Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 58 (19.8.1919)
- Date
- 1919-08-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ז Kr. 58 Seite 448 tragt die landwirtschaftliche Kommission, die praktischen Vorschläge, die zu dieser Frage vorliegen, zu untersuchen und eine spezielle Kommission für diese Frage zu wählen. III. Arbeiter-Bank. Die Konferenz drückt mach Anhörung des Vortrages Ihres Mitgliedes Twersky über die Schaffung einer finanziellen Institution den Wunsch aus, den von Herrn Twersky unterbreiteten Vorschlag bezüglich Gründung tUntr Arbeiterbank sofort zu verwirklichen. Die Konferenz wählt ein vorbereitendes Komitee, das zusammen mit der Leitung der Partei die Gründung einer solchen Bank, den Arbeitsbedürfnissen entsprechend, durchführen #011. Das vorbereitende Komitee hat die Bemerkungen und Hinweise der Konferenz in bezug auf die organigatorische Seite des Unternehmens, sowie in bezug auf den hauptsächlich agrarischen Zweck der Bank zu berückgichtigen und die Mitglieder im Galuth zu dieser Arbeit heranzuziehen. IV. Krankenkasse und Darlehnskasse. A. Die Konferenz beauftragt die Partei, die medizinlsche Hilfe für Mitglieder und für Nicht-Mitglieder zu organisieren. Zu diesem Zweck wird eine besondere Kommission gewähltj der folgendes obliegt: 1. Die Grundsätze der medizinischen Selbsthilfe, die im Vortrag# des Mitgliedes J. Eft er ausgeführt sind, zu bearbeiten und zu bestimmen und hierbei die Bemerkungen und Vorschläge der Mitglieder in dieser Richtung zu berücksichtigen. 2. Die Institutionen der allgemeinen medizinischen Hilfe im Lande (Hadassa usw.) zu studieren und die Stellung der Arbeiter in den betreffenden Institutionen festzustellen. 3. Die Kommission hat bis zur Gründling einer selbständigen Institution für medizinische Hilfe die Rolle einer provisorischen Krankenkasse zu erfüllen. Sie ist berechtigt, zu diesem Zweck mit Zustimmung des Zentralkomitees den Mitgliedern eine besondere Steuer aufzuerlegen. 4. Die Kommission hat ihre Vorschläge binnen 2 Monaten dem Zentralkomitee zur Bestätigung vorzulegen. B. Die Konferenz drückt den Wunsch aus, daß das Zentralkomitee die Vorschläge des Mitgliedes j. Efter betreffs Gründung einer Darlehnskasse für Mitglieder untersuchen und alsbald verwirklichen möge. Diese Institution ist von größter Bedeutung für die alten und neuen Arbeiter, die zuweiten eine sofortige Anleihe benötigen. V. ״H am asch b 1 r“. . (Lebensmittelkommission). Die Konferenz fordert von der Leitung des ״Hamaschbir“, indem sie ihn als allgemeine Institution der landwirtschaftlichen Arbeiter Palästinas anerkennt, die Einberufung einer Generalversammlung der Aktionäre zur Regelung der Angelegenheiten des Hamaschbir. * Dias palästinensische Zentralkomitee des Hapoel- Hazaär hat beschlossen, eine hebräische Monatsschrift herauszugeben. Die Zeitschrift, die den Titel ״Maabaroth“ (Der Uebeigang) tragen wird, soll vor allem der Klärung der gesellschaftliche« und Ökonamischen Probleme diene», die der palästinensische Aufbaru stellt # Das jidische Organ, das der vereinigte Ausschuß des Hapoel-Hazafir und der Zei're-Ztan in Berlin herausgibt, erscheint von August 1919 vorläufig als Zwei- Wochenschrift unter dem Titel ״Unser Freiheit“ unter der Hauptredaktion von S. Rawidowitsch, Mitglied des Zentralkomitees der Litauischen Zei're-Zion. Die Forderungen der ״Achduth - Haawoda“ zur jüdischen Konstituante in Palästina Das soeben eingetroffene 6. Heft des ״Kuntres“ vom 6. Tamus veröffentlichte das folgende Gesetzesprojekt, das die ,,Achduth-Haawoda“ der jüdischen Konstituante in Palästina vorzulegen gedenkt: Ä. Allgemeine Grundlagen: Die konstituierende Versammlung schafft die Grundläge für die nationalpolitische Selbstverwaltung der Juden Palästinas, die von den Gesetzen der Landesverwaltung betätigt werden wird. Als Einheit der Selbstverwaltung wird eine jüdische Gemeinde und jede jüdische Siedlung betrachtet. Die höchste# Organe der Selbstverw a 11 u n g sind: a) Die Nation alversammlung der Vertreter der jüdischen Bevölk e r u n g , die gemäß dein Wahhnodus der Konstituante gewählt wird. Die Nationalversammlung hat das legislative Recht in allen inneren Angelegenheiten der jüdischen Bevölkerung Palästinas; b) der ״Waad Hal’um i“ (Nationalrat), der von der Nationalversnininhing gewählt und ihr gegenüber verantwortlich ist. Dieser Waad ist die Exekutive des jischuws Palästinas und ist sein Vertreter gegenüber der Landesvcrwaltung. — Zur Kompetenz der Selbstverwaltung gehört: die Verwaltung der jüdischen Bezirke, Ndie Organisierung der Gemeinden, Erzieh un.gsvesen und Volksbildung, Ent- Wicklung der Sprache und nationaler Kultur, Gerichtswesen, gegenseitige Hilfe und soziale Fürsorge, Förderung der nationalen Wirtschaft, Lebens- und Eigentums- Versicherung, billiger Volkskredit, wissenschaftliche Anstaiten, Volksgesundheit und nationaler Schutz, Arbeitslosenfürsorge und Arbeiterschutz, Ausbildung der Neueingewanderten und Arbeitsbeschaffung für sie. Das Budget der Selbstverwaltung setzt sich zusammen aus: a) einer einheitlichen, direkten, proportionellen Einkommensteuer, diV von der Nationalver- Sammlung auferlegt wird; b) aus einem Teil der allgemeinen Landessteuer, entsprechend der an dieser Steuer beteiligten Juden; c) allgemeine nationale Einkünfte; d) Einnahmen, der nationalen Wirtschaft. B. Gesetzentwürfe: 1. Die Organisierung einer vereinigten, auf Volksgrundlagen errichteten Gemeinde. Der Wahlmodus der Konstituante wird auch allen Gemeindewählen in Stadt und Dorf zugrunde gelegt. 2. Allgemeine Erzieh 11 ngspflicht auf den Grundlagen der Ober- Herrschaft der hebräischen Sprache und Wahrung der Gesetze der Hygiene In alten Volksschule» auf Kosten der Gemeinde. ' Kleiduag und Verpflegung 'der Schüler JUEDISCHE RUNDSCHAU der Volksschulen erfolgt auf Kosten der Gesamtheit. 3. Die Einführung der H anda r b e i t ab Grundlage der Erziehung in allen Volks- und Mittelschulen und Lehrer- und Lehrerinnenseminaren. 4. Die Errichtung der jüd isehen Gerichtshäuser in allen städtischen und ländlichen Gemeinden und eines oberen Gerichtshofes in Jerusalem. 5. Die Festsetzung eines Minimallohnes für einen, achtstündigen Arbeitstag für sämtliche Gemeindearbeiten. 6. Förderung der landwirtschaftlichen und technischen Erziehung. 7. Unentgeltliche medizinische Hilfe in allen Krankenhäusern. 8. Jeder Mann und jede Frau, die die Altersstufe von 60 iahren erreicht haben, ־werden erhalten van der Gesamteit und bekommen einen fest*״! und einheitlichen Lohn. 9. Die Aufhebung aller indirekien Gemeindesteuern, die Festlegung einer einheitlichen, direkten Steuer nach der Größe der Wirtschaft, der Unternehmung, des Lohnes und des Verdienstes und die Festsetzung einer Erbschafts- Steuer. 