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Jüdische Rundschau · 1919-07-11 · Heft 47 (11.7.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 47 (11.7.1919)
Date
1919-07-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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«יי 17 i ne oder »11- ־ anstattlaße, Per. igioa gen יe n ן de« h n e ites nien, Zu• tikel, ■öites .t zu!den, c e red e i n er ׳er-! t e n 1 n n, und iiden,;dien und t, die i di en diese von B«. indes , daß :ei es des düng und Enttmnd- Nr. 47 Louis Brandeis in Palästina Aus Paris wird dem: ״Jüdischen Volksblatt“ in Mäh- 3ch-Ostrau berichtet: DerOberrichterder Verinigten Staaten, Louis Brandeis, konfeerte mit bedeutenden Staatsmännern der Entente, besom- ■rs mit Wilson, in Sachen des Zionismus und der ogrome. Dienstag, den 24. v. M., verließ er Paris, um eine Reise nach Palästina anzutreten. Weizmann Ehrendoktor der Rechte Wie das ״Kopenhagener Zionistische Büro“ uns rahtet, wurde Weizmann am Sonnabend, den _5. Juli, 3n der Universität Manchester, an der er als hemiker tätig ist, zum Ehrendoktor der Rechte mannt. Bei seiner Einführung hielt Prof. A 1 i x a n d e r ne Ansprache, in der er aiisfülirte: ״Weizmann ver- :ß die Universität, um seinem Lande als Chemiker zu etien und um als Staatsmann zu helfen, dem jüdischen 01k eine nationale Heimstätte in Palästina zu gründen, r war der treue Führer im Rate derjenigen, die das iuverständnis und die Beteiligung der großen Nationen en Bestrebungen des Zionismus sichern halfen. Er :präsentiert den besten Typus jüdischer Rasse, indem׳ r geistigen Weitblick, Idealismus und Leidenschaft mit ttem scharfen Blick für Realitäten und che Dinge des!glichen Lebens verbindet.“ Organisation des Londoner Zentralbiiros Das Zionistische Zentralbüro in London zerfällt in itgende Abteilungen: 1. Departement für Organisation (verbunden mit em Generalsekretariat, dem politischen Departement id der Publikations-Abteilung) Leiter Dr. V. Ja- 0 b s o n. 2. Palästina-Amt, umfassend a) Kolonisations-Deparment Leiter: Julius Simon , b) Emigrations-Amt, .eiter: Julius Simon, c) Industrielle Unternehmungen fandet und Gewerbe) Leiter: Boris Goldberg. 3. Finanz-Departement, Leiter: Boris öotdberg. 4. Erziehungs-Departement, Leiter: Dr. Schmarja e v i n. Die Adresse des Zionistischen Zentralbüros lautet :tzt wie folgt: 77, Great Rüssel! Street, London, W. C. 1. wsen, 1ehen. fragt• vor׳ rojekt a mit;chriti ׳sehen roßen 1 den t von •sucht nicht k 10 men s jü- Gemeindewahlen in Kowno An den Wahlen zur Jüdischen Gemeinde in Kowno efeiligten sieh 60 0/0 der jüdischen Bevölkerung. Geihlt wurden 16 Zionisten, vier Misradiisten, sieben on der Adiduth, drei vom sozialistischen Block und echs Unparteiische. Auch hier sind also wieder die Zionisten zusammen lit den Misrachisten die weitaus stärkste Partei, so daß iie Majorität in allen Palästina und die hebräische prache betreffenden Fragen für die zionistischen Forerungen gesichert ist. Wir beglückwünschen unsere Cownoer Gesinnungsgenossen zu dem schönen Erfolg. Dele zien“ i roß־ st ein vor■;ich׳ a I a• 1 ä c h nicht liitztci , Die ischei disch lästire einlici am ms ß dal an giö verdö e ei» lande* :ine 1 u Projei י' ihnu** tianni! Die Forderungen der Juden Estlands Vom 11. bis 16. Mai fand in Reval ein Kongreß er auf Grund eines demokratischen Wahlrechts reor-;anisierten jüdischen Gemeinden statt. Die vom Konre3 gefaßten Resolutionen fordern ein nationales leim für das jüdische Volk in Palästina und lie nationale Autonomie der Juden in Estand. Die Exekutive des Kongresses, die den Namen Jüdischer Nationalrar‘ führt, ist beauftragt, ich mit den jüdischen maßgebenden Organisationen