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Jüdische Rundschau · 1919-06-06 · Heft 40 (6.6.1919) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 40 (6.6.1919)
Date
1919-06-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 40 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 323 Bau wohl vier- Ws fünfmal teurer »ein, wie vor dem Kriege. Vor dem Kriege kostete in Deutschland ein xiedlungs-Kleinhaus -1000—5000 M,, heute 16000 bis ,0 WO M., also 1«) Siedlungshäuser 1600 000 bis 2000000 M. ln Palästina liegen die leneren Baupreise neben den verteuerten Löhnen, die wohl, wenn erst »ausendc jüdische Arbeitskräfte drüben sein werden, von selbst wieder abbauen, daran, daß man die wichligsten Baumaterialien Zement, Eisen, Holz und Glas von Uebersee einführen muß. Was das bei dem teuren י duffsraum usw. kostet, ist enorm. Was aber an Zement auf Kameltransporten verstreut wird, was an (»las kaputt geht und was an Holz gestohlen wird,;st nicht zu sagen. Darum ist es für unsere Siedlung cuie Lebensfrage, daß die jüdische Unternehmung sich;«fort und mit Macht auf die fabrikmäßige Herstellung '1on Zement und Glas wirft, daß sie Fabriken baut, in denen Kunst- und Kalksandsteine erzeugt werden, daß -ie Holzbearbcitungsfabrikcn errichtet, Schlossereien für Bauheschlägc erbaut und Ziegel herstellt. Und all die Räder und Maschinen, die tausenden jüdischen Arbeitern Brot und Arbeit geben werden, treibt entweder der Vater Jordan, der das Land mit elektrischer Kraft speisen wird oder der Masut, den die Asphaltlager des Toten Meeres und des Varmuktales hergeben werden. Alle Arbeit wird aber verklärt werdet! durch die Freude eines Volkes, das sich selbst seine Wohnungen baut;m lande der Verheißung. Rieh. Michel: Das Referat des Herrn Baerwald stellt eine äußerst verdienstvolle Leistung dar. Mur in einem prinzipiellen Punkte bin ich anderer Meinung als Herr Baerwald. Herr Baerwald will ■täniüdi alle Aufgaben ,(bautechmscher, künstlerischer, organisatorischer und kaufmännischer Art) einem Hochbauamt zuweisen. Man kann das Projekt zu einem Hochhauamt an sich nach seiner Bedeutung und dem Ausmaß seines Aktionskreises als großzügig bezeichnen. Es scheint aber nicht zweifelsfrei, ob ein Hochbauamt .-eine Tätigkeit auf alle die Gebiete erstrecken soll, die genannt worden sind. Ein ziemlich umfangreicher Apparat wird für die Planung und Leitung der von oftizic.kr Seite unternommenen Bauten eö'ig se'n. Aber selbst der Wettbewerb der künstlerisch besten Leistungen wird nur für größere zusammenhängende Aufgaben in Frage kommen. Eine große Reihe für Wettbewerbe nicht geeigneter Aufgaben werden in den Ate- Sicrs des Amts gelöst werden müssen. Darüber hinaus wird das Amt eine begutachtende und koni r « 11! c r e 11 d e Tiitigkeit in großem Umfange aus- /«üben haben über Bauten, die, sei es durch Beleihung, sei es durch Uebcrlassitng von Boden in Erbpacht oder dergleichen aus öffentlichen Mitteln subventioniert werden, und auf deren Gestaltung die Leistung sich billigerweise einen entscheidenden Einfluß Vorbehalten wird. Wieweit das Bauamt geeignet ist, bei der Er- *chliePtuiig neuer Terrains und bei der Anlage neuer Kolonien und Siedehmgen durch Aufstellung von Bebauuugsplänen mitzuwirken, bedarf einer Untersuchung. — Als vor nicht langer Zeit die Städtebaukunst — ich darf vvi’iil sagen erfunden wurde, kam man sehr bald zu der Erkenntnis, daß sich Bebauungsplan und Bebauung verhalten wie Grundriß und