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Jüdische Rundschau · 1919-12-30 · Heft 92 (30.12.1919) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 92 (30.12.1919)
Date
1919-12-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 724 JU EDISGHE RUNDSCHAU Nr. 92 Nr. 94 Palästina Sitzung des Provisorischen Exekutiv• komitees Schwierigkeiten bei der Wahl der I) e I e ־; gierten in die P a! ä s t i 11 a - IC o in m i s s i o n. : Austritt der ״Achduth H a a \V od a h“. Eine der wichtigsten Forderungen der palästinensi- י sehen Judenschaft a!1 die zionistische Leitung;־ war seit! langer Zeit die Aufnahme palästinensischer Vertreter 1 in die zionistische Palästina-Kommission (״Waad hazij rim“). Das Actions-Goniite hat sich bekanntlich diesem! berechtigten Wunsch nicht verschlossen und bei der Re-; Organisierung der Palästina-Kommission unter Leitung j U ss i s ch k in s neben sechs Vertretern der Organisation | und je zwei Delegierten der Poale-Zion und des Misrachi! auch drei Vertreter der Palästinenser in die Kommission entsandt. Die Wahl dieser drei Vertreter sollte der ״konstituierenden Versammlung‘‘ der palästinensischen judenheit, später in ״Dclegkitenvursammlung“ umgelatift, Vorbehalten bleiben. Da jedoch die ״Dt-Iegiertcuvcrswtamhing“ infolge des Streites um das Fraiiemvahlrecht atifgeschoben wurde, mußte sich das Provisorische Exekfutivkomitee (״Waä(l hasmani“) in seiner letzten Sitzung mit dieser Frage befassen. Zu dieser Sitzung waren Weitzmann und U s s i s e h k i 11 nicht erschienen, Dr. Thon nahm teil und hielt ein Referat über seine Reise nach Europa. Sodann referierte Dr, Sehern! an 11 über die Teilnahme des P. E.-K. an der Pal.-Kom. Er beantragte eine neue Basis durch Teilung der Arbeit in Departements zu schaffen und die Mitglieder dieses Vervvaltungsapparates zu Vs aus Fachleuten, V3 aus der P. K. und V3 aus dem P. E.-K. zu nehmen. Nach längerer Debatte wurde dennoch beschlossen, daß das P. E.-K. die drei Vertreter in die P. K. wählen soll. Die größte Schwierigkeit ergab sich jedoch bereits bei der Frage, von wem die Wahl vorgenommen werden sollte. Die Diskussion, ob das Komitee zur Vornahme der Wahl berechtigt sei oder nicht, wurde mit größter Heftigkeit und Erregung geführt. Mat! war sich schließlich darüber einig geworden, daß die drei Delegierten aus den drei wichtigsten Ständen, den Arheitern, Kolonisten und Städtern genommen werden müssen. Die Frage ist aber, ob jede Klasse ihren eigenen Vertreter selbst wählt oder aber ob das Exekutivkomitee als solches die Wahl aller drei Vertreter vorzunehmen hat. Im Anbetracht der Parteizerklüftung im Lande ergaben steh außerordentliche Meinungsverschiedenheiten. Die meisten Mitglieder des Komitees waren insbesondere bezüglich der Vertretung der Arbeiterschaft der Anschauung, daß der Vertreter der ArbeiteT'aus der Partei ״Hapocl- Hazair“ genommen werden müßte, da ״Achduth Haawoda“, obwohl sie die Mehrheit der Arbeiterschaft hinter steh hat, schon durch die beiden Delegierten des Poale- Zior.-Weltverbandes repräsentiert sei. Es entspann sich eta heftiger Kampf zwischen den Delegierten der beiden Arbeiterparteien. Nach heftigen Debatten wurde am zweiten Beratungstage mit überwiegender Majorität der Beschluß gefaßt, daß das Komitee die Delegierten wählen soll. Daraufhin gaben die Verfreier der ״A c b d u t h Haawod a“ folgende Er- Idärung ab: ״Nachdem das Provisorische Exektrtiv-Komitee, welches nur zur Vorbereitung und Einberufung der konstituierenden Versammlung eingesetzt war, jetzt zu neuen Arbeiten übergeht und Aufgaben auf sich nimmt, die ihm; nicht zustehen, insbesondere die Regelung ״Sintson und Barkochba, ihr werdet wiederum erschlagen von Philistern und Machtviecheru, - doch ihr steht auf! Heilig-wilde Lebenskraft. Uw wirkt heute nicht für ein Volk, sondern für alle. Auferstehung der Menschheit. Wegen der Priester, die davongejagt sind, sitzen wir hoffend, nicht mehr einsam, und jauchzen.