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Jüdische Rundschau · 1919-04-25 · Heft 29 (25.4.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 29 (25.4.1919)
Date
1919-04-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Ir. 29 Nr. 2S |ü E DIR C H E RUNDSCHAU Seite 225 der Zit lie Z* : Schuia ' s*e St als v« BIß■ tje twenujj heu Ut tj durci len Zen ng u:;d!tie Zio 3 be?»*• int werwendige■ Palästina ־er nach en Z«. lie 2» für die sorge!! :ehender verso 1וץ gröflt«! chlüsse!! tzbetraj rer be• 1 a 11 0!; der im .!es 5 ■ Kolon:• Lände Diest gestellt lisatkm soweit . gegi-s Kriege ald die fordern r diesa Lände ein be 11. l)a! nisatio n. diseti Fälle OruiK1 he Ra1 dritter Lage inismus ein na•!te des Staaten habe Gaur.e 1 kamt :h den lethr, k n au di :kt die idische seiner liedrigt :igeuefi lie gi■- 'durchtzigere , V<>!1 r Volk chön. 8 n d;:s- : aie;011 ne n xkeiH- 1 »h! I , alles hr. dk n, ab Volk du r d! t od1 .׳ i u d : Vcrnrecht tß vir Nicht, st und Zolles ■ drei atistik id!m :1 der Juden S, lun md. . ntefehen, die für den italienischen Handel ein gutes ibsafagebiet bilden. Bei der ungewöhnlich ausgeprägten \nl1iinglichJkeit an sein Land, scheint es dem Italiener natürliche Forderung, daß dem jüdischen Volk eine Ansprüche auf Palästina erfüllt werden. Während;es ganzen Krieges verfolgte die italienische Presse je zionistische Bewegung mit größtem Interesse und •ah oft Beweise dafür, daß sie ihr Wesen und die Oe- ־eclifebeit ihrer Forderungen durchaus erfaßt hat. Eine ■usTUHimc bildet in letzter Zeit die klerikale Presse, c, wie der ״Osscrvatore Romano“ nach der be-;annten Rede des Papstes, der die Heiligen Stätten ier Christenheit nicht Andersgläubigen überlassen wil,! ziemlich unzweideutiger Weise von der Friedensanferenz die Einverleibung Palästinas in das franwische Protektoratsgebiet Syriens verlangt. Der überm größte Teil der ila'ienischcn Presse begrüßt jedoch e Verhandlungen der zionistischen Deleg ation mit dem Mmerrat in Paris äußerst herzJidi und spricht die Hodtnmg aus, daß dem jüdischen Volk seine Wünscht;! Erfüllung gehen mögen. Die ״t ribuna“ schreibt dazu; ״Ein wichtiger \kr war die Vorlegung des Memorandums der De'egierten;er zionistischen Organisation. Es ist mit Genugtuung!ervorzuk-ebeii, daß nach zweitausend Jahren He'inatjgktii und Verfügungen die Juden heute vor dem?elmerrat ilire Vertretung schickten, die im Namen der Zionistischen Weltorganisation für das jüdische Volk ir,e nationale Heimstätte in Palästina fordert. Diese Forderung berührt natürlich in keiner Weise die Staats- )ürgerrechte, die die Juden in den anderen Ländern;!•worben haben, wie etwa in Italien. Die Verlesung ies Memorandums hat auf die Mitglieder der Konferenz urch die Klarh-cit seiner Ausführungen und pk Gradheit der verfochtenen Sache roßen Eindruck gemacht. Es ist liinzuzuigcn, daß in zionistischen Kreisen Italiens die Ha'tung :a'.Tns, das in der Zehnerkonferenz seine Zustimmung 13t erkennen lassen, sehr geschätzt wird, teils wegen tier Unterstützung durch die Regierung, teils wegen ier Arbeit der italienischen zionistischen Organisation nd des Komitees der Jüdischen Gemeinden.“ Der in Rom erscheinende ״Messagero“ und aer ״Secolo“ in Turin drücken ihre Sympathien noch jeutlidier aus. Letztere schreiben: ״. . Allmählich erdreinen vor de,r Konferenz in Paris alle die Völker, lenen Unrecht getan war oder die feine Wiederaufriclitung verlangen. Das letzte Volk, das seine Stimme hob, war das Volk der ewigen Wanderer, das jüdische Volk. Das Ende des Krieges hat auch das jüdische Volk seiner Resignation und seiner Verzweiflung entrissen 1ml es ans Licht der Hoffnung und des Vertrauens ebracht. Wie sollte man unbeweglich bleiben vor in-em solchen Bilde, wie es gestern die jüdische