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Jüdische Rundschau · 1920-01-13 · Heft 3 (13.1.1920) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 3 (13.1.1920)
Date
1920-01-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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-י ־- r ”****• •«r־V«rl.f w. 15. SüA.Uth« Sir. 8. K«n>ta1r und Kr»it•». Abonntraeut b»1 d׳f t;«|v׳J1110n und < rn rZr.mltn viertf1j»Mi«b M. 6, - und 25 % T״«■!״״״״«•f te Deulnddnnd, Aui'nndMbnnnfmen* in •nlnprerhrndfr^ Wuhruof. «®מדי: V\ <׳׳׳/ 1׳׳0' ׳/»' .»«י \ ־ ״ - ־. .:■■״׳׳ ואמזד״י״״ד״׳״״; Anicitrcn-Vcrwnitun(׳: Will •Vfil.f, lirriin NW 7, Uon.Ib.nKlf.04 S5. T.l.j.i.ont Ami '/.*■ntrum 4814 u. 4815. A»1*ig€»pr«U (ur dm *ח*1י*ק»<ז2*ו^ז« NonpareilWiU 1 M., und 25 % Teu«rur?*zu>dhU|>, Telephon: Amt Uhland P,45 und *46. Poitiehec^lionto: Nr. 17 592. Für O *!erreich: Postsptrkaaat na׳«t \F׳<m, Nr 15t* 010־. F Cr Taehe*äto<«lowal1<d: l0״af«pa»kaa»«namt Prag, •י»«• Nr 156 010 Rf<Jaktmn««d1H1& Seantaf «nd Mittwoch nachmittag. Nummer 3 I Berlin, 13. 1. 1920 I Amel^enichluß: Dirnatag und Freitag nachmttUf• 4 Uhr. I 22. Tebeth 5680 I XXV. Jahrg. Ziele und Wege der polnischen Judenpolitik Von tinscrcin Krakauer Korrespondenten. ism. Krakau, J1. Dezember. Dr• l’ogromwclle, welche <lic Jmien Polens in der tvriW» Zeitspanne des selbständige״ Staates licimgesiidit It»{ hat sich nunmehr gelegt. Hie und da noch ־bricht der’ systematisch geschürte Volkshaß in Gewalttätigkeit ׳"!«ס!! allein dies sind nur ״och die letzte״ Zuckungen d r a:«d״cwordencn Pogroinhestie. Noch vor wenigen .\V)11<uc־i1״trufi sieh in der Nähe Krakaus ein tragii-MTtiulier t'aH zt», der für die damaligen Verhältnisse, nä‘ die damalige Gemütsverfassung der Juden einen c״ar«kterUtischen Beitrag bietet. Ein Jude im Kaftan eiblickt vom Wagcnfcnster eines rollenden Zuges in «er kcraiinahcmlcii Station eine Abteilung Hallerscher SM(i*ten; er rieht die Notleine, bringt den Zug zum Stehen, um attllcrhalb der Station aussteigeu und den MäUu״dh»ngcn der Soldaten entgehen zu könne״. Eine Beruhigung der Atmosphäre, an jener der Po- ■roinzfit gemessen, ist unverkennbar. Vielleicht — 'jeher lallt sich das nicht feststellen Ist diese Bertiluguag eine Folgeerscheinung der Morgentliausdieti und ««r Samuclschcrt Mission. Die blutigen Exzesse, die ,ich während ihrer Anwesenheit in Minsk tmd in Lodz .׳׳,artigen, waren die letzten Ausläufer der Pogrom- Bewegung und auch sic vermochten nicht die Fest- -leJhiug zu verhindern, daß in der Gcsaintlage eine wesentliche Besserung eingetreten ist. Auch die poloäidte Regierung hat zu dieser Beruhigung durch ihre orteten, wenngleich sfets eingeschränkten Warnungen ■;.ui Aufnifc, nicht unwesentlich beigetragen. In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, daß die Pogrom- .M0dra zur gerichtlichen Verantwortung gezogen und keinesfalls milde bestraft werden. (Fall Urzcsko, Koto u*w.) Dies ist selbstverständlich ein abschreckendes dckpicl. Verhöhnungen, lciditerc Mißhandlungen, insbesondere v/ährend der Bahnfahrten und in den kleineren »tatlonsgzbäudcu kommen noch oft vor, allein sie sind /um täglichen Brot geworden und der Jude hat