Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 3 (13.1.1920)
- Date
- 1920-01-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 JU1SDIB0HE RUNDSCHAU Nr. 3; ""■"■ייוייייי"! •;! 1 v י 1 f '* 111 :1! : 11 1 I u! i 1 I 4 H! .י 1* 14> J>jc Einrichtung eines Wahlfahitsbüros, das einer fachlich «־o/Jal geschulten Kraft unterstellt sein müßte, wäre dafür trete Bedingung. Wenn die gegebene« Unterstützungen \o« auflKuiendcm Wert sein sollen, was bei dei ailgcmcm.cn vor sieh gehenden IVolctarisierung ici Deutsch- Und jetzt \xrt1 besonderer Bedeutung wäre, so darf man sich nicht mehr damit begnügen, nach einer kurzen Untersuchung, wenn diese einen Notstand ergeben bat, eine Oeklbci'lnlfe zu gewähren, sondern inan uuiii in einer eingehenden sorgsam fortgefiihrtcn Pflegschaft den Notstandsfall so Lange behandeln, bis er in allen seinen I Wirkungen behoben lind der auf diese Weise erfaßte Familienkreis wieder unter Bedingungen zu leben vermag, die alle seine Mitglieder zu gesunden kulturerhaltenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft er- J lieben. Nur eine solche sorgsam durchgrfiihrtc Behändhing kann einen Aufstieg bringen, während die bisher gepflogenen Untcrstützuiigsmetlioden in den seltensten Fällen ein Loslösen von‘ dem eingetretenen Elendszustand ermöglichen, meist jedoch ein Verharren im Verarmungs/usiand nach einer ganz kurzen Frist zur Folge haben. Wie bedeutsam ein solcher Aufstieg des einzelnen für die Verbesserung der Rasse erscheinen muß, wird von allen denen erkannt werden, die die Erhaltung der Juden als hochwertige Rasse erstreben, und cs ist daher dringend erwünscht, daß aus diesen Kreisen zahlreiche Kräfte zur Mitarbeit in der Armenkoinmission herangezogen weiden. Von noch stärkerer Bedeutung ist diese Neugcstalttmg der Methoden auf eine produktive Fürsorge hin in der St i f t u 11 g s k oin in i s si on, die die Mehrzahl der reichen Stiftungsmittcl der Gemeinde verwaltet. Diese Mittel kommen in der Hauptsache nur solchen Bedürftigen zugute, bei denen mit der Möglichkeit einer Aufhilfc durch Gewährung eines größeren Unterslützuiigsbcitragcs gerechnet werden kann. Audi bei diesen, wirtschaftlich wie geistig meist recht hochstehenden Kreisen wird mit einem wahren Aufstieg mittels der Unterstützung nur gerechnet werden können, wenn eine nachgeilende pflcgerischc Fürsorge für eine zweckmäßige Verwendung des Geldes Sorge trägt und im Rahmen einer planmäßig durchgeführten Hilfsaktion alle die Maßnaluncn durchmführen sieh bemüht, die unter den heutigen Wirtschaft- Hdien Verhältnissen zu einer durcligrcifcnücn Hilfe erforderlich sind. Eine solche umfassende pflegerische Fürsorge käme auch besonders denjenigen unter den zugezogenen Qsijuden zugute, die sich hier gesunde wirtschädliche Existenzen zu sdiaffen bemühen, und durch die geringe Vertrautheit mit den bisherigen Verhältnissen in der Ueberwimhuig unzähliger Hemmnisse wertvolle Kräfte mit/los vergeuden. Die in der Stiftungskommission verwalteten Gelder sind aber in großem Umfange auch für solche Zwecke bestimmt, die in noch höherem Maße für die modernen jüdischen Eiiiwickhingsproblemc von Wert sind. Eine ganze Reihe von Stiftungen sind ausschließlich für Ausbildungszwccke für jüdische Jugendliche bestimmt, einige mit der Begrenzung für bestimmte Berufe, die Mehrzahl gibt jedoch