Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 79 (9.11.1919)
- Date
- 1919-11-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEQISCHE RUNDSCHAU Nr. 79 t Seite 619 Transsylvaniens ihr Einverständnis mit der vorgeschlagenea Konferenz. Die gleiche Erklärung gab Dr. Ringel (Lemberg) im Namen des Nationalrates für Ostgalizien, Kaplan (Kiew) im Namen des Jüdischen nationalen Sekretariats in der Ukraine, Naiditsch (Petrograd) im Namen des jüdischen Hilfskomitees für Rußland ab. ln seinem Schlußwort erklärte der Vorsitzende resümierend, daß die allgemeine Hilfskonferenz in jedem Falle stattfmden werde, da das ״Komitee der Jüdischen Delegationen“ von den Ländern, für die die geplante Konferenz von vitalem Interesse ist, dringende Appelle erhalten habe. Die Konferenz werde voraussich dich im Januar abgehalten werden. Der Board of Deputies und die Ausländergesetzgebung ln einer Versammlung des Board of Deputies, die am Sonntag, den 19. Oktober, unter dem Vorsitz von Lord Rothschild stattfand, wurde berichtet, daß eine Anzahl jüdischer und anderer Parlamemtsmit- Glieder in Caxton, Hall zusammen mit einer vom Board eingesetzten Kommission über das vorgeschlagene neue Gesetz wegen der Beschränkung der Ausländer ver-!handelt haben. Die fraglichen Mitglieder rieten nachdriicklich, eine Gegenaktion auf einen Zusatzantrag zu Ibeschränken, der ein Berufungsrecht für Personen varsieht, die mit Ausweisung bedroht sind. Dieser Erklärung folgte eine Diskussion. Viele Mitglieder der Kommission kritisierten den Beschluß, gegen das geplante Allsländergesetz nichts als den erwähnten Zusatzamtrag zu unternehmen, und traten dafür ein, daß der Versuch gemacht werde, bei der Beratung durchwsetzen, daß die Einwanderung nach England erleichtert werde. Nach einigen Debatten wurde beschlossen, in dieser Richtung Bemühungen anzustellen. ' * ln Beantwortung einer 111 derselben Sitzung des Board gestellten Anfrage wegen der Pogrome in der Ukraine und auch in gewissen Teilen Rußlands, die durch die DenikinscJie Armee besetzt sind, erklärte Herr Luden Wolf, daß das Joint Foreign Committee ach der Angelegenheit angenommen habe und in stän- %em Kontakt mit dem Obersten Rai in Paris stehe. Gemeiadekonferenz in Litauen ln etwa 70 Gemeinden Litauens haben bereits Wahlen zu den Gemeinde raten stattgehinden. Im Laufe des November soll in Kowuo eit! e G e m e i 11 d e k o n - ferenz stattfinden, auf der sämtliche litauische Gemeinden durch Delegierte vertreten sein werden. Jüdische Stimme, Kowno Die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlm W. 15, Sächsische Str. 8, ist bereit, Abonnements auf die ״Jüdische Stimme“, Kowno, entgegenzunehmen Eine Deklaration des HapoSI-Hazair K.Z. B. Anläßlich der bevorstehenden Einberulung der Delegiertenkonferenz, die die Aufgabe zu lösen hat, für das palästinensische Judentum eine nationale Verfassung zu schaffen (wie in Nr. 77 der ״J. R.“ mitgeteilt, ist die Konferenz auf unbestimmte Zeit verschoben worden. D. Red.), hat die jüdische Arbeiterorganisation Hapoel-Hazair eine Deklaratbn erlassen, in der sie ihre Forderungen aulstellt. Diesen Forderungen, welche die Plattform des Hapoel- Hazair für die Wahlen bilden, entnehmen wir folgende Punkte: Die Organisierung der palästinensischen J u d e n h e i t. Als Hauptaufgabe der Delegiertenkonferenz wird die Bildung der Oeffe 11 fliehen Nationalen Organisation der Juden Palästinas und die Schaffung einer nach innen und nach außen demokrati sehen