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Jüdische Rundschau · 1919-08-08 · Heft 55 (8.8.1919) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 55 (8.8.1919)
Date
1919-08-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 428 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 55 Nr. wordenen zionistischen Bewegung Zurück. In allen Punkte• gibt er nach: wenn Fuchs schon zur Zeit der deutschen Regierungserklärung für den Zianismus (Januar 1918) seine Freude über diese Erklärung zum Ausdruck bringt, freilich noch sehr stark aus dem Wunsche heraus, ״England den JudenwLnd aus den Segeln zu nehmen“ und deutsche, türkische und jüdische Interessen zu vereinigen, so stimmt 1919 Fuchs namens des Central- Vereins einer Forderung zu, die ein jüdisches Commonwealth in Palästina verlangt und von den zionistischen Wünschen nicht wesentlich differiert. Auch die nationale Autonomie wird zugestanden, die Demokratisierung der jüdischen Gemeinden in Deutschland gefordert und!nur das eine Palladium ־wird verteidigt: mögen die Juden des Ostens eine Nation darstellen, mag in Palästina ein neues jüdisches Volk erstehen, die deutschen Juden gehören keinem jüdischen Volk an, sie sind unlöslieh mit dem deutschen Volke verhandeln. Das Sammelwerk ,,Um 'Deutschtum und Judentum“ zeigt, daß nichts falscher ist, als wenn man im Centralverein den umfassendem, dem; Zionismus entgegengesetzten Standpunkt in der jüdischen Frage sieht. Der Centralverein bleibt, was er war, ein Abwehrverein, heute freilich nicht allein gegen den Antisemitismus, sondern auch im Kampf um die ״innerjüdische Front“, gegen den Zionismus, den!man bekämpfen muß, um; die Position gegen die Antisemiten zu behaupten oder dem man Kon- Zessionen macht, um in Deutschland Ruhe vor ihm zu haben. Antisemitismus und Zionismus —- hier paßt die N ebenein anderste Ihtng einmal — haben gemeinsam den Centratverein aufs tiefste beeinflußt, ersterer mehr am Anfang, letzterer in immer höherem Maße im Verlauf der Zeit. Die Erfolge des Centralvereins sind auf beiden Fronten keineswegs ermutigend, Fuchs wird heute ein&ehen, daß auch das neue demokratische Deutschland nicht jenen Rechtsstaat darstellte, der dem1 Centralverein die Auflösung gestattet. Eine antisemitische Welle geht über die Welt und durchflutet auch Deutschfand. Keine Aufklärung hat geholfen. Wir Zionisten haben dies erwartet, Wir wissen:, daß nur eins uns in diesem Kampfe helfen kann: schaffen wir dem jüdischen Volke normale Lebensbedingungen, befähigen wir es wieder, jüdische Leistungen herffljh •“ 711|>. pjWfYfijff n. .jKp Ja_.־WJSUidL ״-cUu*. jXJjötlAf-SkS/i. Antisemitismus bedeuten. Fuchs selbst nat!den Mangel eines positiv jüdischen Programms im Centralverein beklagt, aber er wünschte es nur, weil zum Kampf gegen den Zionismus!;ein solches Programm notwendig sei. Solange nicht innere Notwendigkeit den Centralverein zu einem! jüdischen Programm zwingt, so lange werden wir nicht zu befürchten brauchen, daß er auf der innerjüdi׳- scheu Front Erfolge erringt. % F. L. Der Palästina-Aufbau-Fonds Das Kopenhagener ״Zionistische Büro“ veröffentlicht folgenden Aufruf: ״Im vorigen Jahre wandten wir uns an die Landesverbände der Zionistischen Organisation mit einem Appell zur Aufbringung der Mittel für unsere vorbereitende Arbeit fiir den ״Preparation Fund“. Unser Appell hatte guten Erfolg. In diesem Jahre haben wir nicht nur diese vorher eilende Arbeit fortzusetzen, sondern wir müssen auch mit dem Werk des Wiederaufbaus beginnen. Unsere Aufgäben liegen in Erez-Israel und hier. Wir missen