Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1919-04-08 · Heft 26 (8.4.1919) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 26 (8.4.1919)
Date
1919-04-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652135-2652161--12153-2669754
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 196 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 26 ()rund und Boden große Wuchergewinne zu machen. Für die Richtigkeit dieser Auffassung spricht zunächst eine psychologische Erwägung. Es gibt wohl kaum ein Gebiet der Volkswirtschaft, auf dem das Unvcrdiente des Wuchergewinnes so völlig klar vor aller Augen liegt, wie eben die Bodenspekulation. Daß kapitalistischer Gewinn, so weit er über eine ansehnliche Bezahlung der spezifisch leitenden Leistung des Unternehmers hinausgeht, arbeitsloser Gewinn ist und lediglieh dem Umstand zu danken, daß andere als diejenigen, die diesen Profit einschieben, arbeiten und schaffen und die Wirtschaft vorwärtsentwickeln, ist im allgemeinen nicht so leicht zu erkennen, weil die Verquickung von tätigem Unternehmertum und kapitalistischem Gewinnertum dieses Bild unklar macht. Beim Grund und Boden dagegen ist von Unternehmertum als einer Betätigung ja überhaupt keine Rede, und so gelingt es einer antikapitalistischen Propaganda relativ leicht, die Ueberzeugung, daß dieses System eine schwere Ungerechtigkeit bedeutet, anderen mitzuteilen. Nur an diesem Punkt des geringsten psychologischen Widerstandes aber ist es sozialistisch gestimmter Propaganda gelungen, eine Bresche in die im Grunde durchweg kapitalistische Wirtschaftsauffassung des Zionismus zu schlagen. Aut den übrigen Gebieten der Volte Wirtschaft ist ahnliebes als allgemeine Erscheinung nicht zu bemerken. Charakteristisch dafür ist die folgende Stelle aus ,dein Referat Licht heims auf dem letzten deutschen Delegiertentag. Da hieß cs nach dem Bericht der ״Jüdischen Rundschau": ״Int großen und ganzen muß man sagen, daß die industrielle und kommerzielle Entwicklung Palästinas sich wahrscheinlich ohne viel Eingreifen von oben ganz von selbst in raschem Tempo vollziehen wird. Gehemmt werden könnte sie nur durch die sozialistische und kommunistische Entwicklung der jüdischen Arbeiterschaft, die das Unternehmertum abschrecken oder die Betriebe unrentabel machen könnte Diese Möglichkeit bestellt heute allerdings, und wer auf die industrielle Entwicklung Palästinas sehr große Hoffnungen setzt, sollte dies in Betracht ziehen. Der Staat kann das private Unternehmertum niemals ersetzen. Sehen wir doch heute selbst in Deutschland, daß die Sozialisten zunächst nur die bereits hoch entwickelten Bergbauunternehmungen verstaatlichen wollen, ln einem Neuland wie Palästina kann nur der private Untemehmergeist das Risiko der Neugrün• düng industrieller Unternehmungen tragen und sich ein Absatzgebiet erkämpfen." Eine solche Auffassung stellt in diametralem Gegensatz zu allem, was hier verfolgt wird, und dabei bestätigen die Arrangements für die nächste deutsche Palästinakonferenz, soweit sich das bisher von außen her übersehen läßt, durchaus die Behauptung, daß dieser ganz und gar antisozialistische Gast Lichtheims im deutschen Zionismus auch heute noch maßgebend ist. Eine solche Auffassung, die im Grunde genommen altes dem lieben Gott überläßt und höchstens noch an die Hand von Lloyd Geoige oder Wilson glaubt, muß in der Katontsationsbewegung Palästinas zum Bankrott führen. Kolonisation ist eine schwierige Arbeit. Man kann sie nicht mit Erfolg in Angriff nehmen, wenn man die Hände in den Schoß legt. Mit dem gemütliehen Gehenlassen, wie es eben geht, ist da nicht geholfen. Das führt im besten Fall zu einer ßesiedhing einer Anzahl Kolonien mit einer reichen jüdischen Bourgeoisie, in Palästina — wahrscheinlich auch nicht einmal dazu. Ein Koloiräationswerk wie das geplante in einem Land, das das kolonisierende Unternehmertum der Großmächte bisher nicht reizte, kann nur gelingen. wenn man planmäßig alle