Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 71 (7.10.1919)
- Date
- 1919-10-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 71 JUB01BHQB SQHBICBHO Seite 553 Brief aus Palästina Die arabische Presse — Die Hedschasbahit Der nadistehende Brief aus Palästina, der bei der Schwierigkeit der Postverbindung erst jetzt in unserem Besitz gekommen ist, dürfte in wesentlidien Punkten durch die Anweisung der englischen Regierung, die nationale jüdische Heimstätte als fait acoompli zu betrachten und eine entsprechende Politik zu treiben, sowie durch die Ergebnisse der Pariser Besprechungen, überholt sein. Wir veröffentkelien ihn aber, weil er ein interessantes Bild der palästinensischen Stimmung vor dem Eintreffen der neuen Regierungsanweisung bietet. K. Z. B. Die arabische Presse in Sjrien beschäftigt iich in letzter Zeit wieder lebhaft mit den Juden und der Palästina-Frage. Bezeichnend für die phantastischen Begriffe der Araber sind die Zahlen, die sie über die Einwanderung der Juden nach Palästina angeben. Sie teilen mit, daß die Zahl der in den letzte«, Monaten eingewanderten Juden 25 OCX) (!) beträgt. An der Spitze dieser Berichterstattung steht der ״Mukatabs“ in Damaskus. Diese Zeitungen wollen offenbar nicht wissen, daß es sich im ganzen um etwa 1500 Personen handelt, vom denen zwei Drittel während des Krieges von den türkischen Behörden aus Palästina vertrieben waren. Diese falschen Alarmnachrichten haben eine lebhafte Diskussion in der arabischen Presse hervorgemfea Besonderes Interesse Verdient der Bericht des Mukatabs vom 30. Juli über die H e d s c h a s b a h!1: ״Es ist kein Zweifel“, schreibt das arabische Blatt, ״daß die Hedschasbahn die größte in Syrien ist und daß, »gesellen von ihrem ökonomischen Nutzen, ihr relipös-sittlidier Einfluß von hoher Bedeutung ist, indem sie den Hedschas mit Syrien verbindet. Die türkische Regierung hat den Bau der Eisenbahn begonnen, um die Pilgerfahrten zum Grabe des Propheten in Mekka zu erleichtern. Nach siebenjähriger energischer Arbeit ist die Bahnstrecke im Jahre 1907 bis Medina fertiggestellt worden. Die Unkosten, die sich auf etwa sechs Millionen türkische Pfund beliefen, wurden von den Mohammedanern in allen Weltteilen gesammelt. Die Eisenbahn ist alse eine ausgesprochen mohammedanische, <ke für ein religiöses Ziel erbaut wurde, und jeder Mohammedaner hat daher die Pflicht, an ihr wieder auftubauen, was während des Krieges zerstört worden ist. Die Kosten der Reparaturen werden sich nach .Meinung von Fachleuten auf eine Million Pfund belaufen. Die Leitung der Eisenbahn hat bisher weder einen Kostenveranschlag noch einen Reparaturpian vorbereitet. Der «eue Generaldirektor der Eisenbahn, Mr. Holmods, beab- «chtigt jedoch, einen ausführlichen WiederhersteUungsplan ausmarbeiten. Auch der Emir Faisut interessiert ach lebhaft für den Stand der Eisenbahn und hat bereits eine Kommission zu deren Instandsetzung ernannt. An der Spitze dieser Kommission steht Saad Pascha-Schakir, 4er Leiter der Finanzangelegenheiten in Syrien.