Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 52 (29.7.1919)
- Date
- 1919-07-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 52 JUEDI SC HE RUNDSCHAU Seite 411 >2 1 im sich onen denireau Pro- »gar Einj ' r oder Palä-1 das Aus-1 Be-j ionisjetzt I ieben I mäni- (Belisch« |;habt, und I ußert 1 die! iteres I tnden i, Es onaie letern | internach Per- , und auialte, ausd. - USW.) JäuerüO Kr. iedcln ir als leider, ietire, An- .liigen jenem stellt I iegen,;orie 2ן wiciht,• ׳enäge den» 1 viele i alte | land- I sich!egeniftlich Vktion Land• Das jüdische Leben in Palästina jüdides e Benahm wies e Oe- Jnterseiten Dir. Volks• Volks- Ischen Vissen; aufinnen, r Oeentum richtsvollen r Dr. iscliCU VUtteilichtsftronife trägt, rricht, ׳ jüdi- - verrorge- Beifall ir, so!!, daß drrifticbräiürgeriterbe■ nziger rtcnen verkes schule ilteten ierung vom ringen Die Internationale Kommission Eine jüdische Deputation aus Jerusalem Ara Montag, den 18. Shvan 5(179, stellte sich eine I cputation der jüdischen Einwohner ׳Jerusalems den Mitgliedern der ״Amerikanischen Sektion der Internationalen Kommisskm zur Erforschung des nahen Ostens“ vor. Der Deputation gehörten außer dem Oliacham E 1 i s c 11 a r die Herren Elieser B e n - J e h u d a,!;a nar Ben-Awi, Bendoav, Dr. Be ha tu, Sch. (1 o rdo 11, Rechtsanwalt Valero, David J e II i 11, Dr. i.evi, Dr. Joseph Lurie, Rabbi Sinn־ ha und Prof. Schatz an. Die Delegierten sprachen Hebräisch und Englisch. Herr Ben-Jehtida sprach über die mtiuiialen Forderungen; er gab dem Wunsche Ausdruck, daß Großbritannien das Mandat über Palästina erhalte mul die Alliierten ihr Versprechen, bei der Gründung der nationalen Heimatstiitte für die Junten in Palä- -.,,ina mitzuhclten, halten mögen. Er sei sicher, daß die Wiedergeburt des jüdischen Volkes nicht nur im eigenen Interesse und dem seiner Nachbarn sei, sondem zum Wohle der ganzen Menschheit. Herr B e n - A \v i sprach über die Entwicklung 'des jüdischen Jischuws in Erez Israel, über das gute' Einvernehmen, das immer /wischen Arabern und Juden bestand und über die!111 twicklungsmöglichReiten des Jischuws. Herr David je Hin wies auf die Bedeutung Jerusalems für den 'palästinensischen Jischmv und das ganze Judentum hin. Herr Dr. Levi und Herr G ordern behandelten die ökonomischen Möglichkeiten des Landes und die natiirliehe Verbindung zwischen den westlich und östlich vom Jordan liegenden Teilen Palästinas. Herr Dr. Lurie sprach über die kulturelle Arbeit im Lande und über die Beziehungen der jüdischen Kultur za der des Ostens. Herr Dr. Bella m besprach die Auf-;;aber» des Arztes in Palästina und die Organisation der medizinischen Hilfe für alle Einwohner ohne Unterschied von Religion und Rasse. Die MitglicderderKom m i s s i o n interessierteil sich hauptsächlich für die Beziehungen zwischen den ־:!!;'istinensischen Juden und ihren Nachbarn, sowie für die Immigrationsfrage und ihre Regelung ״ Besuch in Hebron ,Dienstag, den 19. Sivan besuchte die amerikanische Sektion der Internationalen Kommission Hebron. Sie empfing eine Delegation der jüdischen Gemeinde, be- ׳sichend aus dem Chac'hatn-Basclii, Rabbiner Salman Mini, den 1Rabbinern Kastil und׳ Sionini, S. Sion im, Direktorder Filiale der Anglo-Palestinte-Go., und A. Rivvlin. ,Rabbiner Mani verlas eine Bepiiißufijr, die der Vorsitzende der Sektion beantwortete. Hierauf ,wurde der Sekt»cm ein Memorandum überreicht, den» die Verwüstung des Landes,. tesbesoudefe des *Südens'und Hebrons geschllderf wird, Die Mitglieder 1der Delegation wiesen auf den großen Nutzen