sich ,;ewfilint, sie mit einer traurig qualvollen Resignation, U!Mbstverstämllichkciten hln/tmelimen. Die Besserung in der Gcsanitsituatiou, die ohektfv «!gegeben werden muß, berechtigt jedocli nicht zu •icm Schlüsse, daß die Lage der Juden in Polen eine »füge, eine freudige geworden ist. Der Schwerpunkt acr wttijüdischcn IVzlitik von Regierung und Volk hat •tck auf ein anderes Gebiet übertragen. Das jüdische Volk in Polen wird rücksichtslos auf die Folterbank Jmc׳♦ konsequenten, bis ins kleinste durchdachten Ökonoin Ischen Boykottes gezerrt, wo ihm allmiihhei» ciu Prokrustestod l>ereitct werden soll. Die Ziele der antijüdischen Polenpolitilc lassen sich kurz *usammenfassen. Sic sind folgende; starke Vermlndcnmg der Jtidenzalil auf dem Gebiete des polnischen Stantes und politische und kulturelle Assimüicrung der Zurückgebliebenem In diese» Zielen stnd sich Regierang und Volk, sämtliche polnischen Parteien des poleisdien Parlamentes von der radikalen Rechten bis zu den Sozialdemokraten inklusive einig. Der bekannte Sozia-!;stenführer üaszyns ki hat sich vor einige!) Monaten 711 der Aeußerung hinreißen lassen, daß Polen eine Juden- 1hl von drei Millionen ״nicht verdauen“ könne, her antijüdisclie Boykott, der noch zur Zeit des geteilten;)lei!•‘ imter dem Einflüsse der national-demokratischen Partei ansr.tztc, suchte als Begründung ein Argument her- .«us/ukKigcln, wonach die Juden ein polen- und staatsiiiwllidics Element seien und deshalb verdrängt werden nässen. Es half nichts, daß sämtliche jüdisch-nationalen Parteien bei jeder Gelegenheit, in allen öffentlichen Körperschaften, in dem Staatsratc, in alle» Stadträten üre Ixiyalität beteuerten uittd eine positive Stellung -Amnlmien, Die Natkmal-Dcmokratic verstand es, das «inze VoB< binnen eines Jahrzehntes mittels einer stark ' erzwcigtcti Presse so zu umgarnen, daß heutzutage der Antisemitisinus eine Vorbedingung für das Bestehen ums jeden politischen Programms geworden Ist. Heute •1 beinahe (man könnte cs sogar ohne diese F.inschränktuig behaupten) die ganze Presse Polens antisemitisch. Zeit•,mgen wie ״Mysl Niepodlegla“ (Der unabhängige s'icdankc), ״Liberum Veto“ ״Gazcta poranua“ (Morgen- Zeitung», gie in Warschau erscheinen, ״Nova Era“, ..Nowe Hnslo“ (Die neue ljosimg), ״Glos Narodn“ (Voikssiimme), die in Krakau erscheinen, und viele, viele xikIto־ schlagen einen Ton an, der bezeugt, daß der oohtisfhc Antisemitismus eine auf lange Zeit nicht zu litik'mk• Psycliosc geworden ist. Diese Presse ist, nebst!,,er ziclbcwuBtcn antisemitischen Flugblätter- und ßro<c!1ürcn-Litcratur das theoretische Machtmittel, weldies die Ernlchung der obangcfülirtcn politische» Ziele vorbereiten und ermöglichen soll. Man schrickt selbst 'or Verbreitung von Broscltürcn nicht zurück, die dem V'oike plausibel machen sollen, daß der Ritualmord ein religiöses Gebot der Juden ist (Bezirk Grybow-West- ,יזי־׳«tu). Die greifbaren Folgen dieser ״kultivierten“ ״Der Zlouhtnui *ntrebt filr das jüdlitlie Volk die Sd»0/lu«§ einer öfieniHdr.-rccbilidi Residierten ileimiiöho in PaIüsIüus.“ ßsieler Pro!