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Jüdische Rundschau · 1919-09-12 · Heft 65 (12.9.1919) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 65 (12.9.1919)
Date
1919-09-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Site 498 JUEDiSCHE RUNDSCHAU Nr. 65 Die bestätigte Erklärung. Es war demnach unsere Aufgabe, von der englischen Regierung eine weitere Bestätigung m erhalten. Die englische Regierung hat diese Erklärung War und unmißverständlich abgegeben -- so klar und unmißverständlieh es unter den obwaltenden Umständen möglich war . und hat diejenigen, die mit der Verwaltung Palifetinas beauftragt waren, informiert, daß die jüdische 14 e i m Stätte als f a i t accompli zu betrachteil sei. Dies war eine höchst wichtige Erklärung. Sie war eine Bestätigung der ßnlfour sehen Erklärung und wurde unter widrigen Verhältnissen abgegeben. Die englische Regierung• hatte die Wirkungen ihrer Erklärung von 1917 gesehen, die während des Krieges und zu einer Zeit ergangen war, als die Konquenzen noch nicht übersehen werden könnten. Jetzt wo sich diese Konsequenzen vollauf verwirklicht und befestigt hatten, hat die Regierung ihren Beschluß von neuem deutlich und in solcher 'Form bestätigt, daß die Verwaltung in Palästina ersucht wurde, ihre Arbeit so durchzufiiliren, daß sie die Errichtung einer jüdi&chen nationalen Heimstätte ermögliche. Dies ist ein neue! Faktor, der uns ermutigen sollte. Die traurige Lage in Osteuropa. Dr. Weizmann berührte dann die Ereignisse, in Osteuropa, wo, wie er sagte, die Verhältnisse sich mit kaleidoskopartiger Schnelligkeit änderten. Dort lastet ein schrecklicher Druck auf der Judenheit, und in vielen Ländern wurde der Druck von Tag zu Tag schlimmer. Wenn die Zionisten früher Pläne machten, so rechtreten sie niemals mit Katastrophen. Sic rechneten mit dem, was im jüdischen Leben normal war: mit Verfolgungen, aber nicht mit Vulkanausbrüchen. Kein Staatsmann könnt« seine Pläne im Hinblick auf Katastrophen auf bauen. Aber man hatte sich einer Situation anzupassen, welche von Tag zu Tag schlimmer wurde.• In Polen, in der Ukraine und in Rumänien hatten die Juden so Schweres zu erdulden, wie in den schlimmsten Peiiodtn ihrer früheren Geschichte. In Rußland wurde eine große Gemeinschaft, welche unter der zaristischen Herrschaft gelitten, sich aber eine gewisse innere Freiheit bewahrt und ihre Seele aus dem Leid gerettet hatte, völlig auf gerieben. Man konnte nicht sagen, was aus ihr geworden war; nur hier und! da ertönte eine Stimme aus dem bolschewistischen Rußland, und man wußte nicht, wie die Gemütsverfassung der russischer! Juden sein würde, wenn sic nach einer Generation des Leidens wieder zum Vorschein käme. Wahrscheinlich würden sie hysterisch und unfähig zu wirk- Hcher Arbeit sein. Doch um der Sache willen müßten sie ihr Herz verhärten. Während der nächsten paar Jahre könnte man nicht hoffen, mehr als einen kleinen Teil derjenigen, die nach Palästina entfliehen wollten, unterzubringen. So sei nach seiner Schätzung und nach Schätzung der meisten bewährten Sachverständigen die Lage. Er forderte sie auf, sich an Herzls Worte zu erinnern: ״Der Zionismus ist Brot für morgen.“ Es würde eine große Katastrophe bedeuten, wenn ungeheure Massai nach einem Palästina strömen würden, das für ihren Empfang nicht vorbereitet ist, und dort Hunger« sterben müßten. Um billiger Popularität willen könnte man nicht die Zukunft der Bewegung gefährden. Man müßte zugeben, daß man die Schrecken der gegenwärtigen Zeit nicht heilen könne, aber man müßte langsam die Heimat des jüdischen Volkes, die nationale jüdische Heimstätte, aufbawen. (Schluß folgt.) Sachverständige für Palästina K. Z. B. Die Zionistische Palästina-Kommission hat den Professor der Botanik'an der Londoner Universität, Patrick Ge ddes, als Sachverständigen für die Ausarbei tun g der Pläne zuin Aufbau des neuen Jerusalems und der