Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 69 (1.10.1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652135-2652204--12534-2670178- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 69 Seite 534 zu dem vaa Gott gtolf?8 baitei Thor«־- gesetz. 2. Die Forderungen, die wir als Juden an die Staaten m stellen haben, bestimmen »ich: a) nach der sittlichem P•flicht, den gemäß These 1 grundlegenden Begriff der jüdischen Genieinschaft durch die seinem Wesen angepaßte Form des Gemeinschaftslebens zu verwirklichen; b) durch die Notwendigkeit der Sicherung der physischen und wirtschaftlichen Existenz der Juden. 3. Das Religionsgersetz fordert von den in der Diaspora lebenden Juden Treue gegen das Staatsgesetz, die Betätigung vaterländischen Interesses auch unter Opfern und unablässiges Streben und Wirken im Rahmen der Lamtesge setze, für die stetige Annäherung des Heimatstaates an das Ideal des Rechtsstates, wie ihn die Propheten als Ziel der Vöjkcrentwicklnng gezeichnet haben.“ Herr Moritz A. Loch, Berlin, referierte alsdann über die Sonntagsruhe. Der gegenwärtige gesetzliche Zustand, der keinerlei Ausnahmen von der Sonntagsruhe für die sabbathfeiernaen Betriebe zuläßt, sei im höchsten Grade ungerecht und unhaltbar und stehe im schärfsten Wider- Spruch zu den Grundsätzen, die im deutschen Völkerbund-Entwurf, in den Formulierungen der Friedensuelegation und auf der Berner sozialistischen Konferenz festgelegt worden sind. Die Lage wird verschärft werden, wenn erst der Achtstundentag überall dwrdigeführt sein wird. In letzterer Hinsicht kann durch Tarifverträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer- Verbänden nach der Art des in Kitzingen abgeschlossenen einigermaßen abgeholfen werden. Es gelangte foT gende Resolution zur Annahme: ״Die Freie Vereinigung tritt für die Berücksichtigung des Sabbaths in der sozial-politischen Gesetzgebuhg ein. Sie erwartet, daß die vorhandenen und noch einzuführenden Sonntagsruhe-Bestimmungen gemaß dem Bestimmungen des deutschen Völkerbund- Entwurfs, den Vorschlägen der deutschen Friedensdeleg־ation und den Beschlüssen der internationalen Berner Konferenz auf den den Sabbafh als Ruhetag feiernden Teil der Bevölkerung im kaufmännischen und gewerblichen Leben entsprechende Rücksicht nehmen. Angesichts der Einführung des Achtstundentages empfiehlt die Versammlung den Arbeitgebern der am Sabbath geschlossen haltenden Betriebe, den Abschluß von Tarifverträgen, durch die es ermöglicht wird, an den fünf Wochentagen eine verlängerte Arbeitszeit herbeizuführen. Für die kaufmännischen Arbeitgeber kommt als Gehilfen-Vereinigung hierfür der ״Israelitische Stellenvermittlungs-Verein in Frankfurt a. M.“ in Betracht“. Im Anschluß an das Referat des Herrn Dr. Kohn der Vorstand dem Vereinstag eine Protestkund- Sing gegen die antisemitische Verhetzung in Deutschzur Annahme vor, die lebhafte Zustimmung fand. Nach einer Resolution für Förderung der gesetzestreuen Jugendbewegung schloß die Tagung. Die Stellungnahme der ,freien Vereinigung“ zum jüdischen Volksbegriff ist die Akzeptierung des von Breuer aufgestellten Begriffes der ״ReÜgionsnation“: Die Juden sind ein Volk, dessen einziges ״konstitutfves Merkmal“ ein religiöses, nämlich die Verpfliehtung gegenüber der Thora ist. In der Diasporapolitik fordert die ״Freie Vereinigung“ von den Staaten, in denen die Juden wohnen, die Sicherung ihrer physischen und wirtschaftlichen Rechte, dann aber auch die Möglichkeit, die sich aus