ganz, allgemein Beihilfen für die Erlernung irgendeines Berufszweiges. Aus der Erkenntnis heraus, welche Gefahren in der aus der Diaspora entwickelten einseitigen Berufsschichtung der Juden für die Entwicklung der Rasse erwachsen sind, muß die Gewährung von Ausbildungsstipendicn nach Grund- '1־,'en erfolgen, die in sorgfältiger Weise nicht nur die individuelle Eignung des Jugendlichen bcrücksich- Egen lassen, sondern sehr stark die Berufscinstcllung in ihrer Einwirkung auf die Entwicklung der Rasse h sozial-hygienischer, sozial-pädagogischer und so/ial-ethischer Seile, in Betracht ziehen. Bei dieser Arbeit wäre die Beteiligung ans zionistischen Kreisen, die für die Bearbeitung solcher Grundsätze wie für die au diese Kommission atiziigliedernde Berufsberatung ganz neue Gesichtspunkte nütbringcu würden, im Interesse der Verfolgung unserer Ideen unerläßlich. Von besonderer Bedeutung für die Rassenc.ugcnik ist naturgemäß auch die Arbeit in den sozialen Koni*, missionen der Gemeinde, die sich mit Sozialpädagogik befassen, wie die Waisen- und die Fürsorgekonran i s s i o 11, die Ko 111 m i ss io 11 e 11 für die Knaben- und M ii d c h c 11 wa i s e n 11 ä u sc r und die Kommission für die $ a in m e I v o r n! u n d - schaft. Die Arbeit in der Waiseukommissiou, die bcsanders die Auswahl geeigneter Pflegestellen für jüdische Kinder erstrebt, bietet ungeahnte Möglichkeiten, der Durchführung der Grundsätze einer Ertüchtigung der Rasse, den Boden zu bereiten. Der Schaffung eines ausreichenden l’flegestelleninatcrials haben sich bisher unühersvindüche Schwierigkeiten entgegengestellt, so daß die Unterbringung jüdischer Kinder in christlichen Pflegestellen eine nicht ungewöhnliche Erscheinung ist. Eine intensive Mitarbeit, besonders der zionistischen Frauen, müßte bestrebt sein, liier Wandel zu schaffen, um vielleicht hier durch aulkliirendc Arbeit in den Kreisen, die an der Erhaltung dieser Kinder für ein bewußtes Jydentum interessiert sind, die geeigneten Pflegestellen für jüdische Kinder zu schaffen, die sowohl cüic Er- Ziehung in jüdischem Geist wie die Vorbedingung für eine gesunde körperliche Entwicklung der gefährdeten jüdischen Oroßstadtjugend gewährleisten. Auch die Betätigung in der Arbeit der Fürsorgekommtssion ist für unsere Freunde eine sehr wichtige Aufgabe. Wer sich mit den modernen heilpädagogisehen Anschauungen vertraut gemacht hat, die bei jedem gefährdeten oder verwahrlosten Kind die Verhältnisse, in denen das Kind lebt und seine körperliche, geistige und psychische Verfassung als mitwirlccnden Faktor *L*dlr ^n*w'ckk,nfi des Kindes in Rechnung stellt, wird bei dem jüdischen Kim! mit besonderer Auf* tnerksamkeit die QefährdungsmögUcHkeilen, die, wie bcreits erwähnt, iu dem ungünstigen Oroßstadtlcben, der einseitigen Berufsschichlung und der anfälligen Ncrve.1dispositkm zu suchen sind, auszuschaltcn suchen lind die Arbeit 1:1 der Fürsargckoimnission unter diesen Gesichts|nmkten aufnehmen. Diese Arbci Istt zweifellos die schwierigste soziale Arbeit in der Gemeinde, sie wird aber wohl von denen am meisten Förderung erfahren können, denen das Gedeihen des jüdischen Volkes vom rasscnhygicnUchcn Standpunkt aus den vorher erwähnten Gesichtspunkten besonders a1״ Herzen hegt- Von ganz besonderer Notwendigkeit ist die Mitarbeit zionistisch gesinnter Juden in