Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 27 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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27 .־ Kr. 2f J U EDI SC H E RUNDSCHAU Seite 207 dlg־ eilt lersdiai der Zt* ntsche» raft Pt*■ auenxfa Mögen :h und Zukunft >at1 iie Ixm die b* . Dü* i s c h e ldpunkt n Welt■ mohai* ist, <1u erhalt« Es war heilige» lieh: Hand w. eint t; 1g eim-1 Bestia* :rtümei ziehun® nunger». le; Natur, n Vor teresseu an vo» ׳altung» m Gm* en eine leißt es m zun! sauteste ׳on Geist eint er Bai* Anlagen!]lamme n. De 1 über ösischer s Ober ediische her der rösischt Italien» je sine >n de» heilige!r Mil■ en sind mos bis mg der b diese« arbeitet ng vt* md Ein tten de» und det :e; Schüler!, iie. Be« fördern hrwert» > ge Ai» t eine» ter eng• erbaut rleitung, u Wich erschieß waltuug des He Zui'lnb;ntlichcn auf san* großen Malaria- 1 gebaut 1 großen nuarheft aloration e p h e n tzen der!sgefübri •sorgimg las Heet :h *schon adaö für ar. Die tte eine nd einen Teichen Tat leer inte nt» r.tidif Kilo• ie nad> Hebron tatsächlich einige Quellen. Durch Forschung «ntdedete man nun, daß sie aus alten unterirdischen Aquädukten gespeist wurden, wahrscheinlich ein Werk des Herodes. Diese Quellen lieferten 14000 Galionen reines Wasser in der Stunde. Eine Pumpstation wurde errichtet, auf der Landstraße nach Hebron, 10 km von Jerusalem wurde ein Reservoir für 300 000 Gallonen gebaut, ein Röhrensystem wurde in die Stadt gelegt und dortselbst ein Reservoir für 200 000 Gallonen angelegt,!!merhalb von zwei Monaten strömten bereits 250 000 Gallonen Wasser täglich nach Jerusalem. Es ist anzu- ״dunen, daß diese Quellen einstmals 1 000 000 Gallonen täglich lieferten, und auch jetzt wieder liefern können. Line Million Gallonen täglich! Diese Zahl beweist, wieviel einstmals in Palästina geleistet worden ist, und wie die Möglichkeiten des Landes ausgenutzt wurden. Jerusalem hat jetzt eine reguläre Versorgung mit reinen» Wasser, eine große Wohltat für die Armen, die hoff entlief* dazu beitragen wird, die Malaria gänzlich auszurotten. ,Das Mitglied der Paiästinakcwnmisskm Eder, der zur Berichterstattung auf 4er Londoner Zkmistenkouferenz aus Palästina gekommen ist, begibt sich dieser Tage wieder nach Palästina. — Israel S chochat, der Gründer der jüdischen Wächterorganisatiom in Palästina ״Hascbomer“, der nach seiner Rückkehr aus der tiirkisehen Verbannung in B r u s s a als Vertreter des ״Poale- Zion“-Verbandes der Zionistenkonferenz in London beiwohnte, ist nach Palästina abgereist. Schochat ist einer der drei Vertreter der Poale-Zion in der Palästina körnmissioo. Ententestiminen zur politischen Lage Von Dr. S. Schwabacher, Hamburg. II. Sdhon bei flüchtiger Durchsicht der englischen Presse kann man feststellen, daß in ihr ein ganz anderer Fon gegenüber dem zionistischen Gedanken herrscht als in der französischen. Man begegnet dort einer viel größeren Wärme und hat den Eindruck, daß die englische Oeffentlichkeit die Neuschaffung des palästinensischen Staatswesens zum großen. Teil als ihr Werk; als ihre Schöpfung betrachtet Und stolz auf das Gelingen des Unternehmens ist. Sehr viel trägt zu dieser Stimmung hei, daß die anerkannten Führer der englischen Politik, wie Lloyd Oeorge, Balfour, Robert Cecil, sich wiederholt herzlich und voller Sympathie gegenüber den! zionistischen Gedanken ausgesprochen haben und daß die zionistischen Führer selbst, wie Lord Rothschild, Weizmann, Bentwich und andere Männer sind, die auch sonst im öffentlichen Leben eine Rolle spielen. Die Schaffung der jüdischen Legion hat auch starke Sympathie im Lande gefunden, und die zionistischen Zeitungen veröffentlichen die Ustcn der Gefallenen, Verwundeten und Vermißten der Legion, aus denen hervorgeht, daß die Verluste nicht unerheblich sind. Daß das ganze Unternehmen politisch und militäriäch großzügig angepackt und durchgeführt wtirefe und ihm auch ein