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Jüdische Rundschau · 1919-09-09 · Heft 64 (9.9.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 64 (9.9.1919)
Date
1919-09-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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04 ו\ JU.EmSBHE R3UND8C.ilAU Seite 4U Neue Anfragen im englischen Parlament K. Z. B. Colonel Wedgwood richtele am 12. uirait an Oreenwood, den Unterstaatssekretär des eußeren, die Anfrage, ob ihm bekannt sei, dab der •jtische Gesandte in Warschau öffentlich erklärt habe, habe den Polen durch die Aufdeckung der Wahrheit!er die antisemitischen Unruhen geholfen, und ob er klaren wolle, worin diese Wahrheit bestehe, um den t1dr11c.lv zu zerstreuen, daß der britische Gesandte bei;neu Untersuchungen nicht jn voller Unparteilichkeit!!audeit habe. Oreenwood antwortete; Die gemen Worte, mit denen der Gesandte sich ausgedrückt ibe, seien folgende: Wir haben kürzlich der polnischen;ujerting bei der Feststellung der Wahrheit betreffs der geblichen antisemitischen Exzesse geholfen, nachdem 1° Nachrichten darüber bei uns׳ den schlechtesten Einuck hervorgerufe« haben. Er glaube nicht, daß diese 'orte darauf berechnet gewesen seien, einen solchen ndiifck herypr/iinifen, wie ihn Colonel Wedgwood geunzcichnct hat, Colonel Wedgwood fragte des weiteren, ob es rOrcctnvooii bekannt sei, daß drei jüdische Zein״en ln Warschau unterdrückt wurden, weil sie sich;er die Unparteilichkeit des britischen Gesandten vudhain nachteilig geäußert haben, und ob er ge- 1ilt sei, eine unabhängige Untersuchung anzusteüen. r ürcenwood antwortete, ihm sei nichts von einer ntcrdrückung von Zeitungen bekannt, er würde aber rk ttnd i g־u11 ge 11 •ein z i e 1 len. Cokxief Wedgwood fragte unter Bezugnahme auf e Berichte über den weißen Terror in Budapest, eiche Schritte die britische Regierung tue, u!n die Kien in Ungarn zu schützen. Bon ar Law antwortete, sei unvernünftig, nur auf Gerüchte hin eine Aktion!rzunehmen, aber der Friedensrat in Paris habe beiis diejenigen Schritte getan, die in Anbetracht der Umände in Ungarn als die besten erschienen. Unterstaatssekretär Harmsworth teilte in Beitv,ortung einer Anfrage von Lord Henry B e n t i n c k 11 13. August mit, daß er von dem britischen Minister 1 Warschau eine Nachricht erhalten habe, des Inhalts, jß die Untersuchungen der Morgenthau-Kommission eilt nur die Beschuldigungen betreffs der gegenwärtigen :!;!echte« Behandlung der polnischen Juden umfassen,;ndern sich auch auf ihre ökonomische Lago erstrecken tiden. Unterstaatssekretär Hannsworth teilte noch mit, iß die britische Untersuchungs-Kommission in ihrer! r.tersuchungen der Lage der Juden in Polen unabhängig jn der Morgenthau-Kommission vergehen werden. Der Abgeordnete Robert Armitage fragte am .. August den Unterstaatsselcretär des Addieren, ob ihm :katint sei, daß die Soldaten der Armee Haller an den!tisemitischen Exzessen in Warschau arn 2(1, Juni sich :teiligt und Juden in verschiedenen Städten geschädigt ibeti, und ob die britische Regierung nicht in Beacht ziehet! wolle, der polnischen Armee weitere Unterj utzuug 7m entziehen, wenn sie nicht ihre Gewalt- 1 uigkcitcu gegen die Juden einstellff. J Untersfaatssekretiii' Hariiiswortb beantwortete dtp ן vet! Teil der Anfrage bejahend und fügte, hinzu, 