Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 61 (29.8.1919)
- Date
- 1919-08-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 61 JQBOIBQHB RUNDSCHAU Seite 471 Die Beweise sind folgende: 1. Die Behauptung der Zionisten, daß Palästina ihnen im historischen Sinne gehört, ist unberechtigt. Dieses Land ist nicht ihr ursprüngliches Vaterland. Ihre Väter stammten aus den Gegenden der beiden Flüsse, von wo aus sie nach Aegypten aitswandertcn, wo sie 400 Jahre fehlen. Als sie "aus Aegypten auszogen, kamen sie nach Palästina und besetzten nur einen kleinen Teif des Landes, dessen Grenzen nicht einmal bis jenseits der Berge reichten. Auch die Hüpfen besetzten sie nicht. Ihr Aufenthalt im Lande währte nicht lange, und auch wahrend dieser Zeit waren sie anderen unterworfen. Späterhin wauderten sie nach allen Teilen der Welt aus, ohne irgend etwas zu hintertassen, was ihnen das Recht gebe!n könnte, dieses Land wieder für sich zu beanspruchen. Ganz anders sieht es um uns, die Bewohner des Landes. Wir wohnten in diesem Lande, noch bevor die Juden hierherkamen. Mit dem Beginn des Islams halten sich arabische Stämme in diesem Lande niedergelassen und wohnen hier bereits dreizehnhundert Jahre und verteidigen während dieser ganzen Zeit mit ihrem Blute die mohammedanischen und christlichen Heiligen Orte. Während dieser ganzen Zeit behielten sic ihre Nationalität und ihren arabischen Charakter. Und wenn Frankreich sich das Recht nimmt, Elsaß-Lothringen zu beanspruchen, ‘trotzdem dieses 'Gebiet vor zweihundert Jahren deutsch war, mit welcher Begründung können da die Juden ein Recht aufheben, welches dreizehnhundert Jahre hindurch besteht? Was die religiösen Beziehungen der 'Juden zu Palästina anbeiangl, so haben auch diese gar keine Giilligkeit. Die Juden besitzen in Palästina gar Reine alten i offiziellen Synagogen und religiösen Tempel. 'Dagegen j besitzen solche die Mohammedaner und Christen. Die I ganze Geschichte der Juden in Palästina beweist, wie I ungeeignet sie für eine Selbstverwaltung sind. Die ganze | Zeit ihrer Herrschaft war ausgefüllt mit Revolutionen, Unruhen, Prophetenmorden, ohne daß Wissen und Kultur in ihr Leben gedrungen ist. (!) Ganz anders war die Herrschaft der Araber. Die Epoche ihrer Selbständig- I keit war durchdrungen von wissen, Staatskunst und I Diplomatie. Wie können es die Zionisten wagen, jetzt zu erklären, daß sie die Absicht haben, zu uns Kultur zu bringen, unser Volk zu entwickeln und seine Eigenschäften auszubifden, da sic doch selbst all das benötigen. De Vereinigung der Juden an einem Orte wird nur die Epoche des Zwistes wieder entstehen lassen, 1 im Gegensatz zu den Arabern, die mit ihrer Selbständig- [ keitserkiärurig dem Lande Glück und Zufriedenheit brin- | gm werden, genau so wie es ihre Ahnen getan haben. I 2. Die Zionisten verlangen Palästina, indem I sie sich auf die Deklaration von B a I f o u r stützen, I die ihnen ja unter der Bedingung gegeben worden ist, I daß hierdurch die ökonomischen und ^geistigen Inter- [ essen der Einwohner des Landes nicht geschädigt wer- | den. Diese Bedingung "hebt die ganze Deklaration auf, I da eine solche Schädigung bereits eingetreten‘' ist, und I unserer arabischen Nation Ruin und Untergang droht.!Folgende Tatsachen sollen hierbei festgestellt werden: I a) die Zionisten sind nicht fähig, sich anderen zu assi- I milieren, sie führen überall ihr eigenes Leben; b) wenn [ sie schon jetzt, w!o sie im Lande eine Minderheit bilden, [alle Lehensberufe in ihrer Hand konzentrieren, um wie- I viel mehr wird dies der Fall sein, wenn sie erst zu [ einer Mehrheit im Lande geworden sind und die Ein- I wohner der administrativen Rechte berauben; c) die I Geringschätzung, mit