Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 51 (25.7.1919)
- Date
- 1919-07-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 404 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51 Nr. Klimas besonders verwertet werden können, weil die Kultivierung der bewässerbaren Böden uns die Massen- Siedlung gestatten wird. Die anderen Flächen können auch in einzelnen Wirtschaften, freilich auch nicht so extensiv wie bisher, ausgenutzt werden. Sie brauchen nicht die staatlich organisierte Aptierung. Auf den bewässerten Boden hat jeder Anspruch, der viel Arbeit und wenig Kapital bringt Ich nenne keine Zahlen, ich habe sie nicht. Was » ich in Vorschlag bringe — übrigens nicht als Erster — ist noch unerprobt in Palästina. Aber es ist ein großes Problem, eine Aufgabe die des Schweißes der Edlen wert ist, an die lieber heule als morgen herangegangen werden muß! Nur los vom Hergebrachten! Neuer Geist hi dJe neue Siedlung! Ein Wort noch über das Menschemnaterial. Wird der Ostjude sich zu einem solchen intensiven Gärtner eignen? Ohne Zweifel! Die Arbeit erfordert keine übermäßige körperliche Anstrengung, regt dagegen geistig an, gibt dem Siedler Gelegenheit, intensiv zu kalku- Keren, da sein ״Umsatz“ recht bedeutend ist. Der intensive Gartenbau ist eine Industrie, zugleich aber auch ein Geschäft. Zu beiden Berufsarten ist der Jude geeignet, er wird an ihrer Vereinigung — der Gartenkultur — Gefallen finden. Dann bietet ihm die Mitarbeit an der Verwertungs-Genossenschaft Gelegenheit zur Betätigung seiner sozialen Neigungen. Nur zu! Das Problem der Nationalisierung des Bodens In Nr. 7 der ״Hamburger Jüdischen Nachrichten“ dem offiziellen Organ der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-AItona findet sich ein Artikel von Dr. S. Soskiri: ״Die Nationalisierung palästinensischen Bodens“. Der Verfasser geht davon aus, daß der Ruf nach der Nationalisierung des Bodens von dem Wunsche, die Bodenspekulation zu vermeiden, verursacht wird und führt aus, daß mit der beginnenden Erschließungsarbeit Palästinas sofort eine ungeheure Wertsteigerung des Bodens einsetzen werde, und der türkische oder arabische Landbesitzer, der seinen Boden jetzt zurückhält, in 5 bis 10 Jahren enorme Gewinne einheimsen würde. Die von zionistischer Seite empfohlene Nationalisierung des Bodens treffe aber nur den. jüdischen Besitz, und gestatte dem niditjüdischen Landbesitzer den Wert zuwachs seines Bodens zu genießen. Soskin meint, daß die Nationalisierung des Bodens nicht vor den Arabern Halt machen dürfe, wenn sie den Genuß des unverdienten. Wertzuwachses im bodenreformerischen Sinne unmöglich machen wolle. Hierin dürfe kein Unterschied zwischen dem jüdischen und dem nichtjüdischen Bodenbesitz konstruiert werden, weder zugunsten des einen Teile der Bevölkerung, noch zuungunsten eines anderen. Die jüdische Kokmisationsgesefischaft müsse also durch die englische Landesregierung substituiert werden, um cfas Institut der Nationalisierung für alle Landesbewohner geltend zu machen. Folglich müsse England von der Nationalisierung des Bodens überzeugt werden. Der Verfasser wirft den heutigen Verfechtern der Idee der Nationalisierung vor, daß sic noch immer an die türkische Konstellation dächten, die noch kein anderes Mittet zugelassen hätte als die Ueberführung des Naham Sokolows ״Geschichte des Zionismus“*) Von Prof. Dr. Heinrich Loewe. Der Zionismus ist keinesw׳egs abgeschlossen. Vielmehr ist er eine Strömung im jüdischen Volke, die eben erst beginnt, ihre gewaltige Kraftfülle zu zeigen, die noch im Anfänge ihrer einzigartigen Entwicklung steht. Es Ist daher