3f; die britische Regierung eine Kommission nach I oieu ents-eiide, um über die Lage der jude/1 Unter-!!chniigcn U'iizusteilen. Er sagte ferner; Es ist nicht j 13b־;chtigt, eine Aktion, wie die vorgesehlagene, zu I;Kcruchmen. Aus den letzten Berichten gehe hervor, 1:1 die poinkcr.cn Behörden die Ausschreitungen ■durch Ai'kuiionen und Einkerkerung der Täter bestrafen. in Beantwortung der Anfrage von Kenworthy rite Ha r tu s worth rnit, daß zwei Herr«! finge- . iätv, worden seien, als Mitglieder der Kommission nach | Geo zu gehen. Er hotte, daß dies Vertreter sein werj rti, die für ■die Judenheit akzeptabel sein werden, j י werde alles getan, um die Abreise der Kommission j :1 beschleunigen. 1 Handwerkerkonferenz in Pole!׳ Seitdem der versterbetJan Kirschrot 1911 den irnnJs.ein zur Organisation der jüdischen Handwerker a Lodz ׳wiegt hat, ist das Selbstbewußtsein der jüdidien Handwerker immer gewachsen, und in mehreren ■diäten Polens sind ähnliche Klubs von jüdischen Hand-!;rkern gegründet worden, die sieh, nachdem die ■mische Okkupation der Legalisierung von solchen Vernichts in den Wog gelegt hat, zu professionellen ereineti mit Hilfe des sozial-ökonomischen Büros der waimischcn Organisation in Polen entwickelten Vir lu! ein die Zahl dieser Vereine auf über 20 gestiegen st, hat inan in beiden jüdischen Ham! werkerzen treu :1 i.udz und in Warschau die Notwendigkeit empfunden, :ine einheitliche Organisation des jüdischen Handwerks : -thalfen, zu welchem Zwecke im März 191S in rxi/. eine Vorkonferenz stattgefundeft ha*., die eine :rüßere Komemoiz vorbereiten sollte. Infolge der treitigkeiten zwischen Lodz und Warschau ist aber diese Unieren/. er;,; jetzt zustandegekommen; sie hat ir.1 ul; in Warschau getagt. Aber auch auf dieser K011- .־rer./ sind die Gegensätze stark hervorgetanen und Urten die Arbeit. ' Besonders haben sich die Volks- Urteiler, mit Prilutzky an. der Spitze, hervorgetan, die 'ie Handwerker-Organisationen zu ihren Partei/wecken ׳enufzeii wollten. Nachdem Herr Russak aus Lodz :1! Namen des Vorbereitungskomitees die Sitzung in Klinischer Sprache eröffnete (laut einmütigem Berhluß des vorbereitenden Komitees), entstand ein Lärm ־egen ״jidisch“, worauf die Vertreter der Regierung ■mi des Magistrates den Saal demonstrativ verließen, der erste Tag war mit Begrüßungen, Wählen usvv, 1®gefüllt. Die erete Sitzung am 9. Juli war auch 'i; Streitigkeiten ausgefüllt, da mehrere Delegierte da- IQ«! protestierten, daß Prilutzky, der mit dem iamiwerk nichts zu tun hat, als Delegierter figuriert ״d am Präsidium teilnimmt. Endlich gelang es, Ä Konferenz zu beruhigen., worauf Herr Russak sein Referat über die Innungen und die polnische Gewerbe- Ordnung hielt, wobei er betonte, daß die Gewerbe- Ordnung von 1816, die bis heute noch Geltung hak auf einem rein religiös-katholischen Geiste aufgebaut ist. Sollen jüdische Handwerker wirklich gleichberechtigt mit den polnischen sein, so muß diese Gewerbeordnung abgeämJcrt werden. Nachdem Herr Leon Lifschitz aus Lodz über dasselbe Thema gesprochen und eine entsprechende Resolution eingebracht hatte, referiertc die einzige Delegierte, Frau Majercik, Schneidermeisteriii aus Lodz, über die Gründung der Frauen- Handwericerseklion. Sie erzählte, daß die Sektion von den männlichen Handwerkern ignoriert wird 