hin, den die Immigration der Juden dem Lande und seinen ' Pcw'ohnern bringen wird. Die Hcdschasbalin in ihrer Nummer (20 veröffentlicht ״Palestme“ rauen Artikel, betitelt ״Die Hedschasbalm“, der sich ׳! chieden gegen die völlige Ueberlnssumg der Heil- ■!!!asbahn an die Araber ausspricht. Die Zeitung macht '!!:itegisdie, wirtschaftliche und politische Gesichtspunkte;;eilend, aus denen heraus die Entwicklung eines jüdi- |scj1en Palästinas durch einen derartigen Schritt gefährdet und jedenfalls außerordentlich gehemmt werden würde. S-er Artikel gelangt zu folgendem Schlußergebnis: ״Wenn!וי•: Eisenbahn nicht jüdisch werden kann, so sollte sie ,׳er direkten Verwaltung seitens einer Reiehsbehörde;!:u-rstelit werden, die sich int Vcrteidigungsfaiie auf luliistina verlassen könnte und das notwendige Ansehen briiße, um die Sicherheit der Eisenbahn zu gewährleisten. 11.1־ Eisenbahn würde dann die Grenzlinie zwischen Paläsiina und Arabien bilden, das bloße Vorhandensein 1(1:1׳!er klar erkennbaren und unverrückbaren Grenzlinie «iirde für die Vermeidung vieler Kon'Iiktsmöglichkeiien f.rgcn. Die hier vorgeschlagene Maßnahme, d. h. I'iaß man die Eisenbahn unter der direkten Verwaltung der Reichsbehörden neutralisier! und sie zur Ostgrenze ftiüistinas macht, kann leicht durch die Bedeutung dessen, 'wis auf dein Spiele steht, gerechtfertigt werden. Die l!1'osten einer solchen Verwaltung könnten zwischen den ■Iden Ländern auf einer annehmbaren Basis verteil! wer- •Mn, z. B. im Verhältnis des Transportbetrages für I'•• .1! eil und Güter pro Jahr.“ Das Schicksal Palästinas ln der englischen Zeitschrift ״Pajesline“ findet sich ci Artikel über das ״Schicksal der Türkei“, dem wir iiendes entnehme»; ״Die Zeit ist nun für die Alliierten gekommen, 1'iiizipicn zu betätigen und ihre Versprechungen;1 erfüllen. Die hauptsächlichsten Hindernisse ent-!;!ringen aus den politischen Traditionell und der beluiHieren internationalen Stellung der Vereinigten Staaten, מסן denen niemand weiß, ob sie bereit sind, die fHrde eines Mandats zu übernehmen. Das ist eine ™etliche Schwierigkeit, die jedoch in keiner Weise Hstina berührt. Hier ist die Mandatarmacht durch l't’ Wahl des jüdischen Volkes, durch die 1' 11 u ahme seitens der englischen Regie- ]11 ״ g und durch die Zustimmung der Mach t e f'cstimmt worden. Es braucht und 9011 in der Festptzunjj der Bedingungen des englischen Mandates für i'״ jüdisches Palästina keine Verzögerung eintreten. hat eine gewisse Schwierigkeit mit Frankreich be-!״glich der Grenzfragen gegeben. Ke Nordgrenze ftiistinas muß'sich bis zu den Grenzen des -.'b anon erstrecken, worüber es eigentlich niemals Ne Diskussion hätte geben sollen, und de Hedscbastahn soll von südlich Dam askus .bis mindestens »an in die Grenze» Palästinas ein bezogen werden. Die natürliche Grenze Palästinas im Osten ist die Wüste, und die I ledschas-Ralm ist unerläßlich iiir die Verteidigung der palästinensischen Ostgrenze. Nur Rücksicht auf die Gefühle eines eng mit GroßbriHnnu'n und Palästina verbundenen arabischen Staates ׳könnte Anlaß zu einem Verzicht geben, und es ist zweifelhaft, ob diese Gefühle und eine solche Notwendigkeit vorhaiiden sind. Die von Großbritannien anerkannte und von der öffentlichen Meinung der ganzen Weit bestätigte Be- Stimmung Palästinas ist es, ein jüdisches Palästina, die nationale Heimstätte des ׳jüdischen Volkes zu werden. Im jetzigen Stadium ist es nicht not wendig-, noch einmal darzulcgen, daß diejenigen 11 i c h t j ü d i s c h e r» Elemente in der Bevölkerung Palästinas, deren