Ab-;.irdwng bot, als sie vor dem Zehnerrat die uralten ״ordcnwgen Israels erhob? Die Kommission forderte c Konferenz auf, die historischen R c ch t e des dis eben Volkes auf Palästina anzucrrinnen und das Recht der Juden, in diesem nde ihre nationale Heimstätte wiederauf- .richten. Was versteht man unter Palästina? Das aJäsbna früherer Zeiten in der Unversehrtheit seiner iistoriseken Grenzen? Die Souveränität eines in dieser l'c'se errichteten Staates müßte von dem Völkerbund weh einen Mandatar Verwaltet werden und so in «.:eher Weise die Konstituierung einer autonomen Reicning, sowie die Respektierung der bürgerlichen und eligiösen Rechte aller nichtjüdischen Gemeinschaften r; Palästina sicherstellen, 'bis der Zeitpunkt der Reaii- •;c.u;!g des ganzen zionistischen Programms gekommen ist; Dk־ methodische Organisierung der Einwanderung und der jüdischen Kolonisation in Palästina, sowie die breiteste Autonomie der Verwaltung in allen öffentlichen nd Unterrichtsangelegenheiten; diese Maßregeln werden es den Zionisten ermöglichen, in Palästina die alte jii- (ksebe Kultur wieder aufleben zu lassen. Es wäre zu wünschen, daß auch T h e i 1 h a b e r in einem neuen Buche diesen Gedanken, der ihm ja sicher idht fremd ist, noch etwas deutlicher in den Vorder-?rund gestellt hätte. Im übrigen aber bietet er uns manöherlei recht interessantes Tatsachenmaterial, so vor rii'em ohne irgendwelchen Anspruch auf Vollständig- :•;eit zu erheben — die Namen und Schicksale von fast mindert jüdischen Fliegern aus seinem! weiteren Bekaentenkreise! (Wir glauben, daß ihm dabei nur ganz wringe irrtümer unterlaufen sein können. Die allermeisten der von ihm Genannten sind, entgegen einem mr,gehenden Gerücht, absolut zweifelsfrei als Juden festgestellt.) Eine besonders wehmütige Erinnerung für uns weckt das Bild unseres Gesinnungsgenossen Max l'appenheimer, der erst vor Jahresfrist als Flieger- 'eutnant durch (Herzschuß gefallen ist. Es wäre freilich gut, wenn in dem Buche etwas v caiger von der Begeisterung all der jungen Männer die Rede gewesen wäre! Mögen sie Helden gewesen sein; .!nid! dünkt doch, daß viel höher gerade uieleoigen, fast ausschließlich aus unseren jüdisch-natioaalen Kreisen hervorgegangenen Juden stehen, 'die auch binausaogen und ortne Begeisterung, — 'auch nicht, ■•יה zu beweisen, daß wir Juden tapfer sein können also ohne jeden moralischen und vielleicht auch ohne jeden physischen Zwang, aber aus jenen! inneren Sauber- :ritsgefüh!, das dem wirklichen jüdischen Mann stets ’,;i eigen war, ihre Pflicht bis zurn letzten taten. Solche s'kin vor■ allen im Kriege gefallenen Juden sind als .knien gefallen, sind jüdische Helden, auch im Sinne des jisfcor-Buches, gewesen. Und ich glaube, '01 anderes Jiskor-Buch für all diese lieben Toten ';■'äre nicht unverdient, und schöner als alle anderen Bücher über deutsche Juden im Weltkriege! I h r Kampf Tod, auch für eine fremde, sehr unheilige Sache, m ein jüdischer und heiliger gewesen. Und darum '׳.'■'•'׳ auch von ihnen für allezeit das Wort gelten: Und wer den Tod Im heiligen Kampfe fand, Ruht auch jn fremder Erde Im Vaterland.“ PALASTIN A-WOCHE des Jüdischen Nationalfonds Montag, den 28. April, abends 8 Uhr Musikersäle, Kaiser-Wilhelmstraße: Palästina-Lieh tbi! der Vortrag Professor Dr. Heinrich Loewe Karten za 1 Mark Dienstag, den 29. April, abends 8 Uhr Logenhaus, Kleiststraße 10: Palästina *Lichtbilder Vortrag Dr. Elias Auerbach aus Haifa Karten zu 1 Mark Mittwoch, den 30. April, nachm. 