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Jüdische Rundschau · 1919-11-21 · Heft 82 (21.11.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 82 (21.11.1919)
Date
1919-11-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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82 # kütti orte igrili :nik1׳ ch tite 11 n d au 1 de 1 ih: Nr. 82 JUEOiSCHE RUNDSCHAU Seite 643 .'r t d! 21! dem Zeitpunkt aufgeschoben, da die definitive Wahl- Ordnung vom Plenum der Nationalversammlung angenommeti ist. Eines ist heute auch der ganzen tschechischen) Oefientlichkcit klar geworden: die Zustande in der Slowakei sind unlialtbar. Und das gilt nicht 51ur für das eigentlich slowakische Gebiet, sondern auch für das fcarpathorüssisch-e, das sich ungefähr von Uzliorod (Unvar) bis zur rumänischen Grenze erstreckt. Dieses ebiet steht unter Militärdiktatur. Die oberste Gewalt;r (jeliegt in den Händen des dort kommandierenden frani |,Jf.r.i;eben Generals Hennocque, den! man nicht geutialjade judenfreundliche Gesinnung nachsagen kann. Wäh- Judtjend der ruthenischen und slowakischen Bevölkerung die ervajtihaltung V־ort Versammlungen erlaubt wird und auf sowiMfesen oft genug antisemitische Hetzreden gehalten werirrdcjlen, dürfen die Juden in diesem! Gebiete nicht einmal ulturelle, literarische und künstlerische Veranstaltungen treffen und werden die zionistischen und national- .jüdischen Organisationen, nicht anerkannt. In unglaube1! 'lichcr Kurzsichtigkeit wird so eine Betätigung vertun- ,?Icrt, welche doch das an titsch echisdt orientierte!nagvaeiten] C. ^jzhiorod 35 Prozent der Bevölkerung, in Munkacs bei- '^n|j1he 50 Prozent Juden. Es ist kaum arizunehmeu, daß ' lksc offenkundig schädliche und törichte Politik in len Intentionen der Prager Regierung liegt. — Neuerlings mehren sich in der Slowakei auch1 die Fälle, laß gerade gegen jüdische Einwohner, auch wenn sie Inge Jahre hindurch ortsansässig und tschechoslowa- Ische Staatsbürger sind, die Beschlagnahme ihrer Woli- Jungen angeordnet wird. Nicht nur in Uzhorod, wo Ln!Jne ״a״ze Anzahl jüdischer Familien von einer solchen jerfügung betroffen wurde, sondern auch in Bratislava freßburg) ist diese Maßregel nichts ungewöhnliches. Fas das bei der gegenwärtigen Wohnungsnot für den Idischen Kaufmann bedeutet, ist leicht vorstellbar. — um neuerlichen Beweis für den von der slowakischen leise immer wieder abgeleugneten eigentlicheti Zweck |r Annullierung der bisherigem Schank- und Trafikenmen gibt die folgende Nachricht der Preßburger lüdischcn Volkszeitung“, des von D>r. Moritz Zobel ... . feierten Organs des ״Volksverbandes der Juden für die Judl|)wakei״: In Roznava wurde, wie der dortige Rab- ׳e?P-cr berichtet, am 24. Oktober auf den Straßen durch udenf 1r u;a mbail i von tekf hen wi,l־| ch ich liehen schosj d be kam kratid alisüH r das wakiH bliclij der1 1 lUM ordejommelschlag bekanntgegeben, daß die Gesuche um neucrung der Trafikrechte und Ausschanklizenzen bis Moirde, daß nur ichen dürfen. einzureichen seien. Hinzugefügt Christen Gesuche ein- Der vom! Rabbiner interpellierte 5^ ״"irgermeister des Ortes wies ihm. die Verordnung des * er■• p a n a t s (der Kreisbehörde) von Rimovska Sobota , deren genauen Wortlaut er hatte austnoniinelm :n. Ob die slowakische Presse auch jetzt noch den ft finden wird, die offen antisemitische