Wirtschaf tsfaktoren mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln so beeinflußt, daß sie sich in aer gewollten Richtung entwickeln. antisozialistischen. Es ist ein Verdienst der russischen Zeire-Zion, daß sie im Galuth dieselben Losungen zu verwirklichen sich an schicken. Ob aber der Hapoel- Kazair-Oedanke sich ohne weiteres mit dem Volkssozialisnrus des Verfassers identifizieren läßt, ist allerdings sehr fraglich. Der Hapoel-Hazair in Palästina selbst hat noch bis jetzt zum Sozialismus keine klare Stellung genommen. Das Ausschlaggebende in der Hapoel- Hazair-Lehre ist der Geist des Pioniertums und der Arbeit. Ebensowenig deckt sich der Volkssozialismus des Verfassers mit dem Zeire-Zionismus in Rußland: für den letzten ist nicht Vofkssozialismus, sondern der Volkszionismus ausschlaggebend. Die Schrift gibt also die Anschauungen des Verfassers (bzw. der Berliner Richtung im Hapoel-Hazair) wieder, nicht aber die Lehre des Hapoel-Hazair bzw. der Zeire-Zion Rußlands. Je prends inon bien oi! je le trouve" ist ein für die eklektische Denkart charakteristischer Ausspruch. Die Theorie, die durch wähl- und kritiklose Uebemahme von Hypothesen und Schlagworten zustandekommt, leidet an inneren Widersprüchen. Nicht die Fülle der Widerspräche schädigt hauptsächlich die Broschüre, sondern der falsche Ausgangspunkt und die verkehrte Argumentation. Merkwürdigerweise wird das Emigrationsproblem, das doch die Brücke zwischen Sozialismus und Zionismus bildet, gar nicht berührt. Auch fehlt gänzlich der Beweis dafür, daß die jüdischen arbeitenden Massen des Zionismus bedürfen. Die ganze Beweisführung hätte eine umgekehrte sein müssen: nicht von der Notwendigkeit des jüdischen Sozialismus zu den Bedürfnissen der Massen und sprungweise zum Zionismus, sondern von dten Nöten der arbeitenden Massen führt der gerade Weg zur radikalen Lösung der Judenfrage — zum Zionismus. Mit um so größerem Erstaunen und Befremden lesen wir Sätze wie felgende: ״Die jüdischen arbeitenden Massen, auf die unser Volkssozialismus sich stützt, haben darin die Sendung des Bannerträgers zu erfüllen (S.41). Zum erstenmal wieder (seit wie langer Zeit?) kann eine Bewegung im jüdischen Volke Bannerträgerin eines überjüdischen Zukunftsideals werden. Eine erste Gewähr für die neuerwachende Schöpferkraft dieses Volkes" (S. 71). Solche phrasenhafte Großsprecherei kann den Ansätzen zum Volkssozialismus nur schaden und ernste Menschen abschrecken. Auch ist es etwas zu früh, schon eine neue Mission des Judentums zu konstruieren. Bevor man zu den Umoth Haolam mit der neuen Thora kommt, müssen wir sie selbst gut kennen . ™i 1 ■ ,! j J IV. Vor allein muß man sich klar sein, was in Palästina produziert werden kann, wieviel von den Produkten im Lande selbst verbraucht werden, welche Zuschußlieferungen a!us anderen Wirtschaftsgebieten dort erforderlich sind und mit welchen Produkten der palastinensisehen Wirtschaft man sic bezahlen kann, ln erster Linie muß man sich vor Augen halten, daß es in Palästina weder Eisen noch Kohle gibt. Davon ist Eisen gar nicht ersetzbar. Man wird deshalb im allgemeinen absehen müssen, von allen Industrien, bei denen Eisen in größeren Mengen in den Herstellungsprozeß eingeht; denn es wird viel wirtschaftlicher sein, die fertigen, Eisen enthaltenden Waren aus den europäischen Industriegebieten nacli Palästina zu schaffen, als Roheisen, Halbzeug aus Eisen, oder gar Eisenerze. Kohle dagegen läßt sich in bestimmtem Umfang ersetzen, und zwar zunächst durch das Erdöl, das man in Palästina gefunden hat, von dem man aber noch nicht weiß, in welchen Mengen es vorkommt. Ferner kann man aus den bituminösen Schiefem, die am Toten Meer Vorkommen, durdi Destillation Brennstoffe gewinnen, die zur Erzeugung von elektrischem Strom dienen können. Ebenso kann man den Asphalt, der in der Nähe des Toten Meeres verkommt, als Kraftquellen ausmutzen. Ferner gibt es Wasserkraft?, von denen jedenfalls der Jordan, vielleicht