Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 80 (14.11.1919)
- Date
- 1919-11-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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J U EDI SC H E RUNDSCHAU Seite 628 voll den Willen eines Volkes manifestieren. Nach dem Baseler Programm und dm Forderungen der Poale-Zion finden wir hier die Wünsche der Juden Amerikas (KongrellbcSchlüsse, Forderungen der jüdischen Arbeiterschalt), Rußlands, Litauens, der Ukraine, Ostgalizicns, Deutsch-Oesterreichs, Tscheclvoslowakiens, der Bukowina, Ungarns, Polens, der jüdischen Arbeiterschaft in England, der Juden Hollands, Palästinas und anderer Länder. Dazu kommen die Forderungen des Agudas Jisroel, des Comitd des Delegations juives und die Forderungen der Zionistischen Weltorganisation an die Friedenskonferenz. Im Mittelpunkt aller dieser Forderungen, ihre Seele und ihr Sitm, ist Palästina, aber fast überall finden wir auch die nationale Autonomie, die Gleich- Berechtigung, den Schutz vor Pogromen und vvirtschaftliclter Unterdrückung. Niemand, der diese Fülle von Dokumenten auf sich hat wirken lassen, kann weiterhin bestreiten, daß sich die Zionistische Organisation in Wahrheit auf den Gesamtwillen unseres Volkes stützen kann. Mit Recht habet! die Verfasser die Dokumente jüdischer Körperschaften vorangestellt. Unsere politisehen Erfolge sind nicht denkbar, ohne diese eindrucksvollen Kundgebungen unseres Willens. Der zweite Teil bringt dann die Stellung der internationalen Demokratie, die, ohne vollständig sein zu wollen, u. a. Kundgebungen folgender Körperschaften bringt: der russischen Konstituante (nationale Autonomie), der Parlamente verschiedener nordainerikanischer Staaten (Palästina, Autotromie), der Völkerbundkoiiferenz, 275 hervorragender englischer Persönlichkeiten, sowie zahlreicher sozialistiscH&r Gruppen (drei internationale Tagungen, ferner der amerikanischen, französischen, vereinigten Sozialisten der alliierten Länder). Dann folgen im dritten Teil die Regierungserklärun׳• gen für ein jüdisches Palästina und wegen der östlichen Juden frage. lieber die letztere folgt dann noch weitere* wertvolles Material,!aus dem wir mir die Bestimmungen über die jüdische Autonomie im alten Polen, über die Autonomie in der Ukraine und in Litauen hervorhebc» möchten. Ebenso sind alle Bestimmungen der Pariser Friedenskonferenz, soweit sic die Judenfrage betreffen, in der Sammlung■ enthalte», __ ׳/ Die Feier <ks zweiten November Die Zionistischen Organisationen in Schweden, Norwegen und Dänemark, sowie das Kopenhagener Zionistische Bureau haben anläßlieh der Wiederkehr des Deklarationstages Telegramme an das Zionistische Zentraibüro in London gerichtet, in döfen die Dankbarkeit der Zionisten und des..ganzen jüdischen Volkes für die Deklaration aufs neue zum Ausdruck gebracht und die Hoffnung ausgesprochen wird, daß die Verheißungen der Deklaration in nächster Zukunft verwirklicht werden möchten. — In Wien fand eine vom ״Jüdischen Nationalrat“ einberufene massenhaft besuchte Volksversammlung statt, in der Dr. Isidor Margulies, Oberrabbiner Dr, C h a j e s und der Abg. Stricker referierten. Oberrabbiner Chajes sprach 413er die Bedeutung des Fr.iede n sv ertrages für die J uden, die er in zwei Formeln zusammeiifaßte: Die international geschützte Gleichberechtiguiig und der kulturelle Schutz der Minoritäten sind gesichert. Abg. Stricker betonte, daß nunmehr auch die Juden ihr Selbstbestimmungsrecht bekommen werden. Eine Anfrage über Palästina im Unterhaus (Eigener Drahtbericht über Kopenhagen) irn Britischen Unterhaus fragte Sir Arthur Fell den. Unterstaatssekretär Ha rin s wo r 1 h , ob Palästina jetzt für den Besuch von Reisenden offen sei, oh britische Staatsangehörige Land erwerben und Geschäfte treiben könnten, ob die Zollabgaben geordnet und ob detaillierte Angaben für Kaufleute erhältlich seien. Der Unterstaatssekretär Har ms worth antwortete darauf, daß Palästina für Touristen noch geschlossen