Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 68 (23.9.1919)
- Date
- 1919-09-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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m bene i>22 J U EPISCH E RUNDSCHAU Nr. 68 Nr. 68 Wegen Rosch-Haschanah erscheint die heutige Nummer in verstärktem Umfange. Die nächste Nummer der Jüdischen Rundschau erscheint am Mittwoch, den 1. Oktober. soll streben, auf der Welt das. Gattesreich zu verwirkliehen, er soll sie bejahen und durch sein Leben zeigen, dal! er sie bejaht. Nicht im Himmel liegt das Gottesreich, liegt das Reich des Ideals und nicht in grauer unwiederbringlicher Vergangenheit, sondern hier auf dieser Erde in einer Zukunft, an der zu arbeiten Aufgäbe des Menschen ist. Die Religion des Christentums ist in ihrem tieferen Inhalt niemals in den Millionen lebendig geworden, dkv sich Christen nennen. Di-e ", eltabgewandte, das Diesseits verachtende Auffassung des Christentums konnte nicht zur wirklichen Glaubensansicht vieler Millionen Menschen werden und so feiert die christliche Welt den Beginn des neuen Jahres in rauschenden Festlichikeiten, als wollte sic sagen, daß eben, in dieser Jammerwelt der Mensch nichts Besseres tun könne, als das Leben von der leichten Seite zu nehmen und es zu genießen. Ganz anders im Judentum! Für uns, die wir glauben, daß das Leben des Menschen auf Erden einen Inhalt haben muß und soll, bedeutet die Jahreswende, Roscli haschanali, einen Abschnitt, der uns zwingt, zurücknibdicken und vorwärts zu schauen. Das gilt für jeden von uns, vor allem aber für unser Volk. In diesem Jahre empfinden wir Rasch hasdianah nicht nur als den Abschluß eines Jahres, sondern afa den Abschluß einer Epoche, die vor 5 Jahren an dem Trauertage des jüdischen Volkes, am 9. Ab, begann und in einem unendlichen Entsetzen fast die ganze lebende Welt in ihren Bann zog, das jüdische Volk nicht zürn mindesten. Jeder von uns gedenkt in diesen Tagen der Söhne unseres Volkes, die auf allen Schlachtfeldern Europas, in allen Heeren der kriegführenden Staaten gekämpft und geblutet haben, wir denken der zahlreichen Opfer, die bis zum heutigen Tage im Osten entmenschten Horden wehrlos zum Opfer fallen. Und wir denken ebenso des Schimmers von Hoffnung, der in diesen Jahren die traurige Gegenwart erhellt hatte und der heller und heller aufleuchtet und die Verwirklichung dessen verspricht, was wir in den Tage» des Tischri wieder im Gebiet erflehen, der Wiedererbauung von Erez Israel. Der Tischii ist der eigentliche Festmonat im jüdfcchen Kalender. Nach den Jainim Noraim, den furchtbaren Tagen, folgt Sukkoth, das Fest der Freude. Möge «ms diese Aufeinanderfolge ein Symbol sein. Mögen nach den furchtbaren Tagen, die hinter uns liegen, nunmehr die Tage der Freude für uns beginnen, der Freude, die nach der altjüdischen Auffassung in nichts Schönerem bestehen kann, als in Arbeit, in gemeinsamer Arbeit für unser Volk in unserem Lande. Sozialisierung und sozialistische Parteien Von Walter Preuß. Es ist leider bereits heute vorauszusehen, daß der Aufbau der palästinensischen Volkswirtschaft nicht in allem nach den Plänen derjenigen erfolgen wird, die die im wesentlichen unbehinderte Tätigkeit pnvatkapitalisti- «Chen Unternehmungsgeistes für ein nationales Unglück halten und in der Gemcinwirtschaft Voraussetzung zugleich wahrer Menschlichkeit und gesteigerter Produktiv!