Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 41 (13.6.1919)
- Date
- 1919-06-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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- Haifa 3× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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Nr. 41 J U E DI SCH E RUNDSCHAU Seite 331 wahrlosten Gegend unter einem miserab'en Regime anlegen mußten, so war doch kein Grund vorhanden, warum wir die Kolonien nicht ebenso wie auf der Höhe der modernen Technik auch auf Grundlage der modernen Hygiene angelegt haben. Allen bisherigen Koloniegründungen gemeinsam war, daß man das Terrain nicht saniert hat, "bevor man die Kolonisten sich ansiedeln ließ. Ich kann mir als Arzt nichts Verantwortungsloseres vorstcT.en, a's unschuldige, begeisterte Pioniere auf einen Roden zu schicken, wo sie unweigerlich schweren Schaden au 'Gesundheit und Leben nehmen müssen. Glauben Sie nicht, daß nicht versucht wurde, die verantwortlichen Stellen darauf aufmerksam zu machen und sie zum systematischen Vorgehen zu veranlassen; doch damals wie auch heute noch würde immer der fadenscheinige Einwand erhoben: Wir haben für Sanierung kein Geld. Mir sind Fälle bekannt, wo eine Sanierung im Verhältnis zur Gesamtanlage geringe Ausgaben verursacht hätte, und trotzdem ist sie unterblieben. Man kann annehmen, daß jeder Mann 2—3 Monate im Jahre krank darniederlag und daß er 4—5 Monate jährlich nicht auf der Höhe seiner vollen Arbeitskraft gestanden hat. Wenn Sie sich nun vergegenwärtigen, wieviel Kraft im Kampfe gegen die Krankheit vergeudet wurde, anstatt sie im Aufbau der Kolonie nutzbringend zu verwerten, dann werden Sie mir ohne weiteres zugeben, daß die stiefmütterliche Behandlung der Hygiene nicht nur eine Nachlässigkeit, sondern rein Wirtschaft- Geh audi eine große Dummheit gewesen ist — Von den Städten sind Jerusalem, Hebron, Safed und Tiberias besonders malariaverseucht. Heute ist nach meinen mit Dr. Goldberg zusammen vorgenommenen Untersuchungen in Jerusalem der Zustand der, daß in den Außenbezirken es mehr Malaria gibt als in der uns von den Türken überkommenen Altstadt. Denn wir fanden in der Altstadt bei 16״/» der jüdischen Bevölkerung Malariaparasiten im Blute, während in der Außenstadt 22 0/0 infiziert waren. Wie leicht es in I Jerusalem ist, Malaria zu vermeiden, dafür lassen Sie mich als Beispiel die amerikanische Kolonie anführen. Die medizinische Wissenschaft ist im- Stande, innerhalb eines oder zweier Jahrzehnte bei geeigneten Maßnahmen die Malaria aus dem Lande auszurotten, oder auf ein Minimum zu reduzieren. Auf dem Lande müssen wir die Sümpfe, die Pfützen, die Tümpel beseitigen, die Flüsse regulieren, in den Städten einen Kampf gegen die fehlerhaften schlechten Zisternen füllreu, wo es möglich ist, sie überhaupt durch Anlage von zentralen Wasserleitungen vollständig beseitigen. Eine Sanierung ist überall möglich, an vielen Stellen ohne große Kosten, an anderen kann man die Assanierung mit Anlage von bewässerbaren Kulturen verbinden und dadurch die manchmal beträchtlichen Unkosten bedeutend verringern. Die zweite große Krankheit des Landes, das T r a - chom, muß ebenso wie die Malaria aus dem Lande verschwinden. Durchschnittlich sind nach den Untersuchungen von Feigenbaum 28 % der jüdischen Bevölkerung