Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 38 (27.5.1919)
- Date
- 1919-05-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 294 JUED1SCH E RUNDSCHAU Das jüdische Leben in Palästina Verschiedenen Berichten des ״Kopcnhagener Zkmistischen Büros“ entnehmen wir die folgenden Darstelhingen des jüdischen Lebens in Palästina: Aufbaupläne. Dem Büro der zionistischen Komnussion in Jaffa hegt zurzeit eine große Anzahl von Plänen, die sich ata den Wiederaufbau Palästinas beziehen, zur f rurung vor. Für den Wiederaufbau Jerusalems hat der Oberinsenieur des Stadtrates ton Alexandrien einen Plan vonjelegt, der von ticneral Allenby und dem Jerusaferner Stadtrat gebilligt worden ist. Aur Orund dieses Planes soll die Hauptstraße Jerusalems vom Jaffa-Tor rach dem Kloster Musiaba führen und 40 m breit sem. Eine andere Straße von 30 m Breite wird gleichfalls angelegt werden, imd keine einzige Strafte der Maat sch in Zukunft weniger als 8 m Breite haben. In der Nähe des syrischen Waisenhauses wird ein großer Park und in der Nähe der Windmühle ein ausgedehnter Spielplatz angelegt. Das Werk des Wiederaufbaues der Kolonien aut der Basis ihres Zustandes vor dem Kriege kann fast unverzüglich beginnen. Schon sind Landwirte aus gesandt worden, um die zerstörten Gebiete neu zu bebauen. Am meisten haben Petach Tikwah, En Ganim und Ktar Saba gelitten; in der letzteren Kolonie steht kein Baum mehr, Hier und in den anderen Siedlungen werden Brunnen und Häuser ausgebessert und das ganze wieder neu angelegt. Die dazu notwendigen Mittel stammen nicht ans dem Unterstützung■®- londs, sondern aus dem zionistischen ״Restoration- oder Preparation-Fund“ in Amerika, England, Holland und Südafrika. Die amerikanische Hilfskommission. Zugleich mit dem Streben nach Schaffung von neuen Arbeitsmöglichkeiten setzt die amerikanische Hilfs-Kominüsion ihre Tätigkeit fort, um das zerrüttete ökonomische Leben in Palästina wieder aufzurichten. Bekanntlieh hat die amerikanische Lebenmittelkommission, an deren Spitze Hoover steht, aud* für den Orient ein großes Quantum von Lebensmitteln bestimmt. Diese Kommission, die in Armenien, Syrien und Palästina U nterkömriüssionen errichtet hat, haf die palästmensische Hilfsaibeit der Leitung des Rabbiners Tefteibäum, der gleichzeitig Spradakfctegierter des amerikani&chen ״Joint Distribution-Committee׳‘ ist, unterstellt Rabbiner Teitelbaum, ein geborener Palästinenser, ist bereits in Palästina eingetrotfen und brachte mit dem Regierungsschiff ״Mongolia“ eine große Menge von Lebensmitteln und Bedarfsartikeln. Unter anderen brachte er 8000 Tonnen Mehl, eine große Menge von getrocknetem Obst, drei Millionen Ellen Leinen, eine Million Ellen Gingham und Flanell, 100000 Wolldecken, 1500 ßetten, Einrichtungen für 15 Hospitäler, 250 Nähmaschinell. Um "diese Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände in «He verschiedenen Städte zu transportieren, fahrt der Dampfer auch 200 Automobile mit sic*. Rabbiner Teitelbaum hat Sich bereite mit den maßgebenden Institutionen in Palästina in Verbindung gesetzt, um eine rationelle Verteilung der Lebensmittel und der anderen Gegenstände vorzunehmen. Soziale Fürsorge Diese bedeutenden Sendungen sind für die neue Arbeit Palästinas von größter Wichtigkeit, insbesondere, weil sie Veranlassung geben, das soziale Fürsorgewerk in Palästina zu regeln. Es gibt in Palästina gewisse Kreise, die in jedem Versuch, das Fürsorge-Problem auf eine modernesoziale Grundlage zu stellen, eine Gefahr für ihre Position als Chalukkaempfänger erblicken. Zur Ehre des alten Jischub in Jerusalem muß gesagt werden, daß seine Vertreter sich dem neuen