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Jüdische Rundschau · 1919-12-23 · Heft 91 (23.12.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 91 (23.12.1919)
Date
1919-12-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr. 91־ JUEDJSGHB RUNDBCHÄD Seife 713 Eine Delegiertentagung des skandinavisch-jüüsehen Zentralhilfskomftees fand am 7. und 8. Dezeinber in Kopenhagen statt Mit beratender Stimme nahmen auch Vertreter jüdischer Organisationen und Vereine, sowie eingeladene Gäste teil. Vorsitzender der Tagung ־war Professor Simonsohn. Im Namen des Zentralkomitees erstattete Herr J. M. T r o t z k 1 den Tätigkeitsbericht Herr L C11 asanowitsch referierte über die bevorstehende Hilfstätigkeit überhaupt und über die Lage der Juden in der Ukraine insbesondere. Er betonte, daß die Arbeit in Zukunft einen produktiven Charakter haben 9011. Unverzüglich muß man daran gehen, den Juden in der Ukraine zu helfen; die am grausamsten zu leiden haben. In der zweiten Sitzung referierte Dr. Brender über die Stellung des Hilfskomitees gegenüber der bevorstehenden jüdisehen Weltkonferenz wir Hilfstätigkeit. Er verlangte die unverzügliche Einberufung der Weltkonferenz, sie soll auf demokratischer Grundlage in einem neutralen Lande zusammentreten. Ein Beschluß in diesem Sinne wurde angenommen, ln der dritten Sitzung referierte Herr J. M. Tro tzk i über die nächsten Aufgaben des Zentralhilfskomitees. Es wurde ein Parteibeschluß fegen die ukrainischen Pogrome angenommen. Die ägung beschloß ferner, eine allgemeine jüdische Trauerwoche in Skandinavien zu veranstalten; 3000 Kronen dem Verlage Judäa in Stockholm für die Herausgabe einer Materialien Sammlung über die Pogrome in der Ukraine zur Verfügung zu stellen; periodische Bulletins herauszugeben, die über die Lage in den Kriegsländerei informieren sollen und für Januar eine allgemeine skandinavische Hilfskonferenz efnzuherufe». Eine israelitische Stiftung für Pogromhelden. Den Gipfel der Würdelosigkeit erreichen doch die ungarischen Juden! Wenn man die ganze jüdische Tragik enthüllen, wenn man zeigen will, was die Gahrtb aus uns gemacht hat, lese man nachstehende Meldung der ״Jüdischen Korrespondenz aus Ungarn“ 1 ״Die Fester Israelitische Religionsgemeinde hat in ihrer letzten Vorstandssitzung mit Entrüstung das Gerücht zur Kenntnis( genommen, die* Budapester Judenschaft hätte beim Kommandanten der rumänischen Armee ein Gesuch um die Belassuag der rumänischen Besetzungstruppen in Budapest eingereicht. Die Vorstellung bezeichnet diese Gerüchte als lügenhaft tendenziöse, jeder Grundlage entbehrende, niederträchtige Erfindung, und erklärt, daß die Budapester Judenscliaft von patriotis eher Freude darüber erfüllt ist, daß die Hauptstadt Ungarns endlich von der schmählichen fremdem Besetzung befreit worden ist. Der Vorstand begrüßt ferner mit patriotisch er Freude die nationale Armee, als die erste und grundlegende staatliche Institution des selbständigen, unabhängigen Ungarn tmd faßt den Beschhiß, der demnächst einzuberufenden Oeneralversammhmg den Antrag zu unterbreiten zugunsten der nationalen Armee für einen zu schaffenden Hörthy- Fonds 100 000 Kronen zu votieren und im Kreise der Judenschaft für diesen Zweck eine Sammlung einzuleiten.