Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 72 (14.10.1919)
- Date
- 1919-10-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1 ifM .J* ׳ ■:;!?'!; |f||f ) •};׳ |®f 14 m A׳m mm Seite 552 weiß■, daß »e &a» geliere■, dal «• seSwt sie kontrolliert und zu clene■ m deshalb Vertimse■ hat. Auch dies ist Aufgabe de! Zionistisdw» Organisation, urid nichts wäre verfehlter, als wenn man glauben wollte, damit der notwendigen Konzentrierung auf Palästina Abbruch au tun. Es kann in Zukunft keine zweiseitige jiklieclie Politik mehr geben, eine für Palästina und eine für das Oaluth. Es hieße die Stoßkraft des jüdischen Willens brechen, wenn man noch weiter dieser falschen und antinationalen Auffassung’; huldigte. Und es hieße sjch aa Palästina versündigen, wem! die Zionistische Organisation sich etwa damit begnügen wollte, auf die Auswanderung nur soweit Einfluß zu nehmen, wie sic nach Palästina geht, und die übrige den anderen zu überlassen. Das hieße Palästina absperren vom Galuth, auf das es angewiesen ist, und hieße einen Keil treiben zwischen Palästina und die Masse des Volkes. Ehe Auswanderung muß zu einer nationalen Angelegenheit des jüdischen Volkes werden, und die Zionistische Organisation als Vertretung des nationalen Judentums hat die Pflicht, diese Akifgab; bald und groß in die Hand za nehmen. Julius Berger. Die Pogrome Dcnikins De» Kopenhageaer Zionistische■ BS*o werden aus Paris telegraphisch folgende Enadheiten über die Pogrome in da» von Denüda besetztem Feilen Rußlands übermittelt: In Jekaterino*lawi wurden alte jüdischen Häuser in vier Straßen zerstört, hunderte von jüdischen Frauen geschändet, viele Juden getötet. In Charkow finden täglich Plünderungen jüdischer Häuser und Gewalttaten an Juden statt. Ebenso ist die Lage in einer großen Reihe kfcmerer Orte., Eine fanatische Judenhetze wird von dla» Zeitungen betrieben. Allenthalben rufen Flugblätter zu Pogrome■ gegen die jüdische Bevölkerung aui. Jüdische Offiziere werden in die Armee nicht angenommen; jüdische Freiwillige werden entlassen. Jüdische Reisende werden üi den Eisenbahnzügen überfallen und ausgeplündert, wobei verschiedentlich Morde verkamen. Auf tfcr Station Sineinikowo zwangen Soldaten unter Beteiligung von Offizieren die jüdischen Reisenden, die/ Züge zu verlassen und ermordet«» sie unter furchtbare» Martern. In Lozowaja fanden furchtbare Plünderungen statt, wobei 2 Jütten erschossen wurden. Am 12. Jtü veranstalteten die Sollten deprt einen Pogrom, wobei auch die Synagoge geplündert wurde. In Mikhailowfca wunde am 15. Juni von Freiwilligen der Armee eSM allgemeiner Po*־ gram organisiert Der Kommandant legte außerdem der jüdischen Bevölcerung eine Kontribution von 250000 Rubel auf und erzwang die Auslieferung vieler Waren (Nahrungsmittel, Kleidungsstücke, Kerzen, Tabak, goldene Uhren usw.). Hierauf zwang inan den Präsidenten der jüdischen Gemeinde, eine Bescheinigung über das gute Verhalten der Freiwilligen auszustellen. Furchtbare Aus- Schreibungen fanden nach dient Einzug: der Freiwilligen in Krementschug statt. Dort wurden alle Häuser Der Mensch und sein Schatten Aus den ״UrgleichOissefl“, Von Jakob Cahan. (Nachdruck »erboten.) Und Gott vertrieb den Menschen aus dem Garten Eden, damit er den Boden bebaue, dem er entnommen war. Und der Mensch! bebaute den Boden im Schweiße seines Angesichts, wohnte in einer engen Felsspalte, er und sein Weib und seine Kinder, und aß unter Mühsal seit» Brot. Und allabendlich, wenn die Sonne sank, dann fürchtete sich der Mensch gar sehr und verbarg־ sich in der Höhle, er und sein Weih und seine Kinder, vor den Unlsolden der Nacht und vor der Kälte der Nacht Und es geschah einmal, da erwachte der Mensch nachts aus seinem Schlaf, und die Kinder schrieen und Eva, sein Weib, saß bebend neben ihm, wiegte die Kinder in ihrem Schoße und wimmerte leise. Und der Mensch rief bestürzt: ״Was ist geschehen?