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Jüdische Rundschau · 1919-04-08 · Heft 26 (8.4.1919) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 26 (8.4.1919)
Date
1919-04-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 194 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 26 sation überniinmt, ebenso andere erhält’iche Ländereien ttnter sorgfältiger Berücksichtigung der Rechte der arabischen Besitzer. Das dem Landfonds gehörige Land kann nicht in Privatbesitz übergehen, sondern gehört dem jüdischen Volke. Der jüdische Rat erhält Prioritätsrecht für die Uebernahine öffentlicher Arbeiten.“ M i 11 \v o c 11 s i t z u!1 g. In der Mittwoch-Sitzung erstattete Dr. Jacobson den Bericht für die Organisations-Kommission. Es wurden über die Einberufung des Kongresses oder der Jahreskonferenz, über die Sitzung des Aktionskomitees und ■seine Erweiterung, über die Bildung des jüdischen Rates, über die Mitarbeit anderer Organisationen am Palästina werk (bereits in Nr. 20 der ״jüdischen Rundschau“ mitgeteilt) Beschlüsse gefaßt. Julius Simon erstattete den Finanzbericht. Das Budget beträgt 235000 C; dazu kommen weitere 117 000 ,£, falls dia Einkünfte dies erlauben. Das Budget wurde einstimmig angenommen. Bei der letzten Sitzung sprach Dr. Weizmann sein Bedauern darüber aus, daß die Herren Warbürg und Hantke wegen technischer Schwierigkeiten nicht anwesend sein konnten. Er drückte das unbedingte Vertrauen zu den Abwesenden aus und sagte, daß eine Vollsitzung des Aktions-Komitees im Haag nach Pessach stattfinden solle, bei der sich alle Mitglieder zur gründlichen Beratung aller zio-!«tischen Angelegenheiten vereinigen könnten. Er wies auf die historische Bedeutung der Konferenz hin, wiederholte, daß das Prinzip der nationalen jüdischen Heimstätte anerkannt worden sei, und daß zu ihrer Verwirklichung die Arbeit des jüdischen Volkes notwendig sei. Die Delegierten sollen nach ihrer Rückkehr die ganze Organisation zur eifrigsten Mitarbeit auffordern. Dr. Jacobson betonte, er sei überzeugt, daß die Möglichkeit zu großer Arbeit von dauernder Bedeutung nunmehr gegeben sei. Er entbot den abwesenden z'onis tischen Führern Brandeis, Warburg, Hantke und Nordau die Grüße der Konferenz und dankte allen Teilnehmern für ihre harmonische Arbeit. Die Herren Ycllin und Ussischkin richteten hebräische Anspradien an die Tagung. Dr. Schmarja L e v i n beglückwünschte die Konferenz und die Führer zu den großeii Resultaten ihrer Arbeit. Er sprach über die Macht der zionistisch-demokratischen Bewegung, ihren Einfluß auf die Geschichte und die Bedeutung der jetzigen Epoche. Eisenberg (Rechoboth) sprach im Namen der Palästina-Pioniere. Eine Bulgaro-Palastina-Bank Das ״Kopenhagener Zionistische Büro“ berichtet: Dieser Tage ist in Sofia die B ulgaro-Palästina-Bank gegründet worden mit 5 Millionen Leva Kapital verteilt in 125 Anteilen zu 40030 Leva. Zum Präsidenten des Verwaltungsrates wurde Herr Isak Be nun. Direktor der Rustschuker Escompte-Bank, zum Vizepräsidenten Herr Sigmund Rintel, Inhaber der Firma Hermann Krönig gewählt. Die Bank wird ihre Tätigkeit in der nächsten Zeit aufnehmen; es ist dies neben der seit 1913 bestellenden und gut arbeitenden jüdischen Volksbank in Rustschuk das zweite nationaljüdische Bankunternehmen in Bulgarien. Der jüdische Volkssozialismus*) Von Dr. Jakob Robinson. 