“ Stärkste Erkenntnis eigener Artung. Beglückendes Kraftgefühl — zugleich Regung des Widerwillens gegen das Fremde, Brutale, Abendländische. Gegen Rom׳. Gegen das Germanisch-Bürgerliche. Kerr begegnet einer Pastorfamilie, empfindet stärkste Abneigung: ,,Diese Wallung in mir ist wohl die Wut: weil ich »0 oft in! der Zwischenzeit auf den Holzstoß geschleppt, geblendet, geglüht, gevierteilt worden bin, - seit mich das Geschick aus dem von Engeln bewachten Sonnenschloß hinaustrug in das Vorderland. Dort hieß ich noch Dawid . . . Zuletzt wirken die Pastorsleute nicht mehr widerstrebend, nur anders.“ Dieses ״Anders“! Immer wieder wird es deutlich aus Kerrs Worten. Er erzählt, wie Juden dort sind. Er traf sie am Wege, wechselte Worte, beobachtete sie an der Klagemauer, — die er mit der Stirn berührte. Dann erzählt er von den Christen; «in elementarer Gojim-Haß bricht durch. Er weiß, diese Menschen haben ״keine Ahnung“. Und nun denkt er an Europa (oder, wahrscheinlich, au* Europa heute sich zurückversetzend in jene asiatische Heimat); er erklärt den Antisemitismus, primitiv, vielleicht aber richtig: Feigheit der Mehrheit. ״Das Bild des Ariers wird hergesteilt bloß aus den Zügen, der Allerbesten. Sie tun, als ob sämtliche 90 wären. Aber jias Bild des Juden wird hergestellt aus den Zügen der Allersehl echtesten . . . Wenn die Wirts- Völker sich ihrer Tugenden knallig■ rühmen, gilt gleiches bei den Juden als taktlose Frechheit. Ich will diese Frechheit begehen, ich will diese Gerechtigkeit begehen... Juden!... Was aus euch singt, ist: Daseinsdrang der Verscharrten und Wiederhochkommendon .. Und dennoch . . . Nach allem, wie eine letzte Rechtfertigung — vielleicht auch wie ein Anklanwnern an ein schattenhaft Schwankendes, das nicht ist; dennoch, sagt Kerr, hat er auch In Jeruschalajim gewußt: daß er ein Deutscher ist. ״lind daß wunderbar däs Schicksal mit mir spielt, weil es, nach drei Jahrtausenden, vom Davvidsschloß mich hinübertrug in ein Klangereich, ein nwttelsommeriiches; aus der tiefsten Urghit unseres der Teilnahme des Jischub am der Arbeit des ״Waad Hazirim“, *und da •es zu diesem Zweck selbst die Delegierten des Jischub zu wählen beabsichtigt, sieht ״Achdirth Haavodah“ keine Möglichkeit, an den Arbeiten des ״Wand hasmani“ weiter tcilzuuehmen.“ Der Austritt der ״Achduth Haawoda“ machte einen gewaltigen Eindruck und die Debatten begannen von neuem. Sie führten jedoch zu keinem Resultat und es wurde schließlich beschlossen, die ganze Angeleg eitheit für die nächste Sitzung des Provisorischem Exekutivkomitees, die etwa zehn Tage später stattfindeii sollte, zu vertagen. Die Angelegenheit wird in der palästinensischen Presse mit großer Lekienschaft erörtert. Ein Kampf um das Friedensgericht Vor kurzen! wurde wie in den meisten Kolonien und Städten mm auch in Jerusalem ein Frieden sgericht eingerichtet, dessen Vorsitz Mordechai bei! Hille I Hakohen führt. Die Trennungsorthodoxie hat alsbald einen heftige Kampagne gegen dieses Gericht eröffnet. Der Organisator der Friedensgerichte, Daniel Auster, wendet sich in einem* Leitartikel in ״Chad'schoth haarez“ gegen diese böswillige Hetze und widerlegt in ruhigen und sachlichen Ausführungen den ’■’::bk. Al. Ben'in in ״Haibri“ erhobenen Vorwurf, das Friedensgerkht wolle das jüdische Recht verdrängen. Tatsache ist, daß die Rechtssprechung der Friedensgerichte ganz und gar auf dem alten jüdischen Recht fußt, das selbstverständlich nicht in erstarrten Formen, sandem in Anpassung an das moderne Leben