Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 52 (29.7.1919)
- Date
- 1919-07-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652135-2652187--12393-2670020- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 410 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52 Nr. irischen und menschlichen Würde wegen gegen die Pogrome protestiert, sondern aus taktischen Er- Wägungen heraus, ist für die Vertreter einer sich sozialistisch nennenden Partei besonders beschäniend. Unsere Freunde in Polen werden nicht rasten und nicht ruhen dürfen, bis das Verhältnis zwischen Juden und Polen auf wirklich gesunder Grundlage errichtet ist. Möge ihnen dabei der Vertrag, der in Paris geschlossen worden istt/Basis und Unterstützung sein. ״ ehren. Wir seine Schüler und Freunde, bringe» Ihm an diesem Tage unser volle» dankbares Herz entgegen. Er hat mit Theodor Herz! ׳unserem Leben einen neuen Inhalt gegeben. Möge es Ihm vergönnt sein, die Keime jüdischen Lebens in Erez-Israel in reicher Entfaltung zu schauen. Der Gruß, den wir unserem Max Nordau an diesem Tage voller Ehrfurcht und Liebe entbieten, bestehe in unserem alten Schwur: lm escWkadhech Jeruchalajun ,tischkadh jeanini. F. L. Max Nordau des Aufruf des Ä. C. zu Nordaus 70. Geburtstag Von Dr. Jean Fischer, Mitglied Großen Actions-Coxnitüs. Am 29. Juli 1919 erreicht Dr. Max Nordau sein siebzigstes Lebensjahr. — Fern von seinen Freunden, in Spanien verlebte Max Nordau die 5 Kriegsjahre, dort begeht er nun seinen siebzigsten Geburtstag. Nordaus Aufenthalt in Madrid stellt ein Stück unseres tragischen Golm-Daseins dar. Seine Abgeschlossenheit verhinderte ihn m der letzten, so wichtigen Zeit aktiven Anteil an der zionistischen Arbeit zu nehmen. Welche Seelenquäl dies für Nordau bedeutete, kann man sich leicht vorstellen, aber seine, dank dem neuen Spanien trotz vieler Leiden nicht unerträgliche Gefangenschaft geht nun mit den Schrecken des Krieges zu Ende Nordaus siebzigster Geburtstag steht im Zeichen des endlich beginnenden Friedens. Der Geist unserer Propheten ist in unserem Volke noch immer lebendig. Noch in unseren Tagen erstand uns ein Seher. Mit wunderbarer Schärfe und Klarheit verkündete Herzl seinem zum Tode verurteilten Volke die nahe Auferstehung, die Erlösung vom Leid des Golus. Herzl verkündete: ״Die Judenfrage ist eine internationale, denn1 sie interessiert alle Völker, "sie ist aber vornehmlich eine nationale für die Juden der ganzen Erde. Die Judenfrage kann nur vermittels durchgreifender poütischer Maßnahmen auf nationaler Basis eine Lösung erfahren. Sie kann nur gelöst werden durch die Erriditung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk. Die nationale Heimstätte kann nur in der historischen Heimat der Juden, in Palästina, geschaffen werden.“ Der erste Jude, der durch diese Verkündung Herzls ergriffen wurde, der sieh Herzl mit ganzer Seele anschloß, war Max Nordau! Herzl kam zu Nordau mit seinem ״Judenstaat“. Als Nordau Herzls wunderbares Buch zu Ende gehört hatte, streckte er ihm die Hand entgegen und sprach: Ich bin der Ihrige! Und seit dieser ersten Stunde finden wir Nordau stets an Herzls Seite im Kampfe für die zionistische Idee. Herzls genialer Gedanke Und Nordaus unmittelbarer Anschluß bilden zusammen ein historisches Ereignis in der Entwicklung des neuzeitlichen Judentums, das um so bedeutungsvoller ist, als sie beide, sowohl Herzl als. Nordau, bis zu diesem kritischen Augenblick dem eigentlichen jüdischen Leben fern gestanden hatten. Sie waren beide vom Geiste der Offenbarung beseelt Der Wert dieser Gefolgschaft