- tat sehen. Freilich kommt es durchaus auf die Erkenntnis dessen an, was möglich und erstrebenswert ist; es hat keinen Zweck, um irgendwelcher nur ethisch fundierter Ziele wißen, die heute zweifellos jeden Aufbau gefährden würden (vergleiche den noch ausführlicher zu behandelnden Aufsatz Glenns in Nr. 13 der ״Arbeit“), Postulate aufzustellen, die nicht von Einsicht in volkswirtschaftliche Zusammenhänge im allgemeinen und die Bedürfnisse Palästinas im speziellen getragen sind. Es ist notwendig, mit Klarheit festzustellen, daß jeder theoretische ״Utopismus“, mag er als Ideal Anarchismus im Sinne Proudhons «ler Landauers sein, für immer durch die lcidenschaftliehe Erkenntnis Karl Marx’ erledigt ist: daß nur diejenige Uebe!־Windung des kapitalistischen Systems Sinn und"Bedeutung habe, die von einer dazu reifen Wirtschaft getragen sei. ' Alle Theorien sind für uns ganz wertlos, die allein vom Individuum als geistigem Wesen, und nicht vor allem von den physisdien und sozialen Bedingungen des Landes und der Menschen uncl Bedürfiiisse avisgehen. Freilich enthält der Begriff ״sozial“ dann schon wieder geistige Elemente, die zur Ueber- ■Windung des Gegensatzes befähigen. Auf der andern Seite ist es heute klar geworden, daß der Marxismus als System wissenschaftlicher Erkenntnis verhängnisvolle Fesseln der Hegelschen Dialektik des Absoluten um die Seelen seiner Gläubigen gewunden hat: mit entnervender Tatenlosigkeit haben überall die arbeitenden Menschen auf die prophezeite notgedrungen sich vollendende Reife des kapitalistischen Prozesses gewartet; allzusehr (wohl kaum ganz ■im Sinne Marxens, in dessen Seele freilich ebensosehr evolutionäre wie revolutionäre Antriebe zeitweilig miteinander rangen) hat man die Dinge an sich herankommen lassen, ohne daß (und zwar ־wesentlich kraft ■der Wirkung der eigenen Lehren Marx' auf die kapitalistische Entwicklung selbst) die vorausgesagte Entwicklung in allen Punkten eingetreten ist. Da erstand, als man im Kriege des unerträglichen, ekien Widersinns des seinem Wesen nach volkerverhetzenden, krisengebärenden, sich selbst notwendig verschlingenden Ka- Eitalismus mit grausamster Schärfe bewußt ward, iin choik Rußlands die große neue Erkenntnis: Soziale sienm״ (die liier verstanden, wird als Ueberführung einzelner Betriebe, .Unternehmungen, Immobilien und Mobilien in den Gemeinbesitz unabhängig von der ״aUgemcineu Reife“ der Volkswirtschaft im Marxscheu Sinne). Man erkannte daß Sozialisierung ein Willensakt sei, der schon jetzt und jederzeit mögliche Erfüllung bringen könne, ja, daß bei der Revolutionierung der Massen, der Vernichtung des Produktivkapitals, der gesunkenen Arbcitsleistung einziger Weg der Rettung aus dem Chaos, zu dessen Entwirrung privatkapitalistische Freiheit nur schwer und dann begleitet von verhängnisvollen Folgen und provisorisch noch befähigt sei, sofortige und entschlosserte Ueberführung zunächst ״reifster“ Produktivmittel in den Gemeinbesitz bedeute. Je mehr man praktisch und wissenschaftlich den Problemen zu Leibe ging, desto mehr wuchsen die Erkenntnisse für die Wirtschaftliehen und psychologischen Voraussetzungen gemeinwirtschaftlicher Produktion. Für uns ergehen sich immer erneut wertvolle Möglichkeiten aus den Erfahrungen, die in Deutschland, Oesterreich und, soweit das hier bekannte Material ausreicht, Rußland gemacht worden sind. Ich möchte liier im Anschluß an ein neues Buch, das zwar systematisch keineswegs einwandfrei, aber