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Jüdische Rundschau · 1919-07-25 · Heft 51 (25.7.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 51 (25.7.1919)
Date
1919-07-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 51 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 405 51 so. 1; dte mm* mkeit j ihn achcr ocwe' «derbrett :hung!oster lierte!che« oldor mtcr. lerlin, ensle irtitei d In- It ist 1' ei* I ziour/el*! und t Alfasten, Zeit, tonale ws ia ingc« digen ►esten ie er >isclve tnisse ging g־ z« ’eis«! ander!1 an, Paliiwird, ndern schon < ihn, stisch de« lörea, trrzelieben, ende» nd ira .•ntum t viel ► viel! dar? emate rador; und Morieseni mitteli sehen »egina > zum ereich engl!־ e Ab־ wige* ■, von tumpf Zuerst en aa t, daß siebe* tu beaucli ie be׳• II der ähren, mildes Ie wir i liste# ng in Osten seine t, das er so Dan# Band, wird, Sofcoeflung I Sich trome Wert Arbeit in die lineinns i# Maße diplort er-!!eine# s herrlcannt und soll ihm den Tribut zallen, daß er in allem wesentliehen auf seine Ideen und sein persönliches Wirken /uriiekgeht. Sein gründliches jüdisches Wissen und vor;.!•cm sein fortreißendes Temperament, das i!1 einer wahrhaft volkstümlichen, großzügigen Beredsamkeit;;einen Ausdruck fand, hat besonders die Jugend immer wieder und immer starker dem Zionismus zitgeführt. i'tir viele der Jüngeren war und ist noch heute dieser Mann mit dem Makkabäergesicht, den hellen Augen, dem wallenden Bart und seinem, nicht aus der Judenm.t, sondern aus dem Judentumsgefühl geborenen Nationalismus ein begeisternder Judentypus. Nur 90 ist es zu verstehen, daß über alle Wandlungen «nd!Schattierungen im Zionismus hinweg auch noch die jüngsten seinem immer jungen Herzen sich verwandt! üblen. Neben einer gewaltigen Agitationstätigkeit, die diesen! Volksredner besonders nahe lag, hat aber I fein rieh Loewe auch eine ungeheure literarische Tätigheit entfaltet. Von den! ersten Jahrgang des ״Zion“ an, den er insbesondere mit Birnbaum und Bambus im Anfang der neunziger Jahre herausgab, und seit den ersten Jahrgängen der ״jüdischen Rundschau", die er lange Zeit fast allein schrieb, hat er unzählige kürzere und längere Aufsätze über politische, nationale und kulturelle fragen des Judentums geschrieben, von denen ei.11 großer Teil auch heute noch seinen Wert behalten hat und für die Geschichte des Zionismus seinen Wert immer behalten wird. Daneben brachte er zahlreiche Abhandlungen und Einzelschritten über jüdische Geschichte, Geschichte der nationalen Bewegungen im Judentum, über die jüdische Literatur, über die hebräische Sprache, über jüdische Volkskunde und über Palästina hervor, die allein genügen würden,;,sich ohne seine Tätigkeit in der politischen Bewegung des Zionismus, um ihm einen Ehrenplatz in der jüdisehen Literatur der Gegenwart zu sichern. Seine besondere Liebe gilt dem. Hebräischen. Er hat hier eine Tat vollbracht, die sich der Einführung des Hebräischen als Umgangssprache in Palästina durch biieser ben Jahr!da würdig an die Seite stellt, indem er mit eiserner Konsequenz, zunächst als Unzeitgemäßer verspottet, in seiner Familie, bei seinen Kindern, das i lebräische als lebende Umgangssprache durchsetzte. 