sei, aber alle Anstrengungen gemacht würden, um Personen, die ein bestimmtes Geschäft hätten, die Reise dorthin zu ermöglichen. Die Uebertragung von Land sei noch verboten und Konzessionen oder besaitdere Erlaubnisse kommerziellen Charakters würden zurzeit noch nicht gewährt, aber die allgemeine Geschäftstätigkeit erleide keine anderen Beschränkungen, als es die militärischen Erwägungen für notwendig erachteten. Der frühere türkische Zolltarif sei noch in Kraft. Auf Fells weitere Anfrage, ob es Personen, die nicht bririscher Nationalität seien, erlaubt wäre, Land zu erwerben, und warum Engländer die van ihnen gekauften Geschäfte nicht übernehmen könnten, antwortete Harmsworth, die Uebertragung von Land sei absolut verboten, aber das Foreign Office sei bereit, eventuelle besondere Fälle zu prüfen!. Dr. Jacobson and Podlischewski in Berlin Das Mitglied des Zionistischen Zentralkomitees für Polen, Abraham Podlischewski, ist zurzeit in Berlin, um mit den liier weilenden Leitern der Zk>- nistischen Organisation, insbesondere mit dem soeben aus London hier eingetrolfenen Dr. Viktor Jacobson Riickspracb* zu riehmep. Vom zionistischen Leben in Canada ׳/ Dem L. Z. B. entnehmen wir: Die canadische Föderation bereitet sich für ihre siebente Jahiesversammh’.ng vor. Die 16. Zionistenkonferenz in Toronto, im Januar 1919, hatte eine neue Organisierung beschlossen, um es jedem Juden und jeder Jüdin, die das Alter von 18 Jahren erreicht haben, zu ermöglichen, Mitglied der Zionistischen Organisation zu werden, indem sie 1 oder 2 D0H. jährlich bezahlen. Auf diese Weise soll erreicht werden, daß die Zionistische Föderation Canadas nicht nur aus zionistischen Vereinen, sondern auch aus einzelnen Zionisten besteht. Seit der Konferenz des vergangenen Jahres ist in Cauada ein großer Teil zionis tisch er Arbeit geleistet worden. Die canadisdhe Föderation hat im Jahre 1919 einen gr^kn Aufschwung genommen. Es ist zu hoffen, daß drPzahl sich noch beträchtlich durch die Eintragungskampagne, welche kurz vor der neuen Konferenz stattfinden wird, vergrößern wird. Die Zionistische Föderation für Canada hat eine Presseabteilung eingerichtet, welche zionistische Nachrichten und Artikel an die jüdische Presse versendet. Die Abteilung veröffentlicht a/uch von Zeit zu Zeit zionistische Schriften und Flugblätter für eingetragene Mitglieder und zionistische Vereine. Auch von jüdischen Frauen ist im Laufe der letzten Monate eine große zionistische Tätigkeit entfaltet worden. In verschiedenen Teilen des!Landes macht sich eine beträchtliche Bewegurig zur Auswanderung nach Palästina unter den Juden bemerkbar. BERLIN Erste Palästina-Aufbau -Woche (Vorwoche) 15. bis 23. Dezember 1919 ZweitePalästina-Aufbau Woche (Hauptwoche) 17. bis 25. Januar 1920 Die wichtigsten Beschlüsse der Chicagoer Konferenz Wir haben bereits über den Verlauf der diesjährigen Tagung der amerikanischen Zionisten berichtet und veröffentlichen nachstehend, nach Gebieten geordnet, einige der interessantesten der dort gefaßten Beschlüsse: I. Zur Palästinaarbeit. 1. Es wird beschlossen, dal) die Konferenz die Internationale Zionistische Organisation drängen möge, die sofortige E t a b 1 i e r u n g industrieller und finanzieller Institutionen für die Entwichlung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Palästina, den Vereinigten Staaten und anderen Länden! zu erleichfern. und daß wir besonders solche empfehlen, die aut genossenschaftlicher Grundlage zum! Wohle Palästinas organisiert werden können. 2. Es wird beschlossen dab die Konferenz der Internationalen Zionistischen Organisation die Schaffung einer Kommission empfiehlt zum Zweck, die 1 m m i - grat ionsfrage und die Probleme, die damit zusammenhängen, zu studieren, um die Wiederansiedlung von Juden in Palästina zu befördern und zu erleichtern. 