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Jüdische Rundschau · 1919-05-18 · Heft 34 (18.5.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 34 (18.5.1919)
Date
1919-05-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 34 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 263 Paiästinaf ragen Die sexuelle Frage im kfinftigen Palästina Van I . u־l viStrauß, j Während ich noch erwäg, ob es ״nicht an der Zeit sei, ein offenes und entschiedenes Wort zu dieser Frage zu sprechen, oder ob man iiire Lösung schweigend der palästinensischen Entwicklung überlassen solle, ist das Schweigen darüber von anderer Seite gebrochen worden. Herr Dr. Adolf F r a e 11 k c l hat in erfreulich klarer und mutiger Weise seine orthodoxe Ansicht geäußert. Sein Artikel (in Nr. 10 der ״Jiid. Rundschau‘׳) erfordert Antwort, nicht weil er eine bestimmte Art zu leben als Ideal einer bestimmten Menschengruppe aufstellt, sondern weil er andersartigen oder anders gesonnenen Menschen unmöglich machen möchte, ihre Art lebend zu erfüllen. Man kann durchaus dem zustimmen, daß die wirb schaftliclie Erleichterung der Friihehe viel sexuelles Elend aus der W'elt schaffen wird. Mau kann der Steuer entlastung für kinderreiche Fanii’ien zustimmen, soweit es sich dabei nicht um eine sexuelle, sondern um eine wirtschaftliche Frage handelt - das heißt, soweit ihre größeren wirtschaftlichen Bedürfnisse die Entlastung erfordern. Doch darf daraus keine Prämie auf reichliche Kindererzeugung, keine Benachteiligung Kinderarmer oder Kinderloser werden. Der zahlenmäßige Rekord ist ein rohes bevölkerungspolitisches Ideal. Die ganz persönliche sittliche Entscheidung, ob und wieviel Kinder jemand haben will, darf nicht durch die Einwirkung materieller Motive verfälscht werden. Darin hoffe ich, grundsätzlich mit Herrn Dr. Fraenkel einig zu sein; nur scheint mir nötig, bei der Besprechung solcher sozialer Maßregeln, wie er sie vorschlägt, immer auf die Gefahren, die dabei zu umgehen sind, hinzuweisen. Diese Gefahren staatlichen Ucbcrgriffs in den intim-ten Bereich sittlicher Entscheidung־ wachsen ins Unüberwindliche beim gesetzlichen Verbot der Prostitution. Ich erkenne die Ueber Windung der Prostitution als ethisches Ziel durchaus an. Ein gesetzliches Verbot würde, aber die schwerste Beeinträchtigung privater Freiheit bedeuten, besonders da die ausführenden Organe des Staates oft nicht unterscheiden können, wo Prostitution ist und wo nicht von der Geistesrichtung Dr. F racnkcls aus ist eine solche feine und schwierige Unterscheidung־ besonders unvorstellbar, wie *och gezeigt werden wird. Wenn eine Frau etwa von ihrem Geliebten ein Geschenk empfängt, kann das ein ganz reiner und sittlich unanfechtbarer Vorgang sein, ׳äußerlich aber ist e.s ein ganz ähnlicher Vorgang wie der des Kaufs; und er scheint ihm völlig gleich, wenn etwa dieselbe Frau, von-, einem *«deren Mann, den sie liebt, auch ein Geschenk bekommt. Zwar ist es möglich, mehr als einen Menschen zu lieben, zwar ist es natürlieh, daß Liebende sich beschenken der Sittenpolizist aber sieht nur: eine Frau hat Beziehungen zu zwei Männern und nimmt von ihnen Geschenke. Er folgert: Prostitution. Und die Frau, wird bestraft, gilt als ehrlos und hat nun Aussicht, zu einer echten Prostituierten herabgedrückt zu werden. Die inneren Unterschiede, die zwischen ihrem Tun und Prostitution