111111 schlägt vor, Schulen zur Ausbildung von weiblichen Handwerkern zu gründen, und den Frauen Ha-ndwcrkerdiplome zu erteilen wie den Männern. Herr Tiegel berichtete daun über den ökonomischen Auf'baji des jüdischen Handwerkers in Polen. In der dritten Sitzung referierte Dr. Lewin aus Lodz über die Hilfstätigkeit der Handwerker, über die medizinische und juridische Sektion, über die Rohstoffgenosscnschaftcn usvv. Nach dem Referat von Herrn Landstoek über die beim Handwerkerverein existierende Leihkasse spricht Herr Kerner. Er meint, die Konferenz würde erst beweisen, wieviel Handwerker vorhanden sind, welche ihre Wünsche sind. Man müßte die Kriegsschäden registrieren. Es war eine Zeit, in der man behauptet hat, daß es in Polen überhaupt keine jüdischen Handwerker gibt. Jetzt sehen wir, daß in Polen mehr jüdische Handwerker als Christliehe gibt. Daher brauchen wir eine genaue Statistik. Die jüdischen Handwerker müssen sich hier organisieren, da vorläufig an Palästina in großem Maßstabe noch nicht zu denken ist. (Kerner ist Zionist.) Der Ratmann Rassncr spricht über die Notwendigkeit von jüdische« Handwerkergenossenschaften, besonders mit Rücksicht darauf, daß die christlichen Handwerker die jüdischen in ihre Genossenschaften nicht aufjieiimtn wollen. Am Schluß der Sitzung waren wieder durch Herrn Prilutzky hervorgerufene Zwischenfälle vorgekommen, worauf die Konferenz geschlossen würge. Judenexzesse in Kärnten W. M*Z, Auf dein Bahnhof Villach, wo die Italiener die Kriegsgefangenen den deutsdi-östcrruciii* sehen Behörden übergeben, haben sich schreckliche Szenen abgespielt. Die Kriegsgefangenen stürzten sich auf ihre jüdischen Kameraden unter völliger Passivität der Volkswehr, lieber 20 Opfer dieser an tisemitischen Barbarei befinden sich im Spital. Abgeordneter Stricker hat beim Staateamt fjir Heerwesen energische Maßnahmen verlangt, die ihm sofort zugesagt wurden. Eine Untersuchung gegen die Schuldigen ist eingeleitet worden. Vom Arbeitsniarkt in Palästina K. Z. B. veröffentlicht Angaber» über die .H an <i w e rkc r i!׳ Jaffa: 1. Ala!er: Juden: 3 (Unternehmer), Araber 8, hiervon '3 Dm erciehmer. Ai alere s e 11 ec!: Juden 1!, die sich mit einfachen Malerarbeite« beschäftigen; Araber 30. Vor dein Kriege wiirde für Oetbemaiuug hei Bauten pro Meter 1,30 Frcs. gezahlt, jetzt 8 Schilling; Oelbemalung bei Holzarbeiten vor dem Kriege 1,-- Fre־., jetzt 8 Schilling; Oe; bemalung bei Kunstarbeiten vor dem Kriege 4,׳׳ Frcs.. jetzt 13 Schilling; Bemalung von Türen oder Fenstern vor dem Kriege 6 S Frcs., jetzt 25 Schilling. Der Malergeselle hat vor dem Kriege 3 - 5 Frcs. pro Tag verdient, jetzt 8 15 Schilling. Arabische Maiergeselle(! beziehen einen niedrigeren Lohn, weil ihre Arbeit nicht so gut ist wie die der jüdischen. Die Preise für Farbstoffe sind sehr hoch, vor dem Kriege wurde«! trockene Farbstoffe aus Deutschland eidgefüiirt. Jetzt versucht man Farben aus England zu ' beziehe« oder behilft sich mit von früher her aufg e s p e i ch e rt en Vo r r ä t c 11. 11. Tüncher. Jude« iü (Unternehmer), Mohammedaner 5, Christen 20. Die Hauptarbeit bestellt iti Tiinduuig der Wände von innen und außen, wozu außer Kalk auch Zetir nt verwandt wird. Gesellen: Juden 20 (hiervor. 