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Jüdische Rundschau · 1920-01-16 · Heft 4 (16.1.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 4 (16.1.1920)
Date
1920-01-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 22 J (IRDISCHE RttNDSCHA'U Nr. 4 lieh faulenOrdnung /,ii vertrauen; vielmehr imisseji wir im eigenen Wirken und im Zusammenwirken mit den Völkern unsere Kraft aufbieten, den MachUrieb, die Habgier, die Gewalttätigkeit in unserer eigenen Mitte und in unserem Verhältnis zu anderen zu überwinden, damit die Balm für die wahrhaften Zick der Menschheit frei wird, ln diesem Sinne darf unser Werk nicht attf das Tagesinleres.se, sondern es muH auf die Ewigkeit gestellt sein. Wir wissen, daß auch die führenden Männer Englands für diesen einzigartigen idealen Sinn der jüdischen Repatriierung ehrfürchtiges Verständnis haben. Sie wissen, daß sie durch die Errichtung des jüdischen Palästina ei״ Werk schaffen helfen, das für die gesamte Menschheit von größter Bcdeutung werden kann. Von der Reinheit unseres Willens hängt es ab, wie weit wir diese Erwartung rechtfertigen werden. Mehr als allen politischen ,Verträgen müssen wir unserer Idee vertrauen, die Zion heißt. Wenn auch der zweite Friede, der Orientfriede, geschlossen sein w׳ird, beginnt für uns die große Arbeit für den Frieden. R. W. Die zweite Aufbauwoche /.»in /weilen Male hat die Berliner Zionistische Vercinijpmg eine Woche der Arbeit für Palästina gewidmet. Der Beginn dieser zweiten ״Aufbamvwdtc“ trifft mit günstigen Nachrichten aus Palästina und London zusammen. W c i / 111 a 1111, der soeben aus Palästina /nrückgckclirt ist, hat erklärt, daß der Moment gekommen ist, wo mit der aufhaiienden Arbeit in großem Uinfang eiliges«■!/t werden kann. Die Vorbedingungen sind tungswerk dienen. Das jüdLsche Volk ist vor eine Probe gestellt um! cs wird diese Probe bestehen. Noch ist trotz /.wcitausendjälirigcr Erniedrigung und trotz, endlosem Martyrium das 'lebendige Gefühl für Größe in der jüdischen Seele nicht erloschen. Jeder einzelne Jude muß jetzt geben, was er entbehren kann. Die materielle Leistung ist die geringste, die die Stunde von uns fordert. Aber auch sie ist ein Zeichen dafür, daß wir nicht in dem kleinlichen materialistischen Egoismus ersticken, den uns unsere Feinde oft vorwerfen, sondern daß wir wissen, daß die Mitwirkung an diesem großen Werk mehr wert ist als der selbstische Genuß materieiler Güter. Die Berliner Attfbauwoclie soll eine Zeit angc- Strengtester Sammeltätigkeit für den Palästina-Aufbaufouds sein. In dieser Woche Ist cs vor allen anderen Juden die Pflicht der Zionisten, alle ihre Kräfte auf diese Arbeit zu konzentrieren. Das System, ganze Wochen oder Monate einer bestimmten Aktion zu widmen, hat sich in anderen Ländern bereits außerordentlich bewährt, insbesondere in Amerika wurde diese Methode mit großem Erfolge angewendet, und gerade jetzt bc• ginnt auch dort die große Fiiianzkaiupagne für Palästina. Die deutschen Juden, die allerdings unter weit ungüa- *tigeren Verhältnissen leben, werden nicht zuriicKstdtcn und weiden beweisen, daß auch sie ein vollwertiges Glied der jüdischen Gemeinschaft sind. Es ist eilte Ehrensache des deutschen Judentums, schien Platz innerhalb ries beginnenden Aufbauwerkes nt behaupten. Die Palästinawochc wird den beweis hierfür erbringen. Die Berliner Zionistische Vereinigung hat für die Aufbauwoehe ein großes