ein Wagnis, seine Geschichte zu schreiben. Gleichwohl kann es an solchen Versuchen deshalb nicht fehlen, weil der Zionismus eben eine auf der Geschichte bauende, in ihr wurzelnde Bewegung ist. Wenn man unter ihm die Entwicklung der Organisation verstellt, die auf dem ersten Zionisteiikongreß durch Dr. Theodor HerzI eine feste Gestalt bekommen hat, so ist es gar *icht so schwer, geschichtliche Linien zu einer Zeichnung dieser Bewegung zu vereinigen. Schließlich sind die 22 Jahre, in ■deren Verlauf die Bewegung sich in den Formen der Organisation entwickelt, trotz der mächtigsten Entfaltung immerhin in nicht gar so schwerer Weise zu übersehen. Aber es wäre falsch, den Zionismus so eng zu begrenzen. Selbst der Name der zionistischen Partei ist älter. 1.11'der in Berlin seiner Zeit lierausgegebenen Zeitschrift ״Ziern“ ist bereits im Jahre 1395, also ein volles Jahr vor dem Erscheinen von Herzls ״Juden- Staat“ eine zusammenhängende Uebcrsicbt unter dem Titel: ״Geschichte der jüngsten zionistischen Bewegung im Judentum e“ von Dr. Koke sch, einem der nachmaligen eifrigsten Mitarbeiter Herzls, erschienen, während dieser selbst damals vom Zionismus und seinen Problemen noch nicht das Geringste wußte. Aber Zionismus ist eben etwas anderes als bloß eine Parteiorganisation oder die in dieser vertretene Idee oder vereinigte Bewegung. Daher erschien schon früher als die Kokesch’sche Arbeit an derselben Stelle und in ständiger Folge ein ״Archiv zu einer künftigen Geschichte der nationaijüdischen Bewegung“, in. dem die Nachrichten über die verschiedensten Regungen der nationaijüdischen Regeneration quellenmäßig gesammelt und wiedergegeben wurden. Sie umfaßten bereits ein volles Jahrhundert. Das hat Sokolow bei seiner Darstellung der Geschichte des Zionismus richtig erfaßt. Deshalb kann es den Kenner der Geschichte des Zionismus nicht verwundern, wenn er sieht, daß der neueste Historiker der jüdischen Renaissance-Bewegung, ohne sogar den An- *) Sokolow Nah um: History of Zionism 1600—1918. With an introduction by the Rt. Hon. A. J. Balfour, M. P.; With 89 portraits and ill. Seltd. and arranged by Israel Solomons:\In two volumes. Voi. 1. London: Longmans Green and Go. J. 919. L. II, 313 S. 8. Bodens in den Aflgemeinbesitz durch den J üd ische n Nationalfonds. Die Landesregierung habe das Mandat bekommen, für eine jüdische Heimstätte in Pa- Mstina zu sorgen. Obwohl die jüdische Einwanderung sicher am stäriesten sein werde, dürfe die Landesregierung nichtjüdischen Einwohnern die Einwanderung nicht erschweren. Es müsse für alle neuen Ansiedler in gleicher Weise Land sichergestellt werden. Es werde, so meint der Verfasser, nicht schwierig sein, die Eng- }ander von der Notwendigkeit der Nationalisierung des Bodens zu überzeugen, da Lloyd George selbst zu den eifrigsten Verfechtern der Bodenreform gehört. Soskin schildert dann an Hand von Damaschke die Vorgänge in Kiautschou nach der deutschen Besitzergreifung. Die deutsche Regierung verpflichtete damal» jeden chinesischen Grundbesitzer gegen Auskehrung einer nur geringen Barsunune, seinen Boden nur an das deutsche Gouvernement zu verkaufen, und zwar zü dem Preise, der vor der deutschen Besitzergreifung üblich war. Darauf setzte eine große Spekulation von seiten ostasiatischer Geldleute ein. Soskin wirft die Frage auf, ob in Palästina die arabischen und christlichen Grundbesitzer nicht ähnlich handeln würden, um durch einen frühzeitigen Verkauf ihrer Güter Geld mobil zu machen, um 90 mehr, als die Juden ja ihre Nationalin sierungsabsiditen der ganzen Welt bekannt gäben. Den ostasiatischen Spekulanten wurde