ler anderen Länder in Verbindung zu setzen, um gemein-!am für die Verwirklichung der jüdischen Forderungen!11 wirken. Chassidismus and Zionismus In Galizien hat sich eine Organisation von Chassiim gebildet, die den Namen ״Jiscftub Erez Israel“ ■ragt, zu dem Zwecke, die Chassidim, die sich bisher lern Zionismus gegenüber ablehnend verhielten, den ionistischen Ideen näherzubringen. Der Führer dieser Bewegung ist Rabbi Chajim Schapira in Drohalycz. "uf einer von mehr als 3000 Chassidim besuchten ersammlung wurde eine Resolution in Anlehnung an as Basler Programm angenommen. Die orthodoxen Rabbiner Amerikas fär den Anschluß an den Misrachi in Wie wir der ״New York Tribüne‘‘ entnehmen, hat ie Union der orthodoxen Rabbiner in Amerika bechlossen, mit der Misrachiorganisation zusammenzu׳■ irbeiten. JU EDI SCH E RUNDSCHAU Zum Todestage Theodor Herzls lAim 20. Tamtnus (18. Juli) sind 15 Jahre vergangen, seit Theodor Herzl uns entrissen wurde. Der Weltkrieg •hat die große nationale Befreiungsidee des verewigten Führers wie hie zuvor ihrer Verwirklichung näher gebracht, seinem zielbewußten Wirken ist es in erster Reihe zu verdanken, wenn das jüdische Volk heute für die Gestaltung seines nationalen Schicksals reif geworden ist. Die Ereignisse der *Gegenwart haben jeden Einzelnen von uns aufs neue ln der imverbrüchliehen Treue zu Herzls Werk und dein Gefühl der Verantwortung für die Zukunft unseres Volkes bestärkt. Und wie Herz! bei aller Romantik seines Wesens ein Mann der Tat war, wie er in weiser Voraussicht alle die Institutionen geschaffen oder angeregt hat, durch die unsere 'Bewegung sich entwickeln konnte, so dürfen auch wir gerade jetzt, im neuen Werden des jüdischen Schicksals, nichts unterlassen, um unser wichtigstes Kolonisationsinstrument, den Jüdischen Nationalfond, für die großen!Aufgaben der nächsten Zeit mit allen Mitteln auszurüsten. Wir fühlen, zumal am Todestage Herzls, erneut die Pflicht, seine Persönlichkeit hidht nur in Worten, sondern auch durch tatkräftige Förderung unserer Institutionen zu ehren. Ein sichtbares Zeichen dieser Ehrung ist der Herzlwald, der als Zeichen ewigen Dankes für unseren Führer in Palästina gepflanzt wird und dem großen Ziele der Aufforstung Erez Israels dient. Auch wir wollen helfen, daß dies schöne Denkmal der Treue und der lebendi gen Arbeit immer würdiger seiner Größe werde. Darum ergeht an alle Juden, die sich zu unserer Idee bekennen, die Aufforderung: Jeder pflanze zum 20. Tammus (18. Juli) einen Baum im Herzlwald! Bezeugeti’durch diese Spende dem Manne, die ewige Dankesschuld der euch das jüdische Lebensidcal gegeben hat! Jüdischer Nationalfond, Zentrale für Deutschland. Palästina Einige Zahlen und Realitäten Von Hennan Glenn. Die Palästinadebatte ist vorläufig geschlossen, da der Raummangel der ״Jüdischen Rundschau“ verbietet, sie in dem bisherigen Rahmen weiter fortzusetzen. Wenn wir trotzdem * Herrn Glenn und Herrn Dr. Chamizer noch einmal das Wort geben, so tu» wir das bei Herrn Olerm, um ihm die Möglichkeit zu geben, auf Angriffe des Herrn Böschwitz zu antworten. Herrn Dr. Chambers Artikel können wir nur ausnahmsweise zum Abdfuck bringen, um noch einmal einen Vertreter der Anschauung, die auf dem Palästinadelegiertentag nicht die Mehrheit für sich fand, zu Wort kommen zu lassen. Die Red. In mehreren ׳Publikationen aus letzter Zeit habe ich darauf 'hingewiesen, daß die palästinensische Land- Wirtschaft nach den bisherigen Ergebnissen un zweifeihaft imstande ,sein würde, eine die Amortisation des Grundkapitals schon enthaltende Rente von insgesamt etwa 5 »/o äm die geldleihenden Instanzen zu! entrichten. Auf dieser festen Grundlage könnte dann also eine 41/rprozentige große Kolonisationsanleihe des jüdischen Volkes mit gesicherter Erfüllung aller einzugehenden Verbindlichkeiten durchgeführt Werden. In Nr. 96 der ״J. R.