Tendenz der V*c1'lüchtigten Verordnung zu leugnen? — Das er- ^1Ireckendste Zeugnis für den Rassenantisemitismus, der :r /Ih in den slowakischen Intelligenzkreisen — “mt anders verhält es sich bei den Tschechen h~, herrscht, aber der soeben bekanntwerdende Protest von 60 slochuSI nlichl truingl;chei-| liehe ob ' ,!tischen Aerzten gegen die Berufung des Dozenten der , Iger tschechischen Universität, Dr. Gistmann, an .. I medizinische Fakultät der neubegründeten Preßburger 1 1 “*׳akischen Universität. Dieser Protest wird einzig 1, st»! 5 ist] sich ozeßzu-l :s wahren Aufbruches, eines v>01 kstüimlich-pionierlen, kollektivistischen. Wie kann sie da zustande Urnen, wo das Leben der Arbeit zu verstummen eint. /.‘י I ln der Tat geschahen die ersten Schritte der Ver- , e feung zu einer Zeit der großen Hoffnung angesichts I Tausenden Chahizim-Legionäre, die sich« danach >1S lr ■ cn’ s'c^ 'm Lande niederzulassen — welch Wunder, 1 ai I Verehrung nicht sa vollkommen zustande genatv- ״en ist, wie sie damals zuerst geplant wurde. , . ■Es ist nicht leicht, manche Seiten dieser Frage zu ׳ e" ■hren. Nicht .nur aus Angst, manchen Freunden uni der dadurch begründet, daß Dr. Guttmann als Jude nicht an einer slowakischen Universität lehren dürfe. Bei dieser Hetzstimmung der Intelligenz kann man sich über den Antisemitismus der Volksmassen überhaupt nicht mehr wundern. A. H. Beschuldigungen weh zu tun, sondern deswegen, ms׳“die Lage gegenwärtig so geartet ist, daß das Wort rickt statt erhellt ... Ich werde auch nicht von guten und schlechten Absichten sprechen und nicht _ den guten und schlechten Nebenzielen. . . . Das . fluch nichts zur Sache selbst, die klar ist. Und bereits eise ■ ’ k'end der Einigungskonferenz sagte einer der Schrift- Th der an die Vereinigung nicht glaubte, zu unseren I»־•'den; ״Ihr seht die Scliiffe, die kommen, — ich. ך die, die abgehen.“ pe Quelle der Vereinigungsidee ntht in der Hoff- . ן auf die Schiffe, die hierher kommen werden, die Ter t ^es Trennungsgedankens in der Voraussicht der v’°tl hier abgehen. ״ *Denn auch das ist klar und steht außerhalb jeder nen iUSsion: werden in der nächsten Zeit in Palästina j. ■alten Kolonien durch jüdische Arbeit gestärkt und Ts ■ i<'‘°*onien ^rei von jeder Ausbeutung errichtet * K«, so wird letzten Endes die vollständige Vereini- ■ aller Kräfte der Arbeit entstehen. Keine Kraft ■ sich ihr widersetzen können. Hält aber der gegenl, ' Ke Zustand auch ferner an: wenn keine Taten her fr31׳ wenn i״ der jüdischen Diaspora, nachdem ' T^gromwelle sich gelegt hat, zionistische Agitation pen und Pfennige für uns gesammelt werden und Arbeitende Jugend nicht massenweis kommen wird neues Werk errichtet wird, und wir fort- ו!ן werden, die Pfennige in Empfang zu nehmen, erniedrigen, uns vor uns und vor der gesamten *uschanden zu machen und in Einsamkeit zu verwenn auch ferner die, die kommen werden, in- IWer kein ' ־ :el 8 > 11 Die gegenwärtige Lage in Palästina Die iri Berlin eingetroffenen neuesten Zeitungen aus Palästina, sowie die Bulletins der Korrespondenz-Büros lassen das gegenwärtige Bild der Lage in Palästina etwa wie folgt erscheinen: Abschaffung der Vorzensur, die hebräische Presse. Die Vorzensur, die bisher über alle Zeitungen verhängt war, ist nunmehr aufgehoben worden. Das macht sich in der palästinensischen