Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 30 (29.4.None)
- Date
- 1919-04-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 30 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 233 30 gogers 1 j ü - W<£ •t w, eit, zu , darf ־erden, inskcr j U d i - irlos •n der eichen, Z UIUl lischen;11 ver״ ibutfcm pätuno- «ident a n im treiben unter 1«! jfi nisskni 1 tonen argeon e n tr. 49“, ä w e i - t tun, 1. Alle Frage!« ir eint ¬זו♦!st.!» Jude!!•• .־lat;• Redak rselben r, und eifelkss atonal lahmen » Ge! genau ist '׳ein Erik te- ,Mts -!sagend ff’d fo! tonnte de Exifassung gba re ro 1I te tonalen gen das ms. Er idischet! leisnms, and für;r diese a Inhalt e sind endie lie assi las ״Ingewillt, V.uf den kgesetzt, es nicht :ive Mo ewinnen 1 ist das u d i e r t luden tim ein. 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Es kann höchstens ״eine nationale Elite entstehen.. die die tausendfältigen Gefahren kennt, die auf uns im Galuth lauern, und die sittliche Kraft besitzt, die Individualitäten aus der Masse der von materiellen Kräften Gestoßenenen aussondert“ (S. 175). Diese Elite wird euch in Palästina den ״weltgeschichtlichen Auftrag“ (also doch eine Mission des Judentums!) zu verwirkliehen haben: ״die Sonderung als Aussonderung eines Volkes von Priestern mit der Bestimmung, den Völkern voranzuleuchten und• am׳ Altar des Rechts und der Gerechtigkeit den heiligen Dienst zu versehen.“ Klatzkin ist der konsequenteste Verfechter der Entartungstheorie im Zionismus, und in dieser Hinsicht berührt er sich vielfach mit Ruppin (״Die Juden der Gegenwart“). Während aber Ruppin auf den wirtschaftlichen Grund der assimilierenden (in sehr geringem Maße — auch der nationalisierenden) Faktoren des jüdischen Lebens eingeht, deckt Klatzkin mit schonungsloser Grausamkeit die in neren Widersprüche der jüdischen Ideologie, ihre Inkonsequenz, ihre Angst vor der vollen Wahrheit, ihr Streben nach. Verschleierung der bitteren Tatsachen auf. Das Klatzkin sehe Buch hat mit Ruppin auch noch das gemein, daß die Unterlage für seine Argumentation das WestjUdcntum (besondere das deutsche) bildet. Und das ist auch kein Wunder: hier sind׳ die Tendenzen des jüdischen Lebens nach einem Jahrhunderte Assimilation leicht erkennbar und scharf Umrissen, während im Osten manche Entwicklungstendenzen noch nicht zu erraten sind. Jetzt sind wir an den Punkt gelangt, der zu gleicher Zeit den Hauptvorzug, aber auch den Grundfehler des Buches enthält: die Einseitigkeit des Beweismaterials, die aber zu klaren Schlüssen bringt. Vertieft man sich in die Klatzkin sehen Lehrsätze, so merkt man, daß sie zwar Probleme des modernen Judentums behandeln, der Komplex der gestellten und gelösten Fragen berührt aber fast ausschließlich nur das Westjudentum (speziell den deutschen Zionismus). Vor Klatzkin Hat niemand mit solcher Schärfe und Prägnanz die Probleme gestellt, die hierzulande die Gemüter so leidenschaftlich bewegen. Deutschtum und Judentum, Assimilation als Ideologie und Tatsache, Gegenwartsarbeit und Zukunftsarbeit, der Anteil der Juden (und Zionisten) am deutschen Kulturleben usf. — man hat über diese Sachen viel diskutiert, Klatzkin erst hat es verstanden, sie einheitlich zu erfassen und ihnen eine eigenartige Beleuchtung zu geben. Wenn er sich auf die Lehren des jüdischen Lebens in Deutschland stützt und die