bestehen, sind nicht registrierbar und nicht von Staatsorganen zu erfassen. Versuchen wir doch, die Prostitution mit moralischen Mitteln auszuschalten, was übrigens iin Gegensatz zu immer umgehbareu .Dekreten die einzige reale Aus- Schaltung wäre! Zwei!nächtige Motive, die hier in Europa Frauen zur Prostitution treiben, können wir in Palästina von vornherein aus der Welt schaffen: die individuelle wirtschaftliche Not (durch eine konsequent sozialistische Wirtschaftspolitik) und den Druck der Schande, den gesellschaftlichen Boykott, der das ,,gefallene“ Mädchen trifft aber ihn gerade hält Dr, Fraenkel. wenn er konsequent auch auf den Mann angewandt wird, für ein Mittel ethischer Erziehung. Erstaunlich ist es, daß Herr Dr. Fraenkel sittliche Unterschiede zwischen sexuellen Beziehungen, sobald sie nur außerhalb der Ehe liegen, nicht mehr kennt, oder daß er sie doch für z» unerheblich hält, um sie überhaupt zu erwähnen. Er sieht zwei Möglichkeiten der außerehelichen sexuellen Beziehung (immer vom Manne aus, wie ja in Fraenkels ganzem Aufsatz die Frau nie als Subjekt, immer nur als Objekt der Erotik gesehen ist): entweder der Mann benutzt die Prostitution, oder er überliefert ein Mädchen ״dem Elend und der Schande“, Und mit der ethischen Verwerflichkeit dieser beiden Mög- Kchkeiten erscheint mm alle außereheliche sexuelle Be- Ziehung behaftet. Es gibt aber neben der erotischen Beziehung, die den Charakter dauernder Bindung zweier Menschen hat, die andere, die sich in einer zeitweise« oder nur momentanen Vereinigung genügt. Es jgibt neben der Beziehung, die auf völlige Verflechtung zweier Leben, auf die Bestimmtheit des einen durch das?.weite in allen Lebensinhalten zielt, jene andere, die ein Lebensinhalt neben den übrigen ist, aber ebenso wahr, beseelt und rein sein kann wie alle übrigen. Es gibt eheliche Liebe und nicht eheliche. Es gibt Menschen, die nur der einen Form der Liebe zuneigen, andere, die sieh nur für die zweite bestimmt glauben, wieder *Htjere, die beide Formen in ihrem Leben zu erfüll«! und zu vereinigen streben. Wie blind aber ist es, diese zweite Form der Liebe sittlich gleichzustellen mit Prostitution, mit dem Verkauf und Erwerb des Körpers. So sicher das letzte die Beseeltheit des Körpers und seine Freiheit, das heißt die Würde des Mensche«, mißachtet, so sicher kann das erste aus eben dieser Beseeltheit erwachsen und pich zu ihrem gesetzlichen und würdigen Ausdruck gestalten. Mit ״Sinnenkultus“ braucht das nichts zu tun zu haben, wenn nämlich Seele und Geist in der Mitte stehen und sich in den Sinnen nur verleiblichcn. Unsittliehkeit, das heißt Entwürdigung und Verunreinigung der eigenen oder fremden Seele, kann es in der Ehe wie außerhalb ihrer geben; sie liegt nicht in der Gattung der Beziehung, sondern i!n Grade der sittlichen Kraft und Reife begründet, mit der ein Mensch seine Beziehungen durchführt. Ich lasse mir gefallen, wenn Herr Dr. Fraenkel, wie ich vermute, diese Gedanken für eine gefährliche Irrlehre, das Leben in ihrem Geist für sündhaft und verderblich hält. Aber wenn man sich schon dagegen wehren muß, daß zwischen diesem Geist Und dem der ״Lebemänner“ europäischer Großstädte kein Unterschied gemacht wird, daß er nicht nur für falsch, sondern für gemein erklärt wird, so muß aufs entschiedenste protestiert werden gegen die praktische Forderung Dr. Fraenkels. Die Forderung