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Jüdische Rundschau · 1919-12-02 · Heft 85 (2.12.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 85 (2.12.1919)
Date
1919-12-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 665 Nr. £5 JUEDISCHB RUNDSCHAU Ansiedler tun »lüge, Was ihm gut dünke, habe ick jedenfalls nie verlang(. Aber auch das wäre immer noch besser, als vollständige Reglementierung, denn so würden bei vorsichtiger Schätzung doch׳ immerhin noch vielleicht de Hälfte der Kolonisten das Richtige treffen, während im falle, wenn alles reglementiert wird, die grolle Gefahr besteht, dal! auch alles verkehrt gemacht wird. Irrtümer einzelner können die Zukunft der Kolonisation jedenfalls glicht entfernt so belasten wie Irrtümcr der Leitung, Wir haben Unternehmungsgeist und Schaffensfreude jedes einzelnen bitter nötig, und ebenso stärkstes Vcrantwortiichkcitsgefühl. Dies wird aber ertötet, wenn die wirtschaftliche Freiheit über ein bestimmtes Mal! hinaus beschränkt wird. Während des Krieges und später haben wir ia überall den Staatssozialismus und seine besonders auch moralisch verheerenden Wirkungen genügend kennen gelernt; seine Erfolge laden zur Nachalmiung in Palästina ganz sicher nicht ein. Bei dem Streit um Octtingers Berechnungen׳ handelt es sich keineswegs, wie man oft glauben machen möchte, darum, ob Oettinger «der ich besser rechnen kann, sondern um die fundamentale Frage: Welches Landa u s tu a 15 und Kapital ist i m Mini m u m f ii r d i c A n s i e d 1 u n g eines Klcinsiedicrs erforderlich? Alle Kritiker der richtiggestellten Berechnungen Octtingers, Ruppin an der Spitze, behaupten stets: solche Rentabilitäten gibt cs in Palästina einfach nicht. Auch Oettinger führt dies Argument jetzt wieder ins Treffen, obwohl er sich in seinem Buche sehr wohl bewußt ist, daß er der Landwirtschaft oft neue, in Palästina bisher nicht gegangene Wege zeigt. Wenn es sich um eine Beschreibung bisherigcr wirtschaftlicher Verhältnisse in Palästina handelte, hätten sic alle recht. Es gab solche Rentabilitäten bisher nicht, weil cs diese Betriebe (V und VI) nicht gab, diese Kulturen (Gemüse usw.) nicht gab, und weil man in Palästina oft leider überhaupt sehr wenig ökonomisch wirtschaftete. Und nicht nur wegen der türkischen Mißwirtschaft. Im Unrecht sind jene Kritiker aber sofort, wenn sie behaupten, daß solche Rentabilitäten auch künftig nicht möglich seien. Unsere palästinensischen Erfahrungen dürfen nur die Bedeutung haben, daß sic uns zeigen, daß wir cs künftig ganz, anders, unendlich viel besser machen müssen, Wir müssen jetzt endlich einmal die Augen öffnen und anderwärts gesammelte Erfahmngen für Palästina nutzbar machen. Herr Oettinger, haben Sic den prächtigen Aufsatz von Soskin über ״Das Problem der Kleinsiedlung in Palästina" nicht gelesen? Zur täglichen Lektüre sei er Ihnen dringend empfohlen! Und ferner! Herr Oettinger, das jüdische Volk wird in Palästina noch ganz andere ״Wunder" vollbringen, als (Laß eine fünfköpfige Familie durch ihre Arbeit bei 5000 Frcs. Betriebskapital die Riesen cinnahmc von 1700 Fres. im Jahre erzielt, wenn ihm nicht kurzrichtige und kleinmütige Menschen Knüppel zwischen die Beine werfen! Das Ende der Affäre Oettinger Von Davis T r i e t