1 leute, wo alles Hebräisch lernt, erlebt er die verdiente Genugtuung, der Erste gewesen zu sein, der 'die Unerläßlichkeit des Hebräischen für ein wahrhaft nationales Judentum erkannt und im Leben betätigt hat. Er hat auch als Erster von der Kongreßtribüne herab Hebräisch gesprochen. ' Heinrich leewe ist and! mit 5t) Jahren ein Junger und Vorwärtsdrängender. In diesem־ noch lange nicht verbrauchten Leben drängt sich wie in einem Brennpunkt der ganze Zionismus von seinen ersten Anfängen bis zt! der großen Erfüllung der Gegenwart zusammen. Er hat sein Leben lang auf Palästina gewartet, jetzt aber wartet Palästina auch auf ihn, der auf der Höhe seiner Arbeitskraft steht. Sein umfassendes Wissen und seine berufliche Tüchtigkeit werden ohne Zweifel beim Aufbau der Universität in Jerusalem, dieser Krönung auch seines Lebenswerkes, noch ein fruchtbares Feld freudiger Arbeit finden. Denn an einem Mann wie Heinrich Loewe kann ein neuerwachsendes jüdisches Gemeinwesen, das in der Kultur und Geschichte des Judentums verwurzelt sein will, nicht vorübergehen. Der schönste Dank, den die jetzige Generation, für die er gearbeitet bat, ihm bieten kann, wird darin liegen, daß sie seine!;roßen Fähigkeiten, seinen makellosen Charakter und seine tiefe Liebe zu allem Jüdischen im neuen Palästina an den rechten Platz stellt. Dann können wir scher sein, daß er für das Judentum auch i!1 der Zu- Limit nicht Geringeres leisten wird, als er ihm׳ in der Vergangenheit geleistet hat. Sokolow Vorsitzender des Komitees der jüdischen Delegationen Nach äcr von uns bereits׳ gemeldeten "Ab-!eise Louis M a r s 11 a! 1 s wurde Nahum Sokolow״ zum Vorsitzenden der jüdischen Delegationen in Paris gewählt. Brandeis in Palästina Am 16. Juli 1919 besuchte Oberrichter Br and eis in Begleitung der Herren Zimbern, de Haas, Rosof, Dr. Thon und Oe ttinger Mikweh Israel. Er wurde von 120 Jerusalemer Waisenbindern und 140 Legionären empfangen, die eich dort zur Ausbildung befanden. Von dort aus besuchte er Rischon t e Zion^ Ness-Zion a, Ekron, Hulda, B e ת s c h e m e n , W i 1 h e 1 m a und P e t a c h - T i k w a h. Ueberatl fand eine öffentliche Begrüßung statt. Das Arrangement der Veranstaltungen lag in den Händen der Schornrimorganisation, die eine Reiterkavalkade zu Brandeis Begleitung bildeten. Nach Besuch der judäischen Kolonien ist Brandeis nach Haifa und Galiläa abgereist. Die Posener Geiseln Der ,,Moment“ vom 13. Juli meldet, daß auf Grund der Bemühungen der jüdischem Abgeordneten des pol- Jiischen Sejm. Färbst ein und Rabbiner Ha Ipern, Die in Posen verhaftetem Juden wieder entlassen worden sind. Hoffentlich bewahrheitet sich diese Mtldüng des ״Moment“. .! Beiiiner Versammlungs-Kalender Büro: Berliner Zionistischen Vereinigung, Berlin C. 19, Seydelitr. 3. Telefon! I enfrum 3614/15. Hebräischer Bclh-Hawaad Berlin. Sonnlag, den 27, Juli: 4 Uhr nachmittags Im Anidüub an einen Ausflug nach Pichelsberg׳ (Treffpunkt 10 Uhr »orm, Bahnhof Charlotfenburg, Bahnsteig B.) Vortrag von Herrn Dr. Bernfeld über: ״Meine Erinnerungen aus der neuhebrSisch. LiteraturII“ GSsfe willkommen I Zionistischer Jugendverein Dienstag, den 2$. Juli: Im Helm Hclllgegeislitr. 52. Beginn 8 Uhr. ״Jüdischer Naiionalfonds in Groll-Berlin“ Referenl: Herr Katzenstein. » Gäsle willkommen! Dienstag, den 29. Juli: Beginn #>/! Uhr. Bezirksgrappe Cenlrutn, Bötzow Brauerei, am Prenzlauer Berge. Zwangloses Zusammensein. Donnerstag, den 31. Juli: Bezirksgruppen Weil, Charlottenbtzrg and Nordwesi, Im Paulaner BrSu, Kanlstraüe 165, am Auguste - Vlktorlaplatz. ״Siaaisbttrgerium und Zionismus“ Referent: Herr Dr. de Jonge. 8Uhr abends. Zionisten des Westens treffen sich Jeden Sonnabend abends 8 >1, Uhr Im Caft Nürnberg, Nürnberger Platz (Untergrundbahnhof). Bezirksgruppe ״Süd" Jeden Dienstag von 7 -10 Uhr und Jeden Sonnabend von 5—7 Uhr Ist die Lesehalle Im Helm, Prlnzcnsir, 421 Trp, geöffnet. Donnerstag, den 31. Juli: Beginn 8 Uhr. Bezirksgruppe Ost, Im Greifswalder Hot Greifswalder Strabe 43. Geselliger Abend. Verband J&tUsdter Ingenieure. Dienstag, den 29. Juli, 8 Uhr abends, tm Sitzungssaal des Zionistischen Zentralbüros, Berlin W. IS, SSthslsdie Str. 8. Dipl. Ing. Dr. A. Clffrln (Rtifhon Ie Zion): ״Die Hafenfrage Palästinas“ Neueste Pogromnachrichten