Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 38 (27.5.1919)
- Date
- 1919-05-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652135-2652173--12260-2669873- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ir. 38 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 20 t idustne ,׳> 13,0 24,3 0, 24.5 ״s H ,7 ״״ 34.6 י', 40,0 <> 41.6 % <42• ' , <0 6 <0׳ 1 in 12). :rwerbv;lich bc- In-tri 1:׳•!ich und istrielk'n tid ent. :t>mn;׳_ jj, ei nun r Land!r Land tc Stelle sherigen misation Existenz :hb,arten ren wir rtenbau. en, weil , besser ,alästina Gartens Pflan rwiese!!, könnte ime der :e stark c Frage I durch egypten 1 neuer für die k Auch chnellen : angt- 1t nach :11. in rt nicht und in ו guten ־ reifen großen 1 weiter bsetzen je. Da lunger“ Artikel selbst,;nebene immer;bedarf. Tätig- :he Be- .1sorgen!werker) und weider, re) Bewerker, auf die , nügend j r gibt, י Nur in len beel) und :mpner, dschaft sbedarf r unten!1 Ausuit der idukten serven- Gegenwelche r leicht e, Ger :hlerei). :wässeden zu gehn-!ernten liier in ftigung t diese .־, weil ■rn die n, sich zu geandere 1, rbeiten g) und n) gibt Nr. 38 8« es noch eine Reihe von Siedtungsvorarbeifen, bei deren eine größere Zahl von Menschen, Arbeit Finden können. Hierhin gehören z. B.: a) Vorbereitung von Baumaterial (Bausteine aus Steinbrüchen, Ziegel aus Lehm und Ton, Hölzer aus Eukalyptushäumen) für späte re * Bauten; b) Aptierung der von der Jüdischen Kolonisationsge Seilschaft erworbenen Böden. Diese Aptierung darf nicht den eigentlichen landwirtschaftlichen Siedlern überlassen werden, sondern muß vollendet sein, bevor noch die landwirtschaftlichen Siedler den Fuß auf den Boden setzen. Bei Böden, die nach ihrer Bodenbeschaffenheit der Bewirtschaftung durch Juden keine großen Sdiwierigkeiten entgegenstellen, wird die Aptierung durch Okkupationsgenossenschaften von Landarbeitern geleistet werden können, welche im Laufe einer mehrjährigen landwirtschaftlichen Bearbeitung des Bodens gleichzeitig auch die erforderlichen Arnefeorationen "(Entfernung von Steinen und: Unkraut, tiefes Aufpflügen) vornehmen. Bei schwierigerem Böden, wo große Massen von Steinen zu entfernen oder Terrassen anzulegen sind, würden aber diese technischen Arbeiten jeder landwirtschaftlichen Arbeit, audi der der landwirtschaftliehen Okkupatiomsgenossenscbaften, vorhergehen müssen, so daß sich hier für besondere Gruppen von Arbeitern ohne landwirtschaftliche Vorbildung eine Arbeitsmöglichkeit eröffnet. c) Aufforstung von Dünen oder steinigem Gebirgshoden mit den ‘ für solche Böden in Palästina bereits erprobten Bäumen. Bliebe die Bepflanzung dieser Böden dem einzelnen Landwirt überlassen, So würde sie sicherlich nodi lange Zeit unterbleiben. Vom privatwirtschaftlichen Standpunkt aus ist die Bepflanzung dieser Böden minderer Qualität nicht lohnend, solange bessere Böden für Pflanzungszwecke zur Verfügung stehen. Auf besserem Boden entwickeln sich nämlich die Bäume viel schneller und besser und die Bearbeitung kostet weniger. Diese Vorteile werden durch die Ersparnis im Preise beim Erwerb schlechten Bodem gegenüber gutem Boden nicht ausgeglichen. & kommt hinzu, daß die bisher zur Bepflanzung steinigen oder sandigen Bodens benutzten Bäume 61 Palästina meist solche sind, die erst nach langer Zeit (10—20 