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Jüdische Rundschau · 1919-05-27 · Heft 38 (27.5.1919) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 38 (27.5.1919)
Date
1919-05-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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8 Nr. 38 JUE019CHE RUNDSCHAU Seite 29 > tnudie zu- ,und ihn! an - sseti 9SOeten :hctt 1 als :hen ercn ha1 :hen Oetiier• nem 1ien, tätet anzc nie» von ersehe igen >or;- t m sich agen tten. fieh- -rten /1ehneue von sein verden.. ihre!inen iaspi tageaus- : zur ittag ihrer assi-!dien neue!denffaer Stadt uren rden, »kale irden [fiste iraut g an «Her not- Harsem ende teihe Zio noch rt>en. jede! Er- 1 beederumi- Eine 1 an fiaftv iport it zu ertei rivat lesta leure lehret Land leiste unme Ufl cha ft ende mgeennie ganz □eist send t wie einer tagen fikeif öden, t, er- Oe ölfte, ftheit einen :eiten S. Ueber die HändeIsmöglidikeiten berichtet auch ein Artikel in der Handelsbetlage der ״Times“ vom 22. März, in dem es folgendermaßen heißt: ״Etwa bis zugn Beginn dieses Jahrhunderts war der britische Handel ,!ul den Märkten Syriens und Palästinas vorherrschend, doch seit etwa einem Jahrzehnt vor Kriegsausbruch hatten sich Deutschland und Oesterreich vereint, um die Stellung der englischen Fabrikanten zu erschüttern, selbst in den Branchen, in denen diese früher leitend gewesen waren. Die politische Zukunft dieser Provinzen ist zur- /.eit noch unbestimmt, jedenfalls werden aber die Zentralmachte nidit wieder in die Lage kommen, ihre kotnk merziellen und politischen Interessen zu verfolgen wie früher, und infolgedessen wird der von diesen Ländern besorgte Handel für andere Nationen frei werden, die den Wunsch haben, die Situation auszunutzen. Es ist außerordentlich schwer, irgendwelche verläßlichen Statistiken zu erhalten, besonders bezüglich des Anteils jfder einzelnen Kategorie des Im porthandeis, der aut die großen ־Handelsländer entfällt. Der Import nach Syrien und fylästina erfolgte zum großen Teile via Beirut und zu einem geringeren Teile via Haifa und J a j f a , aber ein beträchtlicher 'Teil kam aus der Türkei, und da viele der Artikel, deren Herkunft als ״ottomanisch“ bezeichnet wird eigentödh fremdes Fabrikat waren, so sind die Bedürfnisse der vorn Ausland versorgten Oebiete bedeutend größer als aus den Import-Statistiken van Beirut, Haifa und Jaffa hervorgeht. Immerhin hat man allen Orund izu glauben, daß die Befreiung der Bevölkerung von Svnen und Palästina van der verderblichen und rückschrittlichen türkischen Herrschaft in der naben Zukunft zu einer betrachtliehen Regsamkeit in diesen Ländern führen wird, die einer großen Entwicklung fähig sind, und daß intalgedessen die Nachfrage nach waren von außerhalb intensiver werden wird, sowohl zum Zweck ihrer Ent- Wicklung als auch als direktes Resultat derselben.“ Der Artokel sührt dann aus, welche Roh- und Fertigprodukte Palästina wahrscheinlich erfordern wird. Genannt werden: Zement, Bauholz, Nahrungsmittel, Einrichtungen, Strumpfwaren und Kl e klung sg ege ns tan d e, Eisen und Stahl, Lederwaren, Maschinen, Farben, Chemikalien und Papierwaren. Warenkataloge für palästinensischen Import. Das Oigan der englischen Handelskammer veröftentlicht eine Aufforderung der Verwaltung des okkupierten feindlichen Gebietes (Abteilung für Süd-Palästina) zur Einsendung׳ von Warenkatalogen für alle Waren, die zum Export nach Palästina geeignet sind. Interessierte können diese Kataloge in Jaffa, Haifa und Jerusalem einsehen, man hofft dadurch, Waren, die bisher aus Deutschland und Oesterreich kamen, durch englische Waren zu ersetzen. Diese Kataloge sollen möglichst in englischer, französischer und arabischer Sprache abgefaßt sein.. In erster Lime handelt es sich um landtwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Mühlen-lnventar, Motoren, Hauseinriehtungen, Küchenwaren, Papier- und