Zuge der Zeit im großen und ganzen nicht widersetzen, ihm mitunter sogar ein weitgehendes Verstandnis entgegenbringen. Wie schwer es ist, mit dem Chalukkaunwesen aufzuräumen, beweist die Tatsache, daß die fanatischen Gemeindeführer von Saffed den angesehenen Schriftsteller Rabinowitsch wegen eines Artikels gegen die Chalukka in der Synagoge öftenri Zu Gustav Landauers Tode Wie seilte jemand über Gustav Landauer schrei ben der ihn durch nichts, als durch seine Bterarisehe Produktion kennt. Und doch, wer diese in sich aufgenommen hat, den umgibt eine solche unendliche Fülle von Ldben, den erfaßt die Kraft seines Geistes und seiner Sehergabe so gewaltig, daß er angesichts seines tragischen Todes einige Worte des Gedächtnisses zu sagen vermag. In letzter Zeit ist wohl kein so jüdisches Buch geschrieben worden, wie sein ״Aufruf zum Sozialismus“, in dem seine schöpferischen Ideen ihren stärksten Ausdruck gefunden. Der Aufbau der menschlichen Ge- Seilschaft nach Gesetzen, •die ein praktischer Verstand zusammengestellt hat, um eine möglichst große Masse Menschen willenlos unter die Herrschaft bestimmter Einzelner zu bringen, bedeutet ihm Lüge, ist ihm reind aller menschlichen Gemeinschaft. Zwang bindet die moderne Gesellschaft, statt daß sie durch den alles belebenden, und ewig neu schöpfenden Geist aufgebaut wird.. Die Verlogenheit des nationalistischen Mantelchens, mit dem der moderne Staat seine Inhaltslosigkeit zu verbergen sucht, ist ihm, dem ״Nationalität ein Feines, Geistiges zwischen den Menschen“ bedeutet, ein tiefer Schmerz. Geist als Erzeuger, Geist als Baumaterial, Geist als Werkzeug, daß ist zutiefst jüdisch, ist das Geheimnis, das das jüdische Volk durch Leiden und Verfolgungen von Generationen lebensfähig und immer wieder neuschöpferisch machte. Der göttliche Geist, der Mosche das Gesetz gab, der die Propheten die wahre Menschengemeinschaft schauen ließ, und der Kart Marx zum Tröster von Millionen machte. Und diesem selben Karl Marx streitet Landauer das Redit ab, wahrer Verkünder einer Heuen Menschheit zu sein, lieh als Ketzer verfluchten, wodurch überall die größte Empörung und Heiterkeit hervorgerufen wurde. RekMich 70 ״/o des zionistischen ״Restoration und Preparation-Fund‘ werden für Jerusalem gebraucht, und nur 30 <V0 für das übrige Land. Hier dienen diese Beträge hauptsächlich der Erhaltung von Instituten und Hospitälern und der Unterstützung von Witweig Invaliden und etwa 3000 Waisen, von denen viele in Privathäusern unteigebracht wurden. Auch ehe he״ bräiischen Lehrer und Schüler der höheren Schulen und Jeschiwoth, Witwen, Waisen und andere Bedürftige aller jüdischen Gemeinden in Jerusalem, ausgenommen der ungarischen und gaäizischen jüdischen Gemeinde, erhalten Mittel vorgestreckt. Den letzteren mußten auf Grund von Differenzen ehe Unterstützungen zum Teil entzogen werden. Die Institutionen werden samtlieh ganz oder teilweise von der Zionistischen Kommission erhalten mit Ausnahme des Bikkur Cholim - Hospitals und einiger kleiner Waisen- Anstalten mit zusammen etwa 150 Kindern, weü sie sich gewissen unerläßlichen Bedingungen füT die Verwaltung nicht fügen ■wollten. Die Kommission hat ein Aifoeits-Institut für Nähen, Stricken, Schuhmacherei und Anfertigung von WoHsachen eingerichtet und unterstützt ein Spitzenatelier. Arbeitervereinen und Einasel- Personen werden Vorschüsse gewährt. Eine Anzahl von jungen Leuten wird in landwirtschaftlicher und uidustrieUer Arbeit ausgebildet. In den Handwerkerschulen und Artoeitsstuben finden 1000 Frauen Beschäftigung. Sie haben Von der Regierung einen Auftrag aut Hemden für das ägyptische Arbeits-Korps erhalten