dem orthodoxen! Volksbegriff ergebenden Pflichten zu erfüllen. Lias bedeutet etwa bürgerliche Gleichberechtigung und Freiheit von Kultus und Schulwesen; also Ablehnung der nationalen Autonomie. Lhe übrigen Beschlüsse bringen nichts sonderlich Bernerkenswertes, Gründung eines provisorischen Volksrates für Westpreußen und den Netzedistrikt in Bromberg fand unter dem Vorsitz von Dr. Klee, Berlin, eine Sitzung statt, die von einer Reihe jüdischer Persönlichkeiten aus Gemeinden des Netzedistrikts und Westpreußens besucht war. In dieser Sitzung, in der die Lage der Juden in diesen nach dem Versailler Vertrag zu Polen kommenden Gebieten eingehend besprochen wurde, wurde die Einsetzung eines provisorischen jüdischen!V o 1 ks r a t s beschlossen•, der nach der Neuordnung der staatlichen Verhältnisse in diesen Gebieten dein jüdischen Volks rat hi I'os e n unterstellt werden soll. Er hat zur Aufgabe, die gesamten Angelegenheiten der Juden in politis e 11 e r, kultureller und w i r ts c h a f 11 i c h er Be- Ziehung zu regeln und eine Gesamtvertretung der ihres Volkstums bewußten Judenheit vorzuhereiten. Der provi- 60rische Volksrat wird *fort alle vorbereitenden Schritte unternehmen, um so bald als möglich mit den Arbeiten beginnen zu ־können. Es ist außerordentlich zu begrüßen, daß das Beispiel der Posener Juden, die aufrechte und erfolgreiche jüdische Vofkspoiitik treiben, ,auf die Juden Westpreußens und des Netzedistrikts gewirkt und sie veranlaßt hat, die Wahrung ihrer Rechte ■und die Pflege ihres Volkstums in die eigene Hand zu nehmen. Ein Erfolg im Berliner Gemeindekampf Zntn Wahlrecht der Kriegsteilnehmer Der Neue jüdische Gemeindeverein zu Berlin hat am 13. August an den Herrn Minister des nnern ein in der ״Jüdischen Rundschau“ abgehiicktes Gesuch gerichtet, dahingehend, den Kriegs- Irielinicrn das Wahlrecht zu den jüdischen Gemeinde- Men dadurch zu erhalten, daß er der bisher in den iiidcn geübten Praxis entgegen anordnet, daß eine *3 nag der Steuern durch die Qemeinde mög- JUED1SCHE RUNDSCHAU lieh sei. Bisher wurde die dreijährige ununterbrochene Steucrleistung verlangt, wurde sie unterbrochen, so verloren die Steuerzahler ihr Wahlrecht. Da durch den Krieg •unzählige Kriegsteilnehmer an der fortlaufenden Steuerentrichtujig verhindert waren, auch zahlreiche wirtschaftliehe Existenzen so niedergebrachen waren, daß die regelmäßige Steuerzahlung nicht erfolgte, bedeutet dies für alle davon Betroffenen den Verlust des Wahlrechts. Der Minister des Innern hat sich der in dem Gesuch des Neuen jüdischen Vereins vorgetragenen Anschauung angeschlossen. Durch den Herrn Polizeipräsidenten von Berlin, ist dem Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Dr. Klee, heute die Mitteilung **!gegangen, daß die Gemeindevorstände die Stundung der Beträge vornehmen können, und daß alle diejenigen Zensiten der jüdischen Gemeinde, *teilen die Beträge gestundet sind, denen gleichgeachtet sind, die während der letzten drei Jahre ihre Steuern regelmäßig bezahlt haben. Sache der Vorstände der jüdischen Gemeinde ist es nun, den Intentionen des Ministers entsprechende Maßnahmen zu treffen. Diese erfreuliche Entscheidung sichert einem großen Teil der Kriegsteilnehmer das Wahlrecht. Der Erfolg des Neuen jüdischen Gemeindeverems zeigt schlagend, daß die Gemeinde bei etwas gutem Willen ebenfalls etwas erreichen konnte. Aber ihr war der erste ablehnende Bescheid offenbar sehr angenehm. Die getroffene Entscheidung hat übrigens nicht nur