“ greift Boschwitz diese Feststellungen heftig!an. Die Ableistung von 5 °/0 jährlieh würde 41 i c h t herausgewirtsdiaflet werden können; ״wir wissen hus den Berichten der preußischen Ansiediungskomtnission, welchen Zinsfuß die dort amgesiedelten Bauern, die *mehr Befähigung für den ,Beruf des Landwirts als *unsere Städter mitbrachten, für den ihnen überlassenen Boden Wahlen könnten!“ — dies der einzige Beweis. An die so vorgebradite Negation reihen sich nun die folgenden generellen Behauptungen: die palästinensische Landwirtschaft würde in den ersten fünf Jahren der Kolonisation ׳nur etwa 2 0/0 des Beleihungskapitals herauswirtschaften können, ln den folgernden fünf Jahren höchstens 4 °/0 (und später?); zu den vorgesehenen 41/2 0/0 Verzinsung der Nationalanleihe und ־— wie B. meint, meine Ausführungen in Nr. 27 der ״J. R.“ (s. u.) mißverstehend — 1!/4 0/0 Amortisation kämen noch etwa 1 0/0 Verwaltungsspesen, *1—2 0/0 Dubicsa, 1—2 °/0 Zins- Verluste bei ׳nicht sofortigem Wiederverkauf der von der Nation erworbenen *Werte, 1 °/0 für etwaige Schäden bei der Auflösung; ״aus den 5 °/0 sind im: Handumdrehen 10—11 0/0 geworden, und Kenner kaufmännischer Unternebmungen werden diese Aufstellung mit gutem Rechte als zu •optimistisch bezeichnen“. — ״Hisoharu bediwreehern“, bedenkt Eure Worte: diese Mahnung am Eingang der B.-schen Ausführungen sollte bei aJlen Aussagen rein sachlicher Natur — und nur um solche handelt es sich hier — doppelt und zehnfach beherzigt werden, die man verantwortusngsschwere Be- Häuptlingen vor die Oeffentlichkeit des harrenden Volkes bringt. Seite 375 Also 2—4 % Reinerträge gegen 10—12 °/0 notwendiger Ableistung: dies (fas Aktivum und Passiv um der kommenden Kolonisation . . . Selbst sehr hohe Stiftungsmittel, Steuern *und Assignate — ohnehin alles nur für eine ׳Kolonisation in kleineren Maßstäben genügend — ׳würden bei derart unglaublichen Defiziten binnen kürzester Zeit aufgebraucht werden. Durch ein!en Federstrich wird uns so das gesamte Siediungswerk in den'Augen der ’keineswegs allzu wohljwollenden Außenweit scheinbar endgültig und wörtlich diskrcditic rL Aber jene erschreckenden Zahlen beruhen in Wirklichkeit nur 'auf *einer Reihe von schlimme 11 sachlichen Fehlern, wie dies wegen der Wichtigkeit der Sache im Einzelnen nachgewiesem werden möge. 1. Nach 'meinen, ausdrücklich nur als Grundschema skizzierten, Angaben (in Nr. 27 der ״J.R.“) sollte der Nationaifonds, zwecks Erledigung der Amortisation in genau den traditionellen 50 Jahren, auf den von ihm selbst gezahlten ׳׳Boden preis einen e i n m׳ a 1 i g e n Aufschlag von 1!/! °,0׳ berechnen und daraufhin eine Tilgungsrente von insgesamt 5 0״ einfordern, d. h. 51/16 °/0 des wirklichen Anlagekapitals: wovon demnach 41/0/° ״ auf die Verzinsung und etwa J/2 "/# (genauer 9/iß °'°) auf ׳die Amortisation abgehen würden. Daraus macht B., ׳'neben den 40/° 2/י Zinsen, einen ständigen, also alljährlichen 'Aufschlag von 11,4 °/0 Amortisation. 2. Durchschnittlich 1—2 0;״ Zins Verluste infolge Verzögerung des Wiederverkaufs (soll heißen: der Erb- Verpachtung) des Vorn Nationalfonds erworbenen Bodens — dieser wiederum ganz offenkundig einmalige Veriust auf das Grundkapital wird ״im Handumdrehen“ ebenso irrtümlich zu einem ständigen jährlichen Posten gemacht. 3. Das gleiche gilt für die 1 % Rückstellung Sir etwaige Schäden bei der Auflösung. 4. Ebenso für die Verwaltung* Spesen von mindestens 1 »/o: sonst würden z. B. die europäischen Großbanken, die oft genug mit einer durchschnittlichen Zinsendifferenz von etwa '1/2 °/0 arbeiten, ständige Verluste zu erleiden haben. 