Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 37 (23.5.1919)
- Date
- 1919-05-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Seite 283 17 age -amte eitle ,rok K«Si En:•. SüÄSI Seiit Klein leb;. jdu-11 npfes Debatte vom Plenum der sozialistischen Internationale angenommen worden ist. Am nächsten Tag behandelte die Konferenz die vom Vertreter der ״Poale-Zion“, Ber! Locker, einge-% brachte Resolution über die Juden in Rumänien, die von der Konferenz angenommen wurde. Sie ist den Lesem der ״jüdischen Rundschau“ bereits bekannt. Aus verschiedenen Ländern liegen Nachrichten über Massenkundgebungen zu Ehren des Erfolges der jüdisehen Sache auf der Konferenz der sozialistischen Internationale vor. ,1, «ui dein zwölf d der r der der . Vm Res ein,!frage fr llarKb. luden e an■ :s der 10< iieich!unter :t t*- 1 der! r dis ׳öliige I he «lution nicht estens r sind■: II die ,rme ( : g«N e de t itionen it dem Wo* Ententestimmen zur politischen Lage Bei der Verteilung der türkischen Länder haben sich die Alliierten dahin geeinigt, daß Frankreich das Protekforat über Syrien erhält, die Araber unter dem Könige von Hedschas ein eigenes Reich bilden und Palästina unter dem Schutz des Völkerbundes unter englischer Sadhwalterschaft eine nationale Heimstätte für das jü disrfie Volk wird. Die Franzosen, die gemäß dem englisch-französischen Abkommen von 191(1 daraut gerechnet hatten( Syrien einschließlich Palästinas zu erhalten, sind mit der jetzigen Lösung der Fragen noch nicht ganz einverstanden. Obwohl Blätter, vv*ie etwa der ״Temps“ vom 7. April sich gegen den Vor wirr: verwahren, als wolle man die zionistischen Bestrebun gen untergraben, so bringt doch ein großer Teil der französischen Presse deutlich zum Ausdruck, daß man über die getrennte Behandlung der syrischen und pa lüstkiensischen Frage sehr verstimmt ist. Es ist nicht zu verkennen, daß die Kundgebungen der Syrer, die Palästina als integrierenden Bestandteil Syriens angesehen wissen wollen, unter französischem! "Einfluß ent Ständen sind, und daß auch die Verneinung des Zionistm» in einem kleinen Teil der nichtfran/.ösischcn Ententepresse auf französische Beeinflussung zuriickzufiihreu ist. Es ist natürlich besonders die nationalistische und ׳rum Teil auch die klerikale Presse, die nachzuweisen versucht, daß die Ansprüche Frankreichs aut Syrien einschließlich Palästinas schon bis aut das 8. oder 9. Jahrhundert nach Christi zurückgehen, und daß das jüdteehe Volk kein Anrecht mehr aut Palästina habe. So sagt der ״Matin“ einmal, daß die zionistisehen Ansprüche nicht gerechtfertigt seien, da die Araber, die 80 Prozent der Bevölkerung ausmachten, *gegen ein jüdisches Palästina protestierten, und behauptet, daß es die Politik der französischen Regierung sei, sich mit Emir Faisul dahin zu einigen, daß die Integrität Syriens voll hergestellt werde. Noch deutlicher äußern sich kleinere Zeitungen, wie das Pariser Blatt ״Le Soir‘• und ״Information“ die in langen Artikeln für ein französisches Syrien einschließlich Palästinas eintreten. Audi einige Blätter der französischen Schweiz schreiben in diesem Sinne. So werden in einem ״Le Skmisme“ überschriebenen Artikel des in Freiburg (Schweiz) erscheinenden