seinerzeit durch die Landordnung der deutschen Regierung der Ankauf sehr erschwert. Soskin geht dann des näheren auf die Landordnung eirf und meint, man müsse die englische Regierung veranlassen, auch für Palästina eine ähnliche Landordnung herauszugeben. Den Einwand, daß man sich durch solche Maßnahmen die Araber zu Todfeinden mache, kann Soskin in der Form nicht anerkennen. Man dürfe nicht vergessen, daß die arabischen Bauern ja bisher von dem Großgrundbesitz ausgebeutet worden sind, der allerdings, ob christlich oder mohammedanisch in seinem Haß gegen die Juden, die den Boden nationatisieren wollen, einig ist. Diesem Zustande müsse die neue Landesregierung auf jeden Fall ein Ende bereiten. Die Fellachen aber seien durch das Institut der Natio״ nalisierung wohl zu gewinnen, da sie auf diese Weise von der Ausbeutung durch den Großgrundbesitz befreit würden. Dieser Gedanke sei eines der"besten Agitation smitte!, um die Freundschaft der Fellachen zu erwerben. Wenn sich aber die Bestimmungen über die Nationalisierung• mir auf die Juden, erstreckten, würden die arabischen Bauern zweifellos von Neid gegen die Juden, denen es besser geint, erfüllt werden. Die Nationalisierung des Bodens müsse also in gleicher Weise für alle Teile der Bevölkerung gelten. Am Schluß weist der Verfasser darauf hin, daß durch eine derartige Lösung der Nationafisierungsfrage das Problem der Kapitalbeschaffung sehr erleichtert würde. Die Regierung müsse die notwendigen Flächen zu Preisen, wie sie vor dem Kriege bestanden haben, enteignen. Durch eine besondere Verfügung müßte zunächst der Jiichtkulfivierte Boden eingewerden. Zwar werde diese Aktion auch viel׳ Geld ern und das jüdische Volk im gleichen Maße beanspruchen, doch sei der Charakter der Plötzlichkeit wie sie bei einer Durchführung des Anlaufs von Land aus arabischen Händen Bedingung sein müßtef-dadurch behoben. Der ideelle Erfolg einer gelungenen Nationalisierung des ■Bodens würde der sein, daß diese Idee sich auch in dem benachbarten und befreundeten Hedsohas durchsetzen würde. zogen erford Heinrich Loewe Am 2 Ab vollendet Heinrich Loewe •eia SO. Lebensjahr. Viele wird diese Tatsache überrasche»; äk einen, die ihn nicht persönlich kannten, weil sie nusfr mehr nach seiner 30 jährigen zionistischen Wirksamkeit ihn für weit älter hallen mußten, die anderen, die ihn kennen, weil sie den jugendlich feurigen Mann sicher für weit jünger eingeschätzt haben. Sein Lebensgang ist rasch erzählt Heinrich Loewe' wurde in einem! ganz unjüdischen Dörfchen Nieder- Sachsens geboren, in dem seine Familie weit und breit die einzige jüdische war. Auch seine Gymnasialerziehung vollzog sich in einer unjüdischen Umgebung, im Kloster unserer Lieben Frauen in Magdeburg. Er studierte dann in Berlin Geschichte und orientalische Sprachen und promovierte hier, genau vor 25 Jahren, zum Doktor in diesen Fächern. Seit 20 Jahren ist er Staatsbeamter, als Bibliothekar der Universitätsbibliothek in Berlin. Vor zwei Jahren wurde er wegen seiner Verdienste um die jüdische Wissenschaft mit dem Profcssortitel ausgezeichnet. Diesem einfachen Lebensgang wird Farbe und lnhalt dadurch gegeben, daß er ganz und gar erfüllt ist von der nationalen jüdischen Idee. Wie kaum׳ e» anderer Zionist der Welt hat Heinrich Loewe den zionistischen Gedanken aus sich selbst und dem Wurzelhaften jüdischen Stammesgefühl heraus geschaffen und entwickelt. Als jungen Studenten erfaßte ihn mit AUgewalt dieser Gedanke, eigentlich schon als Gymnasiasten, und ließ ihn keine Stunde mehr los. Zu einer Zeit, wo selbst im östlichen Judentum die bewußte nationale Idee noch