Verhältnisse im Osten nur beir läufig streift, so geschieht es in der (stillschweigenden) Voraussetzung, daß in Rußland die Dinge denselben Lauf nehmen werden wie in Deutschland. Methodologisch wird hier mit dem Sjystem der Wissenschaftliehen Analogie gearbeitet. Bis jetzt hat sich diese «Methode nicht besonders bewährt. Es wäre natürlich eine Ungerechtigkeit, wollte man Klatzkin des Nichtbegreifens der im Ostjudentum liegenden Tendenzen beschuldigen; die Methode, die er gewählt hat, die klaren Schlüsse, zu denen er kommt, mußten ihn davon abschrecken, die verworrenen Verhältnisse der Länder der jüdischen Massensiedlungen näher zu berücksichtigen. Analogieschluß ist aber zu oft Trugschluß. Schon bei der Begründung des Nationalismus kommt dieser Umstand zum Vorschein. ״Ohne die Richtung auf eine nationale Zukunft unseres Landes und unserer Sprache, ohne diese Korrelation, ohne die Orientierung an diesem Seinsollen, das hoch kein Sein darstellt, können wir für das Judentum in der Diaspora denBegriffeiner Nation nicht beanspruchen.“ Mag dieser Satz für die westeuropäischen Juden zutreffen, im Osten ist noch jetzt und wird für absehbare Zeit diese ״Korrelation“ nicht ..als conditio sine qua non des Judesein gelten können, abgesehen davon, daß es sich im Lebens- und Natiomaiitätenkampf nicht darum handelt, ״den logischen Begriff der Natioii zu beanspruchen“, sondern die Rechte derselben zu erreichen. Man kann nicht das Wort ״Nation“ — um■ «mit Klatzkin zu sprechen — ״ohne wesentliche Einschnitte oder graduelle Abstufungen im Terminus“ gebrauchen. Zwar meint er daß ״wir in den Diasooraländern auch nircends •nationalhistorische Ansprüche erheben dürfen“ (S. 12) er vergißt aber, daß wir wie sonstige nationale Minoritäten, die Rechte einer Minderheit nicht aus natiocalhistorischen Ansprüchen «Weiten (das mag« für die Mehrheitsnationen zutreffen), sondern aus den realen Tatsachen des Lebens, die das Selbstbestimmumgsrecht zu einem selbstverständlichen Modus des Zusammenlebens der Völker machen. Vielleicht hat Klatzkin recht, wenn er behauptet, man begehe eine Frivolität, «die Begriffe Deutscher, Franzose ihres historisch natonalen Inhaltes zu entleeren und sie in einein formeH staatsbürgerliches Sinn zu gebrauchen“, die neuentstandenen Staaten mit jüdischen Massenskdlungen können schon deswegen nicht ihres ״historisch nationalen Inhaltes entleert werden“, weil er nur noch in Reminiszenzen und Keimen vorhanden ist. Nicht nur der Nationalstaat ist dort im Werden, sondern auch die Nation. Die Voraussetzungen der westlichen Nationen treffen nicht zu, deshalb ist auch die Schlußfolgerung ungerechtfertigt. ״Muß nicht mit jedem Fortschritt der nationalen Einstellung die Reibuugsfläche zwischen Israel und den Landesnationen immer vorhängnisvoller für es werden“?, fragt — wohl theoretisch — Klatzkin. Wir aber antworten darauf: Ja und nein. Ja, wenn die Fiktion des Nationalstaates aufrechterhalten wird. Nein, wenn durch Ausscheidung der Konfliktstoffe aus der Kompetenz des Staates die Reibungsfläche auf ein Minimum zurückgesetzt wird. Es ist keine leichte Aufgabe, sich von der Hypnose der K la tzk i n sehen Beweisführung zu befreien. Trotzdem wird eine eingehende Analyse auch die übrigen Thesen teilweise entkräften, teilweise ihr Anwendungsgebiet begrenzen. Es wird doch wohl mehr als ein Zufall