10. Die Festlegung einer obligatorischen, allgemeinen, progressiven E i n kom m e n s teuer zugunsten des Nationalfonds. Eine sozialistische Siedlung Eine Gruppe von Mitgliedern der ״Achdutb Haawoda“ schloß sich in Jaffa zu einer Niederfassungsgemeinschaft zwecks Errichtung eines Bor o c h o w - Stadtviertels auf dem Boden des Nationalfonds zusammen. Die Gruppe beauftragte die Verwaltung des Palästlna-Arbeiterfonds, die Verhandlungen mit dem Nationalfonds zu führen. Den Statuten dieser Gesellschaft entnehmen wir folgende Punkte: Sämtliche unbeweglichen Güter des Stadtviertelsgehörendem Nationalfonds, für die Benutzung des Bodens verpflichten sich die Einwohner eine jährliche Steuer dem Nationalfonds zu zahlen. Bei Eintritt in die Gruppe zahlt jedes Mitglied auf die Rechnung seines Hauses 10 ägyptische Pfund und einen weiteren Manatsbeitrag von einem ägyptischen Pfund, bis das Haus gebaut ist. Jeder Einr wohner hat das Recht, das Haus als Wohn- und Arbeitsstätte zu benutzen und den Garten des Hauses zu seinem Nutzen zu bearbeiten. Dieses Recht wird auf die Kinder vererbt, falls diese das Haus und den Garten für ihre Bedürfnisse benutzen wollen. Kein Mitglied hat das Recht, Zimmer abzuvermieten oder sein Recht auf andere zu übertragen. Jedes Mitglied hat der Anstalt, die das Geld zum Bau des Hauses leihen wird, monatlich zu zahlen und an den Ausgaben des Stadt- Viertels teilzunehmen, die Mitglieder des Stadtviertels sind gegenseitig für einander verantwortlich. Mitglieder der Gruppe können nur Angehörige der Achduth Haawoda werden; sämtliche Fragen, die sich auf den Ausbau des Stadtviertels beziehen, werden nach einer Abstimmung beschlossen. Jeder Bauplatz muß einen Dunam unbebautes Land zur Anlegung eines Gartens haben. Die Hauptstraße soll nicht weniger als 20 Meter breit sein. Die Zimmer sollen nicht weniger wie 4 qm groß sein, und es sollen möglichst nicht mehr #ls zwei ersonen in einem Zimmer wohnen. Alle diese Be- Schlüsse wurden von der neugeschaffenen Gruppe einstimmig angenommen. Die Koaferenz des jüdisch-nationalen Arbeiter-Rats in England An der Konferenz des jüdisch-nationalen Arbeiterrats in England, die vor kurzem in London stattfand, beteiligten sich Delegierte von 28 Arbeiter-Organisationen: Trade-bnions, Zweige des Arbeiterrings, Poal e-Z i on - Vereine und Vereine der Sozialistem-Territorialisten (S. S.). Den Bericht der bis jetzt geleisteten Arbeit erstattete Morris Mayer. Die Arbeit des Rats umfaßte sehr viele Gebiete. Das Manifest des Rats gegen die Judenverfolgungen in Rumänien fand mächtigen Widerhall. Als die Gefahr der Pogrome in Polen sich zeigte, veröffentlichte der Rat ein Memorandum über diese Frage und gewann so die englische Arbeiterschaft für die Protestbewegung gegen die Pogrome. Ke Intervention der englischen Regierung in Polen vom November 1918 ist ein direktes Ergebnis dieser Bemühungen. Der Rat wirkte auch gegen die Agitation, die Einwanderung nach England zu beschränken, und suchte freundschaftliche Be- Ziehungen mit der englischen Labourparty. Der Verband Erundete in London zwei jüdische Trade-Unions, die der eder- und Stockarbeiter. Er verhalt auch dem Generalstreik der Londoner Schneider zu seinem Siege. Erfolgreich war auch die Arbeit des Rats auf dem Gebiete der Erziehung und nationalen Tätigkeit. Im Namen, des Weltverbandes der Poale-Zion begrüßte die Konferenz Ingenieur Kaplansky. Mit größtem! Interesse verfolge der Weltverband die Arbeit des Rats. ״Er verhalt uns“ — sagte Kaplansky — ״zu unserer politischen Tätigkeit in England, und wir wollen ihm mit unserer Aktion in der Internationale dienen. In der Permanenz-Kommission der Internationale betrachten wir uns nicht nur als Vertreter des Verbandes Poale-Zion, sondern wir wollen dort den Interessen der gesamten jüdischen Arbeiterschaft dienen.