“ ,,Mukatabs" meint, daß zur Deckung der Unkosten für die Reparatur der Eisenbahn der Friedenskonferenz eine Aufstellung aller durch den Krieg entstandenen Schäden einzureichen ist, um auf diese Weise die erforderlichen Gelder zu bekommen. Von besonderem Interesse Für uts ist folgender Passus in diesem Bericht der Zeitung: ״ . . . , Die Ausgaben der Eisenbahn übersteigen deren Einnahmen bei weitem. Die türkische Regierung 1aWte den Leitern der Bahn nur 300 Pfund pro Jahr, hat hnen aber zuglei# die Erlaubnis gegeben, den Hafen in Haifa zu bauen und ihnen Konzession erteilt, die warmen Bäder m Tiberias zu übernehmen und die Boden- Radien am Kinerethsee zu exptoitieren.“ Der Bericht schließt: ״Werden die Leiter der Eisenbahn weitsehend genug sein, um! ihre Rechte zu wahren die Heilige Schrift ganz in sich aufgenomm'en hatten, fauden sie /darin ihr Glück und ihre Freude.“ Und wahrlich, diese Thora ist ihr Stolz, ihr Volksschatz geworden für »Ile Zeiten, trotz der Unterdrückung, der Verfolgungen und Demütigungen, die sie erdulden mußten. An» Simchas-Thora!reißt diese Freude alle Schranken nieder. Wozu man sonst nur selten Gelegenheit hat: man sab an diesem Tage betrunkene Juden in den Straßen. Auch in unserem Hause ging es ziemlich bunt iu. Allerlei Getränke wurden bereitet, die besten Speisen mußte die gute jüdische Küche herhaltea Viele Gäste wurden zu Mittag geladen, die Kinder, auch das Gesinde, «hielten volle Freiheit, uaid die strenge Disziplin vvaraufgehoben. Mein Vater sah es ebenso wie alle Gäste für eine Mizwe (eine religiöse Handlung) an, sich bei Tisch ein Räuschchen *anzutrinken. Meine Elte'rft hinderten ehe jungen Männer nicht, Wenn sie übermütig, ja ausgelassen ünzten und sangen; der Vater sang sogar munter mit. Es fehlten nur die Klänge einer Fiedel, da׳ der Jude an den Feiertagen ein Musikinstrument nicht einmal berühre» darf. Es wurden auch viele religiöse Tafellieder, die sich /auf diesen frohen Tag bezogen, 1!n Chor ge• *ungern. Für!meinen Vater hatte der Simchas-Thora-Tag ״och eiie besondere Bedeutung. Wie ich bereits erwähnt habe, war die Hauptbeschäftigung meines Vaters das Talmudstudium, das er um so eifriger betrieb, wenn er große Verluste in seinen Unternehmungen erlitten hatte. Er pflegte dann der Welt deh Rücken zu kehren, flüchtete sich in sein Studierzimmer und! lebte nur ״al haihaurow’al hoawaudo“, wie der Jude sich" kurz und bündig axisdrückt, d. h. nur in der Lehre der Gesetze ur>d in» Gottesdienst, was der Hauptzweck seines Lebens ^irde. So!machte er von Zeit zu Zeit ein Ssiium (df >. ün Werk :vollenden); ein solches Ereignis ward im jücii- *che» Volke freudig gefriert und bringt Ansehen und Ehre, besonders, wenn es ein Ssiirm auf ganz Schass, ü• i. eia Durchstudieren des ganzen Talmuds ist, dessen Umfang und unergründliche Tiefe uase're Gelehrte« mit *Ri» Meere vergleiche»! Me i» Y*ter pflegte 5e«*■ und werden sie verstehen, alle Schätze, de in dem Boden an der ganzen Bahnstrecke entlang ruhen, auszunutzen, so wird diese Bahn in der nächsten Zukunft eine der einträglichsten in der Welt sein.“ Die jüdische Presse gibt diese für uns sehr wichtigen Mitteilungen ohne Kommentar wieder. Das Verbot des Sitigens der National* hymne — Die Angriffe auf die Jerusalemer Stadtverwaltung — Die ökonomische Lage Das Verbot des Singens der Hatikwah! an öffeiltliehen Stellen in Jerusalem hat begreiflicherweise unter der jüdischen Bevölkerung große Verstimmung hervorgerufen. Der Befehl spricht allerdings nicht von der jüdischen Nationalhymne. Er verbietet das Singen jeder Nationalhymne, mit Ausnahme der englischen. Die Juden können sich aber dennoch nicht des Eindrucks