trachomkrank, von diesen haben 80% ihr Leiden innerhalb der ersten 3 Lebensjahre erworben. Die Trachombekämpfung wird beträchtliche Kosten verursachen und muß lange Jahre liindurch intensiv fortgesetzt werden. Eine große Rolle spielen in den Städten, besonders in dem hygienisch verwahrlosten Teil, im Sommer und im Herbst die typhösen Erkrankungen. Sie hängen mit der schlechten Wasserversorgung, mit den traurigen Abortverhältnissen und der ungenügenden Be seitigung der Fäkalien zusammen, mit der großen Un- Sauberkeit, mit dem leichtfertigen Genuß der öffent- Bell feilgebotenen, vielfach verdächtigen Speisen und mit der ungeheuren Fliegenplage. Die Fliegenplage ist in den Städten wie auf dem Lande eine entsetzliche, und eine der ersten Maßnahmen unseres künftigen Gesundheitsministeriums sollte eine energische Knmpagne gegen die Fliegen sein. Auf ähnlichen Ursachen wie der Typhus beruht die im Sommer häufige Dysenterie (Ruhr). Eine Krankheit, die vor dem Kriege in Palästina kaum vorkam — ich habe im Jahre 1913 einen kleinen Anfall im Jerusalemer Gefängnis erlebt — ist das Fleckfieber oderder Flecktyphus. Diese Krankheit hat während des Krieges in Palästina stark gewütet, viele Tausende von Juden dahingerafft und scheint auch jetzt noch nicht erloschen zu sein. Man wird bei der Einwanderung Sorge tragen müssen, daß die Krankheit nicht von neuem nach Palästina eingeschleppt wird. Eine weitere traurige Kriegserrungen- Schaft sind die Geschlechtskrankheiten. Diese kamen vor dem Kriege in Palästina bei der jüdischen Bevölkerung kaum vor und sollen jetzt ziemlich verbreitet sein. Ebenso soll es jetzt in den Städten viele jüdische Prostituierte geben, ein Stand, der vor dem Kriege ganz unbekannt war. Aus dieser kurzen Uebersicht über die hajuptsächllchsten Infektionskrankheiten, können Sie ersehen, welche gewaltigen Aufgaben der Hygiene in Palästina warten. Dabei habe ich viele Gebiete der Hygiene gar nicht berührt, z. B. Wohnungshygiene, Nahrungsmittcltiyygiene. Für alle diese Aufgaben war bisher von irgend einer Körperschaft, sei es von der J. C. A. oder dem Nationalfonds oder dem Aktionskomitee kein Pfennig ausgeworfen. Was getan wurde, geschah von privater Seite aus. Im Jahre 1912 führte Nathan S trau ß in Palästina die schon lange geforderte moderne Seuchenbekämpfung ein mit Gründung des J e w i s 11 Health-Bureau. Diesem jüdischen Gesundheitsamt wurde dann 1913 ein« Abteilung für Tollwutschütz angegliedert, die von der Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturforscher ins Leben geiufen wurde. Das Gesundheitsamt hatte die Aufgabe, den Krankheit*- Ursachen nachzugehen und die Krankheiten an der Wurzel zu beseitigen. Es muß ein Gesundheitsministerium geschaffen werdsn, in dem das gesanite Gesundheitswesen zentralisiert ■wird Diesem Ministerium■ unterstehen die Bekämpfung der ansteckenden Krankheiten, das Krankenhaus- und Kassenwesen, die medizinischen Forschung«- und diagnostischen Institute, die Herstellung der Impfsera und diagnostischen Sera, die sanitäre Hafenkocntrolle, die Wohnungs-, Straßen- und Gewerbehygiene, die Aufnahme einer Krankhcits-, Todesursachen- und Heirats-Statistik, die öffentlichen Bade- und Waschanstalten, die öffentlichen Gärten, das Impfwesen, da® Aerzte-, Zahnärzte-, Apotheker- und Pflegerpersona!. Audi das ganz in» argen liegende