Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 92 (30.12.1919)
- Date
- 1919-12-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 726 JUEDISCH« RUNDSCHAU Nr. 92 Aufstand in Mesopotamien. ״Daily News“ berichtet über antibritische Bewegungen in Mesopotamien. Eine große Zahl von Beduinen Kampiert in der Nähe von Bagdad. Es soll sich um eine große türkischarabische Bewegung׳ handeln und es werden grolle Truppenbewegungen aus dem Eirpliratlale in der Riehtu׳ng auf Bagdad gemeldet. Man׳ erwartet, daß sie bald mit den englischen Truppen Zusammenstößen werden. . Auch Kurdistan und einige Gegenden Persiens geben Anlaß zur Beunruhigung. — Dem ״Teinps“ wird berichtet: Die Araber, die sich kürzlieh der Stadt Vhezezzw am Euphrat bemächtigten, sind noch immer in deren Besitz. Sie äscherten _ die Regierungsgebäude völlig ein. Eine große Zahl Beduinen treibt sich in der Gegend herum. Es wurden Maßnahmen getroffen, um einer Lage ein Ende zu bereiten, welche ernst werden könnte, sollte sie sich weiter ausdehnen. General Srnuts hielt anläßlich der Feier des 2. Novemlber in Johannesburg (Südafrika) eine Rede. Er sprach über den Eindruck, den die Jttdenverfolgungen besonders in Polen auf die öffentliche Meinung gemädit liiitten; der verstorbene Louis ßotha habe den Vorsitz in der polnischen Kommission •der Friedens- Konferenz wegen der Pogrome niedergelegt. Zionismus sei das einzige Heilmittel gegen diese Verfolgungen. Die Balfoursohe Deklaration werde nach Abschluß des türkischen Friedens verwirklicht werden. Jüdische landwirtschaftliche Kolonie im Tessin. Dem Zentralkomitee des Schweizerischen Zlonistenverbandes liegt ein Projekt vor, im Kanton Tessin eine jüdische landwirtschaftliche Kolonie zwecks Ausbildung der jüdischen Jugend in der Schweiz in Landwirtschaft und Handwerk zu gründen. Das Projekt genießt die wohlwollende Unterstützung des landwirtscfiaftüclien Departements der tessinischen Regierung und erfreut sich der Sympathie weiterer jüdischer Kreise der Schweiz. Der Initiator dieses Projektes, Herr Abu J ed f in aus Brody, begibt sich in den nächsten Tagen nach Oesterreich und Deutschland, um einerseits die in derartigen Institutionen bereits gemachten Erfahrujigen zu sammeln, andererseits zwecks Auswahl einiger jüdischer Landwirte bzw. Handwerkerfamilien, die für die Anlernling der Pioniere in Betracht kämen. Bevorzugt werden junge Ehepaare mit etwas Kapital, mrt womöglich das Lehrgut usvv. in Pacht zu nehmen. Offerten unter Angaben der bisherigen Beschäftigung sowie des vorhandenen Kapitals sind sogleich an Fi. Jedlin, Ung. Brod (Mähren) und in Abschrift an das zuständige Palästina-Amt zu richten, welche sich sodann mit den Reflektanten in direkte Verbindung setzen werden. ״Hechalt1z“-Tagung in Lemberg Am 7. und 8. Dezember tagte in Lemberg die erste Zusammenkunft der Delegierten der ״Hechaluz“-Gruppen aus O stga I i zi eil. Es erschienen 156 Delegierte aus 30 Ortschaften. Den Tätigkeitsbericht erstattete Herr Bikels 4111 Nainejj. der Zentrale. Die Organisation zählt in Ostgalizien 506 arbeitende C haiuzini. Die meisten sind in Landarbeit bei jüdischen und nichtjüdischen Besatzern tätig. Es sind auch Versuche gemacht worden, Handwerkergenossenschaften ins Leben zu rufen, so existiert in Stryj eine Stellmadierei auf genossenschaftlicher Grundlage. Für die