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Jüdische Rundschau · 1919-05-02 · Heft 31 (2.5.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 31 (2.5.1919)
Date
1919-05-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 31 JUEDISCHE RUNDSCHAU —1 chen Bech übrig Formge so Start; leru ans Welt an ste Man erzeugten aen.“ Kranoid ו hieran! gelingen tina, das ,rodukte, Gemüse nd Ausunserer Vetwal iori und ien wer Aillionen md land winn er Id, kann ür seine timende!! ibel, die n Böden eich der >ßgm11׳j I höchst Die Un• niedrige if Groß- Be völke daß die ׳ar. Da 1er darin fleißiger ht wird, in gün-!er Lage ns, dem!■düngen, emeinen rade für in Pa stützen, Hier ist eltsames r privat• der Tat mg und twerken n. Dodi testierte e d-urch-!aftende tzierung ch rielente al> ing sein swerkes die־lern, iatkmal- ־ Lasten und an- «deutet Kranoid 119 auch Flüssigliftlirfier ite auch lationalidisdien t wenn ir keine Rahmen 1c sehr als und tilg von 1 Karn-;rk von eiügten, laft ge- 1h ■oder die weiger als n Falte es ganz len Geeßungsere mit len. Er der der ti freien ten sei, auf ge- 1at1 den Schoß 11s heran den Systems rtsdiafiesitzer otzdem Boden- | frage voraus, denn auch die Enteignung־ der Länderele», welche der islamischen Kirche gehören, sei keine ein aehe Sache, da das Land ja nicht leer liege, sondern von Arabern pachtweise bewirtschaftet werde. Den Plan von Trietscb, die Fellachen in entschädigen und nach Mesopotamien zu verpflanzen, hält er für ganz utopisdi, weil dies enorme Summen kosten und auch den Widerstand der Fellachen finden würde. Aus allen diesen Gründen ist Kranold der Meinung, daß wir auf die Kirchenländereien (und ebenso wohl auch auf die Sfaatsländereien) verzichten müssen. Er schreibt, man solle ״den Landbeclarf der jüdischen Kolonisation dadurdi decken, daß man zu ungünstiger gele.;enen, bzvv. zu geringeren Böden greift, die bei höherer Investion von Arbeit und Rohmaterialien sehr wohl einen stattlichen Ertrag zu liefern vermögen, die aber große Aufschließungsarbeiten notwendig machen. Solche Aufachließungsarbeiteu können nicht vorgenommen werden in einer Wirtschaft, die auf Reingewinn und auf Geldertrag ausgeht.“ Die Tendenz dieser Auslührungen ist klar. Wiede nun will Kranold, beweisen, daß die Land frage jede Reniabilität int kapitalistischen Sinne unmöglich macht. Wiederum wird keine Trennung vorgenommen zwischen dem Profit der erschließenden Gesellschaft (der, wie schon ausgeführt, vielleicht ganz beträchtlich, vielleicht gering sein oder durch Zuschüsse gemeinnütziger lnstitute ergänzt werden wird) und dem Profit des endgültigen Besitzers, der im■ Rahmen des kapitalistischen Systems sehr bedeutend sein kann. Der Schwierigkeiten der Landfrage sind wir selbst uns im vollen Maße bewußt. Ja wir geben gern zu, daß wir noch keinen klaren Geberblick über ihre endgültige Lösung haben. Aber zugunsten seiner These, daß keine Rentabilität möglich■ sei, biegt Kranold auch hier wieder die Tatsachen zurecht. Es ist nicht einzusehen, warum jüdische Kolcnisationsinstitute nicht in die Lage versetzt werden sollen, allen herrenlosen Boden, alle Staatsdomänen und Kirchenländereien sowie schlecht bewirtschafteten privaten Großgrundbesitz gegen eine angemessene Entschädigung, welche künftige Rcntabilität noch immer möglich macht, zu übernehmen. Die Behauptung, daß man auf diese Böden wegen der arabischen Pächter, die darauf sitzen, verzichten müsse, ist irrig. Es gibt ganz andere Wege als den der Depossedierung und Verpflanzung, um sich mit den arabischen Pächtern