Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 35 (16.5.1919)
- Date
- 1919-05-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ו 35 Befehl zu er hiedslot war»! Juden :en dit .־n. Di« :rundet. men i e Ie c irakauer gleich• 1. Mai hangen, e Preis )rdnung i e I e c gen die vernich e, näm ״ gegen Nr. 35 I Bedm rden ist cht der merfüll etzt aus 4s, »0:1׳ alle die ndSgun! nur rnii 1. Nod es Geg : Scliuk ilker irr Wir verstehen wohl den leidenschaftlichen Wunsch ier Polen, die Fesseln, die ihnen von anderen Staaten früher auferlegt worden sind, zu sprengen und sich ihr eigenes Reich zu schaffen. Wir haben dem Freiheitsliampf der Polen stets Sympathie und Verständnis ent- :egengebracht. Die Polen selbst aber haben ihren Freiheitskampf entweiht, sie haben ihre Fahne mit dem lute tausender unschuldiger Opfer besudelt. ,Wir erheben in dieser Stunde wiedertim!Anklage gegen das polnische Volk und die polnische Regierung, daß sie die uden Polens unaufhörlich bedrückt, beeidigt, mit Raub und Mord verfolgt hat und täglich aufs neue verfolgt. Wir richten ■inen Appell an die Staatsmänner aller Mächte, die in Paris versammelt sind. Wir fordern, daß Garantien getdhaffen werden, die dem jüdischen Volke in Men Leben und Eigentum des Einzelnen, nationale und kulturelle Selbstbestimmung der Geiamtheit sichern. Das kann nach allen bisherigen Erfahrungen nur geschehen, wenn von vornherein der judenheit Polens die nationale Autonomie zugesichert wird und wenn im. Völkerbund ein Organ geschaffen wird, vor dem die Staaten sich für die Behandlung■ m verantworten haben, die sie den Juden zuteil werden iassen. Schon jetzt würden vor einem solchen Tribunal, wenn es bestände, furchtbare Anklagen gegen das Polentum: laut werden. Ihre Zahl würde sich noch gewaltig vermehren, wenn ein selbständiges polnisches Reich ent teht, das, unkontrolliert vom Völkerbund, mit seinen Juden nach Gutdünken verfahren darf. R. L. Zur politischen Lage Das Komitee der jüdischen Delegation in Paris erhält aus mora e11 un r < e g e icuan 1 e de es di Das ״Kopenhagener Zionistische Büro‘1 Paris die folgende Benachrichtigung: Hierdurch beehren wir uns, Sie davon zu benachrichtigen, daß die Delegierten aller europäischen Länier und diejenigen des Amerikanisch-Jüdischen Konresses sich in Paris vereinigt und das ״Komitee der iidischen Delegationen“ bei der Friedensbru ci lonferenz in Paris gegründet haben. Das Komitee beigkei zweckt: ie Hofl 1. Die Erlangung der rechtlichen und politischen und Ge Gleichberechtigung für alte Juden, die sich dieses wied׳ Hechtes noch nicht erfreuen. 2. Die Rechte nationaler Minderheiten den Ländern Osteuropas, wo die Juden in gerleistui^iditossenen Massen leben. Das Büro des Komitees Lazare, Paris. 1 Red ung vc en jeti verhau e Intet n h e n use war Jie trau an Zahl inen be;ültigkef 11s ai* Das Londoner ״Z e n t r a I b ü r o der nistischen Organ isatio n“ hat von dem mitee der jüdischen Delegationen“, das folgende gramm erhalten: Die Arbeit des Komitees macht gute Fortschritte. Die ״politische Kommission“ und die ״Memoranden- Kommission“ haben mit besonderem Eifer gearbeitet. <ü«|Nach dreiwöchentlicher ununterbrochener Tätigkeit der ,Me morande n - Komm ission “ hat das Komitee in seinen Plenarsitzungen die der Friedenskonferenz vorzulegenden Forderungen angenommen. Dieselbe Kommission hat eine vollständige Reihe von Memoranden entwerfen, die die allgemeinen Grundsätze für die Länder betreffen, in denen die Juden bürgerliche und nationale Rechte verlangen. Diese Denkschriften werden der Frieienskonferenz baldigst vorgelegt werden. Gleichzeitig iber u ße m Gebieter f an da! deutsdu|ferner tet, 80(1■ hwersta t darum waren 1 Westa Entscliei ie Pflich ten, miß ten jiidi befindet sich 94 rue Saint- Die Arbeit des Komitees Zio- ״Ko- Tele• in