Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 90 (19.12.1919)
- Date
- 1919-12-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652135-2652225--12726-2670391- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
90 ids IQ der ״ ent- 1 Kräise ge- Heftes z Jeus »enden vickelt ikräfte eluuu; Id der;ziaiist ttes mdelstra ein weist »Ich er ' e r n, 1a der stina,“ äfcn*’\ . Von m Pr. 1 Paid von . Das er die en in rtvolle d die 'gin; ' vor. ptomt n und 1 um! e pa- Das i z a n k der von e •ein Don- : von stellt : Ifer seine; ver- und ischer Isto-i). iische Bis- *׳ald-!«9er. fiter- {eite*;s ist eilen, I er•׳ von dhrift (t die nissieher- »rurtc Basic eint eben thält. 1 der scher ipitei ihres furch t die S*־־ tfcodh i sehe 6ervon ikfc- .. O, zum! ich rille. aen labei rauf, drei dite, eses vom teen. wer. *laß Jens was beri ickt mit des- 7»en ,rer. izen pur. in Will» men des hui sut- Nr. 90 Idelsofa! (224 Seiten). Von großem Interesse ist besonders das von dem Verlage Kadimah herausgc»ebene Werk von S. Dubnow ״Die neueste Geschichte des jüdischen Volkes“ (496 Seiten), Im Verlage Safruth in Moskau ist der erste Band der gesammelten Schriften von Achad-Haain im russischer Uehersetzung von CI1. Grünberg erschienen; ferner das Buch ״Das jüdischiiationale Zentrum in Paiästina“ eine sozial-ökonomische Abhandlung, von B. D. BrtizJcus. Was Zeitschriften anlangt, 'so gaü es a'ußer den «wähnten zionistischen Journalen keine Möglichkeit, «eitere herauszugeben, abgesehen von den periodischen Flugschriften zionistischer Ortsgruppen in der Provinz. Die serbische Regierung und die Juden Die Zeitung״ ־Epocha“ in Belgrad beschreibt an» 24. Oktober die Eröffnungsfeierlichkeiten der jüdischen nationalen Gesellschaft. Es heißt in diesem die serbisehen Verhältnisse gut charakterisierenden Artikel: ,.Am Sonntag, den 20, Oktober, fanden die Eröffnungsfeierlichkeifen der jüdischen nationalen Gesellschaft unter An- Wesenheit von Vertretern des Ministers für Unterricht and Religion' statt. Die Teilnahme von Regie rungsbeamten beweist genügend, wie tolerant die serbische Regierung in bezug auf Glauben und Nationalität ist. Diese Gefühle waren in Serbien traditionell1 und sie;sind es auch int neuen jugoslawischen Staat. Ist es ein Wunder, daß die serbische Nation, die soviel erduldet hat, Verständnis für andere verfolgte Nahonen hat? Und ist es ein Wunder, daß das kleine Serbien dem großen Britannien auf dem Wege gefolgt ist, den dieses beschritt, als es den jüdisch-nationalen Zielen seine vollständige Sympathie aussprach? Es ist sehr zu bedauern, daß vor einiger Zeit eine antijüdische Agitation unter der Führung einiger Elemente propagiert wurde, die aus dem ehemals österreichischen Territorium stammten. Ohne Zweifel verdient das Verhalten mancher Juden schweren Tadel. Aber können die Serben etwa behaupten, daß in ihrer eigenen Nation alles untadlig ist? ist es eine gute Politik eine ganze Natkfn, deren Mitglieder für Serbien geolutet haben und die immer gute Bürger waren, wegen des Vergchens von 10 oder 100. Einzelne zu hassen? Es ist ein Grundsatz jedes zivilisierten Staates, daß zwischen all seinen Mitgliedern gute Beziehungen obwalten und schon •deshalb ist es uns eine erfreuliche Pflicht, der jiidisehen Gemeinde zur Eröffnung des jüdischen nationalen Helms Glück zu wünschen, einer Schöpfung, die geeignet erscheint, zwischen Serben, Kroaten und Slowenen einerseit* und Juden andererseits gute Beziehungen zu schaffen. Wenn die Juden die freundschaftliche Hand bieten, müssen die Serben sie annehmen. Würde man die d«»gebotene Hand nicht ergreifen, so würde uns das die jüdischen