auseinanderzusetzen. Es ist möglich, daß wir neben der jüdischen auch eine arabische Ansiedlungstiitigkeit werden treiben müssen. Wir werden vielleicht einen Teil der Ländereien im Eigentum der Fellachen belassen, die mit solcher Regelung vermutlich einverstanden sein werden. Zusammen fassend kann mau sagen, daß sehr große Aufwendungen erforderlich sein werden, um das Land zu erschließen, aufzuforsten und zu sanieren, u11d daß die Bodenfrage erhebliche Schwierigkeiten bietet. Aber den Beweis, daß die aufgewendeten Mittel keine Rente bringen werden, hat Kranoid nicht führen können. Umgekehrt dürfen wir auf Grund aller bisherigen Erfalirungen annehmen, daß nach Vornahme der nötigen Erschließungsarbeiten die palästinensische Landwirtschaft sich bei geeigneter Betriebsform so hoch rentieren wird, daß sie sogar für die jüdische Gesamtheit als Geldgeberin, jedenfalls aber für den einzelnen Juden, der dort Kapital investieren will, als gute Kapitalsanlage zu betrachten ist. Was Kranold über die Industrie in Palästina sagt, entspricht in vieler Hinsicht meiner Auffassung, so etwa, wenn er schreibt: ״Im! Preis der Arbeitskräfte mit Rußland oder Indien konkurrieren zu wollen, hieße die dort (in Palästina) angesiedelten Juden zu einer Lebensführung verurteilen, die noch weit unter ihrer Lebenshaltung in Osteuropa oder in den Ghettos von England und Amerika liegt. Wenn mfui das will, dann braucht man nicht erst Palästina jüdisch zu koloni- -׳-:reu.“ Kranoid irrt, wenn er mir vorwirft, daß ich im י ■ne des alten Manchestertunis eine Politik des ״laisser ta:re laisser aller“ empfehle. Ich habe darauf hingewiesen, daß bei den heutigen Tendenzen der jüdischen Arbeiterschaft das Unternehmertum möglicherweise abgeschreckt oder die Betriebe unrentabel werden könnten, und ich habe den Satz aufgestellt, daß in einem Neuland wie Palästina niemals der Staat, sondern nur der private Unternehmergeist das Risiko der Neugründung industrieller Unternehmengen tragen kann. Damit wollte ich nicht meine peräönlidie Vorliebe für ein wildwachsendes privatkapitalisüsches Unternehmertum bekunden, sondern ich wollte nur einerseits gegenüber den Verfechtern der Industrialisicrung auf die aus der heutigen Zeitstimmung kommenden Schwierigkeiten verweisen und andererseits die Ver-?echter des Sozialismus darauf aufmerksam machen, daß der Staat nicht in einem kolonialen Neuland in sehr großem Umfang industrielle Unternehmungen ins Leben rufen kann, wie es bisher in Europa das private Unternehmertum ״etan hat. Gern sei zugegeben, daß einige wenige Industrien, wie etwa die von Kranoid genannte Textilindustrie, auch von Staatswegen betrieben werden können (selbstverständlich ebenso alle öffentlichen Unternehmungen, Bahnen, Kraftwerke usw.) insbesondere wenn man, wie Kranoid dies fordert, auf Rentabilität verrichtet. Doch dies ist es nicht, was die Anhänger der Industrialisierung Palästina^ in unseren Reihen meinen. Kranoid, der überzeugte Staatssozialist, will selbstverständlich keine Industrialisierung Palästinas im Sinne des privatkapitalistischen Unternehmertums. Auch hier sucht er nachzuweisen, daß man auf Rentabilität weder sehen noch rechnen dürfe, und er gibt ein recht dürftiges Bild von den industriellen Möglichkeiten Palästinas. Er weist darauf hin, daß das Land weder Eisen noch Kohle hat, warnt vor der Ueberschätzmng aller 9011stigen in Frage kommenden Kraftquellen, warnt auch vor der Illusion, als ob diese ״Kraftquellen billig seien, und verweist auf den Mangel an Holz. Immerhin könnten die Salze