Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 55 (8.8.1919)
- Date
- 1919-08-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652135-2652190--12415-2670045- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 55 Seite 429 JUEDISCHE RUNDSCHAU »che«und litauischen Delegierten unterstützt. Polen ist auf der Konferenz von Mo ratschewski und dem bekannten jüdischen Assim'lanten Llebermann vertreten. Der ״Bund“ ist in Luzern nicht vertreten, weil die Partei mit der Haltung ihrer Vertreter Kossowsky und Kursky auf der Berner Sozialistenkonferenz in internationalen Fragen tmzufrieden ist. Bekanntlich habe« i!1 Bern die Vertreter des Bundes die nationalen, von den Poale-Zion vertretenen und der übrigen Konferenz gebilligten Forderungen des jüdischen Volkes scharf bekämpft. Frankreich Pichon und der Minoritätenschutz. Eine Gruppe französischer Deputierter, die allen Parteien angenören, hat an Herrn Pichon, den Minister des Auswärtigen, einen Brief gerichtet, in dem sie ihn auf die furchtbare Lage der Juden in den Ländem Osteuropas hin weisen. Pflicht der großen Nation sei es, gegenüber dieser schrecklichen Situation mehrerer Millionen Juden nicht indifferent zu bleiben. Leider sei durch die Geheimhaltung der Debatten auf der Friedeuskonferenz, besonders bei den amerikanischen Juden die Meinung verbreitet, daß Frankreich diesmal seiner traditionellen Rolle, die Unterdrückten zu verteidigen, nicht ganz nachkäme. Es sei daher von großer Wichtigkeit, daß der Minister die Haltung bekanntgäbe, die Frankreich zugunsten, der Juden auf der Friedenskonferenz einnehme. Hierauf antwortete Minister Pichon in einem längeren Schreiben, daß, kein Grund •ei an der starken Interessiertheit Frankreichs an den jüdischen Fragen zu zweifeln, nur weil sich die französisehe Regierung aus Diskretion lauter Kundgebungen enthalten habe. Die französische Regierung nabe seit dem Beginn der Konferenz die Initiative ergriffen, um den jüdischen Fragen, eine Prüfung durch die Bevoll- «nächtigten der Friedenskonferenz zu sichern; sie habe sie aufgefordert, Feststellungen vorzunehmen, was die Juden in den Ländern Osteuropas zu leiden haben, was ihnen wiedererstattet werden müsse, und wie man Garantien schaffen könne, damit sie in Zukunft die gleichen Rechte genießen wie die Juden, der Länder Westeuropas, ln dem Programm, das die französischen Delegierten, der Friedenskonferenz unterbreitet haben, befindet sich auch eine Kommission für jüdische Angelegenheiten. ' Die Spezialkommission ״Nouveaux Etats“, die von einem Franzosen geleitet wird, sei beauftragt, die Bedingungen des Minoritätenschutzes festzuiegen. Die Vertreter der polnischen und rumänischen Regierung hätten sich bereiterklärt, den Juden völlige Freiheit und Gleichheit ln politischer, religiöser und sprachlicher Hinsicht iu gewähren. Der Vertrag mit Polen sei bereits unterzeichnet. Die französischen Delegierten der Kommission ״Nouveaux Etats“ hätten sich nicht nur bemüht, die Gleichheitsrechte der Juden zu verteidigen, sondern sie auch fegen jede Uebertre Übung zu schützen, die sie den Vök ern entfremden könnte, ln deren Mitte sie leb®. Nichts wäre so gefährlich als Privilegien zu schaffen, da doch der Endzweck sei, die Rechte der Minoritäten solange zu garantieren bis sie in der Nation (in deren Mitte sie leben) aufgingen und sich nicht mehr von den arider’cn Bürgern unterschieden, freilich ohne ihre ethnischen und religiösen Charakteristika zu