Errichtung einer eigenen Lehrfarm sind bereits 100 000 Kronen gesammelt. Die Einnahmen der Hechaluzkasse betrugen in der Reell- «mngsperiode 21 000 Kronen, die 'Ausgaben 12 TO0 Krooen. Nachdem die Tagung der Zentrale De Charge erteilt hatte, referierte der Vorsitzende Dr. Schmor a k über die Aufgaben des Hechaluz. Seine Ausführr -gen gipfelten darin, daß der Hechaluz berufen ist die Kaders für den Bauern st a nd in Palästina zu stellen, welcher Stand eine Majorität der jüdisehen Bevölkerung i111 zukünftigen Erez-Israel mismadien muß. Herr Bikels sprach darauf über die Organisaiionsprinzipien des Hechaluz. Mitglied kann jede Person vom 18. bis 35. Lebensjahre sein, ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit, die nach Palästina geht, um sich dort produktiv zu betätigen und sich im Galuth dazu vorbereiten will. Außerdem gehören dem Hechaluz auch Personen an, die zwar selbst keine Chaluzim sind, die aber die Bewegung ideell und finanziell unterstützen. Es referieuen noch Ing. Kontes über die Rolle des Hechaluz beim Aufbau Palästinas und Prot. Samuel Rieger über die Kulturabgaben. Ucber sämtliche Referate wurde ausgibig debattiert. Zur Annahme gelangten u, a. folgende Beschlüsse: 1. Indem die Tagung damit rechnet, daß in Palästina anfangs Privateigentum «.!gelassen sein wird, fordert sic die zionistische Leitung auf, die all mähliehe Nationalisierung des ganzen pa- I ä s t i n e 11 s i s c 11 e ti Bodens ׳ samt den Bodenschätzen zu sichern. 2. Als Idealzustand sieht die Tagung eine jüdische Landbevölkerung־ in Palästina auf Nationalfondsboden au. 3. Die Tagung spricht sich gegen die Verteilung der Chatuzim unter den einzelnen Kolonisten aus, 4. Die Tagung fordert den Nationalfonds auf, seine Farmen an Chaluam-Genossenschaften zu Ausbildungszwecken zu vergeben; nach vier Arbeit*- jahren »041 jeder Chalu/, ein kleines Grundstück auf Nationalfondsboden erhalten. Die Chaluzgcnossenschaft hält ihre Mitglieder an, die Farm nach vier Jahren zu verlassen, um Platz für andere zu machen, t. Die E17.1 ׳ e 1111 n g s - und Kulturarbeit in den Kwuzotii hat zum Zwecke, die Chaluzim intellektucll und moralisch für den großen nationalen und sozialen Aufbau in Palästina vorzuberciten. 2. Die dringendste und unumgänglichste Aufgabe jedes Chaluz ist das Erlernen und tatsächliche Beherrschen der hebräischen Sprache. 3. Die moralische Erziehung der Chaluzim erstrebt die Annäherung an die Natur und den Boden; das Erwecken des reinen Idealismus, der auf den Glauben an die ewigen Güter der Menschheit und an unsere nationale Zukunft basiert; die Stählung des nationalen und individuellen Willens und das Wecken des Verantwortung!!- und Solidaritätsgefühls. Die Tagung ■beschloß ferner, daß jeder Chaluz verpflichtet ist, innerhalb sechs Monaten das H ebrä i sehe zu!erlernen. Mit dieser Nummer schließt der Jahrgang der ״Jüdischen Rundschau“. Wir bitten unsere Abonnenten, das Abonnement sofort zu erneuern, da'mit keine LJnierbrechung in der Zustellung eimriit. Die Aufgaben der ״Jüdischen Rundschau“ als Zentralorgan der deutschen Zionisten werden im kommenden Jahre gewaltig wachsen. Unsere Idee steht vor ihrer Realisierung, das jüdische Leben in der ganzen Welt sieht vor einer noch nicht dagewesenen Umwälzung. Für die Juden in Deutschland, die den Quellen jüdischnationaler Aktivität