Jahre) eine Nutzung geben. Audi aus diesem Grund greift der private Land- »irt viel lieber zur Bepflanzung guten Bodens, wo Bäume angepflanzt werden können, die schon Bach 5 Jahren Ertrag bringen. Für die Jüdisdie Kokmisa tion sge se llscha f t ist aber diese kurze Rech- «ung des privaten Landwirts nicht maßgebend. Sie kann und muß auf lange Sicht arbeiten. Für säe kommt die Aufforstung der Dünen und steinigen Gebirgsböden um so mehr in Frage, als ein größerer Waldbestand in dem jetzt ganz wafdarmen Palästina auch aus allgemeinen Idimatisehen und gesundheitlichen Gründen höchst wünsehenswert ist. Die meisten der angeführten öffentlichen Arbeiten und Siedlungsvorarbeiten erfordern eine große Zahl von Arbeitern nur während einer kurzen Zeit, So sind z. B. für den Bau der Häfen, Eisenbahnen, ,Be- und Entwässerungsanlagen während einiger Jahre sehr viel Arbeiter nötig, für den späteren Betrieb der Anlagen aber mir verhältnismäßig wenig. Um nicht auf einmal Tausende von Arbeitern ohne Arbeit zu lassen, 5t es erforderlich, die Arbeiten so auszuführen, daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter sich nicht plötzlich, sondern stufenweise vermindert. Sind z. B. für den Bau von Eisenbahnen insgesamt 3 Millionen Arbeitstage (d. h. 10000 Arbeiter für ein Jahr) nötig, so soll der Bauplan mögichst so aufgestellt werden, daß im ersten [ fahre 4000, im zweiten 3000, im dritten Jahre 2000, I .m vierten Jahre 1000 Arbeiter beschäftigt werden, sodaß in jedem Jahre nur 1000 Arbeiter zur Entlassung kommen. Von den Entlassenen wird ein Teil vermutlich beim Betrieb der öffentlichen Unternehmungen Besdiäftigung finden, ein Teil wird in Industrie. Handwerk und Handel abströmen, für den weitaus größten Teil muß aber Beschäftigung als Arbeiter in der Landwirtsdiaft gefunden werden. Da jedoch die Landwirtschaft im Anfänge der Kolonisation nicht unbeschränkte Mengen von Arbeitern aufnehmen kann, sollen diejenigen, die bei den öffentlichen Arbeiten mindestens ein Jahr tätig gewesen sind, bei der Aufnahme in Landwirtsdiaftsschulen, Lehrfarmen oder Arbeitergenossenschaften ein Vorrecht genießen. Es ,wird damit zur Regel werden, «faß mir derjenige als Arbeiter in die Landwirtschaft hineinkommt, der schon ein Jahr lang körperliche Arbeit ü! Palästina geleistet hat. Damit ist eine gewisse Gewähr gegeben, daß die kostspieligen Einrichtungen für die landwirtschaftliche Ausbildung der Einwanderer mir von solchen jungen Leuten in Anspruch genommen werden, die erwiesenermaßen körperliche Arbeit im palästinensischen Klima vertragen können. Die wichtige Frage, wieviel Arbeiter bei den öffentlichen Arbeiten Beschäftigung finden können, kann net einiger Sicherheit nur für die oben bezeichneten Wegebauten, Eisenbahnen und Häfen beantwortet werden. Dagegen sind Angaben für die Bewässerungs- und Entwä&serUngsarbeiten, Siedlungsvorarbeiten und Auffoistungsarbeiten viel schwieriger, weil hier die Menge der zu leistenden Arbeit vom Termin abhängt und dieses im Voraus picht bekannt ist Naich Mitteilungen, die ich Meißner Pascha verdanke, stellen sich die Kosten des Baues pro km bei den Eisenbahnen von 125000 bis 300000 Fräs., bei den Wegen von 30 000 bis 70000 Frcs., Palästina-Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 26. bis 29. Mai 1919, Itn