“ Er berichtete dann über die Absicht des Verbandsbüros, eine Arbeiterkommission nach Palästina zu entsenden, und forderte den Arbeiterverband auf, sich an der Kommission durch Ent- Sendung eines Delegierten zu beteiligen. Der Vorschlag Kaplansky s wurde angenommen und als Delcgferter wurde der Führer der Bäcker-Union, Sharp, gewählt. Ke Konferenz beschloß unter anderem, den Kampf gegen die Beschränkung der Einwanderung fortzufünren, sich an dem! ״Board of Deputies“ zu• beteiligen und ihn zu energischem Kampf gegen den Antisemitismus zu bewegen und für nati o n a 1 e Tätigkeit im Lande zu gewinnen. In einer besonderen Resolution protestierte die Konferenz gegen die jüdischen Assimilanten Englands, die durch ihre verräterische Verleumdung den Interessen der Juden zu schaden suchten. Die Konferenz protestierte auch gegen die Tatsache, daß das zionistische Aktions-Comite der Arbeiterfrage in Palästina so wenig Aufmerksamkeit widme und forderte es auf, Arbeitsmögliefrkeiten für di« Arbeitslos®• zu schaffen. Zum Vorsitzenden des Verbandes wurde Morris Mayer gewällt und mm Ganeralsefcretär J. Pom meraaz.! Nr. 58 Brandeis in Paris K. Z. B. Paris. Am 5. August wurden die Herr«» Louis D. Brande!s, de Haas, Prof. Friedenwald und Szold sowie Herr Prof. Zimmern auf dem Rückwege von Palästina nach London dem ״Comite der jüdischen Delegationen“ vorgestellt. Der Sitzung des Comites wohnte auch Prof. Frankfurter aus Amerika bei, der bekanntlich seit mehreren Monaten an der politischen Arbeit der zionistischen Leitung in Paris teilnimmt. Nahum Sokoiow begrüßte als Präsident des Comites der Jüdischen Delegationen die Gäste aufs herzlichste und gab hierbei einen kurzen Rückblick über die Tätigkeit des Comites der Jüdischen Delegationen, wobei er den großen Anteil der amerikanischen Vertreter im Comite an dieser Arbeit besonders hervorhob. In seiner Antwort beglückwünschte Herr B r a n d e i s das Comite zu seiner unermüdliehen Tätigkeit ,und deren wichtigen Erfolg® und sagte sodann u. a. Nachdem er jetzt das Land der großen jüdischen Vergangenheit und der großen jüdischen Zukunft mit seinen eigenen Augen gesehen habe, verstehe er, warum die Juden, warum auch die anderen Völker dieses Land so lieben. Er erwarte, daß Hand in Hand mit der Verwirklichung unserer Palästina-Hoffnungen auch die Ziele, für die das Comite arbeite, in naher Zukunft erreicht werden. Er und seine Freunde in Amerika würden alles, was in ihren Kräften steht, tun, um bei allem zu helfen, was der physischen* ökonomischen und intellektuellen Erhaltung des Judentums dienert könne. Hierauf sprachen die Herren de Haas, Rosoff, Prof. Zimmern und Leo Motzki n. In diesen Reden wurde auf die schwierigen potitischen Aufgaben hingewiesen, die jetzt in Paris behandelt werden. Die nationalen Probleme der Judenheiten in Rumänien Tschecho-Slowakien, Jugoslavien, Saloniki und Yemen stehen jetzt auf der Tagesordnung und harren ihrer Lösung. Nach herzlichen Worten an Oberrichter B r a n d e i s und die ihn begleitend® Herren schloß Nahum Sokoiow die Sitzung. Der ״Populaire“ zum Brief Pichons Das Organ der französischen Linkssozialisten greift Pichon scharf an wegen seiner Unaufrichtigkeit bei der Beantwortung des Offenen Briefes einer Gruppe von Abgeordneten über die Juden-Pognome in Polen. ״Frankreich, — schreibt der ״Populaire“ — ist verbündet mit dem reaktionären Polen, das die hohen Prinzipien von Freiheit, Recht und Demokratie vernichtet hat. Von Wilna bis Lemberg vernimmt man die Stimmen der Märtyrer. Und jetzt kommt Herr Pichon und manifestiert doppelzüngig sein Mitgefühl mit den Opfern seines Freundes Dmowski. Niemand wird sich aber von dieser Komödie verführen lassen. Die Verantwortlichkeit der französischen Regierung und des Quai d’Orsay ah den Pogromen wird nicht vergessen werden.