den Kommissionen für die nach modernen pädagogischen Gesichtspunkten geleiteten Waisenhäuser der Gemeind c. Gerade die Internate bilden besonders günstige Möglichkeiten für die Pflege jüdischen Geistes und der jüdische Gemeinschaftsgedanke in seiner edelsten Form könnte liier durch bewußten Einfluß wieder lebendig werden. Unentbehrlich ist der Einfluß zionistischer Kreise in der sozialen Kommission, die sich mit der F ii r s o r g e für die durchreisen d c n Jude n tiefaßt. Bei der Bedeutung, die dieses Problem im Augenblick und für die allernächste Zukunft besitzt, wird es von der richtigen Einstellung der zuzichendcti Juden auf die sie umgebenden Zustände und auf das Verhältnis zu den hier ansässigen Juden abhiingen, ob sie, wie frühere Generationen, bei ihrer Berührung mit der westlichen Kultur durch eine, wie die Erfahrung gelehrt hat, vielfach ungünstige Einstellung Schaden in ihrer körperlichen Entwicklung und in ihrem Verhältnis zum Judentum nehmen werden. Hier die richtige Verbiiiduiig zu den Einwaudemden herzustcllen, ward der auf das jüdische Volkstum eingestellte Jude als besonders wichtige Aufgabe anselten müssen, da ihn die starke Zuneigung, die Ihn init dem Ostjuden verbindet, eine zweckmäßige Arbeit selir erleichtern wird. ln diesen Ausführungen sollte ein Bild davon gegeben werden, welche Aufgaben unsere Freunde in den sozialen Kommissionen der Berliner jüdischen Gemeinde zu erfüllen haben und wie unerläßlich notwendig ihre Mitarbeit an jeder einzigen Steile ist, da sie durch ihre Stellung zum Judentum ganz bestimmte Gesichtspunkte in hygienischer, pädagogischer, sozialer und sittlicher Beziehung liereintragen können, ln einer weiteren Abhandlung soll gezeigt werden, welche neuen Aufgaben auf dem Gebiete der Soztalreforin durch die Arbeit an einflußreicher Stelle der jüdischen Gemeinde erschlossen werden sollen. Tschechoslowakei Nationaljüdischer Delegiertentag in Prag Am 5. und 6. Januar fand in Prag im Jüdischen Rathaus ein vom Jüdischen Nationalrat für die tschea’toslowakische Rejmblik einberufencr Delegiertentag statt, an dem die bei den letzten Gemeindewahlcn gewählten jüdischen Stadtverordneten, l)elegierte der Jüdischen Volksrätc und Delegierte der nationnljiidischen Korperationell teilnahmcn. Es waren insgesamt 150 Delegierte anwesend. Ins Präsidium wurden die Herren Stadtrat Emst Bechert (Tcplitz), Dr. Leopold Goldschmied (Proßmtz) und Stadtrat Ernst Pollak (Kgl. Weinberge) berufen. Am Eröifmingsabeud berichtete zunächst der Präsident des Jüdischen Nationalrats Stadtrat Dr. Ludwig Singer über die vom J. N. R. eingclcitcten Verhandhuigcn zur Anerkennung der Rechte der Juden, welche bereits seit vielen Monaten geführt wurden und, soweit dies nach dem heutigen Stande der Angelegenheit gesagt werden kann, zu einem durchaus erfolgreichen Resultate führten. Dr. Singer gab über diese Verband• Itingcti, die früher in Paris und dann später in l*rag geführt wurden, einen detaillierten Bericht. Ferner sprach Dr. Max B ro d über die Tätigkeit des J. N. R. und seine politische Haltung, die er gegenüber gewissen Opponenten ininimalistischer und maximalistischcr Richtung verteidigte. In der darauffolgenden Debatte gab Herr Friedrich Mautner dem Gefühle der Dankbarkeit und Anerkennung für die hervorragenden Leistungen des J.N. R. Ausdruck. FHe Tagung erhob eine Resolution, die sich gegen die Pogrome in Ungarn richtete, zum Beschluß. Der folgende Vcrhandhmgstag war der Stellungnahme zu den kommenden Par 1 a tn c nt sw ah len gewidmet und w'urdc durch ein Referat des Sekretärs des J. N. R. Dr. Angclo Go Id st ein eingcleitet. An die von Dr. Katznelson gemachten Vorschläge zur Ausarbeitung eines wirtschaftlichen Programms schloß sieh eine eingehende Diskussion, an der teilnahmcn Dr. Winterstein (Mähr.