3. Es wird beschlossen, daß die Konferenz das Executive-Gommittee dahin instruiert, wirksame Schritte zur MjMrbeit mit der Internationalen Zionistischen Orgamsatton während des kommenden Jahres zu unternehmen, um solche ungesunden Verhältnisse in Palä stina zu beseitigen, welche die normale Ent- Wicklung des Landes hindern und eine ernsthafte Bedroliung der Gesundheit der Bevölkerung bilden. 4. Da die wirtschaftliche Phase des Problems der Wiedererstehung der jüdischen Heimstätte in Palästina von unmittelbarer Wichtigkeit geworden ist, und da die Internationale Zionistische Organisation due einzige organisierte Vertretung des jüdischen Volkes für die Schaffung der nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina ist, so wird beschlossen, daß es im Sinne der Konferenz ist, daß 1. die Errichtung der wirtschaftlichen Grundlagen der nationalen jüdischen Heimstätte in Uebere i n s t i m m u n g e 11 m i t d e n Grundsätzen c}6r Pittsburger Plattform) die eigentliehe Aufgabe der Interna tio1M4$n Zionistischen Organisation ist, 2. daß die Internationale Zionistische Organisation die richtigen Mittel für das S t u d i der Möglichkeiten einer M a ss e nkolo n i ־ sation in Palästina und für die Bereit- Stellung von Plänen schafft, die auf den Ergebnissen dieses Studiumte basieren, 3. daß die Vertreter der amerikanischen Zionisten auf dem nächsten zionistischen Kongreß ihren Einfluß und ihre Stimme benutzen um die Forderangen dieser Resolution in die Wirklichkeit umzusetzen. II. Politik der Zionistischen Weltörganisation. I. Da die praktische Tätigkeit in Palästina sofort nachdem der politische Status Palästinas festgelegt worden ist, unbedingt beginnen muß, und da der Krieg Nr. 80 sehr störend auf «fas richtige Funktionieren der ZRxusä-| sehen Weltorganisation eingewirkt hat und es jetzt mög,| lieh geworden ist, die Autorität wiederherzustellen und■ die Führerschaft der Organisation zu stärken, so wird! beschlossen, die Einberufung des Zionist!.I sehen Kongresses möglichst bald nach der Fest•■ legung des politischen Status von Palästina au be-| günstigen. I 2. Es wird beschlossen, dab -es kn! Sinne dieser! Konferenz ist, daß die Delegierten die von Amerika für! den nächsten zionistischen Kongreß gewählt werden ihr! bestes tun sollen, um von dem Kongreß eki solches Ver•■ halten zu erreichen, das einen Ausgleich der Be-I Ziehungen zwischen allen Elementen und■ Parteien, die in der Internationalen Zionistischen■ Organisation vertreten sind, zuwege bringt mit dem End-1 reäultat, daß bei dem! Werke «les Wiederaufbaus dterl jüdischen Heimstätte in Palästina volle Zusammenarbeit! stattfinden kann. I 3. Es wird beschlossen, daß die Zionistische Or-| ganisation Amerikas ihr bestes tun solle, um alle aen-| tralen zionistischen Verwaltungs- und! Finanzinstitutionen und Kräfte sobald wie **öf-l lieh nach Palästina zu überführen. 1 III. Kongreßbewegung. I Die Konferenz der amerikanischen Zionisten wünscht I ihre Befriedigung über ihre Beteiligung an der Guün-| düng und Einberufung des amerik'anisch-jüdi-l sehen Kongresses zum Ausdruck zu bringen. Der■ Kongreß zu Philadelphia im Jahre 1918 hat sich iil kluger und staatsmännischer weise mit jüdischen Pro■! blemen befaßt und dadurch einen tiefen Eindruck auf! die öffentliche Meinung hier und anderwärts gemacht,! Weil sein Mandat von der ungeheuren Mehrheit des! amerikanischen Judentums stammte, waren seine Ver-| treter auf der Friedenskonferenz, die in engster Zu■■ sammenarbeit mit den auf -demokratischer Grundlage! gewählten Vertretern der europäischen Judenheit handeln,! imstande, von den Führern der alliierten und verbün-l deten Mächte jene Garantien zu erhalten, deren Erfüllung! durch vertragliche Garantien die Eröffnung einjer neuesI Aera in der Geschichte unseres Volkes bezeicTmen wird■ Wir erwarten die Wiedereinberufung de»! Kongresses sogleich nach Ratifizierung! des Friedensvertrages, damit ihm durch seineI Delegierten bei der Friedenskonferenz ein vollständiger! und autoritativer Bericht über die Beratungen and! Akttonen vorgelegt werden kann. I Wir sprechen im Namen der größten Zahl der! amerikanischen Juden, indem