hebräischen U n 1 v ersi - tat engagiert. Professor Geddes reist demnächst nach Palästina ah. ״Jewish Chronicle“ berichtet dazu, dal! Professor Geddes als anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Städtebaus gilt, worüber er auch mehrere Arbeiten publiziert hat. Die Zeitung schreibt: ״Die Wahl von Professor Geddes ist eine sehr glückliche; sein Der verpestete Dnjepr Von Dr. A. Coralm'k, Kiew. Die Ortschaft heißt Meschigorje und liegt, wie ihr Name bedeutet, zwischen Bergen. Eine reizende Landschaft, ganz nahe bei Kiew,' etwa 13 Kilometer von der Staut entfernt, von einer gewissen phantastischen Schönheit. Rötlich schimmernde Bergabliänge von Wäldem bedeckt, tiefe Schluchten, geschlungene Waldstege. Ein grünlich-rötlicher Gürtel um den Dnjepr. Hinter den Hügeln ein Städtchen, eher ein Dorf zu nennen, friedlich und still, ruhig und in versonnene Waldeinsamkeit versunken. Obwohl dicht bei Kiew gelegen, so daß man von dem höchst gelegenen Punkt der Hauptstadt der Ukraine, vom Wladimirberge, mit bloßem Auge hinüberschen kann, drang dahin fast nie der Lärm der Großstadt, das- Toben der Politik, der entfesselten Leidenschaften. Man lebte ruhig und gehorchte dem Schicksal hinter den grünen Bergen, In der Ortschaft lebten auch zahlreiche jüdische Familien. Alteingesessene, die mit der ukrainischen Bauernschaft aufs'engste verwachsen waren. Man hänselte sich oft gegenseitig, wobei das Hänseln zumeist die Bauern besorgten, aber im großen und ganzen vertrug man sich recht und schlecht, wie sich eben Menschen vertragen, die seit Generationen in enger Gemeinschaft nebeneinander lebten. Und als die erste Revolution — die März-Revolution von 1917 —- gekommen war und die Juden zu Vollbürgern machte, da. wurde das Verhiiltnis zwischen Juden und Bauern erst recht ein inniges: sie hatten ja gemeinsames Interesse, einen gemeinsamen Boden zu verteidigen. Inzwischen sammelte* sich der Sturm im Lande. Es begann ־zu sieden!und brodeln. Eine Staatsumwälzung nach der anderen. Das Land wechselte zu jeder Jahreszeit seine Herren. Der Deutsche hatte im Lande gehaust ׳und war wieder fortgegangen. Allenthalben wuchs der Geist der Revolte. Aber in Meschigorje war es noch immer ruhig, idyllisch. Rat und seine Hilfe werden sicherlich von üußerordewtlichem Nutzen sein. Seine Ernennung beweist zugleich, daß ein neues Palästina — und ein jüdisches Pa- Lästina — jetzt erheblich mehr als ein Traum geworden ist. Die zionistische Bewegung ist voll und ganz in das Stadium der praktischen Tätigkeit eingetreten, und der Umstand, daß man die Hilfe solcher Männer wie Professor Geddes heranziehen kann, eröffnet die weitesten Möglichkeiten. ... Es steht zu hoffen, daß die Ericdenskonferenz die Ernennung von Professor Geddes als ein Wand für den Enthusiasmus des Schaffens ansehen wird, den di« Juden an den Tag legen werden, wenn die 'britische Deklaration in einem großzügigen und weisen Geist interpretiert wird und nicht in pedantischer und engherziger Art und Weise.“ Die Judennot im ehemaligen Ungarn Von linserm Wiener Korrespondenten. W. Wien, 28. August 1919. Das Judentum der Tschecho-SIowakei macht jetzt schwere Tage durch. Die Verhältnisse in der Slowakei haben sich derart zugespitzt, daß die Lage der Juden daselbst eine verzweifelte geworden ist. Der Minister für die Slowakei, Dr. Srobar, hat un-!längst in einer Rede als sein offizielles Programm den Kampf gegen die wirtschaftliche Posit i .in der Juden proklamiert. Dies״ Rede, die voll scharfer antisemitischer Ausfälle war, hat das größte Aufsehen und unter den Juden die größte Beunruhigütig hervorgerufen und die tschechisch« Presse hat sich über die peinliche Situation dadurch liimveggebolfen, daß sie den slowakischen Juden ein ganzes Sündenregister vorhält und ihnen illoyale Gesinnung und wirfschaftliche, Ausbeutung der Volksmassen vonvirft. Es kann nicht geleugnet werden, daß ein Teil