jetzt damit beginnen, in Palästina auf breiter Grundlage au bauen, und wir müssen unsere Arbeit im Galuth so wirksam wie irgend möglich für diesen Zweck organisie reu. Ein systematischer und sorgfältig durchdachter Plan für die Wiederherstellung Unseres alten Landes muß nach den Ratschlägen bestgeeigneter Sachverständiger airfgestellt werden. Wir müssen die schon bestehenden kulturellen Institutionen erhalten und• sie durch die Schaffung neuer Institutionen mit frischen Energien Ausstattern. Unsere Pläne für das laufende Jahr erfordern ein Budget von V2 Million £. Wenn auch diese Summe unbedeutend ist int Vergleich zu den ungeheuren Mitteln, die für die Rekonstruktions-Arbeit selbst erforderlich «ein werden, so übersteigt sie doch erheblich den Betrag, Über den wir im vorigen Jahre disponieren (konnten. Bel weitem der größte Teil des Betrages wird für die gegenwärtige Arbeit in Palästina selbst und im Zu- «ammeiihang mit der Einwanderung nach Palästina gebraucht. Obwohl die politische Zukunft Palästinas formell *odl nicht entschieden( ist, so vertrauen wir, im Hinblick Auf die unsl von den größten Weltmächten abgegebenen Erklärungen und auf die günstige Aufnahme unserer Forderungjen durch die Friedenskonferenz am 27. Februar, fest darauf, daß diese schicksalsvolle Entscheidung Palä- *Sna Unter ein freies und fortgeschrittene« Regime stellen and uns volle Möglichkeit zur Verwirklichung unserer Sieh sehe« wird Die Zionistische Organisation muß die Last der drückenden Erfordernisse der Stunde auf sich nehmen, damit die Früchte langjähriger, geduldiger und mühevotier Arbeit nicht verloren gehen und damit sie, wenn die Zeit kommt, in der Lage ist, das jüdische Volk von der Erwartung zur Erfüllung, von der Finsternis des Leidens zum Uchte der nationalen Wiedergeburt zu führen. Wir rufen jeden Juden auf, der die Renaissance der jüdischen Nation will, daß er dem Gebot der Stunde folgt, und wir vertrauen darauf, daß die Antwort auf diesen Appell wiederum unseren festen Glauben an die Stärke der zionistischen Idee und an die unerschütterliche Loyalität ihrer Anhänger rechtfertigen wird. Namens der Leitung der Zionistischen Organisation. Chain! Weizmann — Naltum Sokolow.“ Es steht gut! Reden Sokolows und Welzmanns Eine zionistische Sachverständigen- Kommission in Palästina (Drahtmeldung des Kopenhag. Zionistischen Büros.) Paris. In Anwesenheit von 2000 Personen fanden hier zwei Massenversammlungen statt, in denen Sokolow eine detaillierte Uebersicht über die Entwicklung der gegenwärtigen Lage des Zionismus gab. Er teilte mit, daß! eine Expedition aus besten Sachverständigen unter zionistischer Leitung demnächst nach1 Palästina abgehe. Die Geldmittel für diesen Zweck seien bereits aus privaten Quellen der Zionistischen Organisation zur Verfügung gestellt worden. Die Einwanderung werde nach beschlössenem System beginnen, sobald die Untersuchungen dieser Kommission beendigt und die zionistischen Vorschläge sanktioniert sein weiden. Die Ziomistisehe Organisation werde dafür Sorge tragen, daß so viel Juden nach Palästina gelenkt würden, als das Land überhaupt aufnehmen könne. Sokolows Rede rief großen Optimismus und große Freude beim Publikum hervor. Ebenso waren c'/ie Ausführungen» die Dr. We i zm ann in der letzten Sitzung der in Paris anwesenden Mitglieder des Actions-Comites am detaillierten Bericht über!die Lage pnd erklärte, daß die politische Situation!dies Zionismus vollständig günstig sei, besonders!auch! bezüglich der a r ä b i-׳ sehen Frage. Die nationalen Rechte in der Diaspora In