in Berlin, sondern überall im Geltungsbereich des Judengesetzes von 1847 il|re große prinzipielle Bedeutung. Aus der Hamburger Kultusgemeinde Unser Hamburger Bruderblatt, die ״Jüdischen Nachrichten“ weisen auf den merkwürdigen Zufall hin, dal) zur selben Zeit, wo in Berlin der Aus- Schluß der Kriegsteilnehmer vom Wahlrecht erfolgt ist, sich in der Hamburger Gemeinde ganz ähnliche Vorgänge abgespielt haben. Die Statutenkommission der Hamburger Gemeinde hatte das Alter für das aktive Wahlrecht auf 20 Jahre festgelegt. Der Vorstand erhöhte das Alter auf 25 Jahre, was die Repräsentanten- Versammlung bewilligte. Da das bisherige Wahlstatut das aktive Wahlrecht bei Vollendung des 21. Lebensjahres beginnen ließ, bedeutet dieser Beschluß eine fühlbare Verschlechterung des Wahlredhtes, die ebenfalls gerade die Kriegsteilnehmer betrifft. Die zionistische Ortsgruppe Hamburg hat in einer Eingabe an die Gemeinde energischen Protest dagegen eingelegt. Die Repräsentantenviersammlung fand den traurigen Mut, über diese Eingabe zur Tagesordnung überzugehen. Das ״Zenlralhilfscomite für Palästina“ Auf Grund verschiedener Anfragen weisen wir darauf hin, daß weder die Zionistische Vereinigung für Deutschland noch das Hilfswerk für Palästina dem Zentralhilfscomite angehören. Der Name ist insofern irreführend, als es sich nicht um ein zentrales, alle an der Palästinaarbeit interessierten jüdischen Organisationen umfassendes Gomite handelt. Die Pogrome in Ungarn Neue Ausschreitungen in Ungarn Am 19. Sept. kam es in Tapol cza und Di szel zu Ausschreitungen gegen die Juden. In Tapol cza wurden drei Personen getötet und 30 schwer verwundet, sowie 80 Geschäfte ausgeplündert. Der amtlich festgestellte Schaden beläuft sich auf 40 Millionen Kronen. In Diszel wurden sämtliche Juden ermordet, sowie auch zwei Lehrer, die für Juden gehalten wurden. Es folgten organisierte Plünderungen. Das zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach Diszel befohlene Militär nahm an den Ausschreitungen teil. Bisher wurden 92 Personen verhaftet, darunter auch die beiden Kommandanten des dortigen Detachements. Die jüdische Bevölkerung wurde auf das grausamste massakriert. Ein 14 jähriges Mädchen: wurde vergewaltigt. Zwei Mädchen stürzten sich, um der Schändung zu entgehen, in einen Brunnen. Protestkundgebung in Wien W. M. Z. Im großen Saal der Produktenbörse in Wien wurde vor etwa 3000 Personen eine Protestver- Sammlung gegen die Pogrome in Ungarn veranstaltet. Stricker gab dem Wunsche Ausdruck, daß die jüdischen Assimilanten in Ungarn durch die furchtbaren vom General Friedrich gegen sie veranstalteten Ausschreitungen den Weg zum Gesamtjudentum finden und lernen würden, daß alles ״Nurmagyarentum“ ihnen nichts helfe. Dann sprach der Budapester Redakteur Hermann P a r d e s. Er erklärte es als eine Lüge der ungarischen Regierung, daß die bisher vorgekommenen und täglich sich erneuernden Pogrome gegen den Willen und ohne Wissen der Regierung sich ereigneten. Allerdings sei Friedrich vor allem für einen Wirtschaftliehen Vernichtungskampf gegen die Juden, der, wie so manche seiner Reden beweist, die Juden selbst der bescheidensten bürgerlichen Rechte berauben wil, um sie so zum Verlassen des Landes zu bringen. Grat Teleky, das Haupt der klerikalen antisemitischen Bande, sagte erst kürzlich in einer in der Ofner Rotunde abgehaltenen Versammlung: ״Wozu brauchen wir durch Judenmorde die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf Ungarn zu lenken? Wir werden das uns gesteckte Ziel auch erreichen, wenn wir an Juden weiterhin keine Gewerbekonzession verleihen, wenn wir den ge- Nr. 69 IAm 25 ׳crsairimlu! )stjudei» f< oiien stat cliahe». i Amerika er! |111, ob di! ,u11gen bei jffentliclie jciclt sehr > Auskünfte. Zur Fr Imtlich vei Frage kon jveyeii! dei id wegen ״rsonen i ringaten Anlaß zum Vorwand nehmen werden, um <tet Juden, die bereits Lizenzen und Konzessionen besitzen, diese zu nehmen.