der assimiiatorischen Juden sich durch ihren magyarischen Chauvinismus zurzeit der ungarischen Herrschaft beim Volk verhaßt gemacht hat. Die slowakische Presse hat aber durch Pausehalverdächtigimgen alle Juden getroffen und die tschecho-slowakische Okkupationsmacht ist riieksichtslos gegen alle jüdischen Elemente eingeschritten; sie hat insbesondere di« Führer des nationalen! und zionistischen Judentums ganz g r 11 n dlos verhaften lassen und wochenlang interniert gehalten, trotzdem die Regierung wiederholt nachdrückiich darüber aufgeklärt wurde, daß gerade die nationalen Juden den ungarischen Ässimilationsbcstrebungen gänzlich fern stehen. Das Büro des ״Volksverbandcs der slowakischen Juden“ in Preßburg, das vom Sekretär des Prager jüdisch«! Nationalrates, Herrn Waldstein, geleitet wird, hatte in unzähligen Einzeltällen wegen grober Rechtsverletzungen zu intervenieren, jedoch meist mit geringen Erfolg. Abgesehen von vereinzelten regelrechten Pogromen und beispicislosen Rohheiten tschechischer Soldaten, hat sich die Regierung ganz offiziell eine systematische wirtschaftlich e Depossedierung der Juden zum Ziel gesetzt. Herr Srobar erließ eine Verordnung, mit der alle bis 15. August 1919 verliehenen Lizenzen mm Handel m':it Spirituosen, weiter alle Haupt- und Kleintrafiken sowie Konzessionen zur Spirituosenerzeugung aufgehoben werden. Dadurch wurden unzählige jüdische Familien buchstäblich an den Bettelstab gebracht u!nd man muß staunen, mit welcher Kaltblütigkeit eine derartig weittragende Maßregel in Szene gesetzt wird. Es muß gewiß vom national jüdische» Standpunkt aus zugegeben werden, dal! die Rolle des Schnapsliändlers, die die Juden in jenen Gegenden meist spielen, nicht gerade wirtschaftlich produktiv ist. Es ist jedoch zu bedenken, daß die Juden systematisch in diesen Beruf hineingedrängt wurden und daß sie als das wirtschaftlich unselbständigste Element mir die Exponenten der Bedürfnissc der breiten Schichten der Bevölkerung sind. Die gegenwärtigen Berufe der Juden unnötig zu machen und sie systematisch in andere produktive Berufe überzuführen, müßte das Ziel einer weitausschauenden planmäßigen Erziehungspolitik sein, deren Objekt nicht nur die Juden, sondern auch die übrige Bevölkerung des niedrig zivilisierten Landes sein müßte. Durch gewalttätige Maßnahmen der erwähnten Art beweist die tsdie- Bis die Bolsche wilds endlich die Ukraine eroberten und die wilde bestialische Gegenrevolution der Pctljura-Leute begann. Es war in den Wintermonaten 1919, als die Berge von Meschigorje von blendend weißem Schnee noch dicht und warm eingehüllt waren. Auf einmal ging es los. Wie Sturmboten eilten die Emissäre Petliuras, des ukrainischen ״Nationalhelden“ und seines sogenannten ״Direktoriums“ durch das Land, schlichen sich ein in die Dörfer, in die yorortc der Städte, schürten die Flammen, hetzten die niedrigsten Instinkte der Bauern, peitschten ihr träges Blut zu wahnsinniger Wut und• tierischer Mordlust auf und da sie keinen anderen besseren Aufwiegelungsstoft־ fanden, griffen sie zur altbewährten Methode, zur Hetze gegen die Juden. Mit einer Agitation für die Utiabhängigkeit der Ukraine hätten sie bei den Bauern nur geringen Anklang gefunden. Der Rauer hatte noch immer im Blute den ungeheuren Respekt vor dem Groß- Russen tum und war wenig geneigt, sich von Rußland vollständig zu trennen. Er war gleichgültig und hatte keinen nationalen Ehrgeiz. Auch gegen die Bolschewikis war es nicht so leicht auf dem Lande zu kämpfen. Der Bauer mißtraute jeder Regierung und war eher für die Bolschewikis, die ihm unendlich viel versprachen. Aber Juden — das war der leichteste, zugänglichste Zündstoff. Und die Aufwiegler erzählten den Bauern tagaus, tagein die schauerlichsten Geschichten: Die Juden hätten unter der Maske des Bolschewismus die Macht an sich gerissen, sic wären die eigentlichen Herrscher Im Christen» lande, sie