Blattes ״Liberty“, der eine verhältnismäßig objektive Darstellung der zionistischen Bewegung enthält, die Ansprüche des jüdischen Volkes auf Palästina unter Berufung auf Silvain L e v 1 abgelehnt Dasselbe Blatt bringt eine Besprechung eines Buches von• Ne gib Moussali, einem Syrer, ״Le Skmisme et Ja Palestine“, das im Genfer Verlage von Atar erschienen ist und ebenfalls nachzuweisen versucht, daß die Zionisten kein Recht hätten, Palästina für das jüdische Volk zu fordern. Auch ״La Tribüne de Genhve" bringt eine kurze, beifällige Besprechung dieses Buches. tig die nsngen nicht Pflicht, entrinn rage redakeptiert Forde n Lä! : dies sprata :-Zion“ •twaii. > 11 ׳' ver öhmee, Mast׳« e legen■ Oska.5 te der e wäre sdiloii dürfe! .:ruatv' 1g ver r San de die itzemk 1 selb?1 in“ s a •üb״ tonale« ״Poale• ie Ver■ oii de! on de: Er er• ind (ü! zieh 1111? ersehe» sie sid! 11׳, und werden, rte, et Land s nicr. ״Poale 1 ang« Die öffentliche Meinung in England tritt dagegen nach wie vor durchaus mit Energie für die zionistisehen Forderungen ein. Das feine völkerpsychologisdie Verständnis Englands, verbunden mit eigenen Interessen, wira für die Politik des jüdischen Violkes immer eine der Hauptstützen sein. Zeitungen wie der ״Manchester Guardian“ und die ״Daily News“, ebenso die ״ Firnes“ bringen des öfteren Artikel, in denen die syrische Frage besprochen und Palästina unter dem Gesichtspunkt der Heimstätte für das jüdische Volk betrachtet wird. Auch ist man bemüht, zwischen den Arabern und den Juden das größtmögliche Einverständnis zu erzielen. — Wie wir dem zionistischen Blatt Australiens ״The Jewish Herald“ entnehmen, hat sich auch der australische Premier Hughes in durchaus freundlichem Sinne über den Zionismus geäußert. Außer der englischen Presse ist auch der größte Teil der italienischen Presse den zionistischen Bestrebungen freundlich gesinnt. So brachte die bedeutendste italienische Zeitschrift ״La Nuova Antologia“ vor kurzem, einer» längeren Aufsatz von Dante Lattes über die Er- (ösung des jüdischen Volkes, in dem in klarer Weise die berechtigten Ansprüche des jüdischen Volkes aut Palästina dargelegt werden. Auch das rechtsstehende Blatt ״Popolo Romano" berichtete vor kurzem über die günstige Entwicklung der zionistischen Kolonisation in Palästina. Soweit sich aus der Presse der übrigen Ententelinder erkennen läßt, steht man auch dort dem Zionisnrtis mit einer günstigen Gesinnung gegenüber. Ganz besonders gilt dies für Amerika, wo ein großer Teil auch der nichtjüdischen Oeffentlidikeit mit Wärme una Nachdruck für die zionistischen Bestrebungen eintritt. Schließlich seien auch noch die Schweizer Blätter erwähnt, die während des Krieges gegründet wurden, um im Namen der Menschlichkeit für die gerechte Be- Handlung der Völker einzutreten. Die in Lausanne erscheinenden ״Los Peuples Libres“ bringen öfters Artikel,!11 denen die Anerkennung Palästinas als jüdische Heimstatte als ganz selbstverständlich vorausgesetzt wird. Im ähnlichen Sinne äußerte sich vor kurzem auch ״La Simaine Literaire“. Wie wir bereits in der vorigen Nummer der ״J. R,“ mitgeteilt haben, sind neue Entscheidungen über die Palästinafrage noch nicht erfolgt. Sie sind vielmehr im