Eisenwaren, Setz- und Buchbindermaschinen und Zubehörtefie dazu, Schuhe, Chemikalien, Bürsten, Schreibmaschinen, Petroleum- und Gasapparate usw. Jüdische Schiedsgerichte in Galiläa. Vor einer Reihe vön Wochen würde in T i b e r 1 a 9 das erste jüdische Schiedsgericht mit zwei Kammern eröffnet Es ist nach modernem europäisdten System eingerichtet Die Richter werden aut Vorschlag der lokalen Vereine vom Stadtrat gewählt. Da es zurzeit in Ober-Galiläa keine änderen Hechtsbehörden gibt entscheidet das Gericht in Tiberias auch über Fälle auf diesem Gebiet In solchen Fällen sind ein bis zwei von den Kolonisten gewählte Delegierte als Beisitzer tätig. Das Schiedsgericht steht in Verbindung mit den lokalen Behörden und wird von ihnen als maßgebende Rechts- Körperschaft angesehen. Auch in Jaffa wurde ein jüdischer Gerichtshof eröffnet, an den sich auch mohammedanische und chnstliehe Araber bisweilen wenden. Ln Rosch Pi nah tauchte die Frage aut, ob auch Frauen dem Gerichtshof angehören könnten, doch, ist hierüber noch keine Entscheidung gefallen, weitere jüdische Gerichte wurden in Jessod Hamaalah, Mischmar Hajarden und M a c h a h a j 1 m eingerichtet. Die jüdische Legion. Leutnant Wladimir J a bo t i n s k i hat dem Londoner Zionistischen Büro folgende Angaben über die jetzt in Palästina befindlichen jüdischen Legionäre gemacht: Die jüdischen Legionen werden als ein Teü der englischeu Armee angesehen und bleiben in Palästina, falls England dort eine Armee unterhält. Falls Palästina unter englisches Mandat kommt, wird dort eine noch größere ÜKÜsche Legion stehen, die ihren eigenen Namen haben wird; ,(jetzt ist die jüdische Legion ja nur ein Teil der ägyptischen Expeditionsmacht.) Die Zionistische Kommission sucht zurzeit festzusteVen, wieviel ״Jtideans“ im Lande bleiben wollen und womit sie sich beschäftigen körnten. Für die meisten Stellungen ist eine gewisse Kenntnis des Hebräischen notwendig. Che Kommission hat folgende Pläne für die Beschäftigung der Leute ausgearoeitet: 1. 250—300 demobilisierte Soldaten können mit Auiforstungsarbeiten beschäftigt werden. 2. 100 Leute können in der Ackerbauschule Mikweh Israel untergebracht werden wo zurzeit etwa 70 entlassene Soldaten aus Australien und Neuseeland ausgebildet werden. 3. Nach Beendigung der Aufforstungsarbeiten können die Leute einer Ackerbauge$ellschaft unter der Aufsicht von Experten und Spezialisten überwies«! werden. Die üesamtausbiidung soll etwa 2 Jahre dauern, während deren die Kommission für sie sorgt. Nach Ablaut dieser Zeit sollen die Leute kleine Terrains in einer Kolonie oder in der Nähe von jüdischen Kolomen erhalten. In Jaffa, wo eine ständige jüdische militärische Abteilung uutergebracht ist und wohin «he meisten jüdische« Soldaten gehen, wenn sie Urlaub haben, wurde künäich auf Bitten des Waad Hechaluz unter Beihilfe dea Major James de Rothschild ein jüdisches Soldatenhe«n eingeweiht. Es liegt in der Nähe des deutschen Konsulats auf der Straße nach Tel-Awiw und ist von Orangengärten umgeben. Es enthält bequeme Unterkunftsräume für Sddateh, ein Lese- und Schreibzimmer und bietet Mahlzeiten und Verkaufsgegenstände zu sehr billigen Preisen. Amerikanische Gabe für die Hebräische Universität. Der Bibliothekar des amerikanischen Kongresses, Herbert Pu tu am, hat Herrn de Haas in einem an ihn gerichteten Briet versprochen, der Hebräischen Umversltät in Jerusalem einen vollständigen Katalog der amerikanischen Nationalbibliothek zur Verfügung zu stehen. Dieser Katalog besteht aus 8000 Karten über 1 Million Bände und wird vollkommen äjour geführt. Die Universität soll auch jede Publikation der Kongreß- Bibliothek erhalten. Bisher hat nur das Internationale Bibliographie-Büro in Brüssel den Katalog erhalten. Das Jaffaer Gymnasium. Das Jaffaer Gymnasium ist wieder in seinem alten Gebäude untergebracht worden, das bisher