Rechte zu schützen sind, nur Gewinn davon haben werden, wenn Palästina unter dem ׳Einfluß jüdischer Arbeit und jüdischen Geistes steht. Das Land muß unter annehtnbareu Bedingungen für eine dichte Besiedlung durch Juden aufnahmefähig gemacht werden. Das jüdische Volk muß Gelegenheit zur Ausführung öffentlicher Arbeiten erhalten. Die industrielle Entwicklung des Landes muß nicht weniger als seine landwirtschaftliche Entwicklung eine Sache des jüdischen Volkes werden. Die Verwaltung des Landes muß unter dem Gesichtspunkt der Bestimmung Palästinas als der nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes eingerichtet werden. Diese Verwaltung muß eine sympathische Haltung einnehmen und mitarbeiten und soweit wie möglich aus jüdischen Kriifteu bestehen. Die Tore Palästinas müssen den Juden der ganzen Welt offen stehen, und jeder Jude, der e n t s c h 1 o s s e!1 ist, P a 1 ä s t! n;! / u sei n e nt H e i in 1 u 111 a c h e n , m 11II die St a a t s b ü r g e r - s e h a f t in Pal ä s t i 11 a e r w e r b e 11 k ö 1111 e n. Wenn es soweit ist, muß Palästina ein autonomes Gemeinwesen werden, was in dem Mandatar-Vertrag durch die Friedenskonferenz klar auszusprechen ist. Der Vorgang muß sich allmählich vollziehen und ein aufonomes Gemeinwesen wird Palästina erst, wenn es ein jüdisches Land ist und das Gemeinwesen ein jüdisches Gemeinwesen ist. Zentrale parlamentarische Institutionen müssen einem späteren Stadium Vorbehalten bleiben. Ucbcr diesen Punkt läßt sich natürlich viel sagen, aber gerade aus diesem Grunde sollte das Mandat der Friedenskonferenz nicht versuchen, der Mandatatniacht diktatorische Vorschriften zu machen. Das Mandat soll ein sich selbst regierendes Gemeinwesen vorsehn, und der Mandata.rniaclit die Pflicht übertragen, beständig diesem Ziel zuzustreben.“ Das Schneiderhandwerk in Jerusalem Zahl: 75 Juden (30 Sefardim, 21 Askenasim ,und 24 andere «re!italische Juden.), 12 Christen (hierunter 5־: Araber). ßW1«»11׳tcd.«ip'aJ€ Sähndder gibt'׳es in Jerusalem nicht. Der einzige, den es bisher gab, hat seine Werkstatt aufgegeben und ein Restaurant eröffnet. Es ist dabei zu unterscheiden zwischen: a) europäischer Arbeit, \i) orientalischer Arbeit. Von den Juden beschäftigen sich 64 Schneider mit europäischer und 11 mit orientalischer Arbeit, viele von ihnen auch mit den Reparaturen der aus Aegypten importierten fertigen Kleidung. Die jüdischen Schneider besorgen 90־ wohl das Nähen als das Zusehneiden selbst. Die christlichen Schneider sind zum größten Teil mit der Anfertigung von kirchlichen Gewändern beschäftigt. Sämtliche 75׳ jüdische Schneider besitzen Werkstätten und beschäftigen Arbeiter. Die Zahl der jüdischen Schneidergeselleii beträgt 107 (darunter 3 Frauen), der christlichen 20 und der mohamedanischen 1. Hierzu kommt noch eine Anzahl jüdischer und nidttjüdischer Frauen, die orientalische Kleidung anfertigen'. Unter den christlichen Sehneidergesellen gibt es eine Anzahl, die aus Armenien vertrieben, wurden und mit der ersten Möglichkeit nach ihrer Heimat ziiriiekkeltreu wollen. Außer diesen Gesellen gib! es eine Anzahl Schneiderlehrlingc, die keine Löhne beziehen. Unter ihnen gibt es 23 Waisenkinder, die während׳ ihrer Lehrzeit durch die Zion i s t i s c 11 c: P a 1 ii s t i 11 a - K o in 111 i s s i o n ausgehalteiv werden, und 11 Waisenkinder, die in der Werkslatt des Dtskinsehin Waisenhauses arbeiten, ferner 2t sonstige Lehrlinge (keine Waisen), von denen 4 Unterstützung beziehen, und schließlich 8 christliche Zöglinge, die in der Werkstatt von Schneller