der die Zionisten sich jetzt zu I der mohammedanischen und christlichen Religion zu I verhalten beginnen, wie die Vorfälle in Jaffa, Ramleh I und in anderen Orten beweisen, verrät ihre Absichten I für die Zukunft. I Me Deklaration des Herrn Balfour beruht auf zwei I Voraussetzungen: 1. der Behauptung der Juden, daß I sie im Lande sowohl an Menschenzahl, als an Boden- I besitz die Mehrheit bilden. Dies ist eine falsche Be- I hauptung; 2. den Angaben der Juden, daß sie unter I dem türkischen Regime schwer zu leiden hatten. Auch I diese Behauptung ist falsch. Die jüdischen fremden 1 Untertanen hatten unter dem türkischen Regime Einfluß. I Vas die lokalen Juden an betrifft, deren Zahl ungefähr I 22000 beträgt, so waren sie uns assimiliert und unter- I schieden sich von uns auch nicht in der Sprache, nur I in bezug auf ihre Gesinnung sind sie letztens in das I Netz des Zionismus gegangen. Außerdem hat doch I Präsident Wilson erklärt, daß alle Verpflichtungen I und Versprechungen, die während des Krieges gegeben I worden sind, keine Gültigkeit haben. I 3. Wann die Forderungen der Zionisten auf der I Versprechung der a liierten Mächte basieren, welche hin- I sichtlich der Befreiung der kleinen Nationen gegeben I wurden, so sind diese Forderungen unbegründet. Es I gäbt kein jüdisches Voffc es gibt nur eine jüdische I ReGgion. Wenn dm Zionisten trotzdem eine Heimat I haben wollen, so gibt es doch in der Welt viele freie I Plätze, die man ihnen gewähren könnte, ohne daß man I ein treues Volk zu berauben braucht und das Recht I dieses Volkes auf seine Heimat einem anderen in der I ganzen Welt zerstreuten Volke überträgt. I 4. Der Bodenbesitz der Juden bildet nicht einmal 1 den Herzigsten Tel der gesamten Boden fläche, ihre 1 Bevätkerungszalil macht 7 0/0 der Gesamtbevölkerung aus. I Um die FnedensiRonferetiz über die Sachlage zu orien- 1 deren, erklären wir vor aller Welt, daß das einzige, I worauf sich die Juden in bezug auf die Erwerbung I Palästinas stützen, diese kleine Minderheit im Lande I «Idet. Früher haben die Juden weder irgendwelche | Sonderrechte, noch Verträge mit der ehemaligen Regte- I r1|ng besessen, die ihnen auch nur das geringste Vorrecht eänräumen könnten. Wir erheb™ unsere Stimme zum energischen Protest gegen die Forderungen der Zionisten. Wir lehnen jede jüdische Immigration ln dieses arabische Land, welchem die alliierten Regierunff«! das Recht erteilt haben, jede beliebige Regierung ™ wählen, ■a;h. Dasselbe Recht, welches sich Großbritannien in dem Jahren 1912 und 1914 genommen “t. die Einwanderung« von Juden nach England zu verbieten und die Scmffsgese!schäften, die gegen das Gesetz jücSsche Emigranten aufmehmen, m bestrafen ־ד dasselbe Recht naben auch wir. Mit demselben Recht, mit dem Amerika seine Grenzen den Chinesen versperrt und Australen den asiatischen Emigranten seitie Tore schließt, dürfen auch wir die Grenzen Pa- “stinas für die Juden sperren. Wir dürfen dies mit um so größerem Recht tun, als die jüdische Immigration und die jüdischen Niederlassungen in Palästina schweren Schaden für uns nach sich ziehen werden. Was die Juden, die bereits vor dem Kriege im Lande wohnten, anbetrifft, so haben diese dieselben Rechte und Pflichten wie wir. Indem wir vor der Friedenskonferenz den Protest erheben, sprechen wir die Erwartung aus, daß die Bereditigung unserer Ausführungen v«1 der Konferenz anerkannt werden wird, und unser Recht geschützt werden wird, indem die Bestrebungen der Zionisten, sich in unserem Lande niederzulassen und dort ihre Heimat zu errichten, vereitelt werden.