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Jüdische Rundschau · 1919-05-06 · Heft 32 (6.5.1919) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 32 (6.5.1919)
Date
1919-05-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 246 J U EPISCH E RUNDSCHAU Nr. 3 2 dem Judentum verbunden ist, als Juden zu bezeichnen. Der Streit um den jüdischen Votksbegriff würde zum bloßen Begriffsstreit, zum leeren Wortgezänk werden, wenn man bald diese, bald jene Bindungen als charakteristisch für das Volkstum oder die Nationalität ansieht ln einem Vortrag, auf den sich die ״Mitteilungen des Syndikus des Zentralvereins“ berufen, hat Herr Dr. Haas zu diesem Thema folgendes gesagt: ״Die Kulturgemeinschaft macht die Nationalität aus, die Sprache macht die Nationalität aus, und die Liebe zum Lande, in dem man lebt, das schafft den Nationalbegriff und das Nationalgefühl“. Hiermit wollte Herr Pr. Haas beweisen daß die Zionisten im Irrtum sind, wenn sie von nationalem Judentum oder jüdischem Volkstum reden. Und doch beweist dieses Zitat nur, daß der Streit um diese Frage zu einem leeren Begriffsstreit wird, zu einer Angelegenheit, die überhaupt nicht in die politische Diskussion, sondern in eine Spezialabteilung einer Sprachakademie gehört, wenn die Gegner des Zionismus den Versuch machen, ihn begrifflich zu widerlegen, durch Definitionen den Nachweis zu erbringen, daß das Wort Volk zu Unrecht auf die Juden angewandt wird. Wir haben der Genauigkeit wegen den Nachweis geführt, daß der Ausdruck Volk nach heutigem Sprachgebrauch der einzige ist, der die Gemeinschaft der Juden zutreffend charakterisiert. Für die ganz überwältigende Mehrheit der Juden kann es gar keinen Zweifel geben, daß sie zum jüdischen Volk gehören, und in der Tat sind sich von den 15 Millionen Juden dieser Erde mindestens 12 oder 13 Millionen ihres jüdischen Volkstums bewußt. Doch, wie gesagt, es kann als Zweckmäßigkeitsfrage erscheinen und Sprachforschern erwünschte Gelegenheit zu theoretischen Erörterungen geben, ob die auf dem Wege der Assimilation befindliehen Teile des jüdischen Volkes noch dem jüdischen oder sclion einem anderen Volke oder etwa beiden Völkern zuzurechnen sind. Ist man der Ansicht des Herrn Dr. Haas, so kann man die assimilierten Westjuden natürlich als Teile des deutschen, englischen oder Iranzösischen Volkes bezeichnen. Wenn man jedoch in der Abstammung, der Religion, die in diesem Falle Nationalreligioti ist und mit keinem anderen Volke geteilt wird, sowie in der geschichtlichen Erinnerung und dem auf nationale Wiedergeburt gerichteten Bestreben der meisten Juden, ja sogar vieler Westjuden, die entscheidenden Merkmale erblickt, so sind die Juden eben dem jüdisehen Volke zuzuzählen. Sofern es sich nur um die zutreffende Bezeichnung des heutigen Zustandes liandelt, ist es van ^geringem Interesse, ob die Juden des westliehen Europa, die sich großenteils auf dem Wege der Assimilation befinden und nur durch den Nachschub aus Osteuropa ihre Existenz bewahrt haben, auf die Frage, welchem Volke sie angehören, sich als Deutsche, Engländer, Franzosen oder aber als Juden bezeichnen. Protestiert werden muß nur dagegen, daß das westliehe Assimilationsjudentum ans seiner besonderen Lage heraus die Existenz des jüdischen Volkes zu bestreiten versucht, daß es seinen Sonderfall zum Allgemeinfall erweitern will. Es ist. als wenn der absterbende Ast eines Baumes aus seinem Schicksal die Behauptung herleiten wolle, der Baum sei gar nicht vorhanden. Der Vorsitzende des Zentralvereins pflegt in Diskussionen über diesen Punkt sein Verhältnis zum deutschen Volke mit dem