sein, daß überall, wo Klatzkin die ״Landesnation“ nennt, es immer Deutsche oder Franzosen sind. Auf alles kann hier natürlich nicht eingegangen werden. Nur zwei wichtige Punkte seien hier noch hervorgehoben, die ein grelles Licht auf den übermäßigen Rationalismus eines entwurzelten jüdischen lntellektuellen werfen. Auf S. 127 fragt Klatzkin (sich mit Hurwitz, dem Redakteur des ״Heathid“ aufs engste berührend): ״Lohnt ein Kampf um einer nationalen Finesse willen? Für eine leise Abtönung eines nationalen Unterschiedsmerkmales, dem keine nationale Analitäten und Attribute entsprechen? Um den Bestand eines Judentums des Scheins?“ Diese Fragen sprechen Bände. Das Judentum muß schon wirklich auf eine ״Finesse“ zusammengeschrumpft sein, und der Fragesteller muß ganz abseits des Schlachtfeldes stehen, um sine ira et studio sich in logischen Feinheiten zu verlieren, dort wo es gilt, unablässig zu kämpfen, zu handeln und nicht zu disputieren. Mag sein, daß ein am Vorabend der Taufe stehender Assirnilationsjude oder ei« ״Klotzkasches“ - Fragesteller wie Hurwitz darin ein Problem sieht, auf das mit ״Ja“ oder ״Nein“ geantwortet werden kann. Wer aber mit den Massen lebt und leidet, der hat keine Zeit und keine Lust und — last not least — keinen Anlaß, solche Fragen zu stellen, schon deshalb, weil — um wieder mit Klatzkin zu sprechen — das Volk ״keine Wahl hat“. ״All jene Fragen sind also müßig“. ״Es darf nicht gefragt werden.“ Hat man auf das Volk als Ganzes verzichtet, so ist es logisch und begreiflich, daß man die Hoffnung Israels ״nur in einer Elite, einer kleinen Geme in de von Idealisten und Fanatikern“ (S. 177) sieht. Ein Orden von Aaserwählten soll das Volk retten, und das Buch macht in vielen Stellen den Eindruck einer Programm- und Werbeschrift für einen solchen ״Bund“. Aber ebenso wie die Erscheinung des Volks- und Massenzionismus der Achad-Haamschen Bne-Mosche-Loge den Gnadenstoß versetzte, so wird auch die mäditige elementare zionistische Bewegung die Theorie eines Elitejudentums als einzige Rettung Lügen strafen. Damit soll der Wert solcher Bünde, die nicht nur in den entjudeten Ländern eine große Rolle zu spielen haben, nicht herabgesetzt werden. Schlecht stünde es aber mit der ״zionistischen Zuversicht“, hätten wir nur auf die Orden rechnen müssen. Auch hier zeigt sich die ״Entwurzelung“ des Verfassers. Verliert man den Kontakt mit dem Volke, so muß man unvermeidlich seine Macht übersehen. Andererseits ist die Entfernung, die Distanz eine notwendige Bedingung für die Möglichkeit einer Behandlung der Fragen sub spede aeternitatis. Die A na 1 o g ie - Me t h ode führt zu Schlüssen, die zwar für einen Teil Jinsofern sie induktiv fundiert sind) passen, für den anderen Teil aber mit einem großen Fragezeichen begleitet werden müssen. De Auswahl des Beweismaterials ist einseitig, bedingt einerseits durch die Methode, andererseits durch die Tendenz: um Leitsätze für praktische Politik aufzustellen, muß derjenige Komplex von Erscheinungen genau analysiert werden, der kristallisiert, formvollendet, in seiner Entwicklung abgeschlossen ist und die im Flusse befindlichen Tat- Sachen, das *««« fii außer Acht gelassen werden. Für Fragestellung bietet nämlich das östliche Material reichlich Gelegenheit, wer wird es wagen, aus den sich widersprechenden Richtungen und Tendenzen die Richtung, d