doch in ergebnisvoller Zusammenstellung Bekanntes und Neu- Erkanntes zusarnmenstellt, einiges für uns Wichtige besprechen. Gemeint ist das Buch des Professors und Mitglieds der zu Tode gehetzten Sozialisierungskommission R. Wiibrandt: ״Sozialismus“ (verlegt hei Diederichs, Jena 1919). Das Buch zeigt, durchaus von! Etfios neumenschlicher Einstellung getragen, zunächst die nicht nur ethische, sondern auch'wirtschaftliche Unmöglichkeit des bisherigen Systems und weist dann zahlreiche Wege zur Gemcinwirtschaft durch die Sozialisierung. Wiibrandt legt die für uns wichtige Einsicht dar, daß Kapitalismus, die unternehmungsweise, auf Erwerb ausgehende Wirtschaftsform nur in sehr beschränktem Maße mit Sozialreform vereinbar ist: nämlich nur soweit, als dadurch der Kapitalprofit nicht berührt wird. Bis zu einer bestimmten Schwelle ergeben Verkürzung der Arbeitszeit, Lohnsteigerung, Sozialversicherung usw. nicht etwa eine Sdiädigung, sondern eine Stärkung der Produktivität der Arbeit, die in erster Linie natürlich dem Unternehmer zugute kommt. Diese ״Wohltaten“ der Sozialreform (die unleugbar vorhanden Sind) haben aber eine Grenze; wird diese überschritten, geht das Kapital ins Ausland oder *treikt. Hier liegt ein ״Gesetz“ eine innere Notwendigkeit der kapitalistischen Wirtschaft vor; die Grenze ist keineswegs sehr weit gesteckt. Deutschland ist heute bei ihr angelangt. Infolge dieses Gesetzes gewinnen auch alle die ״Sicherungen“, die der Palästinadelegiertentag der deutsehen zionistischen Landsmannschaft als Begrenzung de* ansonst nicht behinderten unternehmungsweisen Aufbaus angenommen hat, eine sehr zweifelhafte Bedeutung. Es besteht durchaus die Gefahr, daß man sich zwischen zwei Stühle setzt, daß, obschon die Sicherungen in keiner NX׳ eise der sehr bewußten palästinensischen Arbeiterschaft geniigen können, sie dennoch dem ״Kapital“, sofern es nicht etwa aus nationalem Interesse nach Palästina gehen wird, was auf die Dauer schwer möglich ist, keineswegs genügend Anreiz zur Anlage in Palästina lassen werden, wobei ich noch von den sowieso geringen Aussichten profitlichen Anreizes, die noch zu beschneiden kaum möglich ist, absehen will, zumal die Interessen der Unternehmer und Arbeiter liier nur konträre notgedrungen «eia müssen. Nun hat man, und ziemlich unwidersprochen auch von sozialistischer Seite, gesägt, daß, wenn wir überhaupt einen Aufbau Palästinas ermöglichen wollen, Geld- und privates Produktivkapital nötig »ein wird und daß man infolgedessen dem Unternehmer wenigstens in der Industrie freies Spiel wird lassen müssen. Es ist dringend notwendig, sich ernsthafter und rein national-ökonomisch mit den Voraussetzungen dieser Anschauungen zu befassen. Gibt es keinen Weg, den notwendigen Ausgleich zwischen der Tätigkeit privaten Kapitals und Gemein- Wirtschaft zu schaffen? Ist Sozialisierung und möglichst rascher und billiger Aufbau unvereinbar? Sicher ist; zweierlei: wird der Entwicklung, abgesehen von sozialreformerischen Beschränkungen, ihr Lauf gelassen, »0 tragen wir bei allem noch so guten Willen (das ״Kapital“ hat keinen!guten Willen, kann keinen haben; jede Erfahrung, auch in kleinsten Verhältnissen, wie In Pethach Tikwah und Risdion beweist das!) den Keim unvermeidlicher verfahrener Kämpfe in den neuen Jischuw. Auf der andern Seite ist für uns Juden in verstärktem Maße ein fundamentales, unserer Psyche entspringendes Gesetz, daß nur freie Betätigung, fern bürokratischer und sehematischer Zuteilung, Befriedigung und Lebenswert schafft. 