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Jüdische Rundschau · 1919-05-20 · Heft 36 (20.5.1919) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 36 (20.5.1919)
Date
1919-05-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 276 JUEDlBßHB RUNDSCHAU Nr. 36 Beschlüsse dürfen nur in rein jüdischen Angelegen h eit en gefaßt werden; De m o n - strationcn dürfen keinerlei Bezug auf nichtjüdische Verhältnisse hahen. An diesem Kongreß beteiligen wir uns als Einberufer und kämpfen auf ihm für unsere nationalen Forderungen. Sollte der Zentralverein diese Bedingungen grundsätzlich ablehnen, so würde keine Möglichkeit für eine Eingliederung dieses Kongresses in die allgemeine Kongreßbewegung bestehen. Jeden Kongreß aber, der nicht Teil des Weltkongresses sein kann, müssen wir ablehnen. Sollte die Generalversammlung des Zentral- Vereins mit unseren Vorschlägen grundsätzlich einverstanden sein,, so wird der Kongreß aller Juden in Deutschland Tatsache werden. Wir sind uns jedoch darüber klar, daß es auch vom Verlauf dieses Kongresses abhängig sein wird, ob er sich der allgemeinen Kongreßbewegung einzugliedern vermag. Wir hoffen, daß die Delegierten von Verständnis für die großen Zusammenhänge des jüdischen Lebens erfüllt sein werden. In der Zeit vor dem Krieg hatte die deutsche Judenheit durch äußere Mittel entscheidenden Einfluß auf die Geschicke des jüdischen Volkes. Dieser Einfluß ist geschwunden. Wir wissen nicht, ob die deutschen Juden den Anschluß an die Gesamtjudenheit wieder finden werden. Durch den allgemeinen Kongreß wollen wir ihnen den Weg ebnen, Die Stellung, die der Zentralerem in seinem Organ neuerdings wieder eingenommen hat, läßt es uns allerdings wenig wahrscheinlich erscheinen, daß er für den von uns vertretenen Kongreßgedanken ausreichendes Verständnis aufbringen wird. Kurt B111 in enfe 1 d. Das erste Palästinabudget der zionistischen Organisation Das zionistische Aktionskomitee in London gibt soeben das Budget der zionistischen Orgaflisation für das Jahr 1919 bekannt. Es schließt in Einnahmen und Ausgaben mit einem Betrage von 402 000 גי ab. ל * dieses Betrages, nämlich 350 000 C, sind für Ausgaben in Palästina bestimmt. Von den einzelnen Posten seien erwähnt; Erziehung und Unterricht in Palästina 108 000 C, Ausgaben für nationale Zwecke in Palästina (Beiträge zu den Kosten der Polizei, zur U'Wr- Stützung der Soldatenfamilien, Darlehen an Notleidende usw.) 48 000 V, Hygiene und Sanitätswesen in Palästina 84 000 L, Verwaltungsbereich der Palästina-Kommission 38 000 6, Experten und Untersuchungen für den Neuaufbau Palästinas 23 000 Unvorhergesehenes 50 000 C, Etat des Aktionskomitees und seiner verschiedenen Büros 51 000 C. Dieses Budget bedeutet einen Werkstein in der zionistischen Geschichte. Schon die Höhe des Betrages, über den es lautet, gibt Zeugnis von der rapiden Entwicklung, die die Verwirklichung der zionistischen Idee im letzten Jahre genommen hat. Zum ersten ,Male auch übernimmt die zionistisclie Organisation offiziell einen Teil der öffentliehen Ausgaben Palästinas, ln diesem uns so wichtigen Punkte, der noch bedeutsamer wird durch die Höhe des für Palästina verlangten Betrages im Verhältnis zur Gesamtziffer des Budgets, kann uns dieser Etat als der erste einer Zeit erscheinen, in der das jüdische Volk in seiner Gesamtheit als Träger des jüdischen Gemeinwesens in Palästina erscheinen wird. So erwächst diese Zahlenaufstellnng zu einem Dokument von historischer Bedeutung für das jüdische Volk. Zur Deckung dieses Budgets erläßt das zionistische Aktionskomitee einen Aufruf zur Auf- Bringung des P a I ä s t i n a - A u f b a u f o 11 d s , mit dem es sich an die Judenheit der ganzen Welt wendet. Auch uns deutschen Juden und Zionisten wird es eine Ehrenpflicht sein, unsere ganze Kraft und Opferfreudigkeit für diese