hätten in Kiew *die heilige Sophienkirche in eine Badeanstalt verwandelt, mißhandelten und peinigten die Priester, schändeten die Heiligtümer, nähmen den Bauern ihr Brot und ihr Vieh weg, um cs nach Moskau zu verschachern, wo der Jude Lenin wie ein Zar regiere usw. Ihre Predigt fand keineswegs taube Ohren. Die alten Bauern schüttelten allerdings anfangs ungläubig1 die Köpfe. Sie wollten doch nicht recht glauben, daß diese Juden, mit denen sie so ziemlich gut auskamen während vieler schweren Jahre, die ihnen •o oft in der Not Nr. 65 DerSi :11! gehobe ז .. יד chische Regierung nur ihre absolute Unfähigkeit m einer wirklichen, 'das Volkswoh! fördernden Rcgencrationspolitik. Die Verordnung, die sich auf kein Gesetz stützt, ist außerdem ein offenkundiger Rechtsbruch, der hoffentlich der Judikatur des Obersten Verwaltung•« gerichtohofes nicht standhalten wird. Inzwischen wird durch diese Ereignisse in der »Iowakischcn Judenheit die Erkenntnis gefördert, daß ihre wirtschaftliche Position auf die Dauer unhaltbar ist. Es mache« sich daher Bestrebungen für eine Auswanilcr u 11 g n a ch Pa I iis ti na geltend und es wurde bereits eine jüdische Bank mit mehre re« Millionen Kapital gegründet, welche unter anderem als Liquidationsbank fungieren soll. So sehr man diese Wirkling der Ereignisse begrüßen wird, so muß doch mit Nachdruck betont werden, daß eine Uebersiedking nach Palästina auch eine völlig berufliche Umschichtung dieser Jude« zur Voraussetzung haben muß. Es sollte kein Zweifel darüber gelassen werden, daß eine so!die wirtschaftliche Funktion, wie sie sie in der Slowakei innegehabt haben, in Palästina ganz unzulässig und übrigens auch schon aus wirtschaftlichen Gründen ganz unmöglich ist. Die schwierige Lage würde eine völlige Einigkeit und ein geschlossenes politisches Auftreten der Juden erfordern. Leider war diese Einigung bisher nicht zu erzielen. Der Prager jüdische Nationalrat hat sich ,zwar um die Organisation der slowakischen Juden und ihre politische Aufklärung große Verdienst« erworben, das hindert aber nicht, dal! die politisch unreifen jüdischen Kreise oft selbstsüchtige, von lokalen und egoistischen Interessen bestimmte Politik machen, die natürlich ganz verkehrt ist und nicht nur der jüdischen Gesamtheit, sondern auch ihnen selbst nur schadet. Insbesondere einige orthodoxe Führer haben es nicht unterlassen können, auf eigene Faust politische Schritte z« unternehmen und die Aktionen des. Nationalrates zw durchkreuzen. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß manche Kultusgemcindeu in hcuchlerischer Würdelosigkeit geradezu wetteifern und durch ihre aufdringlichen LoyaJitätehestrebungen nur den Verdacht der Unaufrichtigkeit bestärken. Es ist eine ungeheure Aufgabe, diese jüdischen Massen, die unter der magyarischen Sdiandherrschatt politisch und moralisch verkommen sind, zu nationalem Sclbstbcwußtsein und reinlicher politischer Aktivität zu erziehen. .... Teil haben di« gefunden, sehe« He der Komn durch De! Schreibwe presse anj Jude« los! lieh barbi Massen in die chauv!missen d< die tiieina etwas wis Unterstütz an ge wiese den schm da* Lehre helfen kai wenn all« mit ihren und einer In allen Teilen des einst von allen Assimilamtem so hoch gepriesenen Juden-Eldorado Ungarn ist durdi de» Umsturz und den Zerfall Ungarns dl« wahre Stimmung gegenüber den Juden so recht zum Ausdruck gekommest. In Budapest, der Hauptstadt des zusammengeschrumpften magyarischen Restes, hat sich nach dem Sturz der Kommunisten nach mehrfachen Wandlungen eine christlich-soziale Regierung festgesetzt. Gleich■■ nach der Abdankung der Räteregierung wurden von de« Reaktionären ־und der Militärpartei pogromartige Ueberfiille auf Juden inszeniert. Die Reaktion hat dort den Antisemitismus als nie versagendes Requisit in ähnlicher Weise hervorgezogen wie es etwa w Preußen seit Wochen geschieht. Der Unterschied ist nur der, daß