de1t|hafk'n die Mitglieder der ״politischen Kommission“ Aussprachen mit den Delegationen der einzelnen Länder über ihre besonderen Wünsche ab. ln der Vollsitzung vom 28. April hat das Komitee im Prinzip den Beschluß angenommen, daß das Sekrctariat des Komitees als permanentes Organ bei dem Sitz des Völkerbundesoder m einem anderen politischen Zentrum errichtet werden solle. Nach Erwägung mit den Nationalräten und anderen nationalen Organisationen, die ihre Vertretungen nach Paris geschickt haben, wird ein ausführlicher und endgültiger Beschluß angenommen werden. ln den letzten Sitzungen der ״Präsidiumskommisskm‘ oommission) und in der Vollsitzung vom 2. Mai wurde die Frage der Einberufung des Jüdisehen Weltkongresses ausführlich besprochen. Da sieh der ״jüdische Nationalst in der Ukraine“ und der ״Amerikanische Jüdische Kongreß“ dafür ausge- ׳Ikerbu« sprochen haben, Schritte hierfür zu unternehmen, so beschloß das Komitee, mit den anderen Organisationen, die sich für diese Frage interessieren, Fühlung zu nehmen. Das Komitee wird das nötige Infonnationsmaterial sammein und dann entscheiden, welche Maßnahmen zu besetzt« treffen sind, e urutuf Eine Sitzung des Komitees für die jüdischen Rechte Einen weiteren Bericht über die Tätigkeit des Komi- >ees für die jüdischen Rechte bringt das ״Kopenhagener Zionistische Büro“: Das Komitee für jüdische Rechte, dessen Vorsitzender Richter Mack ist, bemüht sich, mit der ״Alliance israehte“ zu einem Einverständnis zu kommen. Am 5. und Kritisch lier hau■ m Jude! nd d irret sei!!' | u d e 1t aben <j« mitisrm* :ht<?n 21 neu stets e!1, alles leutsdiei »Ute :h die!« (presidental ne wis'« :her, : führen ind and ■Ikerbu« üdischc! gewann er pol« rt, ja JUEDISCHE RUNDSCHAU Palästina-Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 26. bis 29. Mal 1919, im Kaisersaal des ״Rheingold“, Berlin, Beilevuestraße Beginn am Montag, den 26. Mai, vormittags 10 Uhr. Die Ortsgruppen und Jugendvereine werden drin gend gebeten, die Ergebnisse ihrer Wahlen auf schnellstem Wege mitzuteilen, damit den gewählten Delegierten noch Legitimationen zugestellt werden können. Die Gültigkeit der Wahlen ist von der rechtzeitigen Abführung der Landesbeiträge abhängig. Zur Uebernahme eines Mandates haben sich bereit erklärt: Dr. Julius Loewenheim, Dr. Albert Baer, Dr. Felix Theilhaber, San.-Rat Dr. Emil S i m o n s o 11 n , Aron Hcrraoni, Alfred Berger und Ernst Pinner, sämtlich Berlin, sowie Louis Marcus- Rees. Gemeldete Delegiertenwahlen: Breslau. Deiegierte: Leo Grünthal, Max J. Kober, Assessor Badt, Franz Meyer, sämtlich Breslau, Ing. T re i de], Haifa. Ersatz-Delegierte: R.-A. Dr. Kurt Weiß, R.-A. Georg Schütz. — H e r z 1 k 1 u b: Max W. Kober. Misrachi-Ortsgruppe: Martin Fried- 1 ä n d e r, Isaac P1 e s s n e r. - Spandau: Delegierter: Dr. Josef Kallner, Ersatz-Delegierter: Dr. Lazar Gottlieb. Soest und Umgegend: Delegierter: Frl. Lise Windmüller, Lippstadt. — Nürnberg-Fürth: Misrachi-Ortsgruppe. Delegierte: Leop. Birnbaum, Fürth, MaxGorski, Nürnberg, Ersatz-Delegierte: Nathan Nußbaum, Emil Oberndorfer, Fürth. — Berlin: Zionistischer Jugend verein. Delegierte: Rahe! Wurm, Wilh. Sand, Ersatz-Delegierte: Fritz Glaser, Boris Bernstein. — Zionisti sch er Mädchenklub: Delegierte: Dr. Grete Pinner, Ersatz Delegierte: Else Marcus. — Hannover: Delegierte: Karl Schleißner, Otto Lehmann, Fritz Block Ersatz-Delegierte: Dr. Rosenkranz, Abramczyk, David Käufer. — Da n zig: Delegierte: Dr. Landau, Wolf Zimels, Jenny Smolizanski, Ersatz- Delegierte: Jakob B1 u m e n t h a 1, Danzig, Jenny B1 u - menfeld, Berlin. — Kattowitz: Delegierte: Grete Kleemann, Arnold Wiener, Ersatz-Delegierte: Frau Wachsner, Jetta Krmolovski. 