Presse stark geltend: die arabische Presse betont ihre ablehnende Stellung zum Zionismus häufiger; die jüdische hat in ganz anderem Maße Gelegenheit, für die gerechte Sache des jüdischen Volkes einzutreten. So kritisiert ״C11 a d a s c h o 111 Haare z“ in einem Artikel aus der Feder Jabotinskys mit großer Schärfe das Verhalten der Jerusalemer Behörden zur hebräischen Sprache und verlangt, daß der Grundsatz der Anerkennung des Hebräischen auch in Jerusalem in die Tat!umgesetzt wird. In einem anderen Aufsatz setzt ״C h a d a s e h o t h Haarez“ das Recht des Jüdischen Volkes auf P-alästina auseinander. Dieses Recht wird v-on der arabischen Presse häufig bestritten. Die Zeitung betont, daß nicht die Zahl der gegenwärtigen Einwohner Palästinas unseren Anspruch rechtfertigen. ״Wenn wir auch keine einzige Kolonie in Palästina gehabt hätten, Aürden wir dennoch dieses Land fordern, als unser nationales Heimatland. Als wir uns an die Völker und Regierung mit unserer Forderung wandten, erklärten wir, daß wir in dieses Land zurückkehren wollen, weil wir in Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeit aus ihm vertrieben wurden, ohne daß wir ei« anderes Heimatland wünschten.“ Der Artikel weist dann auf verschiedene Analogien aus der Geschichte hin und faßt seine Ansicht am Schluß in den Worten zusammen: ״Palästina seinen Kindern, denen, die im Lande wohnen und denen, die vertrieben wurden und nach ihrem Land] zurückkehren wollen. — Diese Forderung ist anerkannt worden, es gibt über sie keine Debatten mehr.“ Das Budget der Okkupationsbehörden, Häfen und Straßen, Import und1 Export. Soeben ist das briiischeMilitärbudget 1919 bis 1920 erschienen. Es beläuft sich im ganzen auf 735 200 ägyptische Pfund. Das vergangene Jahr, in dem man ein Defizit erwartet hatte, schloß mit einem Ueberschuß von 10 000 Pfund ab: Dieser Ueberschuß wird neben der energischen Steuereinziehung und der Sparsamkeit, vor allem der Hebung der gesamten wirtschaftlichen Lage zuzuschreiben sein. Die Bevölkerung gliedert sich augenblicklich in 515 000 Mohammedaner, 65 300 Juden, und 62500 Christen. In der Landwirtschaft sind 69 »/» der Mohammedaner, 46 0/0 der Christen und 19 0/0 der Juden beschäftigt. Der Durchschnittspreis der Lebensmittel ist um 29 0/0 gesunken. Die Einnahmen verteilen sich auf Steuern, die durchschnittlich 1 Pfund auf den Kopf betragen, auf folge der Arbeitslosigkeit nach Hause zuriiekkehren müssen und die, die bleiben werden, wie die Schatten umherirren ohne Kraft und ohne Geist und ohne Hollniung auf morgen; wenn dem so sein wird, was bedeutet Vernichtung der Parteien oder ihre Vereinigung? Ob sie bestehen oder nicht, ihre Eigenart verwischt oder un verwischt bleibt, ob wir so oder anders denken, ob wir uns gegenseitig aufreiben oder uns selbst verzehren — welch Unterschied? Wen und was haben wir dann hier? Wir veröffentlichen diese schönen Ausführungen, die einen Auszug aus dem Aufsatz ״Ebbe und Flut“ aus der Monatsschrift ״Haadama“, aie in Jaffa von der Achduth Haawodah nerausgegeben und von J. Ch. Brenner redigiert wird, darstellen. Die am Schluß dieses Aufsatzes berührte Frage des Zusammenschlusses in der palästinensischen Arbeiterschaft beschäftigt auch wieder das letzte Heft der ״Arbeit“, das in Berlin erscheinende Organ des ״Hapoel-Hazair“. Während Hugo Bergmann