Nordaus kann an den zahlreichen Absagen gemessen werden, die Herzls Idee am Anfang erfuhr, wie viele kluge, selbst wohlgesinnte Juden verwarfen sie als eine Utopie! Wie viele stellten sich ihr feindselig in den Weg! Wer zählt all die Vorsichtigen, die sich nicht kompromittieren wollten? Ohne jedes Bedenken warf Nordau, der bereits einen Weltruf besaß, seinen Namen in die Wagschale. Das Gewicht seiner Persönlichkeit ist für die erste Zeit des Zionismus von entscheidender Bedeutung geworden. Ke Entstehung der zionistischen Bewegung ist ohne das Doppelgestirn Herzl-Nordau undenkbar. Es ist hier nicht der Ort, um ein umfassendes Urteil über die kraftvolle Gestalt Nordaus abzugeben. Wir haben seine Laufbahn verfolgt ,wir kennen seinen hervorragenden Wert als Mensch, als Schriftsteller und als Jude. Hier soll nur auf sein mächtiges zionistisches Wirken hingewiesen werden, auf den gewaltigen Einfluß, den er auf die Gestaltung der zionistischen Bewegutig ausübte. , ׳. In zionistischen Kreisen hatte seine Anschauung autoritative Geltung. Seine warnende Stimme drang tief in die jüdischen Volksmassen. Sein Schrei nach Gerecntigkejt wurde in der Welt gehört. Seit Herzls allzufrühem Tode vertrat Nordau mit unerschütterlicher Treue und Festigkeit den politischen Gedanken Herzls. Politischer Zionismus und der Name Nordau sind identisch geworden. Max Nordau, der älteste lebende Zionist, teilt mit uns das Glück, die Deklaration Balfours und den Empfang der zionistischen Delegation durch die Friedenskonferenz — die Anfänge der Verwirklichung׳ des Baseler Programmes, erlebt zu haben. Unser siebzigjähriger, jugendfrischer Freund und Führer wartet auf den Moment, um mit den Pionieren der jüdischen Freiheit das Land unserer Väter zu betreten. Das Ziel der jüdischen Freiheit überragt alle Hinderni&se und ist der größten Opfern wert. Mit kleinen Mitteln, das müssen wir uns eindringlichst vor Augen halten, ist die schwierige Aufgabe nicht zu lösen. Wir müssen uns mit unserem ganzen Können, mit unserem ganzen Herzen geben. Das ist der Preis, wollen wir uns selbst gewinnen! Als ein landloses, über die Erde zerstreutes Volk, wollen wir die Schaffung unseres nationalen Zentrums sichern, indem wir den Besitz des! Bodens gegen alle möglichen Wechselfälle schützen. Die heimatliche Erde Palästinas muß uns ein Heiligtum werden, denn ihr wollen wir die Saat für unsere Zukunt't anvertrauen. Eifersüchtig müssen wir darüber wachen, daß diese Erde jüdisch wird, durch jüdische Arbeit, durch jüdischer Hände Fleiß. Der siebzigstel Geburtstag Nordaus soll uns ein freudiger Anlaß sein, um mit Taten an unsere Aufgabe heranzutreten, das ist die beste Art, um das Vertrauen zu rechtfertigen, das die großen Männer Israels, von jeher in ihr Volk gesetzt haben. Das jüdische Volk fiat eine große Ehrenschuld an Max Nordau abzutragen, und für uns Zionisten i&t es eine besondere Pflicht, unseren Altmeister (DrathtmeMung• des Londoner Zionistischeu Zentralbüros). Da$ Actäons-Comite erläßt einen Appell an alle ZjojrfEsteo, worin der Jüdische Nationalfonds beauftragt wird, die Gründung öner Gartenstadt in Palästina m Ehren Max Nordaus einzuleiten. Bukowina (Meldung de« ״Kopenhagener Zioni* ti «•b e ■ Bureaus“.)' Die politische Lage Vor kurzem wurde der Vizepräsident des Jüdigelten Nationalrates der Bukowina, Dr. Jacob Pistiner, von den rumänischen Behörden verhaftet, aber bald darauf auf Grund einer Intervention der Bukarester Sozialistenführer Cretescu und Sion beim Minister des Aeußcrn aus der Haft befreit. Ueber die politische Situation, die zur Verhaftung