“ Graf Teleky schloß diese Ausführungen mit der Erklärung, daß das christliche Ungarn alles aufwenden müsse, uni den Juden das Bleiben im Lande zu verleiden, um sie bei Nacht und Nebel davonzujagen, jedoch nicht unter Mitnahme des Vermögens, nein, ohne einen Heller, ohne ein Stückchen Brot, hungernd und bettelarm sollen die Juden ans Ungarn vertrieben werden. Es ist klar, bemerkte hierzu der Redner, daß die Juden Ungarns jetzt den Kanipl bis aufs Messer auhidunen missen. 111 diesem Kampie aber müssen die erst jetzt zürn nationalen Selbstbewußtsein erwachten Juden Ungarns ihre Brüder in der ganzer! übrigen Welt um die tatkräftigste Unterstützung bitten sie wenden sich vor allem mit dieser Bitte an die Juden in Deutschösterreich, damit diese die erschüttern den Nachrichten über die Massenmorde an die Brüsk im Westen weiterleiten. So soll es die Welt erfajiren wie in Ungarn, diesem neuesten Balkanstaat, Hundert tausende von Menschen moralisch und physisch umgebracht werden. Man soll es in Paris, wo die Geschicke der Welt für die nächsten Jahrzehnte bestimmt werden, mit aller Deutlichkeit zu wissen bekommen, daß in Ungarn siebzigjährige Juden, denen man gewiß kein schlechtes Leumundszeugnis hinsichtlich ihrer Be- Ziehungen zuin Kommunismus ausstellen kann, gefoltert und gemartert und auf den nächsten Obstbaum gehängt werden. Man soll es in Paris erfahren, daß zwölfjährige Judenmädchen bloß mit Rücksicht auf ihre Volks- Zugehörigkeit von rohen Heiducken unter der Anführung von Ungarischen Gencralstabsoffizieren, die im Auftrag des Budapester Kriegsministeriums ihre schurkisehen Pogromaktionen durchführen, geschändet und erdrosselt werden. Und Friedrich, der unter den Augen der Ententemissionen all diese Verbrechen nicht nur duldet, sondern auch durch offizielle Dementis deckt, hat den Arm der Gerechtigkeit der großen Mächte tm Westen noch immer nicht zu spüren bekommen. Er lügt weiter, entläßt höchstens einige kleine Beamte und läßt am Plattensee und in Westiuigam noch immer Juden hinmorden, in Budapest seine ,,erwachenden Magyaren“, den weißen Terror gegen die hilflose Judenschaft toben. Gemeinderat Dr. Plaschkes legte in seiner Schlußrede dar, daß die Gefahr des Pogroms nicht an der Leitlia Halt machen werde und daß auch in Deutschösterreich Grund zur Sorge sei. Eine Protestresolution wurde dann einstimmig angenommen. Die Versammlung hörte die Berichte in tiefster Bewegung an. Die Fremdenhetze in Wien Die Ausweisungsorder gegen die Flüchtlinge in Wien hat, wie die ״Wiener Morgenzeitung“ meldet, zu einer wüssten Pogromhetze geführt. Die jüdischen Gemeinderate Plaschkes, Ehr/ich und Pollak haben in der Sitzung des Wiener Genie! nderates vom 19. Sep•׳ tember folgende diesbezügliche Anfrage überreicht: ״Der bekannte Ausweisungserlaß unserer Landesregierung, welcher nach dem Zugeständnis des Landesftiäuptmannes Sever ein Stück russischer Willkür darstellt, ist völlig undurchführbar nud nur geeignet, die Wiener Bevölkerung, welche sich bisher gegenüber den Fremden gut