6. April fand eine Konferenz statt, zu der das Komitee auf Wunsch der Alliance Israelite keine Pressevertreter zu ließ. In beiden Sitzungen wurde der allerdings sebwierige Versuch gemacht, zu dem gewünschten Einverstlndnis'zu kommen. Die Sitzung wurde eröffnet durch den Präsidenten der Alliance. Als Sekretär wurde Israel Levi gewählt. Die Herren Saiomon Rein ach, Luden Wolf und Sir Montefiore nahmen an der Sitzung teil. Es gelang jedoch nicht, mit ihnen zu einer Verständigung über die nationalen Rechte zu gelangen: es werden noch weitere Verhandlungen stattfinden. Zwei Kommissionen wurden gewählt, welche die Basis für die künftigen Verhandlungen bilden sollen. Das Komitee für jüdische Rechte wählte die Herren Marshall, U s - sischkin, So ko low, Thon. Die Alliance wählte die Herren Lucien Wolt und! Sir Montef iöre. Man hofft, daß es doch noch zu einer Verständigung der beiden Gruppen kommen wird. Ueber eine halbe Million Unterschriften in Amerika für ein jüdisches Palästina Julian Mack über den Zionismus in Amerika Die ״Z ionistische Organisation für Amerika" berichtet unter dem 13. März 1919, daß für die Petition der amerikanischen Juden an die Friedenskonferenz bereits 509 532 Unterschriften eingegangen sind. Diese Petition wird Präsident Wilson mit der Bitte übermittelt werden, vor der Konferenz die Ansprüche des jüdischen Voikes, in Palästina solche politischen, administrativen und ökonomischen Bedingungen zu errichten, daß unter der Mandatar- Schaft Englands im Auftrag des zu gründenden Völkerbundes, die Entwicklung Palästinas zu einem jüdischen Gemeinwesen (common wealth) in Uebereinstimmung mit der Erklärung der britischen Regierung vom 2. N o v. 1917 gewährleistet wird. Die Sammlung der Unterschriften war jedoch im März noch nicht abgeschlossen, so daß nod» eine weitere große Anzahl zu erwarten steht Aber schon diese erste Ziffer, die die Zahl der amerikanischen Schekelzahler (140 000) um! ein Vielfaches übertrifft, beweist eindringlich, daß der Gedanke des jüdischen Palästina heute in alle Kreise des amerikanischen Judentums gedrangen ist. Diese Tatsache geht auch aus den Darlegungen hervor, che Richter Mack, der Präsident der Zioni s tischen Organisation von Amerika, laut Bericht des ״Kopenhagener Zionistischen Büros“, über die Stärke der zionistischen Hilfsmittel in den Vereinigten Staaten gegeben hat: ויו■ Seite 269 ״Außer den 150 000 eingeschriebenen zahlenden Mitgliedern der Zionistischen Organisation von Amerika gibt es noch eine Anzahl jüdischer Bruciervereine und Arbeiter-Organisationen, welche den Zionismus in ihr Programm aufgenommen haben. So z. B. der Unabhängige Orden Brith Abraham mit einer Mitgliederzahl von 200 000, der Unabhängige Orden ״Brith Sholom“ mit 54 360 Mitgliedern, die ״Bne Israel“ (5000 Mitglieder), ״Independent Western Star Order“ (17 920 Mitglieder), jüdisch-nationale Arbeiter-Vereinigung (5200 Mitglieder), ״Knights of Joseph“ (16 000), ״Progressive Order of the West" (20 000) und die ,,Vereinigten Kleider-Arbeiter“ mit 2-10 000 Mitgliedern. So haben wir insgesamt 608 000 Juden in Amerika, welche die Errichtung einer jüdischen Heimstätte in Palästina begünstigen. In dieser Summe sind noch nicht eine Anzahl kleinerer Organisationen enthalten, die mit uns gehen. Aber es gibt noch einen anderen Ausdruck für den Gesamtwillen des jüdischen Volkes. Der Amerikanisch-Jüdische Kongreß, welcher im Dezember vorigen Jahres in Philadelphia abgehalten wurde und auf welchem von allen vierhundert (mit Ausnahme von zwei) Delegierten ein Beschluß gefaßt wurde, die Errichtung einer jüdischen Heimstätte unter der Sachwalterschaft Großbritanniens im Aufträge der Liga der Nationen zu unterstützen, repräsentierte 336 000 erwachsene Juden. Außer diesen Delegierten waren noch Delegierte der größten jüdischen Organisationen und Orden vertreten, auch solcher, deren Mitglieder nicht mit den einzelnen zionistischen