verlieren Es handle sich um eine Schutzmaßnahme der Juden, deren Sicherung dem Völkerbunde übertragen worden sei. Am Schluß versicherte der Minister nochmalis, daß Frankreich seiner traditionellen Aufgabe, den Unterdrückten zu helfen, getreu bleiben werde. So sehr man sich darüber freuen kann, daß Frankreich sich seiner Aufgabe als großer Nation bewußt ist, so unverständlich sind die Worte, die Herr Pichon über den Zweck des Minpritätenschutze« sagt. Was der Minister hier ausspricht, ist nichts anderes als der •Wunsch, die Juden möchten sich den Polen assimilieren. Es ist im hohen Grade bedauerlich, daß der französische Minister des Auswärtigen den! wahren Sinn der Autono- «Beförderung nicht verstanden hat. Die Entente hat wiederholt die Notwendigkeit betont, dem jüdischen Volke die Rechte zu sichern, die ihm eine Entfaltung seiner kulturellen und nationalen Eigenart ermöglichen. Herr Pichon, der doch in »einer Vorrede Sokolows ״Geschichte des Zionismus“ »ich so sympathisch gegenüber unserer Bewegung gezeigt hat, sollte doch eigentlieh einseheri, 'daß es Aufgabe der großen Nation ist, die kleineren in der Entfaltung ihrer Eigenart zu unterstützen und durch die Autonomie ein erträgliches ,Verhältnis zu dem Mehrheitsvolk herzustellen. * Das ״Journal du Peuple“ wendet sich in einem: ״Un Bluff enorme. Le droit des Minorites“ überschriebe mm Artikel sehr scharf gegen die Bestimmungen über den Schutz der Minoritäten im Friedens vertrage mit Polen, und bezeichnet es angesichts der unaufhörlichen Pogrome als eine Komödie, In der Kammer Herrn Pichon wurde neulich auch in der französtechen Kammer anläßlich der Debatte über di« Be- Ziehungen zwischen Frankreich und dem Vatikan von dem Abgeordneten de Monzie Vorwürfe gernacht, der die Haltung des Ministeriums des Aeußern gegenüber dem Zionismus kritisierte. De Monzie bemängelte die Politik der französischen Regierung, den Zionismus zu ignorieren, und führte aus: ״Glauben Sie, daß die Elite der Juden, wenn sie dqs Land ihrer Sehnsucht wiedererlangt haben, zögern 'wird in der Wahl zwischen der eloquenten Vorrede, die Sie zum Buche des Herrn Sokolow geschrieben haben und der praktischen und wirk- *amen Hilfe, die die amerikanischem Zionisten in Uebereinstimmung mit Brandeis und Wilson der Errichtung eines jüdischen Staates oder einer jüdischen Heimstätte zuteil werden ließen? Die Zionisten werden sagen: ״Frankreich hat gesprochen, aber nicht gehandelt.“ Der französische Vertreter in der Palästina-Kommission sei zwar ein sehr braver Mann, aber herzlich unbedeutend. De Monzie erhielt kein« Antwort vom Minister. Pressestimmen zu Iden Pogromen Die rechtsstehende Presse kümmert sich naturgemäß überhaupt nicht um die Pogrome, oder läßt «ich von den Polen, berichten, daß alle Meldungen hierüber erlogen sind. Der ״Matin“ und die ״Victoire“ treten des öfteren gegen die Pogrome auf. Ganz besondere aber nimmt •ich die ״Huinanite“ der Juden an. ln einem Artikel vom 5. Juli führt das Blatt den Nachweis, daß die Pogrome ausschließlich das Ergebnis polnisch-nationalistischer Demagogie seien und äußert auch die von uns wiederholt dargelcgte Meinung, daß nicht so sehr die Soldaten und Bauern, die die Pogrome ausführen, die wahren Schuldigen seien*, sondern die hinter ihnen stehende Intelligenz. Der Antisemitismus in Polen blühe dänk Herrn Dmowski und seiner F'reunde. Für diesem Antisemitismus sei die Entente und insbesondere Frankreich indirekt verantwortlich, weil