Dr. Pistiners geführt hat, wind berichtet: Dr. Pistiner ist der Führer der jüdischen Sozialdemokraten in Czernowitz und führte einen energischen Kampf gegen die Bestimmungen der Okkupationsbehörden, die die Bukowina hermetisch von jedem Verkehr mit der Außenwelt abschließen, um einerseits ihre Lebensmittelgeschäfte dort ungestört durchführen zu können (so kostet z. B. amerikanisches Mehl in Lemberg 4,50 Kr., in Czernowitz 7 Kr.), um andererseits zu verhindern, daß die Nachrichten über die Autonomie-Bewegung im Lande zur Kenntnis der Oeffentlicbkeit gelangen und endlich, um eine administrative Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in aller Rülte durchführen zu können. Die Verfolgung der jüdischen■ Bevölkerung findet ihren Ausdruck vornehmlidb in Massenauswdstmgen aller Personen, die nicht ,jheünatbereditigt“ sind. Wenn diese Ausweisungspraxis vollkommen dirrchgeführt werden sollte, so ward für mehr als 30000 Juden eine neue akute Emigrationsfrage entstehen, Dr. Pistiner, der auf diese Zustände in dem von ihm redigierten ״Vorwärts“ und in der jüdischen Zeitung ,,Das neue Leben“ wiederholt hingewiesen hat, hatte ach durch sein energisches Ein• trei Mal נ für die Rerttte ,jter• Illen der* Okku1patiön®ebö1 Bevölkerung das zugezogem Gefüges der eheun November 1918 Pogrome Die Auflösung des staatlichen maligen österr.-ungar. Monarchie setzte in der Bukowina, ln gleicher Weise wie in einigen anderen Landesteilen, mit Judenpogromen ein. Dieselben traten im südlichen rumänischen Teile auf und wurden in der Weise ausgeführt, daß die Bauern in einigen Gebirgsdörfem die Juden samt und sonders vertrieben. Ke Juden mußten in nahegekgene Städte flüchten und konnten oft nicht einmal ihre bewegliche Habe mitnehmen. Hierbei hieß es seitens der Bauern ״Juden geht nach Palästina“, und es wurden auch Zettel mit solchen Aufschriften an jüdischen Häusern angeschlagen. Obwohl sich diese Vorgänge nach der Okkupation durch die rumänischen Trappen nicht mehr wiederholten, verschwand das Gefühl der allgemeinen Unsicherheit nicht. Hierzu kam, daß infolge der Unterbindung des Verkehrs mit dem Westen authentische Nachrichten in das Land nicht gelangten und die tatsächlichen zionistisehen Erfolge ihren Weg nur als Gerüchte fanden. Ke Czernowitzer Blätter waren darauf angewiesen, ihre Notiz veröffentlicht, daß Auskünfte über Palästina im Palästinabureau erteilt werden könnten. Von den sich Meldende« (vorerst durchschnittlich etwa 10 Personen täglich) wurden die Personalien aufgenommen und denselben Informationen erteilt, 'soweit sie dem Bureau selbst zur Verfügung standen. Personen aus der Provinz wurden Fragebogen für auswärts übergeben; sogar aus Bessarabien stellt« sich Klienten ein. Nach kurzer Tätigkeit •schon konnte man den Eindruck gewinnen, daß sicherlich ohne jede Propaganda zirka 66 Prozent der 120 000 Juden der Bukowina ihre Bereitschaft erklären würden nach Pak!- stina auszmvandern und daß die Hälfte davon, das sind zirka 40 000 Personen, die feste Absicht zur Aus- Wanderung auch tatsächlich haben. Dabei hat die Be vvegung Kreise ergriffen, welche früher dem Z.ionis mus durchaus fern gestanden waren, und auch jetzt nicht eigentlich von zionistischer Ideologie getrieben sind. So hat unter anderem das Verlangen der rumäni- .sehen Regierung an 'die öffentlichen Bediensteten (Beamte, Unterbeamte, Diener, ׳Arbeiter), die rumänische Staatsbürgerschaft zu erwerben, zur Folge gehabt, daß eine große Anzahl von jüdischen Eisenbahn- und auch Postbediensteten spontan 'den Wunsch geäußert hat; nach Palästina auszuwandern. Aber