{ranun. } - wie sic von. den Polen genannt wird —- Judenhetze [ sind mannigfache. Auf dem Lande verkauft der Bauer j bei sonstigem Banne dem Juden keine Lebensmittel( i eibgcsessenc jüdische Familien werden beauftragt, auf I Grund eines Gctncinclebcschlusses binnen 48 Stunden | bei sonstigen Zwangsinaöregeln das Dorf zu verlassen, langjährigen jüdischen Handelsfirmen wird fast ausnahmslos die Zuteilung von Zucker, Kohle, Salz — versagt. Iler Yabakverschkift wird Juden abgenommen und auf diese Weise werden Hunderte von Familien pauperisiert, an den Bettelstab gebracht. Wohl hat die Regierung über Intervention des jüdischen Nationalrates tu Warschau ausgesprochen, dal) die Vertreibung der Juden aus den Dörfern nicht gesetzmäßig sei. Doch was hilft es? Hier gilt noch oft das alte polnische Sprichwort: ״Der König ist König in Warschau und Fürst Radziwill in Nieswies“. Die lokalen Behörden setzen sich über diese Befehle oft hinweg. Schon heute läßt sich zufolge dieser Zustände eine Binnenwanderung der Juden aus den Dörfern und Kleinstädten in die Groß- Städte bemerken. Es ist eine Flucht vom Regen in die Traufe. In de* Großstädten pferchen siel» gegenwärtig so große JiKlenmassen zusammen, daß ihnen ökonomisch ein Ersticken droht. Da eine überseeische Emigration in nennenswertem Umfange derzeit aus politi« scheu Rücksichten ausgeschlossen ist, entlädt siel* notgedrungenerweisc der Selbsterhaltungstrieb der jüdischen Massen in den Großstädten auch in jenen Erwerbszweigen, die vorn moralischen Standpunkte nicht gutgeheißen werden können. Ein Novum in dem antijiidischcn Boykotte ist die j A n t i s e m i t e n s e » c h e i n d c n S c!1 u I c 11. Die jü- [ dische Jugend befindet sich in einer haßgetränkten Atmo- 1 Sphäre und droht in ihr moralisch zu verkrüppeln, j Lehrer, die sich dieser systematisch großgezogenen ן Strömung männlich cntgcgcnstellcn, gehöre» zu den weißen Raben. Dies hat zur Folge, daß öfters die polnische Jugend gegen ein Zusammensitzen mit der jüdischen in der gemeinsamen Schule protestiert und dieser emsig geschürte Haß ist so überströmend, daß selbst liberale und verständnisvolle Elemente unter den Lehrern nicht den Mut aufbringen können, diese Strümiuig niederzuhalten, ihr Einhalt zu gebieten. Die Seele der polnischen Jugend ist vom Antisemitismus geradezu zermürbt. Die Regierung, die cs versteht — dies muß zugegehen werden -- gegen allzu gewalttätige Auswüchse des Antisemitismus aufzutreten (stelle z. B. die oben angeführte Verordnung gegen Judenvertreibungeo), um den Schein der Gerechtigkeit zu wahren, vertritt jedoch den Standpunkt eines legal verkappten, nichtsdestoweniger schnödesten Antisemitismus, Sie hat cs verstanden, durch eine entsprechende Interpretation ries Versailler Traktaten dem Begriffe ״Fremder“ eine Bedeutung zu verleihen, die mit einem Griff viele Zehntausende von Jude» des Bürgerrechtes beraubt hat. Sie hat durch die Unterstützung der Gesetzcsvorlagc über die Zwangs- Sonntagsruhe, welche am!8. Dezember, mach der dritten Lesung Gesetzeskraft erhalten hat, die Ökonomisehc KoiikirrrcnzfähJgkiit dos jüdischen Haiulwerkers und Klciiikaufniauncs gebrochen. Das Gesetz ist so rigoros, daß cs selbst dem Rabbinate und der jüdischen Gemeinde-Verwaltung au Sonntagen