s c h , Berlin, Wenn von allen Lesern des Octtingcrschen Buches ״Methoden und Kapitalbedarf jüdischer Kolonisation in Palästina“ über zwei Jahre lang niemand außer Dr. Chamizer die Fülle grundstürzender Fehler der darin enthaltenen Berechnungen bemerkt hat, und wenn sogar jetzt Octtingers Artikel in der ״Rundschau" so ziemlieh von allen als glänzende Rechtfertigung des Autors betrachtet werden konnte, so wird cs doch lohnen, den vorstehenden Ausführungen Dr. Cha* mizers noch einiges zum Zweck größerer Verdeutlichung hinzufüg eil. Wenn Oettinger sich nicht darauf verstellt, die inneren Vorgänge in einer Wirtschaft buchungstnäßig richtig darzustellcn, 90 wollen wir ihm daraus keinen allzu großen Vorwurf machen. Solche Dinge sind manchmal kompliziert. Aber nichts ist einfacher, a!s die Be- Schränkung aufdie äußeren Vorgänge der Wirtschaft, die das Resultat klar genug zeigen. Hätte Oettinger sich gefragt: .Was habe ich bar verausgabt? Was habe i dt bar v e r c i n n a h m t? so hätte ihm derartiges nicht passieren können. Es wird auch jeder, der Octtingers Rechnung aufmerksam1 liest, sofort verstehen, daß seine Amgabe des Futters unter Ausgaben in dem' Falle ganz richtig wäre, wenn er alles gekauft hätte. Dann ist sie aber auch falsch uni den Betrag, den er tatsächlich nicht gekauft hat. Bei Futtercinkauf von 2500 Frcs. und bei Gewinnung des Futters aus eigenem Betriebe kann doch die Abrechnung nicht die gleiche sein! Ucbcrdics ergäbe sich aus Octtingers Darstellung folgendc Drolligkeit: Seine Einnahmen aus der Viehwirtschaft betragen 5200 Frcs. Davon zieht er 3000 Frcs. für Futter ab. ■ Bleiben 2200 Frcs. Hätte er gar keine Vieh Wirtschaft״ so würde er das angcbaute Futter im Eigenwerte von 2500 Frcs. verkaufen können und hätte aus dem Futterbau allein mehr als aus Futterbau und Milchv/irtschaft. Dieser Widersinn leuchtet hoffentlich ein. Nun hat Oettinger also nicht nur die 1720 Frcs. Ucbcrschuß, die e r herausbekommt, sondern 2500 Frcs. (den Ertrag des eigenen Futterhaus) mehr, und außerdem kommt ja nach ihm selbst aus der Wirtschaft auch der Unterhalt der Familie im Betrage von 900 Frcs. heraus. Die Gesamtwirtschaft ergibt also nicht 1720, sondern 5120 Frcs., was nach Oettinger selbst dem Bedarf von fünf Familien entspricht! Das Gesamtkapital, das Oettinger diesem1 Wirtschaftstypus, zugnajde legt, ist 22700 Frcs., wovon 5000 Frcs. Eigcnvcrmögcii und 17700 Frcs. vom Nationalfond» und den kreditgebenden Institutionen. Es würden also unter Richtigstellung von Octtingers Fehlern tatsächlich fünf Familien von jener Wirtschaft mit 100 Dunam' Land und 22 700 Frcs. Ges,׳im(kapital leben können, — sogar ohne daß mehr als die Arbeit e i 11 e r Familie dazu nötig wäre (abgesehen von den 200 Frcs. für Hilfsarbeit, die Oettinger berechnet). Allenfalls böte die eine Wirtschaft nicht genug Wohngelegen heit für die fünf Familien, da Oettinger ja nur für eine Familie vorgesorgt hat. Aber dafür macht der Unterhalt der fünf Familien nach Oettinger nur •1500 Frcs. aus, so daß 620 Frcs. übrig bleiben, die als Verzinsung von 10 000 Frcs. (zu 6 ״/o) ausreichen, für welchen Betrag mau den Testierenden vier Familien bequem Häuser hcrstellen könnte. Aber selbst mit einem M c lirkapital von 10000 Frcs. für