dort dafür ein tritt, die Nuancen möglichst in den Hintergrund treten zu lassen, um eine zionistischsozialistische Einheitsfront zu schaffen und eine Atmo- Sphäre vorzubereiten, in der die Gleichgesinnten hier und drüben sich vereinigen können, legt A. D. Oerdoa den Standpunkt des Hapoel-Hazair dar. Nachdem er ausgeführt hat, daß eine Vereinigung nur auf Grund einer den sich Vereinigenden gemeinsamen Basis erfolgen könne, und die Unterschiede zwischen der menschliehen Einstellung der Poale-Zion und des Hapoel-Hazair aufgezeigt hat, fährt er fort: ״Unsere Freunde wissen, wie mir die verschiedenen Absonderungen, wie mir die Vereinsmeierei zuwider ist, wie mir der Gedanke der Einheit der Arbeit und der Arbeiter nahe liegt, wie ich die Volkseinheit erstrebe. Aus diesem Grunde habe ich bei der Konferenz nicht gesprochen. Ich' wollte abwarten, was geschehen wird, wer mir geistig nahe steht und wie meine Freunde sich benehmen werden. Ich wäre selbstverständlich in die Poalc-Zkm-Organisation auch in ihrer neuen Form nicht eingetreten, selbst wenn ich allein geblieben wäre. Es liegt mir aber fern, andere zu beeinflußen. Nun aber, da ihr treu geblieben seid, und der Vereinigung nicht beigetreten seid, rufe ich Euch ein Bravo! zu. Gerade jetzt hat die Existenz des Hapoel-Hazair einen tiefen Sinn. Aber selbstverständlich Hapoel-Hazair in seiner ursprünglichen Form, ohne jede ,Beimischung von Sozialisdie Zölle (1. Quartal 1918/1919 30 600 Pfund, für 1. Quartal 1919/1920 veranschlagt 110 500 Pfund) auf die Eisenbahnen und auf den Oseher. Die beiden letzte» Einnahmequellen sind nur gering. Die Verwaltung ist im großen und ganzen eine Militärverwaltung. Es werden keine Konzessionen zu öffentlichen Arbeiten erteilt. In einigen Gebieten ist unter Aufsicht der Militärbehörden eine Zivilverwaltung eingesetzt worden. In der Kaufmannschaft macht sich ein nationaler Geist geltend, der sich gegen jede Einwanderung wendet, die im Lande Handel treiben will. Wefm die Lebensmittelpreise auch gesunken sind, so sind doch die anderen Preise gegen den 1. Oktober zum Teil um 25 0/0 gestiegen. Gegen die Preistreiberei und gegen die Getreidehamsterei, ebenso auch gegen den Mietwucher hat die Regierung Maßnahmen getroffen. Die Verwaltung hat auch über den Handel in der Zeit vom 1, April bis 30. Januar dieses Jahres interessante Zahlen veröffentlicht: Insgesamt wurden während dieser drei Monate Waren für 1 098 958 ägypt. Pfund nach Palästina eingeführt. Aus Palästina wurden in der gleicher! Periode Waren für 130 463 ägypt. Pfund ausgeführt. Die niedrige Ziffer für die Ausfuhr erklärt sich zum Teil daraus, daß es in letzter Zeit so gut wie gar keinen Export an Orangen und Weinen gab, die zum größten Teil von der Okkupationsarmee verbraucht wurden. Die wichtigsten Import-Artikel waren: 434 865 ägypt. Pfund. 32 854 85 263 40053 ״ ״ 514 31 ״ ״ 493 26 19902 ״ 681 15 Baum woHfabrikate ־»• ׳ Baumwolle (Garn) Reis ... Petroleum ■ Raffinierter Zucker Tabak und Zigaretten Medikamente und Chemikalien Verschiedenes »•־,׳• •■•יי■...• Die wichtigsten Exportartikel waren: Seife .׳.885 48 , ägypt. Pfund Wein ..... .. 19 377 ״ Durrha .19302 Orangen ..״ ״ 323 14 י Oliven-Oel ... . 