“ Kein Pogrom in Odessa Die Warschauer jüdische Presse vom 4. August 1919 dementiert kategorisch die Nachriditen über Pogrome in Odessa. "Wir hatten die Nachricht über den angeblichen Pogrom in Odessa sofort mit Vorbehalt wiedergegeben. Befreiung gefangener galizischer Flüchtlinge Der Jüdische Nationalrat für Ostgalizien meidet, daß laut Bericht des Warschauer ״Dos jidische Folk“ der Lagerkommandant von Brest-Litowsk alle galizischen Gefangenen befreit hat. Judenhetze in Ostpreußen K ö n i g s b e r g, 12. August. Seit einer Reihe von Wochen wird auch im Osten des Reiches, wie bereits kurz in der ,,J. R.“ mitgeteilt, durch den Deutschvölkischen Bund mit größter Energie eine Judenhetze betrieben, die an Niedrigkeit des Tones und Gemeinheit der Mittel ihresgleichen sucht. Dem Deutschvölkischen Bunde Hamburg, Ortsgruppe Königsberg, schien das Ostseebad Cranz, das von zahlreichen jüdischen Badegästen besucht ist, geeignet, eine großangelegte Hetze zu entfalten. In großen Massen wurden die bekannten, von Lügen und Verleumdungen strotzenden Flugblätter des Bundes am Strande und auf der Uferpramenade verteilt, hetzerische Plakate an geklebt und in Ansprachen das Publikum zu Gewalttätigkeiten gegen die Juden aufgereizt. Die Königsberger ״Freiheit“ Nr. 98 vorn 6. August berichtet (mit dem Bemerken, daß ihr ein einwandfreier, christlicher Zeuge zur Verfügung stehe), daß ein Herr John, Königsberg, Neue Danungasse 28a, in einer Ansprache an das Publikum gesagt habe: ״Wenn es heute abends losgeht, daß ihr ordentlich losschlagt, damit das Blut spritzt und wif die Juden endlich von hier herauskriegen.“ Natürlich ließen sich die selbstbewußten Elemente unter den Juden all diese Schmähungen nicht ruhig gefallen. Die Flugblätterverteiler wurden mit Gewalt an der Verteilung gehindert, und es kam zu nicht unerheblichen Prügeleien. Den Flugblattverteilern kam es hierbei zustatten, daß sie in der Mehrzahl mit Schußwaffen, Gummiknüppeln und dgl. bewaffnet waren. Die zuständigen Ortsbenördeu standen diesem Treiben macht- 109 gegenüber, die Sicherheitsorgane traten meist erst auf den Plan, wenn es galt, die Namen der Geprügelten festzustellen. Das Badepublikum nahm, soweit es sich nicht passiv verhielt, Stellung gegen die Juden. Als die Situation sich am Mittwoch, den 30. Juli weiterhin zuspitzte, und wiederum am Nachmittag es zu schweren Ausschreitungen gekommen war, wurde in einer durch Stein würfe und schwerste Exzesse gestörten »Versamm- Jung der jüdischen Badegäste eine Kommission mi< der Absejiauag von.. Telegramme» ■».den Preußische» jäterpräsiden!;Identen von 11 in Königsb t. Dies Tele ״I!m Auftr ad es Cranz b edehnte Verl egen die Jud uryiiste aufs ich stoße ha׳b lngblatter tr :hieunigste 1 ihrurohenden ird dringen( ich-Tilsit,;:Hin Milan 1;1 n n - Könij erg. Am Tage c ten Herrn ״Die Flu acht. Stellt;egen Strafge;escliritten w• ■:sii.ger Elcm ibeiid Militä i.inh die in 1enc Ruhe, ede strafrccl ,ersonen zu; Das von ei ( auch wir! 111z entsandt irden“ Der mden nach :wort des Ol dienstliche;entlieh nacl iireiber diese :rher beorde iiisig machte;ndo nicht d :isiiienten bri ine Propaga!!Wesenheit v tr.mlungcn, < ■hteten und hrten; der i n/.eine sich i.;•.klage ei! Unter den ne Abordnur eilig zu wer! 'eise er sein :absichtige, inten wurde t Rasselt eti tuation und < hrcitungen; trgelegt. 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