Zusammenhang der Lösung der türkischen Frage zu erwarten. weiten JUEDISCHE RUNDSCHAU Palästina-Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 26. bis 29. Mai 1919, im Kaisersaal des ״Rheingold״, Berlin, Bellevuestraße Gemeldete D e 1 e g i e r t e 11 w a h 1 e 11. Berlin: Herzl-Club. Erich Roth, Willy Preis, Berlin, Delegierte. Posen: Herzl-Club. Fritz Bernstein, Posen, Delegierter. Cöln: Herzl-Club. Walter Roth, Berlin, Delegierter. Hannover: Herzl-Club. Arthur Abraha m s 0 1111, Berlin, Delegierter. Königsberg i. Pr.: Fl e r z i - C l u b, Georg Israel, Berlin, Delegierter. Halberstadt: H e r z 1 - CI u b. Walter S a m u e 1, Berlin, Delegierter. Hamburg: Herzl-Club. Martin Salinger, Hambürg, Delegierter. Myslowitx, O.-S.: Zion. Jugendbund. Max Zimberknopf, Beuthen, Delegierter. Chemnitz, Sa.: Ludwig Schwarz, David Leder, Chemnitz, Delegierte; Erich Göritz. Chemnitz. Ersatzdelegierter. Schönlanke: Isaac B o s c h w i t z, Berlin, Delegierter. Messingwerk: Rechtsanw. Hirsch, Agronom Dyck, Messingwerk, Delegierte; Fräulein Wigdcrowitsch, Georg Brumm, Ersatzdelegierte. Elberfeld: Leo Kaufmann, Mülheim, Aenne P o me - ranz, Elberfeld, Delegierte; Dr. Aaron, S. Zuckermann, Ersatzdelegierte. Düsseldorf: Ing. Weissmann, Düsseldorf, Heinrieh S ü s s k i n d , Stuttgart, Delegierte. Breslau: H a p o e 1 - H a 7. a 1 r: Hugo Singermann, Breslau, Delegierter. Wreschen: Ziori. Jugendgruppe. Fräulein Käthe L e w i n , Wreschen, Delegierte. Beuthen: Apotheker Hermann P r e u s s , Beuthen, Rechtsanwalt Wunderlich, Oppeln, Rechtsanwalt Dr. Frankel, Beuthen, Delegierte; Dr. E. Simonsohn, Berlin, Herr Kaplun-Kogan, Breslau, Fräulein Elly Frankel, Beuthen, Ersatzdelegierte. Bremerhaven-Geestemünde: Dr. Pick, Bremerhaven, Delegierter. Bromberg: Ernst B a s c h w i 11, Kurt R 11 p p i n , Bromberg, Delegierte. Berlin: Mts. rachi. Hermann Struck, Direktor David, J. FI. Wagner, sämtlich Berlin, Delegierte; Rabbiner Dr. Arthur Levy, Arthur Marcus, Leo Kirschenbaum, Ersatzdelegierte. Berlin: Tifereth-Zion. S. Poliss on, Riehter, Englard, K. Gross, M. Reifen, sämtlich Berlin, Delegierte; J. Landau. A. Kanner, L. Feit, J. Hermann, sämtlich Berlin, Ersatzdelegierte. Königsberg 1. Pr.: H a poe 1 - H az a 1 r. Referendar Julius Lewinsohn, Königsberg, Delegierter. Leipzig: Hapoel-Hazai'r. Fräulein Schoschanah Halberstädter, Delegierte; Mose? Dawidowicz, Berlin, Ersatzdelegierter. Kattawitz, O.-S.: Hapoel-Ha/a i r. A. Ehrlieh, J. Feiner. Delegierte. Pforzheim: Bernard Spiro, Ostertag, Pforzheim, Delegierte. Liegnitz: Dr. med. Nathan, Liegnitz, Delegierter; Bernhard Dawidow, Liegnitz, Ersatzdelegierter. Ratibor: Isidor Pinezower, Ratibor, Martin Dav i d , Berlin, Delegierte. Fulda: Ortsu. Jugendgruppe. B. Rabinowitz, Fulda, Delegierter; Erich Mendel&ohn, Berlin, Ersatzdelegierter. Frankfurt a. M.: Salomon S t i eb e 1, Dr. S. Auerbaeh, Martin Levigard, Dipl.-Ing. N. Grünstein, Lili Jakob, Frankfurt a. M., Delegierte; Irma Weinberg, Friedrich D. Weil!. Frankfurt a. M., Frau Dr. Leczynsky, Berlin, David Hamburger, Georg Freudenstein, Frankfurt a. M., Ersatzdelegierte. Gleiwitz: R.