Aufbau, d.!1. daß sie gleichzeitig konzipiert werden. Es ist leicht verständlich, daß die Komposition /.. B. einer Platz- גnlage undenkbar ist ohne genaue Vorstellung von der Gestaltung der Platzwände, d. h. der Fassaden der ihn einschlicßcnden Gebäude, weiche in gleichem Maße raumbildend sind, wie die im Bebauungsplan festgelegte Grundfläche. Als Konsequenz ergibt sich hieraus, daß grundsätzlich darauf hingewirkt werden muß, daß Bebaiiungsplan und Aufbau der Gebäude soweit irgend möglich von dem gleichen Baukünstler gestaltet werden, damit eine in sich geschlossene künstlerische Leidüng erzielt werde. - Wo heute neue Stadt- oder ־äcdelungsanlagen erstehen, entspringt die Gesamtheit des Bebauungsplans und der Bebauung demselben künstlerischen Willen. Sollte nun das Bauamt die Beitammgsplänc aufstellen, so müßte es nach dem Vorjesagten auch die Bebauung leiten. Das hieße «ber die gesamte Tätigkeit der Architekten verstäätliehen. Man kann sich sehr wohl vorstellen, daß das ßauamt in den einzelnen Städten, sogar zur Errichtung von Kolonien, Nebenstellen einrichtet. Ich glaube, ich bfauehe die angedeutete Perspektive nicht weiter auszupinseln, Ihnen graut schon bet der Andeutung. Sie werden mit mir darin einig sein, daß alles vermieden werden muß, was den erst ganz kurzen und noch sicher leisen Todesschlaf des heiligen Bürokratius stören könnte. Das Bauatnt soll sich damit begnügen, bei der Lösung von Bauaufgaben im allgemeinen als *ad!- verständiger Vertreter der Leitung, d. h. als Auftrag jeher aufzutreten und die Arbeiten zu organisieren und kontrollieren. Nach tten von dem Referenten gemachten Vorschlägen soll das Hoehbauamt auch einen großen Teil der Unternehmertätigkeit ausüben; insbesondere soll es in äußerst großzügiger Art die Beschaffung, Verschiffung, Lagerung und Verteilung von Baumaterialien vornehmen. Die Erfahrungen der Kriegswirtschaft sollten durchaus gegen eine derartige Organisation sprechen. — Es unterliegt für mich keinem Zweifel, daß die Beschaffung von Baumaterialien durch den freien Handel das allein Zweckmäßige und Fortschrittliche ist. Die Aufgabe der Baumaterialbeschaffung ist heute ungeheuer schwer und kann nur unter geschicktester Bearbeitung des gesamten Weltmark- .gelöst werden, Dazu ist nur der freie H and e I befähigt Und wenn das Bauamt an der Lösung dieser äußerst wichtigen Aufgabe mitzuwirken berufen '*t, •0 »II es den Handel mit Anregungen und Rat unterstützen, eine Pflicht, die Im Interesse de■ Gelingens des Ganzen meines Erachtens übrigens jeder Fach- I mann hat — Ich hatte während meiner Tätigkeit in Palästina den Mangel an geschulten H i 1 f s k r ä f - ten, insbesondere an Spezialisten als sehr hindcrlich empfunden. In den! von mir der zionistischen Leitung vorgelegten Programm für die vorbereitenden Arbeiten im Hochba'ufach nimmt deshalb die Bereitsteilung von Spezialisten einen breiten Raum ein. Das Hoehbauamt soll sich dieser sehr wichtigen Aufgabe annehmen, aber nicht die Anwerbung und Verteilung der Arbeiter übernehmen. Sicherlich muß der Balance von Angebot und Nachfrage auf dem Arhcitsinarkt nachgeholfen werden, ganz besonders im Anfang. A0-. diese außerordentlich gew ichtigc und umfangre che Aufgäbe wird eine eigene große Organisation erfordern. Zur Unterbringung der Einwanderer wird ein System von Arbcitsnachweisstelicn zu errichten sein, welche am zweckmäßigsten örtlich und organisatorisch mit den Einwandererlagern verbunden werden. Eine Zentrale der