“ Zu diesen Mitteilungen des Kopenh a ge nerZ ionis tischen Büros bemerken wir: Es ist unrichtig, daß sich die Balfoursche Erklärung auf die Behaiiptiuig stützt, daß die Juden in Palästinla, sowohl an Menschenzahl, wie an Landbesitz, die Mehrheit bilden. Die Zionisten haben stets betont, daß ifir Anspruch auf Erez-lsrael auf dein Willen eines 14 Millioucn-VoLkes begründet ist, ihre Heimat dort zu finden, wo sie vor 2000 Jahren wohnten, wo die Bibel entstanden ist, wo die erstmalige und endgültige Formulierung des Monotheismus gefunden wurde, wo die Propheten gelebt haben und von wo aus der Menschheit die Sittenlehre gegeben wurde, die in ihren wesentlichsten Zügen heute von Christen und Mohammedanern ,anerkannt wird. Seit der Zeit der Ternpelzcrstörung ist nichts dergleichen mehr in Palästina erzeugt worden, es ,ist zu einem kleinen und kümmerlichen Agrarhindchcn herabgesunken, dem seine kulturellen Werte von außen, aus dem Abendlande und Arabien zugeführt wurden. Wie die Araber sehr genau erkennen, datiert der neue Aufschwung, den das LciVcn an Palästina genommen Hat. erst aus der Zeit seit von Europa aus Jäifßche Siedler dieses Land mit der ganzen Liebe bebauen, der nur diejenigen fähig sind, die zu diesem Lande mit ihrer Seele und mit ihrem Blute gehören. Diese Produktivität allein kann Palästina einen wirtschaftlichen und kulturellen Auf- Schwung nehmen lassen, der nicht zuletzt den Arabern zugute kommen wird. Daß die Araber eine hohe, allerdings jetzt stagnierende Kultur besitzen, wird ihnen kein Zionist abstreiten, aber die Behauptung, daß die Zionisten —• der 'Aufruf spricht absichtlich nur von Zionisten, statt von Juden — selber der Kultur benötigen, dürfte doch wohl nur allgemeine Heiterkeit erregen. Daß die Zionisten sich nicht assiinib'eren wollen, ist allerdings richtig, sie erstreben demungcachtet aber nicht־ mehr, als mit ihren arabischen Mitbürgern in Palästina im bestell Einvernehmen zu leben und zusammen mit ihnen, ein jedes Volk nach seiner Art, am gemeinsamen Aufbau des Landes zu arbeiten. Die politische Stimmung der Araber Die sehr einflußreiche englische Zeitschrift ,,Palestine“ schreibt in ihrer Nr. 24 vom 26. Juli 1919 in einem ״The arab sentiment“ betitelten Artikel u. a. folgendes: ״Es ist mellt leicht, die politische Gesinnung der Araber zu analysieren. Von den großen Massen, Fellachen sowohl wie städtischen Bewohnern, kann gesagt werden, daß sie kein politisches' Verständnis und keine politische Tradition haben, sondern leicht von den Effendis ausgenutzt werden können, besonders wenn man an ihre religiösen Leidenschaften appelliert. Innerhalb der oberen Klassen gibt es zahlreiche Parteien, und man kann vielleicht mit Recht behaupten, daß man bei ihnen mehr von Interessen für Partei oder Persönlichkeiten findet, als Patriotismus. Die amerikanische Kommission weilt in Palästina, um zu versuchen, die Meinung der Araber zu sondieren. Der einzige Punkt, über den, wie es scheint, ein Ein- Verständnis unter den Arabern besteht, ist die Abneigung gegen eine französische Oberhoheit. Sogar die christlichen Araber stimmen hierin mit den Mohamedauern überein, was — nach den großen Anstrengungen, die die französischen religiösen Missionen gemacht haben — einigermaßen überraschend ist. Im übrigen gibt es in Palästina Araber, die die Verbindung Palästinas mit dem Hedschas, andere die seine Verbindung mit Syrien wünschen, wieder andere, die eine pan-arabische Föderation erstreben, eine vierte Partei, die für völlige Unabhängigkeit ist, und endlich noch drei Parteien, die englische bezw. amerikanische bezw. türkische Oberhoheit wünschen. Es ist in Palästina eine ziemlich starke antienglische Agitation ins Werk gesetzt worden; Agenten arbeiten zwischen Damaskus, Amman!, Jerusalem und Aegypten. Während der Unruhen in Aegypten wurden Bemühungen gemacht, auch