“ — Diese ״nationale Armee“ Ist niemand anderes als die ״christlichen“ Truppen des Herrn Hör thy, die in ganz Westurgam blutige bestialische Pogrome veranstaltet tmd fetzt auch in Budapest ein Schreckensregiment gegen Juden aufgerichtet hat! ״Jüdische Partei“ in der Slowakei. Wie dem Prager Jüdischen Pteßbüro au9 Preßburg borichtet wird, hat der VoJksverband der Juden für die Slowakei bei seiner letzten Plenarsitzung beschlossen, sich bei den kommenden Wahlen als ״Jüdische Partei“ zu beteiligen. Dem Voiksverband haben sich bereits über 70 israelitische (orthodoxe, neologe tmd ״Status quo“) Gemeinden angescl1k>ssen. Die amerikanische Orthodoxie für den Misrachi. Wie ein Telegramm aus London meldet, hat eine Ver- Sammlung der orthodoxen Verbände der Vereinigten Staate« das Misrachi-Programm angenommen. Nachdem bereits vorher die polnische Orthodoxie einen ähnlichen Beschluß gefaßt hat, ist dieser Standpunkt der amerikanischen Orthodoxie von großer Bedeutung für die Stething des Zionismus in Amerika und für die zukünftige Arbeit rn Palästina. Der neue Nationalkalender Zt*m fünften Male geben die Herren Otto Abeies und Ludwig Ba to in Wien den J״üdisd1en Nationalkalender“ heraus, dessen Jahrgänge ein getreues Spiegelbild des jüdischen Lebens in den bewegten Jahren, geben, die hinter uns liegen. Wie immer, ist das Jahrbuch auch diesmal äußerst reichhaltig und wird imstande sein, jedem Geschmack, jedem Interesse etwas zu bieten. Die Politik kommt ihrer Bedeutung entsprechend zu Wort. Ludwig Bato gibt einen Rückblick aut das abgelaufene Jahr, das mit der Eroberung Palästinas durch die Engländer begann, in einer Reihe von politische« Erfolgen, vor allem dem denkwürdigem Empfang vor der Friedenskonferenz seine Fortsetzung fand und in die Zeit •ungeduldigen, aber hoffnungsvolle« Warten ablief; eine Zeit, die in der Diaspora zwar Pogrome und Verwüstungen, aber auch nationale Erhebung und Sammlung der Juden zeitigte. Die ein- *einen Gebiete jüdischer Politik behandeln dann Heinrieh Margulies, Leon Reich, der über die Arbeiten des Gomitös der jüdischen Delegationen in Paris berichtet, Emil Stein, der Fragen des Aufbaus von Erez Israel behandelt und Robert We Itsch, der die Entwicklung der jüdischen Angelegenheiten in den Gebieten des ehemaligen Oesterreich-Ungarn schildert. Ein zweiter Teil der Aufsätze behandelt Probleme der Theorie. Besonders schön sind die von einem tiefen Pathos und einem edlen Selbstbewußtsein getragenen Worte, mit denen Oberrabbiner C h a j e s sein Amt in Wien an trat. Hermann Kadi sch weist auf die Gefahren׳ einer neuen Assimilation hin, sei es an den Chauvinismus, se’i es an den orthodoxen Marxismus. Max B rod zeigt die Zusammenhänge zwischen der Demokratie und dem Gefühl für den Wert der menschliehen Einzelpersönlichkeit, wie sie das alte Judentum auszeichnete. Interessante Beiträge liefern auch Ernst Zionistische Bewegung Sttzung des Zentralkomitees der zionistischen Organisation Polens Am 30. November fand in Warschau eine Voll- Sitzung des Zionistischen Zentralkomitees statt. Es kamen 32 stimmberechtigte ,Mitglieder, darunter zwei aus W jt stga lizi e n. Der Präsident des Komitees, Dr. M. K1 u m e 1, erstattete einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Leitung im Laufe der letzten zwei Monate. Das Palästinaressort kann vorläufig nur für diejenigen Personen Einreiseerlaubnis nach Palästina erwirken, die zu den von England zugelassen eh Einwanderertypen gehören (Rückwanderer usw.). Außer Kursen und Bücherausgaben für die Verbreitung von Palästinakurfen, bereits das Amt Ausbildungskurse für Elektrotechniker und Krankenschwestern vor. Das Kulturressort geht daran, das jüdische Schulwesen