auch noch der eine oder der andere sonstige Fluß, zur Erzeugung von elektrischer Kraft in großem Maße dienen kann. Außerdem besteht noch die Möglichkeit, Windmotoren und Einrichtungen zur Umsetzung des Sonnenlichtes in elektrischen Strom anzulegen. Man sollte aber in der Einschätzung aller dieser Kraftquellen, die Kohle ersetzen können, vorsichtig sein, insbesondere was die Windmotore und die Sonnenkraftverwertung angeht. Es ist allerdings richtig, daß man in Aegypten, Algier ■und anderswo mit Hilfe dieser Kraftquellen ziemlich große Landstrecken bewässern kann, aber es ist fraglich, ob die Hubhöhen für das dazu benötigte Wasser bei der viel größeren Zerklüftung des Bodens in Palästina nicht so groß sind, daß man mit diesen Kraftquellen nicht sehr weit kommen wird. Jedenfalls darf man sich nicht etwa der Illusion hingeben, als würden diese Kraftquellen ,^billig" sein. Erdöl wäre allerdings billig, bituminöse Schiefer und Asphalt möchten noch hingehen, Wasserkraft, Wind und Sonnenlicht verlangen aber große Bauten, die jedenfalls geld wi r tschaf tli ch mit dem Ausland niemals konkurrieren können; — paturalwirtschaftlich stellt sich die Sache allerdings anders. Dazu verliere man nicht aus dem Auge, daß alle diese Stoffe Kohle chemisch nicht zu ersetzen vermögen. Ebenso fehlt es in Palästina an Holz ganz und gar. Dieser Mangel wird aber im Laufe der Zeit irgendwie behoben werden müssen, denn schon aus klimatisch landwirtschaftlichen Gründen wird man Palästina in großem Umfang systematisch auf forsten müssen. Allerings wird man dabei vor der schwierigen Frage stehen, ob man schnellwüchsige Bäume, (z. B. Eukalyptus) dazu verwenden soll, oder langsam wachsendes Holz (Koniferen, erst in zweiter Linie Oelbäume). An sich wäre es nötig, möglichst schnell aufzuforsten. Das schnellwüchsige Holz des Eukalyptus ist aber als Bauholz gar nicht, als Papieiholz nur sehr wenig und als Textilrohstoff auch wohl kaum zu verwerten. Man wird sich jedenfalls über die Aufforstung einen ganz klaren Plan, machen»müssen, und jedenfalls die sachliehe Zweckmäßigkeit der finanziellen Reingewinnerhöhung auf keinen Fall dabei opfern dürfen. Von kiinstliehen Düngemitteln fehlt in Palästina Phosphor und Kali. Diese beiden Stoffe müßten vom Ausland bezogen werden. Kali ließe ach allerdings innerhalb einer Naturalwirtschaft auf elektrischem Wege aus Feldspat, der 17 «y« Kali enthält und aus Meerwasser (0,9 °/0 Kaliumsulfatgehalt), gewinnen, und ebenso könnte man auf elektrischem Wege, sobald es auf die Kosten nicht ankommt, sondern nur auf den sachlichen Ertrag, das Stickstoffbedürfnis mit Hilfe von Luftstickstoff befriedigen. Das alles hat aber wiederum einen großen einheitlichen und selbständigen Plan der Energiever- Wertung und gleichzeitig das Absehen von jedem Reingewinn zur Voraussetzung. Andere Salze sind insbesondere an der Meeresküste und am Toten Meer verfügbar, und zwar in beliebigen Mengen. Sie könnten die Grundlage einer chemischen Industrie bilden, die Kompensationsobjekte liefern könnte. Für die Bauten stehen Kalk, Zement und natürliche Bruchsteine in beliebigem Maße zur Verfügung. Die zweite große Industriegruppe, die in Frage käme, wäre die Textilindustrie. Eine solche ließe sich begründen, denn Schaf- und Ziegenzucht (Wollschafe, Mohairziegen) ist wirtschaftstechnisdi durdiaus möglich, und ebenso hängt der Baumwollanbau nur davon ab, ob man es fertigbringt, vom Reingewinn abzusehen. Das müßte man allerdings. Denn die Gewinnung von Textilfaser ist in Konkurrenz zu den großen Schaf- und Ziegenzuchtgebieten und zu den großen Baumwollgebieten über See nicht möglich. Nur ein sozialistisches Gemeinwesen, das nicht in Gewinnkonkurrenz zu treten braucht, könnte in Palästina diese wirtschaftstechnischen Möglichkeiten ausnützen. Andersfalls ist eine Textilindustrie in Palästina unmöglich. Textürohstoffe oder Garne aus dem Ausland zu beziehen und in Palästina zu verarbeiten, wäre selbst im .Lohnwerk