arbeiten. Die inl׳;ü).dis::be Konkurrenz ist unter den Schneidem eine sehr geringe und macht sich nur 111 der toten Saison fühlbar, Dagegen ist die Konkurrenz durch den Import ausländischer Ware eine sehr große, da sie zu viel billigeren Preisen als die im Lande selbst, hergestellten abgesetzt werden. Die Preisdifferenz beträgt zuweilen 50 Prozent. Ungeachtet dessen, daß die Qualität der eingeführten Ware weit hinter der inländischen zurücksteht, zieht das Publikum die ausländische Ware wegen ihrer Billigkeit vor. Aus diesem Grunde werfen viele Schneider gezwungen, selbst Ware zu importieren, trotz der Proteste ihrer Fachgenossen, die darin eine Untergrabung des einheimischen Schneidergewerhes erblicken. Ein Schneider, der den Stoff selbst liefert und vier Arbeiter beschäftigt, benötigt ein Um!- satzkapiital von 200 £ (äg) pro Monat. Schneider, die mit Stoffen der Kunden arbeiten (hierzu gehört der größte Teil) und 4 Arbeiter beschäftigen,' brauchen 40 L (äg) pro Monat. Die Schneider 'leiden schwer unter dem Mangel a!1 Kredit, denn nur ganz wenigen von ihnen wird von den Banken Kredit gewährt. Die Scluteklergescllen zerfallen in zwei' Kategorien, in Solche, die in der Werkstatt des Arbeitsgebers arbeiten, und solche, die die Arbeit zu Haus verrichten. Diejenige», die zu Haus arbeiten ■und ihre eigenen Nähmaschinell und Nähgarne benutzen, erhielten vor dem Kriege und während' des Krieges folgende Löhne: für einen Mantel 5—7 Frs., für Beinkleider 3—4 Frs.; jetzt erhalten sie für einen Mantel 8—12 <11., für Beinkleider 4—6 sh. Die Schneidergesellen, die in der Werkstatt arbeiten und, Ihr Handwerk gut verstehen, erhalten־ ungefähr dieselben Löhne wie die obengenannten, ־einige von ihnen verdienen pro Monat 8—9 Pfund. ן Die w eniger gut ausgebiideten Sclmeklergeselleii erhielten vor dem Kriege und während des Krieges 2—4 Frs. pro lag, jetzt 5-7 sh. 'Der Preis der Kleidungsstücke hangt von der Qualität des Stoffes und der Arbeit;11). Der Maximalarbeitslohn für die Anfertigung eines An zuges beträgt 300 Piaster 75 Frs., der mittlere Lohn 200 Piaster und weniger. Von der bevorstehenden Immigration erwarten d e Schneider einen Aufschwung ihres Gewerbes. Zur Eichung des Schneidergewerbes ist es notwendig, Stoffe und Zutaten aus dem Auslände zu beziehen und im Lande eine Kleitierfabrik zu eröffnen. Nur dann wird es möglich sein, der 'Konkurrenz durch die Importeure der fertigen Kleidungsstücke stnndzuhalteii. Die Handelskammern Die Regierung׳ erneuerte die Handelskammern in J c 111 ׳ salem, Jaffa und Haifa, deren Zweck es ist, die Entwicklung׳ des Handels zu fördern, der Regierung als helfende Ratgeberin in H anddsfragen bei zusteilen und ihr Vorschläge zur Verbesserung der öl;.)- noniischcn Lage im Lande zu unterbreiten. Die Kammer wird auch als Informationsbüro für Handels- und Kaufkitte dienen und zwischen den Kauileuten im Lande und denen im Auslande vermitteln. Die Kammer hat sich auf folgende Weise konstituiert: Vorsitzender ist der(iouverneur von Jerusalem oder dessen Stellvertreter; außerdem• nehmen zwei Regierungsbeainte als Mitglieder des Komitees für Adniinistratiionsangdegenheiten teil. Vizevorsitzende sind je ein Direktor •der folgenden Bauken: Anglo-Egypte, AngloPalestine, Credit Lyonnais. .Außerdem setzte die Regierung 4 Juden, 2 Moh:tmedaner und 2 Christen als Komiteemitglieder ein. Die Mitglieder der Kammer zahlen beim Eintritt 2 £ und als Mitgliedsbeitrag I £ pro Jahr. Gerichtsfeier in Jerusalem Am Jahrestage der Eröffnung der englischen Gerichte in Palästina