Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 59 (22.8.1919)
- Date
- 1919-08-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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tir. 59 JU EDI SCH E RUNDSCHAU Seite 457 Die Ausführungen des Herrn Adler werden durch Dr, I Siefftn. Werner (Iglau) ergänzj, der“ besonders die I ju<> endfrage betont. Es werden dann folgende von Dr. Golds tein und Dr. Kaznelson vorgeschlagene [Resolutionen einstimmig angenommen: 1. ״Der Zio- י nistentag erklärt, daß die GamthpoliHk eine notwendige Konsequenz der zionistischen Ideologie ist. Aus diesem Grunde begrüßt der Zionistentag' mit Genugtuung die von den Zionisten im Nationalrat geleistete Arbeit und spricht ihnen dafür den Dank und das Vertrauen aus. Der Zionistentag spricht sich dafür aus, daß aus taktischen Gründen die organisatorische Trennung der politischen und zionistischen Leitung beibehaUen wird.“ 2, ״Der Zionistentag erklärt es für die Pflicht eines jeden Zionisten des Staates, sich bezüglich seiner politischen Betätigung dem Nationalrat zu unterstellen und seinen Weisungen Gefolgschaft zu leisten. Die zionistischen Mitglieder des Nationalrats sind dem Zionistentag für ihre Arbeit innerhalb des Nationalrats verantwortlich.“ Nachdem noch der als Gast anwesende und begrüßte Vizepräsident der französischen Zionistenfederation Herr Sch ap i ra (Paris) in französischer Sprache einen kurzen Bericht über seine Palästinareise im Jahre 1913 gegeben und Dr. Goldschmied den gefallenen Zionisten aus der Tschechoslowakei ehrende Worte der Erinnerung gewidmet und dem Präsidium der Tagung gedankt hat, wird der Zionistentag mit dem Gesang• der Hatikwah geschlossen. A. H. ע : Polen Die Greueltaten. Es ist nicht möglich, all die einzelnen Schandtaten I zu verzeichnen, die die Polen an den Juden verüben, ן und derer! eine einzige vor dem Kriege genügt hätte, 1«n die ganze Kulturwelt in Empörung zu versetzen, trotz aller Kommissionen, trotz des "FriedensVertrages nehmen diese Schandtaten unentwegt ihren Fortgang. Wie sollte auch ein Volk, das seit Jahren von seinen [Führern und seiner Intelligenz in maßloser Weise ver- Ihetzt worden ist, sich plötzlich ändern können? Eine I charakteristische Episode, wie sie sicli zu Dutzenden er-!eignet, findet sich in der Nummer des ״Nowv Dzietmik“ [vom 27. Juni 1919. .,Die berüchtigten Hailer-Soldaten I überfielen hiernach am heilen, lichten Tage in dem Sollec- [Stadtviertel von Warschau alle Juden, rissen ihnen in grausamster Weise die Bärie aus, töteten einen alten | Mann namens Grün-Matt und verwundeten viele [ Juden, deren Namen in der Zeitung wiedergegeben wer- [den. Die Bemühungen ־des Deputierten Farbstein, 1 militärischen Schutz zu erlangen, blieben natürlich erfolg- Ins. Die jüdischen Zeitungen Warschaus bringen fortge- [setzt Berichte über Belästigungen von Juden auf der Straße Und in den Verkehrsmitteln. Bei dem beliebten Spiel des Bartausreißens ersinnen die Polen oft die teuflischsten Grausamkeiten. Was sich in dem Ge- | fangeneniager in Strfalkowo abgespielt hat, ist, vzie man [aus einem demnächst zu veröffentlichenden Bericht in der ״Jüdischen Rundschau“ entnehmen wird, ein | äußerst charakteristisches Symptom für das moralische [Niveau der Polen. Der gleichfalls von uns noch zu Jveröffentlichende Bericht über den Pogrom in Lida, Iliefert den Beweis dafür, daß es sich liier nicht um die ]Ausschreitungen einiger verrohter Offiziere und Soldaten |handelt, sondern daß die Regierung durchaus bemüht ist, ■ das Verbrechergesinde! zu entschuldigen und den Juden!alle Schuld zuzuschieben. Die in dem Bericht der jü- Nischen ״Abgeordneten erwähnten