Programm von Veranstaltungen zusammengestellt, das den festlichen Charakter der Woche in wimtiger Weise in Erscheinung bringt. Eine Reihe von bedeutenden jüdischen Dichtern und Künstlern hat sich für die Sache zur Verfügung gestellt. So wirr! die Woche nicht mrr materiellen Zwecken dienen, geschaffen. Nunmehr hedaif cs nur'noch der Anstreoj sondern auch von den jungen schöpferischen Kräften gungen des jüdischen Volkes. Unsere Sache ist es, m diesem weltgeschichtlichen Augenblick, der das Schicksal des Wilkes für Jahrhunderte entscheidet, nicht zu versagen und alle unsire materiellen, geistigen und moralischen Kräfte für das Werk einztectzcn. Die erste Bedingung für eine erfolgreiche Arbeit ist die Beschallung großer finanzieller Mittel. Die Anforderungen, die in dieser Hinsicht an unser Volk gestellt werden, sind noch nie dagewesene, da es sich auch um eine noch nie dagewesene Aufgabe handelt. Die Juden liabvii bisher niemals gekargt, weiui cs sich darum handelte, für gute Zwecke Geld zu geben, jiidisclies Elend /» lindern. Aber alle Leistungen jüdischer j lincr Zionisten sein. Wohltätigkeit konnten stets nur ein beschränktes Rej sultat haben, es wurde nur Einzelnen geholfen und ן auch diesen nicht immer in der rationellsten Weise, die aufgebrachten Mittel konnten lediglich der Linderung eines momentanen Notstandes dienen, jedoch nichts Dauerndes für die Zukunft schaffen. So lut sich die i Arbeit der jüdischen Wohltätigkeit im ganzen wipro-; duktiv erwiesen und die Jndcnnot hat sich durch Jahrj hunderte weih!geschleppt. Diesmal gilt es ein Werk ganz, anderer An. Das jüdische Volk sieht vor der Möglidikeit, das ganze Elend seiner •/weilauseiidjährigcn Verbannung durch 0 I n c große, entscheidende Tat 7.u bannen. Ein uralter Traum soll Wirklichkeit werden, im Lande der Väter soll eine Heimstätte für das Volk errichtet werden, wo freie Menschen in freier produktiver Arbeit neue Grundlagen für ihr persönliches Leben, gleichzeitig für das I eben des Volkes schaffen sollen. Hier ist der Weg eröffnet, Menschen aus leidcnvollsteni Elend in eine 1 glückliche Zukunft hinüberzuführen. Jetzt werden vom ganzen Volk materielle Mittel beansprucht, die nicht momentaner Wohltiitigkut, sondern umfassendem Rctim Judentum Zeugnis ablegcii. Die Veranstaltungen verdienen die grüßte Beachtung und die Berliner Jtuten werden durch ihren Besuch nicht nur ihr tätiges Inter• esse für den Aufbaufond«, sondern auch ihr Verständnis für die künstlerische Bedeutung der Darbietungen be• weisen. Sache der Zionisten ist es, in weiten Kreisen für üicsc Veranstaltungen Propaganda zu machen ז sie werden nachhaltiger für unsere Sache wirken können, als Agitationsversamniiungen. Daneben aber muß die angestrengte Sammeltätigkeit aller unserer Freunde einhergehen. Die Palästina-Anfbauwoche wird in erster Linie eine Probe für die Reife and Aktivität der Berdei des Der litauische Gemeindet^ Kowno, 14. Januar. (Telegramm ,Jüdischen Rundschau“). Das Pressebüro jüdischen Ministeriums teilt mit: Der Gemeindetag der litauischen Gemeinden wurde turnte geschlossen. Seine Verhandlungen hatten guten Erfolg. Es wurde ciu Nationalrat von 34 Mitgliedern gewählt, dessen Präsident Rosen bäum ist. Zum Minister für jüdische Angelegenheiten wurde Solowcitschik wiedergewählt. Es wurde beschlossen, eine ,Vertretung in das ״Comite des Deiegations juives anprif de la oonferestce de La paix“ zu