des Toten Meeres die Grundlage einer chemischen Industrie bilden, und Schafe und Ziegen könnten eine Textilindustrie ermöglichen, wobei man aber wiederum von jeder Rentabilität abseben müsse, da das Ausland jeden palästinensischen Fabrikanten, der auf Gewinn arbeitet, unterbieten werde. Kranoid erwähnt schließlich die landwirtschaftlichen Nebenindustrien, spricht von Zucker- und Oelindustrie, Erdölgewinnung und Ausfuhr von Obst- und Gemüse- Konserven. Doch fügt er hinzu: ״Audi hier hängt die Konkurrenzfähigkeit mit dem Ausland ganz davon ab, ob es möglich ist, ohne Rücksicht auf die gekllidhen Produktionskosten auf dem ausländischen Markt zu verkaufen.“ Demnach will also Kranoid gewisse staatliche Industrien ein führen, um so eine«■ Teil der Bevölkerung Beschäftigung zu geben und die Produkte als Konipensation für die vom Ausland einzuführendien Sehensnotwendigen Waren zu gewinnen. Kranoid erklärt — im Rahmen seines Systems ganz mit Recht, — daß dabei nicht auf Profit gewirtschaftet zu werden braucht. Er müßte aber an dieser Stelie wenigstens den Nachweis liefern, daß die staatliche Produktion zum mindesten so rentabel wirtschaftet, daß sie das ökonomische Gleichgewicht des Staates nicht gefährdet. Bei dem■ außerordentlichen Pessimismus Kranolds hinsichtlich der Profitaussichten in Palästina ist doch die Fr:;j;e erlaubt, ob ein sozialistisches Gemeinwesen so rentabel arbeiten wird, daß die von ihm geleiteten Industrien wenigstens dann konkurrenzfähig bleiben, wenn man auf Reingewinn verzichtet. Der Nachweis daß der rein sozialistische Staat hierzu imstande ist, müßte erst noch erbracht werden, zumal wo es sich um Schaffung von Industrien in einem Neuland handelt. Ich weiß nicht, ob das Bild, welches Kranoid von den industriellen Möglichkeiten Palästinas gibt, zutriift. Ich selbst bin in dieser Hinsicht immer recht skeptisch gewesen und glaube nicht an die zahllosen Industr.'emöglicbkeiten, die be'lsp: eis weise von T r i e t s c h und seinen Anhängern aufgezähit werden, fn diesem Punkte mögen andere sich mit Kranokl auseinandersetzen. Immerhin glaube ich, daß er seiner Grundthese zuliebe die industriellen Möglichkeiten doch allzu gering einschätzt. Es gibt eine Reihe van Industrien, für die die Juden, spezielle Eignung besitzen, und für deren Produkte der Weltmarkt und besonders das Judentum der ganzen Welt Abnehmer *ein würden, wie beispielsweise die Buchdruckerei, Fremdenindustrie (Hotelwesen, Kunstgewerbe) und anderes, ln dem besonderen Fall Palästinas können diese Industrien einen recht erheblichen Umfang annehmen, ohne daß die Arbeiter unter Lohndrückerei und Ausbeutung leiden. Mit dem von ihm empfohlenen System glaubt Kranold, daß ״in Palästina im Laufe von 25 Jahren zwei Millionen jüdische Familien Unterkunft finden können, aber wohlverstanden nur dann, wenn man nicht auf Reingewinn wirtschaftet.“ Liegt hier kein Schreiböder Druckfehler vor, so muß diese Berechnung große Verwunderung erregen. Kranoid spricht mit keiner Silbe von intensiver Gartenbaukultur, für die doch das Land und die Juden prädestiniert sind, und1 die hohe Rentabilität verheißt. Er verweist auf Ackerbau und Viehzucht, Kulturen, die nach allen bisherigen Erfahrungen in Palästina für Juden unrentabel und ungeeignet sind und eine dichte An- Siedlung, die wir im Interesse möglichst hoher Einwandererziffem wünschen müssen, unmöglich machen. Er behauptet, daß wir auf das beste Land, das im Besitz der Großgrundbesitzer, der Kirche und des Staates sich befindet, wegen der darauf befindlichen Pächter