kaum möglich. Denn das Ausland könnte jeden palästinensischen Fabrikanten, der auf Gewinn arbeitet beständig unterbieten. Genau wie im Orient nirgends die Textilindustrie sich gegen den Wettbewerb Europas und Amerikas hat halten können, genau so wäre es auch unmöglich, unter den Gesichtspunkten der freien Wirtschaft jetzt in Palästina eine Textilindustrie aufzurichten. Das ist!um so mehr der Fall, als in einer Wirtschaft, die die Begriffe von teuer und billig kennt die Arbeitskraft in Palästina immer ״teurer" sein wird als in Europa oder in den Vereinigten Staaten. Das Klima Palästinas setzt die Arbeitsfähigkeit herunter. Im Preis der Arbeitskraft mit Rußland oder Indien konkurrieren zu wollen, hieße die dort angesiedelten Juden zu einer Lebensführung .verurteilen, die noch weit unter ihrer Lebenslage in Osteuropa oder in den Ghettos von England und Amerika liegt. Wenn man das will, dann braucht man nicht erst Palästina jüdisch zu kolonisieren. Eine dritte Industrie, die möglich ist, allerding aber ebenfalls nur für den Inlandsbedarf, wäre dl Zuclcerinoustrie, eine vierte die Oelindu strie. Auch sie müssen allerdings ganz neu au gebaut, Zuckerrohrpflanzungen, Zuckerraffinerien ui! Oelbaumpflanzungen sowie Erdnußpflanzungen er neu angelegt werden. Die vorhandenen Oelgärten sind während des Krieges in Palästina so gut wie ganz vi nichtet worden, weil die Türken und ihre Verbündeten d Oelbäume in den Lokomotiven verheizt haben. D! Oelindustrie könnte aber bei sozialistischer Wirtscba wertvolle Kompensationsobjekte für den Außenhajid! geben, zumal wenn man sich mehr auf (he Erdöl erzeugung fegte, die eine verhältnismäßig sehr vi< bessere und schnellere Ausnutzung des Bodens ,gestatte allerdings aber auch eine sehr viel gründlichere küns liehe Düngung verlangt. Nebenher hätte die Bevoi zugung der Erdnuß in der Oelgewmnung den große Vorzug, daß dadurch ein Kraftfutter gewonnen wiirdi das der Viehzucht sehr zugute kommen würde, un evtl, auch ein außerordentlich wertvolles Kompensation! objekt im Außenhandel, z. B. gegen Maschinen un landwirtschaftliche Werkzeuge im Handel mit Deirtsd land oder ähnlich gestellten Ländern, bilden könnte Desgleichen ist Ausfuhr von gedörrten Früchten möj lieh, Amfuhr von Obst- und Gemüsekonserven und vo Seife. Aber das sind schon Industrien, bei denen de auswärtige Markt gegenüber dem Absatz auf dem in ländischen Markt eine sehr geringe Rolle spielen würdi und auch hier hängt die Konkurrenzfähigkeit mit der Ausland ganz davon ab, ob es möglich ist, ohne Rücl sicht auf die geldlichen Produktionskosten auf de. ausländischen Markt zu verkaufen. Schließlich kam noch die weitere Pflege der kunstgewerblichen Tätig keit in Frage, aber ein großes Objekt für den Außen handel ist das auch nicht. Dagegen wäre es möglich, in! Großen, sobald au Reingewinn nicht Rücksicht genommen werden muß Ackerbau und Viehzucht, auch mit der Absich auf den ausländischen Kompensationsverkehr zu betre ben. Vom Zuokerrohr sprachen wir schon. Das gleicht mit insbesondere auch vom Getreide und von de Rindviehmast Wirtschaftlich bedauerlich bleibt es, dal Schweinemast ausgeschlossen ist. Wenn man alles dies zu Grunde legt, dann kam pian sagen, daß in Palästina im Laufe voi 25 Jahren 2 Millionen jüdische Familiei Unterkunft finden können, aber wohl verstanden nur dann, wenn man nicht au Reingewinn wirtschaftet. Kann man sich abe entschließen, davon abzusehen, dann wird man mi gutem Gewissen versuchen dürfen, das jüdische Voll aus seinen bisherigen Wohnsitzen nach Palästina zu vet pflanzen. Kann man das nicht, so soll man die Jude! lassen, wo sie sind. Mit einem neuen Ghetto erniedrig man nur die alte Heimat zu einem neuen Golus. Ueber all das ist man sich bisher nicht klar, Cha rakteristisch dafür ist das Durcheinander in den Be rechtnmgen der Sachverständigen über die Kosten jii diseber Ansiedlung in Palästina. Die Ergebnisse sdiwan ken innerhalb der weitesten Grenzen. Alle