angewandt wird. Zahlreiche Rabbiner waren als Mitglieder der Friedcitsgerichte tätig; die Organisatoren der Gerichte taten alles, um in Harmonie mit den rabbitiischen Behörden vorzugehen. Die Masse der Orthodoxen erkannte das Friedensg erteilt auch dann noch an, nachdem eine Rabbinerkonferenz in •Jerusalem den heiligen Krieg gegen sie proklamiert hatte; und auch viele Rabbiner verblieben nach dieser Konferenz als Friedensrichter. Da beriefe« die in'ißgürustigen Machthaber eine Sitzung des Exekutiv׳- komitees der Rabbmervemiiigutig nach Jerusalem und faßten den Beschluß, daß allen Rabbinern die Teilnahme .־::: v; ia!!..;;.'-/er:1.kte:1 verboten wird und sie sofort auszutreten haben. Zwar ertrugen die Friedensgerichte diesen Austritt mit Seelenruhe, da die ganz« Oeffcntiichkeit hinter ihnen steht, sie als notwendiges segenstiftendes Institut anerkennt, und auch mehrere Rabbiner und talmudische Rechtsgelehrte gehorchten dem Beschluß nicht; aber seitdem wird die Agitation von seiten der orthodoxen Führer immer heftiger, obwohl viele orthodoxe Gruppen dieses Vorgehen nicht billigen. Daniel Auster spricht in ernsten und entgegenkomnienden Worten den Wunsch aus, zu einer Einigung zu gelangen, damit nicht eine Demoralisation i!n nafionalen Rechtsleben einreiße; wenn eine Vereinigung von Friedensgericht und rabbdnischem Beth-din nidit möglieh ist, müsse wenigstens eine Abgrenzung der Kompetenzen vorgenonumeii werden. Wolle«! aber die Orthodoxen unbedingt den Kampf, 90 wird sich erweisen, da® das Friedensgericht stärker ist als säe. Die palästinensischen Aerzte für Nationalisierung der Medizin In Jaffa hat die erste große Jüdische Aerztekonterenz stattgefunden. Von 75 jüdischen Aerzte« im Lande waren 40 zur Konferenz erschienen. Den Vorsitz führten die Herren Dr. Mase (Jerusalem) und Dr. Hillel Joffe (Haifa). Die Konferenz wurde mit eine! Ansprache des Herrn Dr. Puchowski eröffnet. Sterns 2« einem! nördlichen Edelvolk mit versponnener Musik; in das unsterblich dahinklingende, jetzo von mir geliebte Deutschland.“ — — ״Trotzdem! soll jeder feige Vertusch-, Verkriech-, Versteckjude die Gicht kriegen, ׳,Knollen im Popo, und zerspringen.“ Was also? Das Paradox verewigen? Ehe Maxim« dieser Zeit: Standhalten im sinnloser Isoliertheit, nicht für sein Volk sondern für alle wirken . . . ״vorwärtswuchten“ dieser Zeit . . ,? Kerr weiß ungenau, daß es ein anderes Ideal gibt; er sah in Palästina: י ״Alle Juden wirken hier still und geweiht. Nicht so orientalisch wie die Orientchristen. Sie machen einen innerlichen, ernst«» Eindruck. Sic wollen, wie ich höre, den Boden beackern — weil es dieser, dieser, dieser Boden ihrer Sehnsucht ist, und fleißig sein. Sie haben etwas an die Seele Packendes in ihrer letzten Heiligung. Ich möchte sie segnen, wenn ich das könnte. Doch ich habe nichts, nichts, nichts mit ihnen gemein. Ich liebe die starken Juden. . nicht die frommen. Nicht Landsleute .- sonders Vorwärtswachter. (Ich liebe, letzten Endes, die gehaßte® Juden - nicht die gebilligten Juden.)“ Dies sind die einzigen Worte, die Alfred Kerr dem neuen Jischuw widmet. Es war, zugute zu halten, anno 1903. Aber dennoch: dieser Sohn seines Volkes fuhr blind durch das Land; sein Blick ־war rückwärts gerichtet, er konnte nur rückläufige Orientierung geben, nicht vorwärts weisen; er spürte nichts von dein schöpferischen Hauch, der das Land durchzieht, die alte Landschaft bewegt, er sah Simson, Barkochba, Vettern aus der Urzeit, ״für alle wirken“, ohne zu fühlen, daß ihre wahre Auferstehung sich vorbereitet, daß die Idee der Wiedergeburt die Seelen aufwühlt. Die Juden, die das Chaos Europas überwanden, die in einsamem, heroischen Ringen mit dem Boden die tote Erde wieder zum Erblühen zwangen, die