glänzender Erfolg beschießen war, hat auch das Wohlwollen der englischen Oeffentlichkeit für den Zionismus gefördert So kann man eine ziemlich einhellige Sympathie der englischen Presse mit dem Plan der Errichtung des jüdischen Staates feststellen, und dieser moralische Faktor wird für dessen künftige Ausgestaltung wohl zu berücksichtigen sein. Auch die Verlegung der Zentrale der zionistischen Organisation nach London dürfte die Sympathie mit der Bewegung noch verstärken. Von den Führern scheint sich Weizmann sowohl wegen seiner zionistischen Verdienste als auch wegen seiner Bedeutung als Wissenschaftler besonderer Verehrung zu erfreuen, und der gesamte Professorenkörper seiner Universität Manchester hat ihm anläßlich seiner Erfolge ein herzliches Glückwunsch- Telegramm gesandt. ״Daily Telegraph1‘ berichtet über den Empfang der fünfköpfigen palästinensischen Delegation unter Führung von David Yeliin bei Balfour, die dieser mit folgenden Worten begrüßte: Er wüßte, daß der Plan der Wiederherstellung Palästinas als nationale jüdigehe Heimstätte wie jedes große Projekt in der Durchführung schwierig sei, aber er sei sidier, daß es vermöge der Energie und Beharrlichkeit der Juden selbst sowie infolge der Unterstützung Englands, Amerikas und anderer Länder gelingen werde, alle Schwierigkeiten 01 überwinden und das Ziel zu erreichen. ״The Glo.be“ (London) berichtet über die Pariser Konferenz und bringt die (von uns sdi-on ver- <>f!entrichte) Meldung, Tardieu habe erklärt, diie fran- «isische Regierung stände der zionistischen Sache und dem zionistischen Ideal sehr sympathisch gegenüber und es herrsche hierfür völliges Verständnis in Frankreich. Weiterhin erklärte Tardieu, daß keinerlei Meimmgsverschiedenheiten in dieser Angelegenheit zwischen den Ententemächten beständen. ״Daily News“, von der wir bereits eine außerordentlich günstige Stellungnahme vor kurzem publideren konnten, veröffentlicht einen Bericht ihres Korrespondenten aus Paris über die Konferenz, der der Ansicht ist, es sei klar, daß im Augenblick den Juden m Palästina noch keine völlige Selbstverwaltung gewährt werden könne, sondern daß eine ״Trustee Power“ ernannt werden müsse, die den Juden während der ersten Jahre, in denen sie eine Lehrzeit in den sdiwiengett politischen Aufgaben durchmachen müßten, zur Seite stehen würde. Der Korrespondent betont, daß als Kriegsbeitrag 1919. Der Geschäftsführende Ausschuss der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat auch für das Jahr 1919 die Erhebung eines Kriegsbeiträges beschlossen. Der Mindestbeitrag ist entsprechend den höheren Ansprüchen, die an die Organisation gestellt werden, auf 10 Mk. festgesetzt worden. Wir erwarten bestimmt, daß auch in diesem Jahre alle unsere Freunde der Aufforderung des geschäftsführepden Ausschusses nachkommen werden, um der Leitung so die Möglichkeit zu geben, die großen Aufgaben, die der Delegiertentag gestellt hat, auszuführen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Finanzressort: Lid, Heim. Berlin W15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto Berlin 8091. Mandatar des Völkerbundes England am geeignetsten wäre, wie dies ja auch die Juden Amerikas und Palästinas wiederholt zum Ausdruck gebracht hätten. Als selbstverständlich betrachte er auch die Schaffung einer hebräischen Kultur. England würde die Jude« keinesfalls veranlassen, englische Zivilisation und Literatur in ihrer eigenen Heimat zu übernehmen. Als selbstverstündlich erscheine es auch, daß England, das über gewaltige kolonisatorische Erfahrung verfüge, in der palästinensischen Verwaltung ausschließlich verwaltungsmäßig geschulte jüdische Beamte würde anstellen können. England, so betont er, hat eine traditionelle Sympathie für die zionistischen Aspirationen. Zum Schluß ihrer Ausführungen bezeichnet es die Zeitung als zweckmäßig, wenn eine kleine Delegation ernannt würde. <jie die Juden Osteuropas auf der