und besorgen audi viel Ausbesserarbeit. Hundert Waisenkinder wurden in Mikweh Israel untergebracht und etwa 150 als Lehrlinge bei Tischlern, Schneidern und Setzern. Seit Kriegsausbruch sind keinerlei Spielwaren mehr rach Palästina gekommen, und Mitglieder der amerikalaschen Zionistischen Medizinischen Kommission haben feststellen können, daß die Kinder den Gebrauch von Spielwaren ganz verlernt haben. Man hat deshalb in jüdischen Kreisen Amerikas eine Sammlung von Kinderspäelzeug aller Arten veranstaltet, das nunmehr im Lande verteilt ■wird- Außerdean hat das amerikanische Palestine Supplies Department 68 Kisten mit Kleidungsstücken nach Palästina geschickt Es sind in diesem Jahre 23 698 Kleidungsstücke und 1030 Paar Schuhe, die in Amerika gespendet wurden, in Palästina verteilt worden. ft Agudath Hamaim. — Fischer- und Schiffergruppen. Die neueste Gründung, die sich allgemeiner Populantat erfreut, ist jetzt in Palästina die Wassergesell• Schaft ״Agudath Hamaim“. Der Zweck der neuen Gesellschaft ist, die palästinensischen Gewässer der Oeffentlichkeit dienstbar zu machen. Kenner des Landes wissen, welche großen Verkehrs- und Erwerbsmöglich־ keiten mit der 'Ausnutzung der palästinensischen Flüsse und Gewässer, mit der Errichtung verschiedener Schifffahrtswege, namentlich aber mit dem Ausbau und der Entwicklung der Fischerei Verbunden sind. Die Arbeiten der neuen Gesellschaft sollen theoretischer und prakbischer Natu* sein. Gleichzeitig mit der Errichtung einer Seemanns-Schule sollen auch Gruppen von Fischern und Schiffern gebildet werden. An einigen Stellen sind bereits Gruppen von Fischern und Schiffern organisiert. In der Nähe von Jaffa, beim Fluß Jarkon, hat sich eine Gruppe gebildet, ehe ihren Fang auf dem Markt in Tel-Awiw verkauft. Eine andere Gruppe in Tyra, in der Nähe von Haifa, bestehend aus fünf Fischern, organisiert den Fischmarkt in Haifa. Eine aus zwölf Fischern bestehende Gruppe in Kinereth gedenkt einen großen Fischvertrieb aut dem Markt zu Jerusalem zu organisieren, ln Tiberias befindet sich bereits seit langem eine Gruppe von fünfzehn jüdischen Fischern. Am Fluß Schurk hat sich eine sechs-gliedrige Fischer- Gruppe gebildet, die ihren Fang in den nord-judäischen Kolonien abzusetzen gedenkt, ln C h e t z i - b a h (beim Flub Chedera) arbeitet ein jüdischer Fischer aut seine eigene Rechnung und hat eine Verkaufshalle in Chedera. Man verhandelt jetzt tnit ihm zwecks Bildung einer Fischer-Gruppe. In der Nähe von Jaffa hat sich eine Gruppe von jüdischen Schiffsleuten gebildet. Diese Gruppe hat sich in der Nähe der arabischen Schifter niedergelassen und zählt jetzt 10 Mitglieder. Sowohl weil sein Werk den Geist verbanne. Es soll hier nicht darum gestritten werden, ob das Marxsche Werk wirklich ohne jenen schöpferischen Geist ist, der am Anfang aller Dinge steht Für die Erscheinung Lan dauers wesentlich ist die Tatsache, daß er eine Gemeinschaff ablehnt, die von der Vernunft nur aus biologisch und wirtschaftlich erkennbaren Naturgesetzen konstruiert ist. Aus tiefstem Grauen über die Denkfaulheit der breiten Masse, die an die ihm billig scheinenden Ideale, weil ihr am bequemsten, glaubt, ruft er, sehnt sich, daß seine Stimme Ws in die Herzen der ihm Fernsten dringe. Er hebt die Menschen und züimt ihnen zugleich, weil sie wider den Geist handeln, sieht in jedem Menschen seinen Bruder und ist ein w^it über die Masse Hinausragender, ein Aristokrat. Der Geist zwingt ihn, das ihm Wahrheit Scheinende zu verkünden, da er das namenlose Elend der Menschen nicht ertragen kam. Anarchist und Aristokrat, ein Prophet; nur aus unserem Volke konnte ein solcher Mensch