nämlich, daß jede von der Fraenkelschen verschiedene Gesinnung im Erotischen und jede Aeufteiung dieser Gesinnung irn Leben durch die brutale Gewalt der öffentlichen Meinung aus der Welt oder wenigstens aus der palästinensisch-jüdischen Welt geschafft werden soll. Es soll in Palästina in diesen Dingen ״nur eine Gesinnung“ geben, und wer einer anderen folgt, der muß ״unmöglich sein in jeder jüdischen Gesellschaft, mit einem Stempel der Schande behaftet“. Wir kennen aus unserer europäischen Umwelt die Methode, den wirklichen oder scheinbaren Verbrecher aus der Gesellschaft auszuschließen, statt ihm wieder in sie hinein zu helfen, und ihm so die Rückkehr zu einem anständigen Lehen unmöglich zu machen. Wir kennen den Dünkel des ״Unbescholtenen“, der sich zu gut scheint, mit seinem Bruder noch unizugehen, weil das Böse in ihm selbst sich noch nicht auf eine so deutliche und faßbare Weise geäußert hat wie in jenem anderen. Diese Einrichtung will man nun nach Zion mitnehmen, um auch dort die Solidarität der Menschen in ihrem Kampf gegen das Böse aufzulieben und an ihre Stelle die hochmütige und oberflächliche Scheidung zwischen den ״anständigen“ und den (polizeilich oder sozial) ״vorbestraften“ Menschen zu setzen. Und diese, selber schändliche, Stempel der Schande soll mit den Verbechern auch die treffen, deren Gewissen einem anderen Sittengesetz als dem traditionellen folgt, es soll sozusagen ein Rabbinatsstempcl der Schande sie alle als verächtlich und verfehmt zeichnen. Hält Dr. Fraenkel es für recht, daß solche Juden aus ihrem Volk ausgestoßen oder dauernd seelisch mißhandelt werden? Oder weiß er nicht, drß es heute nicht wenige Menscheu solchen Glaubens gibt? Es sicht wirklich aus, als kennte er nur Menschen seiner Gesinnung auf der einen und ״Lebemänner“ auf der anderen Seite. Sollte es so sein, dann bitte ich ihn, noch einmal zu überlegen, ob er auch Menschen gegenüber, die dem Guten m dienen glauben, •iic Methoden für erlaubt hält, die wir anderen auch dem bewußten Verbrecher gegenüber für verboten baten. Wir haben einen gemeinsamen Feind, jene Gesinnung oder Ungesinnung des durchschnittlichen Bürgers, der das Sexuelle für verboten und niedrig hält, aber ehe« das Bewußtsein dieser Niedrigkeit, das Gefühl der Gemeinheit darin genießt. Das ist der Geist der Zote, mit der die Männer unserer Gesellschaft sich zu unterhalten pflegen (wobei nicht an den wirklichen Witz gedacht ist, der natürlich auch das Sexuelle zum Stoff haben kann), das ist der Geist, der an eigener und fremder Erniedrigung und Besclinnitzung sich erregt und vergnügt. Ein Geist, der a־uch in der bürgerlichen Ehe trotz der äußeren Legaiideriiüg im allgemeinen fortlcbt. Dieser Geist ist durch keine Strafe, auch nicht durch die brutalste, die soziale Aechtung, zu bekämpfen, sondern nur dadurch, daß man ihm einen anderen Geist als Gegenkraft gcgenüberstcllt: den Geist der Reinheit und Gesetzlichkeit. Der Orthodoxe wird glauben, daß dieser Geist nur vom überlieferten Gesetz aus das Geschlechtsleben erfassen und läutern kamt, wir anderen glauben, daß ein uns innewohnendes, ganz andersartiges Gesetz (unser Leben rein ans unserem Wesen zu entwickeln), diese Kraft besitzt. Jener hat ein spezialisiertes Gesetz, das bestimmte Lebensformen als die einzig erlaubten fixiert, wir ein viel allgemeineres, das von jeder Lebensform nur verlangt, die Reinheit