von den Militärbehörden als Hospital benutzt worden war. Eine britische Archäologenschule ln Palästina. Das ״Jüdische Korrespondenzbüro Zürich“ berichtet: Der Jahresbericht des PaJestine Exploration Fund für 1918, der soeben erschienen ist, verweist mit Stolz auf die Einrichtung einer Wasserleitung in den ersten sechs Monaten der englischen Besetzung und kündigt die Gründung einer britischen Schule tür Archäologie durch Mitglieder des Palestine Exploration Fund und der britischen Akademie , an. Die Lage in Tiberias. in Tiberias sind während des Krieges alte Ansätze zur Organisierung des sozialen Lebens völlig vernichtet worden. Seit der Befreiung von Galiläa haben jedoch die Bewohner die Notwendigkeit einer gewissen Organtsierung erkannt und zunächst einen Stadtra! eingesetzt. Derselbe besteht aus 30 Mitgliedern. Eine seiner ersten Aufgaben wird die Regulierung der Chalukkah und die Herabsetzung der unterstützungstorderungen sein. Zu diesem Zweck wurden den wohlhabenden Gemeindemitgliedern neue Steuern aulerlegt. Von den Militärbehörden wurde der jüdischen Gemeinde ein Gebäude überlassen, das ein englischer Arzt zu einem Hospital hat einrichten wollen. Die Einrichtuftg dieses Hospitals hat nun die jüdische Gemeinde übernommen und als Arzt Dr. M a I k i n angestellt. Außerdem hat die amerikanische Kommission ״Hadassaih“ zwei Aerzte, einen Augenarzt und einen Bakteriologen, angestellt. Ferner wurden vier ausgebildete Pflegerinnen und vier Lehrschwestern angestellt. Im Hospital sind jetzt 51 Patienten untergebracht. In dem Waisenhaus, das von Dr. B1 e d e n gegründet wurde, wurden 32 Kinder aufgenommen. Demnächst soll ein neues Waisenhaus gegründet werden, damit die Knaben von den ״ Mädchen getrennt werden können. Die Frauen-Vereinigung ״B n o t h - Z ion“ hat mit Hüte des Stadtrates Arbeitsstuben eingerichtet, in denen 13 Mädehein beschäftigt sind. Die Spitzenschule, die währead des Krieges unter Frau H 0 o t i e 11 s Aufsicht stand, hat jetzt 22 Lehrmädchen. Nach der Evakuatian von Jaffa eröffnefe der Waad Hachinudi in Tiberias eine Knaben- und Mädchenschule. Die Knabenschule hat jetzt 117 Schüler in vier Klassen, die Mädchenschule 158 Schülerinnen in sechs Klassen und der Kindergarten 150 Zöglinge. Ueber 100 Männer und Frauen haben während des Winters an Abendkursen teiigenommm Ein Altersheim für Männer wurde vor kurzem eröffnet. Von Vereinigungen sind,' HapoeRHazgär, Hatecbijah, die Alt-Makkabäer und die Frauenvereine AchtKlath Naschim mul Bnoth-Zion vertreten. Politische Fragen Konstituierende Versammlung. Das Zentralkomitee für die Wahlen zur konstituierenden Versammlung besteht aus folgenden Mitgliedern: den Rabbinern K u k und Z i s 1 i n für die Orthodoxen, Rabbiner Zitron und Herrn Mais ei für den Misrachi, Dr. Z i f r o n i und Roseustein für den Esrach, den Herren Ludwipol und Auerbach für die Radikale Partei, Dr. Sw׳erdlo!'f und Herrn Twerski für den Hapoel-Hazair, und Dr. W׳aldstein und Rahel Lichansky (Janait) für die Poale- Zion. Das Zentralkomitee beschloß in seiner Sitzung vom 23. Februar, Palästina in 13 Wahlbezirke einzuteilen, nämlich: Jerusalem, jatfa, Hebron, Haita, Tiberias, Safed, die jüdischen Kolonien nördlich von Jaffa (Mittelpunkt Petach-Tikw a h), die jüdischen Kolonien südlich von Jaffa (R e c h o b o t h), S a nt a r i a (Sichrem Jacob), die Ebene Jesreel (Mer cha via), U n t e r - G a 1 i 1 ä a a w n e d), Ober-Galiläa (K o s c 11 Pinah) und e t u 11 a h. in Jaffa haben die Sefardi.n1, da sie glauben, dab sie nur eine unbeträchtliche Minderheit bilden würden, beschlossen, eine neue politische Gruppt• zu bilden, deren Kandidat von allen Setardim unterstützt werden soll; die Yemeniten werden mit den Setardim stimmen. Außerdem wurde vorgesehlagen, eine Vereinigung aller in Palästina geborenen Juden zu bilden. In Jerusalem entfalten die Orthodoxen mit Einschluß der