hohe und stolze Aufgabe einzustellen. Lehrerkonferenz in Palästina In Jaffa fand vor kurzem zum ersten Male seit der Einnahme von Galiläa eine Konferenz der palästinensisdien Lehrer statt. An ihr nahmen 400 Schulleiter und Lehrer teil. * Im Deutschen Reich Wir haben bereits wiederholt auf die merkwürdige Haltung hingewiesen, die das Organ des Zentr dvereins ״Im Deutschen Reich“ zur Palästiiiafrage eiimimmt. In einem ״Jüdische Rundschau“ überschriebenen Artikel wird behauptet, daß, während die Juden Palästinäs keinen Juden Staat forderten, sondern sich mit der ״Möglichkeit wirtschaftlicher Betätigung und kultureller Entwicklung“ begnügten, ״die in London residierenden Zionistenführer“ nach einem Judenstaat strebten. Diese Behauptung enthält zwei Unwahrheiten. Die zionistischen Führer in London haben niemals den Juden- Staat gefordert. Ein Judenstaat wird weder i;11 Basler Programm, noch in allen folgenden Verlautbarungen zionistischer Führer verlangt. In den der Friedenskonferenz überreichten Forderungen der zionistischen Delegation heißt es im § 5: ״ln Palästina müssen derartige politische, administrative und ökonomische Bedingimgen getroffen werden, die die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk durch die Schaffung eines autonomen jüdischen Gemeinwesens (common wealth) ermöglichen.“ Diese Forderung befindet sich in voller Uebereinstiminung mit der vom Basler Programm geforderten ״öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte“. Es ist also unwahr, daß die Zionisten in London den judeiistaat gefordert haben. Ebensowenig trifft es zu, daß zwischen den Wimscheu der palästinensischen Juden und den Forderungen der zionistischen Leitung irgendein Unterschied bestellt. Die zionistischen Forderungen sind im vollen Eimernehmen mit den palästinensischen Jude« gestellt warden, die ihrerseits Sokolow und Wei/niann mit ihrer Vertretung in Paris . betraut und zur Londoner Zionistenkonferenz ihre eigenen Delegierten entsandt haben. Der Versuch, Uneinigkeit zwischen die Juden Palästinas und die zionistische Leitung ”zu säen, muß an der Wahrheit der Tatsachen scheitern. Im weiteren Verlauf des Artikels wird noch einmal j auf das zweideutige V e r 11 a 11 e 11 11 e s F 111 i r F a i s u I 1 hingewiesen, dessen besonders schlaue Politik darin he-! steile, dal! er den Engländern zuliebe sich für ein I jüdisches Palästina, den Franzosen zuliebe gegen ein; solches ausspreche. Diese Politik scheint uns nicht gerade klug zu sein. Wollte der Emir Faisul wirklich; eine so zweideutige Politik treiben, so würde er wohl seine Erklärungen heimlich abgegeben, sie aber nicht publiziert haben. 111 Wirklichkeit hat er seine erste zio-nistenfeindliche. Aeiißcrung, die das Interview im ״Mati.11“ veröffentlichte wobei dahin gestellt sein mag, wie weit der ״Matin“ Emir Faisuis Aeußerungen richtig wiedergegeben hat .- in aller Form zur ii e k g e 11 o in m e n , indem er auf die Aufforderung der zionistischen Delegation, zu erklären, ob er in der Tat auf dem 1111 ״Matin“ angegebenen Standpunkt stehe, seinen bekannten Brief an die zionistische Delegation schrieb,: Wir habyn diesen Tatbestand schon, einmal dargelegt und würden in Zukunft eine weitere Verwendung dieses ״Arguments“ als unehrliche Kampfesweise ansehen müssen. Das Blatt des Centralvereins stellt dann der angebliehen Englatidsclnvärmerei der Zionisten den ägyptis c 11 e 11 A u f s t a 1t d gegenüber, der die englische, als so segensreich geschilderte Verwaltung in eigentümliehen! Licht erscheine 11 lasse. Der e'ngli£9^ französische Gegensatz. a:11 Nil erwache wieder, ״und in diesen Wirbel hinein sollen die vielgeplagten, gehetzten und gepeinigten Ostjuden gestellt werden, um eine ״gesicherte .Heimstatte“ zu finden“! Die Beweggründe des ägyptischen Aufstandes können hier ganz daliin gestellt bleiben. Für ein Wiedererwachen des englisch-französischen Gegensatzes wegen Aegypten scheinen uns keinerlei Anzeichen vorhaiiden. 