1 Gerade das nun scheint mir das Ergebnis des letzten Jahres und damit des Wilbrandtschen Buches zu sein, daß es gelungen ist, Methoden zur UÜberwindung der kapitalistischen Krise zu zeigen, die bisher Unvereinbares zu neuer Synthese und Ueberwindung führen. Das Kernprobier» ist mit einem Wilbrandtschen Ausdruck: ״Sozialisierung als Sporn“. Es handelt sich, auf die paliistinensischen Verhältnisse übertragen, um folgendes. (Auf die Abweichungen dieses sich in manchem mit dem erwähnten Glennsehen Vorschläge berührenden Planes soll weiter unten ausführlicher eingegangen werden.) Es soll dem Privatkapital, dessen Heranziehung selbst in dem Falle, daß wir hinreichende Geldmittel durch Kreditierung oder Anleihe erhalten, wesentliche Mittel für anderweitigen Gebrauch frei machen würde, zunächst Anlage nach Gutdünken freistehen (oder aber nur beschränkt durch einen Gesamtplan); Voraussetzung ist für uns dabei die Nationalisierung des Bodens. Von vornherein :wird nun klargelegt, daß das Privateigenturn am Betriebe in einer gewissen, zunächst imbesiimmten Zeit (1—2 Menschcnalter) abgelöst wird, und zwar (und das ist das eigentlich Entscheidende) durch eine Amortisatlonsrente, die die Arbeitenden selbst entsprechend der Steigerung des Ertrages und von ihm aufbringen. Ein Durchsclinittslohn für alle Betriebe bildete dabei die Grundlage; die Amortisationsrente wird dann von der Gewinnbeteiligung am Ertrage genommen. Je ertragreicher also gearbeitet wird, um so größer ist der Gewinn für beide Teile (die Gewinnbeteiligung ist analog bereits vorliegenden Erfahrungen von Hodin in Guise und Abbe, Frese, Epstein in Deutschland einzuführen; sie ist unterdes in Frankreich am 26. 4. 17 und in Italien am 15. 9. 1918 gesetzlich eingeführt worden; auch Ruppin bringt sie, d. Aufbau des Landes Israel S. 302 in Vorschlag). Sie erhöht sich mit dem Ertrage; von einer Verlustbeteiligung kann natürlich nicht die Rede sein, weil die!Arbeiter selbst an der Steigerung des Ertrages Interesse haben, dies umsomehr, als ein! na-ch der Höhe des Ertrages sich richtender Prozentsatz, der möglichst hoch sein soll, zur Amortisierung des Privatkapitals benutzt, werden muß; mit steigendem Ertrage und steigender Amortisationsquote ■verkürzt sich die Zeit privatkapitalistischen Besitzet;; umgekehrt steigert sich damit der Anteil der Arbeiter, bis schließlich das Kapital amortisicrt.dic Arbeiterschaft Besitzer des Betriebes, der Un.ernehmer wenn er will, Betriebsleiter geworden ist (siehe die Beispiele in Guise und Jena). Der ungeheure Vorteil dieses Vorschlages geht dahin, daß nichts überstürzt wird, daß je nach der Steigerung• der Unternehmer kürzere oder längere Zeit (im allgemeinen soll die Amortisationsquote so berechnet werden, daß für das Kapital für längere Zeit genügend Sicherheit bleibt; es ist nicht einzusehen, warum eine Anlage für 20-■ 30 Jahre mit Garantie der Auszahlung irgendwie abschreckon könnte) eine Rente erhält, die arbeitende Gesamtheit aber die Gewißheit hat, daß der Betrieb in absehbarer Zeit ganz in ihrem Besitz sein wird. Dabei würde das Nationalkapital nicht zur Tilgung herangezogen werden müssen mul schließlich ergäbe sich noch das außerordentlich wichtige Resultat, daß beide Teile, Arbeiter und Unternehmer, nicht mehr ein konträres, sondern paralleles Interesse