etwas entrückt sind, insbesondere aber für die deutschen Zionisten, die sich dem Volksorganismus einzugliedern entschlossen sind, ist es von größter Bedeutung,, daß sie diesen Prozeß der Wiedergeburt in allen seinen Phasen mitzuerieben in der Lage sind. Das einzige Mittel hierfür ist die ständige Lektüre der ״Jüdischen Rundschau“, welche über alle Einzelheiten der Entwicklung und über alle jüdischen Ereignisse, insbesondere aber über den Fortgang der Arbeit und die zutage tretenden Strömungen in Palästina dauernd ausführlich berichtet. Die Judenfrage ist mit unerhörter Aktualität in ihrer ganzen Breite aufgerollt, auch die deutsche Judenfrage erfordert nach außen und nach innen entschlossene Stellungnahme. Alle jüdischen Probleme sind jedoch nur dann für uns erfaßbar, •wenn wir sie unter dem nationalen Gesichtsvvinkel und im Hinblick auf die Zukunft unseres Volkes betrachten. Die ״Jüdische Rundschau“ ist das einzige Organ, das in umfassender Weise alle Fragen behandelt. In ihr soll sich auch die geistige Eigenart des deutsehen Zionismus spiegeln uiyi durch möglichste Verbreitung der ״Jüdischen Rundschau“ im Ausland soll die Möglichkeit geboten werden, die unerläßliche Brücke zwischen unserer Landesorganisation und unseren Brüdern Ln allen Ländern zu schlagen. Ebenso wesentlich wie Ts für uns ist, die Anschauungen unserer ausländischen Gesinnungsgenossen kennen zu lernen, — worüber die ״Rundschau“ ihre Leser zu unterrichten bestrebt ist, — ebenso wichtig ist es, daß unsere Gesinnungsgenossen in anderen Ländern ein Bild der geistigen Strömungen, und der praktischen Anregungen unserer deutschen Laudesorganisation bekommen. Wir bitten daher alle unsere Freunde, uns in unseren Bem ü 11 u n g e n um eine Verbre itung der ״Rundschau“ sowohl im Inland als auch im Aus-!and durch Werbung von Abonnenten und durch Angabe von Adressen, an die wir Probenummern und Abonnementsein- 1a düngen schicken können, zu unterstützen. Gleichzeitig müssen wir Mitteilung machen, daß sich der Verlag genötigt gesehen hat, angesichts der immer höher werdenden Herstellungskosten gleich allen anderen Zeitungen den Bezugspreis zu erhöhen. Die bekannten Verhältnisse im Zeitungs- und Druckereigewerbe entheben uns wohl der Verpflichtung einer eingehenden Motivierung. Wir hoffen, daß unsere Freunde und Abonnenten so einsichtig sein werden, die Not- Wendigkeit dieser Maßregel anzuerkennen und uns durch treues Ausharren über die Schwierigkeiten dieser Uebergangszelt Imiwegzuh elfen. Es wird vom’ 1. Januar 1920 an zum Abonnement der ״Rundschau“ ein T euerungszuschlag eingehoben, und zwar vierteljährlich auf das Eiuzelabonnement M. 1.50, und im Sammelabonnement M. 1.—. Der Abonnementspreis für die Länder des Auslandes wird in der entsprechenden Währung des betreffenden Landes festgesetzt. Berlin, Ende Dezember 1019. Redaktion und Verlag der ״Jüdischen Rundschau“. Zionistische Bewegung Auflösung des Kopenhagener Büros Die ״Mitteilungen“ des Kopenhagener Büros veröffentlichen folgende Verlautbarung: An die Zionistischen Landes- und Sonderverbände! Das Exekutiv-Komitce der Zionistischen Organisation in London gibt bekannt, daß das Kopenhagener Zionistische Büro seine Tätigkeit mit d e 111 31. Dezember dieses J a hr e s abschließen wir d. Da r,amtliche zionistischen Landesverbände nunmehr in der Lage sind, die durch den Krieg unterbrochenen direkten Verbindungen mit der zionistischen Zentrale wieder aufzunehmen, erscheint die Fortführung eine* Zweigbüros in Kopenhagen nicht mehr als notwendig; mit der vorliegenden Nr. 141 werden auch die ״Mitteilungen“ des Kopenhagener Büros abgeschlossen. Die Zionistischen Landes- und Sonde!