auch die übrigen jüdischen Eisenbahner würden ohne weiteres nach Palästina gehen, 'wenn sie unter entsprechenden Bedingungen als solche dort Verwendung fänden. Es wäre z. B. mit dem Bukowinaer Eisenbahnpersonale möglidi, eine Strecke von einigen hundert Kilometern zu betreiben. Um! über die Art der für die Auswanderung interessierten Menschen orientiert zu sein, wurden nach erfolgter Anmeldung von 100 Familien (etwa 500 Per• sonen) das Fragebogenmaterial 'statistisch geordnet, und zwar wurden folgende Auswanderungskategorien auf gestellt: 1. Landarbeiter, das sind 16—35 Jahre alte, gesunde, kräftige Personen, welche ohme Familie auswanden! wollen und zu jeder Arbeit bereit sind. 2. Bauhandwerker (Zimmerleute, Maurer, Schlosser usw.' und landwirtschaftliche Maschinisten. '— 3. Kleinbauerliehe Siedler, <L h. Familien mit weniger als 30 000 Kr. eigenem. Vermögen, die sich landwirtschaftlich ansiedebi wollen. — 4. Adhusoth — ebensolche mit mehr als 30000 Kr. — 5. Sonstige Handwerker (Schneider, Schuster usw.). — 6. Intellektuelle Berufe (Ingenieure, Aerzte, Apotheker, Lehrer). Von jeder Kategorie wurde festgestellt: 1. A11• zahl, 2. hiervon verheiratet, 3. mit erwerbsunfähigen Familienmitgliedern und• Anzahl derselben, 4. mit eigenem Vermögen umd Höhe desselben. Das Zahlenverhältinis der einzelnen Kategorien stellt steh dermaßen, daß die Kategorien 1 und 3 überwiegen, daß aber auch eine genügende Anzahl der Kategorie 2 vorhanden ist. Jedoch fällt ungünstig ins Gewicht, t daß von den 'Familien der Kategorie 3 nur wenige zu einer Ansiedlung wirklich geeignet sind, es sei denn mit Aufbringung großer Mittel, da sie sehr viele arbeitsunfähige Familienmitglieder (Kinder und alte Eltern), wenig eigenes Vermögen und selten landwirtschaftliche Vorkenntnisse besitzen. Unter dan Personen der Kategorie 1 befand sich eine große Zahl Arbeiteloser. Um! ihnen Arbeitsgelegenheit zu verschaffen und sie zugleich landwirtschaftlich vorzubilden, leitete das Palästina-Gomite eine Aktion jüdischer Gutsbesitzer zur Beschäftigung jüdischer Landarbeiter ein. E Am a-putat: Informationen aus rumänischen Zeitungen zu holen und fanden dort die phantastischsten Nachrichten von Pnoklamationen der jüdischen Republik, jüdischen Ministerien,!Massenhafter Auswanderung aus anderen Ländern usw. Die Auswanderungsbewegung Diese zwei Momente riefen eine mächtige Auswaraderungsbewegung hervor, die zu einer wahre« Volksbewegung an wuchs. Die zionistische Organisation in der Bukowina zögerte anfangs hier einzugrafen. Aber als sich Gruppen auf eigene Faust zusammentaten, Aufrufe erließen und sie in jüdischen Geschiften und in Bethäusem plakatierten, war zu befürchten, daß die zionistische Sache durch ein wildes, unorganisiertes Handeln unverantwortlicher Gruppen sdhvver geschädigt werden könnte, zu Das Palästina-Comitä ln dieser Erkenntnis beschlossen Zionisten und Poale-Zkm die Palästina-Bewegung gemeinschaftlich In geregelte Bahnen zu lenken. Es wunde daher im! Januar 1919 ein Palästina-Comitö eingesetzt, das au9 drei Mitgliedern der zionistischen Landeskommission, sowie der poale-zionistiscäien Landesorganisation und kooptierten Mitgliedern anderer Organisationen, welche an der Palästi!na-Kok>msation interessiert sind, bestehen sollte. Keses ״Bukowinaer Palästina-Comite errichtete ein Palästina-Büro, das die Weisung erhielt, 'sich ohne Ausübung irgend welcher Propaganda einen Ueberblidk über den Umfang der Bewegung und Art des für sie interessierten Menschenmaterials zu verschaffen. .Mitglied lutioinah Ostens“ Chachan ::.1 nar 11 u 1־ <i o I. e v i, I 3 e hat IMglisd!!1:1!eu _ F ilali Gri 1a1d die 11 er nut s ti 11:1 n!i die Wie eigenen ilern zun sprach i in Erez /wischen liiitivickl j e 11 i n palästine Herr Dt ükouomi: liehe V< vorn Jo! Lu ri e und übt!!er des!piken d der tned; schied v Die ׳ len sich :111,ästine die Imin •Dien Sektion empfing stellend M a n i, S! o n i ■in 1!11d A. P!l!