in ihren Anfängen war, ging er ihr bis ia alle Konsequenzen nach und machte sie vor allen Ding« für sich seihst und seine Persönlichkeit zur lebendigen Wirklichkeit. Mit einer Energie, die nur bei den besten Pionieren des Hebräischen zu finden ist, machte er sich schon damals das Hebräische und auch das Arabisch« völlig zu eigen, erwarb sich weitschichtige Kenntnisse der jüdischen Geshichte aller Zeiten und Länder und ging auch sofort daran, sich in lebendige Beziehungzu Palästina zu setzen, ln mehrfachen längeren Reise« wurde er zu einem hervorragenden Kenner des Landes und knüpfte dort so viele persönliche Beziehungen an, daß er noch heute, mehr als 20 Jahre später, in Palästiua sozusagen als Landesangehöriger betrachtet wird. Aber er war niemals ein Stubengelehrter, sondern ein Mann der hinreißenden persönlichen Wirkung. Schon während der ersten Studienjahre bildete sich um ihn, als die Kernpersönlichkeit, ein kleiner Kreis zionistisch gesinnter Männer, lange vor Herzls Auftreten, dem die besten Namen des westlichen Zionismus angehöre». Der Zionismus derer um Loewe ist immer ein wurzclhafter und weiterwirkender gewesen und geblieben, und in Deutschland gehören so gut wie alle führende» Zionisten zu seinen ersten Jüngern. Heinrich Loewe war immer eine Kampfnatur, und im schweren Kampf gegen das gleichgültige Westjudentu» hat ep~*ich und seine Ideen dtirtihgesetzt. Er ist viel angefeindet worden, aber wenige sind auch so viel geliebt worden wie er. Der deutsche Zionismus darf BBW»g|U.l!J>Xll>iJkajLU 11*»!-1 JJ. JLJB1L ■!■!*■■ffMgWHMWBgg spruch auf Vollständigkeit zu erheben, einen so stattliehen ersten Band erscheinen läßt. Er sieht nämlich im Zionismus keine Bewegung, die vor zwei Jahrzehnten in Wien enstanden, die von dort aus die jüdische Welt erobert hat, sondern bei aller Würdigung der Tätigkeit Theodor Herzls und seiner Vorgänger, erkennt er ganz richtig, daß der Zionismus ■nichts anderes ist als die beginnende neue Periode der Geschichte Israels, die eben ihre Wurzeln bereits in der vorverflossenem Epoche der jüdischen Geschichte hat.• Diese Spuren eines nationalen Wiedererwachens Israels, aber nicht minder und vielleicht noch mehr das erstarkende Verständnis nichtjüdischer Geister für die bevorstehende Wiederherstellung Israels hat Sokolow in eingehender Weise gesammelt, so weit ihm das während des Krieges möglich war, der ihn von den Orten abschnitt, an denen andere Quellen des Zionismus für die frühere vorherzische Zeit zu beobachten waren. Darum1 auch hat Sokolow mit Recht den Beginn seiner Arbeit nicht auf 1896 oder 1897, auch nicht in die zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts überhaupt gelegt, sondern hat mit der Zeit um 1600 begonnen, wo das schon damals führende Volk Europas aus seiner Begeisterung für biblischen Geist zuerst das Verständnis für die Wiedereinpflanzung des Volkes der Bibel in das Land der Bibel empfing. Auch die Idee der Engländer, sich selbst für die verlorenen zehn Stämme Israels anzusehen, hat auf diese Entwicklung mächtig eingewirfet. Diese Begeisterung des protestantischen freien Englands für die Wiederherstellung Israels, die bei anderen Protestanten nicht die gleiche freudige Zustimmung gefunden hat, gehört zwar nicht direkt zur Geschichte des Zionismus, wurde aber eines der mächtig wirkenden Momente, die ihm׳ den Weg bereitet haben'. Von jüdischer Seite stellt der Verfasser nicht mit Unrecht Menascheh ben Israel hier in den Vordergrund der Betrachtung. Dann aber bringt er im• breiten Strome die Darstellung des Werdens dieser neu-jüdischen Idee wiederum vornehmlieh in