benommen hat, in Aufruhr zu versetzen und besonders gegen die jüdischen Flüchtlinge aufzureizen. Sie werden gewissermaßen vor der ganzen Oeffentlichkeit als diejenigen gebrandmarkt, welche den Hunger und die Wohnungsnot verschulden, obwohl dodi jeder Einsichtige genau weiß, daß nur der unselige Krieg, welcher!fast alle Bewohner ohne Unterschied der Volkszugehörigkeit und Heimatszuständig־ keit hart betroffen hat, diese fürchterlichen Zustände verursachte. Wir wollen aber nicht von dem ganz unmögliehen Inhalt des Erlasses sprechen — viele Tarnende, die sich freiwillig zur Abreise gemeldet haben, können nicht befördert werden — sondern von seinen verderblichen Folgen für unsere Stadt. Wagten schon seit Monaten reaktionäre Pogromhetzer mit immer neuen Schmähschriften gegen die Juden niedrige Angriffe, die der Herr Bürgermeister in öffentlicher üemeinderatssitzung mit Entschiedenheit zurückgewiesen hat, so nehmen sich in Wien seit einer Woche zahlreiche verhetzte Personen das Recht lieraus, gegen Juden, seien sie Flüchtlinge oder nicht, gewalttätig vorzugellen. Uns kommen täglich mehrere Mitteilungern zu, daß Juden aut den belebtesten Straßen überfallen, verspottet, angespien, an Ohren und Bärten gerissen, mit Steinen beworfen oder in anderer Weise mißhandelt werden; ja sogar mit Ermordung werden manche bedroht, falls sie sich nach dem 20. September noch in Wien zeigen sollten. Daß man in Wohnungen von Flüchtlingen eindringt und ihnen unter. Beschimpfung mitteilt, am 20. September würden sie hinausgeworfen, ist durchaus keine Seltenheit. Einige stadtisehe Wohnungskommissäre fordern für den 20. Sep tember die armseligsten Flüchtlingswohnungen an. Durch Flugschriften hetzt der deutsche Volksrat für Wien und Niederösterreich ununterbrochen zum Hasse gegen die Juden auf und beruft für Donnerstag, den 25. d. M., den ersten Tag des jüdischen Neujahrsfestes, in die Volkshalle des Rathauses eine Versammlung mit ausgesprochen hetzerischer Tagesordnung ein. Wer erwägt, daß die Heimreise der Flüchtlinge bei den obgeschilderten Verhältnissen in den nächsten Wochen geradezu unmöglich ist, was übrigens auch das heutige Communique der Regierung andeutet, wird alles tun müssen, um als treuer Bürger dieser Stadt die durch Behörden fahrlässig gesteigerte Aufregung der Wiener einzudäminen und Vorfälle zu ver- »neiden, welche das Ansehen Wiens herabsetzen könnteil, und zwar noch mehr als unüberlegte Erlässe. Wir fragen den Herrn Bürgermeister, ob er bereit ist, öffentlich auf die Wiener Bevölkerung in berufügendem Sinne einzuwirken, damit alle Unzukömmlichkeiten gegen Fremde, insbesondere gegen die jüdisehen Kriegsopfer aus Galizien und der Bukowina, vermieden werden, ferner ob er geneigt ist, die Verfügungstellung der Volkshalle Mir die Hetzversamm- King vom 25. September zurückzunehmen. j.ö;11;: ijü!:: י. di*, m 1:11 Jädis , Frag für!die T!ober 191־ ] rindigen die ji Jrolite. E Beschluß *eitere Fl er Rei Nachdem < ״ gen die ,die Repat; ieinsetzen : malrates 11 IMcdalitätc erreicht, ermöglicht lieber un« nassen. ( daß die F bis zu 30 1 Bemühung der Betro' tm Augus aus West sich hier brafmämii und so di Ixmühte s bleiben V ermöglich! die Tätig! iegenheit Die Lunc Schicksal lassen, si keinerlei 1 gen des : Engel, für die von denei I verwandt ln N Stern“ Ausrottun pogwmen Ziel hat. in Szene gierung 1 kommand ן zu verteil, Judei Im! P j statigefur Prof. Po antisemiti Auch die sprachen Der pogrom s von 4 Ui besonder in i e s k; 11;