erwehren, daß das Verbot speziell gegen sie gerichtet ist, denn das Singen einer arabischen Hymne war 'in Jerusalem bisher überhaupt unbekannt. Das Verbot kann sich also unmöglich gegen diese richten. Die arabischen Zeitungen berichten auch, nicht ohne Stolz, daß das Verbot auf die Intervention des arabischen Klubs in Jerusalem zurückzuführen ist. Anläßlich eines scharfen Angriffes, den die hebräische Tageszeitung ״Doar Hajom“ vom 18. August gegen die Jerusalemer Stadtverwaltung richtet, wird auch dieses Verbot berührt. Die Zeitung weist darauf hin, daß die Stadtverwaltung keine gewählte, sondern eine von der Militärverwaltung für einen gewissen Zeitraum bestimmte ist, und schreibt dann: ,,Mögen die Herren von der Stadtverwaltung wissen, daß ein wachsames Auge ihre Tätigkeit kontrolliert. Die Herren dürfen nicht vergessen, daß Jerusalem eine jüdische Stadt ist, nicht nur wegen ihrer Vergangenheit, sondern auch wegen der Zahl der jüdischen Einwohner. Es sind Gerüchte verbreitet, wonach das Verbot des Singens der Hatikwah im Stadtpark auf die Initiative der Mitglieder der Stadt- Verwaltung zurüdemführen ist. Wir wollen wissen, was an diesen Gerüchten wahr ist Und auf wessen Veranlassung dieser Befehl erfolgt ist. Es wird auch behauptet, daß die Stadtverwaltung den Plan hatte, den bisherigen Mietern des Parkes die Konzession zu entziehen, weh diese Juden sind, und daß nur dank dem Eingreifen eines christlichen Freundes der Juden dieses Vorhaben verhindert worden ist. Was ist hieran wahr, und was unwahr? Wir verlangen eine klare und deutliche Antwort.“ Die Angriffe der Zeitung gegen die Stadtverwaltung richten sich auch gegen andere, allgemeine Mißstände: ״Warum repariert die Stadtverwaltung nicht die Straßen •unserer Stadt? Warum setzt sie die einzige gute Sache, die Djemal Pascha unter seinem Gewaltregime begonnen hat, enge Straßen zu erweitern und neue Straßen zu bauen, nicht fort? Warum läßt sie die Zäune zerbrochen, die Straßen mit Steinen bedeckt, die Bäume zerschlagen und vertrocknet, mit einer dicken Schicht von Staub überzogen? Warum läßt sie es zu, daß Kranke, Blinde und Krüppel, für die sie sorgen müßte, sich in allen Straßen herumwälzen und jeden Passanten anbetteln? Eine schreckliche Erscheinung, die endlich einmal aus unserem Lande verschwinden sollte! Warum geschieht von seiten der StadtverwaP hing nichts, um die schweren Schäden für die Sittlichkeit zu belieben, die durch gewisse Häuser im Zentrum der neuen Stadt entstehen und eine große Gefahr für die Gesundheit unserer Bevölkerung in sich tragen? Mögen die Herren von der Stadtverwaltung wissen, daß wir sie vor die Anklagebank laden und sie nicht in Ruhe lassen werden, bis der Mißwirtschaft in unserem munizipalen Leben ein Ende gemacht ist.“ Im wirtschaftlichen Leben unseres Landes ist in letzter Zeit ein Aufschwung zu verzeichnen. Eine Anglo Pafästina Export- und I mport-Ge- Seilschaft hat sich gebildet mit dem Hauptsitz in Haifa. Die Gesellschaft ist eine englische, die in Ssiirm auf einen Simchas-Thora zu verlegen. Das bunte Treiben an diesem Tage dauerte bis zum Abend, beim Vorabendgebet aber waren alle schon wieder ernst. Der Vater machte wieder Hawdolo und jetzt hieß es S'Miraus, d. h. fromme Lieder singen. Der große Samowar bro•■ delte und dampfte bereits auf dem Tee tisch; und bis spät in die Nacht