1897 ist das Geburtsjahr der beiden mächtigsten Bewegungen in der neuesten Geschichte des jüdischen Volkes: des politischen Zionismus und des jüdischen Sozialismus. Im August wurde der erste Kongreß eröffnet und etwa zu gl ei •'her Zeit ist der Bahnbrecher des Sozialismus, der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund :n Polen, Litauen und Rußland (kurz ״Bund“ genannt), auf der Bühne des Volkslebens erschienen. Zwei Welt- und Lebensanschauungen, zwei Btfrciungsidealc ergriffen mit einer noch nie dagewesctien Wucht die jüdischen Massen: Der Zionismus rückte in den Vordergrund die nationalen Leiden des Volkes, der Sozialismus wollte die soziale Not bekämpfen, lindern und in der Zukunft beseitigen. Die einen wollten die Judenheit mit Hilfe eines kosmopolitischen Ideals in marxistischer Färbung retten und waren historisch die Erben der Maskilirn, die anderen knüpften an Chowewe-Zion und Pinsker an und glaubten das Volk durch nationale Selbstbetätigung aus der Sackgasse heraiiszubringen. Daß der Zionismus für die sozialen Leiden der Massen tauh war, wird kein objektiv urteilender Geschichtssc’nreiher behaupten: wollte doch gerade der Zionis- 11ms der Herzischen E!röche die Judetmot mit einem Schlage beseitigen! Die Einstellung und Begründung der jüdischen sozialen Frage war aber nicht vvirtschafttich-kiassenpolitisch, sondern national. Die zionis tische Ideologie w ußte von Juden und Nichtjuden zu erzählen, die sozialistische von der vaterlandslosen Bourgeoisie und dein Proletariat. In der zionistischen Literatur stand nichts von sozialen Schichten und Gegensätzen im Judentum, in der sozialistischen vermißt man den Hinweis auf nationale Interessen und Gegensätze. Die Massen, die sich!beiden Parteien angeschlossen hatten, glaubten an die baldige Lösung der Judenfrage: die einen durch Schaffung einer Heimstatte in Palästina, die anderen durch Verwirklichung des Sozialismus. Nach der scharfen Trennung zwischen Zionismus und Sozialismus blieben auf beiden Seiten viele Unbefriedigte, die geahnt hatten, daß mit einfacher Ignorierung einer Tatsachen reihe wenig geholfen wird. Es begann die *) Victor Ch. Arlosoroff. Der Jüdische Volkssozalismus. Verlag Hapoel-Hazair, Berlin 1919. Palästinafragen Die Sozialisierung Palästinas als Grundlage seiner jüdischen Kolonisierung Von Hermann Kranold. I. Wenn es eine Frage gibt, an deren Lösung der Sozialismus sich praktisch bewähren kann, so ist es die, ob es ihm gelingt und wie es ihm gelingt, bei Gelegenheit der jüdischen Kolonisation Palästinas die sozialistischen Ideale einer wohlgeordneten Gesellschaft zu verwirklichen, oder ob er dabei Schiffbrucfi erleidet Das Ziel selbst, die Verwaltung der Wirtschaft durch die Gesellschaft für die Gesellschaft der Menschen ist ja den verschiedenen Richtungen im Sozialismus gemeinsam; sie alle erstreben übereinstimmend eine möglichst gleichmäßige Verteilung der irdischen Güter unter Berücksichtigung und Höherbewertung überdurchschnittlicher Leistungen; absehen will von dieser Höherbewertung lediglich der Kommunismus — von seiner Verwirklichung in Palästina wird im folgenden nicht die Rede sein, weil ich ihn weder für erreichbar noch auch nur für wünschenswert halte. Nach dem Friedenssdiluß werden wir mit der Erricfitu!1g eines jüdischen Staatswesens in Palästina auf völkerrechtlich gesicherter Grundlage rechnen dürfen. Man wird auch weiter damit rechnen dürfen, daß die Mächte, die durch ihren Schiedsspruch das Zustandekommen dieses Staatswesens ermöglichen, im allgemeinen keinen Wert darauf legen werden, in das Innere dieses Staats- Wesens einzugreifen. Sie werden freilich verlangen, daß die innere Gestaltung des jüdischen Staatswesens in Palästina nicht so ausfällt, daß dadurch die Interessen jener fremden Mächte geschädigt werden. Es ist aber nicht einzusehen, inwiefern durch eine sozialistische Verfassung der palästinensischen Wirtschaft etwa die Interessen des englischen Imperialismus an einem sicheren Flankenschutz für den ägyptisch-arabischen Teil seines Reichs geschädigt werden sollten. Und offenbar betrachten die Staaten der Entente, so sehr sie auch ein bolschewistisches Gemeinwesen verabscheiten und mit Gewalt sein Zustandekommen zu ver-!lindern suchen, ein sozialistisches Gemeinwesen doch nicht als eine Gefahr für sich selbst. Das zeigt sich ganz klar und deutlich in der Behandlung der russisdien Frage auf der Pariser Vorfriedenskonferenz, das zeigt sich ebenso klar in der Stellungnahme zu der Sozialist‘!