5. Die in 2. und 3. erwähnten Verlustposten, bei der bisher üblichen zersplitterten privatkapitalistischen Kotonisation allerdings •unumgänglich, würden beim großen nationalen Siediungswerk nur durch Organisationsmängel aufkonimeii können. Dies gilt aber in holiem Maße auch für die 1— 2 °,0 dubioser Forderungen, also nicht einlaufender Zinsen, dem einzigen tatsächlich jährliehen Posten der B.-schen Aufstellung. 2 0/0 Verlust von einer '5 0/״igen Rente machen aber nur 710 ׳v» vorn Grundkapital aus. Bei solidarischer Haftung und obligatorischer Versicherung der Genossenschaften, sowie richtiger Ausnutzung des verfügbaren Mcnschenmaterials muß auch dieser, nur bei der reinen Privatwirtschaft ganz unvermeidliche, Verlustposten ebenfalls verschwinden. [ Die obigen Richtigstellungen genügen bereits, um auch im schlimmsten Falle, nämlich dem der Aufrechterhaltung der privatkapitalistischen, Wirtschaft, statt des nirgends in der Kulturwelt möglichen jiDgemeinen Wueherzinsfußes von 10—110/0 höchstens 5V2 °/0 not- Wendiger jährlicher Ableistung zu erhalten; bei strikter Bevorzugung der Genossenschaften würden dann tatsichlach schon 5 °/0, bzw. ganz ,minimal ylarüber, genügen. Aber auch dies sollte angeblich in Palästina nicht geleistet werden können, sondern höchstens erst 2 °/f, dam! 4 0/0 — wollen wirs genauer prüfen. 6. Der Vergleich mit der preußischen Innenkolomisation ist nicht beweiskräftig. MH überreichen Staatliehen Mitteln wurde dort die Bildung einer wurzelfesten begüterten Bauernschaft auf neuer Scholle verfolgt. Die Ansiedler bekamen daher Kredite zu derart bevorzugten Bedingungen bewilligt, daß der Erfolg dadurch als gesichert angesehen werden durfte: 3—3J/2 ,V« Zinsfuß, bequeme langfristige Amortisation, höchstens 6 <>/0 jährlicher Abzahlung einschließlich der Tilgung — der Staat hat also vielfach, und mit Recht, ein Heraussdhlagen von mehr als 6 0/0 bei den Ansiedlern erwartet, ln Wirklichkeit blieben die ursprünglich zum Teil glänzenden Erfolge zuletzt geringer: der Grund lag aber in einer allmählich zur Regel gewordenen starken Ueberbezahlung des Bodens infolge spekulativer Ausnutzung der durch die Ansiedlungskommission selbst geschaffenen Hoch- Konjunktur — ein scharfer Wink freilich auch für uns. Jene Ergebnisse haben sonst für die absolut anders gearteten Verhältnisse in Erez-Israel nichts zu besagen; für diese ist selbstverständlich nur die einschlägige ernsteste spezielle Fach literatur maßgebend. 7. Diese Literatur zeigt ein ganz anderes Bild der palästinensischen Rentabilitäten, als dies B. angibt. Wir stützen uns dabei keineswegs auf die optimistischen Schätzungen etwa von Bailod und Trietsch, sondern gerade auf diejenigen strengen Untersuchungen (Oettinger, Ruppin, Nawratzki usw.), die wegen ihrer ״pessimistisehen“ Sachlichkeit gewöhnlich als besonders ungünstig und entmutigend hingestellt werden. Danach liefert zum Beispiel die Kultur der Orange und ähnliche in den ersten sechs Jahren keine Erträge, dann immer wachsende Reingewinne, die' nach dem zehnten Jahr 10 °/0 des gesamten Anlagekapitals Und mehr erreichen; diese Kultur verträgt dSraufhin, bei nationaler Gewährung der zuerst nöti - gen Stundungen, eine Belastung mit vollen 62/י °,ö. Die reine Olivcnkultur ergibt sogar etwa zwölf Jahre hindurch zunächst gar nichts, daran aber dafür 12—15 0/0; sie verträgt damit eine Belastung von 62/3 °/0. Der Weinbau — wir übergehen weitere Details — gestattet ebenfalls eine Ableistung von 6V2 °/0, Mandeln und ältnliehe 62/3 0/0, die Milchwirtschaft 7('3 c j, die intensive

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