Juden, die auf der Wacht standen, durch die Steppen ritten, ihr Leben ließen, die aus ihren Körpern die Grundsteine eines Baues der neuen Freiheit machen wollten, - diese Juden hat er nicht gesehen oder nicht verstanden. Er sah nur ״fromme“ Juden — eine Idylle! Er verstand nicht, daß es für dieses Volk nur noch eine Möglichkeit .gibt, die Welt ״vorwärts zu wuchten“: als Volk auf eigenen» Boden, arbeitend und schaffend, nach eigenem Gesetz des Geistes in freier Gemein¬ Dr. Mase g־ab in seinem Referat über das Thema ״Die 'Schule und die Hygiene“ ein klares Bild der gegenwärtigen sanitären Verhältnisse in den Schulen Palästinas und forderte die Einführung des Unterrichtes im der Cjesttmlbeilslehre!!! allen Mittel- und Volksschulen. Dr. Hillel Joffe referierte über die Resultate der medizinischen und sanitärer! Arbeit, die seit einem Jahre, unter Beteiligung der Aerzte der ״Hadassa“, im Lande erzielt wurden. Dr. J. G u tt in a 11 n hielt ein Referat über den Ei®׳ flufj des Krieges auf die Kindersterblichkeit, In seinen Thesen verlangte der Referent die Errichtung von speziellen Kindcrainbulanzen in de».! Krankenhäusern «nd die Gründung der Gesellschaft ״Ein Tropfen Mich“ nach europäischem und amerikanischem Muster. Lebhafte Debatten riefen die Referate der Herr» Dr. P11 c h o w s k i und Dr. Schermann üiber die Organisierung des Medizi nahvese ns ln Palästina hervor. Die Referenten forderten die Vereinheitlichiuig des Sanitätswcsens durch die Schaffung eines Medizinalamtes bei der Paläslinakowrnission. Der Leiter dieses Mecliziiiaiamtes soll Mitglied der Palästinakoir.inissRm sein. Lebhafte Debatten entstanden auch bei der Diskussion über das Referat des Herrn Dr, Go Id borg aus Jerusalem, der über die Na t io*».11sie rinig der Medizin sprach. Der Referent erklärte: Große Massen unseres Volkes kehren krank und verwundet in unser Land zurück. Die Wiederherstellung ihrer Gesundheit ist eine nationale Aufgabe und darf nicht der privaten Fürsorge überlassen werde• Das Medizinalvvescn muß vielmehr zum Wöhle der Ge samtheit, der Juden und Nichtjuden, nationalisiert werden. Dr. Joffe sprach seine Sympathie für den Ge danken der Nationalisierung des 'Aerzteweseiis aus,׳ betonte aber seine großen Bedenken in bezug aut die Ausführbarkeit des Planes. Schließlich wurden folgende Resolutionen angenommen: a) Die A e 11e Palästinas erkennen iw Prinzip die Notwendigkeit der National!- sierung des Al edizinal wesens a n. bä Zur Durchführung des Planes und zur Inangrrflnähme der Maßnahmen * soll «ine spezielle Kommission, bestehend aus den Aerzten Beham, Malkm, ׳Goldberg, Norman und Sofrin,_ der nächsten Aerzte-Kooferenz, die voraussichtlich im Frühjahr stattfindeii wird, das nötige Material vorlegen. Herr U s s i s c h I; i 11 wies auf die ungünstigen Be- Ziehungen der Aerztcscliaft untereinander Uia. Das Verhäitnis der älteren Aerzte zu den jüngeren Kräfte« habe in der letzten Zeit eine Atmosphäre geschaffen, die auch für die 1 nteressen der Gesamtbevölkerung nachteilig sei. Ussischkin machte eine Reihe von Vorschlägen 'zur Organisierung der Aerztesehaft unter der Leitung der Zionistischen Palästinakommission. Die Zionistische Pakisfinakornmission kann und wird nur über den Parteien stehen. Die Konferenz akzeptierte die Vorschläge des Herrn Ussischkin bezüglich der Schaffung eines einheitliehen Medizinalamtes und übergab die weitere Behändhing der Sache dem neu gewählten Zentralkomitee Die Konferenz sandte eine herzliche telegraphische Begrüßung an Dr. Max Nordaru, den sie zum Ehren mitglied der Palästinensischen Aerztegesellschaft ernanmte. Eine große Teiegraphenagentur. Laut ״Nawy Dztentiik“ wird aus New York berichtet, daß die atmen kanischen Zionisten in Palästina eine große Telegraphenagentur gegründet haben, zwecks Ver breiturig van Nachrichten über das jüdische Leben, i* Palästina. Die Agentur ward redigiert werden von de» ehemaligen Legionär Gerschon Agranski und Louis Fisher und unter Leitung von Levi 11-Epstein stehen. —- Wenn diese Meldung sich bewahrheitet, m wäre einem großen Bedürfnis abgeholfen, vorausgesetzt, daß die Agentur unparteiisch und objektiv arbeitet. Gegenwärtig ist der Nachrichtendienst aus Palästina recht unzulänglich und die europäischen Redaktion!