in Palästina einen Aufstand zu erregen, und lockeres Geschwätz dieser Art steht auch jetzt dort in Blüte. Als ein militärisches oder politisches Problem verdampft all das zu gar nichts. Der Araber ist leicht aufbrausend. Aber er hat eine tiefe Achtung vor vollzogenen Tatsachen. Sobald die britische Regierung und die britische Verwaltung in Palästina es ganz klar gemacht haben werden, daß sie daran gehen, die Politik eines jüdischen Palästina in der Praxis durchzuführen, und daß sie entschlossen sind, keinen Unsinn zu dulden, werden diese politischen Erregungen aufhören und verschwinden. Alle Araber mit Ausnahme einer kleinen Handvoll werden sich den Tatsachen beiden, und diese kleine Handvoli wird keine ernste Aufgabe für die Landesverwaltung bilden. All dies wird sehr wohl von unseren Beamten in Palästina begriffen, und es verstärkt die Argumente, die auch sonst sehr wohl befründet sind, für eine schnelle, präzise und nachdrückche Proklamierung dieser Politik seitens der Friedenskonferenz und der britischen Regierung. Wenn auch die Frage der politischen Stellung von Damaskus bald geordnet werden würde, so würde auch das dazu beitragen, alle noch vorhandenen Wahnvorstellungen verschwinden zu lassen. :Damaskus ist dazu verurteilt, eine •Quelle von Verwirrung und Streitigkeit zu sein, ■so tätige sein politisches Schicksal unbestimmt bleibt, isid daran kan® auch der Emir Feisul nichts ändern. Der Emir ist ein Staatsmann und beteiligt sich nicht an den Streitigkeiten und Manövern der Effendis. Aber er ist nicht vollständig Herr im eigenen Hause und kann m nicht rein, so teige er nicht bestimmt weiß, daß das Haus auch wirklich das seine ist. Er kann nicht einen Staat und eine Verwaltung organisieren, die aufrührerischeu Personen niederhalten und seinen Untertanen weise Grundsätze einträufeln, so lange seine eigene Autorität nicht auf eine feste Basis gestellt ist.“ Die Verwaltung Palästinas Die englische Zeitschrift ״Palestinc“ veröffentlicht in ihrer Nr. 22 vom 12. Juli 19U) einen Aufsatz ״The administratkm of Palestine“, in dem zum Ausdruck gebracht, daß die Verwaltung Palästinas während der Okkupation nicht den, jüdischen Erwartungen entsprochen habe. Es seien jetzt einige offizielle Persönlichkeiten aus Palästina nach England zurückgekehrt, uni mit den Heimatbehörden zu verhandeln, jeder sehe ein, daß man vorläufig bis zur Regelung des Friedensvertrages mit der Türkei warten müsse, aber es gäbe weniger wichtige Maßnahmen, die sofort getroffen werden könnten. Bei ihrer Betrachtung könne man einen Ueberblick über die Fehler erhalten, die sich während der Okkupation in der englischen Verwaltung lierausgestellt hätten. Die Verwaltung war zunächst nur ein Provisorium; ihr größter Teil lag in Händen der Militärbehördeti, die ja nicht immer die nötige Erfahrung im Verwaltungsweseii besitzen. Auch seien die Kenntnisse, die einige dieser Beamten in Indien oder Aegypten erworben haben, noch keineswegs ausreichend für die Verhältnisse in Palästina. Wenn es sich in Palästina um die Kolonisation mit einem unpolitischen Volke handeln würde, könnten die indischen und ägyptisehen Erfahrungen allenfalls genügen, aber in Palästina existiert bereits eine jüdische Bevölkerung, die der europäischen in politischer Hinsicht durchaus nicht unterlegen ist. Man müsse in Betracht ziehen, daß die Juden in Palästina zwar den Sauerteig darstellen, aber nicht tiiie Majorität, die dem. Lande seinen Ausdruck verleihe. Ein Außenstehender, der nach Palästina ohne Kenntnisse der Verhältnisse käme, würde überall Fehler machen. Der britische Staatsmann dürfe nicht beschränkt und kurzsichtig sein, dürfe nicht versuchen zu beschönigen, sondern müsse Palästina in