Veterinärwesen ist hier anzugliedem. Wir haben wiederholt gehört, die eng’lsche Armee hätte so viele Zelte und Baracken; diese hätte man nur einfach anzukaufen, und dann könnte man Tausende von Einwanderern unterbringen, ich kann nicht dringend genug davor warnen, mit dem Barackensystem zu beginnen. Anstatt den Einwanderern die Anpassung durch gute Unterkunftsverhältnisse zu erleichtern, erschweren wir sie ihnen, wenn wir Zelte und Baracken hierzu verwenden. Ich bin der Ansicht, daß in solchen Zeltlagern der Gesundheitszustand ein sehr schlechter sein wird Nun frage ich; Wird die Einwanderung behindert, wenn wir feste Unterkunftshäuser bauen? Nein! Im Laufe eines halben Jahres sind wir imstande, in Jaffa und Haifa große Hallen zu errichten. Weiter wird häufig von großen Arbeiten in den Städten gesprochen. Wir müssen verlangen, daß vor allem gute Wohnungen errichtet und gute Küchen- Verhältnisse geschaffen werden, sollen nicht große Teile der Arbeiterschaft schweren Schaden an der Gesundheit nehmen. Sollte die Inangriffnahme der Arbeiten sich hierdurch wirklich um einige Monate verzögern, so ist der Zeitverlust nur ein scheinbarer. Wenn nämlich die Unterkunftsmul Emährungsverhältnisse schlechte sind, werden ständig 10-—20■—30 % der Arbeiterschaft krank darniederliegen. Wird dagegen für den Arbeiter wie notwendig gesorgt, dann werden die geplanten Unternehmungen ungestört vor sich gehen können. Man hüte sich weiter, bei der Anlage von Industrie Provisorien zu gestatten. Erst muß man "hygienische Fabrikräume und gute Arbeiterwohnungen, wo möglich Gartenstädte, errichten, und dann darf man den Betrieb eröffnen. Dagegen wird man bei Straßen- und Eisenbahnhauten, wo die Arbeiter an einer Steile nur kurze Zeit lang verbleiben können, sie In Baracken unterbringen müssen. Diese Arbeiter müssen besonders gut ärztlich überwacht und versorgt werden; man wird trotzdem hier mit einer beträchtlichen Krankheitsziffer rechnen müssea Ncdi gefährdeter sind diejenigen Pioniere, welche bei Assanieru ngsar b ei ten beschäftigt sind. Diese Arbeiten sind für Europäer sehr gefährlich und aufreibend, und nur ausgesucht kräftige Freiwillige können für Assanierungen in Betracht kommen. Ob auch diese die Arbeiten längere Zeit ertragen werden, bezweifle ich stark, denn bei den Sanierungen in Chedera sind selbst die eingeborenen Araber aadi kurzer Zeit davongelaufen. Durch die Sanierung der Böden braucht die Ein- Wanderung nicht aufgehalten zu wenden. Denn es gibt genügend Strecken, die gar keine oder nur geringe Sanierungsarbeiten erfordern, und auf diese Gegenden kann man die Einwanderung zunächst lenken und zu gleicher Zeit mit der Sanierung der verseuchteren Böden beginnen. Nur wenn das Gesundheitswesen au seinem Recht kommt, werden Sie blühende Dörfer und Städte, Lachende Pflanzungen und gesunde Kinder haben. Referat Dr. Auerbach, Haifa Sanitäre Aufgaben in Palästina (Spezielle sanüüre Einrichtungen) Mit dem Beginn einer großzügigen Kolonisation Palästinas muß sofort auch das Gesundheitswesen des Landes auf breiter Basis organisiert werden. Unsere sanitären Aufgaben gehören zu den dringlichsten, und es sind viele unter ihnen, die geradezu unerläßliche Vorbedingungen für das Gelingen unseres Werkes sind. Was bisher auf cfiesen» Gebiete geschehen ist, sind 80 bescheidene