entsenden. Schließlich wurde eine z\nzahl von Resolutionen über politische und Ökouomischc Fragen angenommen. Ecliic und unechte Volkslieder Es erübrigt sich, die Sache des legitimen ostjüdischen Volksliedes, so wie ich «ic nasche, hier ausführlich! gegen /Joris tis Glossen in Nr. $9 des voriger» jalirgaugcs der ״Jüdischen Rundschau“ zu vertreten, iia ich den Leser auf einige zusammenhängende Bctrachtmigcu verweisen kann, die ich u. a. in meinenv Merkblatt ״Das jüdische Volkslied“ (Jüdischer Verlag 1<)!9) und in dem viertem der ״Essais über ostjii- »tische Dichtung und Kultur" (Wclfverlag 1919) vernffcntlieht habe. Einige kurze Bemerkungen müssen daher an dieser Stelle genügen. 1. Ich gehe wohl nicht fchl? ׳wenn ich in inancheu Sätzen /Jorislis versteckte Angriffe gegen Aeußcmngen erblicke, die ich über das Volkslied der Ostjuden veröffentlich! habe. Eine solche Art, Polemik zu verschlcicrn, ist mir schon aus dem Grunde unerwünscht, weil sic durch den Mangel an Offenheit der Erörterung einen verschwommenen Charakter verleiht und die Problenic, die zur Diskussion stehen, ganz nach den* Belieben des Verschleiercrs in den Hintergrund nickt. 2. Der Geschmack der Volksrnassen, den Zlocisti immer wiede» als einziges Kriterium für das, was Volkslied sein soll, in Anspruch nimmt, kann niemals ohne bedeutende Einschränkung auch mir als Teilkritcrium verwandt werden. Es gibt bei den Ostjuücn einen Typus von Bürgertum und Kleinbürgertum, der in seiner jüdisch-kulturellen Betätigung ganz erheblich verspießert und verdorben ist und _ in den Großstädten, wo er wehrlos allen herrlichen Einflüssen der Kino- und Tingeltangclmache ausgesetzt war, nicht viel weniger kitschig wurde als etwa die breiten deut- »dien Volksmassen. Es gibt aber auch noch kremcf unberührte Schichten und Winkel der jüdischen Sied• hing, in denen die Volkskultur einigermaßen rein und säuberlich sich ««*.wirkt. Die wenigen ernsthaften Fachleute, die wir auf diesem Gebiet besitzen, die Ginsburg, Marek, Engel. Cahan haben glücklicherweise dieser Sachlage Rechnung getragen. Glaubt denn Zlocisti, sie hätten einfach aus Willkür die bei Winz, Roskin und ihresgleichen überwiegenden minderwertigen Erzeugnisse der hadchunim, der OpcrcttenfabriknutcJi, der Dichter u,־.d Komponisten ״im. Volkston“ aus ihren Werken herausgclasscn? Bevor er diese verdienstvollen Sachverständigen mit dem Titel ״]»armlose Enthusiasten“ beehrte, hatte er sich die Mülie geben sollen, aus der russisch^geschriebenen Einleitung Ginsburgs und Mareks, atth der Vorrede Cali ans und aus Engels Auf- Sätzen zu ersehen, warum diese Männer der Landläufigen Ignoranz und ihrer Wdthcrzigkeit für Kitsch und Mache feste Grundsätze entgcgciistcllton und darauf liinwirkteu, den Volksrnassen die verkümmerten Organe für das Echte und Wertvolle zu kräftigen und sie gegen den wahllosen Wust zusammengcraffter Talmi• kirnst zu schützen. 