Arbeitsnachweise hätte einen besseren Uebcrblick über die öffentliche wie private Baut Hg', ii und ihren Bedarf an zum großen Teil ungelernten Arbeitern als das :Bauamt. Aber die Heranziehung im Lande nicht vorhandener Kräfte aus den Cialuthländern soll in den Kreis der Aufgaben des Aufbauamts gerückt werden. Herr Baerwald hat des ferncren angedeutet, daß die Bauten keine Nachahmung von Bauwerken in den Galuthiändern darstellen sollen, was wohl unwidersprochen bleiben wird. Es muß aber einmal ausgesprochen werden, daß sie mindestens ebensowenig eine Imitation der arabischen sein dürfen. Eine der wesentlichsten Komponenten, deren Resultante die Erscheinungsform eines Wohngebäudes darstellt, ist uns die Anwendung neuzeitlicher Bauniethoden, welche aus der Lebens- und Kulturforni der Bewohner hergeleitet sind. Aber auch andere stilbildende Faktoren von fundamentaler Bedeutung haben wir mit den Arabern nicht gemein: Konstruktion und Material. Wirtschaftliche und techt Ische Notwendigkeiten zwingen uns zur Anwendung neuzeitlcher Baumethoden, welche dem Araber noch unbekannt sind. Und wenn wir beispielsweise statt eines Kuppelgewölbes, welches Iconstruktiv und wirtschaftlich unser!! Anfordeiungen nicht entspricht, eine moderne Beton- oder Steineisendecke ausführen, so eliminieren wir einen wesentliche,! und charakteristischen Bestandteil der arabischen Bauweise. Und so wird cs uns auf Schritt und Tritt gehen. Auch hier wollen wir uns die Kenntnis der Entwichlung, die׳ wir miterlebt haben, nutzbar machen. Dieses Ergebnis der Entwickelung im Abeudlande ist der Wunsch, ,,eine Baukunst zu pflegen, welche, ohne dem Bestellenden gleich zu sein, sich in seiner Neuheit dem Alten liarmonücU anfügt.“ Id! fasse ncdi einmal die Einschränkungen zusammen, die m. E. das Programm des von Herrn Baerwald projezierten Hcchbauamt es zu erfahren hat: 1. Es darf unter keinen Umständen die Tätigkeit privater 'Architekten durch das Hoehbauamt ausgeschaltet werden; jedoci! soll das Amt die Mög- Uchkeit, auf das Entstehen einer gesunden Bautraditio!! hinz׳!wirken, dadurch erhalten, daß ihm in künstlerischer und technischer Beziehung ein Einspruchsrecht gegeben wird. 2. Ebensowenig darf das Bauamt die Tätigkeit der Bauunternehmer und des Baumateriaiienhandeis durch Zentralisation ausschiießen; jedoch soll es zu den Aufgaben des Amtes gehören, in dieser Hinsicht aus seiner Erkenntnis der gesamten Bedürfnisse sachverständige Direktiven zu geben. Mit diesen Einschränkungen wird das Hoehbauamt eine Institution sein, deren baldige Schaffung nur dringend erhofft werden kann. > Präsenzliste der Delegierten des PalSstlna-Delegiertentage» 26. bis 29. Mai 1919, Berlin. Victor Arlosoroff, Berlin; Albert Asch, Lübeck; Dr. Elias Auerbach, Haifa-Berlin; F>r. Siegfried Auerbach, Frankfurt a. M.; Dr. Bad t, Breslau; Dr. Baer, Berlin; Else Baer, Künzelsau; Dr. Arnold Barth, Berlin; Lazarus Barth, Berlin; Reg.-Baumeister Baerwald, Berlin; Ernst Bascliwitz, Bromberg; Dr. David Baumgardt, Erfurt; Jenny Blumenf e Id, Berlin; Kurt B1 u m e n f e 1 d, Berlin; Fritz BIo ck, Hannover; L. Bo r ns t e i n, Frankfurt a. M,; J. Boschwitz, Berlin; Alfons Brock, Dresden; Dr. Brünn. Jerusalem-Berlin; A. Burg Dresden; Dr. R. Cham i z e r, Leipzig; Paul C rohn, Magdeburg; Martin David, Berlin; Willy David, Berlin; Fr. Gertrud Dresel, Stettin; Bernhard Dawidow, Liegnitz; Kolew Daugilajcky, Königsberg; W. Dubiner, Leipzig; Agronom Dyck, Messingwerk; Alter Ehrlich, Kattowitz; Esther Eisen mann, Frankfurt a. M.; Dr. Fl. Emmerich, Frankfurt a. M.; Abraham Enghard, Berlin; L. Estermann, Hamburg; Salo Feiner, Kattowitz; G. Feuchtwange r, Frankfurt a. M.; Josef Fetter, Breslau; Salomen Flörsheim, Hambürg; Dr. Fraenkel, Beuthen O.