Kaisersaal d•■ ״Rheingold“, Berlin, BellevuestraBe . Gemeldete Delegiertenwahlen. Lübeck: Alexander Adler, Direktor Albert Asch, Lübeck, Delegierte; Julius Mansbaclier, Frau Hanna Rothschild, Lübeck, Ersatzdelegierte. Kattowitz: H a po e 1 - H az air.. Jos. Lachmann, Ersatzdelegierter. Hamburg: Dr. Soskin, Hamburg, Ingenieur Hecker, Berlin, John Toeplitz, Hamburg, Frl. Lotte Hecker, Hamburg, Frau Dr. Tilly Levy, Hamburg, Delegierte; Dr. Bloede, Hamburg, Ersatzdelegierter. Bromberg: Zahnarzt Herbert Meyersohn, Bromberg Delegierter. München: Meta Lichtenstein, München, Dr. Aron Sandler, Berlin, Edith Michaelis, Berlin, Delegierte. München: AhavasZion: Jakob K lug e r, Leo Cohn, München, Delegierte. München: Haschachar; Henny Reich, München, Delegierte, Leipzig: Dr. med. R. Chamizer, B. Goldmann, Wilhelm Dubiner, H. Kreistmann, Ludwi״ Mayer, sämtlich Leipzig, Delegierte; S. Preczep, A. Mittelmann, Frau Mayer-Lübke, Leipzig, Ersatzdelegierte. Leipzig: Jugendgruppe: C. Lehrfreund, A. Mundstück, Leipzig, Delegierte; Michael Lehrfreund, Blia Kort, Leipzig, Ersatzdelegierte. Leipzig: Misrachi-Gruppe: W. Gidingorin, Leo Lifschitz, J. B. Sachs, Leipzig, Delegierte. Cassel: Dipl.-Ing. Katzenstein, Treysa, S,mon Strauß, Cassel, Delegierte. Hamborn: Leo K r u tn h o 1 z, Moses D i e n g o 11, Hamborn, Delegierte; A. Fuchs, Bernhard Hirsch, Hamboro, Ersatzdelegierte. Posen: M19rachi-Jugendgruppe: Fritz Struck, Berlin, Delegierter. Chemnitz: Misrachi-Orts- und- Jugend• ruppe: B, Kähan, Charlottenburg, Delegierter; . Poljak, Chemnitz, Ersatzdelegierter. Nürnberg: Dr. Nußbaum, Herr Ordenstein, Nürnberg, Dr. Münz, Berlin, Delegierte; Arthur Körösi, Nathan Nußbaum, Nürnberg, Ersatzdelegierte. München: Misrachi-Gruppe: Justizrat Dr. F rä n k e 1, München, Delegierter. Hannover: Misrachi-Gruppe: Abraham Treitel, Samuel Salomon, Hannover, Delegierte; Rabbiner E. Lipschütz, Jerusalem, Dr. Rom, Berfin, j:rsatzdelegierte. Berlin: Berliner Zionistische Veremiung: Dr. Elias Auerbach, Ludwig Strauß, Dr. analer, Dr. Oskar Treidel, Dr. Wilhelm Brünn, Direktor Loewenthal, D. Trietsch, Moses Marx, Victor Arlosoroff, Israel Reichert, Dr. Fritz Sternberg, Dipl.-Ing. Mayersohn, Frau Wronsky, Dipl.-Big. Max Hecker, Dr. Albert Baer, Dr. Grete Pinn er, Agronom Dyck, Professor Dr. Heinrich Loewe, Delegierte; Frau Prot. Loewe, Frau Sonai, Gronemann, Dr. Grünfelder, Dr. Adalbert Sachs, Dr. Baerwald, A. Hermoni, Bertold Cohn, Dr. F,ritz Simon, Walter Lewin, Frau Boschwitz, Ersatzdelegierte. Rybnick: Dr. Kuschner, Dramburg, Delegierter. Wahlberichtigung: Hannover: Herzl-Club: An Stelle von Arthur Abrahamsohn, Josef Lachmann, Kattowitz, Delegierter. Hamburg: Herzl-Club: An Steife von Martin Salinger: Manfred Löwy, Hamburg, Delegierter. Breslau: Misrachi-Gruppe: Martin Fried« 1 ä n d e r, isaak P 1 e ß n e r, Oberkantor Weiß, Breslau, Delegierte. und es sind pro km durdhschnittlicb erforderlich: bei den Eisenbatebauten 8000 Arbeitstage von gelernten und 12 000 von ungelernten Arbeitern, bei den Wege bauten 1200 Arbeitstage von gelernten und 6000 von ungelernten Arbeitern. Für die projektierten Eisenbahnen von 324 km Länge und Wegebauten von zirka 400 km Länge würden hiernach bei einer Aufwendung von zirka 65 Millionen Francs Baukosten etwa 3100 000 Arbeitstage gelernter und 