Ergänzung dieses Berichtes meldet das Kopenhagener ״Zionistische Büro“ aus Paris: Auf der großen jüdischen Massenversammlung vom 26. Juli 1919 sprach Nahum Sokolow über die außerordentliche Tätigkeit, die die Zionisten während! des Krieges in allen Ländern und zuletzt in Paris zugunsten der Erwerbung der nationalen Redite in der Diaspora entfaltet haben. Sokolow führte aus, daß ohne zionistisehe Initiative das ״Comite der jüd i sc hen Dele ־ gationen“ bei der Friedenskonferenz in Paris, das die einzige berechtigte und autoritative jüdische Körpersdiaft zur Vertretung dieser Interessen des jüdischen Volkes vor der Friedenskonferenz ist, nicht zustande gekommen wäre. Audi innerhalb des Gomites sei der größte Teil der politischen Arbeit und der Propaganda- Tätigkeit von Zionisten geleistet worden. Die Zionisten hätten jedoch keine Parteipolitik getrieben, was schon dadurch erhärtet wird, daß sie die ersten Stellen auch Nichtzionisten eingeräumt haben, sofern diese nur die nationalen jüdischen Forderungen anerkannt haben. Vom Comit6 der jüdischen Delegationen Auf Grund einer Pariser Meldung berichtet da» Kopenhagener ״Zionistische Büro“: Das Comite in Permanenz ln vier Plenarsitzungen des ״C o m i 16 8 der jüdischen Delegationen“, die vom 25.—28. Juli stattfanden, wurden die Vorschläge der jüdischen Delegationen aus Rußland und der Ukraine bezüglich der zukünftigen Gestaltung und Tätigkeit des Gomites im einzelnen besprochen. Es wurde beschlossen, nach Schluß der Friedenskonferenz ein permanentes Comite zu organisieren, das auf einer breiteren Grundlage vor der Liga der Nationen und überall folgende vom Comlt6 formulierte Ziele vertreten soll: Zweck Gomites ist Verteidigung der bürgerlichen, politischen und nationalen Rechte der Juden der verschiedenen Länder und Ihre Weiterentwicklung; Verteidigung der jüdischen Bevölkerung gegen Pogro me, Au•- schreitungen und Uebergriffe. Mitarbeit bei der Organisierung der jüdischen Aus wänderang; Zusammenarbeit mit den jüdische» Hilfsorganisationen insbesondere zwecks Wiederaufbau des durch die Katastrophe d «s Krieges zerstörten ökonomischen Lebens. Ergänzend wird dem Kopenhagener ״Zionistiscbea Büro“ noch berichtet: In seinen vier Plenarsitzunge* vom 25.—28. Juli beschloß das Komitee der jüdische« Delegationen, seine Tätigkeit trotz der Abreise einig«־ Mitglieder fortzusetzen. Zur Zeit sind noch 18 Vertrete» aus Polen, Ukraine, Litauen, Rußland, Ostgalizien, Rumänien und anderen Balkan-Staaten in Paris versammelt. In den letzten Tagen kam ein neuer Vertretcr der rumänischen Judenheit an. Weitere neu» Vertreter der Judenheit aus Tschechos'owakien, Bukowina und Polen werden in den nächsten Tagen erwartet In seiner letzten Sitzung arbeitete das Comite folge«־ des Programm für seine zukünftige Täügkeit aus: 1. Beendigung der politischen Arbeit in bezug auf di» für verschiedene Länder noch ausstehenden Verträge mit den alliierten und assoziierten Mächten. 2. Verhütung weiterer Pogrom-Katastrophen durch politische Schritt» und Presse-Propaganda. 3. Aktion für die Einberufung einer allgemeinen jüdischen Hilfskonferenz. 4. Vorberei+ung des zukünftigen permanenten Coniites, das nach dem Schluß der Friedenskonferenz eingesetzt werde» soll. Dieses permanente Comite soll die gleichen Aufgaben wie das gegenwärtige Comite erfüllen und di» jüdischen Bestrebungen vor der Liga der Nationen und im allgemeinen vertreten. Das ״Comitd der jüdischen Delegation“ steht in dauerndem schriftlichen und telegraphischem Verkehr mit den abgereisten amerikanischen Vertretern und den jüdisch-nationalen Organisationen aller Länder. * l Dr. S a 1 k i n d, Mitglied der jüdischen Delegation aas der Ukraine, istam 28. Juli nach Palästina abgereiat Dr. Salkind beabsichtigt, einige Wochen in Palästina zu bleiben. Konferenz von E. A. C.