Folterungen dürften |seibst in der Geschichte der letzten 5 Jahre vereinzelt Regierung und Parlament. Der Londoner ״Morning Post“ wird aus War- |sch au gemeldet, daß die polnische Regierung auf Anregung P adere vmsk i s hin, mehr als 40 Kriegs- | gesuchte errichte, hat, die alle Personen, die der Vergehen gegen die Juden beschuldigt werden, innerhalb 124 Stunden nach deren Verhaftung aburteilen müssen. [Diese Kriegsgerichte sollen über Militär- und Ziviiper- [ sonen Recht sprechen und hinsichtlich des zu fällenden [Urteils große Freiheit genießen. Diese Nachricht des sehr polenfreundlichen, antisemitischen Organs ist mit [einiger Vorsicht aufzunehmen. Sollte sie sich bewahrj heben, so bedeutete sie einen erfreulichen Fortschritt [auf dem Gebiete der Verständigung׳ mit den Polen. Es I ist uns vorerst aber noch nicht möglich, an die veränderte [Gesinnung der führenden polnischen'Kreise zu glauben, ]denn wie das ״jüdische Pressebüro“ in Stockholm me!- Net, wurden die Veranstalter des Kielcer Pogroms [von dem dortigen Kreisgericht f re ige s p r o c h e J1. | Auch sonst bezeugen die führenden po'.nisdien Kreise j wenig Verständnis'in jüdischen!־ragen. In einer Sitzung Ner Konstituante vom 31. Juli 1919 wurde beschlossen, ]eine Deputation, bestehend aus 7 Mitgliedern, Vertretern ן der größten Sejmfraktionen nach Litauen zu entsenden. 111 Namen der jüdischen Deputierten beantragte Grün- 10 a u m, auch einen Vertreter der Juden in die Koni- Imission zu nehmen. Er begründete diese Forderung, lindem er ausführte, daß, ohne die Lage der jüdischen lBevöHcenmg und den Stand der judeiitrage in diesen!!Staate zu kennen, es, unmöglich sei, die notwendige ■Politik zu bestimmen. Die jüdische Bevölkerung Litauens!würde in der Tatsache der Abwesenheit eines jüdischen!Delegierten eine Verletzung ihrer Rechte erblicke».!Gegen Grünbaum sprach Deputierter Lutöls Ja wski. IEr berief sich auch darauf, daß in der Kommission bereits Id» Jude, und zwar der Assimilani Steinhaus, beiKi.igt ist. Vergebens stellte Grünbaum fest, daß Stein- Ja׳!s!licht als "jüdischer Vertreter in der Konstituante h.guriert'und nicht als solcher betrachtet werden dürfe. 111׳ Vorschlag wurde abgelehnt. Aus all dem ist zu ersehen, daß die Polen keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um den Juden zu sdiariet: und ihnen ihre" nationalen und kulturellen Rechte [zu verweigern. Die Bestimmungen über den Minoritätent chutz sind den, Polen sehr unangenehm und sie versuchen, ihre Wirkung auf alle erdenkliche Weise zu Paralysieren. Mit großer Geschicklichkeit haben sie zwei jüdische Assimifanteii mit diplomatischen Posten bepaut, um! zwar Herrn Rechtsanwalt B e renson mit Pem des ersten Sekretärs der Gesandtschaft in Wash i n g t o n und Herrn Leo Goldstamm rhit dem eines! Sekretärs an der Londoner Gesandtschaft. Diese Herren werden sich ihren Anschauungen gemäß natürlich bemühen, der englischen unef, amerikanischen Regierung, , die ja besonders energisch für den Minoritätenschutz eingetreten sind, klar zu machen,■• daß die Juden gar keine Nation darstellen und keinen sehnlicheren Wunsch hätten, als sich den Polen zu assimilieren. Der Weit gegenüber aber wird Polen jetzt mit lauter Stimme 1 verkünden, daß ein Land, das sogar jüdische Diplomaten : ernenne, doch unmöglich als judenfeindlich bezeichnet werden könne. Diese ״Toleranz“1 hindert aber die Polen nicht, 2500 öffentliche Angestellte und Lehrer in Cjstgalizien kurzer Hand zu entlassen, weil sie während der Besetzung dieses Gebietes durch die Ukraine, ihren : Dienst weiter versehen haben. Diese Begründung ist ׳ natürlich ein glatter Vorwand, denn die polnischen Beamten, die