5 Uhr Sinjf-Akademie, Kastanienwäldeben: Märchennachmittag für Groß und Klein Johanna Terwin vom Deutschen Theater Ludwig Hardt Karten für Kinder 1,50 Mark, für Erwachsene 5, 3 und 2 Mark Ferner ist das Herzl -Wolffsohn-Museum, Bayreuther Straße 36m, am Sonntag, den 27. April von 11 — 1 Uhr vormittags, Dienstag, den 29. April und Donnerstag, den 1. Mai von 5—7 Uhr nachmittags geöffnet Karte« für sämtliche ,Veranstaltungen sind bei Bote & Bock, den Theaterkassen von A. Wertheim und an den Abe״dka«sen erhältlich. Es wäre durchaus falsch, diese.-. Projekt a’s einen schönen Traum zu bezeichnen. Vödes ist bereits vcrwirklicht, in der Form vo:1 50 Kolonien, die die Juden dort in den letzten 35 Jahren geschaffen haben. Eis handelt sjgh hier nidit einfach um einige ländliche oder städtische Siedlungen, sondern um wahre Zentren eigenen nationalen Lebens, aas sich in den zahlreichen Schulen ausdrückt, die aufs glänzendste verwaltet werden und in denen in hebräischer Sprache gelehrt wird. Das ist der Traum von Millionen Juden, die ihr Volk vor dem Untergänge bewahren '.vollen, und die jetzt bereit sind, sich aul den Weg za machen, wenn die Stunde der Rückkehr geschlagen hat. Wird sidi das verwirklichen? Es ist sicher nidit ohne Bedeutung, daß die Juden als letzte vor der Zehnerkonferenz erseidenen sind. Es beweist, daß alle Hoffnungen gestattet sind und daß keine Stimme, von denen erstickt wird, die im Namen der siegreichen Völker nach einem Kriege ohnegleichen den Frieden Umd die Gerechtigkeit zu verwirklichen haben werden.“ Im ähnlichen Sinne äußern sich ,,Corrieredella Sera“ und das in Rom erscheinende Blatt Sou־ ninos, das ״Giornale d’Italia“. Palästinafragen Zar Frage der Erbpacht Von l)r W. Brünn, Jerusalem. Nach den Beschlüssen der Londoner Konferenz können Ländereien des neuen Landfonds nicht in Privateigentum übergehen; das bedeutet, daß alle Ländereien, die der Landfonds erwirbt und wtitergibt, nationalisiert werden Boden, der bisher in Privatbesitz sich btfindet, wird nicht berührt. Nicht ganz klar ist es jedoch, ob es gestattet?,־ein wird, direkt aus arabischer Hand!joden zu erwerben. Obwohl ich, wie ich in der Nr. 13 dieser Zeitung auseiiiandergeset/t habe, in der Nationalisierung des Bodens nicht das Heil erblicke, sondern in seiner Bearbeitung, würde ich cs für ein Unglück halten, wenn jetzt ein Zustand geschaffen werden sollte, bei dem neben der zionistischen Zen tralstdle (Landfonds) auch Privatleute aus arabischer Hand Boden erwerben können. Das wäre ein fauler Kompromiß. Der Erwerb des Bodens muß meines Erachtens in einer Hand vereinigt werden, will man nicht ein ganz widerliches Aufblühen der Bodens|>eku• lation erleben*). Da nun die Nationalisierung des Bodens!':11 Prinzip angenommen zu sein scheint, lohnt es, sich zu vcrgegenwärtigen, wie die Ausführung der Nationalisierung gedacht ist. Es wurde bisher vorgeschlagen, den Boden auf 30 oder 50 oder 90 Jahre in Erbpacht zu gelten und bei Ablauf der Pachtzeit eine!! neuen Vertrag unter neuen Bedingungen mit dem Erbpächter abzuschließen, wobei dem Erbpächter ein Vorpachtrecht einzuriitimen wäre Diese Vorschläge, die anscheinend aus dem Erbbaurecht übernommen sind und außer Acht lassen, daß die Steigerung der ländlichen Grundrente im Gegensatz zu der städtischen eine vcrdiente ist, halte ich für ungenügend, utn die Stetig keit des Besitzes zu gewährleisten und das Heimatsgefüllt entstehen zu lassen. Gewisse Kulturen, wie z. B. die Oelbaumpflanzungcn, bringen volle!) Ertrag erst nach 2t) bis 30 Jahren, erfordern in den ersten zehn Jahren nur Arbeit und Kapital. Eine derartige Kultur legt der Bauer an, entweder um sein Alter sicher/ustellen oder seine Kinder zu versorgen. Wenn mm nach 30 oder nach 50 Jahren wir müssen uns *) Anmerkung der Redaktion: Nach den Londoner Beschlüssen soll der Bodenkauf bei dem Jüdischen Rat Palästinas oder beim Nationalfonds konzentrier! wtirden. nicht mir vorstcllen, daß für uns heute 50 Jahre ein langer Zeitraum ist, sondern z. B. auch in Betracht ziehen, daß