Verhältnis der Nachkommen französischer Immigranten zu vergleichen. Der Vergleich stimmt zwar keineswegs, denn jene französischen Familien haben sich längst durch Mischehen auch blutsmäßig mit dem deutschen Volk verbunden. Doch wie dem auch sei, der Vergleich zeigt gerade, wo der entscheidende Denk- Zweifei Von Fritz Schiff. Als der zionistische Journalist sich an seinen Schreibtisch setzte, um einen seiner üblichen Propagandaartike! herunterzuschmieren, erfaßte ihn ein Ekel vor seiner automatischen Produktion, und, obwohl er Journalist war, begann er nachzudenken. Das grelle Licht der rücksichtslos brennenden Lampe ärgerte ihn so, daß er es abblendete, um sich besser sammeln zu können, ln diesem Augenblick klappte das Tintenfaß vemehmlieh zu und auf dem Deckel erschien rittlings ein kleines, nachlässig gekleidetes jüdisches Herrchen, das ihn mit einem so schallenden ״Schalom“ begrüßte, daß der Journalist nicht anders glaubte, als sei dieser Besuch ein Blau-Weißer. ״Mit wem habe ich das Vergnügen?“, begann höflieh der Journalist. ״Mit Ihrem Zweifel, mein Herr! Mit Ihrem Zweifel, und da ich inaner Natur gemäß alles für Lüge halte, folglich auch das, was ich sage, so werden Sie zugeben, daß ich ein viel besserer Journalist wäre ais Sie, und daß es praktischer wäre, ich nehme statt Ihrer den Redaktionssessel ein.“ ״Oho, mein kleiner Herr.“ gab der Mensch belustigt zurück, ״Sie wollen also annektieren?“ ״Was heißt annektieren? Sollte ich wirklich, wenn ich annektieren wollte, keinen geschickteren Ausdruck finden? Für Annexion finden doch heute die Dümmsten ein hübscheres Mäntelchen, prima Lügenstoff —■ echte Kriegswäre! Nein, gegen Annexionen zu protestieren haben Sie doch wahrhaftig keinen Grund, Sie zionistischer Sdirefbliug. Was ist denn Euer, ganzer Zionismus anders, als eine ganz gewöhnliche Annexion?“ ״Verfluchter Kerl,“ schrie der Journalist und schlug mit der Faust auf den Tisch., ohne mehr zu erreichen, als daß das Tintenfaß umfiel, und daß der Herr Zweifel höhnisch grinsend sich auf den Lampenschirm flüchtete. ״Ausgezeichnet,“ höhnte er, ״dieser Gewaltakt paßt mal wieder vortrefflich zu Eurer zionistischen Gewalt- Politik. Bitte, lassen Sie mich ausreden! Trägt nicht Eure wichtigste Forderung, die Palästinaforderung, alle fehler derjenigen Atshnilanten liegt, die die Existenz des jüdischen Volkes bestreiten. Wenn diese Assimilanten wirklich in demselben Sinne Deutsche sind, wie die Nachkommen jener französischen Immigranten, so kann die Existenz des jüdischen Volkes genau so wenig geleugnet werden, wie die Existenz des französischen Volkes. Der Vorgang der Assimilation ist 1ms sehr w<ohl bekannt, auch zweifeln wir nicht daran, daß die Assimilation noch Gruppen des jüdischen Volkes zur Loslösung vom Judentum bringen und zunächst durch sprachliehe und kulturelle Assimilation, in den folgenden Generationen, durch Taufe und Mischehe diese Gruppen zur Verschmelzung mit den umgebenden Völkern bringen wird. Doch unberührt hiervon besteht die Tatsache, daß die Juden ein Volk waren und in ihrer Gesamtheit nicht anders denn als ein Volk bezeichnet werden können. Die Juden sind also ein Volk. Man fragt sidi, woher denn eigentlich die Neigung der Assimilationsjudft stammt, diese geschichtlich unzweifelhafte Tatsache zu bestreiten, und man sieht ohne weiteres, daß es sich gar nicht um einen wissenschaftlichen Meinungskämpf, utti die zweckmäßige Anwendung des Volksbegriffe handelt, sondern utn den Willen, die Juden als Volk im eigenen wie im fremden Bewußtsein verschwinden zu lassen — ein vergebliches Bemühen freilieh, so lange die