3. Wer auch mir oberflächlich und allgemein sich mit Volksliedkunde beschäftigt hat, der sollte wissen, daß Lieder s a m 111 ef n etwas anderes ist als Volkslieder für praktische Kulturarbeit herausgeben. Wenn ich heute mit ״der monomanischen Beschränktheit des Saumtiers“ (wie Zlocisti zu Winzens Rechtfertigung so rücksichtsvoll sagt), das in schriftlicher Aufzeichnung einzufangen suche, was von den einfachen Volksschichten in Deutschland gesungen wird, dann werde ich selbstverständlich allen Schund, der in die maßlos verwirrte und vergewaltigte Seele des Volkes hineingejagt worden ist, aufzeichnen und registrieren, mit dem selbstverständlichen Ergebnis, daß die Mist- und Kotblüten vom Schlage des ״Puppchen“, ,,Das war in Schöneberg״ ,״Lieber Flimmclsvater sei nicht bös‘ do* minieren und die wenigen noch irgendwie lebendigen echten Volkslieder verdecken. Wie würde man aber etwa den Inselverlag oder die Bünde der Wandervögel angelalicn und öffentlich ausgezischt Itaben, wenn sie diesen Dokumenten der Kulturverrohung in ihren pomitären Liederausgaben auch nur annähernd 80 viel l Spielraum gewährt liätten, wie das gerade Winz mit Ein Parlament der Berliner Zionisten Voji l)r. Egon R o s c u he r •>,. 1111 nächsten Mon.it werde» in llcilm ti!;■ WaJ .vn zur ersten Verfreier-Versaiititihiu!• der B./. V. st,:t• finden. Damit beginnt eine m 111• Epoche im >jij.<rzionistischen Lei hu nicht nur für Bei hu, dem! •.!(S sich liier absjiclt, ist eine Untgeslaltuiig der /ion 1!,-׳• scheu Organisation, die nicht auf Ikulin begrenzt bleiben kann. Wer schärfer limsieht, wird 11111er der t)IktiTü;!,• der organisatorischen Veränderungen als wiikviide i >- siehe die Entwicklung tcststelkm, die die zionistische Pewegimg immer mehr von einer Partei im Judentum zur öffentlich-rechtlichen Vertretung des jmlialt..■״ Volkes werden laßt. Niemand kamt Iwstreilen, c;.״ heute «fas jüdische Volk GegiUstaud t Aktionen ist. bei dene'i es sowohl als Subjekt wie als Objekt politischer 1i.iiRÜuiigeii aufliitt, bei welchem es öffenüidi-reditlich vertreten ist uiul zwar. aiissclifieillic.11 durch die zionistische Organisation. Diese m« hr außenpolitische Biedeitnmg des Zionismus als Vor n - tung des jüdischen Volkes wird agiin/.t durdi ilig Tatsache, (bil innerhalb der zionistisclieu IVcwopimg sidt nun auch alle die Einz.clnen, nach religiöser Stetltmg o<Scr Klassenbewußtseiti oder nach kulturellen und sozialen Momenten gerichteten Strömungen zu entfall«ח beginnen und so int Zionismus ein getreues Bild des geistigen Leben« innerhalb des ganzen Judentums tutsteht Die Partei wird zum Abbild des Volke'. Neben dieser Entwicklung in» Zionismus vollzieht sich der Nutionalisicnmgspro/cß in der übrigen Judenheit. Durdi unsere Ulec.11, die in sie cimJriiigcti, wird auch in ihr allmählich das Bewußtsein vom jüdischen Volk und das Zugchörigkeitsgcfiihl zu ihm cntwickdf. Der Endpunkt dieser Entwicklung wird erreicht sei׳!, wenn alle geistigen, politischen und sozialen Bcv.egütigen itn Judentum als Funktionen de« geistigen Lebens eines Volkes auftreten, wenn die Gemeinden siel» als ()Heiler und .Organe der Volksgemeinschaft erkennen mul in sie einonlneit, und wenn sdtlicß'hh die nationale Arbeit, das ist die Schaffung und »er Ausbau der nationalen Heimstätte, von aßen Glied m des Volk« gemeinsam geleistet winl. Au dies n Punkte der Entwicklung wird erst der Zionismus »cm Ziel erreicht!iahen. Bis zu der Zeit, wo die gesamte Jmlenlieit vom jüdischen Volke geworden sein wird, wird in jedem einzelnen Zeitpunkt der Zion&mus da« Volk dar-teilen, das im Werden begriffen ist, tnul ward das F.ntwiekhmgsstadiiun dieses Prozesses aitsdrückcii, so daß r.nn sagen kann, die zionistische Bewegung präfa diniert das jüdische Volk. Entsprechen ttuit die Formen der Organisation 11cm gegenwärtigen Entwickhaigsstadiuni? Man muß sich vergegenwärtigen, daß unsere Organisation riorh mt« der Zeit der Entstehung der zionistischen Bewcgu-ig stammt, tfn ihnen Anachronismus zu verskheii. Dinrals waren « hi Deutschland nur wenige, die von!wv großen Idee gepackt wurden; diese wenigen schlos-er. sich zusammen, «.