6300 000 Arbeitstage ungelernter Arbeiter erforderlich sein. Auf ein Jahr von 300 Tagen umgerechnet, würde das besagen, daß!0 300 gelernte und 21000 ungelernte Arbeiter ein Jahr lang bei diesen Arbeiten Beschäftigung finden könnten. Für die Hafenbauten läßt sich die Zahl der Arbeiter für ein Arbeit»- jahr ungefähr auf 5000 gelernte Und 10000 ungelernte Arbeiter schätzen. Es würden somit, wenn wir für den Bau des Telephon-Netzes noch einige hundert gelernte Arbeiter hinzurechnen, für alle verkehrstech - nisehen Arbeiten etwa 15500 gelernte und 31000 ungelernte Arbeiter während eines Jahres erforderlich sein. Für die kulturtechnischen Arbeiten und Siedlungsvorarbeiten ist, wie oben gesagt, eine solche Schätzung nicht möglich Nur um einigermaßen eine rohe Vorstellung von den gesaunten Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben, wollen wir annehmen, daß sowohl bei den kulturtethnischen wie bei den Siedhingsvorarbeiten je ebensoviel Arbeiter Beschäftigung finden könnten wie bei dien verkehrstechnisdiem Arbeiten. Wir würden dann insgesamt auf 46500 gelernte und 93000 ungelernte Arbeiter kommen. Nun müssen wir aber, ganz abgesehen davon, daß aus sonstigen Gründen (technische Vorarbeiten, Erwerbung der Konzessionen, Erwerb des Bodens usw.) die Ausfüllung der Arbeiten im günstigsten Falle 4 5 Jahre in Anspruch nimmt, noch dem oben schon erwähnten Umstande Rechnung tragen, daß nicht, wenn die öffentlichen Arbeiten beendet sind, mit einem Maie zuviel Arbeiter besdiäftigungslos werden dürfen. Daraus ergibt ach die Forde rung, die Arbeiten allmählich abzubauen und sic etwa auf 10 Jahre zu verteilen. Tut man dies, so bleibt innerhalb dieser 10 Jahre ßeschäftigungsmöglichkeit für 4650 gelernte und 9300 ungelernte Arbeiter. An sich ist es denkbar, daß dieselben Arbeiter während der ganzen 10 Jahre bei den öffentlichen Arbeiten verbleiben. Vom Standpunkte der Sparsamkeit wäre das sogar erwünscht, weil die Arbeiter sich dann an die Arbeit gewöhnen und bessere Arbeit leisten würden. Im Interesse der Einwanderer ist es jedoch nötig, die öffentlichen Arbeiten als eine Durchgangsstation für neue Einwanderer zu benutzen und deshalb die Arbeiter alle 1-2 Jahre zu wechseln. Hier stoßen wir also auf den oben schon erwähnten widitigen Umstand, daß die öffentlichen Arbeiten — im Gegensatz zu Landwirtschaft Und Industrie — die Arbeiter nicht dauernd, sondern nur vorübergehend beschäftigen. Sind sie zu Ende, so kann nur ein kleiner Teil der Arbeiter beim Betriebe oder der Unterhaltung der Eisenbahnen, Wege, Häfen usw. Besdiäftigung finden. Der größere Teil bildet das Arbeiter- Reservoir, aus welcher Landwirtschaft, Handwerk Und Industrie ihre Arbeiter entnehmen. Wenn wir also wissen wollen, wieviel Einwanderer dauernd durch die öffentlichen Arbeiten Beschäftigung finden, so können wir nur diejenigen Angestellten und Arbeiter in Rechnung stellen, (he beim Betriebe oder der Unterhaitang der Unternehmungen nach ihrer Fertigstellung gebraucht wenden. Deren Zahl dürfte, wenn wir sie auf 500# bis 10000 (oder einschließlich der Familienangehörigen auf 25 000 bis 50 000) schätzen, schon ziemlich hoch gegriffen sein. ן Wenn man die Dinge so analysiert, so wird es klar, daß die ״öffentlichen Arbeiten“ nicht das Zauber mittel sind, mit dem man eine beliebig