-Ostrauh Prof. Wertheimer (Kamcnic), Dr. Felix Schiemann (Töplitz-Schönau), Rudolf Kolm, l>r. Emil Margulies (Lcitmcritz), Dr. Josef Steiner (Marienbad), Emil Waldstctn, Dr. Ludwig Singer, Markus Ungar, Dr. Goldslein. Schließlich wurde eine Kommission zur Ausarbeitung eines Wahlprogramms gewählt, für die nachmittags Dr. Max Brod berichtete. Es wurde, die aktive Teilnahme an den Wahlen beschlossen und mit der Leitung der Arbeiten und Vertretung nach außen eine Reichsexekutive betraut, in die die verschiedenen Parteien, wclcho gemeinsam in die Wahlen dutreten, Vertreter entsenden. Nach einer kurzen Debatte wurden die Anträge Dr. Brods und Dr. Gold- Steins über die Beschickung der gemeinsamen Reichsexekutive angenommen. Den Beratungen wohnte als Gast auch ein Delegierter des Volksverbaudes der Juden für die Slowakei bei Abonniert auf die ,Jüdische Mundscheu“ Jüdische Welt-Chronik Lansing gegen die Pogrome der Friedenskonferenz erhielt aus dem S Z m!!• י j C ' . c 02“■‘Ratton, die siel» aus Mt shedern des amerikanisch-jüdischen Kongresses und der Pogroinprotestkomitces in New Ycrk Chicago, Philadelphia, Boston und Baltimore *!’. samnicnsetzt, hat dem Staatsparinment die Resolutkincn übermittelt, die die Meetings am 24. N0. vember angenommen haben. Lansing hat darauf die Zusiche rung gegeben, daß Amerika keine Rt. gierung anerkennen wird, die sich an Pogromen schuldig gemacht hat oder die Miivoritätcnrcchtc nicht gewährt. Dr. Stresemann über den Antisemitismus Von dem Abgeordneten Dr. Stresemann wird der ״Voss. Ztg.“ geschrieben: ״Unsere Stellungnahme (d. h. die der Deutschen Volkspartci) ist durch die ״Grundsätze der Deutsch(.•;! Volkspartci'’ bindend gegeben. In dem Abschnitt über Volkstum und Familie heißt es: ״Die Not der Zeit macht cs besonders notwendig, daß das deutsche Volk seiner völkischen Eigenart si.ii wieder bewußt wird und alle geistigen und sittlichen Werte, dif in ihm leben,!1cr.1usarlK.ilet. Dazu will die Deutsche Volkspartci nach Kräften mitwirken. Dag״■,/•׳ bekämpft sie alle Zcrsetzungsbcstre'.nmgen, die an "Stelle des Bekenntnisses zum nationalen Staat und zum deutselten Volkstum das Weltbürgertum setzen wollen. Sie verwirft alle Bestrebungen, die unser Deutschtum zurückdrängen wollen zugunsten internationaler und wesensfremder Auffassungen. Der sittliche und wirtschaftliche Wiederaufbau unseres Volkes kann nur gelingen, wenn wir zurückkehren zu den alten Grundsätzen von Treu!־, Glauben, Ehrlichkeit uiuf Unbestechlichkeit int öffentlichen Dienst in Handel und Wandel. Alle anders gearteten Gesinnungen bekämpft die Deutsche Volkspartei, gleichviel von welcher Seite sic kommen.