-S.; Betty Frankenstein, Berlin; Elly F ri ed 1 änder, Erfurt; W. G i d i n g o r i n, Leipzig; Gerda Goldberg-Arlosoroff, Berlin; Adolf Go Id mann, Dessau; B. Goldmann, Leipzig; L. Go Io mb, Würzburg; Hans Goslar, Berlin; S. Grone mann, Berlin; Fr. Gronemann, Berlin; K. Groß, Berlin; Philipp Grünbäum, Berlin, Dow Grünblatt, Berlin; Dr. Grünfelder, Berlin; Samuel Haarpuder, Berlin; David Hamburger, Frankfurt a. M.; Dr. Arthur H afl tke, Berlin; Frl. Hecker, Hamburg; Dipl.-lng. Hecker, Berlin; Walter Heinemann, Magdeburg; Dr. Georg Herlitz, Berlin; Frau Dr. Edith Hirsch, Berlin; R.-A. Hermann Hirsch, Messingwerk; Sally Hops, Magdeburg; Hör witz, Wien; S. Hurwitz, Dresden; Dr. Leo (s«ak, Darmstadt; Georg Israel, Berlin; Leopold Jacoby, Chemnitz; Lilly Jakob, Frankfurt a. M.; Dr. K a 11 n e r, Spandau; Georg Kareski, Berlin; Dr. Katzenstein, Bremen; Dipl.-lng. Katz e n s t e i n, Kassel; David Käufer, Hannover; Ernst Kauffmann, Mannheim; Leo Kaufmann, Ueberdingen a. Bodensce; Jakob Kern, Nordltausen; Heinrid! Kesten, Magdeburg; Leo Kirsclienbaum, München; Dr. Alfred Klee, Berlin; Grete Klcemann, Kattowitz; Johann Klein, Plauen; Ch. Zw. Kloetzel, Berlin; Max J. Kober, Breslau; Max \V. Kober, Breslau; R. Kofi n, Frankfurt a. M.; Elisabeth Koopmann, Bonn; Paul Koopmann, Bonn; H. Kreistmann, Leipzig; Leo Kr um holz, Hamborn; Dr. Ku sclin er, Rybnik; Dr. Landau, Danzig; David Leder, Chemnitz; Caecilie L c h r f r e u 1! 11, Leipzig; Michael L e h!׳ f r e u n d, Leipzig; Dr. Hermann Leiewer, Berlin; Fr. Dr. Lcszynsky, Berlin; Kurt Lewald, Tapiau; Julius i. e w insoh n, Königsberg; Leo I. if schitz, Leipzig; Josef Lin, Berlin; Prof. Heinrich Loewe, Berlin; Frau J. Lnewe, Berlin; Dr. Julius Loc wen iieim, Berlin; Dr. L öwenstei n, Berlin; Direktor L o e w e n t!1 a 1, Berlin; Hosche Loe w! n, Duisburg; J. M. Löwy, Hamburg: Else Marcus, Berlin; Samuel Markus, Plauen; Moses Marx, Berlin; Dipl.-lng. Meyers o!1!!, Berlin; Carl M i c 11 a c I i s, Hamburg-Altona; Edith Michaelis, Berlin; Dr. Richard Michel, Berlin; Rudolf Möller, Hamburg; Dr. Siegfried M o s e s, Berlin; Abraham M 11 n d s g! ty. Leipzig; Rechtsanwalt Dr. M ü n z, Berlin; Zahnarzt Nathan, Berlin; Dr. N 0 a c k, Frankfurt a. O.; Nathan N 11 ß b a u m, Nürnberg; Paul <) r d e n s t e i n, Nürnberg; Willy Perlis, Berlin; Dr. Pick, Berlin; Dr. Pick, Bremerhaven; Isidor Pinezower, R an hör; Isaak Plcßuer Breslau; Sogiried Podbiclskv Königsberg; P olisson, Berlin; Ahrain Polja’fc, Chern-!ritz; Acnne P o rn e r a n z, Elberfeld; S. P r e c /. 0 p, Leipzig; Willy P r e i ß, Berlin; Arthur Rau, Berlin; Frau Hcnny R e i cb, München; Jacob Re i ch, München; J. G. Reifen, Berlin; Hüde Rr ult, Berlin; Israel Richter, Berlin; Dr. Rom, Hannover; Kurt Rosenbaum, Berlin; David Rosenberg, München; Dr. Egon Rosenberg, Berlin; Felix Rosenblüth, Berlin; Dr. Julius Rosenfeld, Karlsruhe; Naftab Rose nfeld, Essen; Erich Rot!1, Berlin; Walter Roth, Berlin; J. Rothenberg, Frankfurt a. M.; Hanna Rothschild, Lübeck; Zahnarzt Rothschild, Lübeck; Ing. Rubin, Chemnitz; Dr. Arthur Ruppin, Jaffa-Berlin; Kurt Ruppin, Brom her״; Rudolf Samu e 1, Berlin; Wilh. S :1 r!d, Berlin; Dr. Sandle r, Berlin; M. Sclmanowitz, Cöthen; A. S p i e g e 1, Hamburg-A!