- scheu Bewegung in Deutschland. Unter diesen Umständen darf man darauf rechnen, daß das jüdische Volk in Palästina, wenn es nur will, ohne hinderlichen Eingriffen von außen ausgesetzt zu sein, sich sozialistisch einrichten kann. Alles hängt als» für die Frage, ob er zustande kommen könnte, nach dieser Betrachtung davon ab, ob der Sozialismus imstande ist, sidi in demjenigen Teil des jüdischen Volkes, der nach Palästina geht, durch zusetzen. Auch dafür sind die Aussichten nicht schlecht. Denn auf der einen Seite besteht das jüdische Volk ja zum größten Teil in Osteuropa, in England und Nordamerika aus Proletariern, .denen das klassenmäßige Denken durch ihre harten Schicksale eingeimpft ist, und die längst gelernt haben, neben ihrem nationalen ihren proletarischen Befreiüagskampf mit voll entwickeltem Klassenbewußtsein zu führen. Auf der anderen Seite finden wir im jüdisehen Volk genau wie bei allen anderen von der europäischen Wirtschaft erfaßten Völkern ein hoch ausgebildetes Kapitaüstentum, Darin liegt zweifellos die Gefahr, daß die jüdischen Kapitalisten sidi in noch weit höherem Maße als bisher der Kolonisation Palästinas bemächtigen — um so mehr, als, wenn mit Periode des Suchens nach einer Synthese zwischen dem nationalen und sozialen Ideal. An Versuchen dieser Art hat es nicht gefehlt. Um nur die wichtigste hervorzuheben: ״Hachemth“ und der ״Hamon“ von Dr. Nachman Syrkin, Poale-Zion in verschiedenen Schattierungen, die Zionisten-Sozialisten (S. S.). Die erste russische Revolution hat der! Poale-Zionismus reif gemacht. Eine große Anzahl junger zionistischer Kräfte hat sidi der neuen Bewegung angeschlossen. Die zweite rußländische Revolution 1917 gab den Anlaß zur Entstehung einer neuen zionistisch-volkssoziaiistischen Bewegung. Das Wesen dieses neuen ״Volkssozialismus“ bemüht sich Herr Arlosoroff in der genannten Brosdiüre uns klarzumachen. Kommt eine .neue Partei und legitimiert sich als sozialistische, so ist sie vor allen Dingen den Beweis schuldig, daß die bestehenden Richtungen im jüdischen Sozialismus nicht die richtigen sind. Gerade dieser kritische Teil, der gegen die Poale-Zion und den Bund gerichtet ist, gehört zu (.len schwächsten der Programm- Schrift der ״volkssozialistisdi-zionisfecfien Partei Tlapoel- Hazair“. Es macht sich außerdem dabei eine ringerechte Ueberireibttng der Verdienste des ״Bundes“ und eine noch ungerechtere Unterschätzung der Poale-Zion bemerkbar. Auf zwei Seiten (12-13) wird der Bund abgetan: eine Seite Lob und eine Seite Tadel. Die Grundlagen des bundistischen nationalen Programms werden nicht einmal gestreift. Ihre Ablehnung von Klal- Jisrocl-Politik, der schroffe Klassenstandpunkt in allen innerjüdischen Fragen, die Verleugnung der eigenartigen jüdischen Wirtschaftsstruktur, die Ignorierung der Emigratiousprobleme, der einseitige ,,Kulturismus“, der gerade für den orthodox - marxistischen Bund so charakteristisch ist usf. — finden keine Berücksichtigung. Noch oberflächlicher ist die Abfertigung der Poale-Zion. Es wird ihnen vorgeworfen, daß sie ״einfach und man muß sagen in primitiver Weise die marxistische Theorie und die darauf fußenden Folgerungen auf das jüdische Wirtschaftsleben übertragen“ (S. 17). Das ist gerade das, Gegenteil von der Wahrheit: Die bahnbrechende Auffassung der jüdischen Oekonomik stammt von Borochow, dem geistigen Vater des wahren .Poale- Zionismus. Man