zu vereinheitlichen und hat zu diesem Zwecke für Ende Dezember nach Warschau zwei Lehrerkonferenzen ein berufen: der Volksschullehrer und der Lehrer der jüdischen Gymnasien tmd Realschulen, Das pol iti s che Ressort bemüht sich, das Judentum m Polen politisch zu organisieren, was aber wegen des Parteihaders schwer zu erreichen ist. Soweit es geht, steht das Amt, kräftig unterstützt durch die tapferen zionistischen Abgeordneten im Landtag, auf der Wacht, um die jüdischen Interessen zu verteidigen. I» einer Reihe von Städten wurden imposante Protestkundgebunge« gegen die Judenabschlachtungen in der Ukraine veranstaltet. Das sozialwirtschaftliche Ressort richtete in mehreren Orten jüdi9d1e Konsumvereine ein; eine Reihe statistischer Ermittlungen sind in Angriff genommen. Nach׳ einer eingehenden Debatte wurde folgendes beschlossen: 1. Indem die Vollsitzung feststellt, daß die Taktik der jüdisch-proletarischen Parteien einerseits und der bürgerlichen Parteien (Volkisten, Schhune Emune Israel) andererseits es unmöglich machen, eine einige jüdisene Politik in den Stadträten herbeizruführen, bevollmäclitigt sie das politische Amt, eine Tagung jüdischer Stadtverordneten in Polen gemeinsam mit dem Misrachi und dem Handwerkerbund einzuberufen. 2. Die zionistischen Abgeordneter! sämtlicher politischer Institutionen unterstehen in ihrer politischen Tätigkeit dem Zentralkomitee und seinein ausführenden Organen. Podlischewsky und Grünbaum referierten sodann über die außerpolitische Lage und über die bevorstehende Baseler Konferenz. Unter den angenommenen Beschlüssen findet steh auch eine Festsetzung des Schekels auf fünf (polnische) Mark. ׳ Erhöhung des Schekels. (Drahtbericht.) Die Süd• afrikanische Zionistenföcteratic« beschloß, den Schekel auf 2 £ 6 d » erhöhen. — Das österreichisch e Landeskomitee hat die Erhöhung des Schekels auf 5 Kronen verfügt. Die Tagung des Zionistischen Gruppenverbandes ln den besetzten Gerieten Deutschlands Am 7. Dezember fand in Köln die erste Tagung des ״Zionistischen Gruppenvetbandes in de» besmten Gebfeten Deutschlands“ statt. Herr Justizrat Dr, Bodenffe i m er, der Vorsitzende des Gruppen verband es. eröffnet« die Verhandlungen. Zuerst wertete der Sekretär des Verbandes, Georg Landauer Köln, über die Oigaiüsation des Gruppen verbände*. ln der Debatte kritisierte Dr. E.Cohn, Bonn, zunächst die ״einseitige Palästinarichtung“ der gegenwärtigeit Propaganda. Das Galutbjudentum sei großer ais die Menge, die Palästina fassen könne Palästina selber habe das Gallith nötig. Dr. Gofdberg, Neuenahr, hält die Vorwürfe Dr. Cohns für unberechtigt, insoweit sie die geleistete praktische Arbeit und die gegenwärtige Politik, <fie sich z. B. durch den Kongreßgedankem Müller (״Zur Charakteristik des religiösen Judentutns“) und Abraham Schwadron, der die Unwürdigkeit des heutigen Verhältnisses zwischen Juden und Ariern aufdeckt, die nur dadurdi erträglich ist, daß .der Jude als solcher nicht mehr erkenntlich ist. Von besonderer Reichhaltigkeit ist der belletristische und künstlerische Teil. Uebersetzungea aus Bialik, aus Pinski und aus Sehaiom Asch, Gedichte von Abeies, Höflich, Sc herlag■ und anderen, Autsätzc von A b e 1 e s, der über den Maler Moritz Oppenh e i m spricht, von Arnold Z w e 1 g , der kluge Beobachtungen über das Leben der Ostjuden mitteilt, Arthur F r eud, der über die jüdische Literatur des neuen Jahres spricht. Es folgen Uebersetzungen aus dem Midrasch (Der Teil Moses) und aus ,dem Sohar und Legenden aus den verschiedensten Zeiten jüdischen Lebens. Endlich sei der reiche Schmuck des Buches gerühmt, zu dem Budko, Wachtel, Frank, Oppenheim und L ö vv beigetragen haben. Missen könnte man die ״Kernworte zur Judenfrage“, die gewöhnlich Selbstverständliches durch einen großen Namen bedeirtungsvoller machen wollen. Im ganzen muß das Jahrbuch mit uneingeschränktem Lob aufgenommen werden. F. L. Seit November gibt die radikale Volksfraktion Zeire- Zion in Polen eine jklische Wochenschrift ״Volk und Land“ heraus. Die Zeitschrift steht auf dem Boden des ״Hapoel-Hazair“ in Palästina. Der große Zeitungsbetrieb der ״Wahrheit“ (eine jidische Tageszeitung in New York farbloser Richtung) wurde von den amerikanischen Poale-Zion angekauft, die von Februar ab ihre tägliche Parteizeitung in diesem Betrieb einrichten. Die Federation Sioniste d’Orient gibt seit dem 24. Oktober ein eigenes Organ, ״Hautnah (La,Nation)“, heraus. »usweise, beträfe«. Auch er recWne mit Jenf Gahith. Doch solle jene andere Richtung ihren Standptmkt einmal darlegen. Dr. Loch, MXFladbäch: Für rein äanistische Propaganda hätten die assimilierten Rheinländer noch kein Verständnis, man müsse allmählich überleiten*. Dagegen ließe sich für den JPalästina-Auffoau-Fonds bereits arbeiten. Es entsteht eine lebhafte theoretische Debatte, in der Dr. Nathan, Köln, Dr. Gidio», Köln, Landauer, Köln, unter Verweisung auf den idealistischen Charakter, der jede Erziehung haben müsse, für die sogenannte palästino zentrische Propaganda, namentlich unter der Jugend ein traten. Die Aussprache ergab ferner eine Fülle guter Anregungen. Man solle!Art sichtbaren Mitteln werben, wie Liehtbildervorträgen, Bücher- und Be zalelausste Hungen, Plakate usw. ln diesen Punkten der Tagesordnung wurden folgende Anträge angenommen: Antrag Lion, Bonn: 1. Der Gruppcnverbatnd fordert unter allen Umständen von der Berliner Leitung die unbedingt notwendige Unterstützung der rheinische« Ortsgruppen durch einen prominenten Propagandaredner. 2. Der Gruppenveroand nimmt unverzüglich die Organisierung der zionistischen Propaganda an den kleinen Plätzen in die Hand. Er dezentralisiert diese Arbeit soweit angängig derart, daß den einzelnen Ortsgruppen ünd Vereinen örtlich bestimmte Arbeitsgebiete zugewiesen werden. Mit der Propagandaarbeit soll eins umfassende Sammeltätigkeit für die zionistischen Fond» verbunden werden. Antrag Weiler: Der Gruppen verband wünscht de« weiteren Ausbau des ״Jüdischen Boten“ in nationaljüdischem Sinne und macht es seinen Mitgliedern zur Pflicht, in diesem Sinne die Arbeit des ״Boten“ zu unterstützen und seine Verbreitung zu fördern. In der Nachmittagssitzung wurde die Diskussion zunächst fortgesetzt. Am Schlüsse der Debatte wesst Dtr. Bodenheimer darauf hin, daß die zionistische Leitung durch die Kopewhagener Beschlüsse sich auf die Galutiharbeit festgelegt habe. Er ist der Ansicht, daß zwischen den Richtungen gar kein prinzipieller, sondern nur eia gradueller unterschied in der Betonung entweder der Gahztit- oder der Palästinaarbeit bestehe. Für die Jugend- Propaganda sei die Palästinarichtung anzuerkennen. Dr. Nathan wünscht, daß die auswärtigen Ortsgruppen von Köln aus durch persönliche Beeinflussung endlich 21» regerer Tätigkeit und zur Mitarbeit mit d«mi Gruppenveibande veranlaßt werden. — Folgender Antrag wird angenommen: Der Sekretär des Gruppenverbandes 9011 in kürzester Zeit die zum Bezirk gehörigen Ortsgmppei* bereisen, um