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Jüdische Rundschau · 1919-10-21 · Heft 73 (21.10.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 73 (21.10.1919)
Date
1919-10-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 73 JUEPISCHE RUNDSCHAU Seite 37a 73 •ern«, I /. i>). Bew«■ sehen Milli. I Uneiiule• dics^ ifonds kantig ajige• oder 1, um weiß( lieder iiwgsliehe* .vurdf nierte mrcie, b das Stif- 1 zur irale* rächt. Wahl »lehrftUIlg «erlin, d!em ein, erade seine «licht des Sndeirheit olgen g«*. tand, Tatte, ibgeform- I mit ih I - -and- 1 mit rittet den eiftn irend 51 zu i mit muß, ssen, einer kann mendas auf ieses auf der heitrieb: der atio- «türwersten, I ist des Uttel eher jani- *fen ieht. ilirt, di» onsirem sie, ssen Verumg über chen iiesc unis- Intel :fein!den der iopftiken an, «den bezur veiui!trab liehen Phrasen überfloß und der gewiß oft genug als freisinniger Abgeordneter das preußische Dreiklassen־ Wahlrecht als der Uebel schlimmstes bezeichnet hat. Es ist ein hübscher Zufall, daß der Berliner Qenieinde das im Jahre 1913 von liberaler Seite versprochene Verhältmswahlredit fünf Jahre vorenthalten wurde mit der Begründung, im IGnege könne man nicht £11 einer Wahlrefonm schreiten, während der Dessaiuer Gesinnungsfreund in einer Zeit die zur Erweiteru'ng der ,Volksrechte geradem drängte, ein ungewöhnlich infames Klassenwahlrecht schuf. Freilich war dem Wahluhrecht eine lange Lebensdauer nicht beschiedjen. Die stürmischen Tage der Revolution machten! den demokratischen Konjunktur- Politiker um Ruf und Stellung besorgt, der Ehrgeiz drälngte in das hohe Amt des anhaltisdien Staatsrats, während die bösen Zionisten mit der Entlarvung dieses absonderlichen Demokraten drohten, ln dieser Not gab Dt. Cohn unsem Freunden Dr. Ascher und Dr. Moses die protokollierte Erklärung ab, daß er für das allgemeine und gleiche Verhältniswahlrecht zur Repräsentantenversafcimlung etntreten und seine Stellung als Vorsteher der Gemeinde niederlegen würde, wenn diese der neuen Zeit entsprechende Aenderung in der Reprä sen tante nversammiung nicht zustande käme. Unsere Freunde glaubten, nunmehr ihres Erfolges sicher zu sein. War es ja bekannt, daß Vonstand und Repräsentanz so entschieden, wie Dr. Cohn es wünschte. Die Ueberraschimg blieb (licht aus. Die Auguren in der Repräsentantenversammlung leimten natürlich die Aenderung des Wahlrechts ab, sobald die erste Angst vor der Revolution verflogen war. Dr. Cohn legte darauf korrekt sein Amt als Vorsteher nieder. Durch ,diesen Schritt hatte er, wie er sich aiusdrückte, ״die Freiheit des Handelns wiedererlangt“ Und ließ sich - - der Schäker ־— sofort Wiederwählen. Unsere Freunde nannten das einen Wortbruch. Cohn lachte sich ins Fäustchen. Sagt das Protokoll etwas davon, daß er eine Wiederwahl nicht annehmen dürfe? Er hat recht. Unsere Freunde hätten nach langjähriger Erfahrung ,wissen müssen, mit welchem Gamparenten sie es zu tun haben. Daß sich beim Kuhhandel das ,!Moralische nicht von selbst versteht und bei tüchtigen Geschäftemachern zu allen Zeiten nur mitleidige Beachtung gefunden hat. Leider unterließen es unsere 'vertrauensseligen Freunde, den Wahlrechtsriiuber, wie es sich geziemte, an den Pranger zu stellen. So wurde der kompromittierte Mann während der Revolution anhaitischer Staatsrat. Der darf jetzt, ohne abgeschüttelt zu werden, seine unlösliche Verbundenheit!mit