überwiegende Mehrheit der Juden diesen Wunsch nicht teilt, ihr Volkstum empfindet und durchzusetzen sucht und solange die übrige Menschheit ihre geschichtliche Erinnerung bewahrt. Des ist der wahre Sinn des Streites um den Volksbegriff. Nicht darum geht es, ob die Juden ein Volk sind, sondern ob dieses Volk erhalten bleiben soll, und ob die durch Assimilation auf dem Wege vom jüdischen Volk zu anderen Völkern hinüberwandernden Westjuden ihren Weg in beschleunigtem Tempo fortsetzen oder aber umkehren und wiederum sich dem jüdischen Volke anschließen sollen. Gegenwärtig wird dieser Anschluß auch von zahlreichen westlichen Juden vollzogen, hei denen die objektiven Merkmale der Assimilation genau so vorhanden sind, wie bei den assimilatorischen Oegnern des Zionismus. Man sieht nunmehr, daß es sich hier gar nicht um Feststellung objektiver Tatsachen handelt, über die bei vernünftiger Klarlegung der begriffliehen Einzelheiten gar kein Streit zwischen Zionisten und Nichtzionisten herrschen dürfte, sondern um etwas durchaus Subjektives, um den Willen des einzelnen Westjuden, für seihe Person und für seine Kinder den einen oder den anderen Weg zu wählen, der sich heute vor dem Judentum auftut: Assimilation oder Zionismus. Man muß blind und taub sein, um nicht zu begreifen, daß das Judentum, wie es sich gegenwärtig in Westeuropa darstellt, eine Uebergangsform ist, daß es im gegenwärtigen Zustand nicht auf die Dauer beharren kann. Niemand bestreitet, daß das religiös® Bewußtsein mit der kulturellen Assimilation triehr und mehr verschwindet. Es muß verschwinden, denn religiöses Judentum ohne nationales Bewußtsein ist eine Pflanze ohne Wurzel. Die Entscheidung mag ein jeder selbst treffen. Doch wer behauptet, für das Judentum und seine Existenz wirken zu wollen, muß uns als Todfeind gelten, wenn er den seelischen Zustand des Assimilationsjudentums der Gesamtheit des jüdischen Volkes als Vorbild hinstellt, ln der Uebergangsepoehe der Assimilation das Ziel jüdischer Entwicklung sieht, die eigene Halbheit zum wahren Wesen des Judentums usnzudeuten strebt. Signa der Annexion? Ihr wollt ein fremdes Land, das Euch seit zwei Jahrtausenden nicht mehr gehört, mit allen seinen Gütern und Schätzen in Besitz nehmen, und wollt die dort lebende Bevölkerung, soweit sie Euch im Wege ist, verdrängen?“ ״Hm,“ sagte der Journalist, ״da ja Ihrer eigenen Aussage gemäß alles, was Sie aussprechen, Lüge ist, so wäre Ihre Behauptung eigentlich doch der beste Beweis dafür, daß das Gegenteil der Fall ist. Immerhin will ich Ihnen antworten, nicht Ihretwegen, glauben Sie das nur nicht, nur meinetwegen. — Wie, das wollen Sie nur? Um so besser für uns beide. Also, Palästina gehört uns seit 2000 Jahren nicht mehr. Das ist nacli der allgemeinen Anschauung richtig Wir haben formell sicherlich kein Recht darauf. Ebenso könnten ja die Ueberreste der Kanaaniter kommen oder die Türken. Und das Jahr 70 n. Chr. ist gewiß lange her. Nicht wahr, so meinen Sie? Soll ich wirklieh von vorn beginnen? Ich muß sagen ich hätte meinen Zweifel für klüger gehalten. Das beleidigt mich fast. Sagen Sie, es ist Ihnen wohl unbekannt, daß unsere Vorfahren keine andere Sehnsucht kannten, als die nach Zion, nach dem Lande ihrer ,Väter? Sie, Herr Zweifel, sind ja sicher Skeptiker und erkennen nur durchaus gegebene Dinge an aber Sie werden doch zugeben müssen, daß eine Sehnsucht, die sich durch die Geschlechter zweier Jahrtausende vererbt, eine nicht fortzuleugnende Tatsache ist., die ihren Grund in einer ganz bestimmten Art und Veranlagung der Träger dieser Sehnsucht hat.