Bauzwecke stiege der Ges.unlkapiialbcdarf der fünf Familien nur auf 32700 Francs, winde also weniger als 7000 Frcs. pro Familie ausmadicii, um׳ den Leuten eine Existenz zu bieten, ohne daß sie mehr als ein Fünftel ihrer Zeit darauf zu verwenden hätten! Es ist klar, daß bei jeder halbvvegs vernünftigen Verwertung der Zeit und Arbeitskraft ein recht annehmbares Einkommen zu erzielen wäre, womit wiederum bewiesen ist, daß nach Octtingers Methoden der Bedarf an Kapital und an Boden etwa fünfmal so groß scheint als er in Wirklichkeit ist. Dies aber ist nicht mehr (wie schon zum Ucbcrdmß betont) ein bloßer ״Rechenfehler", sondern eine g r u n (I s t ii rzende Acndcrun g. Wir haben also gegenüber den Octtingcrschen Ziffern nur mit einem ungefähren Fünftel sowohl an Kapital wie an B o d c n wie an A r b c i t zu rechnen. Dieses Ergebnis von 1:5 kommt aus der Richtigstellung von Octtingers Rechnung auf Grund seiner Unterlagen heraus. Wenn wir uns nicht nur von seinen tRcchcnmetlioden, sondern auch von seinen Unterlagen frei ■machen, können wir zu noch viel geeign e t e r c 11 Aiisicdlungsfomicn gelangen, bei denen auch das Kapitalcrfordcrnis sieh noch weiter verringert. Aber schon die Differenz von 1:5 kann einstweilen genügen. Wenn unterstützte Kolonisation einige 20000 Frcs. und 100 Dunam Land pro Familie erforderte, so wäre eine Volkshilfc auf solcher Grundlage.unmöglich. Erfordert sje mir etwa den vierten oder fünften Teil, so wird diese Hilfe einem unendlich viel größeren Kreise zugänglich. Es ist also nicht ein Unterseid cd des Grades, sondern der zwischen Ja und Nein, zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Möglich und IJumögliohl Die Affäre Oettinger war zu Ende, als am zweiten Tage der Zentralkomitee-Sitzung niemand mehr den Beweis für Octtingers absolutes rechnerisches Versagen bestreiten konnte, und wenn wir auch gern weiter glauben wollen, daß Oettinger ein guter Lan d wirt ist, —■ rechnen kann er wirklich nicht, wohl aber — wie wir gesehen haben — unfreiwillig andere irrefüliren. Wirtschaft und Rechnen! — In beiden gibt es verschicdcnc Stufen. Beim Rechnen spridit man vom kleinen und vom großen Einmaleins. Wer das kleine nicht beherrscht, darf noch nicht zuin großen übergehen, < Es gibt aber einen noch höheren Grad, und bei dem halten wir jetzt, aiämJich bei dem ganz großen Einmaleins, bei dem wir zu operieren haben mit so großen, so vielen und so mannigfachen Faktoren wie Volk und Land, Idee und Schwung, Wiile und Plan, Arbeit und Technik, Geist und Stoff, Hilfe und Wirt- Schaft, Pflicht und Freiheit 1 Uni aus diesem Faktoren das höchste Resultat zu erzielen, brauchen wir große Rechner, kritische Konstrukteure — mit einem Wort echte Kolon»• satoren. ,Nicht Leute, deren ganz anders geartete Mentalität jede Falschrcchnung mitmacht oder glaubt, die unser Werk unmöglich machen würde, und die diejenigen als verantwortungslos Umstellen möchten, die den Zionismus für realisierbar halten, auch jetzt noch; nachdem die Mächte seine Berechtigung anerkannt haben. Sachverständigen&onferenz für Palästina•; arbeit in Warschau Ausbildung da nd wirtschaftlicher Arbeiter. — Auswanderungsamt. Ende Oktober fand in Warschau im Pa- 1 ä s t i n aamt der Zionistischen Organisation Polens