verzichten und uns mit den schlechtesten, und umrentabelsteu Böden begnügen müssen. Er bestreitet die MösJJcbkcit jeder landwirtschaftlichen und industriellen Rentabilität bei privatkapitalistischer Betriebsform und will nur soweit industrielle Betätigung zulassen, als sie im Interesse der Allgemeinheit liegt und von staatswegen kontrolliert werden kann. Und nach allen diesen Einschränkungen behauptet er allen Ernstes, in Palästina zwei Millionen Familien, also 8 bis 10 Millionen Menschen in 25 Jahren ansiedeln zu können, während unsere optimistischsten Berechnungen besagen, daß bei intensivster Gartenbaukultur und erheblicher Industrialisierung des Landes im ganzen etwa 6 Millionen Menschen dort untergebracht werden können. Kranolds Aufsatz ist ein gutes Beispiel für die bedenkliche, aber im Parteikampf leider oft geübte Methode, für einen Liebtingsgedanken nachträglich die wissenschädlichen Beweise zu suchen. Kranoid kennt nur die Alternative: kapitalistische Ausbeutung oder Staatssozia'Jsmus ohne Unternehmerprofit. War aber wissen, daß unsere nationale Kolonisatkm andere Wege gehen wird als diejenigen sind, die beute den sozialistischen Theoretikern vorschweben, zumal diese Theoretiker bisher nicht einmal für die europäische Landwirtschaft ein and! nur begrifflich zureidiendes sozialistisches Wirts chaftssdhema entworfen haben, sondern sich immer wieder im Kreise des marxistischen Industriesozialismus drehen. Ke Gesamtheit des jüdischen Volkes ist bereit und imstande, große Lasten und Opfer auf sich zu nehmen, um das Werk der nationalen Wiedergeburt in Palästina durchzuführen. Der Einzelne, der nach Palästina geht, mag er Kapitalist oder Pro'etarier sein, wird sich den Oesamtinteressen beugen, der Neuordnung, die wir dort errichten wollen, fügen müssen. Wese Ordnung wird eine sozialistische . I sein, wenn Sozialismus Vernunft und Gerechtigkeit bedeutet. Das Land, das auch dem privatkapitalistischen Unternehmertum reiche Zinsen bringen könnte, wenn man es ungehindert schalten und walten ließe, soll der Gesamtheit seine Früchte tragen. in diesem System aber fällt dem Privatkapital, das auf Rente nicht verzichten will und auch — bei zweckmäßiger Ordnung der Gesamtwirtschaft — nicht verzichten soll, eine für die Allgemeinheit sehr wichtige Aufgabe zu. Ohne Beteiligung des Kapitals werden wir die Kolonisation Palästinas nicht in Angriff nehmen können (Anmerkung der Redaktion: Vergleiche auch den in dieser Nummer gleichzeitig erscheinenden Artikel von Dr. Elias Auerbach). Wir brauchen das jüdische Großkapital, das auf geschäftliche Methoden und eine gewisse Rente nicht verzichten kann. (Gemeinnützige Institute werden, wenn nötig, Zuschüsse liefern.) Jene landwirtschaftliche Kultur, auf der die wirtschaftliche Zukunft der Juden in Palästina beruht, nämlich die intensive Gartenbaukultur, erfordert sehr erhebliche Kapitaünvestierungen, die vom Staate gar nicht aufgebracht werden können und auch nicht aufgebracht zu werden brauchen, weil das Privatkapital seine angemessene Rente finden wird. Vom sozialistischen Standpunkt ist die Aufgabe damit gegeben: es handelt sich darum, die Beteiligung des Privatkapitals so zu regulieren, daß sie nicht in Widerspruch mit den Interessen der Gesamtheit gerät, sondern vielmehr diesen Interessen dient. Das geschieht am radikalsten durch Nationalisierung des Bodens, durch Erbpaehtsystem, Verhinderung alles Bodenwuchers und Beschränkung der Bodenanteile auf bestimmte Größen, vor allem durch fortdauernde Neuansiedlung der landwirtschaftlich