Repräsentanz bezeichnet, der jeder jüdisehe Einwohner in Palästina angehören, und die eine zentrale Körperschaft, die sämtliche öffentlichen Angelegenheiten der palästinensischen Judenbeit vertritt, wählen soll. Die Grundlagen der Oeffenttichen Nationalen Orgänisation sollen weltliche sein. — Sowohl die Oeffentliche Nationale Organisation und ihre zentralen Institutionen als auch sämtliche Verwaltungsanstalten der Städte und der Kolonien organisieren sich auf der Grundlage des i allgemeinen, proportioneilen, gleichen, direkten und gej Heimen Wahlrechts, welches jedem Juden ohne Unter- I schied des Geschlechts zusteht. — Die Kenntnis der!hebräischen Sprache in Wort und Schrift ist für jeden zur Bekleidung einer öffentlichen Steilung im Lande Gewählten obligatorisch. — Die Oeffentliche Nationale Organisation anerkennt die Hege- *nun ie der Zionistischen Weltorgan isatjon in allen nationalen Angelegenheiten, die das ganze Volk betreffen, sowohl hinsichtlich derjenigen Juden, die im Lande leben, wie aiuch jener, die «och nicht in das Land gekommen sind. — Unter den ״gemeinsamen •nationalen Angelegenheiten“ wird die Arbeit verstanden, die darauf gerichtet ist, in Palästina eine jüdische Majorität in kolonisatorischem «ad politischen» Sinne zu schaffen. Das Zentralorgan der Körperschaft, weiches durch die Delegiertenkonferenz ewählt wird, beteiligt sich an den zionistischen Verwaltungstnstltutionai Palästinas durch eine entsprechende und ausreichende Vertretung. Die kolonisatorische Arbeit. Die zentrale Körperschaft der Organisation hat bei ihrer Beteiligung an den zionistischen Verwaltungsinstitutkmen die Aufgabe, dahin zu wirken, daß der jüdische iischub in Palästina durch allgemeine, selbständige Arcit aut Grundlage der Nationalisierung des Bodens, seiner natürlichen Schätze und der Transportmittel aufgebaut wird, Arbeit und Arbeiter. Die Oeffentliche Nationale Organisation hat die Aufgabe, gemeinsam mit der Zionistischen Organisation dafür zu sorgen, daß jedem Individuum in Palästina die Existenz durch Arbeit gesichert wird, insbesondere sind folgende gesetzliche Bestimmungen zu schaffen: a) Fest- Setzung eines Minimallohnes für den Arbeiter; b) Verbot der Beschäftigung von Kindern im Schulalter gegen Entlohnung; c) Gründung von Autsichrtsanstalten für Kinder, deren Eltern tagsüber beschäftigt sind; d) Beaufsichtigung der allgemeinen Arbeitsbedingungen, insbesondere der sanitären Einrichtungen und des Gesundheitszustandes der Arbeiter. Erziehung und Bildung. Die Oeffentliche Nationale Organisation und ihre ausführenden Organe f»ihren die E1 e m e 11 t a r b 11 d u n g für alle Kinder im Schulalter ein. Die Herrschaft der hebräischen Sprache soll durchgeführt werden, die Er- Ziehung soll den Zögling für eine produktive Betätigung befähigen, das Erziehungs- und Bildungswesen soll in allen Stufen unentgeltlich sein und den Kindern, denen kerne anderen Mittel zur Verfügung stehtfn, in der Schule Nahrung und Kleidung gewährt werden. An der Leitung des BilaungsWesens in Palästina beteiligen sich mit gleich starker Vertretung: Die Zionistische Organ isati«on, die Oeffentliche Nationale O rg an i~ sation und die Lehrerorganisation in Pa- 1 ä s t i n a. Berliner Zionistische Vereinigung Tel.;Cenlr• 3614/15. C. 19, Seidels tr 3■ Tel.;C«n)r.3614/15. M«ni8|h den 17, November, abends 8 Uhr: Aula des Friedlich ־ Wilhelm ״ Gymnasiums, Kochstraße 13. Erster Gästeabend Vortrag des Herrn Dr. Arthur Hanike über das Thema: ״Der