eine Beratung von Fachleuten über die Vorbereitu 11 gen zur bevorstehenden Au sw an derung na cli Palästina statt. An der Beratung nahmen mehr als dreißig Personen Teil, darunter Agronomen, Ingenieure, Vertreter der Hcchaluzorganisatioiicn Polens und Litauens, der Zarc-Zion, des palüstincnsischcn Hapoel-Hazai'r, der Zionistischen Frauen- Vereinigung in Itoien, der Gesellschaft für Gartenstädte in Palästina, der Misrachiföderatton 1t a• Als erster Punkt stand die Frage der Ausbildung landwirtschaftlicher Kräfte auf der Tagesordnung. Zwei Referenten, Agr. Chaikes und Agr. Fcigin beleuchteten das Problem von entgegengesetzten Standpunkten. Während der erste dafür ein trat, daß bereits in der Diaspora die Fachausbildung einsetzen soll und zu diesem Zwecke die Gründung einer Rahe von Farmen «ach einem von ihm ausgearbeiteten Plan empfahl, ging der Korreferent davon aus, daß unsere Landarbeiter in Palästina keine besonderen Fachkenntnisse brauchen, daß man bloß an Strapazen und schwere physische Arbeit gewöhnt zu »ein braucht, um dann In kurzer Zeit aus Erfahrung die Landarbeit leicht erlernen zu können. Agr- Feigin betonte, daß wir Milliardcnbelräge haben müßten, um die Tausende von jungen Leuten liier fachmännisch auszubifden, die nach Palästina aufs Land gehen wollen; lieber sollen wir Millionen üi palästinensische Unternehme ״ liiuvinstccken. Die meisten Redner in der Debatte schlossen sich den Ausführungen des Agr. F e i g i 11 an. Herr N a f ch a, Mitglied des Zentralkomitees des Hapoel-Hazai'r in Palästina, sagte unter anderem, die herrschende Meinung in Palästina sowohl bei den Arbeitern wie auch bei den Sachverständigen sei, daß nicht Agronomen, sondern Arbeiter das Land aufbauen würden. Die Erfahrung bestätigt es: in Mcrclmwja arbeiteten gut aiisgcbildete Luidarbeitcr, und doch ist die Lage der Siedlung nicht glänzend; während in Dagania einfache, ungelernte Arbeiter tätig waren, die nur Idealismus und Optimismus initbrachtcn, und das Experiment gelang. Man soll nicht Schüler der Agronomie mit Clialtiziir» verwechseln. Palästina braucht Cha- 1 u z i m, das sind Leute, die s c h w e r e k ö r p e rliehe Arbeit verrichten können und wollen, nicht aber Aufseher sein möcliten. Die einzige Vorbildung, die die Chaluziin liier suchen sollen, ist der Dienst bei einer einfachen Bauern- Wirtschaft, wo sie im Laufe eines Jahres in alle Zweige der Landarbeit eingeweiht werden. In großen Gütern zu arbeiten ist nicht ratsam, weil dort die Arbeitsteilung so verzweigt ist, daß der Chnluz nur ein Gebiet erlernt, und möglicherweise gerade das, was er in Palästina am wenigsten brauchen wird. Es gelangten darauf zwei Briefe au die Tagung, von Agr. Oettinger in Palästina und Agr- Wil« kansky in London zur Verlesung. Oettinger findet, daß selbst junge Leute, die eine Landwirtschafts־ schule absolviert haben, doch noch im Lande mindestens zwei Jahre praktisch arbeiten müssen. Da außerdem noch die klimatischen Verhältnisse in Polen stark von denen in Palästina al weichen, so zweifelt er, ob die ngronomische Ausbildung in Polen für unsere Zwecke in Palästina lohnend ist. Trotzdem haben seiner Meinung nach die kleinen Farmen in Polen einen gewissen Wert für uns. Es sei nur schade, daß sie so primitiv