Anfänge, daß man von einem völligen Neuaufbau sprechen kann. Nachdem Ihnen Dr. Brünn einen Ueberblick über die allgemeinen Aufgaben der Assanierung de9 Landes gegeben hat, handelt es sich jetzt darum, die speziellen sanitären Einrichtungen, die wir treffen müssen, kurz zu sääzzieren. An der Spitze steht hier die gesundheitliche Ueberwachung der Einwanderung. Diese muß bereits in der» Auswanderungsländern beginnen. Es muß grundsätzlich verlangt werden, daß jeder Auswanderer mit einem Gesundheitszeugnis eines von der Auswanderungsorganisation bestellten Arztes versehen ist Dieses Zeugnis wird dem Auswanderung^- lustigen bei gewissen Erkrankungen in» Interesse des Gemeinwohls verweigert werden müssen; bei anderen wird man ihm im eigene» Interesse von der Ucber- Siedlung abraten müssen. Einheitliche Richtlinien hierfür sind rechtzeitig von dazu berufenen Aerzten aufzustellen. — Die wichtigste Sichtung des Me ה sdhen matc ri ak wird■ in den Einwanderungshäfen stattfinden. Von» Betreten des Landes sind unbedingt auszuschließen: 1. Seuchenkranke; 2.—3. Geschlechts- und Trachomkranke Im Ansteckenden Stadium; 4. Geisteskranke Die an ansteckenden Krankheiten Leidenden können zugelassen werden, sobald sie, nach entsprechender Quarantäne-Behandlung, für nicht mehr anstedkend erklärt sind. Irn Lande selbst ist die dringlichste Aufgabe eine grundlegende Neugestaltung des Krankenhaus- Wesens. Schon für die jetzige dünne Bevölkerung sind die vorhandenen Einrichtungen ganz unzureichend gewesen. In den jüdischen Krankenhäusern des ganzen Landes standen nur etwa 250 Betten zur Verfügung I Nur drei Krankenhäuser hatten einen für sie errichteten Bau inne, und fast alle existieren von freiwilligen Spenden, die aus der ganzen Welt in kleinen Summen herangeholt wurden, und das System dieser Heranholung hatte oft genug eine peinliche Aehnüdikeit mit den Methoden der Chalukka. Unter solchen Verhältnissen ist es kein W'under, daß viele Hospitäler einen Teil des , ahres wegen Geldmangel geschlossen waren, und daß ihre Einrichtungen nur notdürftige und unzureichende waren. Im neuen Palästina müssen die Krankenhäuser öffentliehe Institutionen werden. Der privaten Hilfstätigkeit wird trotzdem auch dann noch ein weites Feld bleiben, denn die Mittel für die neu za Schaffenden Einrichtungen auf diesem Gebiete werden ganz gewaltige sein müssen. Ich schätze den dringenden Bedarf allein für die ersten fünf Jahre auf etwa 10 Millionen. Dies« Summe umfaßt nur die Kosten der Neubauten in den bisherigen jüdischen Zentren Palästinas und die Quarantäne-Stationen in Jaffa und Haifa. Daneben aber werden große Summen laufend zur Unterhaltung der Betriebe erforderlich sein, die wie in aller Welt aus ihren eigenen Einnahmen nur den kleineren Teil ihrer Ausgaben werden bestreiten können. Diese Zuschüsse dürften schätzungsweise für die ersten fünf Jahre durchschnittlich jährlich U/4 bis 11/e Millionen Mark erfordern (die Mark immer zum Friedenswerte gerechnet). Die Aufbringung dieser sehr bald noch wachsenden Summen wird nicht auf dem geschäftlichen Wege der Anleihe oder einem׳ ähnlichen erfolgen können, da es sich nicht um rentierende Ausgaben, um Zuschiißbeträge handelt. Vielmehr ist wohl am besten nach R u p p i n s Vorschlag ein großer Wohlfahrtsfonds ins Leben zu rufen, der sich aus freiwilligen Spenden