־verbände werden daher ersucht, von heute ab, soweit es sich nicht um laufende Angelegenheiten handelt, ihre Zuschriften an das Zionistische Zcntralbü'ro i n L o n - don zu richten. Wir wollen nicht verfehlen, allen zionistischen Organisationen, die während der Kriegsdauer mit «11s in Verbindung gestanden haben, für die Unterstützung, die sie uns in unserer Arbeit geleistet haben, und für das Interesse, das sie unseren ״Mitteilungen“ entgegengebracht haben, aufs wärmste zu danken. Das Kopenhagener Büro der Zionistischen Organisation. gez.: Dr. V. Jacobson, Sämtliche Basler Konferenzen abgesagt Mit Rücksicht auf die Verschiebung der Jahreskonferenz sind auch die andern nach Basel einberufenen Konferenzen bis auf weiteres verschoben worden. Es entfällt also auch die Gelehr tenkonferenz wegen der!Universität Jerusalem, die Weltkonfercnz des Misrachi, sowie die Vereinigungskonferenz des Hapoel- Hazair und der Z ei re - Zion. Letztere Kon. ferenz (Hapoel-Hazair — Zei're-Zion) soll, wie wir erfahren, im Laufe des Februar in einer Stadl Mitteleuropas, wahrscheinlich in Prag, abgehajtes werden, Konferenz der französischen Zionisten Die diesjährige Konferenz der Federation Sion ist* de France wurde arrt Mittwoch, den 26. November 1919 im Salle Lancrue Paris eröffnet. Es waren Delegierte aus Frankreich einschließlich Elsaß-Lothringen, Marokko und Tunis anwesend. Der Generalsekretär N. Hermann erstattete den Jahresbericht. Einer energischen Agitation gelang es, die Zahl der organisierten Zionisten auf 27(3# (davon 1340 in Paris) zu erhöhen (einschließlich Marokko und Tunis, aber ohne Elsaß-Lothringen). Die Zahl der Schekelzahler beträgt 5241. Für den Preparation Fund wurden 15 218 Frcs. gesammelt. Für den N.-F. wurde (ohne Berücksichtigung der Spenden aus Tunis und Elsaß-Lothringen) die relativ gute Summe von 58 169 Francs (gegen 5000 Frcs. im Vorjahre) gesammelt Eine Buchhandlung und ein Leseraum: wurden in Pari» geschaffen. Ein Kulturdepartement ist m Vorbereitung Das offizielle Organ der Federation ist der ״Peupie juif“. Zionistische Arbeit in der Bukowina Einem in Broschürenform vorgelegten Bericht de» zionistischen Landeskomitees für die Bukowina entnehmen wir nachstehende Fakten: Die zionistische Organisation in der Bukowina war unmittelbar vor Kriegsausbruch reorganisiert worden Der Krieg jedoch verhinderte die Entwicklung zionlstischer Tätigkeit, da das Land der Schauplatz vediselnder Kämpfe war. In Wien trat eine provisorische ,'Leitung der Landsmannschaft zusammen. Als im Noevmber 1918 die österreichisch-ungarische Monarch« auseinanderbrach, bildete sich in der Bukowina eis jüdischer N a t io 11a 1 rat, an den die Zionisten führend beteiligt waren. Die Stellung der Juden war bei der Unsicherheit der politischen! Zukunft der Bukowina eine außerordentlich schwere, der Nationalrat hat hier wichtige Aufgaben gelöst. Er legte ferner Wert darauf, durch Errichtung■ zahlreicher nationaler Schule! die Erziehung der Heranwachsenden jüdischen Generation in die Hand zu nehmen. 