gleichfalls im Dienste blieben, wurden nicht gemaßregelt. ln diesem verlogenen Doppelspiel, , auf der eine!! Seite jüdische Diplomaten zu ernennen, . deren Jude-sein hauptsächlich im Verleugnen ihrer jü- ■ dischen Volkszugehörigkeit besteht, auf der anderen Seite aber mehr als 2000 Beamte existenzlos zu machen, erweckt wahrlich wenig Hoffnung auf eine Aenderung der Gesinnung der polnischen Regierung. Noch weniger : denken die polnischen Behörden daran, sich an die : Bestimmungen des Friedensvertrages zu kehren, ln To- , masdiow befahl׳ der Kommandant KIisows•1c.y der Stadtbehörde, s ä m 11 i c h e Schilder in j i d i s c h e r Sprache ab z-U n e h m e .1. Eine ähnliche Verordnung erließ am 26. Juni 1919 der Kreiskonunissar K o 11 ס p s k a in Biala unter Androhung gerichtlicher Strafe. Die Registrierung der ״F r emden“ wird nach wie vor fortgesetzt und ״Fremde“, die sich nicht rechtzeitig eintragen lassen, werden bestraft, obwohl dies in krassestem Widerspruche zu dem Friedensvertrage steht. Der Jü da sc he provisorische Nationalrat in W irschau erhielt die Nachricht, aus T s c h e c h n o, daß dort und in dem benachbarten Städtchen G r i t z a die Wahlen zur Stadtverwaltung auf den Sonnabend gelegt sind, wohl doch offenbar, tun dem Friedens ver trag zu trotzen.*,. Bis jetzt ist noch nichts bekannt, daß die polnische Regierung hiergegen, eingeschritfen ist. liebertritt sie doch seibst absichtlich die Bestimmungen, wo sie nur kann. So weigerte sich der Sejm bei der Ab- Stimmung über die Ratifizierung■ des Friedensvertrages, den Antrag Fsyrbstein auf Aufhebung;der noch aus der zaristischen Zeit stammenden Ausnahmegesetze gegen die Juden in dem neu an Polen fallenden Gebiet von B i aIy s tok anzunehmen. Der Referent der Kommission wandte sich aus formellen Gründen gegen diesen Antrag. Der Vorschlag des Zionisten Hartglas, die Angelegenheit an die Kommission zurikkzüverweisen,׳ wurde abgelchnt, so daß die Ausnah mebestiiamungen gegen die Juden in Kraftb leiben. Hetze im Ausland. Besondere Erwähnung verdient noch die Hetze, die die Polen im Auslande gegen die Juden treiben. Wir haben bereits neulich in der ״Jüdischen Rundschau“ der in Berlin erscheinenden polnischen Zeitung ״Dzi en nik BerHnsk i“ eine längere Besprechung gewidmet, ln Nr. 147 dieser Zeitung werden Briefe "von Juden veröffentlicht, die diese an die Redaktion des ״Dzienik Berlinski“ geschickt haben in. gereefiter Empörung über die maßlose und verlogene Judenhetze. Der Ton, in dem dieses Blatt seine Polemik führt, ist so unflätig, daß jede Erwiderung den Verfassern dieser Erzeugnisse zu viel Ehre antun hieße. Auf einem ungefähr gleichen Niveau bewegt sich die fortgesetzte Hetze der schon erwähnten antisemitischen Londoner ״Morning Post“, nur mit dem Unterschied, daß hier von einer deutschjüdischen Koalition zur Bekämpfung des edlen Polentu ms gefabelt wird. Natürlich sind die Pogrome Jüdische Lügen in deutschem Interesse. Vernünftige Stimmen. Es muß aber gerechterweise anerkannt werden, daß es in Polen, wenn auch nur sehr vereinzelt, nicht an Stimmen fehlt, die das große Unrecht erkennen, das die Polen den Juden zufügen und über das nationalistische Delirium, in dem sich ihre Landsleute befinden, tiefe Scham fühlen. In seinem zweiten Artikel in der ״Gazeta Polska“ über das polnische Staatswesen und die Juden in Polen schreibt der bekannte Professor Bodoua in de Courtun et u. a.: ״Für Juden müssen nationale Rechte gesichert werden, wie für aile anderen Nationalitäten: Deutsche, Litwiner, Weißrussen, Ukrainer, Russen usw. Die Juden haben vielleicht mehr Recht, sich als besondere Nationalität zu betrachten, als andere Völker und Nationen Europas.