zusamimensetzt. Aber es soll und wird etwas ganz anderes sein als etwa die Chalukka. Wir brauchen vor allem große einmalige und jährliche feste Beiträge der jüdischen Organisationen, Gemeinden und Einzelner in der ganzen Welt, wo Juden wohnen. Für eine spätere Zeit, in einem erstarkten jüdischen Palästina, ist dann die Uebernahme des Gesundheitsbudgets durch das Gemeinwesen und seine Deckung durch Steuern oder ähnliche Mittel in Aussicht zu nehmen. Um die Aufbringung dieser Summen brauchen wir keine Sorgen zu haben; wenn die Gelder zentralisiert verwaltet und ordentlich verwendet werden, wird gerade für diese Zwecke der Zustrom von Spenden aus der Diaspora ein sehr reichlicher sein, 90 daß öffentliche Mittel des Gemeinwesens nur in geringem Ausmaße beansprucht werden müssen. Wollen wir aber Palästina zu einen» jüdischen Land machen, so müssen wir vin vornherein ins Auge fassen, jüdische Krankenhäuser auch an solchen Orten einzurichten, in denen bisher keine oder fast keine jüdische Bevölkerung lebte. Dieses Mittel ist, wie die Arbeit der christlichen Missionsgesellschaften gezeigt hat, vielleicht die wirksamste Kulturpropaganda. Wir werden gewiß hier keine Mission treiben; aber der Araber muß lernen, im Juden den Kulturbringer zu sehen, den Erretter aus Krankheit, Schmutz und Verwahrlosung. Sol die Orte sind etwa: Gaza, Ramleh, Hebron, Nablus, Akko, Es- Salt, Kerak, Tyrus und Saida. Jüdische Krankenhäuser werden ausgezeichnete Pioniere für das allmähliche Vordringen der Juden im Lande sein, und auch unserer eigenen Volksgesundheit werden wir einen großen Dienst leisten, indem wir die Krankheiten der Araber bekämpfen. Man darf auch nicht vergessen, daß wir außer den allgemeinen Krankenanstalten eine ganze Reihe von Spezial-Instituten brauchen, an denen es heute so gut wie ganz fehlt. In erster Linie stehen hier wegen der ungeheuren Verbreitung des Trachoms einige Augenkliniken; ebenso dringend aber sind Frauenkliniken und Gebäranstalten, Kinderkrankenhäuser, zumal für Säuglinge, und wenigstens eine Anstalt für Geisteskranke. Für die erste Zeit, wo wir bei starker Einwanderung mit einem besonders großen Zustrom von Arbeitern für öffentliche Arbeiten an Eisenbahnen, Wegen, Sanierungs-Unternehmen und Bewässerungsanlagen zu rechnen haben, wird man auch zur Einrichtung von f 1 i e - genden Spitälern nach Art der Militärlazarette schreiten müssen. Alle diese Arbeiten lassen sich nur bewältigen bei straffer Zentralisierung der Mittel und der Initiative in einem unter ärztlicher Leitung stehenden Gesundheitsamt, das ja auch für die allgemeinen Aufgaben der Assanierung des Landes die gegebene Zentralstelle ist. Neben den Krankenhäusern brauchen wir ein ganzes Netz öffentlicher und aus öffentlichen Mitteln unterhaitener Polikliniken. Sie sind nicht nur wegen der Armut der Bevölkerung notwendig, sondern unentbehrlich im Kampf gegen die endemischen Krankheiten. Die Ausrottung der Malaria und des Trachoms, die Herabdrückung der gewaltigen Säuglingssterblichkeit wird in ihnen eine der stärksten Waffen haben. Ueber die ungcheure volkswirtschaftliche und gesundheitliche Bedeutung der Malaria haben Sie von Dr. Brünn gehört; vom Trachom werden wir alsbald noch sprechenhier seien nur noch einige Worte über die Säuglingssterblichkeit gesagt. Heute sterben noch in Palästina