Misrachisten eine lebhafte Tätigkeit. Sie versuchen, die verschiedenen orthodoxen Elemente zusammenzuschiießen und haben ein gemeinsames Komitee zur Förderung der orthodoxen Kandidaten gebildet. Die Frage des Frauenstimmrechtes ist auts neue zur Diskussion gestellt worden, und diesmal haben sich viele Orthodoxe, die sich bisher dagegen erklärt hatten, dafür ausgesprochen. Auch die Setardim beteiligen sich an den wählen. Die Ostgrenze Palästinas. Der Zeitschrift Palestine“ entnehmen wir folgenden Aulsatz über die Frage der Ostgrenze: Die Ostgrenze Palästinas hat ihr Beduinen-Probiem. Die transjordanische Hochebene, eines der besten und gesündesten Gebiete in Asien, dessen Abhänge und Wälder noch einmal die Stätte einer großen jüdischen S;edhing werden müssen, geht in die arabische Wüste über. Die Wüste ist die Heimat der Beduinen, die seit den Anfängen der Geschichte immer wieder in das bebaute Land eingebrochen sind und die Städte zerstört, Land- Wirtschaft und Industrie Vernichtet und die übriggebliebenea Bauern einem elendem Frondienst Unterworten haben. Die Tugenden des Mannes der Wüste, die Ritterlidikeit des Nomaden sind in vielen romantischem Dichtwerken geschildert worden. Aber seine Disziplinkwigkeit, seine Abneigung gegen regelmäßige konstruktive Arbeit, die er als eines freien Mannes unwürdig ansieht, machen ihn zu einem erklärten Feinde der Kultur. Das zieht sich durch die ganze Geschichte Palästina*:. Große Städte erstanden in Transjordanien; Ackerbau, Industrie und Kunst blühten dort nur zu Zeiten, da es eine Hand gab, die stark genug war, um die Beduinen i!n Zaum zu halten. Die beste Illustration zu dieser Tatsache liefert die römische Zeit. Die Grenzfrage Palästinas beschäftigte die römischen Staatsmänner und sie machten zahlreiche Experimente. Ihre Grenzorganisatkm war sehr ausgedehnt. Ein Netzwerk von Straßen, Straßen in der Wüste, Straßen längs der Grenzlinie, Straßen nach allen Zentren Palästinas erleichterten den Verkehr für militärische und Handelszwecke. Bis auf diesen Tag sieht man in der palästinensischen Wüste die Grenzsteine der Legionen aut welche die römischen Soldaten ihren Namen unu Rang gekritzelt haben. Die Möglichkeit des Wiedererstehens einer jüdischen Kultur östlich des Jordans hangt von einem tüchtigen System des Grenzschutzes ab, das den räubernden Nomaden ausschließt und dem Arbeitenden das Produzieren und den Genuß der Früchte seiner Arbeit gestattet. Wie unsere Leser wissen, fordert das jüdische Volk eine Ostgrenze, die sich bis zur Hedsehasbahn erstreckt, ohne diese einzuschließen. Das ist nicht die natürliche Grenze, denn die natürliche Grenze im Osten Palästinas erstreckt sich bis zur Wüste. Es ist nicht die strategische Grenze, denn sie bietet dem Nomaden der Wüste eine Flanke von größter Ausdehnung. Die Juden haben diese Grenze aus bloßer Rücksicht aut die Araber verlangt. Sie hotfen und glauben, daß eines Tages der arabische Staat, den die ׳E riedenskonterenz aller Erwartung nach errichten wird, genügend Stärke und Widerstandskraft erringen wird, tun die Räuber und Plünderer der Wüste zurückzathalten, die eine ebenso, große Gefahr für «len arabischen Staat bilden werden wie für ein jüdisches Palästina. Das hängt jedoch von einer Fidle von Dingen ab, z. B. Von den Bedingungen, unter denen der ajabkehe Staat geschaffen wird. In jedem Falle wird cs viele Jahre dauern, bevor der arabische Staat das starke Bollwerk i!n Osten Palästinas seit» wird, zu dem er sich nach unserer aller Hoffnung eines Tages gestalten wird. Die Notwendigkeit eines angemessenen Grenzschutzes für Palästina ist jedoch dringend und unaufschiebbar. Die Notwendigkeit, ein jüdisches Palästina in Transjordanien zu schaffen, besteht schon heute. Deshalb ist auch schon heute eine Grenzstrategie notwendig. Wir haben guten Grund zu glauben, «laß die militärischen Berater der britischen