7797 Außer dem Import und‘ Export des eigentlichen Palästinas war der Transithandel sehr beträchtlich, der die Häfen von Palästina (Haifa und Jaffa) passierte. Der Gesamtimport via Haifa betrug während dieser drei Monate 79182 ägypt. Pfund. Der Export via Haifa betrug 7355 ägypt Pfund. Die hauptsächlichsten Importartikel, welche Haifa passierten, waren: Baumwollwaren und Garn <45998 «.־ ägypt Pfund. Reis :•H-* •«•••״ ״ 13312 «• י—•» . ».,«*.־ Die hauptsächlichsten Exportartikel, die Haifa passierten waren: Aprikosenpaste / * .7 mr * * f * n 3 486 ägypt. Pfund. Lakritze. »•2489 וי־.;*•* ■נ».**• *־ , n Die hauptsächlichsten Importländer nach Palästina waren folgende: 1 Großbritannien: Fische, Sattlerwaren, Stiefel und Schuhe, Kaffee, Brer, Whisky, Mineralöle, Zigarettenpapfer, Schreibpapier, andere Papiere und Drucksachen^ Kohle, Zement, nichtmetallische Mineralien, Glas, Firniß, mus oder richtiger von Sozialistentum. Gibt es Ugandisten, so muß es auch Zione-Zion geben. Und wenn die ersten in der Mehrzahl sind, und wenn sie mit ihrer taktischen Methode prahlen, so tut es nichts. Die Ugandisten sind immer in der Mehrzahl und immer prahlen sie mit ihrer taktischen Methode. Das Leben aber, den lebenbringenden Samen säen immer ״Ziooe- Zion“. Wir müssen uns nun klar machen, wie unser Verhältnis zu der neuen Vereinigung oder richtiger zu der Poale-Zion-Organisation in ihrer neuen Form, von der viele Mitglieder mit uns zusammen arbeiteten, sein soll. Vor allen Dingen müssen wir ruhig und selbstsicher auftreten, nicht kämpfen und nicht nachtragen. Wenn die Vereiniger ihre große, nationale ■und menschliche Sünde nicht fühlen, die darin besteht, daß sie unwillkürlich die geistige Grundlage all unserer Arbeit zerstört haben, wenn sie keine Gewissensbisse haben, so werden wir ihnen keine Vorwürfe machen. Wir würden damit nichts nützen. Wir können nur schaden, und zwar vor allem uns selber. Und wir würden dadurch nur schlechte Gefüllte in uns erwecken gegenüber Menschen, die uns so nahe standen, während wir doch umgekehrt uns bemühen sollen, möglichst in unserem Herzen, die schlechten Gefühle, die ihnen gegenüber bereits aufgekommen sind, zu unterdrücken. Es ist allerdings keine leichte Aufgabe, es muß aber getan werden, wenn wir unserer großen Arbeit gewachsen sein wollen. Böse Gefühle sind immer Produkte von Schwäche und Verstocktheit, während wir starkes Leben brauchen. Wir müssen uns ferner darüber klar sein, daß die vollständige Trennung, wie sie jetzt erfolgt ist, früher oder später erfolgen mußte. Es ist besser, daß sie jetzt gekommen ist, als das sie später erfolgt wäre. Es ist gut, daß die Geister sich schieden, stehen wir doch vor einer überstürzten Einwanderung. Es werden verschiedene Leute aus allen Galuthkreisen hierher kommen und verschiedene Lehren, Prinzipien und ״Psychologien“ nach uns schon bekannten und noch unbekannten Schablonen mitbringen. Es werden wiederum Kämpfe ausbrech e!1 wegen der Sprache und wegen all jener Dinge, die uns bereits zuwider gewesen sind. Hierauf müssen wir rechtzeitig vorbereitet sein, wir müssen unsere Kräfte klar ermessen und uns über den Weg klar werden, den wir einzuschlagen haben. Es ist große Vorsicht vonnöten; zuviel Eifer beispielsweise würde schädlich sein, aber das Kompromißlertum ist vielleicht noch schädlidier. Die Sache wird im Laufe der Zeit im Leben und in der Literatur geklärt werden.

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