durch sie die klerikale Reaktion in Polen unterstützt und die Nationaldemokraten instand gesetzt worden seien, ihre Orgien zu begehen. In derselben Zeitung erschien am 13. Juli eine längere Unterredung mit Leon Reich, dem Präsidenten des Nationalrates für Ostgalizien, als Antwort auf ein gleichfalls in der ״Humanite“ erschienenes Interview mit dem sozialdemokratischen Mitglied des polnischen Seims Liebermann. Reich geht zunächst auf die Ursachen der Pogrome ein, die nicht, wie Liebermann behauptet hatte, sozialen, sondern politischen Ursprungs wären. Das neueste Argument des Antisemitismus sei die jüdisch-nationale Bewegung. Reich weist dann den Unsinn vom ״Staat im Staate“ zurück und betont, daß die Juden in einem unabhängigem Polen die Unabhängigkeit ihrer Seele bewahren wollten; er hofft, daß man in Kürze doch zu einem annehmbareren Verhältnis zwischen Juden und Polen gelangen werde. Eine zionistische Studcntenversammlung Ende Juni fand in Paris eine Versammlung der zionistischen Studenten statt, bei der die allgemeine Politik des Zionismus behandelt wurde. Der Vorsitzende, Herr Bernfeld, berichtete über die Angriffe der französischen zionistischen Studenten gegen die antidemokratteclie Haltung der Führer. Hierauf erwiderten Herr O oldste in, Präsident des jüdischen Nationalrates in der Ukraine, und Herr Rechtsanwalt S. Rosenbaum, Wilna. Die Herren Saraga und Dr. T enenbaum sprachen im Sinne der Oppositipn. Dr. Syrkin setzte sich für die Verwirklichung der sozialistischen Ideen beim Aufbau Palästinas ein. Nach ihm sprach Dr. Reich, ln einer weiteren Versammlung wurde die Diskussion fortgesetzt, an der sich außer dem Vorsitzenden die Herren J akobsoh n, Pines, Diamant, Braun- »tein, Cahen und Pasmanik beteiligten. Rundschreiben des Education-Departements des Londoner Zionistischen Zentralbfiros Hebraisierung des jüdischen Lebens tm Palästinakunde Wir haben Ihnen seinerzeit mitgeteilt, daß in London ein Departement für Kultur und Erziehung eröffnet wurde. In diesem Briefe möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf die großen Möglichkeiten der Beteiligung der verschiedenen Förderationen der Kulturarbeit der Zentrale lenken und über einige Zweige dieser Arbeit ausführlich sprechen. Vor allem halten wir es für sehr nützlich, bei jeder Föderation eine besondere Kommission oder Abteilung für Erziehung und Kulturarbeit, wie Die nationaljüdische Presse in Deutschland . ׳! .1 : Es Ist eine Eigentümlichkeit der Juden, alle ihre politischen und geistigen Erlebnisse durch das geschriebene Wort zum Ausdruck bringen zu müssen. Bekannt- Kob spielen die Juden ja in der Tagesliteratur der westeuropäischen Länder eine große Rolle, da ihre Fähigkeit, die Ereignisse schnell aufzmnehmen und sie ,geistig auszuwerten, eine sehr bedeutende ist. So konnte es nicht ausbleiben, daß auch innerhalb des Zionismus bald eine umfangreiche Zeitschriften-Literatur entstand, die sich zum Teil auf einem sehr hohen Niveau befindet, da der Jude als der geborene Essayist die Gegenstände niemals oberflächlich, »andern immer in die Tiefe gehend und geistreich behandelt. Die erste Zeitschrift dieser Art wurde im Jahre 1917 durch Martin B u b e r im ״Jude n״i) begründet, als sich die Notwendigkeit herausstellte, neben der parteioffiziellen Presse, die naturgemäß in ihrer politischen Polemik in bestimmte Grenzen verwiesen ist, und der es auch nicht möglich ist, größere philosophische oder