veranstalteten die Mitglieder des Gerichtes in Jerusalem unter dem Vorsitz des Er»1, .:־ Richters Colonel Norinann 'Be nt wie 11, einen offizielten Empfang. Bevollmächtigte der Gemeinden 1uü der verschiedenen Konfessionen, die Mitglieder des ״Waad Hazirim“, der Direktor des Zionistischen l'alästinaa'mts und die lokalen Vertreter der Regierung waren eingeladcn. Colonel Bontwieh und Frau empfingen die Gäste. Literarisches Der erste Gruß des neuerwachenden Lebens in Palästina ist in der Gestalt der ersten־ Nummer der Tageszeitung ״Chadsdioth Haarez“ (Neuigkeiten des Landes) eingetroffen. Die alten palästinensischen Tages- Zeitungen waren me-irt viel zu sehr mit!okalan 'Angelegeriheiten beschäftigt, um auf die außerpalästinensische Welt einen Einfluß auszuüben. Uni! so vorteilhafter sticht die neue Zeitung mit ihrer schönen Ausstattung und ihrem reichhaltigen Inhalt von der alten palästinensischeu Presse ab. ln einem schönen Leitartikel scltilder! A. M. Borocltow das Entstehen des neuen Palästinas aus dem Weltbrand. Bis jetzt wären wir immer nur Zündstoff für andere gewesen, jetzt aber würden wir eine Energiequelle für ein neues Schaffen in Palästina werden. Der berühmte Schriftsteller Ben Je- 11 u d a bespricht in einem ״Die Prüfungsstunde“ überscltriebeneu Artikel den gegenwärtigen Moment, der die neue Wendling in unserer Geschichte charakterisiert. Besonders interessant ist der Artikel von M. Smilanskt über die palästinensische Konstituante. Er vertritt den Gedanken, daß die Versammlung der palästinensischen Juden nicht als Konstituante bezeichnet werden könne. Wenn sich die palästinensischen Juden vor dem Kriege gegen die Vormundschaft des Diasporajudentnms auflehntvn, so müsse sicii jetzt die Diaspora gegen die Vormundschalt des gegenwärtigen palästinensischen Judentums aullchuen. 111 Palästina gibt es jetzt noch zu wen!:,: Juden, als daß sie sich als Konstituante, die für die ganze Zukunft Palästinas von grundlegender Bedeutung ist, proklamieren dürften. Mau könne höchstens v.m einem Kongreß der palästinensischen Juden sprechen. ״Für eine jüdische Konstituante ist die Zeit noch nicht gekommen. Diese können mir die Millionen des jüdischeu Volkes einberufcJn.“ Auch von dem soeben ans Rußland nach Palästina gekommenen Dichter Jakob Fiel! man 11 ist in dieser Nummer ein schönes Gedieh! zum Abdruck gelangt. Außer dem interessanten Feuilleton von jabotinsky enthält die Zeit»;!:: auch ein gutes und reichliches lnfonnationsmaterul. Der während des Krieges aus Palästina ausgewiesenr Schriftsteller Schenkin ist aus Amerika nach einer _sehr erfolgreichen vierjährigen Tätigkeit nach Palästina zurückgekehrt. Eine chinesisch-jüdische Kolonie in Palästina. Einem Bericht dn>s ״Jcwish Chrom de“ entnehmen wir: Auf dem zionistischen Meeting, das zu Ehren von Frau E. S. Kadoorie in Shanghai abgehalten wurde, schlug Richter Charles S. Löhi'nger eine .Stiltung in Palästina zum Gedächtnis der' verstorbenen Frau vor, ein Vorschlag, der von dem Vorsitzenden, Ed. ward 1, Ezra, warm befürwortet und auf einer Ver Sammlung der Vorstandsmitglieder der lüdischen Ge mernde in Shanghai einstimmig beschlossen wurde. Die ״Chinesisch-jüdische Kolonie“ in Palästina, für welche che Shanghaicr Gemeinde im vergangenen Jahr 5000 V aufgebracht hat, wurde in eine Laura Kadoorie- Kolonie umgewandelt und die Zuschüsse hierfür auf lOOOÖ £ erhöht. Ferner hat Herr Kadoorie Hern! Dr. Weizmann angeboten, in Jerusalem ein Hospital größeren Umfanges zu errichtet». Auch dieses soll den Namen seiner verstorbenen Frau tragen.