im militaristischen Preußen der Antisemitismuis immer zu Hause war, während Ungarn seinen Stolz darin setzte, das liberalste Land der Welt zu sein. Erst im Kriege ist sein wahres Gesicht zutagegetreien und hat auch auf die Juden die Wirkung nicht verfehlt: •man kannte ein Anwachsen der jüdischnationalen Bewegung feststellen und insbesondere die Jugend wurde immer stärker zionistisch. Zu welcher Stärke der Antisemitismus angewachsen ist, ergibt sich aus dem Umstand, daß das neue Ministerium, das trotz der Absetzung des ״Verwesers“ Josef und trotz dem Einspruch der Enteilte am Ruder bleibt, kein besseres demogogisches Schlag wort zur Stützung seiner Position in den Massen gefunden hat, als das Wort vom ״christlichen Ungarn*‘. Mit dieser Parole wird die Hetze gegen die Juden in der unverschämtestco Weise betrieben; völlig schuldlose Juden, die auch keinerlei Beziehung zur kommunistischen Regierung gehabt haben, werden grundlos verhaftet und unmenschlich gequält. Die reaktionären Garden keinen kein Maß ihrer Roheit. Eine besondere Hetze wird natürlich gegen die Flüchlinge betrieben. Der I (Mitglie Jüdisci Der Organisat, ideologisc der jüdisi der Ukrai die volksl das war© Sozialisrm derte. M! volution die unvei bringen 1 sehen Ga Diese Zionisten sie ein die jüdks hatten. 5 tnemden, ■und Ukra Gründung Organisat listen ba Wege de könne. I ״klein bür! Zionisten. Je st sattem (ti des Anw; war die methoden lieh dazu ein inner in den : gesproch« Beschluss sie — 1 während volutionä Willen d. zu bevor durchdru! Die Ukraine einem re der einet ren Seite, bei standen, die sie sogar unlängst, als die deutsche Heeres macht das Land beherrschte und die Bauernschaft hart an die Wand preßte, nach Möglichkeit geschützt, die so gut ukrainisch, so saftig heimatsschollig waren, daß sie wirklich an all den Verbrechen schuldig sein, die ihnen da zur Last gelegt wurden. Aber das Gift schlich sich allmählich ein, langsam aber sicher. Die Hirne 'der Bauern wurden umnebelt. Alte Bilder aus Urahnenzeiten, aus der Zeit der wilden Haidamakenkämpfe (im 17. und 18. Jahrhundert) stiegen aus den Tiefen des Unbewußten hervor. Das Tier befreit«? sich allmählich von den schwachen Fesseln der Menschlichkeit. Und So vergingen zwei Monate. Der Schnee schmalz dahin, der Frühling kam. Und mit der unbestimmte*1 Unruhe, die der Frühling immer mit sich bringt, stieg das Verlangen des wildgewordenen Blutes. Die Jungen drängten. Sie waren ja vom Kriege hergekommen und das Mordwerk war ihnen vertraut, alle Todeswerkzeuge hatten sie mitgebracht — Flinten, Bajonette, Gewehrmaschinell und Handgranaten, sogar eine kleinkalibrigc Kanone war im Dorfe vergraben, eine Reliquie aus dem berühmten Rückzuge der russischen Armee. Und «fee Waffen harrten der Verwendung. De Juden wollten lange nicht recht an die Ge* fahr glauben, die sie bedrohte. Es schien ihnen unwahrscheinlich und unnatürlich, daß Iwan und Mikitz, Petro oder Michaile, die Nachbarsleute, die alten Vertraute״ und Bekannten ihnen wirklich ein Leid antun könnten. Sogar ab sie von den schauerlichen Vorgängen in Scnitomir, Owrutsrfi, Proskurow und zahlreichen anderen Ortschaften, wo Pogrome vorkamen, hörten, als zu ihnen di« . Gerüchte — in vielfach übertriebener Weis« phantastisch verschnörkelt — von den grausamen Ab- Schlachtungen allerorts in die Ukraine drangen, hoffte״ sie: an uns wird der Kelch vorübergehen. — ״Ja, in den Städten, das ist was anders — dort leben Jude״ und Christen, wie durch eiserne Mauern voneinande» geschieden, stehen ekh gegenüber, wie zwei feindlich«! Lager. Ja, dort ist auch die Gegnerschaft mt rein! wirtsch: verschäi dischen Mord u der Stä kommet gebildet Und sc Politik, Städten vorlaute nickte ja wirk leider ( Zaum 1 gar ke'n Verwal (tevolui mitee < sich 11 den St dem Die die Jt von j) bei ih wende gert lagert aber lauert Hof?

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