politische Abhandlungen zu bringen, ein Organ zu schaffen, in dem alle das politische, kulturelle und geistige Leben der Juden, interessierenden Fragen von jedem Standpunkte aus behandelt werden konnten. Der ״Jude“ ist diesem Programm während seiner drei Jahrgänge treu geblieben und ist durch die außerordent- «ehe Bedeutsamkeit mancher Beiträge eine Zeitschrift geworden, die weit über den deutschen Zionismus und das deutsche Judentum hinaus Bedeutung findet. Die geistige Umgestaltung des jüdischen Menschen, die Vorbereitung auf eine allem materialistischen. Europäertum freie jüJtseh!e Gemeinschaft in Palästina, die Erziehung der jüdischen Jugend zu in sich geschlossenen bewußten National]uden in der Diaspora *sind di!e hauptsächlich von ihm behandelten Probleme. Das jüngsterschienene Heft bringt einen grundlegenden Beitrag zum Diasporaprob'.em von Dr. Abraham Schwadron, betitelt: ״Das Dogma von der ewigen Galuth“. Inzwischen hatte sich in den nationaljüdischen akademlschen Kreisen längst das Bedürfnis herapsgestellt, außer dem internen Organe sich eine eigene Zeitschrift zu *chaffen, in der die Ziele und Ideen der nationaljüdischen akademischen Jugend in Deutschland besprochen werden konnten. So entstand im April 1918 ״Der Jüdische Wille“ >), eine Zeitschrift des Kartells Jüdischer Verbtndungen, di,e von Erich Cohn und Gustav Krojanker geleitet wird. Die wichtigste Frage, die hier behandelt wurde, war naturgemäß die Jugendbewegung und die Aufgaben der Akademiker als ihrer Führer. Bald aber zeigte es sich, daß die ursprünglichen Grenzen dieser 1) Verlag Löwlt, Wien. *) In Kommission beim ״Jüdischen Verlag“, Berlin W, 15. Sfidhstsche Btr, 8. ׳ L .... Zeitschrift zu eng gezogen waren und so wurde ״Der jüdische Wille“ allmählich die Tribüne der nationaljüdischen Jugend und erscheint seit dein April 1919 ln neuem Gewand« und vergrößertem Umfange. Neben den alten K. J. V.-jern, wie Blumenfeld, Zlöcisti, Holdheim u. ». kamen •0 auch Außjenstehende wie Rubaschoff zu Wort. Die letzten Nummern bringen außer den wertvollen Ansprachen, die Rostenberg, Ziocisti und Blumenfeld zur Eröffnung de* Kartelltages gehalten haben, die schönten Lebenserinnerungen von D. D., den ausgezeichnet informierenden Aufsatz Kuczinski, über B1 ü h e r s Schriften eine scharfe Auseinandersetzung Conrad Kaiser» mit C h ambe r |a i n und die besonders interessanten Anmerkungen. Die Auswirkungen der deutschen Revolution im November 1918 machten im nationaljüdischen Leben auch viele Probleme akut, die bisher nur latent gewesen waren oder »ich in einem gährenden, noch nicht festgeformten Zustande befunden hatten, obwohl zwar schon im ״Juden“ die Vertreter eines ethisch gerichteten Sozialismus »ich hatten aussprechen können. Bereits während de« Krieges war die deutsche Fraktion des palästinensischen ״Hapoöl - Hazai'r“ begründet, und als bei Ausbruch der Revolution die sozialistische Welle klärend und formend einen großen Teil der jüdischnationalen sozialistischen Jugend fm ״Hapoehrlazair“ vereinigte, «tand dieser bald vor der Notwendigkeit, sich einen eigenen Spredml zu schaffen. Drei führende Mitglieder dies ״Hapoel-Hazair“, Ludwig Strauß, V. C. Arlosoroff und Rudolf Samuel geben als Redakfionskollegium die zionistisch - volkssozialistisclue Wochenschrift ״Die Arbeit“*) heraus. Gemäß den Grundsätzen des ״HapoeRHazair“ tritt ״Dip Arbeit“ für einen geläuterten, ethischen Motiven entsprungenen Sozialismus ein, der äip