an der Steigerung des Ertrages haben! Die Amortisationsrente ist bei Aktien- und Kommanditgesellschaften zweckmäßig zum Ankauf von Anteilscheinen zu verwenden■, für die kleinen Unternehmungen ist die Sozialisierung■ einfach und nicht so dringend. Bei Kapitalserhöhuiigen muß der bereits amortisierte Kapitalanteil als Gcscllschaftsvermögen angesehen werden, so daß der entsprechende Mehrertrag aus der Kapitalserhöhung den Arbeitern von vornherein zugute käme. Auch diese Schwierigkeiten sind bei guter Buchführung überwindbar. Damit dürfte ein System gefunden, sein, das, wenn es ernsthaft von der Leitung ins Werk gesetzt wird, einen vernuiiftgemäßen Ausgleich der widerstrebenden Interessen ermöglicht, sowohl das Untemehmerkapital anreizen könnte, was im Interesse des nationalen Auibaus notwendig erscheint, als auch vor allem in 1—2 Mensdtenaltern jeden Privatbesitz und Betrieb in die Gemcinwirtschaft überführen wird. Es seien nun einige Bemerkungen als Ergänzung des Glenn sch er! Planes angeschlagen. Audi Glenn geht von dem an sich richtigen Gedanken aus, mit Hilfe der grundsätzlich zu fordernden fortschreitenden Amortisation des Grundkapitals die in Betracht kommenden Betriebe in den vollen und unverschuldeten Besitz der Allgemeiriheit zu bringen. Doch stehen seinem Plane, diese Tilgung durch einen festen Zinsfuß von 4l/2 und 5 ",0, in dem je nach der Art des Kapitals eine verschieden bemessene Amortisationsquote enthalten wäre, durchzuführen, grolle Bedenken gegenüber, die der erste Vorschlag vermeidet. Die Gefahr liegt in der Schematisierung des Zinsfußes. Weder ist einzusehen, warum sich das ״Kapital“ mit dem Glennsohen Zinsfuß ״begnügen“ (S. 156, Zeile 7) sollte, wenn es wo anders mehr erhalten kann; noch ist von vornherein eine entsprechende Verzinsung in den Betrieben garantiert, so daß das Gemeinwesen ohne Zuschüsse, die alle Vorteile aufiiöben, auskäme. Das Bedenkliche an Glenns Plan ist, daß er jede ״Privatinvestierung nur auf dem Umwege über die ZentraLinstanzen der Nation“ (S. 156) gehen lassen will, wobei selbstverständlich eine Schematisierung unvermeidbar wäre, große Schwierigkeiten, gesteigerte Inanspruch־ nähme der zentralen Instanzen und eine Gefährdung des eigentlichen Zweckes eintreten müßten. Das Unmögliche des Glennschen Vorschlages ist allein durch das Wort ״begnügen“ gekennzeichnet. Andererseits wäre es nötig, daß The Leitung auch bei nicht gelingenden Betrieben diese Verzinsung übernähme. Aber cs liegt gar keine Notwendigkeit vor, den Glennschen Weg zu beschreiten; derselbe Zweck läßt sich einfacher und leichter erreichen. Man lege der privaten Investierung des Kapitals keinerlei Schwierigkeiten, auch nicht ״zentrale Instanzen“ in den Weg, lasse es frei und nach Eigeninteresse ertragreich wirtschaften^ sorge aber, und das ist das Entscheidende, daß je nach der Art des Betriebes und dem Ertrage die Amortisation au« dem jeweiligen Arbeitsanteil erfolge. Diese Tilgung wird gesetzliche Vorschrift für jede Produktion, ihre Höhe ist aber nicht, wie bei Glenn schematisch, soijdern wird individuell von paritätischen Schiedsgerichten oder andern Instanzen festgelegt. Es käme dafür auch eine für jede Industrie und jedes Gewerbe analog dem Rätesystem (das in den Verwaltungsaufbau nach dem Riip'pinschcn Plan leicht einzuflechten wäre) .aufgebaute Sclbstvcrwaltungsbehörde in Frage. Ueber die gleichzeitigen Vorteile der Amortisierung