Bürger entfremden, deren Intelligenz •und Fleiß eine wichtige Stutze für Jugoslawien bedeHtet Von der ZeYre-Zlon-Bewegutig Eine Konferenz des radikalen Flügels der Volksfraküon Zeire-Zion, KongreBpolens und Galiziens wurde vom Zentralkomitee der Fraktion aut den 4. big 6. Januar 1920 einberufen. Vor der Weltkonferenz. Die Warschauer Zentrale der Volksfraktion ״Zeire-Zion“ erhielt eine Nachricht von Elteser Kaplan, worin er mitteilt, daß er nur unter der Bedingung in das Organisationskomitce zur Veraustaltung der Weltkonferenz ״Hapoel-Haza'ir“ und ״Zeire-Zion“ eingetreten sei, daß das Organisationskomitee formell kein Recht habe, sich in die inneren Angelegenheiten irgend einer Landsmannschaft cinzumischen. Das Rayoncomite der ״Zeire-Zion“ in Lublin versendet ein Rundschreiben an alle angeschlossenen Vereine, worin es auffordert, die inneren Kämpfe wegen der Organisationsfrage endlich einzustellen und die Entsdiekhmg der allweltlichen Konferenz zu (iberlassem Um dem Chaos ein Ende zu machen, berief das Rayonromitö eine Vertrauensmännerkonferenz für de» 14. Dezember nach Lublin. tdies Theater) nach Berlin mit der Aufforderung, es mi Falle der Nichtannahme nach vier Wochen an Blumenthal abzugeben. Nach vier Wochen kam der gedruckte Ablehnzette! von, Brahm, das Stück ging •ms Lessmgtheater. Nach mehreren Wochen und vielen Mahnungen kam von Blumenthal der gedruckte Zettel: e lese überhaupt keine Manuscopte, ״weil sein Bedarf an Stücken längst gedeckt sei.“ — Dann ging da* Man,«- skript ans Wiener Raianmdtheater. Von dort kam der Bescheid, daß Müller Gnttenbrumi aus Opporhmitätsgründen das Stüdk, das ihn sehr Interessiert habe, nicht gebar könne. Er hatte cs, um seine Meinung überprüfe!» zu lassen, einem Christen und einem Juden zu lesen gegeben. Der Christ sagte: das ist eine Dynamitoom.be. Der Jude sagte: das ist eine, Beschimpfung• Bes Judentums. Ihre Aufgabe, Teweles, ist nun, das Stück auf die Uttlaie zu bringen. Sie müssen, wenn׳ sich beschrankter Widerstand dagegen zeig!, iiin besiegen. Fürchtet man, •S:e Juden zu verletzen,- 90 werden Sie dem Direktor oder wer sonst dagegen ist, die Augen öffnen und ihnen erklären: Das ist eine Judenpredigt, kein Rabbiner spricht anders. Aber diese Predigt wird nicht in der Synagoge •׳:«halten, sondern in der Freiheit des Theaters und es ־miß eine erlösende Wirkung davon aüsgchen. ja, es ist ein Stück Judenpolitik — und wofür ich Ihren Beistand auf rufe, das ist nicht das Stück, sondern die Judenpolitik. Seit einiger jjeit glaube ich nämlich, daß es für mein Leben keinen größeren Zweck gibt, als mich der Judensache anzunehmen, aber anders als man es bisher gethan, freier, höher und eigenthümlieh. Mit Alfonse Daudet sprach' kfh jüngst über diese JUEDiSGHE RUNDSCHAU Seite 705 Politische und kulturelle Arbeit Von unserem, Wiener Korrespondenten. Wien, am 12. Dezember 1919. Während Oesterreich und besonders die Stadt Wien gegenwärtig eine Krise durch»! machen hat wie sie noch ntemals einem Staat beschieden war, während der Staatskanzle!׳ hilfesuchend und hilfeflehend in der Stadt hcrumfährt. um die furchtbare Katastrophe eines völligen Zusammenbruches und des Hungertodes von Millionen abzuwenden können die politischen Schildbürger Wiens es doch nicht unterlassen, sich die Sorgen durch antisemitisclre Betätigung zu vertreiben. Die sittliche Unterbilanz des Krieges zeigt sich nirgends so wie hier, wo die Unglücklichen, die selbst auf Gnade und Barmherzigkeit anderer angewiesen sind, die selbst alle ihre Hoffnung darauf setzen müßten, daß Menschlichkeit und nicht die brutale Gewalt des Stärkeren ihnen gegenüber die Maxime