das Amtieren verbietet. Das poI!usc!1e Parlament hat eine Vorlage über N a m e n s ii 11 d e r u!1 gen, dessen Spitze sieb gegen die Juden richtet, zum Gesetze erlwlKii. Und nunmehr wird der schrecklichste Angriff gegen die Daseinsbedingangen des jüdischen Volkes vorbereitet: in allernächster Zeit soll dem Parlamente ein Projekt unterbreitet werden, wonach sämtliche Lebensmittel- und ihnen verwandte Geschäfte konzcssionicrtwcrdcnmüsscn. Den lokalen Behörden wird eine freie Interpretation dieses Gesetzes bei dessen praktischer Handhabung zuerkannt. Was dieser Schlag bedeutet, erhellt, wenn man erwägt, daß der Lclwnsmittelvcrschlciß heute zu SO Prozent in jüdischen Händen liegt. So wird die Schlinge um das jüdische Volk mit jedem Tag »miner enger gezogen. Die Muni/ipnlliehörden tragen das ihrige bei, um in ihrem eigenen Wirkungskreise den Juden das Leben auch dort zu verleiden, wo sic noch halbwegs frei atmen können. Die Aufzählung, oder auch nur beispielsweise Nennung, aller dieser lokalen Beschränkungen kann nicht Gegenstand eines Zeitungsartikels sein. Die Selbsthilfe des jüdischen Volkes, deren Bedeutung es unter dem gewaltigen Drucke zu erkennen beginnt, vermochte gegen den konzenfrischen anUjüdischeu Angriff bisher nicht in wünsehenswerter Weise aufzukommen. Vielleicht ist es auch objektiv unmöglich! Doch darüber ein einderes Mal. Die sozialen Aufgaben der jüdischen Gemeinden Von Frau S. Wronsky, IVrlin-Scliöneberg. Die Wohifnhrisplk'ge ist in allen Kuiturcpochcn eins der Gebiete gewesen, auf denen jüdische Begabung upj jüdische Gestaltungskraft schöpferische Kräfte entfaltet und der Menschheit ureigene Wesenswerte geschenkt hat. Zur Zeit des alten jüdischen Staates, in der Ent- Stellung der ersten Christengemeinden, während «kr Diasfora in den reichen Gemeinden Spaniens und Hollands, wie in den armen Giiettogemeindeu Rußlands un«l Polens vermochten die unaufhörlich schaffende* Kräfte im Judentum die jeweils der Zeit und den U*1ständen gemäße Form für die vom sittliclien wie vom wirtschaftlichen Standpunkt gleichermaßen als notwendtj erachtete Wohlfahrtspflege zu finden. Die glückliche Formung auf einem Gebiet, auf das Veranlagung mm! Neigung das jüdische Volk in gleichem Maße hinwiestn, war «1 lange möglich, als eine starke umerc üiixluv»* die Struktur des Volkstums aufrecht zu erhalten vermochte, so lange die Gesellschaftsform des Staate* oder der Volksgcmctnde die Förderung des gemeinsame* Interesses in wirtschaftlicher wie in kultureller tuuJ fei religiöser Beziehung als notwendig zur Lebenserhaltung erscheinen ließen. In den modernen jüdischen Gemeinde* Westeuropas, wo die innere Bindung nur in beschränkten! Maße in der Gemeinsamkeit des religiös« Kultus und n» der Ekizcliinfcrstützuiifi armer Gemeindemitglicdcr besteht, der Zusammenhang der Wirtschafts-, der Er/iehungs-, der Lebensgemeinschaft und damit der Volksgemeinschaft überhaupt unter den veränderten Verhältmsscn jetloch au!gegeben wurde, konnten die gv stattenden Kräfte nicht mehr aufgebracht werden, um du• neue, den Zeitverhältnissen angepaßte Wohlfahrtspflege zu schaffen. Durch den wirtschaftlicher! Aufstieg ehr Westjuden waren die