1.0 Jemeniten). Die Zahi der christliche« und nialiaminedanischeii Geselle:: ist weit größer. Die Tünciicr (Unternehmer) arbeiten selb:;!, aber ihre Lage ist trotzdem keine gute. Unter den arabischen Tünchern g.et cs zwar viele Haus- und B0:k׳nbe..i;zer, aber ihr Vermögen haben sic!licht durch d.c■w Arnvit erworben. Momentan herrscht in diesem Gewerbe große Arbeitslosigkeit. Der Kalk wird im Lande selbst gebrannt, der Zement wird aus dem Auslände bezogen. Der Verdienst des Tünchers (Unternehmer) wird pro Quadratmeter bemessen. Vor dein Kriege wurden pro Quadratmeter 75 Centimes gezahlt, jetzt I,. Frcs. Dieser geringe Lohn ist die Folge der arabischen Konkurrenz. Die Tüncher-Gehilfen verdienten vor dem Kriege 3 5 Francs pro Tag, jetzt 4—5 Schilling. Die arabischen üehiifen beziehet/ noch geringere Löhne. Eine gute Entwicklung dieses Gewerbes wie samtlicher Arbeitszweige auf dem Gebiete des Bauwesens wird mit dem Beginn der jüdischen Immigration erwartet. Preise in Palästina Das Kopienhagener Zionistische Büro veröffentlicht folgende Liste der Preise für Lebensmittel und andere Bedarfsartikel in Palästina während des ,Monats*Juli dieses Jahres: , ־ 1. Lebensmittel: Reis סומן Kilogramm Frcs. 1,10, Eier (10 Stück) 1,35, Rind fleisch pro Kilogramm 4,15, Käse 4,15, Fische 5,20, Heringe 3,00 Oliven 1.15, Milch pro Liter 1,13, Butter (jüdische) pro Kilogramm 13,05, Butter (arabische) 4,25, Buttermilch pro Liter 0,60, Tomaten pro Kilogramm 0,10, Kartoffel 0,85, Zwiebel 0,40, Salz 0,45, Zucker 250, Linsen 1 05 Mehl 0,80-1,10, Olivenöl 3,73, Sesamöl 4,50 Tee 7.00. Trauben 0,60. 2. Bedarfsartikel: Streichhölzer pro Schachtel Frcs. 0,06, Nähgarn (200 Yard) 0,50, Petroleum pro Kilogramm 0,(10, Spiritus 11,50, Kerzen 2 00, Toilettenseife''2,75, Holz 0,17, Kohle 0/37. Landwirtschaftliche Ausbildung in Deutschland Ke kindwirtschaftliche Ausbildung unserer, skh für Palästina vorbereitenden Jugend, hat bisher besonders an dem Fehlen eigener zionistischer Ausbildungsstätten gelitten. Die wenigen vorhandenen jüdischen Lehrinstimte waren stets übervoll besetzt und auf privaten jüdischen Gütern wurden Lehrlinge nur in seltenen Fällen aufgenommen. Trotz der von Allen Parteien der deutschen Juden erkannten Notwendigkeit der beruf- Rehen Umschichtung und trotz aller bereitwilligst zugesagten Unterstützung durch Worte, sind irgendwelche praktischen Schritte zur Verwirklichung dieser dringen- (Jen deutsch-jüdischen Aufgabe' bisher nicht unteriiomin«! worden,!in Gegenteil, das einzige bestehende jüüisciie Leergut in St ein hörst hei Hannover, wurde jetzt auf gelöst und sämtliche Lehrlinge entlassen. Erst von zionistischer Seite wurde hier Wandlung geschaffen. In! vorigen Jahre stiftete unser Gesinnungsgenosse Ing. U 0 i 11 tu an;: aus Freibur g ein zionistisches Lehrgnt, den Markenhof in Kirchzarte«, das1 aus techntec’.ien Gründen nicht vor dem Herbst dieses Jahres erö?inet werden kann. Und jetzt hat wieder ein Gesifiuiingsgenosse, Herr Fabrikant Wein sehe! i, Fa. Weinsdiel te Katz in Stuttgart, sich bereit erklärt, die Anschaffung und den Ausbau eines größeren Lehrgutes zu übernehmen und die Mittel für die Ausbildung oer dorthin kommenden Praktikanten zur Verfügung zu stellen. Das Lehrgut soll mehrere hundert Morgen groß «ach allen neuzeitlichen Errungenschaften der ״Tedmik, Hygiene tisw. eingerichtet werden, und es ist vorgescheu, auch für die