-A. Hans Steinitz, Berlin, Delegierter; Dr. Baer. Berlin, Ereatzdelegierter. Hamburg: Mi s ra ch igr uppe, Z. A. Rudolf Möller, Salomon Flörsheim, Emil David, sämtlich Hamburg, Spiegel, Altona, Delegierte; Michael», Frau Dr. Mathilde Möller, Ersatzdelegierte. Frankfurt a. O.: Dr. Fritz Neack, Berlin, Dele gierter; R.-A. Dr. Fritz Simon, Berlin, Ersatzdelegierter. Dresden: H a po el - H a z a 1 r. Josef Lin, Berlin, Delegierter; Bernhard Arnstein. Ersatzdelegierter. Gr.-Strehlitz: Meta Wachsner. Berlin, Delegierte. Stettin: Z.-A. Hans Nathan, Berlin, Frau Dr. Dresel, Stettin, Delegierte. Wahländerung. Breslau: Franz Meyer fällt fort, an seine Stelle tritt Herr Max W, Kober, Breslau. Eintrittskarten für Gäste sind Zum Preise von 3 M. am Sonntag im Zionistischen Zentralbüro, während der Tagung im ״Rheingold“ zu haben. Weizm&fin fährt nach Palästina Dr, Weizmann, Rosoff und jellin fahren in diesen Tagen nach Palästina. Die zurzeit in London befindlichen Delegierten der russischen und ukrainischen Nätfomalräte begeben sich dieser Tage zur Nationalräte-Konferenz nach Paris. Palästinafragen Keine Großindustrie in Palästina! Von Dr. rer. pol. Eugen Frankel- München. Die wirtschaftliche Entwicklung in Palästina wird und soll sieh in einer ganz anderen Art vollziehen als in Europa. In Europa entstanden zuerst die kleinen Einzelwirtschaften, die sich zunächst in kleinen Tausch- und Verkehrsbeziehungen trafen und erst nach und nach ergaben sich bezirkliche, dann provinzielle Und schließlich nationale Wirtschaften und Güterkreisläufc Am Anfang steht das Kleingebilde und erst am Ende das systematische Groftgebilde. In Palästina wird sich dagegen der Entwicklungsgang, ähnlich wie in Amerika, von oben nach unten vollziehen. Es werden zuerst die umfassenden Gesichtspunkte, die großen Siedliiugs- und Kolonisationsprojektc, Banken usw. in die Erscheinung treten und die einzelnen kleineren WirtschaftsgebÜde werden sich in das Wirtschaftssystem nach den für dieses einmal festgelcgten Grundsätzen einzuordnen haben. Zürn Vergleich sei nur darauf hingewiesen, daß in Europa im allgemeinen zunächst Eisenbahnen /wischen zwei benachbarten Orten angelegt würden und erst später aus vielen Einzelstrecken sich die großen Linien entwickelten, die daher auf großen Umwegen - den Kontinent von Nord nach Süd und von Ost nach West durchqueren. In Amerika wurden dagegen zuerst die großen Linien zur Verbindung der Ost- und Westküste, von New York nach San Francisco usw., gebaut und dann erst auf die Wünsche der mittleren und kleineren Städte sowie des flachen Landes und auf die Anlage von Nebenstrecken Bedacht genommen. Während also bei den wirtschaftsgeschichtlich erwachsenen Verhältnissen in Europa dem Wirtschaftspolitiker immer nur ein beschränkter Einfluß zustehen kann, will er nicht das gesamte Wirtschaftsgebäude ganz oder zum mindesten größtenteils zerstören, wird in Palästina eine Wirtschaftspolitik am Anfang einer neuen Epoche das Schema der Entvvickhing ז1י erheblichem Umfang entscheidend bestimmen können. Es ist daher die ernsteste Pflicht all jener, die auf die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas Einfiuß nehmen Wollen und werden, sich aufs gewissfenhafteste zu überlegen, was Wir Wi rtschaftspoliflsch für Paläsdina begrüßen und fordern