dem deutschen Volke hinausschreien, seine!deutsche Gesinnung auf allen Gassen veiikünden und mit drohend erhobenem Finger auf den vatertaidslosen Zionisten und die noch gefährlicheren ausländischen Juden!Hinweisen. Dessau hat etwa 20 ausländischen jüdischen Familien eine gastliche Stätte gewährt. Ein Teil zählt sich sogar zu Dr, Cohns Anhängern, die andern aber erscheinen hinreichend verdächtig, ■Cohns Machtstellung zu gefäfirden. Deshalb (scheut er sich nicht, in einem Dessauer Lokalblatt zu behaupten, die ausländischen Juden wollten die Stiftung!aus Eigennutz an sieh reißen. ״Wir sind,“ so schreibt er, ״eben Dessauer und denken deutsch. Dabei haben wir uns der wirklichen Not auch dieses Teils der Gemeinde nicht verschlossen. Die Oeffentlichkeit würde staunen, wenn Toller dürfte sich, bekommt ■er diese Zeilen zu Gesicht, auf Gustav Landauers Vorbild berufen. 2hl Unrecht Tollers Friedrich krümmt sich in Qual unter der Zweiheit seines Wesens, ein schwankend Verirrter, Gustav Landauers gütiges Prophetengesicht leuchtete vor mildem Glanz des Geborgenseins, wenn, in der Diskussion ein Hörer die Frage «ach dem Zwiespalt an ihn stellte. Denn ihm wa| wahrhaft das seltene Glück beschieden, in sich zwei Welten zu neuer Vollkommenheit zu einen. Sein ״Aufsatz vom Sozialismus“ ahnet dem Höhenwind des allweltenweiten Geistes, er ist ini besten Sinne Mensch gewesen. Und es ist kein Wunder, wenn! der einzige bedeutend« Führer der freideutseben Jugend, Hans Blüher, diese in einem Vortrag über ״Deutsches Reich, Judentum und Sozialismus“ auf Landauer und Martin Buber hinweist und als wahre Juden und Z«onisten feiert Ernst Toller, der du die Heimat dieser Männer noch nicht erreicht hast, und ihr anderen alle, die ihr euch müht, euer Jch zu retten!, denkt daran, daß die Arme eurer Brüder offen sind, euch zu empfangen. Eine Strophe singt dies tun den Horizont eures Lebens: Der je die Flamme imschritt Bleibe der Flamme Trabant! Wie er auch wandert und kreist: Wo noch ihr Schein ihn erreicht Irrt er zu weit nie von* Ziel Nur wenn sein Bück sie verlor Eigner Schimmer ihn trügt: Fehlt ihm! des■ Mitte Gesetz, Treibt er zerstiebend ins All. Manfred Georg. sie erfüfee, welche Summen bei alledem immer noch für Galizier jind Russen, die hier zugewandert sind oder sonst in Deutschland aufhältlich sind, von der Stiftung aufgewendet ,׳worden sind. In Zukunft werden wir uns genau überlegen müssen, ob man damit den Bolschewismus förd er t.“ Diese niederträchtige, schamlose Denunziation leistet sich ein Mann, der als langjähriger Politiker wissen muß, daß die russischen und galizisehen Juden mit dem Bolschewismus ebensowenig zu identifizieren sind, wie die deutschen Juden mit den Ideen eines Landauer oder Levien. Kann es Wunder nehmen, daß dieser jüdische Antisemit sein *Werk schließlich mit einer Entrechtung jüdischcr Wälder krönt, die alles bisher von ihm Geleistete in den Schatten stellt? Dem Klassensystem folgte im Revolutionsjahr - eine neue Wahlreform, die allen Ausländern das Wahlrecht raubt, aber außerdem noch die ungeheuerliche Bestimmung enthält, daß deutschen Staatsbürgern, die im Ausland geboren sind, das Wahlrecht nicht zusteht, sondern ihnen nur auf ihren Antrag von der Gemeinde verliehen werden kann. Es darf also ein in Dessau wohnender aus Wien, Krakau oder Warschau gebürtiger!deutscher Jude, zum Reichstag wählen, ja er