saßen die fleißigen Trinker gemütlieh beisammen•. Mit Simchas-Thora sind die hohen Festtage zu Ende, wenn auch schon der nächste Schabbes Bercischis vor einem gewöhnlichen Sabbat ausgezeichnet ist, da jetzt wieder der Anfang der Bibel, der erste Abschnitt ״Bereischis“ vorgelesen wind. Der nächste Tag nach Simchas-Thora heißt Issruchag und gilt auch noch als Feiertag. Der Tisch, der volle acht Tqge festlich geschmückt war, blieb auch heute bedeckt, was am Werktage sonst nach dem rituellen Gebrauch nicht geschieht Das Mittagbrot wurde zu früher Stunde eingenornmen und bestand aus kalten Speisen, die vom Vortag zurückgeblieben waren, eine Menge von guten, schmackhaften Sachen: kalte Pfefferfische, kalter Putenbraten tisw. Nur der ßorscht (eine Suppe am gesäuerten roten Rüben) wurde frisch bereitet Jüdische Graphiker Von Kurt Freyer 1« der an Ws torischen Wundert» so reichen Oeschichte unseres Volkes ist gewiß eines־ der größten, wie schnell und wie intensiv die westeuropäischen Juden sogleich nach der Emanzipation an allen Gebieten der geistige» Kultur schöpferisch Anteil genommen haben. Am meiste» gilt dies von dem׳ Gebiet, zu •dem das jüdische Volk von ,Anfang an verhältnismäßig wenig innere Beziehung hatte und von dem es auch durch vielerlei äußere Hemmnisse immer ant meiste« ferngehalten wunde, dem Gebiet der bildenden Kunst. Zwar tiad schon früher, *abak) günstige äußere Verhiltnfese m Mfiafkft», •meine «■dt t* SWtur- Leeds ihre Verwaltung hat Sie gibt in einem Zutalar all die jüdischen Kolonisten in Palästina bekannt, na* sie für die palästinensischen Landesprodukte gute Absatzgebicte hat. Der Handelswelt teilt die Gesellschaft mit, daß sie bereit ist, sämtliche im Lande erforderliche■ Waren aus dem Auslande zu importieren. Die Egyptian Bonded Stores (Warenlagerräume), über deren Konzession für die Lagerräume in Haifa bereits berichtet worden ist, eröffnet jetzt weitere Lagerräume beim Zollamt in Jaffa. Der Er- Öffnung dieser Lagerräume in Haifa und Jaffa ist für den palästinensischen Import und Export von großer Bedeutung, da hierdurch ein direkter Verkehr zwisefee* dem Auslande und Palästina unter Vermeidung 4er ägyptischen Vermittlung geschaffen wird. Die Eisenbahnverbindungen von Aegypten nach Jerusalem Die in Wien erscheinende Halbwochenschrift ״Pa8 und Reise“ bringt folgende Ausführungen über die Reisemöglichkeit, die jetzt nach Palästina besteht. Die Passagiere verlassen die ägyptische« Bahne» in Kantara-Est, dein Ausgangspunkt für Reise« nach Palästina. Von Kantara-Est fährt man um Mitternacht ab, früh morgens kommt man nach El - Arisch und Gasa und gegen Vormittag erreicht man Lud, die Umsteigestelle für Jaffa, Haifa und Jerusalem. Hier wird der Zug gewechselt, und die Bahn fährt gegen «tos Gebirge von Judäa eingleisig, indem sie ohne Hilfe vom Brücken und Galerien alle Windungen der Täler verfolgt. Mittags kommt man in Jerusalem an. Die Fahrtdauer beträgt ca. 13 Stunden. Warum habe ich Schekel bezahlt? Von S. Dubnow. Dubnow, der berühmte Historiker und Vertreter des nichipalästinensischen jüdischen Nationalismus hat in diesem Jahre zum erstenmal Schekel gezahlt und begründet dies in dem nachstehenden, der ״Chrooöca Jewreislca Schisn“ entnommenen Artikel. Wir verstehe* wenn einem Manne von den Führerqualitäten und den Verdiensten Dubnows das Bekenntnis zun» Zionismus