England. Es ist für spätere Arbeiten auf dem ' gleichen Gebiete in hohem■ Maße erfreulich, daß der Verfasser die Gunst der Umstände in so weitem und klugem Maße benutzt hat, uni gerade diese Seite der präzionistischen Entwicklung besonders ausführlich darzustellen. Dabei ist ihm■ nicht entgangen, daß sehr frühzeitig in Frankreich mit Joseph Salvador eine eigene Entwicklung national-jüdischer Anschauungen eingesetzt hat, und daß es in anderer aber doch ähnlicher Weise, — freilich in viel geringerem! Maße als in England, — ebenfalls eine Vorentwicklung zionistischer Gedankenkreise bei Nichtjuden gegeben hat. Schließlich waren drei vornehme Juden in Frankreich, England und Amerika die sichtbaren Vertreter der jüdisch-nationalen Regenerationsgedanken. Alle drei waren freie und aufrechte Männer, die aus den besten Familien der ehemal« spanischen Juden stammten, in Frankreich Salvador in England der unvergeßliche Mosche Montefiore und endlich in Amerika der Dichter und Staatsmann Mordechaj Manuel Noah, dessen Ararat-Projekt erst in diesem Zusammenhang voll verständlich wird. Die große mitteleuropäische Judenschaft war freilich für solche politische» Gesichtspunkte noch zu unreif. Und als der Begina der vierziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts zum ersten Maie die Lösung der Orientfrage in den Bereich der Möglichkeit zog, da hatten zwar weite Kreise englischer Christen, vor allem Lord Palmerston die feste Absicht, bei dieser Gelegenheit Israel in seinen ewige» Besitz wieder einzusetzen, dieses selbst war aber, von einigen erlauchten Geistern abgesehen, noch völlig stumpf gegenüber der Aufgabe, die seiner noch harrt. Zuerst mußten die Juden lernen, wieder als freie Menschen aa einem Staatsieben teilzumehmen, ehe sie begriffen, daß sie dazu berufen seien, ein neues Gemeinschaftslebe«( auf dem uralten Boden ihrer Geschichte wieder zu beginnen. Erst mußten sie durch die bittere Schule auch def Leiden hindurchgehen, ehe sie lernten, daß sie berufen seien, biblische Gesittung auf dem■ Boden der Bibel zu erneuern. In all dieses Werden will uns Sokolow hineinführe». Er tut das, indem er vor uns ein buntes, schillerndes Bild abrollt in einem flüssigen englischen Stil, wie wir ihn sonst nur als ebenso glänzenden hebräischen Stilisten kennen. Daß er die Entwicklung der Bewegung in Mitteleuropa, ja im׳ .ge wißen Sinne auch im Oste» etwas in den Hintergrund treten läßt, findet seine natürliche Begründung erstlich in dem! Material, das ihn» in der herrlichsten Bibliothek der Welt, die er so reichlich benutzen konnte, zur Verfügung stand. Dan» wird der hoffentlich bald erscheinende zweite Band, der gewiß die Quellenbelege ausführlich hringen wird, auch diese Lücke ergänzen. Vor allem! aber ist Sofcolows breit angelegtes Werk nicht bloß eine Darstellung des Zionismus, wie er allmählich geworden und sich aus verschiedenen Quellen zu einem gewaltigen Strome ergofien hat, sondern es hat den allergrößten Wert als spätere Quelle für die heutige Lage und Arbeit des Zionismus. Diese Geschichte läßt zugleich in die feinsten Gänge zionistischer Gegenwartsarbeit hineinsehen, so daß spätere Historiker des Judentums i« diesem: Sofoolow’schen Werke eine im höchsten Maße willkommene Quellenschrift, ein gewissermaßen diplomatisches Meisterwerk der lebendigen Gegenwart erblicken werden. Daß ein solches Werk heute erscheine» konnte, daß es in einer Ausstattung ersten Ranges herauskontmen konnte, muß ganz besonder» _ aberkannt werden. ■; * ' lind SO liehen• zurück} :,!lern wahrha seinen wieder Für vi! 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