ggflenwiptlgc Stand der VerlisndlunfißR Ober dis PalSstlna-Fragß“. Es wird gebeten, Interessenten auf die Veranstaltung besonders hlnxuwelsen. Der Aufbruch. Die Oeffentliche Nationale Organisation ist verpflichtet, aktiven Anteil an der Organ»- sierung der Immigrationsangelegenheit en in Palästina und der Schaffung von günstigen Bedingitngen für die Einwanderer zu nehmen. V01 ksgesundheit. Die Organisation und ihre ausführenden Organe beteiligen sich an der Sanierung des Landes und der Be- Schaffung von billiger medizinischer Hilfe für diejenigen Elemente, die hierauf angewiesen sind, durch Errichtung von Krankenhäusern und anderen Spezialanstalten. Friedensgericht. Das autonome jüdische Gericht muß, als einer der in der Gegenwart und Zukunft wichtigen politische!» Faktoren, auf absolut weltlicher Grundlage geschaffen, bzw. die existierenden Friederisgerichtc ausgebant werden. Finanzen. Die allgemeinen Ausgaben der Organisation und ihrer ausführende« Organe, sowie sämtlicher zentralen und lokalen Verwaltungsanstalten werden durch selbstaufgebrachte Mittel gedeckt; sie soll im Laute der Zeit und successive sämtliche Elementar-Eräehungsanstalten, sowie die verschiedenen sozialen Hilfsorganisationen für ihre Rechnung übernehmen. Die Einführung einer progressiven Einkommensteuer soll beschlossen •und angestrebt werden, aus den allgemeinen von der Regientng eingezogen en Steuereinnahmen den aut die Juden entfallenden Anteil zurückzuerhalten. Der erste Parteitag der Poale-Zion in Deutschland Vom 5. bis 8. Oktober tagte in Berlin die erste Konferenz der Vertreter der poale/ionistischcn Ortsgruppen in Deutschland. Anwesend waren 22 Delegierte, darunter die Mitglieder der bisherigen Leitung׳, ein Vertreter des Verbandsbüros . und Delegierte aus Berlin, Frankfurt, München, Leipzig, Breslau, Chemnitz, Dresden, Rendsburg, Halberstadt, Hannover ti. a. Im Namen des Sekretariats berichtete M. Feder über die bisherige Tätigkeit der Leitung. Dem Bericht schloß sich eine ausführliche Aussprache an. Die Vertreter der Ortsgruppen schilderten die Entstehung und Entwicklung des tPoaäcziomismus in der deutschen Provinz. Außer bei den zahlreichen jüdischen Arbeitern aus Polen, unter denen der Poale-Zkmismus ein großes Arbeitsfeld hat, reift auch inncrlialb der deutschen Judenheit, insbesondere unter der Jugend, die aus den Kreisen der sozialistischen Bewegung kommt, das Verständnis für die Aufgaben und Ziele des Poalezionismtis. - Die Grüfte des Verbamdsbüros übermittelte A. Rewutzki. Er sprach von der Rolle des deutschen Judentums in der jüdischen Gesamtpolitik »und würdigte die Bedeutung, die der deutschen Partei im Weltverban.de der Poale- Zion zwlcommen wird. Im Namen der Poale-Zion der Tschechoslowakei begrüßte die Konferenz der Redakteur des ״Jüdischen Sozialisten“ Dr. Brunner. Infolge der Abwesenheit des Delegierten der deutsehen Poale-Zion zur Stockholmer Weltberatung erstattete Rewutzki den Bericht über den Verlauf der Tagung und ihrer Beschlüsse. Eine leidenschaftliche Debatte entspann sich um die Frage der sozialistischen Taktik der Partei. Die Anhänger der dritte!» Internationale bildeten eine Minorität. Die Konferenz hieß den Beschluß der Stockholmer Welt- Beratung, nachdem der Verband bei der zweiten Internationale bleibt und auf seiner nächsen Weltkonferenz die Frage der sozialistischen Taktik zur Tages- Ordnung stellt, gut. Da vorläufig die deutsche Paale- Zion-Partei zahlenmäßig nicht stark genug ist, um in allen