Delegation in Paris das erwogen haben. Natürlich wird man eine Garnison brauchen, und zu diesem Zweck stehen eine Menge jüdischer Soldaten bereit, die während des Krieges Au»- Bildung und Erfahrung gewonnen haben, die jüdischen Batailkme und zahlreiche Freiwillige, deren, Dienste man sich leicht sichern könnte, ln bezug aut Menschenkraft braucht die Grenzverteidigung Palästinas wenig oder überhaupt keine Anforderungen an England zu stellen, was heutzutage von nicht geringer Bedeutung ist. Wir können deshalb als erstes Prinzip einer politisch richtigen Siretegie als * Grenzschutzes für Palästina aufstellen, «laß diese sichw im höchstmöglichen Maße der ausgebildeten jüdischen Soldaten bedienen sollte, gleichviel! ob in dem englischen oder einem änderen Heere aasgebildet, sö tauge «w ihre Hingabe an Palästina außer Zwei ha steht, ln vieler Hinsicht ist die Grenzverteidigung Palästinas heute leiatter als sie zu römischer Zeit war. Der Unterschied m Ausrüstung und Waffen zwischen dem modernen Soldaten und dem Beduinen ist viel größer als derjenige zwischen dem Beduinen und dem römischen Legionär war. Maschinengewehr, Flinte, Panzerwagen sind den Waffen der Wüste unendlich überlegen. Kamel und Pferd gaben besonders am Wüstenrande dem Beduinen in bezug aut Schnelligkeit einen Vorteil gegenüber dem römischen Legionär. Heute gibt der Panzerwagen dem Soldaten des Westens eine große üeberlegenheit, während das Luftschiff Beobachtung sowie Üffensiv-Operationen gegen die Räuber unendlich erleichtert. Aber der betleutendste Faktor für den Grenzschutz ist bei geeignetem Gebrauch wahrscheinlich die Hedsehasbahn. In den Dienst der Grenzverteidigiing Palästinas gestellt, ermöglicht diese־ Bahnlinie den schnellen Transport von Truppen von einem Ende der Grenze zum andern. Bei jedem Grenzverteidigungsplan muß die Hedsehasbahn mitwirkeu. Wir können nicht sagen, Was man in Paris bezüglich der Hedsehasbahn vorhat, außer daß sie für Handelszwecke allen benachbarten Ländern zu Diensten stehen muß. Großbritannien, das eine Verantwortung für den Schutz der palästinensischen Grenze trägt, sollte jetloch du• militärische Kontrolle über die Hedsehasbahn ausüben, die ebenso gefährlich in den Händen eines Fentdes Palästinas wie sie unentbehrlich für den Schutz Palästinas ist. Natürlich meint man, wenn man. in dieser Verbindung von der Hedsehasbahn spricht, mu־ die Strecke zwischen Damaskus und M a a n. Für palüstinensische Zwecke sollte diese Linie durch den Bau einen 90 Meilen langen Zweigstrecke von Akaba nach Maan ergänzt werden, und vom eisjordanischen Palästina sollten Linien ausgehen, die den Straßen des antiken Grenzschutzes entsprechen. Der erste Araber-Kongreß in Jerusalem. Der erste, durch die Palästinensische General-Vereinigung eitiberutene Araber-Kongreß fand in Jerusalem am 5. Februar 1919 statt. Die Palästinensische General- Vereinigung und andere arabische Gesellschaften in Palästina haben letzthin eine energische Wirksamkeit enttaltet und ihren Bemühungen ist es zuzuschreiben, daß in Jerusalem am 5. Februar 1919 ein Araber-Kongreß abgehalten wurde. An erster Stelle steht die tno» hammedanisefte Wohltätigkeits-Gesellschaft. Diese wurde im vorigen Jahre in Jerusalem gegründet. Ihr Vorsitzender ist Arit Pascha Dejani, ein einfkiüreicher Mohammedaner, welcher die Gesellschaft durch seinen Eintritt in den Vorstand sehr gefördert hat. Da viele mohammedanische Gesellschaften mit der Billigang und Hilfe der militärischen Behörden in Jerusalem gegründet worden waren, fanden deren Führer es nütz- Ucn, gemeinsam mit den christlichen Gesellschaften eine allgemeine Vereinigung zu bilden, die »ich mit allen Fragen befassen sollte, die «las arabische Leben betreffen. Eine solche Gesellschaft wurde unter dem Namen ״Allgemeine palästinensische Vereinigung“ gei 1

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