“ ״So,“ fiel ihm Herr Zweifel ins Wort, ״wie wollen Sie beweisen, daß hier keine?ixe Idee, keine heriditäre Zwangsvorstellung voriiegt, derzufolge der gesamte geistige und körperliche Organismus Ihres Volkes in der Tat gewisse Beziehungen, sagen wir eine bestimmte Einstellung zu diesem Laude bekommen hat? Ich halte es durchaus für möglich, daß es sich uni eine neurasthenische Erscheinung handelt, die aus andauernder Unzufriedenheit, Bedrückung und aus dem Geiste der Tradition die unaufhörlich von der Zionsliebe spricht, entstanden ist. ״Nun sagen Sie noch Heimatlosigkeit, Herr Zweifel, und dann haben Sie sich selbst die völlig klare Antwort Persönliche Entscheidung wird gefordert, und wie| die Assimilanten auf ihrem Wege vorwärtsschreiten, sich heute schon als Glieder des deutschen, englischen I oder französischen Volkes bezeichnen, so rechnen wir| Zionisten, deren Weg nicht vom Judentum fort-, sondern wieder zum Judentum hin führt, uns zun» jüdisehen Volk. Der Kampf, den die Assimilanten von jeher gegen uns führen, war immer von der Meinung diktiert, daß das Bekenntnis zum jüdischen Volke den Juden (d. h. nämlich den auf Assimilation bedachten westlichen Juden) Schaden bringen könne. Wäre dies wahr, 90 könnte uns dies noch immer nicht als Beweis gegen den Zionismus gelten. Unser nationaler Zukunftswille schreckt vor Hindernissen und Gefahren nicht zurück. Unterdrückung oder Verfolgung, staatsbürgerliche Entrechtung und gesellschaftliche Zurücksetzung könnten die Zionisten nicht hindern, ihrer Idee treuzubleiben. Doch eine zwanzigjährige Erfahrung hat sclion bewiesen, daß alle jene Befürchtungen des Assimilationsjudentums völlig unbegründet sind ln der Angst um ihre Position inmitten der Völker, denen sic ganz und gar angehören wollen, sehen sie am hellen Tage Gespenster. Kein europäischer Staatsmann hat daran gedacht oder könnte daran denken, die staatsbürgerlichen Rechte der Juden anzutasten, weil die Juden sich als Volk fühlen und für ihre nationale Gemeinschaft ein Zentrum in Palästina schaffen wollen. Die praktische Auswirkung des jüdischen Nationalgedankens in Palästina wie in der Diaspora bringt keinem Volke und keinen» Staate Schaden. Das jüdische Palästina bedeutet die Erfüllung einer geschichtlichen Idee, den Lohn für viertausendjährige Treue eines Volkes gegen sich selbst. Diese Treue hat die Bewunderung der Welt gefunden und die Staatsmänner der mächtigsten Reiche zur Anerkennung unserer nationalen Wünsche bewogen. In der Vorrede zu Sokolows ״Geschichte des Zionismus“ schreibt Balfour, daß er in der Wiederaufrichtung der Juden als Nation einen Versuch sieht, das Judentum mit den anderen Völkern der Erde in ein harmonischeres, auf Duldung und Achtung beruhendes Verhältnis zu bringen. Dies ist auch unsere Hoffnung, *und wir gl anben, daß schon jetzt der Zionismus die Stellung des Judentums in der Welt sehr erheblich gebessert hat. Nur dem Zionismus ist es zu verdanken, wenn das Judentum heute Organe besitzt, durch die es seine Forderungen vor den Mächten mit Aussicht auf Erfolg Vorbringen kann. Nirgends hat sich die Befürchtung bewahrheitet, daß das Bekenntnis zum jüdischen Volkstum die Stellung der Juden im Staate beeinträchtigt. Sollte irgend***» kurzsichtiger Chauvinismus oder reaktionäre, auf Unterdrückung nationaler Regungen ausgehende Politik sich bemerkbar machen, so wird dem unser entschiedener Kampf gelten müssen. Wir fordern Gleichberechtigung für den Einzelnen als Staatsbürger und für unsere Gemeinschaft als Nation. Wir sind uns bewußt, daß de Interessen des jüdischen Volkstums mit den Interessen anderer Völker nicht kollidieren, denn