i e Tendenz herauszuschälen? Einen sehr wichtigen, vielleicht den lehrreichsten Bestandteil des Klatzkin sehen Buches bildet seine Theorie des Nationalismus. Klatzkin verwirft den Inhaltnationalismus und konstruiert den Begriff des Form-Nationalismus, der an keine vorgefaßten Theorien gebunden ist. Gerade in der neuhebräischen Literatur hat man zuerst die Ketten der sogenannten jüdisehen Inhalte von sich abgeschütteit. Berdyczewski, Behenichows ki und Brenner sind die Vorläufer Klatzkins. Dieser Nationalismus beruht auf folgenden Voraussetzungen: 1. Volk ist eine historisch-ethnographische Kategorie, keine religiöse oder philosophische; 2. Judentum als Religion bzw. Weltanschauung ist nicht mit Volkstum identisch und kann nicht für alle Glieder der Nation obligatorisch sein; der von den Fesseln der Tradition befreite Jude sträubt sich gegen die Versklavung 6einer Ideen durch vorgeschriebene Lehren; 3. der gesunde Instinkt des Volkes sucht zu seiner Selbsterhaltung die natürlichen Bedingungen, für die Weiterexistenz. Es verlohnt sic* eingehender damit zu beschäftigen, wie der im ersten Kapitel verkündete Formnationalismus in den nächsten Kapiteln aussieht. Die Lehre der Alten von der Natur, der der horror vacui innewohnt, hat sich auch in der Theorie des Nationalismus bewährt. Mit dem Klatzkin sehen Nationalismus ist dasselbe passiert, was so manchem, uns leider zu gut bekannten Nationalismus passiert ist: nach innen überflüssig, richtet er seine ganze Macht nach außen. Chauvinismus und Haß gegen andere Völker sind die unausbleiblichen Folgen dieser Einstellung. ״Und was ist noch von jenem starken Volkseinpfinden zurückgeblieben, das ״Gedenke der Amalc-kiter“ schwor und ״Ergieße Deinen Zorn“ andächtig flehte?“ Und' weiter: ״Haben wir nicht das historische Unrecht (eines achtzehn Jahrhunderte mit ruhigem Gewissen gefolterten Volkes) vergessen? Haben wir nicht die Christenheit, auf der die schwerste geschichtliche Verantwortung für dieses Unrecht lastet, in Erschlaffung des nationalen Gedächtnisses und in Schändung des Andenkens unserer Märtyrer, uns demütig — als erfolgreich verteidigte Angeklagte und nicht als Rechen- Schaft fordernde Ankläger — versöhnt?“ Diese Rachsucht, so leidenschaftlich gepredigt, ist dodi unserem Empfinden fremd, psychologisch ist ihr Platz im Klatzk i n sehen Nationalismus begreiflich, obwohl logisch ungerechtfertigt. Klatzkin selbst ironisiert die Missionstheorie, die durch die ״stolze Verkündung unserer Auserlesenheit... fast einen nationalen Chauvinismus enthalt“. Was wird der Klatzkin des ersten Kapitels zu folgenden Zeilen sagen: ״Und wo lebt noch in uns das schlichte Bewußtsein — die Gewißheit einer Selbstverständlichkeit — der sittlichen Ueberfege nh eit des Judentums über das Christentum? (Hier sind Judentum und Christentum nicht als Lehren, sondern als ihre Träger gemeint?!) Wo noch regt sich in uns das kränkende Gefühl des Geis tesaristok raten gegenüber dem Parvenü, des verkannten Originals gegenüber seiner schlechten Kopie, des Echten seinem Zerrbild gegenüber?