sollen, und was wir ab lehnen find verhindern müssen. Im 'Nachstehenden soll nur ein Punkt aus der Wirtschaftspolitik herausgegriffen und dirgelegt werden, daß Entwicklung von Großindustrie in Paläs t i n a unerwünscht ist. Zunächst darf diese Behauptung begründet und sodann ausgeführt werden, wie sich die Wirtschaft unter grundsätzlicher Ausschaltung von Großindustrie gestalten würde. Das letzte Jahrhundert großindustrieller Entwicklung i;n Europa hat zunächst die gewaltigen gesundheitliehen Schädigungen, die die Großindustrie unweiger lieh im Gefolge hat, aufs deutlichste gezeigt. In dem beschränkten Raum, der mir hier zur Verfügung steht, kann »eh nur andeutungsweise darauf hinweisen, wie verheerend die verschiedenen Gewerbekrankheiten auf den Organismus des Arbeiters und der Arbeiterin tun! vor allein auf den jugendlichen Organismus gewirkt haben. Ergreift uns nicht alle ein Schauder bei dem Gedanken, daß jüdische Frauen und Mädchen ihr Lebenlang Tag für Tag mit giftigen Farben umgehen, oder daß die starke Gebärkraft unserer Frauen durch Blei- Krankheit dauernd zerstört werden soll? Und soll auch die künftige Generation von vornherein, durch Erschwerung bzw. Unmöglichkeit des Stillens und einer sorgsamen Säuglings- und Kleinkinderpflege von frühzeitigem Tod, von Skrofulöse, Blutarmut usw. bewußt bedroht werden? Aber auch für erwachsene Männe! ergibt z. B. die deutsche Statistik der Militärtauglichkeil der Rekruten einen sicheren, wenn auch rohen Beleg dafür, daß die ländliche Bevölkerung weit kräftiger ist als die großstädtische, ünd die Statistik der einzelnen Krankenkassen und Berufsgenossenschaften beweist in! einzelnen deutlicher die nachteiligen gesundheitlichen Folgen der Großindustrie. Im Zusammenhang mit dem gesundheitlichen Gesichtspunkt kann ferner die Wohnungsfrage nicht ernst genug ins Auge gefaßt werden. Die schweren körperlichen Schädigungen, die das Sehlafgängerwesen und das Zusammenhalten vieler Menschen in engen! Raum, abgesperrt von Sonne, Luft und Licht nach sich ziehen, verlangen geräumige, helle und luftige Wohnungen; solche sind aber unmöglich da zu erbauen, wo Großindustrie das Zusanuncnwohnen einer sehr großen Zahl von Arbeitern und Angestellten, auf knappem und sehr teurem Boden erheischt. Bei der Wohnung?- frage sprechen ja neben hygienischen Momenten auch ideelle in hohem Maße mit. Als der zum Fluche gekommene heidnische Seher seine Augen erhob und ״sali Israel, wohnend nach seinen Stämmen, da überkani ihn der Geist Gottes“ und er sprach; ״Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel.“ Und zu dieser Bibelstelle (4. B. M. 24, 2 ff.) bemerken unsere Weisen: ״Er sah, daß ein jeder Stamm für sich wohnte und nicht vermischt, und daß ihre Türen sich nicht gegenüberstanden, so daß keiner schauen konnte in das Zelt seines Nachbarn.“ So oft wir diese Stelle in Raschis Kommentar lesen, denken wir «erschüttert an die Weisheit, die so genau das Schwinden allen Schamgefühls, die Zerstörung der Ehe und den frühzeitigen, ungebundenen vorehelichen Verkehr unter dem Einfluß des Wohmmgselerids vorausgesehen hat. Für den Laien auf dem Gebiet des Wohnungswesens darf ich zum Kontrast vielleicht auf die wahrheits- *