nach dem Ertrage für Kapital sowie Arbeit ist schon gesprochen worden. Damit ist diejenige Ausgleichung erreicht, die durch den Glennschen Vorschlag nie zu erreichen wäre. Notwendig sind klare gesetzliche Vorschriften einer einsichtigen Leitung ebensosehr wie genaue Kostenberechnungen, die aber, was die Sache erleichtert, nicht generell (der Glennsche generelle Zinsfuß verhindert die Initiative!), sondern jeweilig von Unternehmern, Arbeitern und zentralen Instanzen gemeinsam für den einzelnen Betrieb aufgestellt werden können. Für die Landwirtschaft käme ähnliches in Frage, sofern nicht Lohnarbeit überhaupt vermieden werden kann. Auch hier ist eine individualistische Berechnung der Ertragsamortisaiiousquote Vorbedingung jedes Gelingens. Besonders zu betonen bleibt noch, daß bei diesem System die großen Kosten, die für die nach dem Ruppinschen Vorschläge nach 15 Jahren einsetzende Uebernahmc vom Gemeinwesen aufzubringen wären, erspart bleiben und aus dem Ertrage, an dessen Steigerung parallele Interessen bei Unternehmern und Arbeitern' bestehen, selbst bestritten, werden. Lind nun diese Gemeinwirtschaft selber, vor der die ״bürgerliche“ Angst um den ausgeschalteten Erwerbstricb und Eigennutz so sehr ihre warnende Stimme erhebt! Wiibrandt zeigt auch hier an zahllosen Beispielen, von der konsumvcrcinliehen Produktion an bis zum Kommunal- Sozialismus, von den erwähnten, seit langem einwandfrei funktionierenden sozialisierten Betrieben (die den verfehniten Produktivassoziationen auf ein Haar gleichen) H-odins und Abbes bis zur interessierten Mitarbeit mit Hilfe des wirtschaftlichen Rätesystems, von dem Vorschlage Otto Bauers in Oesterreich bis zu denen der deutschen Sozialisierungskommission: daß die Interessiertheit einer Gemeinschaft am Ertrage, der ihr zugute komm int, keineswegs geringer zu sein braucht, als der des einzelnen Unternehmern der in ständiger Angst vor der Sabotage einer selbstbewußten Arbeiterschaft lebt. Sozialisierung in diesen* Sinne ist durchaus das Gegenteil vc Produktions! licher Volks■ Methoden v und Syndika den zunäein riissen Paläs Aber in j'edi Interesse de der Einzeln bcteiligung, Akkord arbei anreizung, d iören). Im Interessen 1 die Erzieh u! schauender 1 Erziehung 11 zu sein; di ten. die 1111־ rentfer Vers eiitopäisch-n bringen kön bau um jed und vor alle gerte Mögli nur europäi! rufen. Der Rettung au! ähnlichen p der der jedt wird hier gleiche wir] Kiassenuntei turne fremd lieh: auf die und heute 1׳ fen wir uns wirfschaftlic rie.rende B< primärsten י Selbsterhaift hat 11. E. di punkte zu I erwünschte!: der Sozialist des Marxis! doktrinär tu vorgeschlagi wir müsset! Weg gleich* Mitteln auf; talistische E bar ist. Di der Weg re■ Zum S1 merkungen Es besteht < sozialistisch( mäßigen Fu: utopischer 1 achtet ■wert werden. Be dort nicht a Vorschlag g von denen, nahestehen, Vorschläge unterbreiten bängnispoil« wäre eine Parteien, h Wichtigkeit solcher Plaj wird. Die so Nummer v» E & c h b a c 1 dankengang Der Verlas! her in Deu׳ noch im all kerndeutsch! unrichtige 1 auf Sprach» ist in der von keiner stritten wei Esch hach 1 nationalen ״Dod Elsaß sic der Proz» sich stell als Maßs Bewußtst׳ politische! An ein» ״Nati deutscher Sprach« ta raturgesd Nicht der dem der Sprechers Denken 11׳ druck gib Es sei diese Ausfi der Beulte; kommen. E Jid Ische bei ׳'hui kann Porten, wi» **er Diale! »atsaehe c tohung, de jüdischen i\ Eschbachs ,