״ Aus dieser Erklärung der Deutschen Volkspartei gibt klar hervor, daß die Partei es a b I e h n t, einen grunrisätzliclien Antisemitismus zu treiben, sondern daß sie die voi ihr bekämpften Erscheinungen, die nicht auf das Judentum beschränkt sind, da anpackt, wo sie findet, ln ihren Reihen ist jeder willkommen, der bereit ist, i n Sinne ihrer Auffassungen mit/uwirken und mitzuarbeiten ohne Rücksicht auf seinen Glauben. An dieser aus der liberalen Wesensart der Deutschen Volks- Partei gegebenen Grundauffassung wird sie jederzeit fcsthaltcn. Das ist in den Beschlüssen zum Ausdruck gekommen, die der Zcntralvorstand und der Partei- Vorstand in Leipzig einstimmig gefaßt haben, und ff<e programmatisch niedcrgclegt sind. Lediglich diese Bc- Schlüsse sind für die Partei maßgebend, und nicht die Auffassung einzelner ihrer Mitglieder.״ Demission des Lodzcr Gerichtspräsidenten Dr- Kohn. Aus Warschau wird berichtet: Der Präsiöent des Lodzer Bezirksgerichtes, Dr. Adolf Kohn, hat auf seine Stelle resigniert. Diese Demission ist ein Ertoh• des Abgeordneten Pichno, dessen Quertreibereien die Richter und Gerichtsbeamten in Lodz in einem ('trade verhetzt hatten, daß diese beschlossen, in den Streik zu gehen, wenn Dr. Kohn nicht von der PräsidcntcnstcUc amoviert wird. Dr. Kohn mußte schließlich einschcn, daß er bei der Regierung gegen diese Wühlereien keinen Schutz findet und ist dem Streik durch seine Demission zuvorgekommen, Die Natioiialilemukraten niit/en, wie inan sicht, ihre Macht, die durch den Eintritt in die Regierung noch mehr angcwachscu ist, weidlich aus und gehen In der Durchführung ihres Programms, das im Wesen iu der Ausschaltung der Juden aus dem öffentlichen Leben besteht, mit unerbittlicher Konsequenz vor. — Der Fall Dr. Kohn 110t aber noch eine besondere Bedeutung. I>r. Adolf Kohn gilt nicht nur als ausgezeichneter Jurist, sondern ist auch einer der eifrigsten Führer der polnischen Assimilanten. Er versäumte keine Gelegenheit, zu betonen, daß er sich als Pole mosaischer Konfession fühle und als vollwertiger Pole genommen werden wolle. Nun haben ihm die Polen ihre Antwort erteilt: sic wollet! den Dr. Kohn einfach nicht als Polen anerkennen, verzichten lieber auf seine, wie allgemein anerkannt wird, ausgezeichnet«! öffentlichen Dienste, als daß sie zugeben, daß ein Dr. Kohn oder welcher Jude immer, Pale sei, der auf eine öffentliche Steilung im polnischen Staate Anspruch erheben kann. Die Demission des Gerichtspräsidenten Dr. Kohn ist ei:! großer Erfolg der rechtsstehenden Polen und eine herbe Lektion für die Assimilanten. Die Juden im deutschen Heer. Die ״Kreuzzeitung•‘ und andere rechtsstehende Organe haben jüngst Zahlen veröffentlicht, die aus dem amtlichen Material stammen und beweisen sollen, daß nur 78 271 Juden im Kriege für den deutschen Heeresdienst tauglich befunden seien, d. 11. etwa 11 °/0. Der Centralvcrein verbreitet demgegen-, über eine Statistik, wonach weit über 100000 deutsche Juden Heeresdienst geleistet lütten, also der Prozentsatz nicht II, sondern 20 beträgt. Die jüdischen Ratsniänner in Polen. Bei der Konferenz der jüdischen Ratsniänner Polens, die am 31. Dezember in ,Warschau zusammentrat, gab Del. Grawicki in seinem einleitenden Referat folgende Statistik der Zahl der jüdischen Ratsmänncr in Polen: Die Gcsamtzahl beträgt 735, davon 194 Zionisten, 78 Misrachisten, 95 Orthodoxe, 64 Bundisten, 68 Poale-Zkm, 31 Vertreter der Handwerkerorganisationen, 12 Folkistcn. 7 organisierte Kaufleuk, 6 ״Vereinigte“, l Assitmlant und ehe übrigen parteilos. 1