“ Weiter beweist der Professor, daß der den Juden auferlegte Zwang, wie z. B. neuerdings in Galizien, eine andere .Sprache außer Jidisch und Hebräisch anzunehmen, ein Unsinn war. Das hat nur die Wahrheit gefälscht. Er glaubt nicht an die Wiederauflebungder hfebräisrhen Sprache und meint, daß man das jidisch-nicht unterschätzen sollte. Die Befürchtung, daß das Jidisch eine Brücke für das Deutschtum nacfi'^Polen weiden könne, ist unbegründet, weif die Juden den deutschen Dialekt nicht als Deutsche, sondern als luden benutzen. Die polnische Zeit!«!״ ״Napsztid“ schreibt die volle Schuld au den Bluttaten dem bekannten antisemitischen Hetzer Dmowski und seiner Partei zu, die die polnischen Massen und die gesamte polnische Oeffentlichkeit systematisch zu Pogromen au Bietzen, um dadurch die polnische Oeffentlichkeit über die schweren Fehler . hinwegzutäuschen, die in außevpo'.iiischer Beziehung gemacht wurden. Das Blatt meint weiter: ״Dmowski wollte noch konnte er den judenfeindlichen Hetzen, Halt gebieten, die er selbst ein geleitet und inszeniert hatte. Die Einbuße, die Polens Stellung in der internationalen politischen Welt dadurch erleid«! wird, ist ungeheuer groß. Die öffentliche 1! A 11 k lagen der J uden ge g e 1yd a. s polnische Volk s i n d in jeder Beziehung begründe t,“ Die polnische militärische Halb Wochenschrift ״Rzad i _ Wojsko•■‘ vvendet sich gegen die Behauptung, daß •die Juden Kriegsgewinnler und Spekulanten 'seien. Das Blatt führt eine Menge nichtjüdischer firmen an, die siet! auf Kosten der armen Bevölkerung um .Millionen bereichert haben und gerade diese sind es, die die auf!- semitische Hetze verursachen, um die Aufmerksamkeit von sich abzulenken. Leider merkt mau von diesem vernünftigen Geist bei den meisten Soldaten der polnischen Armeen nichts. Die Stellung Englands. Es wird wohl noch eine gute Weile dauern, bis sich die Verhältnisse i!1 Polen so gestalten, daß die jaden dort unter einigermaßen erträglichen Verhältnissen leben und die ihnen im Friedensvertrag zugcbiüigten Rechte genießen können. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, daß die englischen Parlamentarier des Unterhauses den Vorgängen in Osteuropa weiter große Aufmerksamkeit zuwenden. So versicherte am 22. Juli 1919 Staatssekretär Churchill auf eine Anfrage des Kapitänleutuants K e 11 w o r t h v, daß das ״Press-Supplement zur Uebersicht über die auswärtige Presse“ in Zukunft seine informationen über jüdische Angelegenheiten nicht nur aus polnischen, sondern auch aus jüdischen Zeitungen regelmäßig schöpfen werde. Auf eine Anfrage des Abgeordneten R a p e r erklärte Unterstaatssekretär Harmswort h, daß die Regierung in Erwägung ziehen werde, einen Bericht zu publizieren, der auf den verschiedenen, von den ,britischen Vertretern in Polen gesammelten Informationen basiert. Auf eine weitere Anfrage des Abgeordneten Clynes am 23. Juli 1919 wurde die Untersuchung eines Raubüberfalls der Polen auf eine leafarm in Ostgaiizien zugesagt. Im Namen des Foreign Office erklärte Greenw 0 0 d, die britische Regierung betrachte es als sehr erwünscht, eine vollständige und autoritative Erklärung bezüglich der Behandlung der Juden in Polen abzugeben. Vorn britischen Gesandten in Warschau seien bereits Berichte eingetroffen, weitere werden in kurzem erwartet. Die Regierung schlage vor. ein oder zwei Personen nach Polen zu senden, um eine gründliche und unparteiische Untersuchung über die Pogrome anzustellen, über die die widersprechendsteti Berichte nach England gelangt seien. Er hoffe, die betreffenden Personen würden die Möglichkeit haben, in engem Zusammenhang mit der Spezialkomission