diese Be rechnungen sind ohne jede Grundlage, weil man immei nur berechnet, wieviel nach dem Bodenpreis vor dem Kriege die Anlage landwirtschaftlicher Betriebe kosten würde. Daß man, wenn man eine Massen bevölkerung von Juden in Palästina schaffen will, Industrie dort machen nruß, spielt wenigstens in diesen Berechnungen gar keine Rolfe. Stellte man das in die Rechnung ein, so käme man zu den wahnsinnigsten Summen, zu Summen, che es jedem sofort klar machen würden, daß eine solche kapitalistische Besiedlung Palästinas nur möglich werden kann durch einen entsetzlichen Lohndruck. Zweifellos ist es bei der jetzigen Begeisterung weitester Kreist des national fühlenden Judentums möglich, auf dieses Risiko hin große Masse« des annen Judentums nach Palästina zu führen. Ein kapitalistisches Palästina würde entstehen und vielleicht sogar auf Kosten seines jüdischen Proletariats jahrelang dahin vegetieren. Eines Tages aber wird dieses Vegetieren daran sein Ende finden, daß die Volksmasseii nicht mehr mitmadien werden, und dann wird man vor der großen Frage stehen, ob eine Umkehr von dem verfehlten Wege noch möglich ist anders als durch einen radikalen Umsturz, durch eine Revolution wie sie vernichtender nicht gedacht werden kann, wenn man fetzt, in der Zeit der großen sozialistischen Welle, die über die Welt geht, in Palästina ein Gemeinwesen errichtet, in dem die meisten Menschen nur ausgepreßt werden und sich abarbeiten müssen, dann züchtet man mit allen Mitteln den Bolschewismus, dann setzt man Prämien auf ihn. Aber ich glaube nicht, daß es so kommen wird. Ich glaube, daß der sozialistische Geist im national-jüdischen Proletariat schon so mächtig ist, daß wir entweder gar keine oder nur eine sozialistische Kolonisation Palästinas erleben werden. Es fragt sich lediglich, ob die Führer der Kolomisationsbewegung klug genug sein werden, freiwillig von vornherein zu sozialisieren, oder ob sie es darauf ankommen lassen, daß der Sozialismus sidh nachträglich mit Gewalt durchsetzt. Kommt der Zionismus dazu, die ausgetretenen Pfade der kapitalisi! sehen Kolonisationspolitik wieder zu wandeln, wiederholt er noch einmal, was von den andern Kolonisatbns• Völkern Europas gesündigt worden ist, dann darf er sich nicht wundern, wenn der Endpunkt einer solchen Ent- Wicklung ebenfalls in Palästina wie sonst in Ueberser der Krieg aller gegen alle wird. Wird aber sozialistisch kolonisiert, werden die privatwirtschaftlichen Interessen Einzelner an der Ausbeutung ihrer Volksgc- "«ssen ausgeschaltet, dann darf man Fest daran glauben, daß das Werk gelingt, daß am Ende mehrerer arbeitsreieher Jahrzehnte die vom Vertrauen des jüdischen Volkes getragenen Führer mit dem alternden Faust sagen dürfen: ״Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde Sogleich behaglich auf der neusten Erde, Gleich angesiedelt an! des Hügels Kraft, Den aufgewälzt kühn emsige Völkerschaft. Im Innern hier ein paradiesisch Land, Da rase draußen Flut bis auf zum Land Und wie sic nascht, gewaltsam einzusdiließen. Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen," Nr. z Eni \ Wäl Aussche wenig וי in der türkisch! ist klar, Ländern initemar Unterad Presse und es F rank i rage Probien die gan starte s besondc macht 1 die Zul Ute in der sich geg haltend( Gründe, {ranzösi die syr von vor Land a neuen l sphäre ferner r die anc starke I zwar ei liehen 1 aber a: Bedenk vcröffei darauf gewaltij im vor seinen bezug äußert religiös und au angebn zubebe: sowie Er gl® Bürgen wenn r Aerger daß da Entent( Plänen J- Leiten 1 Staatsv ein Sta Welttei scheide terenz Alle di! daß et holen. Blatt t in Ost diese י doch b In ahn! ״Victoi geeign! wahre Erlang sidh n hinziro andere Volks! ferner die Ai ganzer gegen Ui Stimm view c die zk enthäll Brie! giösen antreil um <ü׳ zu lasi sehe, bieten dem 1 Gleich bereit sozial( die V langet l.issen daß d /tonis: darau sich Wei E das e niamn a

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.