kann, wenn ihm das Glück hold ist, Reichspräsident werden, nur ,in der Gemeinde zu Dessau ist er rechtlos, sofern Cohn und Genossen es so wollen. Daß diese groteske Bestimmung keinem irgendwie gearteten farmalen Prinzip entspricht, sondern dem Zufall einer durchtriebenen Wahlariütmetik ihre Entstehung verdankt, liegt Ijlar zutage. Vielleicht gab es da ein halbes Dutzend unzuverlässiger Stimmen, die auf diesem nicht ganz gewöhnlichen Wege nach Gauklerart hinweggezaubert werden sollten. Cohn ist anhaitischer Staatsrat Ein politischer Schelm bedient sich der Maske des demokratischen Volksführers. Entreißen wir ihm die Verkleidung und stülpen ihm die Narrenkappe aufs listige Köpfchen! Es gibt j'3j Gott sei dank, eine Reichsverfassung. Sie sichert jedem deutschen Staatsbürger unantastbare Grundrechte, die kein Gauklertrick unwirksam machen kann. An ihnen zerschellt der schlauerdachte Plan, die Ausländer auch daran in ihrer Rechtlosigkeit festztihalten, wenn ihre Einbürgerung bereits erfolgt ist. Unverzüglich werden wir den Rechtsweg beschreite 11, um von den maßgebenden richterlichen Instanzen feststellen zu lassen^ ob das Statut der Dessauer Gemeinde mit der m der Verfassung allen Staatsbürgern gewährleisteten Gleichheit vor dem Gesetz vereinbar ist. Vielleicht gelingt es ams dann auch, den anhaltisdien Staat Von einem Staatsrat zu befreien, der dem mit soviel Bitterkeit von uns empfundenen Vorwurf deutschnationaler Kreise vom zersetzenden jüdischen Einfluß einen Sehe!» von Bereebtigtmg gibt Glücklicherweise Ist der Nachweis rächt schwierig, daß die se&stbewußte Jodenheit mit diesem .Entartungstypus der sogenannten Assimilation nichts gemein hat daß jener ״Liberalistnus“, der sich in der deutschen Öffentlichkeit nicht radikal genug gebärden kann, im jüdischen Leben aber den rohesten Machtinstinkten folgt ebensowenig jüdisch ist wie er mit dem Deutschtum auch nur lose verbunden ist. Dr. Gustav Witkowsky. Zar Frage der ostjfidischen Einwanderung Wh haben bereits im der Jüdischen Rundschau Mitteilung von der kleinen Anfrage der Abgeordneten Matschkewitz •und Genossen in der preußischen Landes- Versammlung!und der daraut erfolgten Antwort der preußischen Regierung gemacht Diese Antwort, die der Geheime RegÜerumg'srat Cr on au namens der preitßisehen Landesregierung erteilte, hat nach dem stenographischen Sitzungsprotokoll folgenden Wortlaut: ״Die staike Einwanderung galizischer und polnischer Juden nach Deutschland ist der Staatsregierung wohl bdcanmt. Daß sie den in der kleinem Anfrage behaut)- teten Umfa®1g angenommen hätte, tonnte bisher nicht festgestellt wenden; die dort genannten Zahlen scheinen um ein Vielfaches übertrieben. Sofern sie durch den Zuzug die Wohnungsnot in Deutschland in unerwünschtem Maße steigern sollte, können Anträge zur Behebung dieser Mißstände auf Grund des § 9 der Wotanungsmangelverordnung vom 23. September 1918 bzw. der Verordnung vom 23. Juli 1919 gestellt werden. Eingewanderte Flüchtlinge atis Galizien oder Polen können aut Grund der bestehenden gesetzlichen und admhustrativen Vorschriften als lästige Ausländer aus dem Staatsgebiet ausgewiesen werden. (Zuruf rechts: Tun Sie es doch!) Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß, solange zwischen Polen und dem deutschen Reiche der Friede nicht geschlossen ist, die Zurückbringung von Personen, die sich der Wehrpflicht in Polen duirdi den Uebertritt über die Grenze entziehen wollten, aus militärischen Gründen nicht zu empfehlen ist Soweit die Flüchtlinge, wie sie vielfach angeben, aus Furcht vor den in Men und Galizien vopgeksommenen Judenpogromen die Grenze überschritten naben, ist aus Grünaen der Menschlichkeit die Ausweisung bedenklich. (Sehr richtig! links). In solchen Fällen ist bisher, soweit die jüdischen Hilfsorganisationen die Fürsorge für die Betreffenden übernommen haben, von einer Aus- Weisung abgesehen worden; eine beträchtliche Zahl von Einwanderern ist durch diese Organisationen vorläufig in Arbeitszweigen, in denen es am Arbeitskräften fehlte, und zwar auch in der Landwirtschaft, untergebracht worden. Selbstverständlich werden solche Vergünstigungen nicht den Personen zuteil, che sich der Kontrolle durch die Hilfsorganisationen entziehen oder der Armen- S: oder Arbeitsloscnfürsorge zur Last fallen oder strafbare Handlungen die öffentliche Ordnung und Sicherheit oder die Volkse mährung gefährden. In solchen Fällen wird rücksichtslos die Ausweisung erfolge». Die Neuorganisation der Grenzkontrolle im. Osten des preußischen Staatsgebietes geht ihrer Vollendung entgegen. Dadurch wW eine weitere Besserung der Verhältnisse ««treten. Es werden sich jedoch samtliehe Maßnahmen der Regierung in gleicher Weise gegen ehe Einwanderung von nichtjüdischen wie von iüdisdheti Ausländern richten. Konfessionelle Unterschiede dürfen keine Rolle spielen. (Bravo! links.)“ Die Chicagoer Zionistentagung Am» 14. September hat der diesjährige Delegiertentag der amerikanischen Zionisten im Chicago begonnen. Der Konferenz, auf der 750 Delegierte anwesend waren, lag ein Begrüßungsschreiben von Dr. Nord au vor. Herr Louis Lipsky gab den Rechenschaftsbericht der Organisation, aus dem folgendes hervorgehoben sei: ESe Zionist Federation umfaßt jetzt 165 000 Mitglieder, wozu 8000 Poale-Zion und 11000 Misradii kommen, 90 daß also 184 000 organisierte Zionisten in Amerika existieren. Die Einnahmen für den Nationalfands btrugen im! letzten Jahre 200000 Dollar, für Zwecke der Organisation wurden I 200000 Dollar gesammelt. Es wurden ferner für 300 000 Dollar Aktien der Kokmialbank und für 1000 000 solche der Achusat-Zion verkauft. Der Ehrenvorsitzende der Federation, Louis D. Brand ei s erstattete den Palästinabericht. Die politische Situation sei außerordentlich zufriedenstellend. Die praktische Arbeit könne nunmehr beginnen. Land müsse jetzt in größtem Umfange angekauft werden, ferner müßte an die Aufforstung herangegangen werden. Alle Meinungsverschiedenheiten innertialo der Bewegung und alle Kämpfe um die Bewegung müßte» aufhören, jeder Jude müsse sich in den Dienst des Aufhaus stellen. Nach Kenntnisnahme dieses Berichtes sprach Frau Fels über die Nationalisierung des Bodens, wobei sie den Stamdpimkt der Bodenreform! vertrat. Dann folgte das eigentliche politische Ret erat, das ProfTFelix Frankfurter erstattete. Unter den Mitgliedern der *Friedenskonferenz bestehen keine Meinungsverschiedenheiten über die zionistischen Forderangen, die, wenn auch nicht formell, so doch faktisch als angenommen betrachtet werden können. Die Verzögerang der endgültigen Entscheidung ruhe nicht in palästinensischen Dingen* sondern in der Tatsache, daß Palästina ein Teil der türkischen Frage sei, deren Lösung noch nicht erfolgt sei. Im Laufe der Zeit würde der türkische Vertrag