unsere Kinder nach 30 Jahren den Besitz erlten und eine neue Kultur beginnen wollen der Abschluß eines neuen Erbpachtvertrages unter veränderten Bedingungen bevorsteht, so ist die Möglichkeit gegeten, daß dem Bauern wirtschaftliche und politische Bedingungen auferlegt werden, die ihn veranlassen müssen, an! seine Erbpachtstelle zu verzichten. Niemand kann heute voraussehen, wie sich in einem Menschen alter das politische Leben gestalten wird, ob die Auf Stellung eines neuen Vertrages von der Majorität des Volkes, die vielleicht Städter sind, benutzt werden wird, um auf Schichten anders gearteter politischer Anschauitn gen einen Druck auszuüben. Es könnte auch der Fall eintreten, den Licht 11c im immer als mit aus sch lag gebend für die Nationalisierung des Bodens anführt, daß ein reichem Mann, der auf den Ertrag des Bodens nicht so sehr angewiesen ist, sondern aus Kapital oder sonstwoher noch Nebeneümahmen hat, für eine schöne Erbpachtstelle einen Preis bietet, den der bisherige Besitzer zu bezahlen nicht auf sich nehmen kann. Man muß bei der Schwäche der menschlichen Natur weiter damit rechnen, daß es Sachverständige sogar aus dem Heimatsdorf des Pächters geben kann, die aus irgend welchen persönlichen Gründen den Pächter schädigen wollen und den neuen Pachtzins hoch herauf sch rauben Ich möchte nicht den Eindrudk erwecken, als ob ich be sonders schwarz in die Zukunft sehe, aber ich bin der Meinung, daß ein Gesetzgeber verpflichtet ist, alle die hier angeführten Möglichkeiten von vornherein zu berücksichtigen. Damm verlange ich, daß der Erbpächter bered! tigt ist, je nach 50 Jahren ohne weiteres seinen Erb Pachtvertrag auf je weitere 50 Jahre unter denselben Bedingungen zu verlängern. Diese Form der Erbpacht würde die Stetigkeit des Besitzes garantieren, würde dazu führen, daß der Boden unabhängig von der drohenden Erbpachterneuerung voll und gut ausgenutzt, daß mii Gebäuden und Inventar sorgsam umgegangen wird. Bei dieser Erbpachtform wäre durch den alle 50 J ah rt■ zu erneuernden Vertrag juristisch und d u 1׳ e h die jährliche Rente f a k t i s c b das Obe re ig en tum des Staates gewahrt und andererseits die Bodenständigkeit des Bauern und Pflanzers ermöglicht Der Grund, aus dein bisher bei Ablauf einer Pacht periode der Abschluß eines neuen Vertrages gehör• der! wurde, war der: Man nahm an, daß nach Ablauf eines Zeitraums von 30 re-.]!. 50 Jahren die Grundrente eine wesentlich höhere sein würde als die anfängliche Auch ich nehme das an, ohne allerdings daraus die Folgerung zu ziehen, daß deswegen ein Vertrag mit neuen Bedingungen ,abgeschlossen werden muß. Denn die Grundrente stellt ja nicht die einzige steuerliche Leistung des Bauern vor. Das jährliche Einkommen wird er ebenso versteuern müssen, wie jeder andere Staatsbürger. Sein Mehreinkommen durch Steigerung der Grundrente läßt sich auf andern) steuerlichen Wege auch gut erfassen. Hierzu ist es nicht erforderlich, immer wieder nach einem gewissen Zeitraum eine neue Grundrente festzusetzen und die Gefahren herauf zu beschwören, die ich eingehend genug geschildert zu haben glaube. Jeder Bauer muß wissen, daß sein Boden ungestört seiner Familie verbleiben wird. kh möchte hier gleichzeitig auf den Artikel von Simons 0 1111 ״Zur Nationalisierung des Bodens“ kur/ eingehen. Ich teile seine Anschauungen über die Jowel jahrgesetzgebung und den Bodenreformer Joseph nicht, aber man kann hier in der ״Rundschau“ keine theoio gische Disputation veranstalten. Sein Vorschlag des staatlichen Vorkaufsrechts bei jedem Besitzwechscl aus jüdischer Hand fällt unter die Maßnahmen gegen die Bodenspekulation und hat an sieh mit der Nationali I sierung des Bodens nichts zu tun; denn das Vorkaufis

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