wir der Ueberzeugung I Ausdruck verleihen, daß sich aus der Einberufung de«| amerikanisch-jüdischen Kongresses eine Bewegung ent-l wickeln möge, welche ein Instrument schaffen kann, das! systematisch den Gesamtwillen der amerikanischen Ju-I denheit ausdrücketi soll. I IV. Zionistische Arbeit in Amerika. I Es wird beschlossen, daß der Maccabean, diel zionistische Monatsschrift, in eine Wochenschrift! umgewandelt werden soll und daß ein Komitee von neun! Personen ernannt werden soll, das einen Plan für diel Herausgabe einer jidischen Tageszeitung aus-l arbeitet, mit finanzieller Verantwortlichkeit seitens der! Zionistischen Organisation Amerikas. I Außer den hier wörtlich zum Abdruck gebrachtes I Beschlüssen wurden eine Reihe weiterer gefaßt, aut diel hier nur kurz hingewiesen werden kann. Einer dieser I Beschlüsse würdigt die V erdienste des verstorbenen Aroul Aron sori n, m einem anderen wird die Errichtung I eines Erziehungsdepartements im ameri-l kamsch-zionistischen Büro beschlossen, da«I der Verbreitung des Hebräischen und der Kenntnis Pa-I lästinas dienen soll und sich mit den Fragen der Beruf«■ I Vorbildung beschäftigen wird. Ebenso wurde die Er-I richtung eines besonderen Pa lä s ti n a-In-j formatiorsbürD beschlossen. I Eine schamlose Judenhetze der lettischen Gesandtschaft in Kopenhagen St. J. P. Seit einiger Zeit betreibt der Preßdieastl der lettischen Gesandtschaft in Kopen-1 hagen eine systematische judenhetze. Einen Beweis! gäbt folgendes Communiijue, das ihr Informationsdienst! ״Lato press“ am 18. Oktober an die Kopenhagener Presse versandt hat: I ״Das Treiben der Verräter in Riga! Aus Riga meldet der Latopress: In Riga kamen mehrere Fälle vor, wo verräterische Elemente, fast ausschließlich Juden, durch Lichtsignale von dem Innern der Stadt das Artilleriefeuer der Deutschen leiteten. Durch energische Maßnahmen des inneren Schutzes gelang es, die Verbrecher zu ertappen, und diese Verräter wurden sodann standrechtlich erschossen׳. Ebenso machen sich staatsfeindliche Elemente bemerkbar, nachweislich ebenfalls größtenteils Juden, welche durch aufwieglerisehe Agitation gegen Lettland in diesem Momente ebenfalls als Landesverräter erscheinen, und gegen welche mit aller Strenge verfahren wird; — Da an diesem Treiben, wie gesagt, größtenteils Juden beteiligt sind, hat man von gewisser Seite die gesetzliche Verfolgung der Verräter als irgendwelche Judenhetze und sogar Pogrome dargestellt, was ganz unzutreffend ist. Wie niemals zuvor, so haben auch jetzt in Lettland keine Judenpogrome stattgefunden. (Pogrom ist ein russisches Wort und bedeutet so viel als ״Metzelei“ ״Schlachterei“). 18. 10. 1919. Bürochef. Bureau d'information letton ä Gopenhague. | Einer Widerlegung dieser frechen Verleumdungen, welche aus einem Befehl eines zarischen Satrapen ab־ geschrieben sein könnten, bedarf es nicht. Es ist woH nicht anzunehmen, «laß die lettische Gesandtschaft i״ Kopenhagen hier auf eigene Faust handelt. , Offenbar haben wir es mit einem Versuch zu tun, entweder stattgehabte schwere Judenverfolgung gen zu rechtfertigen, oder solche l»ervorzurufen, Es ist dafür gesorgt, daß die zivil!־ sierte Welt, namentlich in den Entente-Ländern, über da* Treiben der lettischen Gesandtschaft in Kopenlttg** informiert wird Nr. t Di Lin 111 wie 1 über dci und ihre R /. eso Ein bei (1er meldete Alu sterui und erhi Waffenp; Der d. js. z tauglich jedoch 1 t'reigegel: voüständ Di!Der keine Ae Das neu Oer neu! in einer daß die freien Li die Bed sind, b der Nati sch aft s sei der würden bc sei! tun, u der j ii demok r e c h 11 i 1111 c n Z w a n £ sprieß Die Präsiden jüdisdtei Berge punkt di m verla diesen 1 Sozialist» doch de lauf der Sozialist» wenduni Resolut!» «listen 1׳ a t m demokra essant, ver w a Grün Das bringt! sehen Deuts sich in große f letzten während ״A r b e s a t i o 1 zu eii , geschlos v e r e i 1 Glaub der H i Z e 111 r r u n g s für j i Deuts die. 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