1111 Juli 1918 war herein die Leitung der zionistischen Organisatiom in die Bukowina zurückverlejjt worden, die dort eine rege Tätigkeit auf allen Gebieten entfaltete Die ostgal izische Landeskonferenz verschoben. Mit Rücksicht auf die Einberufung der Jahreskonfereni und deren Bedeutung für die auf der Konferenz der ostgalLöschen Zionisten zur Beratung stehenden Fragen hat das Exekutiv-Komitee der Zionisten Ostgaliziens die für den 28. Ins 30. Dezember einberufene Konferenz verschoben. Die Konferenz der ostgalszischen Zionisten wird erst in* Laufe des Februar stattfinden. Eine ״Warnung“ vor Arbeitern und Chaluzini. Der unter obigem Titel in der letzten Nummer unseres Blattes kritisierte Artikel der Wiener ״Jüdischen Zeitung hat scheinbar auch in Oesterreich lebhaften Unwille« und Proteste zur Folge gehabt. In Nr. 50 der ״Jüd Ztg.“ erklärt das zionistische Landeskomitee für Oesterreich, daß die Zeichnung des Artikels durch Versehen weggeblieben ist, daß der Artikel daher nur als private Aeußerung seines Autors Heinrich Margulies arm!־ sehen ist und nicht die Meinung des zionistischen Landeskomitees daTstellt. — Wir registrieren diese Erklärun« zur Ergänzung unserer vorigen Notiz, da1 wir es für wichtig halten, daß in der Oefientlichkeit festgestellt wird, dan die geäußerten Anschauungen von keiner zionistischeu Instanz gebilligt werden. Die Rechtfertigung, die Heinrieh Margulies selbst in der ״Jüd. Ztg.“ zu geben versucht, halten wir für durchaus unzulänglich. Zionistisches Leben in den sibirischen Gef angenenlagern. Die ״Wiener Morgenzeitung“ veröffenilicht eine Zuschrift aus dem Kriegsgefangenenlager Nowo-Nikolajewsk, in welcher die umfassende n<> nisiische Arbeit in den sibirischen Lagern anschaulich geschildert wird. Die agitatorische Tätigkeit des Führers der zionistischen Kriegsgefangenen, Hans Kohci aus Prag (Verein ״Bar Koch.ba“-Prag, weiteren Kreisen be• kannt als Herausgeber des Sammelbuches ״Vom Judentum“) bewirkte es, daß alle jüdischen Offiziere de! früheren Oesterreich und die schwächere Hälfte derer aus Ungarn der Organisation beitraten. Nach Darlegung des Verhaltens der andersnationalen Karnerades heißt es weiter in dem Brief: ״Abgesehen von der kulturellen Tätigkeit der Organisation (Vorträge, Seminarien, Gesdikhts- und Lehrkurse, jüdische Bibi»־ tliek) wird auch praktisch und wirtschaftlich gearbeitet Der jüdische Turn- und Sport vere i 11 hat sehr geringe Erfolge aufzuweisen — di« industrielle und kommerzielle Tätigkeit absorbiert eben gerade bei uns Juden sehr viele Kräfte dagegen gedeiht die jüdische GaftenbaugeselL schaft, wo Gemüsebau gelehrt und betrieben wird, sehr gut. Kolm und ein Dr. Singer waren vor kurzem * Irkutsk ■und nahmen dort Fühlung mit dein sibirische* zionistischen Komitee. Die Reise wurde durch da• Entgegenkommen des tschechischen Kommandos eroiü־!־ licht. Das Ergebnis war eine nach Belieben rück• zahlbare Anleihe von 115 Rubel für jeden National־ jiiden, eine Garnitur Wäsche und zwei Paar Socken, ferner wurde cs von dort aus ermöglicht, mit den »0nistisehen Organisationen in allen großen Staate» »״ Verbindung zu treten, damit Schritte in unserem Interesse unternommen werden. Ferner wurde uns die Fö•'־ derung der jüngst gegründeten Jüdischen Arbeiter-Genossenschaft ״Netnalah“ (Ameise)