ß«ng,!erauf י׳ 1!1 dem 1 Südens" 1 der Del« den die wohne Der erste jüdische Lehrertag in der Tschechoslowakei Registrierung der zur Auswanderung Bereiten. Zu diesem Zwecke Wurde ein ausführlicher Fragebogen in deutscher und jüdischer Sprache gedruckt und in vorsichtiger Fassung in den Tagesblättern eine Am 29. Juni 1919 fand die erste Tagung der jüdisehen Volks-, Bürger- und Mittelschullehrer des tschechoslowakischen Staates statt, die eine rege Beteiligung aufwies und einen würdevollen Verlauf nahm, Herr Dr. Engel aus Prag eröffnete die Tagung, wies auf die Bedeutung der jüdischen Schule für unsere Gemeinschaft hin und stellte die Förderung und Unter- Stützung der zu gründenden jüdischen Schule von seiten der Regierung m Aussicht Dann erhielt Herr Kr. Kraus das Wort zu seinem Referate über die Volks- und Bürgerschule. Um dem Untergange unseres Volkstums zu steuern, forderte er die Schaffung der jüdischen Schule, der neben Vermittlung von allgemeinem Wissen die Aufgabe zufällt, das jüdische Kind gegen die auflösenden Einflüsse des fremden Milieus zu wappnen. Der Unterricht in der jüdischen Schule muß daher Ge• sinnungsunterricht sein. Demgemäß ward das Judentum Ausgangs- und Mittelpunkt womöglich aller Unterrichtsgegenstände zu bilden haben. Das Referat und die daran geknüpften gehaltvollen Thesen wurden sehr beifällig aufgenommen. Herr Dr. Grünfeld referierte über den Unterricht der jüdischen Geschichte an den zu gründenden jüdischen Mittel• schulen. Er verwarf den gegenwärtigen Geschieht»- unterricht, da er einerseits bloß eine Leidenschronik sei. andererseits einen apologetischen Charakter trägt, und verlangte statt dessen einen Geschichtsunterricht, der die jüdische Jugend mit den Schöpfungen der jüdi• sehen Geistesheroen — womöglich im Original — ver■ traut mache.! Das tief durchdächte und׳ mit Begeisterung vorge■ tragene Referat des Dr. Grünfeld löste großen Beifall aus. So sehr auch dieser Beifall berechtigt war, so mußte es doch als erstaunlich betrachtet werden, daß Dr. Grünfeld die Haskala und das neuhebräische Schrifttum mit keiner Silbe erwähnte. Sehr angreifbar war das Referat über den hebräischer! Unterricht an den jüdischen Volks- und Bürgerschulen. Der Referent sprach von dem auf dem Sterbe• etat sich befindenden Glieder im Osten als einziger Institution und berichtete mit keinem Sterbenswörtchen von der Blüte des modernen hebräischen Schul Werkes und des Cheder mtukan im Osten. Es wurde noch ein Referat über die Einheitsschule gehalten, wonach die von den» Referenten unterbreiteten Thesen zur Beratung und endgültigen Formulierung Sektionen übertragen wurden, deren Beschlüsse vom Plenum nach kurzer Debatte und kleinen Abänderungen angenommen worden sind. In i ■:ncn Ai t■־! ״schied■ :1 sl: alu ategisc tlteiid, , : sehe 11■ Pal und jede!;■r Artik Eisen |wr direl .:!uwstell! ,!lästina pMße, ui Eisen Lsu na tu ■er kl; rde fü •gen. ' man ־ Reich :istinas •is auf 'osten ei den Lä fiel!, z. 1 E!reu u! In de ■0 Artik( dpendes ,Die V ׳inzipien erfüll ringen 1׳!,■liieren; סן!! (Jene |׳.!irde ei! ■«stliche l'Tistina lie Wal ׳ n!1 a h n ■r 11 יי g un ptimmt |Mi׳L!ng d l1״׳ jüdisi hat ei |.%lk'h di )!•ist i i b a n o?ine Diskt ‘ahn st iaan ir