politischen Fragen des Landes selbständig auftreten zu können, wurde den Mitgliedern das Recht zuerkannt, einer deutschen sozialistischen Partei amzugehören, die auf dem Boden des revolutionären Klasse*»- kämpf es steht Ueber die Aufgaben der Partei in Deutschland referierte B. Schottlän der aus Breslau. Er entrollte ein Bild der bevorstehenden erzieherische», nationalen und sozialen Tätigkeit unter den Handels- »!»gestellten und werktätigen Elementen in Deutschland und dar aufklärenden Arbeit innerhalb üer jütische» Jugend, ln leidenschaftlichen Worten wurde die Politik der gegenwärtiger» Gemeindeführer gegeißelt, und der Kampf um die Neugestaltung der Oemeinden beschlossen. Unter anderem wurde auch beschlossen, jüdische Produktivgenossenschaftein zu gründen. Sie sollen zugleich eine Erziehungsstätte für diejenigen werden, die sich voibereiten, in Palästina in ähnlichen Betriebe» tätig zu sein. —- Das Referat über (Me Organisationstätigkeit hielt Alfred Berger, das von ihm vorgeschlagene Organisations-Statut wände angenommen. — Ueber die Palästin a-Arbeiten referierte Rewutzki. Die Konferenz beschloß, eine große Tätigkeit auf' dem Gebiete der Vorbereitung der U ebersiedlang der jüdischen Arbeiter nach Palästina zu entfalten und zu diesem Zweck die Aich Vorbereitenden schon jetzt zu organisieren und z» beeinflussen. Außerdem sollen besondere F*cKgruppen gebildet werden, die in Palästina Arbeit*- gemeinschaftenzu bilden entschlossen sind. Die in deutscher Sprache zu führende Informationstätigkeit hat die Organisation in Deutschland gemeinsam mit der deutsch-österreichischen und tschedhoslowffcisdien Partei zu organisieren. Eine weitgehende Propaganda saU für die Errichtung der genossenschaftlichen Arbeiterbank in der Partei und Ln der Presse geführt ־werde». Besondere Aufmerksamkeit hat die Organisation der Popularisierung der Aufgaben und Bestrebungen des Palästina-Arbeiterfonds zu widmen, der in Deutschland trotz der ungeheuren Aufgaben, die gegenw'ärtig in Palästina seiner harren, kaum bekannt ist Eine spezielle dreigliedrige Zentralve-fwaltung des Palästina-Arbeiterfonds für Deutschland wurde gewählt, die ihren Sitz in. Berlin hat und sich ganz der Propaganda für den Palästina-Arbeiterfonds widmen wird. Die Frage der.B e t e i i i g 11 n g der deutschen Poale- Zion an der zionistischen Landesorganlsation lehnte die Konferenz im Einklang mit den Organisationsprinzipien des Verbandes und aller seiner Landesteile ab. Heiß wurde um die Teilnahme der Poale-Zion an dem Zionistenkongreß gestritten. Die Konferenz beschloß, die Frage einem Ref e reindu in der Ortsgruppen zu überlassen. Abgesehen davon vertrat die Konferenz die Ansicht, daß die Poale-Zton eine selbständige, weit verzweigte Palästinatätigkeit zu führen hat. -- Das neu gcwählte Zentralkomitee besteht aus sieben Mitgliedern, von denen vier ihren Sitz in Berlin haben fand die Exekutive der Organisation bilden. — Die Konferenz sandte Begrüßungsdepeschen an das Verbandsbüro in Stockholm und an S. Rubaschoff. Der Konferenz schloß sich ein Meeting zur Aufklärung der Ideen und Aufgaben der Poale-Zion in Deutschland an, an den» die Herren Sdiattliinder, Dr, Brunner, A. Berger und A. Rewutzki tu Worte kamen. Mitteilung des jüdischen Arbeitsamtes ״Wer kann nähere Angaben über den Aufenthalt van Jonas Guna ri s aus Polen, der in Tuchei beschäftigt war machen? Nachrichten erbittet tlaS Jüd i s c h e Arbeitsamt, Monbij ou platz 1.“ 1 Zahlt die Zionistensteueri