sie zu veranlassen, die Propaganda in den kleinen Plätzen unverzüglich mit allen Mitteln aufzunehmen und hierzu in engere Verbindung mit dem Gsruppenverband treten als es bisher der Faß war. Hierauf schritt man zur Beratung der Palästinafragen. In einem mit großem Beifall angenommene* ausführlichen Referate hegte der Vorsitzende Dr. Bodenheimer zunächst die Bedeutung des Palästina-Aufbau-Fonds dar und sprach dann voa der Wichtigkeit der Achusoth. Eine rheinischeAtihus* wird bereits gegründet. Er handelte dann von der Natfonalfeierung des Bodens in Verbindung mit der Aufgab« des Nationalfonds, sowohl den städtischen wie den lindliehen Boden zu erwerben. Er hält <ten״N,-F. für die Körperschaft, der das ausschließliche Redit des Bodenerwerbes zusteben müsse. Er ist der Auffassung, daß der N.-F. genügend Mittel aufbringen kau», wenn «u das Prinzip zur Anwendung bringt, daß städtische Baugesellscftatten und Achusoth ihren Bode« in Erbpacht erwerben sollen und den gesamten Pachtzins für 49 oder 98 Jahre ais Kaufpreis erlegen. Mit diesen Summen ließe siefi da» Land für die Kteteisiedler erwerben, denen es der N.-F. gegen entsprechend billigeren Jahreszins in Erbpacht überlassen könne. Der Redner sprach dann von den Schwierigkeiten, die für die Auswanderer au» Mitteluad Osteuropa durch die niedrige Valuta ratstehen, und entwickelte den Ran, diese durch eine staatlieh konzessionierte kreditgebende Vahriierungsbank in Palästina in Verbindung mit Filialen in den Auswanderungsländem zu überwinden, wobei diese Filiale» die Aufgaben hätten, den zurückbleibenden Besitz der Auswan» derer zu liquidieren, bis der Valutaausgleicti erfolgt sei oder die Auswanderer aus ihren Einkünften in Palästina bzw. ihren früheren Wohnländem in der Lag« seien, den timen bewilligten langfristigen Vahitalcredit zurückzuerstatten. Ch. Bodenheimer ging sodann auf die vorbereitende Palästinaarbeit ein. Die Diskussion beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Palästina-Aufbau- Fonds. Es sollen aufklärende Artikel veröffentlicht werden. Unterschriften auch laus den kleinen Orten, na mentlieh von Lehrern, sind zu gewinnen. Dr. Ooldberg regt an, die Spenden im ״Jüdischen Boten“ zu veröffentlichen. Dr. Nathan macht auf das Nossigsche Zentral!! ilfskomitee aufmerksam. Man Solle betonen, daß hinter diesem keinerlei io der Palästinafrage autorisierte Instana steh e’). ln Köln soll ein Palästina-Amt gegründet werden, das sich besondere mit den Fragen der Chaluzing der Durcbwanderer und der beruflichen Vorbildung für Palästina zu befassen hat. Am Schlüsse der anregenden und außerordentlich fruchtbaren Aussprache faßte Dr. Bodenheimer die Ergebnisse zusammen und schloß die Tagung mit einem Dank an die Erschienen. Wir hoffen, daß mit dieser ersten Tagung des Zionistischen Gruppenverbandes eine neue Zeit intensivster Arbeit und bester Erfolge für die zionistische Sache im Rheinland ein setzt. Eine ״Warnung“ vor Arbeitern und Chaiuzim Die ״Jüdische Zeitung“ In Wien, die bisher immer mit besonderer Wärme für die Rechte der jüdischen Arbeiterschaft eingetreten ist und die seit zwei Woche« die Redaktion gewechselt hat, veröffentlicht in ihrer Nummer 48 einen Aufsatz, betitelt ״Die bolschewikisclie Gefahr“, in welchem aus einer verantwortungslosen Aeußerung eines lettischen Poalezionisteii Konsequenzen *) Eine Erklärung dieses Inhalts ist in der ״jüdischen Rundschau“ publiziert worden.

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