wohlhabend gewordenen Juden sfcli ihrer Verantwortung auch jetzt bewußt, den bedürftigen Glaubensgenossen durch Hergabe erheblicher Oeldsviremen in ihrer Not Unterstützungen zu gewähren, sie waren aber nicht mehr gleich ihren weisen Vorfahren hellsklrtig genug, um zu erkennen, daß die Erhaltung eines Gemeinwesens lücht nur in der Untcrstiitzun§ der Mitglieder in der Not beruht, sondern daß eine großzügige, vorbeugende Sozialpolitik an der Gesamtheit der Volksgenossen allein vor der Degcnerattet! und dem Untergang zu bewahren vermag. Aus dieser Entwicklung heraus hat die Wohlfahrt»• pflege ia der Berliner jüdischen Gemeind* ihre Gestaltung angenommen. Sic verfügt über eia verhältnismäßig großes Stift ungsver mögen (sduitzuiig!,weise etwa 8 Millionen Mark) für verschi•- dene Zwecke und über einige gut fundierte Anstalten für alte Leute und Waisen, sowie über eine Reff!• von Sonde! Kommissionen für einzelne Fürsorge-Zwecke. Verwaltungsteclinisdi entspricht sie den modernen Fcwmen der Wohlfahrtspflege, Indem sic eine Zentralmckkstelle über .die von den einzelnen Abteilungen d«< Gemeinde wie von de» im Verband für jüdische Wohlfahrtsptlcge zu samm engt schlosse nen Vereinen gewährten Unterstützungen unterhält, und dadurch nach Möglichkeit Doppcluntcrstütcungcn vernicklet. Auch eine Art lokaler Dezentralisation steht ihr durch die beiden Verwaltung*• gebiimte in der Oranienburger Str. 2ü uml in «kr Roscustr. 2;׳l rar Verfügung. l>ic Wohlfahrtsplicge ekr jüdischen Gemeinde bietet daher dis Bild eines Hau** mit guter finanzieller Fundierung 1u1d vorzüglicher bür״• technischer Einrichtung, Wenn aber das Leben in diesen» Hause von cntschckfcmicr Wirkung auf die Erhaltung und Aufwärtsentwickhuig lies jüdischen Volkes sein soll, und eine solche Wirkung ist wohl als das letzte Ziel jeder Volkswohlfahrt «pflege eines Gemcinwesetis zu hetraeilten, ~ so muß eine Umstellung der jüdischen Wohlfahrtsplicge nach Gesichtspunkten einer gesumku Sozialreform erfolgen, deren Einstellung s«>w<111l die Eatwkklungscrscheinungcn der letzten 100 Jahre am jiidischen Volkskörpcr wie die neuen bcdeutsamei» Geschefuiisse der jüngsten OcsclikhLsperiode mit ilu־en wühcrsehbarrti Folgen gerade für die Entwicklung der jüdischen Rasse bcrücksiclrtlgcn müßte. Die Wohlfahrtseinrichiungen der jüdischen Gemeinde üi Berlin sind zurzeit rein fürsorgerischer Art, d. h. sk׳. treten ein, wenn ein Notstand bereit« vorhanden ist, und suchen, meist in der Form von Gcldunterstüt/ungcn, eine LaKlerung dieses Not- Standes herheizuführen, ohne durch eine vorbeugende Behandlung den Eintritt «lieses ׳Notsta 11 des verhindern zu können, oder «furch n a c 11 g c h e n <! c pflegerische Fürsorge die Wurzel des Notstandes ausrotten zu k ö 1171 e n. Diese bcklen Möglichkeiten bieten aber nach den Ansichten der modern«» Fürsorge-! theoiie atlcin eine Lösung tles Problems der Armut unten• «len Wirtscluftsverhältnissen unserer Zeit, Sie könnten bei einem notwendigen Ausbau der Oemcindearbeit, wie er für «He nächste Zukunft unbedingt erforderlich ist, ohne große Schwierigkeiten uml Kosten durchgcfiihit werden.

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