־« nur auf die Presse angewiesen aus «statt«׳ Ieinen la.11 I Stadt Kei [«!1£ des Stadt sta waffnetc fängnis a 23 ]»Kien weiter« 2 Lind bi«h< worden, ז und es j diese em j vollkomtn [ »chleppun j von La jo zwang f die ers Was I lichste IC [Niedenve ״weiden I Unter d ן nehmen; Menscher I »dilachtet | zember t | Herrn H! lest, daß i ohne dal | veröffentl j Behörden die ״Arb delt und [die det׳ fallen. f [!wie“ R Pflicht, ן bei der! k e in c t zutage gi Eine nehme« jüdischen F häitnis charak alle Bi reich t die U* fest km raut i er nicht, zu bet: Auf re« hingen jede N Privat! üb erde wesen füliren heisch! eileum schaft lebend, seine schöpferischen Kräfte entfaltend und gestaltend. Nicht mit Hochmut dieses Bewußtsein pflegend, sondern mit wirklicher Hingebung und Eniscliiedenheit, mit Einsatz aller Kräfte, ans "Werk gehend, Alfred Kerr weiß, uiieht, bis heute (nicht mir 1003) nicht, um• die lebendigen Kräfte, um die Wucht der Jüdischen Bewegung. Er hat offenbar nur eine dunkle, ferne Ahnung, die ihn zum Reden zwingt. Aber er weil nicht Bescheid. Alle andere Aktivierung aber ist •ver gebliche Mühe oder Illusion; und die Parole des ״Vorwärtswuchtens“ ״für alle“ kann sehr leicht die Flucht aus der Wirklichkeit in die imkoutrollierbare Sphäre der Literatur verdecken. Das aber ist nicht die Absicht Kerrs, ebensowenig wie die andere mögliche Wirkung: daß seine Worte letzten Endes gar nicht Antrieb für ״Vorwärtswuchter“ werden, sondern Stärkung für die arrogante Selbstgerechtigkeit jenes behaglichen jüdischdeutschen Bürgers, der sich gern dura» ein Lob des Judentums schmeicheln läßt, wofern cs nur zu nichts verpflichtet . . . 'Man soll sich nicht zu sehr mit Mauscheln rühme» Sonst gelingt es einem manchmal wirklich. Und Mauscheln verführt leicht zu Selbstgere chtigkeit — — Dennoch: dieses Bekenntnis eines starken, blutbewußten, almenstolzen Juden steht immerhin mckieui Herze« auch nah. Doch mit peinlichem Unterstrom. R. W'. folgte« 1 Schüler, Iteha» I ,,Motors •«oujieiiln großes < gleichlicl Zartheit heit dei *clilml 1 von Bi! von Lud propheti Deutsch die Keh Die zwe •fra um“ :»egen r des, rne ־■׳ermod! »tirnmlk feen. zlugabe Vorlesung Ernst Deutsch. Der letzte Abend der Palästinawoche: Ernst Deutsch liest im Blüthncrsaal jüdische Dichtungen. An diesem Abend flamme« alle acht Lichter der Menoralr. Ein Strahlenglanz briet*( dunkler, unendlich klangvoller, süßer herber Menschenstimnie, gießt sich in den Saal, hüllt zwei Stunden lang die willig sich hingehende Menge der Zuhörer ein, sie jeglicher Banalität entrückend, geistig« Welten aus der Expression der Worte erbauend- Eteutsdw Sprechkunst stand diesmal kn Dienste der Idee di« dem Programm des Abends Zusammenhang uncl Beseelung gab. Die Vortragsordnung war mit wirklichen! Verständnis zusamrnengestelit und unterschied sich *ngenehm von ähnlichen zionistischen Veranstaltungen, 1)« denen oft die Tendenz,' Gesinnung zu proklamieret» stärker ist als das Gebot künstlerischen, Geschmacks Am Anfang «tanden die Psalmen 126 und 137. fr* jüdisch« 1•seb ein ri. Cel tie® ö* Wiikür «s heif Win* » «!״»che bi Id u «ben) * krachte, moder» *her «1 ront 3. 5 ü 41

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