wird, doch nicht unterlassen können, jenen gegenüber, die noch unglücklicher und hilfloser sind als sie, erbarmungslos ihre Haßinstinkte auszuwirken. Die einzige Gruppe, über die das österreichische Volk noch eine Macht hat, sind die ostjüdischen Fluchtlinge, die als wehrlos und schutzlos angesehen werden. Der letzte Schluß aller politischen Weisheit ist der Antisemitismus, der wenigstens den einen Erfolg hat, daß er das Volk von der Erkenntnis der Unfähigkeit aller führenden politischen Kreise ablenkt und der allgemeinen Unzufriedenheit, der zunehmenden Verzweiflung der Massen ein Ventil schafft. Die Ausweistings- Verordnung der Landesregierung vom 10. September konnte natürlich, wie wir vorher gesagt haben, nicht durchgeführt Werden. Aber in der Praxis zeigte sich, daß jene Behandlung daraus abgeleitet wurde, die wir befürchte! haben: während man an die Reichen, an die Schieber und Kettenhiindler nicht herankonnte und vielleicht auch nicht wollte, hat man kleine Leute, Arbeiter, Kontoristinnen, Handlungsgehilfen, die hier in mühevollei Arbeit ihr klägliches Brot verdienen, zu finden gewußt und rücksichtslos ausgewiesert. Es wurde dann von Zeit zu Zeit eine beruhigende statistische Notiz in die Blätter lanciert, daß soundsoviel Fluchtlinge abtransportiert worden seien. Was Abgeordneter Stricker den Sozialdemokraten zur Illustration ihrer!unsozialen Handlungsweise vorgehalten hat, ist eingetroffen. In der vorigen Woche hatte slcli! der niederösterreichische Landtag mit der Auswcisungsfrage zu beschäftigen, da einige christlich-soziale Abgeordnete einen D.inglichkcitsantrag wegen beschleunigter Abschiebung der Ostjuden eingebracht hatten. Die Dringlichkeit wurde angenommen und schließlich nach einer langen Debatte auch der Antrag selbst. In der Debatte hat der sozialdemokratische Abgeordnete Richter in anerkennenswerter Weise sich gegen die antisemitischen Ausschweifungen der Christlichsozialen gewendet, er hat vor allem darauf hingewiesen, daß der Anfang des Schleichhandels nicht bei den Ostjuden, sondern bei den christlich-sozialen Bauern liegt, und daß der christlich-soziale Bürgermeister der Kurstadt Baden dagegen protestiert hat, daß ungarische Schieber aus Baden ausgewiesen werden, weil dadurch die Kurinteressen der Stadt Baden geschädigt würden. Abgeordneter Richter wandte sich dagegen, daß mit Hepp-hepp-Geschrei über die Unzulänglichkeiten der bestehenden Wirtschaftsordnung hinweggetäuscht werden soll. ״Sie verstehen es sehr gut, arme jüdische Hausierer am Barte zu zupfen, aber mit den reichen jüdischen Bankiers sich zu befreunde n.“ In diesen Worten hat Richter beinahe wörtlich die Wahrheit aufgegrifien, durch die in einer früheren Rede Abg. Stricker die christlichsoziale Heuchelei entlarvt hat. In dieser Debatte zeigte sich jedoch deutlich, wäe verhängnisvoll es ist, daß durch die Schuld des ehrgeizigen jüdisch-liberalen Mandats- Werbers Dr. Sc h w a r z - Hj 1 le r kein jüdischer Abgeordneter im Landtag sitzt. Es fehlte nämlich der Mann der nun auch noch den Sozialdemokraten die Maske herunterreißt und nachweist, daß trotz dieser schönen Reden auch die Sozialdemokraten in der Praxis nicht anders verfahren als die Antisemiten. Der antisemitische Inhalt des gefaßten Beschlusses bleibt unvermindert, auch wenn die Sozialdemokraten sich bemeine Absicht. Er ist Antisemit und war doch von meinen Worten ganz erschüttert und begeistert. Und als mir dieser Mensch sagte: ״C’est beau, c’est beau!