jüdische und allgemeine Vorbildung der Praktikanten geeignete Kräfte zu verpflichten. Wir hoffe«, daß dieses Gut, das von allen Zionisten Deutschlands als dringende Notwendigkeit empfunden wird, einen Grundstein zur Ausbildung für den wichtigste«■! palästinensischen Beruf legen möge. Der Ausschluß der Kriegsteilnehmer Der Neue jüdische Oemeindeverein, gezeichnet Dr. Klee, hat au den preußischen Minister des Inner■ unter dem 13. August 1919 folgende Eingabe gerichtet: ״Dem Herrn Minister gestatten wir uns ganz er' .!׳:ebenst, folgendes vorzutragen: Am 23. November d. Js. finden die Wahlen zur Repräsenta!1 tcn-Versam m 1 ung der Berliner jüdischen (jemeinde stat.t Die Auslegung der Wählerliste erfolgt in der Zeit vom 15. August bis 15. September d. js. Diese Wählerliste umfaßt etwa 16000 Namen. Demgegenüber hat die Gemeinde in Wirklichkeit nicht 16 000, sondern etwa 50 000 Zensiten von rund etwa 150000 bis 160 000 Gesamtseelen. Es werden also bei 50 000 Zensiten nur etwa ein Drittel der Zensiten wahlberechtigt sein. Diese ungeheure Diskrepanz, die einer Wahieiitrcchtung von zwei Dritteln der Zensiten der Gemeinde gidchkommt, erklärt sich aus folgendem: Nach S 41 des Gesetzes vorn 23. Juli 1847 siml nur wahlberechtigt diejenigen Wähler, die während der letzten drei Jahre mit ihren Steuern nicht im Rückstände geblieben sind. Nun ist es selbstverständlieh, daß /ueiücfot die große Anzahl der Kriegsteil- *:10Inner, dann die vielen, die wirtschaftlich durch den Krieg ״elium haben, nicht ihre Steuern entrichtet haben. Es bestände die Möglichkeit, daß ihnen die Steuern gestundet werden, und der Herr Minister des Innen! hat auch in einem Erlaß vom 7. Juli d. js. auf diesen Weg hingewiesei:. Die jüdische Gemeinde betritt aber diesem Weg nicht. Sie hat sich zu einer Stundung nicht bereit erklärt. Es bedarf keiner weiteren Ausführung, welch ungeheure Erbitterung diese Tateuehe ii.ainentdch in den weiten Kreisen der Kriegs- Teilnehmer austest. Andererseits läßt sich nicht verkennen, dali die Gemeinde mit einem gewissen Anschein Rechtens den vom Herrn Minister gewiesenen Weg zu betreten fürchtet. Nach dem Wort laut des Gesetzes und nach der Stellung, die der Herr Polizei- Präsident von Berlin einnimirYt - wie er sagt, in O'cbereieistimiming mit dem Ministerium des Innern muß an der Forderung der dreijährigen Abgaben- Entrichtung als Vorbedingung für die Ausübung der Wahlen־ zur Repräsentanten-Versammlung fcstgehalten werden. Dausen scheint also eine Stundung un.tnög.־ lieh. Unsere ergebenste Bitte an den Herrn Minister geht nun dahin: 1. Den Herrn Polizeipräsidenten von Berlin an zu weisen, auch Wahlen so’,- (־ I! er Z e «1 s i te 11 d er jüdisch e n G meindt 1! 1 s gü 11 ig a*1 zue rke n!1 e n, denen vom Vorst;!« d d er (i c m e i 11 d e die Z a!1 i un g der ß t euerri gestundet wird, weil, wie ia der Bescheid des Hem! Ministers vorn 7. Juli d. ,'s. erweist, eaie solche Stundung dem Gesetz nicht widerspricht; ־• -i er jüdischen Gemeinde Mi tt ei tun ■-׳־ von dieser Anweisung an den Herrn Po“ lizeipräsidenten z ti machen und sie erne.it darauf hinzuweisen, daß hier ein Weg gegeben ist um Männern, die unverschuldet, weil sic mit Gut und Löst die Roscb־fiaschanab- Glückwünsche durch den Daiionalfonds ah!

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