nicht leicht fällt, und er den Versuch macht, die Zahlung des Schekels mit seinen seit Jahrzehnten vertretenen Anschauungen zu vereinbaren. Die Zahlung des Schekels bedeutet Anerkennung des Basler Programms. Die Anschauung, daß nur Zionisten den Schekel bezahlen dürfen, kann selbstverständlich von uns niemals aufgegeben ,weiden. Dubnow erkennt übrigens dieses Prinzip selbst an, indem er freiwillig auf <&8 Wahlrecht 4M» Kongreß .verzichtet Er schreibt: ״Ei» Teil der Mitglieder der nationalen Partei, de außerhalb der zionistischen Organisationen steheii, riehteten an mich die Frage, ob sie den ״Schekel Hageula“ zahlen dürften, ungeachtet dessen, daß in■ de« zionistischen Aufrufen jleder Schelcelzahler als Anhänger des Baseler Programms bezeichnet wirf imd sogar das Recht zur Beteiligung an» nächsten Zionistenkongre* bekommt. Gestatten Sie mir, auf diese Frage, die fftr die Zionisten ebenso wie für die Njpbtzionistea vom lateresse ist, zu antworten Meine Meinung (für die ich vorläufig nur allem verantwortlich bin) ist, daß bei den gegenwärtige■ Verhältnissen, wenn es sich dämm handelt, im Palästina nicht ein utopisches, sondern ein reales jüdisches Zentrum mit entsprechender Autonomie m errichten, es nicht mit das Recht, sondern die Pflicht eines jeden jüdischen Nation«־ listen ist, dieser Sache seine Sympathie zu befunden, gebiet vorgedrungen und toben, besonders La Architektur und Kunsthandwertc, Wertvolles geschaffen. Sobald aber Aufklärung imd Emanzipation freiere Reguag möglich machen, erfolgt ein Zugang von Juck« zur Malerei und Graphik, der weit größer ist, als es die soziale Lage, die kulturelle Höhe und de geistige Ein- Steilung erwarten ließen, ln welchem Umfange und ■dt welchem Einfluß auf das europäische Kunstschaffen dies geschah, werfen wir erst ganz ermessen können, weite unsere Kenntnis in diesen» Teil der jüdischen Kultwgeschichte umfassender sein ־wird, als sie es zurzeit ist. Wieviel hier noch zu erwarten ist, erwies sich mir kürzlich z. B. daran, daß ich bei Forschungen in dieser Richtung selbst in dem kleinen und entlegener» Bereich der dänischen Kunst des 19. Jahrhunderts etwa dreißig jüdische Künstler feststellen konnte. Einen willkommene« Beitrag zu dieser 90 notwendigen Forschungsaufgabe bietet mm ein kürzlich erschienenes Buch des durch seine prachtvolle Sammlung jüdischer Kunst wohlbekannten S. Kirschstein über ״Jüdische Graphiker aus der Zeit um 1625-1825“ (Zirkel-Verlag, Berlin 1918). Das reich »!«gestattete Werte behandelt fünf jüdische Künstler und trägt mit dankenswerter Sorgfalt alles zusammen, was von ihre« Werken noch auffindbar ist. Da ist zunächst einer von jenen seltenen frühe» Vorläufern, Sa 1 om I talia, der, einer Mantuaner Typographenfamilie entstammend, um die Mitte des 17. Jahrhunderts nach Holland kam Von ihm besitz«■ wir u ß. ein Porträt des Menasse ben Israel, das alterdings weit hinter den» genialen Bildnis zurücksteht, das Rembrandt von diesem Manne radiert hat. Dam» der polnische Jude Salomo« Bennett, de« i«t der erste» Hälfte des 19. Jahrhunderts ein unstetes Waaderleben nach Kopenhagen, Berlin und London führte. Seine Bildnisse Friedrichs & Gr., Chodowieckte *- 4, zeigen ihn als geschickten Stecher, von historischem Interesse sind auch «eine Bücher ״The Goos«*te»oy I of Isr«•!“ (Doudoti 1SW, deutsch Darnstedt 1*85), das' k /