieser Schilderung in schwant und weiß ist ihm gewiß nicht bcizukouimeti. Das überquellende jüdische Gefühl des Dichters, sein allen» Jüdischcn verbundenes Herz fiat ihn betrogen und hat ihn, den wir als rechter von hol»«» Graden liehen und verehren, ein Stück schreiben lassen, das uns künstlerisch wenig sagt ,und uns unter jüdischen Gesichtspunkten wenig bedeutet. Die Symbolik des Stücke« aber, der Kampf •nit Gott, geht uns trotz aller Gegenständlichkeit «der eben deswegen, nicht ein. Die Aufführung bedeutet einen Tiefstand in der Ueberliefening des Deutschen Theaters. Sie tat alles, um die paar feinen Farben, die noch inv Stück *ind oder geblieben waren, auszuwischen. Kinostil, es fehlte nicht der zun» protestantischen ,Pfarrer (im Bart natürlich) gewordene Rabbi mit dem Augcnaufschlag zuan Himmel. Einzig Jannings machte aus dein -Untersuclumg-srichter etwas, dagegen vergriff sieh Deutsch in der Rolle des Knaben vollständig. Sein Spiel in tter Ge rieh ts verf »andl ung hätte vollauf genügt, die Angeklagte» sofort freizusprechen, die übrigens auch szenisch verunglückte Lokalamfnähme war!danach völlig übcrflüs»ig. Margarete Kupfers Mutterschrci drang in däe Herze«. ־ ' ׳ J׳»•

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