DrahtberichtdesLaadoaerZionistischen Büros. Der Pogromterror gegen die Juden hört nicht auf. Sowohl in Warschau wie in der Provinz kommen taglieh blutige!Angriffe gegen Juden vor, an denen sich hauptsächlich Soldaten der Armee Haller und der Po sener Regimenter beteiligen. In -Warschau, in der DzielnastraM, überfielen ,polnische Soldaten am 9. Juli jüdische Passanten und mißhandelten sie. Blutige Ueberfälle gegen Juden wurden in S10 m n i k, Czemernik, C ichano w, R i s ch a und Lo wi cz begangen. Ganz besonders blutige!Exzesse spielten sich gegen Juden in Wieruczow ab, ,wo hauptsächlich die Posener Soldaten zahlreiche Gewalttaten begingen. Viele Juden wurden mißhandelt und ihrer Barschaft wie auch ihrer Kleidung und Schuhe beraubt. Juden wurden gewaltsam zu Zwangsarbeiten geschleppt, während Christen befreit wurden. Der ״Jüdische Nationalrat“ in Warschau veröffentlicht am 8. Juli ein Verzeichnis der Juden in W i e r u c z o w, die durch die Posener Soldaten mißhandelt und beraubt wurden.. Im Städtchen Ti sch o - w i tz sollte ein Pogrom organisiert werden, und nur dank dem energischen Eingreifen des Polizeikommissars Prczrowski wurde er verhindert. Der Polizeikommissar ließ die Plünderer mit Waffengewalt vertreiben und die Hetzer verhaften. (Stockholmer ״Jüdisches Pressebüro“) In Demblin wurden sechs jüdische Mädchen im Alter von 12, 14, 18 und 24 Jahren von polnischen Soldaten vergewaltigt und dann in die Weichsel geworfen; sie sind alle ertrunken. Die Leichen von drei Mädchen sind bisher nicht gefunden. Amerikanische Juden nach Polen. Wie das ״Londoner Zionistische Büro“ meldet, reisen die Herren Prof. Felix Frankfurter, der bekannte amerikanische Zionist, und Gans, ein amerikanischer Jurist, der in der zionistischen Friedensdelegatiofi arbeitete und an den Friedens Verhandlungen in Paris seit Längerer Zeit Anteil nimmt, nach Polen ab. Es ist außerordentlich begrüßenswert, daß diese Herren Gelegenheit haben, die Lage der Juden in Polen und die Berechtigung ihrer Klagen nachzuprüfen und der europäischen und amerikanischen Oeffentlichkeit an Hand ihrer Erfahrungen kundzutun, ob die ständägen Pogromnachrichten auf Wahrheit beruhen oder ob sie böswillig erdacht werden, wie die Polen noch immer zu behaupten scheinen. Die Not der Juden in Ostgalizien (Berich t des Stockholmer ״Jüdischen Pressebüros“). Von den 17 000 jüdischen Familien in Lernberg sind 1.2000 auf die Unterstützung des jüdisehen Rettungskomitees angewiesen. In der Provinz herrschen furciitbare Hungerepidemien, besonders in S t anislau. Rasche Hilfe ist dringend nötig.! Die Poale-Zion-Konferenz in Stockholm Am Montag, den 21. Jul 1919, vormittags, wurde die Beratung des Weltverbandes der Poale-Zion mit einer Ansprache von Locker eröffnet. Rewutzki gedachte in einer Rede des verstorbenen Führers der Poale- Zion Borochow, Kohn hielt eine Gedenkrede auf Dr. Max Rosenfeld, den verstorbenen Führer der galfekchen Poale-Zion, j a h r b 1 u m gedachte S c h u - rekt, während Rubasehow Iber die Opfer sprach, die die Poale-Zion während des Krieges in Palästina gebracht haben. Dann erstattete Chasanowitsch den Bericht des Verbandsbüros, worauf folgende Tages- Ordnung beschlossen wurde: Poale-Zion und Internat .1naüsmus, Referent Jahrblum, -- Arbeiterkongreß, Referent Chasanowitsch. v Jüdischer Kongreß, Referent Locker. — Tätigkeit der Poale-Zion in Palästina, Referent Kaplansky. — Die Aufgaben der Reorganisation des Verbandes, Referent Rubaschow. Namens der Menschiwiki-Organisation begrüßte Bienstock die Tagung. Die schwedische Sozialdemokratie hatte ebenfalls eine Beglückwünschung gesandt. Hierzu meldet das Stockholmer ״Jüdische P.essebüro“; Auf der Tagesordnung der Beratung steht eine Reihe höchst aktueller Fragen, wie: Die jüdische Kolonisation in Palästina, die Sicherung der jüdischen nationalen Rechte in den Ländern Ost- und Zentraleu:ropasv jüdischer Weltkongreß, jüdischer Arbeiter-Weltkongreß, die Reorganisation der Internationale usw. Die Konferenz befaßt sich natürlich auch mit Organisationsangelcgenheiten des Poale-Zion-Verbandes. Es wird beabsichtigt, die Konferenz im August, nach der internationalen sozialistischen Konferenz in Luzern, unter Beteiligung der erwarteten Delegierten aus Palästina, Amerika und England fortzusetzen. Litauen Aus L i b a u wird gemeldet, daß die jüdische Gemeinde eine Palästina-Kommission eingesetzt hat. Vorsitzender ist Herr Dr. Nissen Katzeneisohn, Sekretär Herr Salmanowitz, Sägerplatz 13, a!1 den alle Schriftstücke zu richten sind. Die Deutschnationale Volkspartei und die Judenfrage Auf dem ersten Parteitage der deutschnationalen Volkspartei wurde dringlicher Fragen der Innen- und Außenpolitik wegen die Beschlußfassung in der Judenfrage auf Antrag des Antisemiten Jacobsen bis zur nächsten Parteitagung verschoben. Angesichts der starken antisemitischen Stimmung, van der die Partei heute mehr denn je beherrscht ist, wird die Behandlung dieser Frage und speziell die der Aufnahme von Juden in die Partei von großem Interesse sein. Wie die ״Tägliche Rundschau“ berichtet, wurden verschiedene Redner auf dem Parteitag immer wieder durch heftige judenfeindliche Zurufe unterbrochen, da man in den Juden die Vertreter des demokratischen Gedankens und diie Gegner des alten Regimes erblickte. Diese Gegner- Schaft und Furcht drückt sich auch in einer Anfrage aus, diie eine gewisse Anzahl deutschnationaler Abgeordneter, darunter T raub und Mumm, in der Nationalvensaanmtung eingehradit haben, und in der unter Bezugnähme auf einen Artikel Max Esc he Ibachers im ״Juden“, die Reichsteitun^• gefragt wird, wie sie sich zu einer großen jüdischen Einwanderung aus den Landern Osteuropas nach Deutschland stelle. Glückwünsche zu Professor Warburgs 60. Geburtstag Die Mitglieder des Engeren Actions-Comites in London, Dr. Weizmjnn und Dr. Schmarja Levin, haben Herrn Prof. Warburg mit folgendem Telegraamn zu seinem 60. Geburtstag gratuliert: ״Zu Ihrem 60. Geburtstage beschloß das Adlons- Comite, die Farm Hulda mit Ihrem Namen zu benennen. Wir übermitteln ihnen die herzheilsten Glückwünsche sämtlicher hier anwesender Mitglieder des Actions-Camites mit der Versicherung unserer tiefsten Dankbarkeit für Ihre unschätzbaren Dienste für das Palästinawerk und die Zionistische Organisation.“ Auch die in Berlin verbliebenen Mitglieder des Engeren Actions-Comites übermittelten Herrn Prof. Warburg ihre Glückwünsche. Mitteilung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Berichtigung Die in Nr. 47 der ״Jüdischen Rundschau“ mitgeteilte Eintragung muß folgendermaßen lauten: Die versammelten Hocnzcitsgästc tragen das Brautpaar Margarethe und Vincenz Silberstein-Oppeln als immerwährende Mitglieder der Zionistischen Vereinigung für Deutschland mit" einem Betrage von 415 Mark ein. Schluß des redaktionellen Teils. . lÜdischer/Nationalfoiui 5 ־ ־■־ )Zentrale m Dentichlana. •kjMndunjon tlml *״״chlitBlich *a ricMm *n Harr# WalliltUtr, CiuulaUtnWf. RoicW-Str.Be Das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds sieht sich infolge der ganz erheblich gestiegenen Unkosten für Grund und Boden und Arbeiterl&hne in Palästina gezwungen, den Preis für 1 Oelbaum! von 6 auf 10 Mark zu erhöhen. Wir werden daher vom 1. August cfs. Js, ab Bäume •nur noch für diesen Betrag ausweiseri können und bitten unsere Freunde, dies bei allen Spenden, welche nach dem 20. Juli eingezahlt werden, zu berücksichtigen. . ( , , , *; I j. 1׳

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