der amerikanischen Regierung zu arbeiten. Die Namen würden später bekannt gegeben werden. Es sei unerwünscht, schon jetzt eine Erklärung zu veröffentlichen. Auf die Frage des Abgeordneten, Colonel Wedgwood, ob einer der britischen Kommissäre ein Jude sein werde, antwortete Greenwood, er werde diese Frage den zuständigen Stellen vorlegen. Ferner teilte Harms worth auf eine Anfrage im Unterhause in einer schriftlichen Antwort mit, es sei ihm bekannt, daß sich Leute der Armee des Generals Haller am 26. Juni an den bereits in diesem Artikel erwähnten judenfeindlichen Ausschreitungen in Warschau beteiligt und u. a. verschiedenen Juden die Bärie abgerissen haben, sowie daß sie auch in anderen als in den von ihm in der Unterhaussitzung vom 5. August erwähnten Städten Juden angegriffen und verletzt haben. Harmsworth fügte hinzu, die britischeRegier ungentsendeei ne Kommission nach Polen, um die Stellung der Juden in diesem Lande zu untersuchen. Diese fortgesetzten Anfragen bilden eine ständige Kontrolle der Greueltaten in Osteuropa vor dem Forum der ganzen Welt. Durch ihre Behandlung und durch den Plan, ebenso wie die amerikanische Regierung,, eine Untersuchungskamriiission nach ftolen zu senden, wird der feste Wille der englischen Regierung offenbar, den offiziellen und inoffiziellen Pogrom beiden das Handwerk zu legen und diese Kulturschande zu beseitigen. Mergenthau in Polen Gleich nach seiner Ankunft in Warschau besuchte Mergenthau das ־'zionistische Büro und empfing später bei sich eine Dcputation der zionistischen Organisation, des provisorischen N a t i o n;11 r a t e s und des Klubs der jüdischen Abgeordneten, der j jüdischen Gemeinde und der Organisation der jüdischen j Orthodoxie ״Schleime Emune Israel“. Am 19. Juli! empfing Morgenthau den polnischen Minister für reli-; giöse Angelegenheiten Lukas je wicz, den Vizemini der ן Prof. Dcmbinski und andere. Prof, Dembinski ver- ן öffentüchtc später in den Zeitungen, daß er aus dein! Gespräch mit Morgenthau die Gewißheit gewonnen 1 habe, Morgenthau uabe die größten Sympathien fiir , Polen und sei sicherlich von dem Wunsche getragen, ein gro! ie$ 1 ind madr 1■ *oieit zu sc!!en, das aber im höci tSien Sinne de: 0010. cd sch sei und i!1 dem Friede und Eini Lfiki ׳it ad er 0!c de! : Bevölkern!g herrsche. Zwecks Orient iermt״ über die pol; iisch-jüdischeu Bezieh u n verausta Idoe M orge.itiutu ei .,e Reim: von Konfere n/ej! mit den Vertretern der 5:0111' isclieii Presse. In sei!! er d nlcitendcn Rede 1 rührte Mor;w ׳:dhau au•׳, dal er naci 1 Po Icn gekow men s-. i, weil die : Frage der inneren Vc! 1 SU Id sse Polen;• : für A nicrika jetzt, nachdem Ainer.ka gro! *e fi! tanzicile P ׳lärm hi :züglich Pole n habe, von gro!!- ter ded( uirung sei . *eine indirekte Veranlassung gaben die Nad!richten w er. den Pogromen in Polen u!1d die Auf lorclerung der OKA:! nkFhkeit, in diese Frage einzue reifer 1. Priisidc :■nt Wi .!son war <i er Meinung, daß zuerst ci ne objekti VC, unv oreingemomn lene Untersuchung not tue. ״Ich kav 1! nach Polen,“ sa. gie er, ״nicht als St;:: Usair;1 alt tu:j׳■; licht ah 5 Verleid!:,er , sondern lediglich als Ver:; litüer. der die Aufgabe hat, die Lage Vorurteilsfrei ZW i triorschcn nntl die Verhältnis: se friedlich zu gestak len,״ In der z weiten Sitzung übe! rbrachten die Vertrete! ,de 2r Presse die von ihnen gew ünschtcn Anträge. Sie verk tilgten, die : Juden! sollten die übertriebenen Po- :■:•;;er ächte den icntjf re ׳,!, von den! ihnen gewährten .V>in ׳!er!1! eitsschui.'. keine,1 Gebrauch ra;teilen und erinnerle:1 an des Schi c k s a l der Arm e nier! in einer längeren Feilt: antwortete der Bot sc h a f t e r, der Ver-