große Einwandererzahl in Palästina unterbringen kann. Sie sind vielmehr nur ein — ziemlich kostspieliger — Notbehelf, um alljährlidi etwa 15000 neue Einwanderer für ein Jahr zu beschäftigen und an das neue Milieu zu gewöhnen. Eine dauernde Existenzmöglichkeit ist a*ber für diese Einwanderer nur vorhanden, wenn Land Wirtschaft und Industrie imstande sind, ihnen, nadv dem sie 1 oder 2 Jahre bei den öffentlichen Arbeiten gearbeitet haben, Beschäftigung zu geben. Wenn wir in der eben vorgeschlagenen• Weise gleich im Anfänge der Kolonisation die öffentlichen Arbeiten forderen, um fürgpöglichst viele Einwanderer Existenz mögüchkeiten zu sdiaffen, so entspricht dies zweifellos nicht den Regeln einer sparsamen Wirtschaftsführung. Diese würde vorschreiben, daß man keine Unternehmung früher macht, als ihre Rentabilität erwiesen ist oder ihre Notwendigkeit aus anderen Gründen sich ergibt Von diesem Standpunkte ist es z. B. falsch, Bausteine auf viele Jahre im voraus vorzubereiten, weil dadurch Zinsen verloren gehen. Aber wir glauben, daß wir bei unserer Kolonisation nicht allein und nicht in erster Linie diesen privatwirtschaftlichen Maßstab an legen dürfen. Wir sind in einer außerordentlichen Lage. Wir brauchen Menschen in Palästina und wir können sie gerade jetzt und vielleicht später nicht mehr — in Hülle j1nd Fülle haben, falls wir Urnen Arbeitsgelegenheit schaffen. Wir müssen auch darauf gefaßt sein, daß diese Einwanderer in jedem Falte nach Palästina gehen und hier eine wirtschaftliche Kattastrophe herbeifüliren, falls es hkfrt gelingt, für sie Beschäftigung zu finden. Diese außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Mittel. Wir werden uns deshalb mit allen Kräften bemühen müssen, die obigen großen Arbeiten für ungelernte Arbeiter in Angriff zu nehmen, selbst wenn diese Arbeiten gegenwärtig noch nicht notwendig sine}, Sondern erst später nötig würden. Diese antizipierte Vornahme von Arbeiten zum Zwecke von Arbeitsbeschaffung darf aber nicht zu einer laxen Praxis in bezug auf die Arbeitsleistung des Arbeiters führen. Hier tnuß an dem Grundsätze, daß der Arbeiter nur?ס lange beschäftigt wird, als er ordentliche Arbeit leistet, streng festgehalten werden. Sonst kommen wir zu einer versteckten Chalukka und korrumpieren unsere Einwanderer von Beginn an. 4. Fremdenverkehr. Palästina mit seinen heiligen Städten, seinem jüdischnationalen Leben, seinem prachtvollen Winterklima und seinen heißen Quellen wird in der Zukunft vermutlich in ,weit höherem Maße als bisher von Touristen, insbesondere von jüdischen Touristen, besucht werden, wodurch ach eine beträditliche Fremdenindustrie (Hotek, Sanatorien, Automobilverkehr, Herstellung von Reiseandenken und Geschenkartikeln) entwickeln und vielen Juden Brot geben kann. 5. Schulwesen. Mit der Entwicklung des hebräischen Schulwesens im Lande werden die jüdischen Schulen voraussichtlich auch zahlreidie Schüler und Studenten aus dem Auslande bekommen. Dadurch •werden jüdisdie Lehrer und Pensionshalter in größerer Zahl ihre Existenz finden können. 6. Angehörige freier Berufe. Außer den Lehrern, auf die wir eben schon hin wiesen, werden natürlich auch sonstige Angehörige der freien Berufe (Aerzte, Apotheker, Krankenpflegerinnen, Beamte, Schriftsteller usw.) eine Existenzmöglichkeit haben.