lese die unzähligen Artikel, die 1905 bk 1906 in den poale-zionistischen Zeitschriften erschienen sind, man lese die P a s m a n i k sehen, S a r - sehen und Bo rochow sehen Abhandlungen in ״Jewrejskaja Schisn“ und man wird dort fast die gesamte Weisheit der jüdischen Volkssozialisten finden. Was Nr. 26 sich, wie hoch sie einzuschätzen ist. Idingen w den gewöhnlichen Methoden kolonisiert wird, die Kolo! uhung 1« sation durch das jüdische Volk den Aufwand enorm manä? _״n־ Geldsummen nötig machen wird. Es kommt a'so dara -י' ition Palä: Bei der Beantwortung dieser beiden Fragen üb e die Aussichten des sozialistischen Gedankens im jü I 2i sehen Palästina der Zukunft darf man folgendes nie j übersehen: wenn die jüdischen Kapitalisten sidi 3ן n!€j1r größerem Umfang der Kolonisation Palästinas zu l '•csta!ie: mächtigen gedenken, so tun sie es zweifellos׳ nie l~f wjf j bloß in der Absicht, der nationalen Idee des Juden tu! (.jp.psuchu zu dienen, sondern sie erwarten von einem solch! Unternehmen, von der Hingabe der dazu erford< (1 liehen enormen Kapitalien, eine angemessene Ren2 ׳. d. h. einen Reingewinn, der mindestens so hoch i! , wie der Gewinn, den ihr Geld anderswo Ln d צ" Welt, klug und geschickt angelegt, im Geltungsbereif »lasturn der freien Wirtschaft erbringen kann. Es ist aber sc °״?n1!sf3 wenig Aussicht dafür vorhanden, daß in Palästij ך זך* ‘ solche Gewinne zu holen sind. Innerhalb d«üf‘ *®J־. freien Wirtschaft gilt bekanntlich das Gesc vom abnehmenden Bodenertrag, d. h. das Gesetz, “ im allgemeinen die Einbeziehung neuen Bodens in da Bereich der Produktion finanzwirtschaftlich unrentab ist, weil der Geldaufwand, den die Urbarmachung erfc ff־״;״iIS 1 dert, allgemein höher ist als der mögliche gekllid T4!, ״ Ertrag. Dieses Gesetz findet seinen Grund darin, d; «»tel.e im allgemeinen die besten Böden zuerst besieck 1nl£> . werden, und daß das, was später zur Bewirtschaftur f 18 L kommt, einer schlechteren Bodenklasse angehört. 1 “ 3״**”LJ Bereich der freien Wirtschaft wird aber, solange nid 3 :4י־ ■ ßg. das produzierte Gut den Charakter mindestens relat.v«11 Lell> - Monopolguts hat, der Preis, der für ein Produkt erziel werden kann, jeweils bestimmt durch die GestehungT״* ־ z u kosten ■des jeweils teuersten Produktes, das gerade n<y : zum Verbrauch kommen muß, sodaß alle noch teurer. i6c..1 jj Produktionen aus dem Wettbewerb auf dem freie11 Markt ausscheiden. Palästina stellt_nun in jeder zielmng ein Land dar, für das das Gesetz vom abne: is 11 sch inenden Bodenertrag in besonderem Maße gilt. Sei1jVL‘:;j! J1Jan besten Böden sind bereits in den Bereich der Agrikult! ■*•f ■ einbezogen, ohne daß es gelungen wäre, sie nach eur n3K> \131 י־ päischen Begriffen besonders rentabel zu machen. W; ernares» noch übrig ist, wird durch Bodenbeschaffenheit, Höhe י'^־ q3״rjf| läge, natürliche Formgebung, Wasserverteilung, Klin .•.pijsc und Verkehrslage so stark benachteiligt, daß ein Wi! i0^‘1 .ן-( schäften auf Profi t nahezu ausgeschlossen ist, »13er1 ' . lange nicht in der ganzen Welt an den in Palästii •u 1”‘41י p erzielbaren Produkten der äußerste Mangel eintrit e d. 11. also, solange die in Palästina erzeugbaren Güt! (׳'(t1 “6™׳ nicht relativen .Monopolcharakter gewinnen. Dazu i M,st aber nicht die mindeste Aussicht vorhanden. Und de halb wird man sagen dürfen, daß die Kolonisatic Palästinas, wenn sie auf kapitalistischem Wege versud Die fc werden sollte״ mit ziemlicher Sicherheit fehlschlagen mul isedhrng und daß das Erlebnis, das man in Palästina mit de «immt a! Millionenstiftungei! des Barons Rothschild gemacl Maße in hat, sich höchstens in noch größerem Maßstab wiede Begriffen holen kann. Auf eine kurze Formel gebracht, würde dafen abe! bedeuten, daß