eüigerichtet sind und so viel Geld verschlingen. Wilkansky spricht sich auch gegen theoretische und für praktische Ausbildung aus. Hauptsache sei, seine Kräfte zu prüfen. Wer sich nicht kräftig genug fühlt, soll die Sache lieber gleich lassen, statt später in Palästina enttäuscht zu sein. Es wurden dann zu dieser Frage folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Fhc Ausbildung von beruflichen Landarbeitern für Palästina ist dringend nötig und 9011 nach dein Prinzip der Sclbstorganisicrung und eigener Tätigkeit der Arbeiter erfolgen. 2. Das Palästina-Amt hat alles daran zu setzen, um mögüctist viele Arbeiter in den bestehenden jüdisehen Lehrfarmen Ln Polen unterzubringen. 3. Das Palästina-Amt in Polen hat die Pflicht, die Hechalu71)ewcgung bei der Verwirklichung ihrer wichtigen Aufgaben zu unterstützen. 4. Da die Hauptsache die Ausbildung von Arbeitern und nicht von Instrukteuren ist, brauchen keine eigenen Lelirfarmcn gegründet zu werden. 5. Das Palästina-Amt leistet den Arbeitergruppcn moralische und materielle Hilfe, die Garten- und Ackerarbeit in Pacht übernehmen. Für die Prüfung der Zuverlässigkeit der Gruppen richtet das Palästina- Amt eine Agrarabteilung ein. Gcldunterstützung wird vom Palästina-Amt bis zum Höchstbetragg von 10 °/0 des Grundkapitals gewährt. 6. Das Palästina-Amt hat sich mit den Gemeinde-, Auswanderungs- und sonstigen Institutionen in Verbindung zu setzen, die beim Wiederaufbau in Polen tätig sind, damit sie unter den jüdischen Massen landwirtschaftliche Kenntnisse verbreiten. 7. Beim ׳Palästina-Amt wird eine Sonderkommission für Finanzierung eingesetzt. 8. Das Palästina-Amt gewälirt kleine Darlehen für die Herausgabe von Literatur über Palästina künde, landwirtschaftliche Bildung usw. 9. Allen Chnluzim wird empfohlen, mindestens ein Erntejahr in kleinen Landwirtschaften zu arbeiten. Das Palästina-Amt hat sich zu diesem Zweck mit Grundbesitzern in Polen in Verbindung zu setzen. Den Farmen des Hecliaiuz ist Unterstützung zu gcwäliren. Auf den Vorschlag eines der Mitglieder der Beratung wurde beschlossen, einen ״Chaluz Hamajim" zu schaffen, der Fischer für Palästina ausbilden und für die Verbreitung des Fisclicreiberufcs unter der Chaluzjugcnd sorgen soll. Agr. Fcigin referierte darauf über das zweite Problem, das die Tagung beschäftigte: die Orgnnisicrung von Auswandcrungsgenossen sc haften. Der Referent ging davon aus, daß die Emigration von innen organisiert werden muß und daß in der ersten Zeit nur physische Arbeiter in Palästina Fuß fassen können. Er schlug also vor, ein Netz von Kooperntivgcnosscnschaftcn der Emigranten zu organisieren. Jeder Emigrant zahlt einen bestimmten Beitrag für die kommenden Reisekosten. Solange die Gruppe nicht nach Palästina gehen kann, ist sie hier auf wirtschaftlichem Gebiet genossenschaftlich tätig. Unter gewissen Vorbehalten und Garantien könnte man manchen Gruppen einen Kredit gewähren. Dr. Lewin (Lodz) ergänzte den Vorschlag des Agr. Fcigin, indem er die Tätigkeit der Genossenschaften statutenmäßig darlegte. Der Zweck sei die gegenseitige moralische und materielle Hilfe bei der Uebcrsiedehmg, in der Form von gemeinsamer Uebcrfahrt, von Darlehen für die Reise

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