wir treiben keine chauvinistische Politik, die anderen Unrecht tun will, sondern wir fordern nur die Anerkennung!unseres eigene« Rechtes. Diejenigen verstehen das Wesen des jüdischen Volksgedankens schlecht, die noch immer nidit aus ihre« Köpfen die Vorstellung verdrängen können, daß es Aufgabe der Nationen sei, sich gegenseitig zu bekämpfen, niederzuhalten oder aufzufressen. Die Erde hat Raum für alle Völker, und das Götzenbild des imperia iitisc'ten Raub- und Mabhtstaates ist schon in der Einschmelzen»• begriffen. Zu den Folgen dieses Krieges wird auch die Erk! und Vö Staat, d< drückun zu exisi freiten zun» Tc dem Ei eignet e au beze die Gen ■och Sii war um haben an frei Entwick als Na Rechte sehen ) jüdische Volk al De gegeben. Es ist nämlich in der Tat möglich, daß diese Sehnsucht bisweilen in ihrer Aussichtslosigkeit, in ihrer Müdigkeit neurasthenische Formen angenommen hat, — ich erinnere an den Mystizismus der frühen Zeit, der Kabbala, die kuriose Erscheinung des Assimilationsjudentums, ja selbst den starren und doktrinären Revolution.*: geist vieler Juden kann man als die etwas krankhaften Auswirkungen einer namenlosen, imgestillten Sehnsucht ansehen — aber wohlgemerkt, hier handelt es sich um kranke Formen, nicht um den Inhalt. Man muß also versuchen, sie zu heilen und nach den Ursachen frage»», die diese Krankheitserscheinungen veranlaßt haben. Und •die haben Sie bereits richtig erkannt: Die Unzufriedenheit mit den gegebenen Verhältnissen,, die Fremdheit der umgebenden Atmosphäre, das Nichtverstehen können, das Haibverwurzeltseiit, das ewige Kompromißschließen-müssen ist der erste Grund d'eser Erkrankung der Erscheinungsformen. Denn Unzufriedenheit kann niemals das Motiv für einen positiven Affekt, wie Sehnsucht einer ist, bilden. Zum andern erwähnten Sie die historische und kulturelle Tradition. Sie meinten damit wohl offenbar, daß infolge der ewigen mechau:- sehen Wiederholung der Ideen, daß Palästina das jüdische Land, das Land der Väter sei. — die Ihrer Meinung nach nur für eine längst überwundene Zelt gültg waren, — in den jüdischen Gemütern eine Konvention entstanden ist, die weil ihnen innerlich oft leer, den Geist, der einen Inhalt suchte, zu jenen Krankheitserscheinungen geführt hat. Das mag nicht 90 ganz unrichtig sein. Und deshalb kam auch der Zionismus und erfüllte diese hochheilige Tradition mit verjüngendem, frischen, wahrhaften, der Form gemäßen Leben, gab ihr Riehtung und das Bewußtsein ihrer Aufgabe. Und endlich erlaubte ich mir noch, Sie darauf aufmerksam zu mache», daß die ewige Heimatlosigkeit ein Grund für jene nervisch so gesteigerte Intensität des Erlebens, das in seiner Ekstase nach Seeleninhalten suchte, darstellt. Das nicht zu der Erde, der Luft, dein Licht, den Farben, der Wärme des Landes-Oehören, das Wissen, daß Kinder und Kinder wer weiß wie lange, nicht mehr in das eigene Land kehren können, erzeugte sicheriich keine gesunden . , ״Gut, lieber Journalist, ausgezeichnet; Sie habe« mir aber immer noch nicht oewiesen, was Sie mir Di «instin ״E *egen tnäniei dieses Im Si und וו naier »usnal gung gegen durch langer *reise Rechtl verewi daß teilen! macht K! ierenz die Ju richtig begreif Eindru gleiche Di! *OB Ul schau“ der W der D *chiedi hagene der:; t naler der na Ländei eigentl nach c lieh d« nach : Df Empfii an siel Ist Fi vietme liehen die Sc ist ui annehi erfüllt סי da der n! «*eh g• »l Eure! Arrepri na di habe, ■ucht zu de Im G1 »festen Zwedi nicht Masse nox di Haber Sehmn haupt« *rein ׳ in Mi, Babels H dacht« «1 arl müßte Herr Keh »

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