“ Aus dieser nationalen Anmaßung und Ueberhebung, die das ״Ata bcharbanu“ potenziert, folgt die Erhebung des Judentums zur Rolle des Weltrichters. ״Wer wie wir Juden hat das Recht und noch mehr die Pflicht, der Menschheit zu künden, daß der Bankerott der Christenheit, wie er!11 diesem Weltkrieg bloßgelegt wurde..., ein Beweis für die so meisterhaft geschickt verschleierte Tatsache ..., daß die Christenheit achtzehn Jahrhunderte in bewußter Entzwe'ung, in einer ungeheuren Diskrepanz zwischen Predigen und Tun ihren Bestand hat, also keinen Bestand in der Wirklichkeit hat?“ Es wird uns fast bang vor diesem nationalistischen Uebermut, der ״einen nationalen Chauvinismus enthält“. Diese von Anmaßung strotzenden Sätze gipfeln in der Forderung eines offensiven Vorgehens gegen die ״Landesnationen“ in einer aggressiven Christophobie... Widerstrebt diese nationalistische Anmaßung unserer nationalen •ficsstailkataltji so ist die Forderung einer neuen — Phobie, abgesehen von dem höchst peinlichen Eindrücke, die sie auf uns macht, so schädlich für unsere gesamten Lebensinteressen, daß man sich wundern muß, wie man dazu überhaupt gekommen ist. Das Buch ist nämlich in vielen Stellen mit Gift und Galle geschrieben, ahnet einen feurigen Pathos, hinterläßt auch beim Gegner einen nachhaltigen Eindruck — nichts aber wäre verfehlter und verkehrter, als wenn man die praktischen Konsequenzen aus diesen leidenschaftlichen Triaden ziehen wollte. In enger Verknüpfung mit diesen Ausführungen Klatzkins und mit seiner Verachtung und Gering- Schätzung der ״Söhne“, die sich nicht zu der von ihm verlangten Weltrichterhöhe erheben können, steht die Idealisierung der ״Väter“, die ebenso übertrieben wie ungerecht ist. ״Unsere Väter erfaßten tief das furchtbare Schicksal des Volkes im Exil. Sie erkannt«? in heroischer Ergebung, daß Galuth unzertrennlich mit Martyrium verbunden ist; daß wir unter fremden Völkern und auf fremdem Boden nur in Leiden bestehen, nur in Leiden Juden sein können“. ״De Wesenszüge unserer Väter, die in der lebensgestaltenden Religion inneren und äußeren Halt hatten, waren: Ganzheit, Geschlossenheit, Geeintheit; Geistes friede, Weltbejahung; Adelsstolz, Standhaftigkeit, Zucht der Persönlichkeit; Abgeschiedenheit und Extensivität des Vornehmen, die Haltung■ und die Gebärde der Distanz, des Geisteraristokraten, des Besitzenden“. Es würde uns zu weit führen, wollten wir diese ״Wesenszüge“ auf ihren wahren Gehalt prüfen. Nur eins sei hier bemerkt: Betrachtet man das alte Judentum objektiv, so sieht man dort nicht allein Adelsstolz, sondern auch Majoffess, nicht nur Exklusivität und Abgeschiedenheit des Vornehmen, sondern auch die gezwungene ״Abgeschiedenheit“ des Ausgestoßenen, der sich in die fremde Welt vergebens hineinsehnt. Und dann vergißt Klatzkin, daß die Reize für unsere Väter gar nicht so stark waren, wie es bei uns der Fall ist, sie kamen fast gar nicht in die Versuchung, sich aus dem Ghetto zu entfernen und sich den Freunden anzugleichen. Ein Kapitel für sich bildet die Polemik gegen Achad-Haams Theorie des geistigen Zentrums. Zwar erhofft auch Klatzkin, daß ״das Zentrum die Sonne der Nation sein wird und die Gesamtjudenheit erwärmen und befruchten wird“, nur glaubt er, daß ״diese nationale Sonne nur für kurze Dauer nach den Exilländera ausstrahlen wird“. Während Achad-Haam lehrt, daß ״das Zentrum eine nationale Anziehungskraft besitzen wird“, ist Klatzkin der Meinung, daß es ״der Daspora viele Kräfte und Säfte entziehen, nicht jedoch abgeben wird“, ln ״der Periode des nationalen Werdens und Wiedererwachens werden sich die zerstreuten Glieder des Volkskörpers