“ Das Weib antwertete: ״Kain erwachte plötzlich mit Geschrei und von seiner Stimmt erwachte Abel und begann auch zu schreien und zu Weinen. Sicher ist es den Kindern kalt oder ein Schrecken *tat sie befallen.“ Und der Mensch sprach: ״Gib mir das eine Kind!־‘ Er streckte seine Hände aus, uro das Kind zu nehmen, doch das eine und auch das zweite wollten nicht zu ihm! gehen, sondern begannen noch lauter zu schreien. Das war dem1 Menschen sehr kiel, und er sann und sann und wußte nichts zu tun. Da plötzlich in seiner Seele Bitternis rüttelte er sich auf und sprach: ״Ich gehe in die Nacht hinaus, was auch geschehen mag! Vielleicht glückt es mir, Licht zu nehmen vom Mond oder von den Sternen, die droben glühen/' Und der Mensch ging hinaus und trat vor den Eingang der Höhle, *und siehe, die Nacht ist ganz finster, auch nicht ein Stern in der Höhe. Schwarze Wolken ziehen über den Himmel, und! ein böser Wind heult und jagt eilend dahin. Schattenheere lagern zwischen den Felsen und die Unholde der Nacht lauern aller Orten. Aus der Ferne tönt das seltsame Heuten pines Tieres. Doch der Mensch faßte sich ein Herz, erhob seine Schritte und ging in die Schafte* und die große« Schrecken der Nacht hwei•. IUBDIS1HE RUNDSCHAU gepffiwriert. Staber sind dort S58 lflMe ■01• tfarfjfJw■!- %1mgem festgestellt, wobei Mädchen va* Yi und Frauen vor» 60 Jahren nicht verschont wurde!». Die Qeäikhmchen Soldaten haben in vielen Fällen kleine Mädchen nach der Vergewaltigung ermordet «I in» Leiche■ hi Wst*«er- Motette geworfen. Die Denikinschen Judenpogrome durch einen Amerikaner bestätigt Aus Paris wird berichtet, daß der soeben aus Südrußtersd mirückgekehrfe amerikanische Generalmajor Da* vis, der iu Dcnikins Hauptquartier war, Augenzeuge war, daß Den Ilten durch seine Kosiik e ט In den besetzten Gebieten planmäßige Jodeaverfolgunge* vornehmen ließ, bei denen der größte Teil der Jude» getötet ward!. Dr.' Weizmann nach Palästina abgereist Dr. Weiznani, der bereits Voriitzencter der vorige» Palästkiakommission war und als solcher krage Zelt in Palästina geweilt ■hat, ist bekanntlich auch k* die neue Kommission gewählt worden und tot sich an» 28. September nach Palästina begebe». Amerikanischer Delegiertentag Wie die ״Chicago Tribüne“ aus Chicago telegraphiert, wurde auf der Mitte September stattefundenen Jafireskonferema der amerikanischen Zionisten ichter Julian Mack zum Präsidenten und Oberrichter Louis Brandei 9 Zum Ehrenp-r äsidente■ der Zionistischen, Organisation in Amerika gewählt. Es wurde beschlossen, im kommenden Jahr 7 Mill. Dollar für den Palästina-Wiederaufbaufonds in! Amerika zu sammeln. Die Zahl der registrierten amerikanischen Juden, die nach Palästina emigrieren wollen, beträgt 6000. Ein Interview mit Erzberger] Erzberg er hat bei seiner letzten Abwesenheit in der Schweiz dem Herausgeber der Jüdischen Preß zentrale Zur «11 ein Interview gewährt, in welchem er sich mit großer Schürfe gegen die äugenblickliche Judenhetze in Deutschland aussprach und betonte, daß h dieser ablehnenden Haltung• sämtliche Mitglieder der Regierung־ einig wären. Int weiteren Verlauf der Unterredung hat Erzberger (wie er hinzufügte, glaube es־, dasselbe im Namen der Regienmg tim zu können) seiner Sympathie für die palästinensischen Wünsche des jüdischen Volk e s Ausdruck gegeben und die Hoffnung ausgesprochen, daß ip» Falle einer Verwirklichung des jüdischen Staates die heiligen Stätten der Christenheit alle Freiheiten laben würden. Erzbergers Ablehnung des Antisemätismns ist um so bemerkenswerter, als nach dem seinerzeit in der ״Germania“ erschienenen antisemitischen Artikel von verschiedenen Seiten, so von der ״Neuen Züricher Zeitung“, der