Palästina auf ka p i t al i st i s ch ei Beschaffe! Wege von den Juden nicht kolonisiert werden kam boden, d* und daß der Versuch dazu zu völligem Fiasko d< großen T nationalen Bewegung des Judentums führen muß. siamische Ganz anders steht es mit den Aussichten ein« ' '3Lt! Bewirtschaftung Palästinas im Zeitalter der jüdische jo, Kolonisation nach sozialistischen Grundsätzen. De ■)31‘׳j'G Sozialismus wirtschaftet grundsätzlich nicht a! ^"e1?6 Geldrente, sondern auf sachlichen Ertrag. E ““1 ist eben in der Lage, von der Befriedigung der Profi interessen abzusehen, und braucht auf die Konkurren ziisunen, der Kapitalisten um die höciiste Rente keine Rftcksidi m zu nehmen. Wir wollen es vorläufig dahingestellt sei m Ae&'P lassen, ob eine sozialistische Kolonisation Palästinaa die rävpnl wirklich an dem Poale-Zionismus auszusetzen ist, di( lebenden marxistische Einseitigkeit, der Glaube a!1 die Allmacli •.ereil) Tö des Klassenkampfes” die theoretische Schwäche de Palästinismus, das ewige Schwanken zwischen Palästin s und der Diaspora und namentlich die schädliche Takti ד*־ד~? einiger seiner Teile — davon weiß uns die Broschürf?lecKI’ nichts zu erzählen. Ferner muß sich logischer weise dei volkssozialistische Zionismus vom bürgerlichen Zionis mus abgrenzen. Davon finden wir in der Schrift kein! Silbe. Wenn man es für nötig erachtet, ״eine jüdisd)i|^e־ sozialistische Bewegung zu schaffen“ (als ob eine B. ״ , - wegung sich schaffen läßt), so müßte doch zunüchs di bewiesen werden, daß der Zionismus schlechthin dies( da -Lerr Aufgaben nicht zu lösen vermag. Eine neue Fraktion 9^®־ g( geschweige denn Tochterpartei, sollte doch mit de g Kritik der Mutterpartei anfangen! Zwar wird im Ka pitel IV ein praktisches Palästinaprogramm aufgestellt ä״rakter daß bodenref ormerische, sozialistische (teilweise and ״•'■.a. anarchistische) und Hapoel-Hazair-Einflüsse verrät, e a״t a1ren1 stellt aber kein Sterbenswörtchen dabei, daß dies alle 3־ Vg sich;licht im Rahmen der schon bestehenden Part« Verwirklichen läßt, und daß man deshalb zur Grün dung einer neuen Paitei schreiten muß., Methodologisdlwaä w1r 1 ist es ein großer, vielleicht der größte Fehler” del'!<־t;e״v3״^ Broschüre, weil den Hauptbestandteil _des Buches iKItsseng' trotz des irreführenden Titels der Zionismus bildet] Es ist keine allzuschwere Aufgabe, den industijelk■ Sozialismus, seine Voraussetzungen und Methoden füi SCL_ 2e das jüdische Volk zu verwerfen, ist doch der Bau de* V1i,.,v>erfe jüdischen Wirtschaftskörpers ein ganz eigenartiger, v<j'l bekämpf« dem europäischen stark abweichender. Die anormal® soziale Schichtung aller Juden ist allbekannt. Weich«® j^jas sind aber die praktischen Schlußfolgerungen, die de■ Volkssozialismus daraus zieht? Aus der Analyse de(| ' . wirtschaftlichen Verfaältnisse im Ostjudentum und des■ machtpolitischen Charakters des Klassenkampfes, leitet der Verfasser die Unmöglichkeit des Klassenkampfes im jüdischen Leben ab, weil 1. dem jüdischen Gesellschafts■ körper bisher keine Macht politischer Art über ein Terri• torium oder staatsähnliches Gebilde zusteht, 2. kein« Klasse im jüdischen Volk die Vorherrschaft über di« andere besitzt, 3. alle politischen Fragen der jüdische! Gegenwart nicht Fragen sind, die an eine Klasse gestell werden, und nicht Fragen, die von einer Klasse beant׳ wortet werden (S. 27). Zu 1. ist zu bemerken, dai, 3 ״ sofern der Klassenkampf einen politischen ChatakWl t! e r trägt, er in der Tat territorial jmd nicht national be" stimmt ist. Das will aber noch nicht sagen, Klasse u! Vorherrsc kommt a Ei fache lg! im Ohet programi fasserS g überhau! Es heiß Sozi altem jüdische Volk“. 1 Durch ״ beltendei Kl as s« all sie. s

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