״m sich sozusagen geistig aneinander zu wannen und gemeinsam auf die Umwelt zu wirken, sie bildeten Vereine. Wer das deutsche politische und gesellschaftliche Leben kennt, wird den Begriff des ״Vereins“ immer mit einer leise spöttchulen ,Jnterctnpfimlimg hegteil :■11. Alle Engstirnigkeit, Kleinbürgerlichkeit und der ga׳!/e Wust von Eitelkeit, Selbstzucht und 1 terdenlum höi sieh doch in dem sogenannten deutschen Vereinslelvn ates; und cs ist ein Plc weis für die geistige Kraft des Zionismus, daß er diese Organisatioiisfonu ertrug, ohne Schaden zu nehmen, «laß sich ans diesen Vereinen eine rionistUcJic Bewegung entwickeln konnte, daß jüdische« Leben in den Vereinen enlsl.md und die | Idee nicht in Vereinsmeierei ersticken ließ. Es urig sein, daß der ostjüdiscliö Einschlag, de! «loch \«m j Anfang an in lauerer Organisation zur Wukuii״ kam, 1 mit dazu beitrug, uns vor tlieser Gefalir zu behüten.! Mir erscheint cs jedenfalls so, wenn ich rückst11:1111׳■aut j an unsere ersten Versammlungen und iniseic ältesten ן Orfsgnippcn mich erinnere, als ob b; - •>!:1,0 \ einige jüdischen Kuplets und Opercttcnsditageru immer wird» r gemacht hat. Es ist mir unbegreiflich, daß Ztocisti die Einsicht in diese wirklich recht eiudeuligeii Verhciltnisse fehlt, und daß er beinahe blind datür ist, daß Kilsclt Kitsch Weiht, audi dann, wem! er in >!.׳!- tkir.aljüdischer Verbrämung oder ״im Volksion“ auftritt. Die Gattung rührseliger ״Volkslietie!“ von der des ״Großmiitterclien“, dieser Hcrzciislalnmg weiter j deutscher Volkskrcisc, ist auch im Jidischen zu einer wahren Volksplage geworden, die ein verantwortim׳;«- bewußter Kulturpolitiker wahrhaftig nicht verteidigen sollte. 4. Strenge Sctteidiuig und Ausschluß des Uiuelileit, nicht Volksliedmäßigen ist also unvcrmcidhar, 11ml war bei den Großmeistern der deutschen Vulksliedkumlc, bei Erek, Boelint, Liliencron usw. genau so Grundsatz wie bei allen ernsthaften jüdischen Sammlern. Ginzbürg und Marek gingen darin so weit, daß sie seihst 901cl1e Stücke aus ihrer Sammlung feriiliiolicii, i>ci denen sie die Vaterschaft des Badchcu oder des Operettenmachcrs auch nur vermuteten. Gewiß ist es schwor in•- griff lieh eine einfache Formel zu finden, die auch allen Grenzfällcn Genüge tut und als uiifchllinres Krilerituu aiigeselieii werden darf in den seltenen Fülle»' wo der Forscher schwankt, ob er ein Lied als Volkslied als Gassenhauer oder als ein in der Umwandlung ,״,n Volkslied stehendes Kunstlied benennen soll (Hii'.lo von der atmosphärischen Natur wirklicher I ieder lassen' mi«h ,'W •f)-v.CSSxCn׳ Wic citl ^diiiste! junge es ™'Lf St1e,־cl.1*,* *׳l») Anstatt nun aus «len , ״•r!־irt ergebnisrciaröt Methoden der Vulks-Udkumle, negaüv abzugreiueit, also eindeutig zu «eigen, was alle« Id üLZrr״-mt7!S1ro Rf,Ört•• 211 lef״c״• verallgemeinert w1,U!^atre1^!^ 0rC ״k de״ ziemlicli uncrhciilicheii l atbestand d er Orenzfalle und entdeckt für das auch sonst bet ihm recht phänomenale jüdische Volk folgende Be- •onderheit^ »,Nur die Willkür kann Grenzen anfslvllcr» zwischen jüdischem Volkslied und dem Kunstlied“. Die k«nre von der Singularität des Judentums ist dadurch

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