geschulten Arbeiter. Das ist die Linie der Kobnisationspoütiik, die wir einzuhalter! haben, und sie ist im wahren Sinne sozialistisch, weil sie den Interessen der Gesamtheit dient. Dies sagen wir nicht einer Theorie zuliebe und noch weniger aus Neigung zu Kompromissen, sondern aus der Kenntnis unseres Volkes und der Erkenntnis der Wirtsdiaftstatsachen Palästinas. Sozialismus kann sich nur bewähren, wenn er dem Lande und dem Volke, in dem er wirken soll, angepaßt wird. Es gibt kein einheitliches sozialistisches Wirtschaftsschema, das für alle Länder paßt. Vorstellungen, die in den unendlichen Ebenen Rußlands oder in den Industriezentren Europas erwachsen sind, dürfen nicht auf ein Gartenhauland am Mittelineer übertragen werden. Die 1 diese Kranolds, daß der Privatkapitalismus an dem Mangel an Profit in Palästina scheitern müsse, ist unbewiesen und unbeweisbar. Dem echten sozialistischen Gedanken, der sich heute vom Dogma der Marxisten za befreien strebt, dient die Verkündung dieser These nicht. Sie will ganz im. Sinnt des historischen Materialismus darlegen, daß mit «genannter Naturnotwendigkeit der Sozialismus in Palästina einziehen müsse, und sie hindert damit nur die aktive, bewußte Einführung sozialen und sozialistischen Denkens in den Zionismus, das sich nur durchsetzen kann, wenn es den Tatsachen gerecht wird und sie nicht einer Theorie zuliebe zurechtbiegt. Heimstätte oder Wolkenkukufcsheim? Von Dr. Elias Auerbach- Haifa. 1. Es muß einmal ehrlich und geradeheraus gesagt werden : Wenn der Sozialismus für den jüdischen Aufbau in Palästina keine anderen Grundlagen geben kann, als dies Hermann Kranoid in seinem Aufsatz in Nr. 26 der ״Jüdischen Rundschau“ tut, so ist das herzlich wenig. Wir sind bitter enttäuscht, denn an Aeußerungen eines Mannes wie Kranoid mußten wir mit ganz anderen Erwartungen herangeben. Kranoid kommt in einem kurzen ersten! Teil zu dem Schluß, daß eine kapitalistische Kolon i s i e r u n g Palästinas überhaupt nicht möglich ist, und. daß also nur eine sozialistische in Frage kommt. Möglich, daß er recht hat; aber das Hauptargument, das er für diese These anführt, ist durchaus falsch. Doch darf man ihm daraus keinen allzu schweren Vorwurf machen, denn seine Mcim־mr rührt ״cm seiner (gewiß begreiflichen!1 völligen Unkenntnis der Verhältnisse Palästinas her. Er sagt״ .־Seine (Palästinas) besten Böden sind bereits in den Bereich der Agrikultur einbezogen, ohne daß es gelungen wäre, sie nach europäischen Begriffen besonders rentabel zu machen. Was noch übrig ist, wird durch Bodcnbesdiaffeuheit, Höhenlage, natürliche Formgebung, Wasser- Verteilung, Klima und Verkehrslage so stark benachteiligt, daß ein Wirtschaften auf Profit nahezu ausgeschlossen ist ... . Und deshalb wird man sagen dürfen, daß die Kolonisation Palästinas, wenn sie auf kapitalistischem Wege versucht werden sollte, mit ziemlieber Sicherheit fehlschlagen muß.“ Der Grundfehler Kranolds liegt darin, daß er immer nur an Agrikultur denkt. Sein ganzer Aufsatz verrät an keiner einzigen Stelle eine Bekanntschaft mit der iii unseren Kreisen längst geläufigen Tatsache, daß Palästina das gegebene Land des Pflanzungs- und Gartenbaus ist. und daß der Ackerbau in ihm nur eine nebensächliche Rolle spielen kann. Das ändert aber den ganzen Aspekt der Frage; denn die bisher bei der extensiven Landwirtschaft der Fellachen vernachlässigten und brachliegenden Böden sind zum großen Teil für den intensiven Pflanzungsbau ganz her- I* -־ I- - 4' / /

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