Vorschlägen einverstanden sind. Also insgesamt 715 000 Juden unterstützen eine jüdische Heimstätte gegenüber den 150 Opponenten, die einen telegraphischen Protest an Präsident Wilson sandten. Die Beratung der deutsch-österreichischen Poale-Zion in Wien Der Zerfall des österreichisch-ungarischen Staates mußte naturgemäß auch die organisatorische Neugestaltung der Parteien zur Folge haben, die ihre Tätigkeit über das ganze ehemalige Reich ausdeluiten. Schon im!Dezember 1918 vereinigten sich die Poale-Zion WestgUiziens mit ihrer Bruderpartei in Polen. Die tschechoslowakischen Poale-Zion konstituierten sich zu einer selbständigen Partei, deren Leitung ihren Sitz in Prag hat, und die Poale-Zijon in der Bukowina schlossen sich der Partei in der Ukraine an. Die Poale-Zion Wiens, die so auf eigene Kräfte angewiesen blieben, gründeten auf ihrer Versammlung vom 20. v. M. eine neue selbständige Poale-Zion-Partei für Deutsch-Oesterreich. Die Trennung von den Arbeitermassen in Westgalizien und in der Bukowina machte sich bald bemerkbar. Während die Poale-Zion dort einen selbständigen Wahlkampf führten, oder, mit den zionistischen Kandidaten ein Bündnis schlossen, nahm! das deutsche Organ der Wiener Partei, ״Freie Tribüne“ das an der Stelle des nach Lemberg verlegten alten poale-zionistisehen jidischen Organs ״Der jidische Arbeiter“ getreten ist, Stellung gegen den jüdischen Kandidaten für die Kandidatenliste der deutschen Sozialdemokratie, ohne eine eigene Liste aufzustellen oder wenigstens von den deutschen Kandidaten eine Erklärung in der Jugendfrage zu verlangen. An der Beratung nahmen 48 Delegierte teil, fast durchweg Wiener. Die Beratung wurde vom Vorsitzenden des Wiener Komitees und Vize-Vorsitzenden des Jüdischen Nationalrates, Dr. Sokal, eröffnet. Nach den Begrüßungen des Verbandsbüro, der Berliner, Prager, Budapester und anderer Poale-Zion-Parteien verlas Schorr den Bericht des Lokalkomitees. Eine heftige Diskussion, die im Mittelpunkt der erregten Debatte stand, erweckte der zweite Punkt über die sozialistische Taktik. Referent Alexander Serpow vertrat einen kommunistisehen Standpunkt und verlangte auch die Ucbertragung des Räteprinzips und die Ablehnung jeglicher Mitarbeit mit den bürgerlichen Elementen, auf die jüdische Politik. Auf einem ganz, entgegengesetzten Standpunkt stellte sich der Korreferent Dr. Sokal. Er lehnte für den gegenwärtigen Augenblick die Forderung der Diktatur des Proletariats ab und trat entschieden für die Fort- Setzung der Tätigkeit der Poale-Zion in den Gemeindeverwaltungen und in den National rat ein. Nach einer leidenschaftlichen Debatte wurde die von Herrn Serpow vorgeschlagcne Resolution angenommen. Die Partei erklärte, sie stehe auf dem Boden der dritten kommunistischen Internationale und beschloß, sämtliche Parteivertreter aus allen allgemeinen, jüdischen, ofi'entlidhen Institutionen abzurufen, und jede Koalition mit den jüdischen bürgerlichen Klassen zu verurteilen. Daraufhin folgte ein Vortrag von S. Rudel über Organisationsfragen und ein eingehendes Referat über die Palästina-Tätigkeit und die Aufgaben der Poale-Zion auf den» Gebiete der palästinensischen Einwanderung und Kolonisation von Dr. Nagler. Nachdem die Wiener Versammlung sich so auf einen kommunistischen Standpunkt gestellt hat, legte der Vprsitzende Dr. Sokal sein Amt nieder und schied aus den» Zentralkomitee aus. Seinem Beispiele folgten auch andere seiner Gesinnungsgenossen. Verhaftung von Zlatopolski and Persitz Einer Nachricht der Wiener ״Jüdischen Morgenpost“ vom 7. Mai zufolge wurde der zionistische Politiker Hille! Zlatopolski und sein Schwiegersolin P e r s i t z in Odessa von den B o 1 s c h e - wiki verhaftet. Der Jüdische Gemeinderat versuchte bei den entsprechenden Behörden für ihre Befreiung zu intervenieren.