1 m übrigen ist Palästina nicht Aegypten, und es scheint uns recht charakteristisch, daß der ägyptische Aufstand nicht auf Palästina überge griffe.11 hat. Vor allem ,aber konstatieren wir die Ironie, mit der hier der Zentralverein von einer gesicherten Heimstätte in Anführungsstrichen schreibt. Man merkt die Freude, mit der ein neues, wenn auch noch so fadenscheiniges, Argument gegen das jüdische Palästina vorgebracht wird. Es ist erforderlich, auch noch auf den ״Hebräisch oder jüdisch“ überschriebenen Teil des Artikels einzugehen. Es ist unwahr, daß innerhalb der zionistischen Partei ein heftiger Kampf zwischen den Anhängern der beiden Sprachen entbrannt ist. Gerade die Zionisten haben ihre besten Kräfte daran gesetzt, in Palästina '35e Wiedergeburt der hebräischen. Sprache herbeizuführen, sie haben, im Laufe der letzten Jahre im Rußland, Polen, der Ukraine zahllose Schulen vom hebräischen Kindergarten bis zum Gymnasium gegründet, in denen ein neues, Hebräisch sprechendes, Geschlecht heranwächst. Und sie haben im Westen durch hebräische Kurse und Sprachschulen zur Wiederbelebung der hebräischen Sprache beigetragen. Wenn seitens der Poale-Zion, vielfach die Bedeutung der jüdischen Sprache betont wird, so ist dies nirgends aus Haß gegen das Hebräische geschehen, für das die palästinensischen Poale-Zion energisch eingetreten sind, sondern in der Ueberzeugung, daß mit den bestehenden Verhältnissen gerechnet und deshalb bei der Errichtung nationaler Schulen in der Diaspora auf das Jüdische Rücksicht genommen werden müsse. Man kann zu diesem Standpunkt der Poale-Zion stehen wie man will. 1 Unrichtig ist es, die sachliche Meinungsdifferenz zwischen i beiden zionistischen Gruppen in lächerlicher Ueberj treibung mit dem Kampf zweier feindlicher Nationen I ZU vergleichen^ unrichtig endlich die Behauptung, daß Nr. 3!!!nt Jen die Poale-Zion die zahlreichste Gruppe im zionistisch! Lager darstellen. Mit den vorstehenden Aeußerungen des Zentr! vereinsorgans vergleiche man das wiederholte Bekenn von Geheimrat Fuchs zu aktiver Mitarbeit des Zentr! Vereins am Aufbau Palästinas. Die Forderungen, Professor Sobernheim der Geschäftsstelle für die Fri! densverhandlungcn im Namen einer aller Richtung! des deutschen Judentums umfassenden Kommissia! der auch Geheimrat Fuchs angehörte, vorgetragen 11, enthalten folgenden Passus: ״Festsetzung solcher politischen, administrative! lind ökonomischen Bedingungen für Palästina, da, seine Entwicklung zu einem von der gesamten Jude heit getragenen! autonomen Gemeinwesen (comm wealth) gesichert wird.“ Vor! diesen Forderungen behauptet dieselbe Nun! des ״Deutschen Reich“, sie ständen durchweg auf de Boden des V'ereinsprograinms. Wir konstatieren jed falls, daß sie den von den zionistischen Führern d Friedenskonferenz überreichten Forderungen Wort f Wort entlehnt sind. Wir Zionisten stehen am Beginn von Aufgah! größter Tragweite. Alle unsere Kräfte werden für si! gebraucht. Wir legen aus diesem Grunde auf Diskus! sionen mit dem Zentralverein keinen Wert. Wir müsse: aber mit aller Deutlichkeit die Frage erheben: ls ein Verein für 1111 s wer h andlungsfähi ״ dessen Führer in zahlreichen Artikeln und Reden sie! für die Palästinaforderung einsetzt und einer Forum■ lierung zustimmt, die mit dem Geist der zionistische Palästinaforderung übereinstimmt und zu ihrer Unter Stützung aufgestellt ist, und dessen offizielles Organ ״Im Deutschen Reich‘׳ ebenso wievon ihm heraus■ gegebenen ״Mitteilungen des Syndikus“ Nummer fu! Nummer nicht nur den Zionismus, dagegen erhel wir keinen Einspruch - sondern auch den Palästina• gedairken mit allen Mitteln bekämpft? Wer ist be rechtigt, 'im Namen des Zcntralvcrcins zu sprechen Herr Geheimrat Fuchs oder die Redaktion des Dem: sehen Reich? Wir verlangen eine eindeutige Antworl auf diese Frage und werden unsere weiteren F Schließungen davon abhängig machen. e Jü Die!er deu njjen 1 las ״Kc dem idr die 1״ versta! »olche diese , diel s chü d « r c ante listier i: ertrag 1er jüdis eriar D11 feit M ästin hei! io nie re 1ik1 iyrieti, da recht keit de gation Ergehn e i E Ii 1 a ge haben dieser Warten fii11 nun! Die S e ■deren! 