geschlossen! und Palästina an Groß- Britannien als Mandatar des Völkerbundes übertragen wenden mit einer Regierung Palästinas, die dem Ideal der jüdischen Heimstätte zu entsprechen verpflichtet wäre. Die Aufgabe Großbritanniens als Mandatar würde eine sehr delikate sein. Die Terminologie des Mandatsvertrages wände schwierig werden*, Wed sie einerseits das Verhältnis der Juden zu Groß-Britannien; 231 den Arabern und anderen, andererseits das Verhältnis Groß-Britaimiens zu dem Völkerbunde in sich schließen müsse. Dabei müsse der Hauptzweck stets im Auge behalten werdet», «laß Palästina die Aufgabe hat, eine Heimstätte für «Tie Juden m werden, Die über Palästinas Entwicklung gefaßten Resolufionen empfehlen dringend die Schaffung einer internationalen Organisation, deren Zweck sein sollte, «fie Errichtung industrieller und finanzieller Institutionen auf kooperativer Grundlage behufs Entwicklung der landwirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Staaten zu erleichtern; die Einsetzung von Kommissionen zumStudium der Einwanderumgsfrage zur Verbesserung der sanitären Verhältnisse, zur Errichtung von Informationsbüros, zur Kontrolle des Importgeschäftes, zum Sudtiium der Massenein Wanderung in Ueoereinstiromung mit dem Pittsburger Programm, zur Abschaffung der Chaluklkah und ihren Ersatz durch Selbsterhaltung, zur Schaffung von Möglichkeiten ^zur Niederlassung demobilisierter Soldaten. Die Konvention war charakterisiert durch eine demokratische Gegenströmung gegen die Leitung; zum Schluß waren jedoch alle Differenzen ausgeglichen, und es erfolgte die Wiederwahl von Justice B r a n d e i s, Judge Mack, Stephen W i s e, Dr. F r i edenwald, Prof. Frankfurter, Lipsky und Szald. Die einzigen Personaländerungen fanden itn Exekutivkomitee statt. Interpellation über die Judenpogrome in der Schweizer Bundesversammlung ln der Schweizerischem Nationalversammlung interpeilierte Nationalrat Brand am 2. Oktober den Bundesrat über die Judenme t z e leien in Galizien, indem er dem Bimdesrat nahelegt, gegen diese unerhörten Grausamkeiten die Stimme der Menschlichkeit zu erheben. Bimdesrat Calonder führte in seiner Antwort etwa aus: Der Bundesrat hat die größte Anteilnahme empfunden für die Opfer der Judenmetzekien; aber nicht jedes menschliche Empfinden kann den Bundesrat zu einer!Kritischen Aktion veranlassen. Im Jahre 1918 sind dem! Bimdesrat von dem Verband ״Pro Causa Judaica“ *und vom Zionistischen Verband Eingaben über die galizisehen Pogrome zugegangen, die er aut Bitte der Verbände hi« den En ten teregierungen weitergab, ohne irgendwie zu den behaupteten Tatsachen Stellung zu nehmen. Der Bundesrat kann sich aut die Angelegenheit selbst aut keinen Fall einlassen, da ihm! die Mittel fehlen, die maßgebenden Tatsachen und die Verant- Wörtlichkeiten festzustellen. Wir können uns um! so weniger etnmischen, als wir keinen Grund haben zu der Annahme, daß durch die Regierung der neuen Republik Polen, mit der wir in freundschaftlichen Beziehungen stehen, diese Aus - schreitung en irgendwie begünstigt oder gar veranlaßt worden wären. So sehr ־wir also die Opfer der Ausschreitungen bedauern, so sehr muß ich als Vertreter des Bundesrates ablebnen, einen positiven politischen Schritt zu unternehmen. — Der Interpellant erklärt sich von der erhaltenen Auskunft nicht befriedigt.

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