Friedenskonferenz zu vertreten hätte. Die zionistische Organisation würde eine solche Delegation in Jeder Weise unterstützen; diese sei erforderlich, da die Nachrichten über die allgemeine jüdische Lage in Galizien, Polen, Tunis und jetzt kürzlich in Buenos Aires durchaus beunruhigend seien. ״Manchester Guardian“, deren Sympathien für die Sache des Zionismus bekannt sind, veröffentlicht eine Zuschrift eines zionistischen Führers aus Manehester, der die Juden Manchesters auf fordert, eine Petition zu unterschreiben, die der Friedenskonferenz vorzulegen wäre. Diese Petition fordert die Konferenz auf, die bekannte britische Deklaration zur praktischen Durchführung zu bringen, indem sie für Palästina Vorkehrungen trifft, die dem jüdischen Volk die vollsten Rechte ■und Möglichkeiten zum Wiederaufbau Palästinas als nationales Heim gewährt, J^der, der an sein Volk denke, müsse erkennen, daß die augenblickliche Weltläge, wo die Schicksale aller Nationen neu ,geschaffen werden, eine einzigartige Gelegenheit biete, um dafür zu sorgen, daß die Zukunft des jüdischen Volkes sich glücklicher gestalte als die tragische Vergangenheit der verflossenen 19 Jahrhunderte. Die einmütige Zustimmung, die die englische Deklaration bei der Regierung, hervorragenden Männern und der aufgeklärten Presse gefunden habe, hätte gezeigt, daß die Welt diesen berechtigten Anspruch des jüdischen Volkes anerkennt. Es sei jetzt Sache der Juden, durch Ueberreichung dieser Petition ihre Bereitivilligung zu bekunden, Gebrauch von der errungenen Freiheit zu machen. ״Liverpool Post ft Mercury“ teilt den Optimismus der übrigen Presse nicht, daß die Errichtung eines jüdischen Staats in Palästina auf keine ernsten Bedenken oder Schwierigkeiten stoßen würde. Zwar glaubt die Zeitung nicht, daß die Araber, trotzdem sie weitaus die Mehrheit im Lande bilden, auf die Dauer Schwierigkeiten machen würden, und sie behauptet sogar, daß niemals JJnvviile (ill-feeling) zwischen .ihnen und der jüdisdien Bevölkerung bestanden habe; aber die Syrier leisteten kräftigen Widerstand gegenüber einer etwaigen geplanten Angliederung des künftigen syrischen Staatswesens an Palästina. Zum Schluß versichert er, daß die zionistischen Forderungen auf der Zehnerkonferenz mit großer Sympathie aufgenommen worden seien. ״Daily Mail“ beliauptet, daß die Zionisten nicht nach der Bildung eines eigenen Staatswesens streben, sondern daß sie tatsächlich eine britische Kolonie unter dem Schutz Groß-Britanniens als Mandatar des Völkerbundes werden wollten. Sie betont, daß ein Kongreß der führenden Juden Amerikas dieseii Plan unterstützt habe, was insofern bedeutsam sei, als die zionistische Bewegung fast ausschließlich von englischen und amerikanischen Juden unterstützt sei. England würde als Mandatar seine Aufgabe darin seheij, die Entwicklung aller Rassen und Glaubensbekenntnisse in Palästina "sicher zu stellen. Das Blatt bemerkt, daß die Zionisten für völlige Toleranz in ihrem Staatswesen eintreten sowie, daß sie schon zugestimmt hätten, daß die heiligen Stätten für alle Zeiten christlichen Körperschäften anvertraut würden. Von Interesse ist das günstige Urteil der ״Daily Mail“ über die Produktivität des Landes, indem sie behauptet, daß der Schutz der neuen nationalen jüdischen Heimstätte für Eng’and keine beträchtlichen finanziellen Belastungen bedeuten würde, denn Palästina sei ebenso reich wie Aegypten in seinen land wirtschaftlichen Möglichkeiten. Das Blatt sieht auch einen großen Zufluß von Juden nach dem Kriege nach Palästina voraus und stellt fest, daß das Land zwischen Dan und Berseba die erforderliche Ernährung für zwei Millionen Köpfe schaffen könnte. Die Aktions-Komitee-Sitzung tte auf den 29. April nach d ein H a a g einberufene Sitzung des Großen Aktions-Coniites der Zionistischen Organisation ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Italiens Stellung zum Palästinaprobtem Die ״Neue Freie Presse“ vom 20. März 1919 veröffentlieht einen aus Rom stammenden Artikel ״Eindrücke aus Rom“. Der Artikel geht auf die politische Stellungnahme Italiens zu den hauptsächlichen politisehen Probleme der Friedenskonferenz fo'gendermaßcn ein: ״Italien hingegen (im Gegensatz zu Frankreich, D. Red.) fördert die Errichtung eines möglichst unabhängi• gen armenischen Staatswesens, das Italien das Protektorat oder doch zum mindesten wesentliche Vorrechte einräumen würde. Der gleiche Grundsatz der Förderang unabhängiger Staatswesen ergibt einen neuen Konfliktsstoff in Palästina. Hier unterstützt Italien die Absicht Englands, ein jüdisches Staatswesen zu errichten, weil auch hier wiederum durch Schaffung selbständiger Staatengebllde Italiens wirtschaftliche Expansion, die nach dem Orient tendiert, ermöglicht wird.“ Englische Handelskreise gegen Beziehungen zu Polen Das Polnische Komitee in London veranstaltete, wie wir dem ״Jüdischen Pressebüro“ in Stockholrn entnehmen, eine Zusammenkunft englischer Kaufleute zu dem Zweck, eine polnische Handelskammer in London zu gründen. Graf Szu Itivsky, der spezielle Abgesandte der polnischen Regierung in London, wohnte der Tagung bei. Ein englisdier Kaufmann verwies auf die Judenpogrome in Polen und erklärte, daß die Aufnahme von Handels beziehungen mit Polen aus diesem Grunde zurzeit unmöglich sei. Graf Szultivskv erklärte namens der pölnischen Regierung, die Geschichte Polens beweise die Toleranz des polnischen Volkes. Die Pogrome in Galizien seien zumeist das Werk der Ukrainer. Polen und Juden würden nach dem Kriege freundschaftlich Zusammenleben und die Juden würden alle Freiheiten genießen. Die Rede des Graten Szultivsfcy enthält nur die üblichen nichtssagenden Redensarten, deren Wider legung sich erübrigt, Morgenthaus Stellung zum Zionismus Morgenthau traf, nach einer Meldung des Stockholmer ״Jüdischen Pressebüros“, in Paris ein. Er dementierte die in Europa verbreitete Behauptung, daß er gekommen sei, um dem Zionismus entgegenzuarbeiten. Er teilte ferner mit, Wilson habe ihm esag t, er sei sicher, daß die Friedensonferenzdie Balfoursche Erkiä rung verwirklichen werde. Morgenthau teilte weiter mit, daß Amerika Konstantinopel zur Verwaltung erhalten werde, was für die Juden Osteuropas von großer Bedeutung. sei. Die Judenfrage in Rumänien Bratianu Uber die rumänischen Juden. Baron Edmund Rothschild in Paris hatte, wie das ״Jüdische Pressebüro“ in Stockholm erfährt, eine Besprechung mit Bratianu. Dieser behauptete, in der rumänischen Armee seien viele jüdische Verräter gewesen. Auf Rothschilds Frage, warum sie nicht erschossen worden seien, erwiderte Bratianu lächelnd, wenn man alle Verräter hätte erschießen wollen, dann hätte man halb Rumänien erschießen müssen. Bratianus Aeußerungen über die Frage der jüdischen Gleichberechtigung bestanden nur aus allgemeinen Phrasen und vermieden jede kategorische Erklärung für die Gleichberechtigung. Rothschild gewann den Eindruck, daß die rumänische Regierung die Judenfrage nicht lösen wolle, wenn sie nicht von der Friedenskonferenz dazu gezwun gen wü rd e. Bratianu ist wenigstens ehrlicher als Take Jonescu, der, wie wir bereits in der ״Jüdischen Rundschau“ berichtet haben, durch seine heuchlerische Sympathiekundgebung für den Zionismus das Wesen der rumänischen Judenfrage zu verschleiern sucht. Rumänien wird es sich trotz aller schöner Reden und Edikte gefallen lassen müssen, daß die Friedenskonferenz von ihm Garantien verlangt, die die bürgerlichen und natio nalen Rechte seiner jüdischen Bürger sicherstellen. Eine Rede Ussischkins. Das rumänisch-jüdische Komitee in Paris veranstaltete eine Versammlung, in welcher Ussischkin forderte, daß die nationalgesinriten Juden Rumäniens sich organisierten. Die Versammlung faßte den Beschluß, daß das rumänisch-jüdische Komitee mit den Abordnungen der Nationalräte in Paris Zusammenarbeiten solle. Zahlt den Kriegsbeltrag 1919! I I Jj