den allgemeinen Rahmen! der britischen Politik cinfügen, Und zwar nicht das Palästina, das er sieht, sondern das Palästina, wie es ist. Er müsse einen, weiten Horizont besitzen. Man müsse einmal die Agitation in den Vereinigten Staaten in Betracht ziehen, die England als den Störenfried der Friedenskonferenz hinstellt Von den Deutsch-Amerikanern könne man nicht erwarten, daß sie England lieben, ebensowenig von den Irisch- Amerikanern. Der größte Teil der Amerikaner sei in einer englandfeindlichen Tradition aufgewachsen. England müsse sich daher seine Freunde in Amerika bewahren. Zu seinen besten Freunden gehören zweifellos die Juden. Mit ihren mehr als 3 Millionen sind die Juden zwar weniger als Iren und Amerikaner, aber durch die Finanz, die Industrie, Presse, Literatur und Universitäten, befinden sie sich im Besitze einer bedeutenden Macht. Die Freundschaft der amerikanisehen Juden hänge ausschließlich davon ab, was England für ein jüdisches Pa- 1 ä s t i n a tue. Britische Staatsmänner haben diese Fakten langst in Erwägung gezogen. Für einige englische Beamte aber werde der Horizont durch ihr Büro begrenzt. Sie legten arabischen Provinzblättern unverhältnismäßige Bedeutung bei, ohne an die wichtige jüdische Politik zu denken. Dieser Mangel an Zusamincnarbeit zwischen London und Jerusalem sei zweifellos auf die unklaren politischen Verhältnisse zurückzuführen. Trotzdem müsse Abhilfe geschaffen werden: 1. müsse der Verwaltung in Palästina eingeschärft werden, daß das Ziel, dem das Land zustrebt, das Ziel einer jüdischen Heimstätte ist und das die Verwaltung dieses Landes in Uebereinstimmung mit diesen Plänen und nicht im Widerspruch mit diesen Planen geführt wird; 2. sei darauf zu achten, daß die Beamten, die mit Verwaltungsgeschäften in Palästina betraut werden, in diesem Geiste handeln oder anderswo Beschäftigung suchen. Von den jüdischen Legionären Die Exekutive des Rabbiner-Verbandes von Palästina richtete an die britische Militärverwaltung in Aegypten das Ersuchen, die jüdischen Regimenter am Sabbat und an den jüdischen Feiertagen (soweit die Landesverteidigung es zuläßt) von jeder Arbeit zu befreien, den religiös gesinnten jüdischen Legionären eine rituelle Verpflegung zu geben (gleich den indischen Soldaten, denen die rituelle Verpflegunggarantiert ist) und den jüdischen Soldaten Erleichterungen für den Besuch Jerusalems und der heiligem Orte zu gewähren. Die jüdischen! Legionäre erhielten jetzt von den englischen Militärbehörden die offizielle Bezeichnung ״judacans“; zu ihrem Abzeichen wurde eine Menorah bestimmt. Palästinensischer Brief K. Z. B. ln der letzten Zeit ist in Palästina eine lebhafte Entwicklung auf dem Gebiete des Banklebens zu bemerken. Gleich nach der Befreiung des Landes sind viele Finnnzinstitute an eine Vergrößerung ihrer Tätigkeit herangetreten. So hat die ״Anglo-Egy pt ia n Bank“ sofort nach der Okkupation in Jerusalem! eine Filiale eröffnet; auch der ״Banco di Roma“ hat in Jerusalem eine Filiale gegründet Weitere Fi'ia'en dieser Bank werden demnächst in Jaffa t«1d Haifa eröffnet. Außer der Bank ״Credit Lyonnais", die schon lange Zeit in unserem! Lande arbeiet, soll demnächst eine neue französische Bank eröffnet wenden. Man spricht •van der bevorstehenden Gründung dner griechischen Bank. Alle diese Banken sollen in Jerusalem! ihre Filialen haben. Die lieiruter Filiale der ״Banque de Salon i que" hat ihren Namen in ״National-Bank für Syrien“ geändert und ist als französische Gesellschaft in Paris eingetragen. Als französische Banken; werden auch die Filialen der ״Banque Ottomane" in Syrien unter dem Namen ״Banque de Syrie" arbeiten. Die englische Bankfirma Bolton & Co. eröffnet demnächst eine Filiale