Meinung Ausdruck gegeben wurde, daß Erzberger diesem Artikel nicht fernstände. Plötzlich erbebte die Finsternis und die Stimme eines verhaltenen •Donners drang vom Himmel wie das Wort eines grollenden Gottes. Da erschrak der Mensch und hielt knie, ׳um das Wort Gottes zu verstehen, doch er verstand es nicht. Und er ging weiter, Unruhe und banges Staunen in seinem Herzen. Und die Wolken kamen näher, ballten sich über dem Haupt des Menschen Und der ganze Himmel war ein schwarzes Meer, das schwer dahingeht. Mit einem Male spaltete sich das Meer und tat sich einen Augenblick in Feuersflanune auf, und die Stimme Gottes schmetterte, machtvoll und *scharf, so daß die Erde wankte u«1d die Felsen ringsumher dröhnend krachten, Da fiel der Mensch auf sein Angesicht und sprach: ״Verloren bin ich, ja verloren!“ Regungslos lag er so da und es war ihm, als sänke er tief, tief in den Abgrund. Und siehe, dann hörte er, daß Stille ringsumher war, da ז egte er sich! wieder, eritob sein Haupt und sah vor sich einen Baum, hochbelaubt, der lichterloh brannte, denn der Blitz hatte ihn getroffen. Und jubelnd sprach er: ״Da gehe ich hin und hole mir das Himmelsfeuer und bringe es meinem Weibe und meinen Kindern, um ihnen das Dunfaef zu erhellen und ihren Leib in der Kälte zu erwärmen.“ Und er trat heran; riß den brennenden Baum aus und lud ihn voll Freude auf seine Schulter. Die Wolken hatten längst ihre Stelle verlassen und schleuderten ihre Donner vor ihm her. Kaum aber hatte der Mensch sich gewandt, um zu seiner Höhle ztrrückzugehen, da erbebten die Schatten, die Bewohner der Felsen von ewig her, und sprangen von Ihrem Lager auf, und die schwarzen Unholde der Nacht flohen kopfüber davon. Auch; die hohen Berge öffneten weit die Augen und schauten erstaunt auf Äs armselige Geschöpf, das da die große Flamme aufrecht durch die Nacht hindurch trug. Doch einen Augenblick nur, und der Schreck war vorüber, und der Mensch sah die Schatten, und siehe, «e tanzen um ihn herum, strecken ihm die Zunge aus und spotten: ״Törichtes Geschöpf, gegen das allmächtige Reich der Nacht willst du kämpfen? Schau, wir umschließ«» dich mit einem festen Kreis und der Kreis geht und geht mit dir mit wohin du such gehst!“ Da «:tonte der Mensch voll fl Nf 12 Die preußische Regierung und die Ost jaden * I* der Sltmmg Oer preaötacSe■ Uadewersatramlunj *0■ Freitag, den S. Oktober, hg eine kleine Anfrag« de• deutschnatioaalen Abgeordnete■ Matsch kewitg »or, «ran die Regierung gegen die Einwanderung gal- *«eher und polnischer Juden zu tun gedenke, die de» deutschen Voll Brot und Wotagclegeaheit nähme. Di« Regierung gab darauf einej von den linken Parfeien beifällig aurfgenommene Erklärung ab, die folgeudee besagte: Die Befürchtungen aber Steigerung der Woh- *ungsnot und des Ernährungsmangels in Deutschland durch die Einwanderer sind übertrieben. Lästige An«• Wanderer können nach den bestehenden Bestimmungen allerdings afoge schoben werden. Von dieser Mögtichkeit Gebrauch au «naeben; wenn es sieb um Flüchti inge handelt, die der ■wangsweisen Ein- Stellung in die polnische Armee entgehen wollen, •mpfiehlt sich nicht, so lange im Osten der Friedensau* fand nicht tatsächlich ־wieder hergestellt ist. FI i ch 11 i»g e nach Pole®, wo Judenpogrom e eiae ständige Gefahr sind, abauschiebea, verbietet sich aus Gründe» der Menschlichkeit. Verbrecher wird die Regierung rücksichtslos über die Grenze zurück■ schaffen Dabei wind selbstverständlich nicht nach konfessionellen Rücksichten verfahren. Diese Erklärung kann mit Befriedigung aur Keimtals genommen werden. Hoffentlich, wird von den Behörxlen dem Standpunkt der Regierung nunmehr Rechsung getragen werden Der Nationalitäteaschafz in Tscheche»- slowakien Während in» Vertrag mit Polen die Grund^en für den nationalen Schutz der