- fona; L. Spiegel, Berlin; Max S p 1r 111, Nordhauser; Fritz Schiff, Berlin; Bertha S e 11 i r a t z k v, Berlin; Arth. S ch r ag e n h e i m, Berlin: Ludwig Schwarz, Chemnitz; Dr. Smoira, Berlin; Siegbert Stein, Berlin; Justizrat Steim'tz, Berlin; Dr. Walter S t e i n 11 z, Breslau; Dr. Fritz S t er!1 b e rg, Berlin; Ludw. Strauß, Berlin; R.-A. Max Strauß, Berlin; Simon Strauß, Kassel; Fritz Struck, Berlin; Hermann Struck, Berlin; Rechtsanwalt Tannenwald, Kiel: Dr. Tartakower, Wien; Rebekka Tanh e, Königsberg• 1. Pr.; E. To e p 1 i t z , Dresden; Fr. Treidel Berlin; Josef Treidel, Berlin; Dr. Oskar Treidel, Berlin; Davis Trietsch, Berlin; J. H. Wagner, Berlin; Prof. Dr. War bürg, Berlin; J. Weinberg, Franfurt ä. M.: Leonb. Weißbrem, Königsberg i. Pr.; 111g. Weißmann, Düsseldorf; Lise w i n d m ü 11 e r, Lippstadt; Dr. W i t k o w s k y, Berlin; Dr. Georg Wöllstein, Berlin; Max Wollsteiner, Berlin; N. Wo»km, Halle, Frau S. W r o n s k v, Berlin; Zimberknopf, Beuthen O.-S.; W. Zinrels, Danzig; Dr Zlocisti, Berlin. Aus Warschau Aus dem S t a d t r a t. — Heldentaten der Posei!er Truppen und der Armee Haller. — Ergebnisse der Untersuch 11 ngskommies! o 11 in Ions k. In! Warschauer Stadfraf nehmen die jüdischen Abgeordneten einen angesehenen Platz im Plenum wie 111 den Kommissionen ein. Die polnischen Deputierten vermeiden ängstlich jeden Anlaß, der es den jüdischen Abgeordneten ermöglichen könnte, eingehend über prinzipielle Streitfragen zu sprechen. Desto wertvoller ist die Tätigkeit der jüdischen Stadträte in den Kommissionen. D?e zionistischen Stadträtc ü r ii n b a!1 m, Kerne r, Schwalbe, die poa!e-7i0nistischc!1 Stadträtc Jahrbl um und Rat'alkis, der Volkist Gold berg, die Bundisten Ehrlich, Siebe rt und Fra« 1 w e n s k :1 und andere jüdische Abgeordnete sind fast in allen wichtigen Komm iss tonen vertreten. Die jüdischen biirger liehen Abgeordneten -- Zionisten, Volksparte!, ürihocloxe und Kaufmannschaffsgruppe -- bildeten ursprünglich einen Block, aus dem aber später die Volkisfen ’ aus politischen Oppositionsgründen ausgetreten sind. Dagegen besteht die Vereinigung der jüdischen bürgerlichen Abgeordneten in der Provinz, in Lublin, Lotte usw., insbesondere in den Städten, wo die Volkisfen schwach vertreten sind. Die jüdischen sozialistischen Abgeordneten bilden einen besonderen jüdisch - sozialistischen Block, der oft in allgemein-politischen Fragen mit den P. P. S. zusammengeht. Ein wichtiger Tag im Warschauer Stadtrat war der 16. April, der zweite Tag des Pessachfestes, als den jüdischen Deputierten bekannt geworden war, daß in den Vorstädten Warschaus und den benachbarten Dorfen! Judenpogrome stattfanden, die von den eingeriiekten polnischen Truppen aus Posen veranstaltet wurden. Die Stadträte Grün bäum, Jahrblum, Goldberg eilten zum Tatort und fanden Judenplünderwigen, von betrunkenen polnischen Posener Soldaten organisiert und ausgeführt. Sie wandten sich sofort an den Stadtkommandanten A11 u s ch um Hilfe, der umgehend ein Maschinengewehr schickte. Für eine kurze Zeit wurde in der Tat die Plünderung eingestellt. Ai* aber das Maschinengewehr zurückgezogen wurde, brachen die Plünderungen von neuem aus. Am selben Tage brachten die jüdischen Stadträte im Warschauer Stadtrat eine Interne Hation über diese Judenplünderungen •in. Granbaunf begründete die Dringlichkeit der Anfrage. Es fehlte

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