geboren werden. Freiwilligkeit als oberster Grundsatz alles menschliehen Wollens und Tims forderte er von der Gesell- ,schaff. Landauer glaubte nicht daran, daß man diese Gesinnung den Menschen durch eine Revolution einimpfen könnte, eine Revolution, die dazu noch mit den ihm unsittlich scheinenden Mitteln des Kirnenkampfes durchgeführt werden seilte. Er glaubte nidit daran, daß das Proletariat in seinem Herzen weniger bürgerlich sei, als die zufriedene Bourgoisie. So gründete er lange vor dem Ausbruch des Krieges den ״Sozialistischen Bund“, durch den er eine Gemeinschaff aufzubauen suchte, die durch die Reinheit und Güte ihrer Gesinnung, durch ihr mutiges, die Konvention überwindendes Vorbild die Menschen in wahrhaft sozialistischem Sinne beeinflussen sollte. Immer wie- Nr. 38 das Palästina-Amt als huch die Zionistische Palästina- Kommission bekunden das lebhafteste Interesse für die neue Gesellschaft und haben ihre Unterstützung zugesagt. Baron James Rothschild, der Sohn Edmund Rothschilds, schenkte der Gesellschaft ein großes ihm gehörendes Grundstück sowie einige Gebäude in Tantura, wo eine spezielle Fischergruppe sich niederlassen soll. Auch die Verwaltung der Jewish Colonial Ass©- ciation hat ihre Hilfe diesem neuen ausgezeichneten Unternehmen zugesagt. Die Verwaltung der italienischen Militärabteilung hat ihr Gebäude in jarkon, das sich als Wohnung für die Fischer sehr eignet, der jüdischen Fischergruppe geschenkt. Die Agudat-Hamaim, an deren Spitze der Ingenieur Dr. Gure witsch steht, ha1 vor kurzem einen Aufruf erlassenen dem sie die jüdischen gewerbetreibenden Klassen auf dieses zukunftsreiche Getuet hin weist und zur Schaffung eines ״Wasser-Pionier, tu,ms“ aufruft. Gesundheitswesen. Die Kommission beschäftigt sich jetzt mit einem ärztlichen und hygienischen Programm fiir alle Kolonien, das auf Berichten von fünf Aerzten und einem Sanitäter beruht die von Metullah bis Kas tinieh das ganze Land bereist haben. Vor allem sollen in den Kolonien Flugblätter über die Entstehung und Behandlung von Malaria und Augenkrankheiten verteilt werden. Vom Veterinär wesen. In Jaffa ist man dabei, ein Tierhospital zu errichten, das von großem Nutzen für die palästinensisch« Landwirtschaft sein wird. Der Mangel an Vorrichtungen zur Tierbehandlung ist zu einem großen Teil verantwortlieh an dem Fehlen einer großzügigen Viehzucht m den jüdischen Kolonien. Die türkische Regierung hat sich in keiner Weise um die Wichtigkeit solcher Einrichtungen gekümmert. Infolgedessen hat die Viehzucht sehr gelitten. Der Mangel an Veterinär-Hilfe hat auch jede Vieh- Versicherung unmöglich gemacht, die in allen zivilisierten Ländern sehr stimulierend aut die Ausbildung der Viehzucht wirkt. Es ist deshalb zu hoffen; daß das neue Institut, das von Dr. Caspi eingerichtet wird, von großem Nutzen für die Entwicklung der Viehzucht sein wird. Auch ein weiteres Projekt des Dr. Caspi verdient in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden- Um den Kolonisten im Notfall sofortige Hilfe für ihre Tiere zu gewähren, muß jede Kolonie mindestens einen Assistenz-Veterinär zux Vertilgung haben. Dr. Caspi hat zu diesem Zweck Kurse in Tierheilkunde emgeführt. Das Zionistische Palästina-Amt hat sechs ausgebildeten Landarbeitern die finanzielle Möglichkeit zur Teilnahme an diesen Kursen gewährt. Am Vormittag arbeiten diese Schüler praktisch, indem sie dem Lehrer bei der Ausübung seiner medizinischen Tätigkeit assistieren, während der Nachmittag theoretischen Studien gewidmet ist. Der Kursus dauert ein Jahr. Die Lage des Handels. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet sind zwei neue Gründungen zu erwähnen: die Organisation der Ladenbesitzer und die Ballgesellschaft Haschachar. Die Jaffaer Kaufleute haben die Zahl der Geschäfte in der Stadt ungenügend gefunden, sind jedoch durch die ungeheuren Preise, die von den Hausbesitzern verlangt werden, nidit in der Lage, den kleineren Geschäftsleuten Lokale zu verschaffen. Sie haben deshalb die Jaffaer Behörden um Erfauhria ersucht, die ganze Straße längs der Küste pflastern zu lassen und einen großen Marktplatz darauf anzulegen mit einem Springbrunnen zur Erinnerung am den englischen Sieg und außerdem eine Anzahl großer Lagerhäuser zu errichten. Die zur Ausführung notwendigen Mittel sind vorhanden. Die Gesellschaft Haschatihar will der dauernden Knappheit an Häusern und Baumaterial steuern. Sie hat bereits für Tausende von Sterling Baumaterial angeschafft und eine Reihe von Bauplätzen erworben. Ferner bemüht sich die Zionistische Kommission, die ökonomische Lage des noch immer \־on der Welt abgeschnittenen Landes zu heben. Noch sind die Marktpreise ganz anormal, und für jede Reise nach Aegypten braucht man eine besondere Erlaubnis der Behörden. Die Zionistische Kommission bemüht sich, die Verbindung־ mit der Außenwelt wiederherzustellen und Rohmaterialien aus Aegypten einzuführen, um sie Zu normalen Preisen zu verkaufen. Eine ihrer Hauptsorgen ist es, den wegen Mangels an Rohmaterialien beschäftigungslosen Arbeitern Beschälte gung zu geben. Auch für den künftigen Warenimport werden Vorarbeiten gemacht. der der ,Versuch, die Menschheit durch den Geist zu erziehen, statt durch die Gewalt. Eines der Haupthindernisse der gerechten Verteihing der Güter und der Kräfte schien ihm der Privatbesitz an Land zu sein; er sah in dem Allgemeinbesitz des Landes durch die Gesellschaft eine so ungeheure vitale Notwendigkeit, daß er seinen fordernden Schrei an die Menschheit zuletzt in die Worte faßte; ״Land und Geist“. Hier kehrt Landauer vöffig zu dem Geiste der Väter zurück: ״Du sollst die Posaune blasen lassen", das erste Gebot des Jobeijahrs, das ist ihm ״die Stimme des Geistes, die immer wieder ertönen wird, solange Menschen beisammen sind, die immer gegen das Un recht rufen wird, wo in einer Menschengesellschaft solche sich festsetzen wird“. Die jedes Jahr tönende Posaune als Qeistesrut bedeutet ihm ״Aufruhr, Umgestaltung als Regel, als Ordnung“. Es ist der Genius Moses, der in Landauer wirkt. Landauer stand der zionistischen Bewegung ganz nahe. Sein durch und durch bewußt jüdischer Geist sah freudig, wie das Volk des Geistes nach zweitausend jähriger Verbannung in seine Heimat aufbrach und wie es als ersten Grundsatz für die Neuschaffung seiner Gemeinschaft eine Forderung aufstellte, die der übrigen Menschheit noch als eilte ungeheuerliche Unmöglichkeit erscheint: den Allgemeinbesitz an Grund und Boden. Nun hat ihn sein Widersacher, der Ungeist, erschlagen. Von denselben Menschen, die er als Ge schöpfe des Geistes liebte und denen er helfen wollte, wurde er in sinnlosem Haß getötet Die Menschheit und nicht zuletzt das jüdische Volk, fiat wieder einen reinen und von wahrhaft schöpferischer Kraft Beseelten verloren. F. S. Nr. 38 Ueber Artikel io März, in zum Begwi ,!nt den A doch seit hatten siet Stellung d< ui den Brs waren, Di /eit noch 1 machte ni merzießen früher, un besorgte l den Wun! außcrordei üstiken 2 jeder einzi großen H und Ppläs und zu eil aber ein da viele c bezeichnet stad die biete bed von Bein, man aller Bevölkern verderUk schaff in liehen R< die einer folgedess» intensiver Wicklung Artikel Iß Palästina Zement, 1 waren u Lederwar waren. 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