unseres Wesens und anderer Wesen nicht zu trüben. Wir werden uns geistig zu bestreiten haben, aber nicht mit äußeren Machtmitteln, und wir sollen uns bewußt bleiben, dTß wir zu allerletzt dasselbe wollen: Läuterung im sittlichen ״Gesetz, j Gegen die ״doppelte Moral“ für Mali und Frau,! das verderblichste Symptom heutiger Un—Sittlichkeit, j sind auch wir. Aber wir wollen nicht, daß zu dem 1 ״gefallenen“ Mädchen nun auA der mitgefallene Mann : geächtet werde, sondern daß beide, nach einer Handlung, j die sie vor dem eigenen Gewissen zu verantworten haben, ganz wie vorher brüderlich geachtet werden. Auch Dr. Fraenkel weiß sich dem Einfluß der doppelten Moral nicht ganz 7.11 entziehen. Er führt für die gesetzliehe Zulassung der Polygamie an, daß durch sie ״der außereheliche Geschlechtsverkehr im wesentlichen völlig amgeschaltet werden kann.“ Er vergißt, daß das zwar fpr den Mann gelten mag, der mehrere Frauen hat4 daß aber bei der Frau, die eine von diesen mehrere« ist, ein weit höheres Bedürfnis nach außerehelichem Geschlechtsverkehr als bei der Einehe geschaffen wird. Will man ohne doppelte Moral dem Mann mehrere Frauen, so müßte man schon auch der Frau mehrere Männer gestatten. Man sollte aber, um nicht ins Absurde oder in eine ganz willkürliche Einschränkung I privater Freiheit zu geraten, über diese Dinge überhaupt keine Gesetze machen, sondern sie dem Gewissen 1 des einzelnen überlassen. Keine Gesetze gegen Polygamie und ״Ehebruch“, keine gegen ״Konkubinat“, keine gegen Verhütung von Empfängnis und Geburt, keine gegen irgendeine ״anormale“ Richtung des Sexualtriebs. Die Sexnalgcsetzgebung soll sich auf den Schutz gegen Vergewaltigung, auf den Schutz Abhängiger und Minderjähriger beschränken. Wie freie und mündige Menschen über ihren Körper verfügen, ist durchaus ihre und ihres Gewissens Sache, - wenn sie keinen unberechtigten Eingriff in die Entschlußsphäre anderer Menschen hegehen, also eine Nötigung, die strafbar ist, solange überhaupt Strafe gebraucht wird. Es war der Schmerz mancher, die drüben waren, daß das werdende Palästina so viel vom europäischen Kleinstadtgeist zeigte, daß es auch dort Klatsch und argwöhnischc Beobachtung des andern, bürgerlichen Hochmut und Feindschaft gegen alles Unkonventionelle so gut gab wie hier. Ich weiß, daß die Schärfe Dr. Fraenkels aus dein Glauben an ein Gesetz kommt und nicht mit solchen Kleinlichkeiten verwechselt werden darf. Fel! weiß aber auch, daß sein Vorschlag, Menschen von bestimmter Lebensanschauung und Lebensführung gesellschaftüCh zu boykottiere״, diesen bürgerlichen Neiguingen freiestes Feld geben, daß seine Ausführung die niedrigste Beschnüffclung des Privatlebens, die unbegrenzte Ausdehnung des Klatsches und des Denunziantentims mit sich bringen würde. Dr. Fraenkel kann das so wenig wollen wie wir, denn auch er will doch in Zion Reinheit, und es gibt keine Reinheit des Lebens, wenn nicht Mensch zu Mensch offen, vertrauend, frei und voller Achtung auch gegenüber dem Andersartigen stehen kann. Möge in Zion Friede zwischen uns sein. Möge jeder nach seinem Gesetz leben und wo er den andern für befangen iin Irrtum hält, da möge er ihn überzeugen, mit ihm gemeinsam die" Dinge zu klären suchen. Auch wo wir glauben, nicht mehr achten zu können, sollen wir doch nicht ’aufhöre», Gemeinschaft, die stets noch da ist, zu empfinden. Aechten wir keinen, auch