“ da war ich gewiß, daß ich auf dem richtigen Weg bin. Albert Schnabels Stück ist der Anfang. Anderes wird folgen. Das Pseudonym muß streng gewahrt werden — ich baue ruhig auf Ihre Treue und Verschwicgenheit — das Stück soll ungestört allein wirken. Man soll es unbefangen kennen lernen, unbeeinflußt durch die Person und literarische Vergangenheit des Verfassers. Ich suche keine Befriedigutigen meiner Eitelkeit mit diesem Stück. Alles andere wird Ihnen das Stück selbst sagen. Es muß auf die Bühne, Teweles! Es schreit nach der Bühne. In Prag, der deutschen Judenstadt, hoff ich, wird’s gelingen. Vielleidht gehts von da auf andere Bühnen. Jedenfalls ist der Ton damit angeschlagen, der nöthig ist, um die Judenfrage zu lösen und die Juden hinanszu führen aus dem Ghetto. Ich grüße Sie herzlich Ihr guter Freien^ Herzt. Die Aufführung möchte ich natürlich so bald als möglich! Sofort! Ich pfeife auf ״gute“ Spielzeit und Geld.“ Teweles übergab das ihm sodann zugekommene Manuscript des Dramas, dessen Lektüre ihn ungemein gefesselt hatte, dem Direktor Angeto Neu mann Dieser übersandte es dem damaligen Intendenten, dem deutschen Landtagsabgeordneten Dr. Schlesinger, der sich entzückt über das Stück äußerte, jedoch riet; mit Rücksicht auf den jüdischen Inhalt des Stüdkes strebten, manche Schärfe der Formulierung zu vermindern. Auch im Wiener Ge meine! erat wiederholte sich tags darauf eine ähnliche Debatte, in die der jüdischnationale Gemeinderat Dr. Ehrlich mit einer ausführlichen eindrucksvollen Rede eingriff. Die jüdisch!- nationalen Mandatare haben wiederholt mit großer Energie zugunsten der Juden interveniert. Es zeigt sich, daß ohne die politische Arbeit der Jüdischnationalen das Judentum in Oesterreich völlig schutzlos wäre. Die politische Tätigkeit gestaltet sich immer intensiver. Dabei wird selbstverständlich nicht verabsäumt, eine enge Verbindung mit den auswärtigen, Vertretungen des jüdisehen Volkes zu pflegen, insbesondere wird der Kontakt mit dem Pariser ״Gomite der jüdischen Delegationen“ und mit der amerikanischen Judenschaft immer inniger. Die ״D e 1 e g .11 i o 11 des ostgalizischen jüdisehen Nationalrates in Wie n“ arbeitet erfolgreicli mit der Delegation des amerikanisch-jüdischen Kongresses zusammen. In dieser Woche hielt sich auch Dr. Markus Krämer, der bukowinaer Vertreter im ״Comite der jüdischen Delegationen“, auf der Rückreise von Paris in Wien auf und referierte ausführlich in einer Plenarsitzung de s Jüdischen Natio- 11 a 1 rates über die politische Arbeit in Paris und über die geplante Ausgestaltung der Pariser Vertretung, sowie die Vorarbeiten zur jüdischen Hilfskonferenz. Pie innere jüdische Arbeit ist völtig von den Vorbereitungen zu den Kultuswahlen beherrscht. Die Assimilanten, welche keinerlei politische Arbeit leisten und sich überhaupt von jeder verantwortungsvollen Arbeit drücken, haben dafür alte Kräfte frei. Sie haben ein ״vereinigtes nicht-nationales“ Wahloomitü eingesetzt daß mit Pamphleten aller Art arbeitet; sie haben in ״Dr. Blocks Oesterreichischer Wodienschrift“, jenen» Organ, das gelegentlich auch national zu schillern wußte, ein gefügiges Sprachrohr gefunden und scheuen sonst das Licht der Oeftentlichikeit. Sie betreiben eine systematische Hetze gegen gewisse Personen vor allem gegen Oberrabbiner Dr. € h a j e s. Von Zeit zu Zeit werden geheime Wähle rversatnm- 1 ungen einberufen; wenn eine solche Versammlung bekannt wird und nationale Kultuswähler hinkommen, um sich einmal über das jüdische Programm der Nichtnationalen zu orientieren, wird die Versammlung abgesagt und in eine Privatwohnung verlegt. Der Oberregisseur dieser seltsamen demokratischen Wahlkampagne ist der Sekretär der ״österreichisch-israelitischen Union“, Herr Siegfried Fleischer, der auf diese Weise anscheinend