11 er L Zur politischen Lage Ein Bericht׳ D r. Thons. Der 1,n li/ii disehen ■der na Idem e!trete ■Wahlre, Idie run lrerstan! |*׳׳ort [oder laicht z! n u n g e 11 findeI sich d 11 n g e u. das seiner Delegierte des Jüdischen Natiorialrates für West■ Dr. 1'11 o n 11:1t seinen Aufenthalt bei der jüj Nati.malrätekonfereii/, in Paris für kurze Zer unterbrochen und gab, wie wir dem ״Jüdischen V'.dhsK^ndjn Watt“ (Mährisch-( )strau) vom K). Mai entnehmen, inlErkläru K 1׳ a k a u auf der K 0 ״ f c r e 11 z der Z i o n i s t e n|die F r W e s t g a 1 i z i e!1 s sowie gegenüber Pressevertretern Aufklärungen über den S t a n <1 1! 11 d die Aussicht e n u n s e r er Sache i 11 Pari s. Dr. Thon erklärte, daß wir berechtigte Hoff■ hegen können. Die Palästinafrage Ix׳ in dem Stadium der letzten E!11 s c h e! In einem öffentlich rechtlichen Dokument, Vollendung entgegengeilt, sollen die Rechte und Pflichten, die England als Mnndatarinacht und der Zionistischen Organisation zufallen werden, genau fest• gestellt werden. Unser G g. Professor Frans f 11 r t e r 11 i 111!11 t a n diesen A r b e i t c n seit e 11 ׳ der Z i o n i s t i s c h e!1 O r g a nisation t e i 1. Die Grenzen werden denkbar günstig sein. Sie r e i c 11 e!1 i in Norden bis S i d o n u n 11 dem L i b a 11 o!1 g e b i r ״ e, im Süden über ■El A 1׳ i ל c 11 11 i n a us bis j 11 die N ii 11 e d er ä g v p 1 i sehen G r e n z e , i m Osten b i s z u r Hedschasl> :1 h 11, im Weste«! bis z 11 m M e e r. Die Verhandlungen bezüglich der nationale!; M i 11 d e 111 ׳ e i t s!׳ e c 11 t e in E u 1' o p a werden von dem Comite des deiegatiojis juives aupres de la Conference de la puix geführt, das ein Memorandum eiligereicht hat, in welchem! d i c Forderungen der j ü d i s e 11 - n a t i ס n a 1 d! Minoritäten i arar Di< nien m Die zi! tatz il wiaa e ״M a n In sehen tees, F »es Ja! band d Führer rionist, W! brach ein vo Pogroi in Ost-Europa formuliert sind. Eine Verbindung zwischen den Vertretern der polnischen Judenschaft in Paris Abg. Dr. Thon, Dr. ßraude und Lewite, viel auch Herrn Nahutn Sokolow mit der polnischen dipD matischen Vertretung in Paris ist liergestellt. Die Verhandlungen werden m׳it großem E r n s 11 geführt.!Die polnischen Vertreter, Herr Grabski. der Generalsekretär der polnischen Delegation in Paris, He rr K o z i c k i, sowie Vertreter sämtlicher großer, pol niseher Parteien, sowohl Nationaldennokraten als auchI Sozialisten, die an den Besprechungen teilnehmen, habe« in ihrer überwiegenden Mehrzahl den Gedanken einerf zwangsweisen Assimilierung der polnischen Juden auf gegeben. Allerdings hegen noch einige, und bes >«■ ders die linksstehenden, die Hoffnung einer frei will; gen Assimilation. Dagegen haben unsere Vertreter ein| detailliertes Programm der jüdisch nationalen Autonomie vorgelegt und verlangen die Anerkennung de!j jüdischen Nation : n Polen. Bis zur Abreise Dr. Thons wurden sechs mein stiindige Sitzungen abgehalten. Eine Entscheidung ist! noch nicht erfolgt, die Beratungen dauern fort. Dr. Thon begibt sich in nächster Zeit yyieder nach* Paris, u»| an den weiteren Verhandlungen teilzunehme״. Qeschi wurde 1 K i r s! deuten die F weit Ungefi denten davon. A! Pogroi Rekrut größer geplün runde kozii Alter ' st gr• Ortsg( D drückt Mi * i ein. 51: bei d׳ schade hetzt »egen hot J beteili ler. die B

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