den niedrigsten nicht: in ihm ist das Gute noch irgendwo, und In uns ist sicherlich noch irgendwo das Böse. Versuchen wir, dem Guten in uns gegenseitig zu helfen! Massenprotestmeeting gegen die Assimilanten in England Wiederholt wurde mitgeteilt, daß die jüdischen Assimilanten, angesichts des Aufschwunges der jüdisch-nationalen Bewegung und des Sieges des jüdischen Nationalgedankens auch in der nichtjüdischen maßgebenden Ocffentlichkeit, am Werke sind, diesen Tendenzen öffentlieh entgegenzutreten. Von den Schritten eines Lucien V/olff in England, eines Julius Kohn in Amerika und ־anderer'a$simHatorischerf'*'Po!Hik«r, ־die gegenwärtig der Durchsetzung der national-jüdischen Forderung entgegenzuarbeiten versuchen, wurde bereits Mitteil^Uoremacht. Das jüdische London und nicht allem (ins zionistische — sah sieh veranlaßt, in einer Massenkundgebung Protest gegen diese verräterischen Taten eines Häufleins jüdischer Notabein zu erheben. Dieses Massenmeeting, das eine ungewöhnlich große Zahl von Lonrioner Juden vereinigte, wurde vom Oberrabbiner Großbritanniens Dr. Herz, eingeleitct, der in seiner Rede unter anderem folgendes ausführte: ״Einen schwierigen und erbitterten Kampf haben wir gegen diejenigen ״Juden“ aufzunelimen, die ohne jegliche Berechtigung gegen die Interessen des jiidisehen Volkes zu sprechen sich vermessen. Wer hat diesen Herren das Mandat erteilt, im> Namen des jüdK sehen Volkes aufzutreten? Diesen inneren Feinden muß unser Kampf gelten, wie er unseren Feinden von außen stets gegolten hat.“ Das jüdische Volk, führte er weiter aus, forderte von den Weltmächten die Anerkennung seiner nationalen Rechte, ebenso wie es die Anerkennung seiner bürgerlichen Rechte forderte, denn ohne die Anerkennung der ersten hat gegenwärtig die Anerkennung der letzteren keinen Wert. Und die, die gegen die Anerkennung der nationalen Rechte arbeiten, die arbeiten in der Richtung des russischen Zaren, der solange die nationalen Minoritäten unterdrückt hat, bis er selbst in diesem Kampfe zusammenbrach. Hinreißend wirkten die überzeugten Worte Leo M o t z k i!1 s. Ohne nationale Richtlinien in der Diaspora, führte Herr Motzkin ans, gibt es auch keine selbständige jüdische Zukunft. Wer gegen das %ste kämpft, ist der Feind des zweiten. ״Was will Lueiaii Wolff von uns polnischen Juden? fragte in seiner Rede der Vertreter der polnischen Zionisten H. Färbst ein. Wir opfern unser Leben־ und Vermögen aut, um unsere nationale Existenz zu verbürgen. Wer wagt es, uns von der Ferne zu kommen und unsere Interessen zu verschachern.“ Im Namen der Poale-Zion Englands erhob Redakteur Morris Mayer schärfsten Protest gegen diese unberufenen ״Führer“ des jüdischen Volkes, die sich solange als Führer aufepielen konnten, solange das Volk selbst unorganisiert und tatenlos schwieg. Ueber die Häupter dieser Leute hin sind die gebieterischen Forderungen der weitesten Schichten der wachgewordenen jüdischen Massen an die Außenwelt gelangt und haben diese ״Führer“ weggewischt. Es sprachen noch Leo Herrmann im Namen der tschechosfovakisdiei! Juden, Dr. Abrahamsohn aus Wien, Rabbiner Loewenthal aus Philadelphia, Eh־. Stern im Namen der jugo-slovakischen Juden und Joseph* B a ro n d e ß für die amerikanischen Juden. Folgende von Leo Motzkin vorgeschlagene Resolution ' wurde angenommen:

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