die gesunkene Reputation der ״Union“ wieder!!erstellen wird. Kürzlich hat die ״Wiener Morgenzeitung“ darauf hingewiesen, welche jesuitische Inkonsequenz in dem Verhalten der ״Union“ steckt, die heute noch ihre Mitgliedsbeiträge in der Tschechoslowakei einkassiert, als ol» noch das alle Oesterreich bestünde, und damit die tschechoslowakischen Juden, welche gedankenlos ihren Beitrag wie für jeden änderen ״Wohltätigkeitsverein“ leisten, durch ihre deutschnationale Politik in gefährlicher Weise kompromittiert. Die zionistischc Partei hat die Schaffung eines Wahlkomitees zur Vorbereitung der Kultuswahlen beschlossen. Parallel mit der politischen Arbeit geht eine intensive praktische Arbeit der Zionisten. Die Anschauung, daß eine jüdische Politik nur dann von dauerndem Erfolg sein kann, wenn sie sich auf Realitäten stützt, gelangt immer mehr zuim Durchbruch. Die praktische Nationalisierungsarbeit ist vor allem eine kulturelle und pädagogische. Ein Werk ganz besonderer Art ist das iüdi.- sehe Realgymnasium, das in diesem Schuljahr eröffnet wurde und heute schon nach den wenigen Wochen seines Bestandes als gelungener Versuch anerkannt werden kann. Das Realgymnasium wurde ohne große propagandistische und finanzielle Vorbereitung ins Leben gerufen in dem sicheren Vertrauen, daß es gelingen wird, die Oeffentlichkeit dafür zu interessieren, wenn nur erst die praktischen Anfänge gemacht sind. Es wurden zunächst drei Parallelklassen des erstell Jahrgangs gegründet, in denen sieben Stunden wöchentlieh Hebräisch nach modernen Gesichtspunkten gelehrt wird. Im übrigen ist der Unterschied dieser Schule gegen»- über der allgemeinen weniger im Lehrprogramm, als in Imponderabilien gegeben, die im Bewußtsein der Lehrer wach sein müssen und die ganze Erziehungstätigkeit beeinflussen, lieber diese Fragen .sprach in einer Elte r n - Ve rs a m m 1 un g des Gymnasiums der Leiter die Meinung des Präsidenten der Prager israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Arnold Rosenbacher, einzuholen, Dr. Rosenbacher antwortete lange Zeit hindurch nicht. Als er vom Theater gedrängt wurde, erklärte er, das Stück sei sehr schlecht, Er habe es zwar nicht gelesen, jedoch das Urteil eines hervorragenden Dichters angerufen. Dieser Dichter war der inzwischen verstorbene S. K o h 11, Verfasser des ״Gabriel“, ein Mann, von dem kein Mensch mehr etwas weiß. Albert Einstein über seine Theorie. Albert Ein st e/11 veröffentlicht im der Londoner ״Times“ auf Einladung des Blattes einen lange» Artikel, in welchem er seine aufsehenerregende Zeittheorie auseinander,setzt. Bemerkenswert sind einige Bemerkungen, die er seiner ausführlichen Darstellung a<nfügt. Gegenüber einzelnen Pressestimmen, welche seine Theorie als eine Widerlegung Newtons hinstellen, sagt er: ״Niemand darf glauben, daß Newtons große Schöpfung rn irgendeiner Richtung von dieser oder von irgendeiner anderen Theorie überholt werden kann. Seine klare»» und hohen Gedanken werden ihre Bedeutung für immer behalten als die Grundlage, auf welcher unsere tno dernen Auffassungen der Wdterscheimmgen aufgebaut sind.“ Auf einen früheren redaktionellen Artikel der ״Times“ an spielend, bittet Einstein zum Schluß eine persönliche Bemerkung zur Anwendung der Relativität»־ theorie seitens der Zeitungen gegenüber dem Geschmack ihrer Leser machen zu dürfen und sagt: ״ln Deutschland werde ich jetzt als deutscher Gelehrter, in England als Schweizer Jude bezeichnet. Wenn man mich als ״bete noire“ wird hinstellen wollen, dann wird es umekchrt sein, dann werde ich für die Deutschen der chweizer Jude und für die Engländer der deutsche Gelehrte sein!“