•Mitgliedern in der Schweiz Am 29. Juli 1919 bat im Engelberg in der Schweiz eine Konferenz stattgefunden, an der vom E. A. C. die Herren Prof. W a r b u r g, Prof. Weizmann, Dr. Hantke, ferner die Herren Dr. Arthur Ru pp in, Dr. Berthold Feiwel und Julius Berger teilnahmen. Es *wurden alle Fragen betreffend die verschiedenen Aufgaben der Zicnistischen Organisation bei der ökonomischen und kulturellen Entwicklung in Palästina besprochen. Eingehend erwögen!wurden auch die Probleme praamcatorioräw. Art, <110 die 7kwü1st.isehe Organ*- sation in nächster Zeit zu läsen haben wird. Es wird beabsichtigt, binnen kurzem eine Sitzung des, Großen Actions-Comites einzuberufen. Dies wird die erste Sitzung des Große» Actions-Comites sein, an der wieder alle seine Mitglieder teilnehmen können. Diese Sitzung wird die in Verbindung mit dem Aufbau Palästina* unmittelbar zu!unternehmende» Schritte erwägen. Zu Dr. Nordaus siebzigstem Geburtstag K. Z. B. In der Sitzung vom 28. Juli sandte da» ״Comitee der jüdischen Delegationen“ bei der Friede»- konferenz in Paris an Dr. Nordau anläßlich »eise« 70. Geburtstages ein Glüdewunschtelegnemm. Das Morgenthau’scbe Dementi Der ״Kurier Warszawski“ erklärt: ״Morgentfiflfu damentiert kategorisch, daß er gesagt habe, der Paragraph bezüglich der nationalen Minoritäten sei ein Fehler. Alt Fehler habe er den Paragraphen bezüglich der Intcraatfo• nalisierung der Weichsel, aber nicht den bezüglich dar Judenfrage bezeichnet. Die Garantie der nationalen Minoritäten ist iip Gegenteil di* Grundlage des Völkerbundes. Wenn Polen noch lange hierüber debattiert, wird die Entente, namentlieh England, die Geduld verlieren und ihre Freundschaft anderen Völkern zuwenden. Polen» Befreiung er• folgte nicht durch polnische Bemühungen, sondern durcl den Willen der Entente. Polen muß einsehen, daß nur der Friede zwischen Juden und Pole» die Freiheit Polen! garantiert.“ Das klingt allerdings beträchtlich anders als da* was die Polen Morgenthau in de» Mural gelegt habe* An dieser erneuten polnischen Lüge kann man eitenna* wieviel Glauben man den pafaisclie■ M«kfta1gen entgegenbring«« fctan*. Die Poale-Zion auf der Luzenitr Sozialistenkonferenz - »־- (Telegramm de» Stockholmer ״Jüdtedhe« Pressebüioe".) Die Vertreter der Poale-Zion auf der Luzerne» Sozialistenkonferenz, die Herren Chasano wi t»8Ü und Kaplanaky brachten den Antrag ein, eine Koa*- ralaaion zur Unterguchuag der Pogr•■* nach Pole*, der Ukraine und Litauen 0 eataearfea. Sa» Antrag wM v«a ä*a ukr«i#F eher *tütz Pc s che v Liebe nicht V Vertret׳ Sozialis ist. Be die mat übrigen Volkes Eir Parteie nister sie ihn dem C sei es, Million durch deiisfco: die M< traditio nicht £ tigkeit, die Fr konfer« Pich< •ei an jüdisch sfeche enthalt dem B den jü mäditi! aufgefc in den wieder schaffe genieß! dem P Friede; eine 1 Spezial Fraazo des M polnisc erklärt politisc währei Die fi veaux heitsre wäre s der E tä tei Die 1 Ei poKtig( bene 1 i ch 8p e uropa keit, d auszuv ausble umfan zum i Jude 1 oberfli geistrs wurde begrüi der p politisi 18 t, im phisch Organ und g von je Der ״ Jahrga liehe gewor das d gelstir bereit! freie der jü Natio! von il Heft Dias« titelt: In demis! außer *chaff akade konnti Will blndu! j ank behan und d aber 1 *) W, 15 m.

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