jüdischen Gemeinschaft geschaffen sind, leimt Rumänien es vorläufig־ a& den Vertrag mit der» fünf Ententegroßmädrtea zu unterzeichne«, *eü es die Bestimmungen über den Mindeiheitsschute als einen Eingriff m seine Souveränilatsrechte aasieht. Dagegen ist nunmehr mit der Tschechoslowakei der Vertrag unterzeichnet worden, in dessen Artikel» 2— 14 folgendes bestimmt wird Der Artikel 2 sichert allen Bürgern Schutz von Leben und Freiheit sowie freie Religionsausübung zu. Die Artikel 3- 6 regeln die Frage der tschechischen Staatsbürg erschaff, die aßen deutsche*!, österreichischen und ungarischen Staatsbürgern offensteht, dk in der Tschechoslowakei Wohmings- oder Hekuatsrecht haben. Der 7. Artikel gewährt aßen Staatsbürgern die glei - eben bürgerlich eff und pol i ti s ehe n Re ch te. Von besonderer Bedeutung sind die Artikel S und Q. Der erstere sichert den nationalen und religiösen oder sprachlichen Minderheiten gleiche fechtliche und tatsächliche Behandlung .zu. Sie haben das Recht, auf eigene Kosten religiöse und soziale Institutwien zu gründen; dort ihre eigene Sprache m gebrauchen und Ihre Religion amszuüben. Der Artlkel 9 regelt die Schulfrage in demjenigen Stäche» und Bezirken, wo ein beträchtlicher Teil der Bürg er nichttschechischer Sprache ist Hier übernimmt es die Regierung, angemessene Gelegenhei te* Angst rings um sich, doch dann ging er weiter und sprach: ״Ich trage das Licht für mach und die Meinen!“ Und plötzlich bemerkte er einen ganz schwarzen, wiWen Schaffen, der sielt ihm an die Fersen heftete und nicht von seiner Seite wich. Da erstarrte dter Mensch und rief: ״Bist auch du hier?“ lind der Schatten erwiderte: ״Auch ich.“ Da sprach der Mensch: ״Willst du mich ewig verfolgen?“ Und der Schatten antwortete: ״Ewig.“ Und ,wte*» der Mensch vor dem Schatten zur Seite wich, glitt auch er hinter ihm her. Da nahm der Mensch den brennendien Baum, legte ihn auf seine andere Schulter, und schon sprang der Schatten auf und streckte sich jenseits ,von ihm nieder. Und die Schatten ringsumher und alle Unholde der Nacht zwinkern ihm spöttisch zu: ,,Sieh, dein Schatten ist's, der sich für ewig an dich hängt und der mit dir geht, wohin du auch gehst!“ Da sank des Menschen Mut und seine Hände erschiafften. Doch schnell ermannte er sich wieder und sprach mit trotzigem Stolz: ״Ich trage das Licht für mich und die Meinen!“ Und mit (mächtigen Schritten schritt er vorwärts, den leuchtenden Feuerbrand in seiner Rechten. (Aus dem Hebräischem übersetzt von Moses S moira.; Ein Leitfaden des Zionismus Seit Jahren wird mit immer größerer Dringlichkeit ein Buch verlangt, daß die gesamte theoretische Begründimg des Zionismus in übersichtlicher und leicht faßlicher Form bietet, um Leitern von Kursen in Jugendvereinen oder Ortsgruppen das notwendige Material zu bieten. Die Jugendorganisationen, die eine systcmatische Erziehung ihrer Mitglieder zu nationalen Juden und Zionisten bezwecken, haben stets nach einem solchen Leitfaden verfangt; dem» jedes Jahr ztonistischer Entwicklung brachte neue Probleme, neue Mensehen mit andern Gesichtspunkten, neue Bücher, und immer schwerer wurde es für diejenigen, die die verantwortungs volle Aufgabe des Erziehers und Kursleiters auf sich nahmen, sich selbständig nicht nur ei» System aufzustellen, sondern vor allem die gesamte Literatur zu überblicke». Und dieses Problem existierte keneswegs »w für tineere Jmgendotganisatamii. Au•*• *1 schaffen, feiehtmg in besonderer V Er garantier ite» den t Staatsau sgab keit. Der M laungen übe national( tjundes steh blindes kann oder einget lertken, und «timen imt Am 14. ä■:;• eben;!1 \rheite» de ä!>;r den V Er ■wies da! iViilioritätens polnischen י van den B Erziehung sai und über d wurde auf Prag verzie! 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