Marx’sche Theorie vom Klassenkämpf als unsittlich und unsozialistisch ablehnt. In der gelegentlich des Palästina-Delegierteniages erschienenen Nummer kamen u. a. Martin B u b e r, Eugen Höflich und Frau M ei «e 1-Schoch a t mit ihren schönen Ausführungen über die ״Frau als Chaluzah“ zu Wort. * Während sich 80 der linke Flügel innerhalb des deutschen Zionismus ein eigenes Organ geschaffen hatte, fehlte noch immer den orthodoxen Anhängern de» Zionrsmus die Möglichkeit, ihre Anschauungen in größerem Maße zum Ausdruck zu bringen. Das starke Anwachsen der misrachistischen Bewegung veranlaßte deshalb die Leitung des ״Mferachi“ in Berlin, •ich ein eigenes Organ zu schaffen. Sie übernahm daher die von Dr. Hirsch Hildesheimer begründete ״Jüdische Presse“ um •ie jetzt als Zentralorgan des ״Misrachi“ unter deinselben Namen weiterzuführen. pic ״Jüdische Presse“ *) *) Weltverlag, BftrÜn NW., Dorotheenstr. 85. ף Weitvertaü, Sm% NW״ BgreÄe««tr. ü. die jetzt im fünfzigsten Jahrgange steht, wird vom ״Weltvertag“, BerEn, herausgegeben. Jede Nummer enthält einen vorzüglichen hebräischen und jiddischen Teil, sowie allmojiatEch künstlerische Beiträge von Hermann Struck, ln der ersten Nummer sind Beiträge von Hermann Struck über Tachkemoni, Dr. Frankel über das sexuelle Problem, Lazarus Barth über Ost- .und Westjudentum und Anmerkungen eines humoristischen Wochenplauderers Eldod Umedod. Bemerkenswert ist auch eine Artikelreihe über die jüdischen Organisationen Deutschlands, in der bisher der ״Verband der deutschen Juden“ besprochen wurde. Für beute sei noch der unter der Redaktion von Leo Winz erscheinenden ״IHustierteit Monatsschrift für das gesamte Judentum Ost und West“5) gedacht. Sie erscheint auch jetzt noch in vorzüglicher Ausstattung und bringt jedesmal ausführliche Abhandlungen mit Abfalldüngen über lebende jüdische Künstler. Im Mai/Jtmi- Heft dieser Zeitschrift befand sich ein längerer Auf- *atz von Felix A. Teilhaber über den persönlichen und künstlerischen Werdegang des Malers Boris Keith m.it zahlreichen vorzüglichen Reproduktionen seiner Werke. Noch ein« Neuerscheinung sei erwähnt, eine Neuerscheinung, die für viele geradezu wie eine Erlösung gewirkt hat. Wie sollte ein jüdischer Kopf ohne Ironie und Spott an so aufregenden Erlebnissen und Ereignissen vorübergehen können? in dieser Erkenntnis rief Herr Rechtsanwalt Oronemann das vor Jahren leider entschlafene zionistische Witzblatt, den ״Schlemiel“5), wieder ins Leben und sicherte sien hierbei vorzügEche Mitarbeiter, so vor allem den sehr gewandten und begabten Zeichner Menachem B i r n - bäum. Bis jetzt sind 3 Nummern des ״Schlemiel“ erschienen, in denen prominente Persönlichkeiten des Zionismus und die jüngsten Ereignisse unter die krisehe Lupe genommen werden. So muß Davis T r i e 18 c h herhalten, indem man ihm einen Plan, Palästina in mehreren Etagen zu erbauen, unterschiebt. Zahlreiche jüdische ״Moschelchen“ — wer den Herausgeber kennt, kann ahnen, wie gut sie erzählt sein werden — sind zur ״Herzstärküng“ und Erquickung für den mit soviel ernster Literatur geplagten zionistischen Leser in jeder Nummer enthalten. Daß aber auch wissenschaftliche Probleme zu ihrem Recht kommen, zeigt die Entdeckung und Veröffentlichung de« verloren gegangenen Buches ״Chatianiel“ eines jüdischen Rechtsanwalts am Landgeficht III, Jerusalem zur Zeit Alexander des Großen. Was er getan hat, mag man Im ״Schlemicl" nachlesen. 6) Selbstverlag. «) Weltverlag,